Zypern

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Willkommen auf Zypern!

Die schöne Liebesgöttin Aphrodite soll auf Zypern zu Hause gewesen sein. Die sonnige Insel im äußersten Osten des Mittelmeers ist eigentlich eine angemessene Heimat für eine Schönheitsexpertin: Lange Traumstrände, glasklares Wasser, wilde Steilküsten und zwei markante Gebirge prägen ihre Landschaft, gotische Kathedralen, türkische Moscheen, byzantinische Klöster und Kreuzritterburgen ihre Kultur. Wäre da nicht diese große, hässliche Narbe: Mitten durch die Insel und mitten durch ihre quicklebendige Hauptstadt verläuft eine 1974 gewaltsam gezogene Grenze. Den Zyprioten ist sie in Denken und Fühlen allgegenwärtig, als ausländischer Besucher spürst du sie kaum, kannst hier einen so friedlichen Urlaub am Mittelmeer verbringen wie anderswo auch.

Wer aus den Badeorten der Südküste in die Inselmetropole Nicosia kommt, steigt fast immer auf der fast 500 Jahre alten venezianischen Stadtmauer aus dem Bus oder parkt seinen Mietwagen im Wallgraben, übernachtet vielleicht in einem Hotel auf der 4 km langen Mauer, die die ganze Altstadt umgibt. Auch das alte Rathaus aus britischen Kolonialzeiten hat auf einer ihrer Bastionen Platz gefunden, wird vom Reigen der bunten Flaggen der EU-Staaten flankiert, zu denen seit 2004 auch Zypern gehört. Von ihm führt die Lidras Street als Fußgängerzone schnurgerade ins Altstadtinnere hinein. Moderne kleine Geschäfte locken mit Schuhen, Mode, und Schmuck; Straßencafés, Restaurants und Eisdielen sind stets gut besucht. An einer der Straßenecken fordert seit Jahrzehnten jeden Abend ein Bingo-Anbieter zum Spiel heraus. Alles das wirkt ganz zyprisch-normal. Doch nach 600 m hat die Normalität ein Ende. Der Reisende passiert einen griechisch-zyprischen Grenzposten, geht ein paar Schritte durch die von UN-Soldaten kontrollierte Pufferzone. Auf der anderen Seite, der türkisch-zyprischen, zeigt er den Personalausweis, füllt ein Einreiseformular aus. Danach ist wieder alles normal, die historischen Bauten so schön wie im Südteil. Und doch ein wenig anders. Denn die Einheimischen hier sind Moslems statt Christen, sprechen türkisch statt griechisch, haben einen anderen Pass, eine andere Regierung. Doch die Menschen sitzen auch hier in den Straßencafés und würfeln fürs gleiche Brettspiel, das die einen távli, die anderen tavla nennen. Anders eben und doch gleich.

In den drei großen Städten der Südküste – Limassol, Lárnaka und Páfos – spürst du die Teilung nicht. Sie wirken modern und gepflegt. In Hotels, Restaurants und Geschäften wird nahezu überall Englisch gesprochen. Speisekarten und Hinweisschilder sind zweisprachig. Die Küsten Zyperns sind vielfältig: Kilometerlange Sandstrände säumen nahezu die gesamte Ostküste nördlich von Famagusta und die Südküste bei Lárnaka; viele Sandstrandbuchten gibt es bei Agía Nápa und westlich von Páfos, in der Nähe von Limassol und auch im Norden nahe Kerýneia. Kieselsteinstrände bieten die Küsten bei Pólis.

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Wetter & Klima

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1d 14h 59min
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Die schöne Liebesgöttin Aphrodite soll auf Zypern zu Hause gewesen sein. Die sonnige Insel im äußersten Osten des Mittelmeers ist eigentlich eine angemessene Heimat für eine Schönheitsexpertin: Lange Traumstrände, glasklares Wasser, wilde Steilküsten und zwei markante Gebirge prägen ihre Landschaft, gotische Kathedralen, türkische Moscheen, byzantinische Klöster und Kreuzritterburgen ihre Kultur. Wäre da nicht diese große, hässliche Narbe: Mitten durch die Insel und mitten durch ihre quicklebendige Hauptstadt verläuft eine 1974 gewaltsam gezogene Grenze. Den Zyprioten ist sie in Denken und Fühlen allgegenwärtig, als ausländischer Besucher spüren Sie sie kaum, können Sie hier einen so friedlichen Urlaub am Mittelmeer verbringen wie anderswo auch.

Wer aus den Badeorten der Südküste in die Inselmetropole Nicosia kommt, steigt fast immer auf der fast 500 Jahre alten venezianischen Stadtmauer aus dem Bus oder parkt seinen Mietwagen im Wallgraben, übernachtet vielleicht in einem Hotel auf der 4 km langen Mauer, die die ganze Altstadt umgibt. Auch das alte Rathaus aus britischen Kolonialzeiten hat auf einer ihrer Bastionen Platz gefunden, wird vom Reigen der bunten Flaggen der EU-Staaten flankiert, zu denen seit 2004 auch Zypern gehört. Von ihm führt die Lidras Street als Fußgängerzone schnurgerade ins Altstadtinnere hinein. Moderne kleine Geschäfte locken mit Schuhen, Mode, und Schmuck; Straßencafés, Restaurants und Eisdielen sind stets gut besucht. An einer der Straßenecken fordert seit Jahrzehnten jeden Abend ein Bingo-Anbieter zum Spiel heraus. Alles das wirkt ganz zyprisch-normal. Doch nach 600 m hat die Normalität ein Ende. Der Reisende passiert einen griechisch-zyprischen Grenzposten, geht ein paar Schritte durch die von UN-Soldaten kontrollierte Pufferzone. Auf der anderen Seite, der türkisch-zyprischen, zeigt er den Personalausweis, füllt ein Einreiseformular aus. Danach ist wieder alles normal, die historischen Bauten so schön wie im Südteil. Und doch ein wenig anders. Denn die Einheimischen hier sind Moslems statt Christen, sprechen türkisch statt griechisch, haben einen anderen Pass, eine andere Regierung. Doch die Menschen sitzen auch hier in den Straßencafés und würfeln fürs gleiche Brettspiel, das die einen távli, die anderen tavla nennen. Anders eben und doch gleich.

