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Kambodscha

Check-in

Wo die Palmyrapalmen wachsen, da ist Kambodscha. Das sagen die Khmer seit Urzeiten. Die markanten, rund-verwuschelten Wipfel der Palmen und die Reisfelder bedecken das flache Land bis zum Horizont. Wasserbüffel suhlen sich im Schlamm wie vor tausend Jahren. Das ist bis heute Kambodscha, dem immer moderneren Antlitz Phnom Penhs zum Trotz. Angesichts des geschäftigen Treibens in der kambodschanischen Hauptstadt bedarf es einer Rückblende in die Zeit vor dem Boom mit Karaokebars, Massagesalons und Diskotheken, bevor sich hier viele Expats und Ausländer niederließen.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Der 487 m hohe, heilige Phnom Kulen im gleichnamigen Nationalpark wird als Geburtsstätte des Khmer-Imperiums betrachtet. 802 n. Chr. ließ sich Jayavarman II. hier als erster devaraja, ein gottgleich…
Mitten im Elefantengebirge auf einem steil abfallenden Hochplateau erstreckt sich über 1600 km² der Bokor-Nationalpark (auch: Preah Monivong). Auf den rund 1080 m hohen Phnom Popok zog es reiche…
Fünf Tore öffnen den Weg nach Angkor Thom, der 9 km² großen Stadt Jayavarmans VII. (1181 bis ca. 1220) – mit vermutlich bis zu 1 Mio. Ew. größer als jede europäische Stadt vor 800 Jahren. Zum…
Wenn die Sonne rotgolden hinter dem Königspalast versinkt, kann jeder zuschauen – sozusagen in der ersten Reihe – von den Sunsetcruise-Booten auf dem Tonle Sap und dem Mekong. Bei Khmer-Pop, Hip-…
Die Ausmaße der gigantischen Tempelanlage solltest du dir einmal aus der Vogelperspektive ansehen: Ein achtminütiger Flug, d. h. nur Angkor Wat, kostet 100 US$, 14 Min. kosten 165 US$, es geht auch…
König Suryavarman II. (ca. 1112–50), der Vishnu als höchste Gottheit verehrte, ließ das majestätische Bauwerk wahrscheinlich als Staatstempel in der ersten Hälfte des 12. Jhs. errichten, spä…
Von den Wurzeln der Kapok-Baumriesen und Würgefeigen überwuchert, gesprengt und gleichzeitig zusammengehalten, herrscht zwischen den Trümmerbergen, den Türmen und schiefen Türstürzen von Ta…
Erst 1914 durch französische Wissenschaftler entdeckt, wird der kleine Tempel mit einigen der beeindruckendsten Steinmetzarbeiten Angkors heute von Reisegruppen regelrecht überrannt – viele…
Der landesgrößte Wasserfall rauscht in zwei imposanten Stufen (20 und 30 m) abwärts – mitten im Dschungel in einen romantischen Jurassic-Park-Naturpool (man muss den Bach am Parkplatz überqueren…
Eine spannende Bootsfahrt auf dem Mekong führt nach der Regenzeit ab Oktober durch überflutete Wälder wie die Ramsar Wetlands mit Reihern, schillernden Eisvögeln und Myriaden faustgroßer…
Morgens rufen die Gibbons, nachts zirpen die Grillen, während man in der Hängematte unterm Sternenhimmel baumelt. Über Hängebrücken oder per Kajak und Floß geht es durch den Dschungel und über…

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Indochinas Schicksalsjahr 1975

