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Trekking im Himalaya: Das ist die Höhe!
Die meisten Nepal-Besucher wollen hoch hinaus - immerhin thront der mächtige Himalaya über dem ganzen Land. Ein Traumziel für Trekkingurlauber und Bergsteiger.
von Andrea Bonder, MARCO POLO Redaktion, 11.03.2024
Trekking im Himalaya: Das ist die Höhe!
© Daniel Prudek, shutterstock
Die meisten Nepal-Besucher wollen hoch hinaus - immerhin thront der mächtige Himalaya über dem ganzen Land. Ein Traumziel für Trekkingurlauber und Bergsteiger.
von Andrea Bonder, MARCO POLO Redaktion, 11.03.2024
Es muss ja nicht gleich der Mount Everest sein, der mit 8.848 m höchste Berg der Welt. Der bleibt professionellen Bergsteigern und ambitionierten Gipfelstürmern überlassen, die 50 000 US-Dollar für eine geführte Besteigung hinblättern. Und die es nicht abschreckt, dass allein der Höhenunterschied zwischen Kathmandu (1300 m) und dem Berggipfel auf fast 9 km Höhe immer noch das Zweieinhalbfache der Zugspitze beträgt.
Erst mal akklimatisieren...
Doch auch wer als ungeübter Laie "nur" auf 3000–4000 m Höhe kommen möchte, sollte lernen, sich zu akklimatisieren. Ideal sind die Luftkurorte am Rand des Kathmandu-Tals, die auf rund 2000 m Höhe liegen. Dhulikhell hat eine attraktive Altstadt aus rot-orangen Backsteinhäusern mit herrlich geschnitzten Fensterrahmen. Der Alltag besteht wie vor hundert Jahren aus dem Gang zum Brunnen, Einkäufen und Plaudereien. Ein Wandertag führt oberhalb von Tälern entlang, in denen kleine Bauernhäuser in Terrassenfeldern stehen, auf denen Kohl, Kartoffeln und Bohnen wachsen.
Dann, wie aus dem Nichts, taucht das Kloster Namobuddha hervor, ein nagelneuer Prachtbau mit Blick über die gesamte Umgebung. Unendlich viele Gebetsfahnen flattern im Wind, aus dem Gebetsraum ertönen Gesang, Hörner und Glocken. In Panauti folgen ein Hindutempel am Fluss und eine mittelalterliche Innenstadt. Einmal mehr offenbart sich, wie reich das fruchtbare Kathmandutal einmal gewesen sein muss.
...dann Bergsteigen!
Nun geht es in die Everest-Region. Eine alte Propellermaschine arbeitet sich bei herrlichem Wetter wackelnd in Richtung Osten. Dann biegen die Piloten in ein kleines Tal ein und steuern auf Sicht den wohl verrücktesten Airstrip der Welt an: Lukla liegt auf 2800 m Höhe und ist 500 m lang, begrenzt von Berg und Abgrund. Vor dem Flugplatz warten viele Guides und Träger. Einer von ihnen, der uns endlich anspricht, ist tatsächlich Kanju Rai, den das Reisebüro über eine hiesige Lodge angeheuert hat.
Spaziergänge in herrlicher Bergwelt
Der Träger Yita schnallt sich all unsere Rucksäcke um und trabt locker davon. Die ersten Tage sind Spaziergänge durch eine herrliche Bergwelt, der Fluss wird ab und an von einer Hängebrücke überquert. Lukla und alle folgenden, hübschen Dörfchen haben Häuser aus grauem Naturstein mit blau oder rot gestrichenen Fenstern, kleine Kioske, Gompas (Klöster), Bauernhöfe mit Hühnern und kleinen Gemüsefeldern. Am Wegrand stehen Mani-Steine, in die buddhistische Mantras gemeißelt sind. Mit zunehmender Höhe wird die Landschaft, über der das Hochgebirge emporragt, karger.
Leichtes Trekking von Dorf zu Dorf
Die Solu-Khumbu-Region ist die Heimat der Sherpas, die als Träger, Bergführer, Lodge- und Cafébetreiber ein gutes Auskommen haben. Mühsam quälen sich die Träger und ihre Yaks mit Bierflaschen, Reis, Instant-Nudeln, Feuerholz oder ganzen Möbeln und Expeditionsausrüstungen auf dem Rücken nach oben. Nur Kartoffeln und Eier gibt's vor Ort. Früh am Abend kehrt man in ein karges Lodgezimmer ein, die Frau des Hauses kocht heißes Wasser für eine warme Dusche und die Wärmflaschen und serviert anschließend in einem hellen Aufenthaltsraum reichhaltiges Essen, meist Bratkartoffeln, Nudeln oder Reis mit Ei, dazu Milchtee, Wasser und Bier. Danach versammeln sich alle Gäste plaudernd am Kanonenofen, nur im größten Ort Namche Bazaar sorgen Kneipen und einige Bäckereien mit Apfelkuchen für Abwechslung.
Abenteuer Nepal: Hoch(land) für alle Sinne
Achtung, Höhenkrankheit!
Doch für nicht wenige ist hier der Trekking-Spaß bereits zu Ende: Auf 3400 m leiden die ersten an der Höhenkrankheit und schaffen es nicht einmal mehr, ein Erinnerungsfoto von sich und dem Mount Everest bis zum View Point zu schießen. Die meisten ziehen weiter zum Kloster Tengboche, zu den türkisblauen Bergseen von Gokyo und auf über 5000 m ins Everest Base Camp oder auf den (technisch leichten, aber wegen der Höhenluft anstrengenden) Kalar Patar, von wo aus man den Mount Everest tatsächlich sieht.
Die Berge auf Augenhöhe
Ob Trekking oder nicht: Für jeden Nepal-Reisenden ist ein "Mountain Flight" ein Muss. Frühmorgens um 6 Uhr warten schon Dutzende vor dem kleinen Inlandsflughafen in Kathmandu, von dem aus bei gutem Wetter die Rundflüge im Minutentakt starten. Auf dem einstündigen Trip zum Mount Everest macht der Himalaya seinem Namen – "Viele Berge“ – beeindruckende Ehre. Aus dem Flugzeugfenster sieht man scharfkantige Gipfel mit Schneewehen, Gletschern und grauem Gestein, darunter die Wolken, darüber den blauen Himmel. Und, ein ganz besonderer Service: Der schicke Co-Pilot zeigt jedem Passagier den Mount Everest ganz persönlich.