In den drei großen Städten der Südküste – Limassol, Lárnaka und Páfos – spüren Sie die Teilung nicht. Sie wirken modern und gepflegt. In Hotels, Restaurants und Geschäften wird nahezu überall Englisch gesprochen. Speisekarten und Hinweisschilder sind zweisprachig. Die Küsten Zyperns sind vielfältig: Kilometerlange Sandstrände säumen nahezu die gesamte Ostküste nördlich von Famagusta und die Südküste bei Lárnaka; viele Sandstrandbuchten gibt es bei Agía Nápa und westlich von Páfos, in der Nähe von Limassol und auch im Norden nahe Kerýneia. Kieselsteinstrände bieten die Küsten bei Pólis.

Jeder Teil Zyperns hat sein eigenes Gebirge. Das 1026 m hohe, bis zu 6 km breite und 100 km lange Kerýneia-Gebirge säumt im Nordteil die Anatolien zugewandte Küste. Mit seinen bizarren Spitzen, schroffen Wänden und markanten Felsknollen wirkt es recht alpin, während das Tróodos-Gebirge im Süden trotz seines 1951 m hohen Olymps und eines Durchmessers von 60 km eher den Eindruck eines grünen Mittelgebirges erweckt. In den vielen Tälern des Tróodos gedeihen Obst- und Nussbäume; bis auf Höhen von über 1000 m wird Wein angebaut. Während im Kerýneia-Gebirge drei Kreuzritterburgen als Ausflugsziele locken, ist der Tróodos überreich an Klöstern und den für Zypern wegen ihrer Ziegeldachform sogenannten typischen Scheunendachkirchen. In über 20 von ihnen sind mittelalterliche Wandmalereien erhalten, viele von ihnen stehen auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes der Menschheit.

Bei der Fahrt durch die Gebirgstäler stößt man immer wieder auch auf verlassene Dörfer, in denen bis 1974 türkische Zyprioten gewohnt haben. Sie verließen sie wegen der Teilung der Insel nach der türkischen Invasion im Juli 1974. Der Krieg dauerte einen Monat und war durch den von der griechischen Militärdiktatur angezettelten Putsch gegen Staatspräsident Makários III. verursacht worden, der den Anschluss Zyperns an Griechenland zum Ziel hatte. Um das zu verhindern, intervenierten die Türken. In der Folge des Krieges flohen mehr als 150 000 griechische Zyprioten aus dem türkisch besetzten Norden in den Süden, über 45 000 türkische Zyprioten siedelten in den Norden um.

Ein kleines Café im ganz unter Denkmalschutz gestellten Tróodos-Dorf Kakopetriá heißt „I Galíni“. „Heitere Gelassenheit“ wäre wohl die passende deutsche Übersetzung. Hier am winzigen Tisch auf der kleinen Terrasse unter schattigen Laubbäumen über dem rauschenden Bach zu sitzen und am kleinen zyprischen Kaffee zu nippen, vermittelt genau dieses Grundgefühl, das viele Zyprioten als besonders hohes Gut ansehen und anstreben. Sie erfahren es als Reisender auch, wenn Sie sich unter die Marktbesucher in den Cafés vor der Markthalle in Limassols Altstadt mischen oder abends zwischen Palmen, Strand und Straßencafés über die Uferpromenade von Lárnaka schlendern.

Gelassen sind auch die verwilderten Esel, die Ihnen auf der Karpass-Halbinsel im äußersten Nordosten wahrscheinlich vors Auto laufen werden. Sie gehören zu den wenigen größeren Tierarten, die der modernen Zersiedlung der Landschaft auf der bisher wenig umweltbewussten Insel getrotzt haben. Einen Überlebenskampf führen hingegen die großen Meeresschildkröten, die den Golden Beach sowie den Lára Beach westlich von Páfos besonders zahlreich zur sommerlichen Eiablage ansteuern.

Manchmal säumen die Strände winzige Buchten wie die Fig Tree Bay oder die Kónnos Bay in Protarás, oft ziehen sie sich kilometerlang und so breit wie ein Fußballfeld feinsandig oder buntkieselig am Ufer entlang. Paraglider segeln an Fallschirmen durch die Luft, Taucher steigen in Meeresgrotten und zu versunkenen Schiffen hinab. Zypern ist sportlich, bietet auch zu Land mit ausgezeichneten Wanderwegen und Mountainbikestationen, mehreren Golfplätzen und einigen Reitställen ein breitgefächertes Angebot. Die Nacht setzt dem Tanzdrang keine Grenzen: Agía Nápa gilt als Diskozentrum des östlichen Mittelmeers, insbesondere in Limassol können Sie gut miterleben, wie die Einheimischen in Musikclubs und Traditionslokalen feiern.

Aphrodite dagegen schätzte auf ihrer Heimatinsel Zypern eher die ruhigen, verschwiegenen Orte. Weitab vom Strand Pétra tou Romíou, wo sie erstmals den Fluten entstieg, und von Páfos, wo ihr bedeutendstes Heiligtum stand, traf sie sich mit ihrem Geliebten Akamás in einem kleinen Quellteich beim heutigen Pólis zu zärtlichen Stunden ganz nahe am Meer. Dort auf der Tavernenterrasse zu sitzen, frischen Fisch und ein Glas zyprischen Weins zu genießen, über die weite Bucht auf die See zu schauen und die lichten Johannisbrotbaumhaine an sanften Hängen um sich zu wissen, bringt auch den erholungsbedürftigsten Urlauber zu der Art von Ruhe, die der Zyprer anstrebt – zu heiterer Gelassenheit.

Praktische Hinweise

Anreise

Für die Anreise in den Süden Zyperns gibt es zwei Alternativen bzw. zwei zivile Flughäfen: Lárnaka im Süden und Páfos im Westen der Insel. Und nur wer über diese Airports oder den Hafen von Limassol nach Zypern einreist, reist nach Meinung der griechisch-zypriotischen Regierung legal ein. Die Airports von Lárnaka und Páfos werden von zahlreichen Flughäfen in deutschsprachigen Ländern nonstop angeflogen, die Flugzeit beträgt ca. 3–4 Std. Nordzyperns Flughafen ist Ercan bei Nicosia, ersatzweise Gecitkale bei Famagusta. Bisher gab es dorthin nur Flüge via die Türkei, sodass die Flugzeit meist 7–10 Std. betrug.

