- Reiseführer
- Asien
- Nepal
Nepal, der Paradiesvogel Asiens: „Märchenland”, „geheimnisvolles Königreich”, „Land der Götter” oder „Shangri-La”, spirituelles Paradies. Es ist neben seiner Vielfalt und Schönheit die magische, mystische Atmosphäre, die Nepal als Reiseziel ausmacht. Wer mag da schon widersprechen, schon gar nicht die Nepalesen. Sie sind stolz auf ihr Land und lieben es über alles.
In der Gemeinschaft liegt das Geheimnis des Alltags
Nepal zelebriert jährlich mehr Feste als Kalendertage und hat die meisten Feiertage weltweit. Es gibt also immer was zu feiern im Land! Das Leben findet noch weitgehend auf der Straße, in den Gassen und in der Gemeinsamkeit statt, nicht in der Isolation im trauten Heim. Einsamkeit ist für Nepalesen unvorstellbar, Gemeinschaftsleben und Großfamilien sind die Norm.
Eine Sache des Glaubens
Täglich neu und mit großer Intensität gelebt wird die Religion. Die Menschen schöpfen aus ihr Kraft und Vertrauen in die Zukunft, und sei es im nächsten Leben. Der Glaube an Wiedergeburten ist im Himalaja selbstverständlich, Gottheiten leben überall, Buddhismus, Hinduismus und lokale Glaubensrichtungen verschmolzen teilweise miteinander. Auf jeden Fall aber ist Religionsausübung in Nepal eine vergnügliche Sache und entspricht in keiner Weise der ernsten Ehrfurcht des christlichen Glaubens. Pilger strömen in Scharen ins Land, darunter viele westliche Sinn- und Glaubenssucher, von denen so manch einer im Shangri-La hängengeblieben ist.
Geschichte
Vorgeschichte
Viele Mythen bestimmen die frühe Geschichte Nepals, die weitgehend im Dunkeln liegt
563 v. Chr.
Siddhartha Gautama, genannt Buddha, wird in Lumbini, Südnepal, geboren
1200–1482
Königreich der Mallas im Kathmandu-Tal. Beginn des Kastensystems
1768
Der Eroberer Prithvi Narayan Shah gründet das heutige Nepal
1951
Shah-König Tribhuvan gewinnt mit Hilfe Indiens die Macht; das Land öffnet sich der Demokratie
1960–1990
Rückkehr zum Ein-Parteien-System
1990
Blockade und Volksaufstand, Rückkehr der Demokratie
2001
König Birendra wird ermordet, sein Bruder Gyanendra tritt die Nachfolge an
2008
Nepal wird Republik, Abschaffung der Monarchie
2015
Ein starkes Erdbeben verwüstet weite Teile des Landes
2024
Gewaltige Erdrutsche und Überschwemmungen im Kathmandu-Tal
Von der heißen Kornkammer hinauf ins Hochgebirge
Nepal lässt sich grob in drei Höhenstufen einteilen. Entlang der Grenze zu Indien liegt das subtropische Terai. Es war früher eine malariaverseuchte Fieberhölle, seit wenigen Jahrzehnten sind Malaria, Dschungel und wilde Tiere weitgehend verschwunden. Dafür lebt dort jetzt rund die Hälfte der nepalesischen Bevölkerung, überwiegend Hindus, aber auch Moslems. Die Kornkammer Nepals ist sehr heiß, weist eine hohe Luftfeuchtigkeit auf und wirkt ziemlich indisch: Mehr Rikschas als Autos sind unterwegs, viele Männer tragen lungis (lange Röcke), und ein großer Teil der Bevölkerung spricht Hindi. Das Mittelgebirge ist das Herzstück des Landes, mit Höhen zwischen 400 und 3000 m. Hier befindet sich das ursprüngliche, ländliche Nepal. Aber auch die Hauptstadt Kathmandu und das zweite Touristenzentrum Pokhara liegen hier. Die Winter im Kathmandu- und im Pokharatal sind mild, die Sommer gemäßigt. In der Mittelgebirgsregion lebt ein weiterer Großteil der Bevölkerung, davon über 2,5 Mio. im Kathmandutal. Im tibetisch beeinflussten Hochgebirge finden sich nur knapp zehn Prozent der Gesamtbevölkerung – und die Lieblingsziele der Trekker und Bergsteiger. Um die Berge zu erreichen, muss man in tieferen Regionen aufbrechen und mehrere Kultur- und Vegetationsstufen des Landes durchqueren. Und genau darin liegt der Reiz: In Nepal ist der Weg und nicht nur der Gipfel das Ziel.
