Vietnam

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Entdecke Vietnam!

Willkommen in Vietnam! Ein Land auf dem Sprung ins 21. Jh. Moos und Patina bedecken Jahrtausende alte Kulturdenkmäler, doch auf den Straßen in Saigon und Hanoi tobt das moderne Leben, und der Fremde reibt sich verwundert die Augen. Ein Land zwischen Vergangenheit und Aufbruch, jenseits der Klischees aus Vietnamkrieg, Opiumpfeifen und Schlangenschnaps. Artenreiche Nationalparks und Naturschätze bezaubern die Reisenden, ob in der Unesco-geschützten Ha-Long-Bucht im Norden oder in der amphibischen Welt des Mekongdeltas im tiefen Süden. Dazwischen warten 3200 km Küste mit Inseln, Badestränden und Hideaways auf Erkundung. In den Städten bestimmen noch Kolonialbauten und verwitterte Villen in weichen Ockertönen das Bild, schattige Alleen unter Tamarinden und farbenprächtige chinesische Tempel. Doch die moderne Skyline wächst mit jedem Wimpernschlag.

Bezaubernd ist die landschaftliche Schönheit Vietnams, das im Süden in die Tropenzone mit feuchten, schwülen Sommern und warmen Wintern hineinragt, im Norden dagegen subtropisch bestimmt ist, also mit heißen Sommern und kühleren, feuchten Wintern. Überwältigend sind die Ha-Long-Bucht mit ihren aufragenden Kalkfelsen und dem dunkel schimmernden Wasser und die atemberaubend schroffen „Vietnamesischen Alpen“ im Nordwesten, die in kalten Wintern sogar von Schnee bedeckt sind. Die alte Kaiserstadt Hue am Parfümfluss beeindruckt mit ihrer „Halle der höchsten Harmonie“ im alten Palast und den Kaisergräbern. Bei Phan Thiet knirscht der weiche Sand am Mui-Ne-Strand unter den Füßen, Saigon wirkt wie frisch aufpoliert mit seinen renovierten Kolonialbauten, und im Mekongdelta wird der scheppernde Klang der Longtailboote zur allgegenwärtigen Geräuschkulisse.

Garniert wird das Erlebnis mit Köstlichkeiten der vietnamesischen Küche und einem oft erstaunlich perfekten Urlaubsprogramm aus Baden, Tauchen, Surfen, Segeln oder Wandern durch einen der rund 25 Nationalparks des Landes. Ob du, kopfüber von den Felsen hängend, in der Ha-Long-Bucht das Rockclimbing ausprobierst oder im Saigoner Morgengrauen das zeitlupenhafte Tai-Chi, ob du dich im Weihrauchnebel einer Pagode verirrst oder mit dem Rad im chaotischen Verkehrsgetümmel Hanois: Irgendwann kommst du den Vietnamesen, ihren geheimnisvollen Drachen und Geistern näher. Keine Frage – eine Vietnamreise ist ein Abenteuer für alle Sinne.

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sehr gut
32°C
Februar
gut
33°C
März
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Mai
gut
33°C
Juni
mittel
32°C
Juli
mittel
31°C
Vor allem im Norden und der Mitte des Landes kann es zu Tropenstürmen kommen
August
mäßig
31°C
Vor allem im Norden und der Mitte des Landes kann es zu Tropenstürmen kommen
September
mäßig
31°C
Oktober
gut
31°C
November
sehr gut
31°C
Dezember
sehr gut
31°C
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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Freitag / 30.10.2020
Vormittags
25 °C
Nachmittags
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Samstag / 31.10.2020
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Sonntag / 01.11.2020
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Historie und Naturschätze

Vietnam ist ein Land auf dem Sprung in die Zukunft. Moos und Patina bedecken jahrtausendealte Kulturdenkmäler, doch auf den Straßen in den Städten von Saigon bis Hanoi tobt das moderne Leben: ein Land zwischen Vergangenheit und Aufbruch. Artenreiche Nationalparks und Naturschätze begeistern die Reisenden, ob in der spektakulären Ha-Long-Bucht im Norden oder in der amphibischen Welt des Mekongdeltas im tiefen Süden. Dazwischen warten 3200 km Küste mit Inseln, Badestränden und Hideaways auf Erkundung. In den Städten bestimmen an manchen Ecken noch Kolonialbauten und verwitterte Villen in weichen Ockertönen das Bild, schattige Alleen unter Tamarinden und farbenprächtige chinesische Tempel. Doch die Skyline wächst mit jedem Wimpernschlag. Und: Mopeds, überall Mopeds, ganze Schwärme ohne Ende.