Auskunft
Fremdenverkehrszentrale Zypern

Zeil12760313069 251919

Parkring20101001 5131870

Gottfried-Keller-Str.78001044 2623303

– alle www.visitcyprus.com

Nordzypern-Tourismuszentrum

069 24007946www.nordzypern-touristik.de

Auto

In Zypern wird links gefahren. Vorfahrt hat, wer von rechts kommt. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen liegen in Ortschaften bei 50 km/h, auf Landstraßen bei 80 km/h (Nordzypern 100 km/h), auf Autobahnen bei 100 km/h. Promillegrenze 0,5; in Nordzypern 0,0. Das Anlegen von Sicherheitsgurten auf Vorder- und Rücksitzen ist Vorschrift. Kinder unter 5 Jahren dürfen nicht auf die Vordersitze. Handy-Telefonate und Rauchen am Steuer sind untersagt.

Banken

Öffnungszeiten Südzypern: Mo–Fr 8.30–12 Uhr, Nordzypern: 8–12 Uhr, Bankschalter an den Flughäfen bei jeder Auslandsankunft. In Großstädten und touristischen Zentren haben einige Banken im Süden auch 16–18 (Mai–Sept.) oder 15.30–17.30 Uhr (Okt.–April) geöffnet, im Norden auch 14–16 Uhr (Okt.–April). Auf ganz Zypern gibt es genügend Geldautomaten; in Nordzypern zahlen sie nur Türkische Lira aus.

Behinderte

Der britische Einfluss hat Zypern zu einem der behindertenfreundlicheren Urlaubsziele im Mittelmeer werden lassen. Die meisten Museen sind rollstuhlgerecht, für Rollstuhlfahrer geeignete Hotels werden in dem offiziellen Unterkunftsverzeichnis Südzyperns besonders ausgewiesen. Ein Reiseveranstalter, der auch Angebote für Behinderte bereithält, ist Voni-TouristikDorotheenstr.9322301040 2798988www.voni-touristik.com.

Camping

Wild zelten ist in Nordzypern erlaubt, in Südzypern verboten, in einigen Regionen aber dennoch üblich. Auf der ganzen Insel gibt es eine Reihe von Campingplätzen.

Diplomatische Vertretungen
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Nicosia22451145www.nikosia.diplo.de

Informationsbüro in Nordnicosia

2275161

Botschaft der Schweiz

Nicosia22466800

Botschaft der Republik Österreich

Nicosia22410151www.aussenministerium.at/nikosia

Einreise

EU-Bürger und Schweizer benötigen einen gültigen Personalausweis, Kinder unter 12 Jahren einen Kinderpass.

FKK

Das Nacktbaden ist auf ganz Zypern verboten. Das Ablegen des Bikinioberteils wird nur in Südzypern geduldet.

Fotografieren & Filmen

Foto- und Filmaufnahmen in archäologischen Stätten sind kostenlos erlaubt. Für Aufnahmen in staatlichen Museen muss man die Erlaubnis im Voraus schriftlich beantragen. Das Fotografieren und Filmen militärischer Anlagen, also auch der Green Line in Nicosia, ist streng untersagt.

Gesundheit

Die ärztliche Versorgung ist gut. Viele Ärzte sprechen Englisch oder Deutsch. Zwischen den deutschsprachigen Ländern und Zypern besteht allerdings kein Sozialversicherungsabkommen. Ärztliche Behandlungen und Arzneimittel müssen in Zypern sofort bar bezahlt werden. Darum ist dringend zum Abschluss einer Auslandskrankenversicherung zu raten.

Jugendherbergen

Sehr einfache Herbergen (internationaler Jugendherbergsausweis nötig!) gibt es in Lárnaka, Nicosia, Páfos, Stavrós tis Psókas und Tróodos.

Mietfahrzeuge

Zum Anmieten eines Fahrzeugs genügt der nationale Führerschein. Ein Kleinwagen kostet je nach Saison 22–35 Euro pro Tag ohne Kilometerbegrenzung. Viele Autovermietungen übergeben den Wagen mit fast leerem Tank. Ist der Tank nicht ganz leer oder sogar voll, muss der Mieter den geschätzten Inhalt vorab bezahlen. Nicht genutztes Benzin wird nicht erstattet. Einige Autovermieter in Südzypern gestatten die Nutzung ihres Autos auch in Nordzypern. Dort muss am Checkpoint eine separate Haftpflichtversicherung (ca. 20 Euro für 1–3 Tage, ca. 30 Euro für 1 Monat) abgeschlossen werden.

Notruf

Südzypern: Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen199

Nordzypern: Polizei155, Krankenwagen112, Feuerwehr199

Öffentliche Verkehrsmittel

Preiswertestes Verkehrsmittel ist der Linienbus. Busse verbinden alle Städte innerhalb des jeweiligen Inselteils. Viele Dörfer sind per Bus schlecht zu erreichen; morgens fahren Busse in die Städte und erst am Nachmittag zurück in die Dörfer. Eine Alternative sind Sammeltaxis (Service Taxis) mit meist sieben Sitzplätzen, die auf den gleichen Strecken fahren. Man bestellt telefonisch einen Platz, wird an jeder Adresse abgeholt und an jede Adresse am Zielort gebracht. Busse und Sammeltaxis fahren nur tagsüber; Busse fast nur werktags und Sammeltaxis sonntags mit stark eingeschränkter Kapazität. Individualtaxis sind mit Taxameter ausgestattet. Für die Fahrt vom Flughafen Lárnaka nach Nicosia zahlen Sie von 6–20.30 Uhr ca. 60 Euro, für die Fahrt von Nordnicosia nach Kerýneia/Girne 30 Euro.

Öffnungszeiten

Geschäfte und Märkte sind in ganz Zypern meist von Mo–Sa 8–20 Uhr (Okt.–April bis 19.30 Uhr), Mi nur bis 15 Uhr geöffnet.