Große Armut und politische Instabilität
Bei allem natürlichen Reichtum, gehört das Land wirtschaftlich zu den ärmsten der Welt. Das durchschnittliche Einkommen liegt bei etwa 2000 Euro pro Haushalt – im Jahr. Die ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung haben gerade mal 730 Euro im Mittel. Leicht relativiert werden diese Zahlen dadurch, dass die meisten Nepalesen ein eigenes Haus bzw. eigene Felder haben. In einkommensschwachen Familien ist Kinderarbeit weit verbreitet. Politisch kommt das Land nicht zur Ruhe: 1990 lehnte sich das Volk gegen die absolute Macht des damaligen Königs auf, von 1996 an kämpften Maoisten zehn Jahre lang gegen die ihrer Meinung nach korrupte Regierung, ca. 13 000 Nepalesen fielen der Auseinandersetzung zum Opfer. Die Ermordung des Königs 2001 verursachte ein nationales Trauma, erst der komplette Rückzug der Königsfamilie konnte 2006 den Frieden wiederherstellen. Es folgten mehrere Jahre der politischen Neuorientierung, gekennzeichnet von regelmäßigen Generalstreiks und dem Fehlen einer Vision. Kaum eine Regierung der letzten Jahrzehnte blieb mehr als neun Monate im Amt. Tausende meist männliche Nepalesen verlassen seitdem das Land – zur Ausbildung nach Europa, USA, Australien oder Japan oder als sklavenähnliche Billigarbeiter nach Malaysia oder in die Golfstaaten.
Entdeckungen in einem Land voller Sanftmut
Am 25.April 2015 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,8 das Land. Fast 9000 Menschen kamen ums Leben, rund 750 000 Häuser wurden komplett zerstört oder stark beschädigt. Der Wiederaufbau war dilettantisch, viele internationale Hilfsgelder kamen nie bei denen an, die sie gebraucht hätten. Und auch weiterhin sorgen Korruption und persönliche Rivalitäten der politischen Führung für Regierungskrisen und Parlamentsauflösungen: Die Wahlen 2022 brachten zum dritten Mal den Maoistenführer Pushpa Kamal Dahal an die Macht, die er Anfang 2024 aber schon wieder abgeben musste. Und dann sind da ja auch noch Indien und China, die um Einfluss in Nepal ringen, das wie ein Puffer zwischen ihnen liegt.
Nepal ist beileibe kein Paradies, aber es steckt dank seiner Vielfalt voller Überraschungen. In vielen Gegenden ist der Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig, und der wurde von der Corona-Pandemie tief getroffen. Nepal wird sich wohl auch davon erholen – und trotz aller Probleme ein sanftmütiges Land bleiben, das nur darauf wartet, von dir entdeckt zu werden.
Inspirierende Reportagen
Nepal Highlights
Aktuelles Wetter
Wissenswertes
Aktuelles Wetter
Wissenswertes
MARCO POLO Reiseführer
Nepal
Buch, 12. Auflage · 17.95 €Urlaub ab der ersten Seite: Marco Polo Reiseführer Nepal Ob Aktiv-Urlaub oder Entspannung pur, ob kurze Alltagsflucht oder langer Traumurlaub: Dein MARCO POLO Reiseführer ist der ideale Begleiter, wenn du die Welt erkundest.
Weniger suchen, mehr entdecken: Alles, was du für deine Reise brauchst!
Stell dir genau die Reise zusammen, auf die du gerade Lust hast! Dein MARCO POLO Reiseführer bietet eine Fülle von Tipps und Empfehlungen, mit denen du deine Reise individuell und flexibel gestalten kannst. Erlebe unvergessliche Momente und entdecke die Welt mit MARCO POLO – in deinem eigenen Rhythmus!
ERLEBE LOS!

Nepal in Buch & Film