1975 marschierten zuerst die Roten Khmer in Phnom Penh ein, um ihr mörderisches „Year Zero“ in Kambodscha einzuläuten. Zwei Wochen später fiel im benachbarten Vietnam die Hauptstadt Saigon und wurde in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt. Schließlich siegte auch im verschlafenen Laos die Revolution, während die Roten Khmer unter Pol Pot eine Blutspur im eigenen Land hinterließen: 1 bis 2 Mio. Landsleute starben durch Totschlag, Zwangsarbeit und Hunger. Phnom Penh wurde 1975–79 zur düsteren, zwangsevakuierten Geisterstadt – bis die Vietnamesen die Massenmörder 1979 besiegten und Phnom Penh zu ihrer Kommandozentrale in einem belagerten Vasallenstaat machten. Anfang der 1990er-Jahre verwandelten UN-Soldaten dann die Stadt in einen Rummelplatz à la Wildwest, wo es Dollarscheine zu regnen schien. Im Königreich Sihanouks herrschten Anarchie und Chaos, Korruption und Kidnapping. Nach dem Abzug der rund 22 000 Blauhelme Ende 1993 hieß die Losung für die Zukunft: nationale Versöhnung.

Wahrlich eine Zeitreise

Wenn man die Hauptstadt verlässt, beginnt eine Zeitreise durch das ursprüngliche Kambodscha. Die Reise führt auf teils noch immer holprigen Pisten in abgelegene, von der Welt einst völlig vergessene Provinzen, wo lange nur Malaria und Rote Khmer herrschten. Hinter dichten Wäldern im Niemandsland liegt Ratanakiri mit seinen Hochlandvölkern, den Khmer Loeu, und ihren uralten Stammesritualen. Oder das menschenleere, hügelige Mondulkiri, das noch mit Edelholzwäldern und tropischem Regenwald bewachsen ist – fragt sich, wie lange noch, denn hier herrscht allerorten Kahlschlag in rasendem Tempo. Und Sihanoukville, der einzige quasi wiederbelebte Badeort an der 440 km langen Küste entwickelte sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten unverkennbar zum „Ballermann“ der Chinesen.

Je nach Jahreszeit schimmern die Reisfelder in leuchtendem Grün, in Schlammbraun oder Goldgelb. Überall idyllisches Landleben auf den ersten Blick: Frauen und Männer beim Reisdreschen auf den Feldern, das karierte krama-Tuch zum Turban um den Kopf geschlungen, die Zähne und Lippen blutrot vom Saft der Betelnuss. Die meisten der rund 16 Mio. Kambodschaner sind Bauern, die von der Hand in den Mund leben – ein extrem karges Dasein zwischen Ochsenkarren und palmstrohgedeckten Pfahlhütten, Schuldenlast und Reisfeldern, auf denen noch immer unzählige Minen lauern. Das Königreich Kambodscha gehört mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von etwa 2 200 US-Dollar (in 2019) immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt – und das obwohl die Löhne seit 2014 stark gestiegen sind (mit riesigem Stadt-Land-Gefälle) und obwohl Edelsteine, Gold und sogar Erdöl zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen zählen.

Ein Land im Fluß

Kambodscha ist der Legende nach ein Land aus Wasser. Und tatsächlich: Der Mekong verwandelt sich stromaufwärts in ein Labyrinth aus Flussarmen, Inseln und Flutwäldern. Wer sich nach der Regenzeit mit einem Fischer in dessen Longtailboat auf den Flussriesen wagt, dem kann ein bisschen unheimlich werden, wenn das Ufer nicht mehr zu sehen ist zwischen all den gebeugten Bäumen, um deren Kronen jetzt Fische schwimmen. Die Marktstädtchen am Mekong beeindrucken mit ihrem zauberhaft provinziellen Charme und den seltenen Süßwasserdelphinen. Der Mekong-Zufluss Tonle Sap ist der einzige Fluss weltweit, der rückwärts fließt, so sagen die Kambodschaner. Nur so wächst der Tonle-Sap-See in der Landesmitte während der Monsunzeit zu einem der fischreichsten Binnenseen der Welt. In der überfluteten Landschaft leben die Kambodschaner in „schwimmenden“ Dörfern auf ihren Hausbooten und Pfahlhäuschen zwischen Himmel und Wasser.