Organisierte Touren

Organisierte Ausflüge mit Reiseleitung werden von allen Städten und Urlaubsorten ganz Zyperns aus angeboten. Die bescheidene Größe der Insel macht es möglich, dass nahezu alle Ziele von jedem Ort aus im Rahmen von Tagestouren erreichbar sind. Von Südzypern aus werden auch Tagesausflüge mit griechisch-zyprischen Reiseleitern in den Inselnorden veranstaltet, umgekehrt ist das nicht möglich. Innerhalb der Städte des Südens bieten die örtlichen Büros der Fremdenverkehrszentrale Zypern zudem mehrmals wöchentlich kostenlos geführte Stadtrundgänge an.

Post

In Südzypern sind die Postämter Mo–Fr 7.30–13 Uhr, Sa 7.30–12 Uhr geöffnet, die Hauptpostämter in den Städten auch Mo–Fr 16–18 Uhr. Öffnungszeiten in Nordzypern: Mo–Fr 8–13 und 14–17 Uhr, Sa 9–12 Uhr.

Preise & Währung

Am 1. Januar 2008 hat der Euro die bisherige zypriotische Währung, Lira oder auch Pound genannt, ersetzt. Der Euro wird auch in Nordzypern gern angenommen, obwohl dort die Türkische Lira offizielle Währung ist. Reiseschecks werden von allen Banken eingelöst. Kreditkarten sind weit verbreitet.

Das Preisniveau in Südzypern entspricht in etwa dem in Deutschland oder Österreich; nur Benzin ist spürbar billiger. In Nordzypern liegen die Lebenshaltungskosten etwa 10 Prozent unter denen im Süden.

Rauchen

Auf ganz Zypern gelten strenge Anti-Raucher-Gesetze, die das Rauchen in öffentlichen Räumen, in Büros und allen Verkehrsmitteln untersagen.

Reisezeit

Zypern ist ein Reiseziel das ganze Jahr hindurch, auch wenn zwischen Dezember und April nur Hartgesottene im Meer baden. Für Naturliebhaber sind die Monate April und Mai wegen der Blütenpracht besonders schön.

Sprache & Schrift

Die meisten Zyprioten sprechen gut Englisch, die zugewanderten Festlandstürken im Norden nur selten. Die Griechen sind stolz auf ihre einzigartige Schrift. Die richtige Betonung auf dem Vokal mit Akzent ist sehr wichtig. Für Aufschriften und Ortsschilder wird oft zusätzlich unsere lateinische Schrift verwendet. Schwierigkeiten macht die Transkription griechischer Buchstaben. Eine einheitliche Regelung gibt es nicht. In diesem Band wird eine moderne Umschrift benutzt, die Aussprache und Wiedererkennen vor Ort erleichtern soll. Es kann aber sein, dass Sie auf Zypern andere Schreibweisen vorfinden.

Strom

220/240 Volt Wechselstrom. Deutsche Stecker passen nicht; an den meisten Hotelrezeptionen werden jedoch Adapter ausgeliehen.

Telefon & Handy

Telefonnummern sind in Südzypern acht-, in Nordzypern siebenstellig. Sie sind auch bei Ortsgesprächen vollständig zu wählen. Sie telefonieren am besten von den zahlreichen Kartentelefonen aus. Telefonkarten bekommen Sie an Kiosken und in Supermärkten.

Gespräche zwischen Nord- und Südzypern gelten als Auslandsgespräche. Für Anrufe aus dem Ausland in den Norden wählt man 0090392 vorweg, vom Ausland in den Süden 00357.

Wer häufiger das Handy nutzen oder auch nur SMS und Gespräche empfangen will, kauft sich am besten eine zypriotische Telefonkarte mit dazugehöriger Telefonnummer in einem der vielen Handy-Shops im Land. Die Kosten dafür liegen in der Regel unter 10 Euro, die Freischaltung erfolgt sofort. Beim Kauf ist die Vorlage des Personalausweises oder Reisepasses notwendig.

Vorwahlen: Deutschland 0049 Österreich 0043 Schweiz 0041.

Toiletten

In einfachen Hotels und Restaurants wird häufig darum gebeten, benutztes Toilettenpapier nicht ins Becken zu werfen, sondern in einen bereitstehenden Eimer oder Papierkorb. Damit soll ein Verstopfen der oft schmalen Rohre verhindert werden.

Trinkgeld

In den Rechnungen von Hotels und Restaurants ist bereits Bedienungsgeld enthalten. Wenn Sie zufrieden waren, freut man sich über Trinkgeld (5–10 %).

Trinkwasser

Das Leitungswasser können Sie in allen Orten der Insel, ob im Süden oder Norden, bedenkenlos trinken.

Zeitungen, Funk & TV

Deutschsprachige Zeitungen und Zeitschriften bekommen Sie mit eintägiger Verspätung. Darüber hinaus erscheinen in Südzypern die englischsprachige Tageszeitung „Cyprus Mail“ sowie die Wochenzeitung „Cyprus Weekly“. In vielen Hotels kann zumindest ein deutscher Fernsehsender empfangen werden – zumeist das ZDF.

Zeitunterschied

Auf Zypern ist es ganzjährig eine Stunde später als bei uns.

Zoll

Waren zum persönlichen Gebrauch können von EU-Bürgern zollfrei ein- und ausgeführt werden (u. a. 800 Zigaretten odefr 1 kg Tabak, 90 l Wein oder 10 l Spirituosen). Für Schweizer und für Nordzypern gelten Obergrenzen: z. B. 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen. Beim Übertritt von Nord- nach Südzypern dürfen maximal zwei Schachteln Zigaretten mitgeführt werden.

Was kostet wie viel?