Jenseits des Vietnamkriegs

Wie kaum ein anderes Land hat Vietnam in seiner 4000-jährigen Geschichte unter Kriegen und fremden Herrschern gelitten: Chinesen, Franzosen, Japaner und schließlich die US-Amerikaner. Heute kommen sie alle gleichzeitig und in friedlicher Mission. Rund 15 Mio. Besucher pro Jahr – die meisten aus China, Südkorea und Russland – und die alljährlichen Wachstumsraten geben den Vietnamesen Recht: Das südostasiatische Land boomt, auch als Reiseland. Es kann also voll werden, vor allem in der Ha-Long-Bucht und in den schönsten Badeorten wie Mui Ne. Den verheerenden Vietnamkrieg haben die meisten der ca. 95 Mio. Vietnamesen längst hinter sich gelassen, denn mehr als die Hälfte von ihnen sind unter 35 Jahre alt und kennen das Kriegsgeschehen nur aus Geschichtsbüchern. So haben auch die Urlauber den touristischen Kriegspfad und die Vietcong-Tunnel endlich verlassen – Vietnam hat nämlich mehr zu bieten.

Hello Mister!

Die Vietnamesen begegnen den Fremden meist mit einer freundlich-schelmischen Neugier: Wo sich ein tay bewegt, ein Westler, gibt es stets etwas zu erleben! Oder zu lachen. Natürlich kann man dem tay auch gut etwas verkaufen, was nicht wenige Reisende als aufdringlich empfinden. Wer jedoch nicht auf das Verkaufsanliegen reagiert, bei dem verlieren die fliegenden Händler meist schnell das Interesse. Die Kinder probieren ihr Englisch aus und rufen „I love you“ oder „Hello mister!“. Respekt vor dem anderen, vor allem vor Älteren, ist eine Tugend, ein konfuzianisches Grundgesetz, gepaart mit Ahnenverehrung und Fleiß. Oft leben bis zu drei Generationen in einem einzigen Raum, das können bis zu sieben, acht Personen sein. Der Wohnraum in Saigon ist unbezahlbar geworden, die wenigen freien Grundstücke, Häuser und Wohnungen wechseln schnell den Besitzer.

Willkommen im Turbokapitalismus

Doi Moi, die 1986 eingeleitete wirtschaftliche Reformpolitik der kommunistischen Regierung, hat die Gesellschaft verändert: Profitstreben ist ein neues Wort im vietnamesischen Vokabular. Das jährliche Durchschnittseinkommen liegt bei geschätzten 2200 US-Dollar (ca. 1800 Euro) – die Armut wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als halbiert, das Stadt-Land-Gefälle ist jedoch weiterhin sehr groß. Während die größte ethnische Minderheit, die Chinesen, vor allem in den südvietnamesischen Städten den Handel beherrscht, leben die meisten der 54 Volksgruppen Vietnams in den Bergen und im zentralen Hochland, viele noch in der Übergangsphase von uralter Tradition und modernem Leben. Jede Gruppe trägt ihre eigenen Trachten und pflegt ihre Feste und Riten.

Abenteuer für alle Sinne

Bezaubernd ist die landschaftliche tropische Schönheit Vietnams mit gleich mehreren Unesco-Schätzen wie Weltkulturerbestätten und Biosphärenreservaten. Überwältigend sind die Ha-Long-Bucht mit ihren steil aufragenden Kalkfelsen und die atemberaubend schroffen „Vietnamesischen Alpen“ im Nordwesten, die in kalten Wintern sogar von Schnee bedeckt sind. Bei Phan Thiet knirscht der weiche Sand am Mui-Ne-Strand unter den Füßen, Saigon präsentiert sich mit himmelsstürmender Skyline, und im Mekongdelta wird der scheppernde Klang der Longtailboote zur allgegenwärtigen Geräuschkulisse. Garniert wird das Vietnam- Erlebnis mit Köstlichkeiten der regionalen Küchen. Ob du nun in der Ha- Long-Bucht das Rockclimbing ausprobierst oder im Saigoner Morgengrauen das zeitlupenhafte Tai-Chi, dich im Weihrauchnebel einer Pagode verirrst oder mit dem Rad im chaotischen Verkehrsgetümmel Hanois: Irgendwann kommst du den Vietnamesen, ihren geheimnisvollen Drachen und Geistern näher!