Staunend in Angkor

Die antike Tempelstadt Angkor ist Höhepunkt jeder Reise durch Kambodscha. Voller Ehrfurcht steht man vor tausendjährigen Türmen, Toren und Pavillons, vor den Löwen und Schlangen, den tanzenden Apsaras und Lanzen schwingenden Kriegern in den Galeriegängen. Sie alle sind Zeugen einer längst vergangenen Hochkultur der vergöttlichten Khmer-Könige, der devarajas. Im Norden des Lands liegt das steinerne Herz eines im Dschungel versunkenen Imperiums. Während des bestialischen Wütens der Roten Khmer fielen die Tempel wieder in den Dornröschenschlaf, und Besucher konnten die abseits liegenden Märchenruinen lange Zeit nur sicher im UN-Konvoi aufsuchen – wenn überhaupt. Heute fährt man im Reisebus- und Tuktuk-Konvoi und steht nicht selten inmitten der Tempel in der Warteschlange.

Das einst geschundene Land lässt viele der rund 6,6 Mio. Besucher nicht mehr los. Ein Land mit so vielen Gesichtern – zwischen grausamer Fratze, Apsara-Lächeln und Buddhas weisem Antlitz der Hoffnung.

Gut zu wissen

Anreise

Nach Kambodscha gibt es keine direkte Flugverbindung von Europa. Vietnam Airlines (vietnamairlines.com/de) fliegt von Frankfurt nach Saigon bzw. Hanoi, weiter mehrmals täglich nach Phnom Penh und Siem Reap. Thai Airways (thaiairways.com) fliegt über Bangkok, die Flugzeit beträgt ca. 12– 13 Stunden, Flugpreis ca. 1000 Euro.

Vom Flughafen nach Phnom Penh fahren Taxis (30–60 Min.) zum Festpreis von ca. 12–20 US$. Billiger sind über Apps wie Grab vorbestellte Taxis. Außerdem gibt es den Airport-Train-Shuttle, stündlich ca. 3 US$, und einen Shuttlebus für ca. 5 US$. Nach Siem Reap braucht das Taxi vom Flughafen ca. 20 Min. und kostet rund 10 US$.

Auskunft

Asian Trails

22 Street 294 | Phnom Penh | Tel. 023 21 65 55 | asiantrails.travel

About Asia Travel

Charles De Gaulle Avenue | Siem Reap | Tel. 097 8 99 22 21 | aboutasiatravel.com

Banken & Geld

Banken öffnen meist Mo–Fr 8–15.30 (16), einige Sa 8–11.30 (12) Uhr. Der Riel (KHR) ist offizielle Landeswährung, gängiges Zahlungsmittel bei allen größeren Ausgaben als eine Nudelsuppe ist der US-Dollar, der problemlos gegen Euro eingetauscht werden kann (beschädigte Scheine werden manchmal abgewiesen). Es empfiehlt sich eine Bar-Mischung aus ein paar Tausend Riel, Dollar und Euro sowie Kredit- und Maestro-Karte. Achtung: Die seit einigen Jahren neuen VPay-girocards (ohne Maestro-Zeichen, aber mit Chip) funktionieren in Kambodscha meist nicht! Mit VISA und Mastercard gibt es keine Probleme, man kann v. a. in größeren Hotels und Reisebüros auch damit bezahlen. Geldautomaten (ATM) gibt es in Phnom Penh, Siem Reap, Sihanoukville, Battambang, Kampot und Sen Monorom (nicht auf den Inseln!), bis 5 Prozent bzw. Maestro-Karte max. 4 Euro Gebühr. Geldwechsel ist oft günstiger bei lizenzierten Wechselstuben (Money Change), die es landesweit gibt, oft ganz unscheinbare Stände.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

76–78 Street 214 (Rue Yougoslavie) | Phnom Penh | Tel. 023 21 61 93 u. 21 63 81 | phnom-penh.diplo.de (auch für Österreicher)