Taxi

0,60/0,72 Euro pro Kilometer (tags/nachts)

Mokka

2 Euro pro Tasse

Liegestuhl

6–7 Euro pro Tag für zwei

Wein

ab 10 Euro für eine Flasche Wein im Restaurant

Benzin

ca. 1,25 Euro für einen Liter Super

Kebab

3,50–4,50 Euro für einen Fleischspieß in Fladenbrot

Events, Feste & mehr

Feiertage - Ganz Zypern
1. Januar

Neujahr

1. Mai

Tag der Arbeit

Feiertage - Südzypern
6. Januar

Epiphanias/Taufe Christi

12. Februar 2018

Rosenmontag

25. März

Griechischer Nationalfeiertag

1. April

Zypriotischer Nationalfeiertag

30. März 2018

Karfreitag

2. April 2018

Ostermontag

21. Mai 2018

Pfingstmontag

15. August

Mariä Entschlafung

1. Oktober

Unabhängigkeitstag

28. Oktober

Griechischer Nationalfeiertag

24. Dezember

Heiligabend (nachmittags)

25./26. Dezember

Weihnachten

31. Dezember

Silvester (nachmittags)

Feiertage - Nordzypern
1.–4. September 2017, 21.–24. August 2018

Kurban Bayramı (Opferfest)

23. April

Tag des Kindes

19. Mai

Tag der Jugend und des Sports

20. Juli

Tag der türkischen Intervention

30. August

Tag des Sieges

29. Oktober

Gründung der Republik Türkei

25.–26. Juni 2017, 14.–15. Juni 2018

Şeker Bayramı (Ende des Ramadan)

15. November

Tag der Proklamation der Türkischen Republik Nordzypern

Feste & Veranstaltungen
Karfreitag

21 Uhr: Prozessionen in allen Orten, besonders schön in Ktíma/Páfos

Ostersamstag

23 Uhr: Feierliche Gottesdienste in allen Kirchen, besonders eindrucksvoll im Kloster Ágios Neófytos bei Páfos

Ostersonntag

Lustige Osterspiele (z. B. mit Sackhüpfen und Eierlaufen) in vielen Orten, insbesondere im Bezirk Páfos

April–Juni

Musical sundays. Kostenlose Konzerte (Folklore, Jazz, Klassik, Rock) vor dem türkischen Fort in Páfos, im Onisilos Seaside Theatre in Limassol und an der Uferpromenade von Lárnaka. Jeweils sonntags. Bis Mitte Mai Beginn um 11, danach um 21 Uhr

Mai/Juni

Internationales Bellapaís Musikfestival. Klassische Musikveranstaltungen in der Klosterruine oberhalb von Kerýneia/Girne. www.bellapaisfestival.com

Juni

Shakespeare-Festival. Vorstellungen an mehreren Abenden im antiken Theater von Koúrion

International Famagusta Art and Culture Festival in der zweiten Monatshälfte. Theater, Tanz und Konzerte im antiken Theater von Sálamis und vor dem Othello-Turm

Donnerstag vor Pfingsten–Dienstag nach Pfingsten

Kataklismós-Fest. Bei diesem Fest in Lárnaka wird der Rettung Noahs vor der Sintflut gedacht. Drum herum: ein großer Jahrmarkt an der Uferpromenade, viele Konzerte und sportliche Wettbewerbe

15. August

Kirchweihfeste mit Musik und Tanz in vielen Dörfern und im Kloster Kýkko

Anfang September

Páfos Aphrodite Festival. Drei Opernabende vor dem türkischen Fort am Hafen von Páfos

Erstes–zweites Septemberwochenende

Weinfest in Limassol

13./14. September

Kirchweihfeste in Ómodos, Páno Léfkara und am Kloster Stavrovoúni

September/Oktober

Nordzypern Musikfestival. Klassik, Flamenco, Rock und Chormusik in der Burg von Kerýneia, im Kloster Bellapaís und im Amphitheater von Sálamis

3./4. Oktober

Kirchweihfest in Kalopanagiótis

Im Trend

Performance
Kunst

Beim in Nicosia kommen viele Kunstformen zusammen: Tanz und Theater, Objekt- und Performancekunst Trípoli Parkwww.pantheonculture.org. Die Trommlergruppe nimmt jedes Jahr an dem Festival teil Vorókliniwww.druminspire.com. Ebenso das Echo Arts CenterVasileos Pavlou67bwww.echo-arts.info unter der Leitung von Ariánna Económou. Die Künstlerin, die ein Tanztheater besitzt, gibt Modern Dance Workshops.

Im Einklang
Natur-Wellness

Zyperns Wellnessinstitute setzen auf die Kraft der Natur. Im Agíi Anárgýri SpaPáfoswww.ayiianargyrisparesort.com stimmt auch das Umfeld bis ins Detail. Das moderne Resort liegt in einer alten Klosteranlage. Das Spa des Le Méridien Limassol Spa & ResortOld Limassol Nicosia RoadLimassol wartet mit dem größten Thalassobecken Europas unter freiem Himmel auf. Sogar eine eigene Bio-Kosmetiklinie gibt es auf Zypern: Neodermawww.neoderma.com produziert hochwertige Cremes und Lotionen ohne Gentechnik und Tierversuche.

Kraft aus Kräutern
Aromatische Helferlein

Schon mal in einer Kräuterbibliothek geschmökert? Im CyHerbia Nature ProjectAvgorouwww.cyprushealingherbs.com können Sie Ihr Kräuterwissen vergrößern und ganz praktisch im Kräutergarten vertiefen. Bei Earth HerbalsAkamáswww.heavenonearthherbals.com lernen Sie in Workshops Cremes, Öle und Tees aus Kräutern herzustellen. Im Sienna RestaurantChlorakas AvenuePáfos schlemmen Sie im Kräutergarten. Oregano, Basilikum und Koriander sorgen für das zypriotische Aroma.

Downhill & Crosscountry
Es geht bergab

Für Fahrradfahrer ist Zypern ein Traum. Jetzt entwickelt sich langsam auch eine Downhill- und Crosscountry-Szene. Wer steile Abgänge nicht scheut, steigt auf das Rad nach Voróklini. Dort startet rund 200 Meter über dem Meer eine künstliche Downhillstrecke. Hier findet auch das statt, bei dem Andreas Pettemerides vom Limassol Sporting Clublimassolsportingclub.terapad.com regelmäßig Lorbeeren einheimst. Unterstützt wird die noch junge Downhill-Szene von, dem Vertreter von Bergamont BicyclesTseriou Avenue150www.bergamont.de mit Testcenter in Nicosia. Wer lieber querfeldein fährt, als bergab, ist bei den Crosscountry-Bikern der Insel richtig. Die treffen wenigstens einmal im Jahr beim aufeinanderwww.cyclingcy.com.