Gut zu wissen

Anreise

Ab Frankfurt am Main nonstop nach Saigon und Hanoi fliegt Vietnam Airlines (Rossmarkt 5 | 60311 Frankfurt | Tel. 069 2 97 25 60 | vietnamairlines.com) (tgl., ca. 800 Euro; bei Buchungen von Weiterflügen innerhalb Vietnams oder in Nachbarländer werden oft Rabatte von 50 Prozent gewährt). Außerdem fliegt Lufthansa/ Thai Airways von Frankfurt am Main über Bangkok nach Saigon.

Banken, Geld & Währung

Landeswährung ist der Vietnamesische Dong (VND) in Scheinen von 500 bis 500 000 VND. Vorsicht: der 20 000- und der 500 000-Dong-Schein ähneln sich sehr. ATM-Geldautomaten geben in allen Städten gegen geringe Gebühr Dong aus (Visa, Mastercard, in größeren Touristenzentren auch EC-/Maestro-Karte). Der Umtausch von Euro-Bargeld ist problemlos möglich, ebenso die Zahlung mit Kreditkarten in großen Hotels, Touristenlokalen, Reise- und Airlinebüros (bis zu 4 Prozent Gebühr). Zu empfehlen ist das Geldwechseln in lizenzierten privaten Wechselstuben (meist 7–22 Uhr, z. B. in der Dong Khoi oder in der Hauptpost in Saigon) oder größeren Schmuckläden. Da sich offenbar die Diebstähle von kleineren Mengen Geld aus dem Zimmer, Gepäck und sogar Zimmersafe häufen, sollte man das Geld gegen Quittung im Rezeptionssafe hinterlegen.

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

29 Tran Phu | Hanoi | Tel. 024 32 67 33 35 | 24-Std.-Notruf mobil 090 3 40 70 33 | hanoi.diplo.de

Deutsches Generalkonsulat

126 Nguyen Dinh Chieu | Saigon | Tel. 028 38 29 19  67

Österreichische Botschaft

53 Quang Trung | Hanoi | Tel. 024 39 43 30 50 | bmeia.gv.at/oeb-hanoi

Schweizer Botschaft

Hanoi Central Office Building | 44b Ly Thuong Khiet | Hanoi | Tel. 024 39 34 65 89 | eda.admin.ch

Einreise

Üblich ist das in den Konsularabteilungen ausgestellte Touristenvisum (bis zu vier Wochen gültig, einmalige Einreise, 30-Tage-Visum 65 Euro). Deutsche reisen bis zu 15 Tage visumfrei; dies galt allerdings bei Redaktionsschluss dieses Reiseführers vorläufig nur bis Juni 2021. Das reguläre Visum kann mit einem sechs Monate gültigen Reisepass auch per Einschreiben spätestens zwei Wochen vor Abreise beantragt werden (einzusenden mit frankiertem Rückumschlag, Verrechnungsscheck und Passfoto). Dauer: 14 Tage, persönlich geht es schneller und unkomplizierter. Antragsformulare gibt es unter vietnam botschaft.org (Menüpunkt „Konsular“) oder visa.mofa.gov.vn. Schneller erhältlich (Dauer: max. drei Tage) sind die bis voraussichtlich Januar 2021 verfügbaren e-Visa (evisa.xuatnhap canh.gov.vn) (max. 30 Tage gültig, 25 US-Dollar, Beantragung mit Scan des Reisepasses und Passfoto). Ein Kinderreisepass ist notwendig. Visumfrei für max. 30 Tage kann man auf die Insel Phu Quoc reisen, u. a. mit den Direktflügen aus Bangkok mit Bangkok Airways; bei einem internationalen Flug nach Hanoi oder Saigon mit Umstieg nach Phu Quoc darf man den Transitbereich nicht verlassen. Wer im Anschluss andere Ziele in Vietnam besuchen möchte, braucht ein (vorher zu beantragendes) Visum.

Wegen der sich stets ändernden und komplizierten Visumbestimmungen und -gebühren sollte man sich vor der Reise auf jeden Fall selbst bei der Botschaft erkundigen (vietnam.diplo.de).