Schweizer Botschaft

50 Street 334 | Boeung Kengkang 1 | Phnom Penh | Tel. 023 21 83 05 | eda.admin.ch

Einreise

Nach der Corona-Pause werden inzwischen Visa wieder ausgestellt, aber es ist ratsam, sich vor der Anreise bei der Botschaft (s. u.) nach den aktuellen Bestimmungen zu erkundigen. Man sollte das Visum vor der Reise bei der Botschaft beantragen oder als E-Visum (s. u.) besorgen. Für Kinder sind eigene Kinderausweise nötig. Visumsformulare als Download sind erhältlich bei kambodscha-botschaft.de für derzeit 40 Euro. E-Visa (evisa.gov.kh) können online max. zwei Wochen vor Reiseantritt beantragt werden, es dauert 3–5 Tage, sie gelten für max. 30 Tage Aufenthalt, einmalige Einreise über die internationalen Flughäfen Phnom Penh und Siem Reap. Kambodschas Regierung warnt vor unautorisierten Webseiten, die E-Visa anbieten.

Fürs Visum nachgewiesen werden muss eine Auslandsreisekrankenversicherung inklusive Covid-19-Versicherung in englischer Sprache (!). Bei Redaktionsschluss musste für die Einreise noch ein negativer PCR-Test (max. 72 Std.) vorliegen. Ebenso galt für nicht geimpfte Einreisende obligatorisch 14 Tage Quarantäne. Ob die Regelungen weiterhin streng bleiben, hängt vom Verlauf der Pandemie ab. Das Visum on arrival (VOA) an den Flughäfen Phnom Penh und Siem Reap wird derzeit nicht angeboten.

Gesundheit

Frühzeitig bei den Tropeninstituten beraten lassen! Empfehlenswert sind (Auffrisch-)Impfungen gegen Polio, Tetanus, Diphtherie, Typhus sowie Hepatitis A (ggf. B) und Tollwut. Kambodscha gilt bis auf Phnom Penh und Siem Riep als Malaria- und Denguegebiet (Dengue auch in Phnom Penh). Da die Malaria-Vorsorge-Tabletten wegen Resistenzen jedoch immer weniger wirken, sollte man mit Mückenschutz vorsorgen: langärmelige, helle Kleidung, Schutzlotion, Rauchspiralen, Moskitonetz sowie ein Notfallmedikament (am besten Malarone). Beim Essen beachten: kein Speiseeis, ungeschältes Obst, Salate und rohes Gemüse sowie (nicht abgekochtes) Leitungswasser, Eiswürfel nur in zylindrischer Form (industriell hergestellt). Die medizinische Ausstattung der Apotheken und Krankenhäuser ist schlecht (außer in internationalen SOS-Kliniken in Phnom Penh und Siem Reap). Eine gut ausgestattete Reiseapotheke ist wichtig (mit sterilen Einwegspritzen). Im Fall einer ernsthaften Erkrankung sollte man schnellstmöglich nach Bangkok oder Singapur fliegen. Unbedingt eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportoption abschließen. Info: dtg.org, fitfortravel.de

Internetzugang & WLAN

Internetzugang gibt es in der Hauptstadt und den Touristenzentren flächendeckend und fast überall kostenlos, selbst an Stränden und teils sogar in den (Schlaf-)Bussen (z. B. beim Mekong Express und Giant Ibis), aber sehr langsam, eine Prepaidkarte ist empfehlenswert.

Notruf

24-Std.-Bereitschaftsdienst der Botschaft: Tel. 010 99 00 02

Polizei: Tel. 117

Feuerwehr: Tel. 118

Notarzt: Tel. 119

Klima & Reisezeit

Tropisches Monsunklima mit Regenzeit herrscht von April/Mai bis Okt. mit kurzen, heftigen Regengüssen. Beste Reisezeit ist die kühlere Trockenzeit von Nov./Dez. bis Feb./März mit Temperaturen um 28 Grad, in den Bergen (Mondulkiri) kann es bis auf wenige Grad über Null abkühlen. Heißester Monat ist der April mit bis zu 38 Grad, regenreichster der Oktober.