Agrotourismus
Ausstieg

Nicht die todschicken Hotelanlagen liegen den Zyprioten am Herzen, sondern die alten Steinhäuser. Um sie zu erhalten, werden die Häuschen modern ausgestattet. Auch besonders komfortable Villen entstehen. Wie zum Beispiel in dem kleinen Dorf Tochní. Dort hat man den Agrotourismus perfektioniert www.tochnivillas.com, ebenso wie in Buyukkonuk auf der türkischen Inselseite. Hier können Sie ins Dorfleben eintauchen, Oliven für die Ölpressen sammeln, Brot backen, Ziegen hüten oder Hallúmikäse zubereiten www.ecotourismcyprus.com. Die setzt sich durch die Vermietungen der Steinhäuschen ebenfalls für den Erhalt alter Strukturen einwww.conservation.org.cy

Bloss nicht

Kurzkreuzfahrten

Einige Reisebüros und Reiseleiter sind sehr bemüht, Urlauber vom Reiz einer Kurzkreuzfahrt ins Heilige Land oder zu den ägyptischen Pyramiden zu überzeugen. Genießen Sie lieber das Hier und Jetzt: Zypern hat genug Interessantes zu bieten, der Aufenthalt in Jerusalem oder Kairo ist unbefriedigend kurz – und die Reiseleiter in Israel und Ägypten sind mehr an Provisionen für Souvenirkäufe interessiert als an einer qualifizierten Führung.

Das Handeln vergessen

In Páno Léfkara hat jeder Urlauber den Eindruck, gerade zur Ausverkaufszeit zu kommen. Überall gibt es gewaltige Preisnachlässe. Die gibt es freilich das ganze Jahr über – Sie sollten darum das Handeln auf keinen Fall vergessen.

Religiöse Gefühle verletzen

Ziehen Sie sich fürs Sightseeing angemessen an: Ohne bedeckte Schultern und Knie wird niemand in Klöster, Kirchen und Moscheen hineingelassen. Vor dem Betreten von Moscheen zieht man die Schuhe aus. Und wer den einheimischen Sitten Respekt erweisen will, verschränkt in Kirchen die Hände nicht auf dem Rücken, zeigt nicht mit den Fingern auf Ikonen und wendet der Ikonostase nicht in ihrer unmittelbaren Nähe den Rücken zu. Bedenken Sie außerdem bei Klosterbesuchen in der Mittagszeit, dass auch Mönche und Nonnen einen Mittagsschlaf halten.

Vom Norden schwärmen

Trotz der neuen Freizügigkeit ist über die Hälfte der Südzyprioten noch immer der Meinung, Touristen sollten nicht in Nordzypern übernachten. Wer sich nicht unbeliebt machen möchte, erzählt darum im Süden besser nicht gleich jedem, dass er in Kerýneia oder Famagusta übernachtet hat oder bald dort hinfahren will.

Gastfreundschaft missachten

Wer zu einem Tässchen Kaffee eingeladen wurde, darf auf keinen Fall gehen, bevor die Kaffeetasse erkaltet ist. Umgehend eine Gegeneinladung auszusprechen, ist grob unhöflich. Ebenso unpassend wäre es, einem Zyprioten, der einem geholfen hat, den Weg zu finden, dafür ein Trinkgeld in die Hand zu drücken. Fotografieren Sie ihn lieber!

Cabarets

Wer abendliche Unterhaltung sucht, muss wissen, dass die über 150 zypriotischen Cabarets eher Bordells entsprechen, in denen meist Frauen aus Osteuropa arbeiten – die wenigsten von ihnen freiwillig.

In Sandalen wandern

Bei Wanderungen sollten Sie feste Schuhe tragen. Das bietet Schutz – für den allerdings eher unwahrscheinlichen Fall, dass Ihnen eine Schlange zu nahe kommt. Aber sie schützen auch vor viel häufigeren Dornen.

Stichworte

Ausländer

Ausländer haben in den letzten 800 Jahren die Geschicke Zyperns bestimmt. Seit 1191 wurde die Insel von fremden Herrschern mit einer anderen Muttersprache regiert, die einer anderen Konfession, wenn nicht gar Religion angehörten. Erst kamen die römisch-katholischen Kreuzritter, dann die Venezianer, später die Türken und schließlich die Engländer. Großbritannien, Griechenland und die Türkei gaben Zypern ohne Mitwirkung von Zyprioten die Verfassung des heutigen Staats. Seit 1964 sind UN-Soldaten aus der ganzen Welt auf der Insel – und 1974 kamen auch türkische Truppen zurück. Ihnen folgten Mitarbeiter ausländischer Firmen aus aller Welt, denen Südzypern zahlreiche Steuervorteile bot. Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Staatenwelt investierten viele Russen ihre Schwarzgelder auf der Insel in Unternehmen, die diese Gelder anschließend ganz legal in die GUS-Staaten zurücktransferierten – heute existieren ca. 20 000 russische Unternehmen, zumeist Briefkastenfirmen, in Südzypern, 40 000 Russen leben hier. Hinzu kommen die Briten. Viele von ihnen haben im Norden oder im Süden Zweitwohnsitze – und etwa 20 000 sind auf den zwei großen Militärstützpunkten Südzyperns stationiert, die sich Großbritannien bei den Unabhängigkeitsverhandlungen 1959/60 für alle Zeiten pachtfrei gesichert hat. Da fallen die 2,5 Mio. Touristen, die jedes Jahr nach Zypern kommen, kaum noch als Gäste auf Zeit auf.

Bewässerung

Wie viele Mittelmeerinseln litt auch Zypern lange unter Wassermangel. Das Problem ist seit den 1990er-Jahren weitgehend gelöst. Die reichen Niederschläge des Winterhalbjahrs werden von über 100 Stauseen und -becken im Tróodos-Gebirge aufgefangen und über Kanäle und Pipelines bis in die großen Städte und auf die Felder im Flachland geleitet. Zusätzliche Hilfe schaffen zwei Meerwasserentsalzungsanlagen im Süden. In besonders trockenen Jahren muss allerdings noch Trinkwasser per Schiff aus Griechenland eingeführt werden.