Gesundheit

Impfungen sind nicht vorgeschrieben, außer bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet. Schutz gegen Polio, Tetanus, Diphtherie, Hepatitis A/B und Typhus ist jedoch empfehlenswert. In den Malariaregionen empfiehlt sich ein Standby-Medikament (hohes Malariarisiko in den Grenzregionen zu Kambodscha, sonst geringes bis kein Risiko). Um Durchfall zu vermeiden, solltest du kein Leitungswasser trinken, es auch nicht zum Zähneputzen verwenden und außerhalb der internationalen Hotels weder ungeschältes Obst noch Salate essen. Kauf Eiscreme nur in Luxushotels; wegen der Choleragefahr in Nordvietnam (v. a. Hanoi, Ninh Binh) ist es aber besser, ganz darauf zu verzichten. Bei den Tropeninstituten gibt es eine gut verträgliche Choleraschluckimpfung. Hämorrhagisches Denguefieber wird gemeldet mit Schwerpunkt im Süden (v. a. Mekongdelta, auch Saigon), aber auch in anderen Landesteilen. Es wird von einer tagaktiven Mücke übertragen; schützen kannst du dich durch langärmelige, helle Kleidung und Mückenschutzlotion, vorbeugende Medikamente gibt es nicht.

Aktuelle Informationen gibt es beim Gesundheitsamt oder bei den Tropeninstituten (dtg.org). Weitere Infos bietet fit-for-travel.de. Vor der Reise sollte man eine Auslandskrankenversicherung (mit Krankenrücktransport) abschließen.

Inlandflüge

Tägliche Flüge mit Vietnam Airlines verbinden alle größeren Städte. Ein Rückflugticket Saigon–Hanoi (2 Std. Flugzeit) kostet ab ca. 140 Euro, deutlich weniger mit den Billigairlines Viet Jet Air (vietjetair.com) und Jetstar Pacific Vietnam (jetstar.com). Besonders vor dem Tet-Fest rechtzeitig buchen!

Klima & Reisezeit

Im Süden ist es am angenehmsten von Dezember bis März mit erträglichen Temperaturen und wenig Niederschlag. Im April/Mai leitet drückende Schwüle die Regenzeit (Juni–Dez.) ein. Von Juni bis November kann es zu schweren Stürmen und Überschwemmungen in Mittelvietnam und im Mekongdelta kommen. Je weiter man nach Norden kommt, desto größer werden die Schwankungen zwischen Sommer und Winter, es gibt eigentlich vier Jahreszeiten. Während die Subtropensommer ab April feuchtheiß sind, können die Temperaturen an der nördlichen Zentralküste von Dezember bis Februar deutlich unter 20 Grad absinken. Zudem trübt dann wochenlanger Nieselregen das Reisevergnügen.

Öffnungszeiten & Eintrittspreise

Pünktliche Öffnungszeiten darfst du eher nicht erwarten. Viele Museen sind Mo bzw. mittags 11.30–13.30 Uhr geschlossen. Wenn nichts anderes angegeben ist, ist der Eintritt frei.

Strom
Adapter Typ A

Die Netzspannung beträgt meist 220 Volt. Mancherorts sind Universal-Adapter hilfreich.

Taxi & Rikscha

In Hanoi und Saigon gibt es viele Taxis mit Taxameter (ca. 0,55 Euro pro Kilometer, Grundtarif ca. 0,55 Euro). In beiden Städten mehren sich leider rasant Betrügereien. Wenn der Taxameter auffällig schnell unregelmäßig rattert und der Fahrer oft hupt: anhalten, angemessene Summe zahlen und aussteigen! Am besten im Hotel ein offizielles Taxi bestellen lassen bzw. nur die bekannten Firmen anhalten. Zuverlässig sind Vinasun (Tel. 028 38 27 27 27) und Vinataxi (Tel. 028 38 11 11 11) in Saigon sowie May Linh (Tel. landesweit 10 55) in ganz Vietnam. Außerdem in Hanoi und Saigon: uber.com und grab.com.

Typisch sind Cyclos, Fahrradrikschas, bei denen der Preis ausgehandelt werden muss (pro Stunde ca. 2–4 Euro; in Saigon/1. Bezirk und Hanoi-Altstadt werden Phantasiepreise von ca. 8 Euro genannt, da kommt es aufs Verhandlungsgeschick an). Beliebt sind auch Mopedtaxis (Helm tragen!). In manchen Städten, wie in Can Tho, gibt es motorisierte Cyclo-Taxis (Mofa vor zweisitzigem Karren, ca. 0,50 Euro pro Kilometer). Da die öffentlichen Buslinien (nur in Saigon und Hanoi) etwas schwer zu durchschauen sind – und bis zur Eröffnung der U-Bahn in Saigon (frühestens 2020) –, sind die vielen Taxivarianten die Hauptfortbewegungsmittel für Touristen in Vietnam.