Fähren und Schnellboote

Auf dem Mekong verkehren nur noch die raketenschnellen, laut dröhnenden und teils gefährlichen Schnellboote. Außerdem fahren Expressboote außerhalb der Trockenzeit (etwa Mitte März–Okt.) von Phnom Penh über den Tonle-Sap-See nach Siem Reap (5–7 Std., wenig empfehlenswert). Landschaftlich lohnender ist die Bootsstrecke von Siem Reap nach Battambang. Auf der sehr schönen Strecke ab Phnom Penh über die Grenze nach Vietnam (Chau Doc) fahren mehrmals täglich Boote durch das Mekongdelta (ca. 15 Euro | vorher Visum für Vietnam besorgen!).

Sicherheit

Die politische Situation ist relativ stabil. Demonstrationen und politische Veranstaltungen meiden. In Phnom Penh (v. a. Riverside/am Flussufer und Ausländerviertel BKK1), Kampot und Sihanoukville kommt es verstärkt zu Taschendiebstählen, Trickbetrügereien und bewaffneten Raubüberfällen (nachts ab Hotel in Phnom Penh nur mit dem Taxi, nicht zu Fuß), außerdem gibt es v. a. in Siem Reap eine erhebliche Zunahme von Diebstählen aus Hotel- und Pensionszimmern. Im Cyclo, Tuktuk und auf Mofataxis, auf Märkten und Festivals in Phnom Penh die Tasche vor dem Bauch festhalten. In abgelegenen Regionen rund um Battambang und Pailin, Tempeln wie Preah Vihear, Phnom Kulen und Koh Ker sowie in den Nationalparks sollte man keinesfalls die markierten Wege verlassen (Minengefahr!). Am riskantesten sind Motorradfahrten (nie ohne Helm!), die Zahl der Verkehrstoten in Kambodscha ist hoch. Weitere Infos: Auswärtiges Amt | Mo–Fr 9–15 Uhr | Tel. 030 1 81 70, Bürgerservice: Tel. 030 50 00 20 00 | auswaertiges-amt.de

Strom

Adapter Typ A

Zusätzlich Adapter Typ G.

Telefon & Handy

Internationale Vorwahl nach Kambodscha: 00855; Vorwahl aus Kambodscha nach Deutschland: 001-49; nach Österreich: 001-43; in die Schweiz: 001-41.

Aus Kambodscha: Am einfachsten ist internationales Telefonieren in Hotels (2–4 Euro/Min.) und Postämtern (ca. 1,50 Euro/Min.). Am günstigsten telefonierst du mit dem eigenen Handy mittels einer kambodschanischen Prepaidcard – für 3–5 US$ (ab ca. 0,03 Euro/Min. nach Deutschland), z. B. mit der Smart Traveller SIMcard (smart.com.kh) oder etwas teurer mit Metfone (metfone.com.kh).

Trinkgeld

Trinkgelder sind bei Reiseleitern, Fahrern, Kellnern und Zimmerpersonal üblich (angemessen ist etwa ein halber US-Dollar bzw. 2.000 kambodschansche Riel oder etwas mehr). Behinderten Bettlern (oft Minenopfer) kann man Geld geben, Kindern auf gar keinen Fall, da sie sonst nicht zur Schule gehen und es sich oft um organisierte Bettelei handelt. Nach Tempelzeremonien ist eine kleine Spende in dafür vorgesehene Behälter selbstverständlich (für alles gilt: ca. 1000 Riel/ca. 0,21 Euro).

Zeit

+ 6 Stunden Zeitverschiebung

Während der europäischen Sommerzeit plus fünf Stunden.

