Hongkong bedeutet Fernostfaszination. Du erwartest eine hochmoderne Metropole mit einem Wolkenkratzerwald, hoffst aber auch auf Chinaexotik, Fremdartiges, Rätselhaftes? Damit liegst du gar nicht so verkehrt. In Hongkong ist Chinesisches britisch geprägt, hier vermischt sich Profitstreben mit altchinesischen Werten, und das Gegenstück zu Wirtschaftsfreiheit und Arbeitsdisziplin bilden Kultur und Genuss.
Ankommen und drauf einlassen
Erst mal erlebt man die Stadt vor allem als Herausforderung. Das Gedränge auf den Wegen, der Automief in den Straßenschluchten, der von den himmelstrebenden Fassaden widerhallende Lärm der Busse, Betonmischer und Presslufthämmer in dieser ewig hektischen Metropole ... Mancher Besucher ist nach zwei Tagen Shopping und einer Stadtrundfahrt erleichtert, wieder abreisen zu können. Okay, man versäumt dann weder Paläste noch berühmte Museen oder lauschige Plätze. Hongkongs Rekorde lesen sich eher nüchtern: Die Stadt ist die mit den weltweit meisten Hochhäusern (und den meisten Touristen), Asiens drittgrößte Finanzmetropole, hat die höchsten Ladenmieten der Welt und den sechstgrößten Containerhafen. Die Wahrheit aber ist: Hongkong selbst ist eine einzige Attraktion mit seinem Wechsel von Bergen und Wasser, seinen Wolkenkratzern, seinen Küchengenüssen.
Das Erbe der Kolonialzeit
Es grenzt schon an ein Wunder, dass dieses Kapitalistendorado am Rücken des chinesischen Riesen überhaupt funktionieren konnte – auf einem verzwickten Terrain, das für alles taugt, nur nicht für eine Millionenmetropole. Denn für eine Erfolgsstory fehlten zunächst alle Voraussetzungen. Als die Briten die Insel 1841 als Kriegsbeute besetzten, planten sie hier einen Stützpunkt, aber keine Großstadt. Schon bald zeigte sich: Es mangelte an bebaubaren Flächen und an Umland zur Versorgung der sich rasch entwickelnden Stadt. Darum wurde 1860 die Halbinsel Kowloon einverleibt, 1898 das angrenzende Festland und weitere Inseln – die „New Territories“. Hongkong wuchs auf das Zehnfache. Später im Bürgerkrieg (1947–49) schwappte eine riesige Flüchtlingswelle aus China herein. Bald verschwanden die Berghänge unter Slums. Sozialsiedlungen mussten gebaut werden – nur wo? Schon im 19.Jh. hatte man begonnen, Neuland aufzuschütten. Seitdem sind ganze Buchten verschwunden und Berge abgetragen worden. Vor allem wurden neue Städte in den ländlichen New Territories errichtet. Dort lebt heute fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung von 7,5 Mio. Menschen. Eine Herausforderung war auch der Verkehr. Zum Territorium gehören 263 Inseln, und selbst das große Stück Festland ist extrem zerklüftet. Erst die U-Bahn und diverse Tunnel brachten eine deutliche Verbesserung. Schneller erledigte sich da die Arbeitslosigkeit – im Geldverdienen war man ja geübt. In den 1990ern wanderte jedoch fast die gesamte Industrie über die Grenze nach China ab. Viele Hongkonger pendeln seitdem nach Shenzhen zur Arbeit.
Geschichte
111 v. Chr.
Die Region wird ins chinesische Reich eingegliedert
1557
China überlässt Macau den Portugiesen
1841/42
Die Insel Hongkong wird britisch, 1860 auch Kowloon, 1898 kommen die New Territories (auf 99 Jahre) hinzu
1937
Erstmals über 1 Mio. Ew.
1941-45
Japan hält Hongkong besetzt, Hunderttausende fliehen
1949
Chinas Bürgerkrieg schwemmt mehr als 1 Mio. Flüchtlinge in die Stadt
1997
Hongkong wird Sonderverwaltungszone der VR China
1999
Portugal gibt Macau an China zurück
2022
Apple Daily, die letzte unabhängige Zeitung, wird geschlossen, das Management unter Berufung auf das 2020 eingeführte Sicherheitsgesetz verhaftet
ab 2024
Das Landgewinnungsprojekt Lantao Tomorrow Vision, ein neuer Stadtteil für 700 000 Menschen, nimmt Gestalt an
Eine Stadt voller Dynamik - und lebendiger Traditionen
Heute präsentiert sich das Territorium als ein Ort unwahrscheinlicher Kontraste. Supermoderne Technik und chinesische Tradition, Großstadt und einsame Berge, Lärm und Stille – hier findet sich alles eng beieinander. Da liegen neben dem Eingang zum hippen Club in einem kleinen Blechschrein Orangen als Opfergaben. Und gleich hinter dem letzten Hochhaus, gebaut mithilfe von traditionellen Bambusgerüsten, beginnt subtropisches Dickicht, in dem tagsüber prächtige Schmetterlinge flattern und nachts die Grillen zirpen. Auch einiges aus britischer Zeit ist geblieben: die Währung und alte Straßennamen wie Queen’s Road etwa. Doch nur eine Minderheit der Einwohner spricht leidlich gut Englisch. Auf Streifzügen durch den Hochhausdschungel erstaunt das hohe Maß an sozialer Ordnung. So ist die U-Bahn ebenso sicher wie graffitifrei. Am meisten Eindruck macht aber die Dynamik der Stadt – und ihre Konsumbegeisterung. Sie ist eine Genussmetropole geworden. Auswärts zu essen, gehört zum Alltag.
Nebenan: das Las Vegas Asiens
Mit Leidenschaft gepflegt werden die Pferdewetten – und das Glücksspiel in Macau. Überhaupt, Macau! Dieser älteste europäische Außenposten in Fernost gehört bei einer Hongkongreise einfach mit ins Programm. Hier sind die Zeugen der jahrhundertelangen portugiesischen Präsenz viel zahlreicher und lebendiger als das um einiges jüngere britische Erbe in Hongkong. Auch wenn es heute vor allem die gigantischen Glücksspielpaläste sind, die die meisten Touristen nach Macau locken. Sie haben der Stadt den Ruf des asiatischen Las Vegas verschafft.
Geh auf Entdeckungstour!
Aber fahr unbedingt auch hinaus auf die Inseln, wandere über die Berge, entdecke die Strände. Probier die Meeresfrüchte und all die anderen Köstlichkeiten der lokalen Küche. Zwei Tage Hongkong sind oft schrecklich. Besser bleibt man eine Woche. Wenn du aber wirklich nur einen halben Tag Zeit hast, dann fahr hinauf auf den Peak. Das Prachtpanorama zeigt, was die Stadt und ihre Menschen leisten mussten und geleistet haben. Das ist Hongkongs größtes Wunder.
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