Telefon & Handy

Auslandsgespräche vom Hotel aus kosten ca. 0,50–1 Euro. Billiger geht es mit IDD-Telefonkarten von Postämtern und einigen Telefonzellen aus (bis ca. 0,20 Euro/Min.), am billigsten in Internetläden (z. B. per Skype oder Yahoo Voice, kostenlos, aber oft noch mit schlechten Verbindungen; ggf. Webcam abschalten), kostenfrei auch mit Whatsapp übers Internet.

Billig ist es, sich aus Deutschland anrufen zu lassen (Festnetz und Handy): mit Billignummern (billiger-telefonieren.de) über Call by Call (mit Telekom- Festnetzanschluss) oder Call-Through- Nummern (ca. 0,20–0,30 Euro/Min.); via Skype; mit „Rubbelkarten“, z. B. in Asialäden zu erhalten, telefoniert man für 15 Euro ca. 200–300 Min. (z. B. nobel.com).

Mobilnetzbetreiber sind Viettel, Vietnamobile und die teureren Vinaphone und Mobifone. Vietnamesische SIM-/ Prepaid-Data-Karten werden von SIMCard- Straßenhändlern oder in kleinen Läden passend gemacht, und dann kostet das Telefonat nach Hause nur noch Eurocentbeträge, etwa mit Happy Tourist von Mobifone für ca. 8 Euro; der Preis ist abhängig von Datenvolumen bis 6 GB und Guthaben (ca. 0,02 Euro/ Min. nach Deutschland, SMS versenden ca. 0,01 Euro). Ein Handy kostet ab 10 Euro in Vietnam. Da es unterschiedlich teure Telefonnummern in Vietnam gibt (z. B. teure, wie 4 00 40 04 00) sollte man beim Kauf ggf. nach einer „billigen“ Telefonnummer fragen.

Vorwahl Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Vietnam 0084, dann die Ortsnetzkennzahl ohne Null.

Trinkgeld

Trinkgeld kannst du gern geben, es ist in besseren Restaurants und Hotels aber oft bereits als service charge enthalten. In Garküchen wird kein Trinkgeld erwartet. In Hotels kann man pro Tag 20 000 VND (ca. 1 Euro) hinterlassen. Bei Gruppenreisen wird meist am Ende für Fahrer und Reiseführer gesammelt, pro Reisegast und Tag 150 000 VND (ca. 5 Euro) für beide.

Zeit
+ 6 bzw. 5 Stunden Zeitverschiebung

Mitteleuropäische Zeit (MEZ) plus sechs Stunden, während der Sommerzeit in Europa plus fünf Stunden.

Zoll

Zollfrei bei der Einfuhr nach Vietnam sind 1,5 l Spirituosen oder 2 l Wein und 200 Zigaretten oder 100 Zigarren oder 500 g Tabak. Ohne zollamtliche Ausfuhrbescheinigung dürfen Antiquitäten nicht ausgeführt werden. Zollfreie Mengen in die EU sind u. a. 200 Zigaretten, 1 l Getränke mit mehr als (oder 2 l mit bis zu) 22 Vol.-% Alkoholgehalt und 4 l Wein sowie andere Waren im Wert von bis zu 430 Euro. zoll.de

Mekongtouren

Mekong Eyes Cruise (in Freiburg und Can Tho | mekongeyes.com) veranstaltet Bootstouren auf einer umgebauten Reisbarke mit 30 schönen Doppelzimmern (deutsche Leitung). Ein guter Veranstalter ist auch Sinh Balo Adventure Travel (283/20 Pham Ngu Lao | Saigon | Tel. 028 38 37 67 66 | sinhbalo.com | zwei Tage für zwei Personen ca. 140 Euro pro Person). Ganz luxuriös reist man mit den Pandaw- Schiffen (pandaw.com), die zwischen Saigon/ My Tho und Angkor in Kambodscha verkehren.

Mietwagen & Mopedtouren

Für individuelle Touren haben sich Mietwagen mit Fahrer bewährt, zu buchen am besten bei Reiseagenturen (inkl. Fahrer/ Benzin ab ca. 45 Euro/ Tag, Kilometerpauschale, ggf. zuzüglich ca. 30 Euro/ Tag Pauschale für einen Führer). Um selbst Auto zu fahren, benötigt man einen internationalen Führerschein; Mopedfahren ist in Vietnam mit dem deutschen Führerschein der Klasse B bei den Mietmotorrollern (die meisten mit deutlich über 50 cm3 Hubraum) nicht erlaubt.