Zoll

Devisenein- und -ausfuhren ab 10 000 US$ müssen deklariert werden. Bei der Ausfuhr verboten sind Antiquitäten (nur mit Ausfuhrgenehmigung des Fine Arts Department in Phnom Penh, über den Händler) und Kulturgüter wie Sandsteinreliefs. Bei der Einreise in die EU sind z. B. frei: 200 Zigaretten oder 250 g Tabak, 1 l Spirituosen über 22 Vol.-% (Schweiz: 15 Vol.-%), Kaffee, Tee, Parfüm sowie Geschenkartikel bis zu einem Warenwert von 430 Euro. zoll.de

Busse

Reisebusse und Minibusse (letztere oft sehr eng) starten ab Phnom Penh täglich in alle Richtungen und bis über die Grenzen – am besten sind die Busse mit Wifi und Schlafliegesitzen von Giant Ibis (giantibis.com), empfehlenswert ist auch Kim Seng nach Mondulkiri (ca. 5 Std. | Facebook: kimsengex press). Tickets sind in den Gästehäusern erhältlich und in Büros an der Riverside- Promenade in Phnom Penh, z. B. nahe Street 104. Von den Nachtbussen Siem Reap–Sihanoukville ist abzuraten (10–11 Std. Fahrt, hohe Unfallquote). Absolut zu empfehlen sind die Cambodia Post VIP Vans (keine Abholung, aber auch mit Wlan | 10 US$ pro Strecke | cambodiapost.post) von der kambodschanischen Post: Die Fahrten gelten als sicher, sind zuverlässig, komfortabel, pünktlich und trotz allem sehr günstig. Die 12-Sitzer fahren ab dem Zentralen Postamt in Phnom Penh in alle Provinzen.

Eisenbahn

Die Königliche Staatseisenbahn fährt auf zwei Strecken in vergleichsweise modernen Züge mit Toiletten, Klimaanlage, Wlan und Elektroanschlüssen (220 V): von Phnom Penh nach Poi Pet an die thailändische Grenze (über Battambang, 8 Std.) und von Phnom Penh nach Sihanoukville (über Phnom Penh Airport, Takeo, Kampot, 5 Std.). Ab ca. 5 US$ | Reservierungs-Hotline Tel. 078 88 85 82/-3 | Facebook: TRRCambodia

Flugzeug

Flüge werden zwischen Phnom Penh und Siem Reap sowie zwischen Sihanoukville und Siem Reap angeboten, als empfehlenswert gilt Cambodia Angkor Air (cambodiaangkorair.com), eine Tochter der Vietnam Airlines. Weitere Flughafen-Infos: corp.cambodia-airports.aero. Für Überlandstrecken und in die Nachbarländer sind Flüge am bequemsten, schnellsten und sichersten (v. a. mit ausländischen Airlines).

Mietwagen

Mietwagen gibt es für ca. 40–50 US$/ Tag in den Städten, außerhalb ab ca. 70–80 US$/Tag, je nach Ziel und Straßenzustand. Seit 2014 bietet Avis Cambodia (avis.com.kh) Autos ab ca. 140 US$ pro Tag. Wegen der Straßenzustände und der chaotischen, bisweilen für Europäer nicht nachvollziehbaren Fahrweise der Khmer ist für Touristen ein Fahrer unbedingt empfehlenswert. Mietwagen mit Fahrer z. B. für eine Angkor-Tour kosten ab ca. 30, für eine Tagestour in Phnom Penh ca. 40–50 US$. Für die Überlandstrecke in der Provinz zahlst du ca. 70–80 US$/Tag – je nach Länge der Tour, Ziel und Straßenzustand.

