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Wo die Palmyrapalmen wachsen, da ist Kambodscha. Das sagen die Khmer seit Urzeiten. Die markanten, rund-verwuschelten Wipfel der Palmen und die Reisfelder bedecken das flache Land bis zum Horizont. Wasserbüffel suhlen sich im Schlamm wie vor tausend Jahren. Das ist bis heute Kambodscha, dem immer moderneren Antlitz Phnom Penhs zum Trotz. Angesichts des geschäftigen Treibens in der kambodschanischen Hauptstadt bedarf es einer Rückblende in die Zeit vor dem Boom mit Karaokebars, Massagesalons und Diskotheken, bevor sich hier viele Expats und Ausländer niederließen.
Indochinas Schicksalsjahr 1975
1975 marschierten zuerst die Roten Khmer in Phnom Penh ein, um ihr mörderisches „Year Zero“ in Kambodscha einzuläuten. Zwei Wochen später fiel im benachbarten Vietnam die Hauptstadt Saigon und wurde in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt. Schließlich siegte auch im verschlafenen Laos die Revolution, während die Roten Khmer unter Pol Pot eine Blutspur im eigenen Land hinterließen: 1 bis 2 Mio. Landsleute starben durch Totschlag, Zwangsarbeit und Hunger. Phnom Penh wurde 1975–79 zur düsteren, zwangsevakuierten Geisterstadt – bis die Vietnamesen die Massenmörder 1979 besiegten und Phnom Penh zu ihrer Kommandozentrale in einem belagerten Vasallenstaat machten. Anfang der 1990er-Jahre verwandelten UN-Soldaten dann die Stadt in einen Rummelplatz à la Wildwest, wo es Dollarscheine zu regnen schien. Im Königreich Sihanouks herrschten Anarchie und Chaos, Korruption und Kidnapping. Nach dem Abzug der rund 22 000 Blauhelme Ende 1993 hieß die Losung für die Zukunft: nationale Versöhnung.
Wahrlich eine Zeitreise
Wenn man die Hauptstadt verlässt, beginnt eine Zeitreise durch das ursprüngliche Kambodscha. Die Reise führt auf teils noch immer holprigen Pisten in abgelegene, von der Welt einst völlig vergessene Provinzen, wo lange nur Malaria und Rote Khmer herrschten. Hinter dichten Wäldern im Niemandsland liegt Ratanakiri mit seinen Hochlandvölkern, den Khmer Loeu, und ihren uralten Stammesritualen. Oder das menschenleere, hügelige Mondulkiri, das noch mit Edelholzwäldern und tropischem Regenwald bewachsen ist – fragt sich, wie lange noch, denn hier herrscht allerorten Kahlschlag in rasendem Tempo. Und Sihanoukville, der einzige quasi wiederbelebte Badeort an der 440 km langen Küste, entwickelte sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten unverkennbar zum „Ballermann“ der Chinesen.
Geschichte
802
Jayavarman II. gründet die Khmer-Dynastie Angkor, die bis ins 15.Jh. herrscht
1863
Das Königreich Kambodscha wird Protektorat Frankreichs bis zur Unabhängigkeit 1953
1975
Rote Khmer marschieren in Phnom Penh ein. Ca. 1,5 Mio. Menschen sterben während der Pol-Pot-Herrschaft
1979–1989
Vietnamesische Truppen besiegen die Roten Khmer und besetzen das Land
März 1992
Beginn der UN-Mission mit 22 000 Soldaten (UNTAC)
1998
Nach Pol Pots Tod Amnestie der meisten Roten Khmer
2009-2018
Das Tribunal gegen die ehemaligen Anführer der Roten Khmer endet mit lebenslanger oder jahrzehntelanger Haft
2023
Ministerpräsident Hun Sen übergibt nach 38 Jahren das Amt an seinen Sohn Hun Manet
2024
Das New Yorker Metropolitan Museum gibt 14 gestohlene Khmer-Skulpturen zurück an Kambodscha. Sie waren von einem wegen Hehlerei verurteilten Kunsthändler erworben worden
Je nach Jahreszeit schimmern die Reisfelder in leuchtendem Grün, in Schlammbraun oder Goldgelb. Überall idyllisches Landleben auf den ersten Blick: Frauen und Männer beim Reisdreschen auf den Feldern, das karierte krama-Tuch zum Turban um den Kopf geschlungen, die Zähne und Lippen blutrot vom Saft der Betelnuss. Die meisten der rund 17 Mio. Kambodschaner sind Bauern, die vonder Hand in den Mund leben – ein extrem karges Dasein zwischen Ochsenkarrenund palmstrohgedeckten Pfahlhütten, Schuldenlast und Reisfeldern, aufdenen noch immer unzählige Minen lauern. Das Königreich Kambodscha gehörtmit einem jährlichenPro-Kopf-Einkommen von ca. 2200 US-Dollar immernoch zu den ärmsten Ländern der Welt – und das obwohl die Löhne in den letztenJahren stark gestiegen sind (mit riesigem Stadt-Land-Gefälle) und obwohlEdelsteine, Gold und sogar Erdöl zu den wichtigsten Wirtschaftsgütern zählen.
Ein Land im Fluß
Kambodscha ist der Legende nach ein Land aus Wasser. Und tatsächlich: Der Mekong verwandelt sich stromaufwärts in ein Labyrinth aus Flussarmen, Inseln und Flutwäldern. Wer sich nach der Regenzeit mit einem Fischer ins Longtailboat auf den Flussriesen wagt, dem kann ein bisschen unheimlich werden, wenn das Ufer nicht mehr zu sehen ist zwischen all den gebeugten Bäumen, um deren Kronen jetzt Fische schwimmen. Die Marktstädtchen am Mekong beeindrucken mit ihrem zauberhaft provinziellen Charme und den seltenen Süßwasserdelphinen. Der Mekong-Zufluss Tonle Sap ist der einzige Fluss weltweit, der rückwärts fließt, so sagen die Kambodschaner. Nur so wächst der Tonle-Sap-See in der Landesmitte während der Monsunzeit zu einem der fischreichsten Binnenseen der Welt. In der überfluteten Landschaft leben die Kambodschaner in schwimmenden Dörfern auf ihren Hausbooten und Pfahlhäuschen zwischen Himmel und Wasser.
Staunend in Angkor
Die antike Tempelstadt Angkor ist Höhepunkt jeder Reise durch Kambodscha. Voller Ehrfurcht steht man vor tausendjährigen Türmen, Toren und Pavillons, vor den Löwen und Schlangen, den tanzenden Apsaras und Lanzen schwingenden Kriegern in den Galeriegängen. Sie alle sind Zeugen einer längst vergangenen Hochkultur der vergöttlichten Khmer-Könige, der devarajas. Im Norden des Lands liegt das steinerne Herz eines im Dschungel versunkenen Imperiums. Während des bestialischen Wütens der Roten Khmer fielen die Tempel wieder in den Dornröschenschlaf, und Besucher konnten die abseits liegenden Märchenruinen lange Zeit nur sicher im UN-Konvoi aufsuchen – wenn überhaupt. Heute fährt man im Reisebus- und Tuktuk-Konvoi und steht nicht selten inmitten der Tempel in der Warteschlange.
Das einst geschundene Land lässt viele der rund 4 Mio. Besucher nicht mehr los. Ein Land mit so vielen Gesichtern – zwischen grausamer Fratze, Apsara-Lächeln und Buddhas weisem Antlitz der Hoffnung.
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