Die Autorin dieses Reiseführers (selbst Motorradfahrerin) und das Auswärtige Amt (auswaertiges-amt.de | vietnam.diplo.de) warnen ausdrücklich vor dem Selbstfahren, mit dem Pkw wie mit dem Moped! Vietnam ist eines der Länder mit den meisten Verkehrstoten in Asien; unter anderem gibt es kein effizientes Rettungssystem wie in westlichen Ländern.

Touristen können alternativ bei Mopedtouren als Sozius mit den Profis mitfahren, wie Easy Rider (z. B. Da Lat | dalat-easyrider.com) oder Xo Tours (Saigon | xotours.vn). In Vietnam gilt Helmpflicht. Wer eine Tour plant oder oft mit dem Mopedtaxi fahren will, sollte sich am besten sogar einen guten (Integral-) Helm von zu Hause mitbringen, da in Vietnam keine passenden und sicheren Helme vorhanden sind.

Mietwagenanbieter: Avis (avis.com.vn | avis.de), VN Rent a Car (vnrentacar.com)

Öffentliche Verkehrsmittel

Es gibt tägliche Zugverbindungen zwischen Hanoi und Saigon. Der Wiedervereinigungsexpress zuckelt in 32–38 Stunden fünfmal täglich von Nord nach Süd und umgekehrt. Empfehlung: per Soft Sleeper der 1. Klasse reisen (buchen!).

Abzuraten ist von den öffentlichen Überlandbussen, denn es kommt zu vielen schweren Unfällen. Wer mit dem Touristenbus reisen möchte, erkundigt sich in den Travellercaféketten nach sogenannten Open Tours. Bequem sind Busse mit Schlafsitzen (Hanoi–Hue ca. 15 Euro). Zuverlässige Busfirmen sind Mai Linh Express Bus (Tel. 028 39 39 39 39 | mailinhexpress.vn) und Hoang Long (Tel. 0225 3 92 09 20 | hoanglongasia.com). Onlinetickets für Flüge/ Bahn/ Bus, auch per Kreditkarte, gibt’s z. B. über bao lau.vn, 12go.asia/en und dsvn.vn.

Geld spenden

Du willst helfen? Spende dein Geld nicht (professionellen) Bettlern an der Straße, sondern besser einem der karitativen Vereine, die sich um Straßenkinder und Behinderte kümmern, etwa der Kinderhilfe Hyvong (kinderhilfe-vietnam.de) in Berlin, Saigon Children (saigonchildren.com), Reaching Out (reachingoutvietnam.com) in Hoi An oder der Hoa Sua School (hoasuaschool.edu.vn) in Hanoi. Weitere Informationen gibt es bei Terre des Hommes (tdh.de).

Internetzugang & WLAN

WLAN (WiFi) ist fast überall kostenlos (außer in einigen Luxushotels): in Hotels und Cafés, an Flughäfen, teils sogar an Busbahnhöfen und in (Schlaf-) Bussen (Mai Linh und Phuong Trang/ Futa, sehr langsam, eine Prepaidkarte ist empfehlenswert). Für Skype gibt es landesweit Internetcafés, selbst in abgelegenen Bergregionen. Soziale Netzwerke können von der Regierung sporadisch blockiert sein; dies kann man ggf. mit einem Proxyserver umgehen (vorher erkundigen).

Was kostet wie viel?

Kaffee

0,50 Euro für eine Tasse im vietnamesischen Café

Nudelsuppe

1–2 Euro im vietnamesischen Lokal

Taxifahrt

ca. 0,55 Euro pro Kilometer

Bier

ab ca. 0,20 Euro für ein Bier vom Fass im vietnamesischen Lokal

Kleid

ab 30 Euro für ein Ao-Dai-Kleid

Massage

ab ca. 6-8 Euro am Strand

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Tet Duong Lich (Christliches Neujahr)

3. Februar

Gründungstag der Kommunistischen Partei Vietnams (1930)

30. April

Tag der Befreiung (Einnahme Saigons durch die nordvietnamesische Armee 1975)

1. Mai

Tag der Arbeit

2. September

Nationalfeiertag (Staatsgründung 1945)

Veranstaltungen
Januar/Februar

Tet Nguyen Dan: Das vietnamesische Neujahrsfest ist das wichtigste Familienfest, es wird eine Woche lang gefeiert. Es kann zu Engpässen bei Flügen kommen. (1. Tag des 1. Monats; meist Ende Jan./Feb., die nächsten Termine: 12. Feb. 2021, 1. Feb. 2022, 22. Jan. 2023)

April

Thanh Minh: Ahnenfest auf den Friedhöfen (5. Tag des 3. Monats; meist im April)

Huong-Tich-Fest: Frühlingswallfahrten zu den Tempeln des Huong Tich Son (15. Tag des 3. Monats; meist im April)

Mai

Phat Dan: Buddhas Geburtstag (8. Tag des 4. Monats; meist im Mai)

Mai/Juni

Tet Doan Ngo: Mittsommerfest (5. Tag des 5. Monats; meist Ende Mai/Juni)

August/September

Trung Nguyen: Ahnenfest mit Opfergaben an Hausaltären und Tempeln (15. Tag des 7. Monats; meist Aug./ Sept.)