Einige Selbstfahrer-Regeln: Internationaler Führerschein notwendig! Kambodscha gehört statistisch zu den führenden Ländern bei tödlichen Verkehrsunfällen mit extrem hoher Rate gemessen an der geringen Bevölkerungszahl. Die Straßen sind teils mit Schlaglöchern übersät, teils perfekte Highways, dementsprechend wird gerast – immer defensiv fahren, es gilt das Recht des Stärkeren (Laster, Busse, Lexus-Wagen). Verkehrsregeln werden von Kambodschanern oft nicht beachtet (Ampeln werden bei Rot überfahren, es gibt kein Rechts-vor-Links, kaum Straßenbeschilderung vorhanden etc.), nachts sollte man auf keinen Fall fahren (viele Unfälle, oft nachts unbeleuchtete Fahrzeuge etc.).

Mopedfahren ist Touristen in Siem Reap nicht erlaubt, viele machen es trotzdem: Unbedingt einen eigenen Helm mitbringen bzw. kaufen (ca. 15 US$)! Eine tolle Alternative für die Tempeltour sind die E-Bikes von Green e-bike (10 US$/ Tag inkl. Helm | greene-bike.com) in Siem Reap. Für Unfälle/Notfälle benötigt man eine SIM-Karte eines kambodschanischen Netzbetreibers (kein Wlan in ländlichen Gegenden!). Wichtig bei Unfällen: Es gibt keinen Versicherungsschutz (Haftpflicht, u. U. sogar bei der Auslandskrankenversicherung) beim Fahren ohne die im Land gültige Fahrerlaubnis! Bis ein Rettungswagen den Unfallort erreicht, kann es lange dauern, selbst in Städten.

Taxi, Mofataxi, Tuktuk, Cyclo

Taxis fahren in Phnom Penh und Siem Reap (meist ohne Taxameter, Fahrpreis an der Rezeption erfragen oder aushandeln), sichere Alternative: Grab-Taxis. In Phnom Penhs Verkehrschaos sollte man kein Mofataxi nehmen (oder nur mit Helm!), sondern das sichere Tuktuk oder das Cyclo- Dreiradgefährt (Fahrpreis jeweils vorher aushandeln, meist 1,5–2 US$ pro Strecke). Ein Leihrad kostet nicht mal 1 Euro pro Tag.

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Januar

Neujahr

7. Januar

Befreiung Kambodschas von den Roten Khmer durch die Vietnamesen

8. März

Internationaler Frauentag

1. Mai

Tag der Arbeit

Mai

Visaka Bochea (Geburt, Erleuchtung, Todestag Buddhas)

13.-15. Mai

König Norodom Sihamonis Geburtstag

18. Juni

Königin Norodom Monineath Sihanouks Geburtstag

September

Bon Phchom Ben (Ahnenfest)

24. September

Verfassungstag

29. Oktober

Krönungstag

31. Oktober

König Norodom Sihanouks Geburtstag (Königsvater)

9. November

Nationalfeiertag (Unabhängigkeitstag)

Veranstaltungen

Januar/Februar

Chinesisches Neujahr: zwei Wochen lang Drachentänze, Feuerwerk, Zeremonien. Viele Geschäfte sind zu.

April

Bonn Choul Chhnam Thmey: Zum Ende der Erntezeit Mitte April herrscht beim Khmer-Neujahr (Mondkalender) mindestens drei Tage lang Ausnahmezustand auf Landstraßen, in Hotels (früh buchen!) und Restaurants. Den Mönchen und Buddha werden Spenden dargebracht. Zum Dank gießen die Mönche eimerweise gesegnetes Wasser über die Gläubigen. Denn es ist auch die Zeit für eine gründliche (symbolische) Reinigung für Haus und Buddhastatuen.

Mai

Bon Visaka Bochea: Die Buddhisten gedenken landesweit der Geburt, der Erleuchtung und des Todestags Buddhas – ganz Angkor Wat leuchtet im Kerzenlicht der betenden Mönche.

Geburtstag des Königs (13.–15. Mai): Zum Geburtstag von König Norodom Sihamoni gibt es ein Feuerwerk am Flussufer in Phnom Penh (ebenso an seinem Krönungstag am 29. Oktober).