Byzanz

Byzantinischem begegnen Sie in Zypern auf Schritt und Tritt. Für Zypern ist Byzanz die Klammer zu Griechenland, das sich schon seit der Gründung des neugriechischen Staats 1830 und erst recht seit dem Untergang des zaristischen Russland als dessen Nachfolger versteht. Ein Teil Griechenlands war Zypern ja nie – wohl aber mit Griechenland gemeinsam ein Teil von Byzanz: Kaiser Konstantin hatte 330 die Hauptstadt des Römischen Reichs an den Bosporus verlegt. 395 teilte Kaiser Theodosius das Römische Reich; die Stadt, inzwischen Konstantinopel genannt, wurde zum Zentrum des Oströmischen Reichs, das wir Byzanz nennen. Als die Türken Byzanz 1453 eroberten, nannten sie die Stadt Istanbul.

Fauna

Zyperns Tierwelt hat unter der starken Zersiedlung gelitten. Besonders auffällig sind nur die vielen Tausend rosa Flamingos, die im Winter und Frühjahr in den Salzseen von Lárnaka und Akrotíri stehen, die unzähligen Schwalben und Mauersegler sowie der bis zu 30 cm lange Hardun, eine urzeitlich wirkende Echse. Stark gefährdet sind die Meeresschildkröten der Art Caretta caretta, die an den Sandstränden der Insel im Hochsommer ihre Eier ablegen, die Gänsegeier, die in entlegenen Gebirgsteilen ihre Kreise ziehen, und die acht Schlangenarten Zyperns, von denen nur drei giftig sind. Als Nationaltier gilt das scheue Wildschaf Mufflon, von dem im westlichen Tróodos noch etwa 2000 Exemplare sehr versteckt leben.

Flora

Zypern ist eine besonders dicht bewaldete Mittelmeerinsel. Ein Fünftel seiner Fläche ist inzwischen wieder baumbestanden, nachdem die Wälder jahrtausendelang für den Schiffs- und Hausbau und als Brennmaterial gefällt wurden.

In den küstennahen Regionen überwiegen Öl- und Johannisbrotbäume, an den Stränden stehen hauptsächlich Tamarisken, an den Landstraßen Eukalyptusbäume. Zypressen und Akazien lockern das Bild auf. In den höheren Regionen gedeihen vor allem Aleppokiefern, Steineichen, Pappeln, Nuss- und Obstbäume sowie im Westen des Tróodos-Gebirges über 30 000 Zedern. Die Gipfelregionen sind von Wacholder und Schwarzkiefern bewachsen. Insgesamt gibt es auf Zypern etwa 1800 Pflanzenarten. Mehr als 120 davon kommen in freier Natur nur auf Zypern vor.

Die wichtigste Kulturpflanze der Insel ist der Wein. Getreide wächst vor allem in der Mesaória, der Ebene zwischen den beiden Inselgebirgen. Zitrusfrüchte werden in großen Mengen an der Nordküste und in den Plantagen von Fasoúri westlich von Limassol angebaut, Kartoffeln in der Region bei Agía Nápa und Bananen sowie Erdnüsse in der Umgebung von Páfos.

Im Frühjahr ist Zypern ein einziges Blütenmeer. Besonders auffällig sind die Asphodelien und die Zistrosen, Hyazinthen und Narzissen, Cyclamen und Päonien, Klatschmohn, Oleander und Ginster sowie als Zierpflanzen Hibiskus und Bougainvillea.

Flotte

Kaum zu glauben: Das kleine Zypern gehört zu den zehn größten Schifffahrtsnationen der Welt, innerhalb der EU steht es sogar an dritter Stelle. Knapp über 1000 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 20,2 Mio. t laufen unter zyprischer Flagge. Die zumeist ausländischen Reeder schätzen an Zypern die geringe Bürokratie und die niedrige Steuerlast – und die geringen Heuern für die Seeleute. Selbst die Syltfähre zwischen der deutschen Insel und dem dänischen Römö läuft seit 2011 unter zyprischer Flagge.

Green Line

Zypern ist seit 1974 geteilt. Eine 217 km lange Demarkationslinie trennt den überwiegend von türkischen Zyprioten besiedelten Norden von Südzypern, wo nahezu ausschließlich griechische Zyprioten leben. Die Altstadt von Nicosia wurde schon 1964 geteilt, die Trennlinie wurde mit einem grünen Filzstift in einen Stadtplan eingezeichnet. Deshalb trug sie fortan den Namen Green Line, der inzwischen für die gesamte Demarkationslinie gilt.

Diese unnatürliche Grenze wird momentan immer noch von Soldaten dreier Parteien bewacht. Im Norden stehen türkische und türkisch-zypriotische Einheiten, im Süden griechische und griechisch-zypriotische. Dazwischen liegt ein 10 m bis 7 km breiter Streifen, die sogenannte Pufferzone, in der Soldaten der Unficyp genannten UN-Friedenstruppen patrouillieren, um ein direktes Aufeinandertreffen der Parteien zu verhindern und Probleme sofort auf niedrigster Ebene lösen zu können.

Als Urlauber bemerkt man den Verlauf der Green Line außerhalb von Nicosia nur in Form von Wachttürmen und Flaggen. Eine Gefahr geht von ihr für Touristen nicht aus. In Nicosia selbst wird die Green Line durch eine einfache, niedrige Mauer markiert, die mit weiß-blau gestrichenen Ölfässern und Sandsäcken verstärkt ist. Teilweise wird sie sogar durch die mittelalterliche Stadtmauer gebildet.

Ikonen

Darstellungen von Heiligen und biblischen Ereignissen auf Tafelbildern nennt man in der orthodoxen Kirche Ikonen. Man findet sie in allen Gotteshäusern und in vielen Privatwohnungen, am Armaturenbrett von Linienbussen und in den Ruderhäusern der Fischerboote. Ikonen sind etwas ganz anderes als die Bilder christlich-religiösen Inhalts in unseren Kirchen. Sie sind kein Schmuck, sondern bringen den Heiligen ins Haus, machen ihn gegenwärtig. Sie gelten als „Tore zum Himmel“. Deswegen genießen sie besondere Verehrung, werden geküsst, mit Gold, Silber, Edelsteinen und kostbar bestickten Vorhängen beschenkt. Ikonen sind Konsulate des Himmels auf Erden. Sie werden behandelt, als wären sie der Heilige selbst.