September

Le Hoi Choi Trau: Wasserbüffel-Opferfest zur Ernte (regional: Do Son bei Hai Phong; 8./9. Tag des 8. Monats; meist Sept.)

September/Oktober

Trung Thu: Vietnamesischer Valentinstag und Mittherbstfest, auch zu Ehren der Kinder, mit nächtlichen Laternenprozessionen bei Vollmond (15. Tag des 8. Monats; meist Sept./Okt.)

Im Trend

Besser essen
Hanoi mit Herz

In Hanois Ausbildungsrestaurants werden aus benachteiligten Teenagern Köche, Restaurantleiter oder Kellner. Wer diese gute Idee unterstützen will, speist bei Song ThuChâu Long Street34. Keine Sorge! Es schmeckt dort ausgezeichnet. Das gleiche Konzept hat das Non-Profit-Restaurant KotoVan Mieu59. Hier gibt es zudem Kochkurse für Urlauber. Baguette & Chocolateim Ethnologischen MuseumNguyen Van Huyen bildet Jugendliche in mehreren Filialen aus.

Reiches Erbe
Mode

Mhin HanhDong Khoi24Ho-Chi-Minh-Stadt haucht der Traditionskleidung mit Seide und Stickereien neuen Wind ein, Ipa NimaTrang Thi73Hanoi verziert Handtaschen mit Perlmutt und Co., und die Jungdesigner von KonheoDinh Tien Hoang32Ho-Chi-Minh-Stadt toben sich an verspielten Shirts aus. Kurz: Die Modeszene Vietnams ist bunt und brodelt. Up to Date bleibt man dank der Dep Fashion Showwww.depfashion.com.

Ab aufs Brett
Paddeling

Ob mit oder ohne Wind. Vor Vietnams Küste – und vor allem rund um Mui Ne – kommen Wassersportler auf ihre Kosten. Bei Flaute auf einem Stand-up-Brett, wenn der Wind bläst, beim Kitesurfen. In beidem erteilt Rob Kidnie von Kite’n’SurfNguyen Dinh Chieu Street64–66www.kite-n-surf.com Unterricht. Auch die Ausrüstung kann man bei dem Profi leihen. Alternativ hilft das nahe Storm Kite CenterNguyen Dinh Chieu Street24www.stormkiteboarding.com oder die Surferschule Wind Chimes KitesurfNguyen Dinh Chieu Street56www.kiteboarding-vietnam.com weiter.

Independent Art
Unabhängig

In der Kunstszene ist einiges los. Immer mehr Mini-Galerien eröffnen, um so auch nicht etablierten Künstlern eine Chance auf dem Markt zu geben. Versteckt in Hinterhöfen oder alten Industriebauten wächst so eine bunte Szene heran. Sàn ArtMe Linh3Ho-Chi-Minh-Stadtwww.san-art.org wird von Künstlern für Künstler betrieben. Das merkt man nicht nur an den ständig wechselnden Ausstellungen junger Kreativer, sondern auch an Diskussionsrunden und Vorträgen ausländischer Künstler, die für einzelne Kunstreihen oder auch als „Resident-Artist“ eingeladen werden. Weitere Ausstellungsflächen für den Nachwuchs bietet die Mai GalleryHang Bong113Hanoi . Sie vertritt auch die großen Namen, um so die Möglichkeit zu haben, sich auch für wenig bekannte Künstler, wie Dang Xuan Hoa www.dangxuanhoagallery.com einzusetzen.

Am Puls der Zeit
Nha-Tho

Hier schlägt das Herz der Hauptstadt: Die Nha Tho Straße ist das Mekka der trendbewussten Hanoi-Kenner. Rund um die Kathedrale spielt sich das Leben in Cafés, wie dem Paris DeliNha Tho13 ab. Sichern Sie sich einen Platz auf dem Balkon, und genießen Sie den Blick auf das geschäftige Treiben. Auch Shopper kommen in der Straße auf ihre Kosten. Beispielsweise im MosaiqueNha Tho22www.mosaiquedecoration.com . Hier gibt es nicht den üblichen Krimskrams, sondern hochwertiges Wohndesign und einzigartige Mitbringsel. Wer aus der Straße gar nicht mehr weg will, steigt im coolen Church HotelNha Tho9www.churchhotel.com.vn ab.