September/Oktober

Bon Phchum Ben: Das wichtige dreitägige Ahnenfest dient dem Gedenken der Verstorbenen mit Gebeten und allerlei Gaben an die Geister.

Oktober/November

Bon Om Touk (Phnom Penh): Bei dem dreitägigen Vollmondfest der wechselnden Strömungen, dem landesgrößten Festival, feiern Tausende das Ende der Regenzeit mit farbenprächtigen Bootsregatten und Feuerwerk, Hintergrund ist die sich umkehrende Strömung des Tonle-Sap-Flusses, der die Wassermassen des durch den Monsun angeschwollenen Mekong nicht mehr halten kann und rückwärts in den Tonle-Sap-See fließt.

Bloss nicht!

Tausend Jahre Kulturerbe bedrohen

Sosehr der Selfiespot auch lockt: Fotografierverbote und Absperrungen schützen das kulturelle Erbe Kambodschas. Eine sandsteinerne Apsara wird tausend Mal berührt – jeden Tag! –, was ihre tausendjährige Substanz beschädigt.

Halbnackt herumlaufen

Respekt! Tempel in dem stark buddhistisch geprägten Land betritt man auf keinen Fall in Minirock, Trägerhemd oder Shorts (Frauen und Männer!), Schuhe aus, Hut ab. Mönche dürfen von Frauen nicht berührt werden.

Nachts allein spazieren gehen

Nachts sollte man, besonders als Frau, in Kambodscha nirgendwo allein spazieren gehen. Es ist sowieso stockduster mangels Straßenlaternen, und die Wachhunde – jede kambodschanische Familie besitzt mindestens einen! – sind angriffsfreudig.

Kindern Geld geben

Auch wenn die Kulleraugen noch so mitleiderregend sind: Bleib hart! Es handelt sich oft um organisierte Bettelei und ist der beste Weg in lebenslange Bettlerkarrieren. Spende lieber einer NGO, besuch ein Ausbildungsrestaurant für frühere Straßenkinder (wie Friends und Romdeng in Phnom Penh) oder das Schulprojekt Honour Village Cambodia (honourvillage.org) in Siem Reap.

Den König beleidigen

Bitte keine dummen Sprüche: Seit 2018 ist die Majestätsbeleidigung in Kambodscha strafbar. Es drohen Geld- oder Haftstrafen bis zu fünf Jahren, auch für Touristen.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher

Kambodscha fürs Handgepäck

Wie war es auf der Flucht vor den Roten Khmern? Wie lebte man hier als Kolonialherr in Französisch-Indochina? Verschiedene Perspektiven auf das Land, von einheimischen und ausländischen Autoren. (2013)

Wohin du auch gehst

Benjamin Prüfers „fast unmögliche Liebe“ zur HIV-positiven Prostituierten Sreykeo und seine liebevoll-irritierten Beobachtungen aus Kambodscha von 2007 wurden auch verfilmt („Same Same But Different“, 2009).

Filme

Tomb Raider

Schlüsselszenen dieses Actionfilms mit Angelina Jolie in der Rolle der Lara Croft (USA 2001, Regie: Simon West) wurden in der Tempelruine Ta Prohm gedreht. Jolie drehte als Regisseurin selbst 2017 „First they killed my father“ über die Rote-Khmer-Herrschaft.

The killing fields

Oscargekrönter Film von Roland Joffé über die letzten Tage vorm Fall Phnom Penhs an die Roten Khmer aus Sicht des US-Journalisten Sidney Schanberg und seines Assistenten Dith Pran. John Malkovichs Kinodebüt (1984)

21-32 °C
9 h/Tag

Fakten

Einwohner 16.005.373
Fläche 181.035 km²
Sprache Khmer
Währung Kambodschanischer Riel
Strom 230 V, 50 Hz
Regierungssystem konstitutionelle Monarchie
Hauptstadt Phnom Penh
Ortszeit 14:48 Uhr
Zeitverschiebung 6 h (zu MEZ)

Anreise

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