Jugend

Zyperns Jugend scheint das Leben zu genießen. Cafés und Bars sind schon tagsüber voll mit gut gekleideten jungen Leuten, an Sommerwochenenden bevölkern sie die Strände und Beach Clubs. Fast jeder besitzt ein Handy, oft auch ein Auto oder Motorrad. Doch unter der Oberfläche gärt es, obwohl öffentliche Proteste noch selten sind. Der allgemeine Wohlstand und die Gründung von Universitäten in Zypern selbst haben in den letzten 20 Jahren dazu geführt, dass immer mehr Schüler das Abitur machen und im In- oder Ausland studieren. Arbeitsplätze für Akademiker aber gibt es viel zu wenige. Viele junge Leute sind gezwungen, ins Ausland abzuwandern. Wer bleibt, wohnt oft aus Kostengründen bis zur Hochzeit bei den Eltern. Jobs zur Kassenaufbesserung zu finden, ist schwierig, denn zahlreiche ausländische Arbeitskräfte aus aller Welt stehen bereit, um sie zum staatlich garantierten Mindestlohn auszufüllen.

Makários III.

Dem Erzbischof, der die Insel in den ersten 17 Jahren ihrer Unabhängigkeit regierte, begegnen Urlauber noch immer auf vielen Fotos und in Form monumentaler Denkmäler. Er ist für die meisten Südzyprioten der Übervater, an dessen Politik kaum Kritik geübt wird. 1913 als Bauernsohn im Bergdorf Páno Panagiá im Tróodos geboren, trat er als Elfjähriger ins Kloster Kýkko ein und studierte später Theologie. 1948 wurde er zum Bischof von Kition (Lárnaka) gewählt, bereits zweieinhalb Jahre später dann zum Erzbischof der Insel.

Makários wurde auch zum politischen Führer der griechischen Zyprioten und flankierte mit flammenden Reden den bewaffneten Kampf gegen den Kolonialherrn. So war es fast selbstverständlich, dass er 1960 zum ersten Präsidenten der neuen Republik gewählt wurde. Sein Amt als Kirchenfürst behielt er.

In den folgenden Jahren versuchte Makários, den starken Einfluss zurückzudrängen, der den türkischen Zyprioten in Verwaltung, Politik und Polizei durch die Verfassung gewährt wurde. Er ließ militärische Maßnahmen gegen türkische Zyprioten zu und förderte so die Spannungen.

Außenpolitisch machte sich Makários für die Blockfreiheit Zyperns und eine Minderung der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Großbritannien stark. Als das Militär im Jahr 1967 in Griechenland die Macht übernahm, rückte Präsident Makários von seinem Streben nach énosis, dem Anschluss an Griechenland, ab. Er verurteilte die Diktatur der Athener Obristen. 1974 organisierten die Militärs seinen Sturz. Nach der türkischen Invasion kehrte Makários nach Zypern zurück, wo er bis zu seinem Tod 1977 allerdings nur noch die Teilung verwalten konnte.

Religion

Fast alle griechischen Zyprioten bekennen sich zum griechisch-orthodoxen Christentum. In der orthodoxen Kirche dürfen Priester vor ihrer Weihe heiraten. Die Orthodoxen erkennen den Papst nicht als Oberhaupt an. Bei der Taufe wird der Täufling vollständig ins Wasser getaucht, die Erstkommunion wird gleich nach der Taufe vollzogen. Weitere Unterschiede bestehen im dogmatischen Bereich.

Die türkischen Zyprioten sind nahezu ausschließlich sunnitische Moslems. Die wenigsten von ihnen sind strenggläubig; so werden das Alkoholverbot und die Fastenregeln im Monat Ramadan von türkischen Zyprioten nur wenig beachtet. Eine sehr viel konservativere Haltung zum Islam nehmen jedoch die vielen ländlichen Neusiedler aus Anatolien ein, die seit 1974 nach Nordzypern geholt wurden.

Strände

In Südzypern sind alle Strände außer den organisierten Strandbädern der Fremdenverkehrszentrale eintrittsfrei, an der Nordküste um Kerýneia sind einige Strände verpachtet und eintrittspflichtig. An allen vielbesuchten Stränden werden Liegestühle und Sonnenschirme vermietet, meist ist dort im Sommer auch eine Strandwacht (Baywatch) aktiv.

Vogeljagd

Nahezu unbemerkt von Öffentlichkeit und Touristen treiben in Südzypern über tausend Vogelfänger ihr mörderisches Unwesen, die Zahl für Nordzypern ist unbekannt. Da manche Zyprioten närrisch scharf auf den Verzehr von Singvögeln sind, werden hohe Schwarzmarktpreise erzielt, sodass sich unter den Vogeljägern schon geradezu mafia-ähnliche Strukturen entwickelt haben. Gehandelt werden die mit Schlagnetzen und Leimruten gefangenen Piepmätze freilich nur unterm Ladentisch.

Bücher & Filme

Cypern. Orient und Okzident

Johannes Zeilinger hat Texte von 30 Autoren aus zwei Jahrtausenden zusammengefasst. Auf 346 Seiten wird ein buntes Bild der Insel entworfen. Zu Wort kommen Griechen, Türken, Araber, Juden, Franzosen, Engländer, Spanier, Schweden und Deutsche.

Bittere Limonen

ein Klassiker. Der britische Romancier Lawrence Durrell schildert seine Zypernerfahrungen aus den 1950er-Jahren poetisch und humorvoll.

Ausgerechnet Zypern

Diesen aktuellen Nordzypernkrimi hat Heinz Herbert als Book on Demand publiziert, bestellbar über www.amazon.de oder www.nordzypern-insider.net

Exodus

Der Roman von Leon Uris ist das große Epos um die Gründung des Staates Israel. Es spielt zum Teil auch auf Zypern und wurde von Otto Preminger mit Paul Newman in der Hauptrolle verfilmt (1960). Als DVD ist der Film nur auf Englisch erhältlich. Andere Spielfilme, die Zypern zum Thema haben, gibt es nicht.

DVD

Ein 42-minütiger Reisebericht über Zypern ist 2006 in der Reihe „On Tour“ bei DuMont erschienen.

Fakten

Einwohner
1.141.166
Fläche
9.242 km²
Sprache
Neugriechisch
Währung
Euro
Strom
240 V, 50 Hz
Regierungssystem
Republik
Hauptstadt
Nikosia
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
10:52 Uhr
Zeitverschiebung
1 h (zu MEZ)
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