Bloss nicht!

Mönche berühren

Buddhistische Mönche dürfen nicht von Frauen berührt werden. Ein Geschenk überreicht man am besten z. B. über den Reiseleiter. Warte auch bei der Begrüßung ab: Reicht der Mönch dir nicht selbst die Hand, werde auf keinen Fall aktiv.

Bargeld spenden

Auch wenn du Mitleid hast. Es gibt im Land Tausende professionelle Bettler, die von skrupellosen Geschäftemachern ausgebeutet werden. Spende dein Geld lieber einer Hilfsorganisation.

Zu viel bezahlen

Weise beim Bezahlen im Taxi, an der Kasse der Zitadelle in Hue oder beim Obstkauf an der Straße auf den Wert des Geldscheins hin – sonst passiert es häufig, dass reklamiert wird, die Verkäuferin oder der Verkäufer hätte statt eines 100 000-Dong- Scheins nur einen 10 000-Dong-Schein erhalten. Sieh dir ebenso aufmerksam das Wechselgeld an.

Zum Tet-Fest verreisen

Zum Tet-Fest, dem vietnamesischen Neujahr, ist ganz Vietnam auf Reisen. Dann sind Tickets rar und teuer, Service und Tourangebot eine Woche lang lahmgelegt, viele Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Läden geschlossen.

Nationalparks am Wochenende besuchen

In den Nationalparks darf man am Wochenende oder feiertags nicht unbedingt Abgeschiedenheit erwarten. Die Pfade und Unterkünfte sind dann oft überfüllt mit Vietnamesen in Truppenstärke samt lauter Musik und größerem Biervorrat.

Vietnam verstehen

Schlaue Geister

Phuong hat seit Tagen starke Kopfschmerzen und weiß nicht, ob sie den Job als Büroassistentin bei einer ausländischen Firma annehmen soll. Sie kniet mit Frau Nguyen vor dem Ahnenaltar des verstorbenen Großvaters unter seinem großen Schwarz-Weiß-Foto. Als Medium rät nun Frau Nguyen im Namen des Opas, ein rotes Stück Papier mit chinesischen Schriftzeichen unters Kopfkissen zu legen, damit die Migräne verschwindet. Und die neue Stelle tritt Phuong am besten nach dem nächsten Neujahr an.

Beim allseits verbreiteten Aberglauben mischen Wahrsager und Feng- Shui-Berater mit, Wunderheiler, Naturgeister und die vier mythischen Tiere (Drache, Phönix, Schildkröte und Ky Lan, ein Fabelwesen). Unglückstage, Glück bringende Jahre oder böse Omen gehören zum daoistisch geprägten Alltag. Die Ahnenverehrung verbindet die Familien über den Tod hinaus. Damit die verstorbenen Angehörigen nicht zu herumpolternden Geisterwesen werden, muss man sie im Hausschrein mit Räucherstäbchen und Opfergaben wie Reis, Tee, Geld, Zigaretten und alkoholischen Getränken versorgen. In den Tempeln werden außerdem Geld („Höllengeld“), Villen, Designerhandtaschen – alles aus Papier – und Spielzeugautos verbrannt.

Besondere "Delikatessen"

Willkommen im Reich der Aphrodisiaka. Da Aberglaube weit verbreitet ist, verzehren vietnamesische Männer schon mal „potenzsteigernden“ Tigerpenis und Schlangenschnaps, Schildkröteneier für ein langes Leben oder ein Schwalbennestersüppchen. Zu den „Delikatessen“ gehören auch „wärmender“ Hund (im kälteren Norden), Affenhirn, Schlangenfleisch, Zibetkatzen, Frösche usw. Doch solcherlei Spezialitäten sind teuer, einer unwissenden „Langnase“ würde man sie niemals vorsetzen. Und sie sollten selbstverständlich im Sinne des weltweiten Arten- und Tierschutzes ein absolutes No-Go sein.

Wo Shiva tanzt

Auch der Hindugott spielt in Vietnam eine Rolle, oder besser: Er tanzt – wenn er nicht gerade auf seinem Reitstier Nandi unterwegs ist. Wer sich auf die Spuren einer Hochkultur in Vietnam begeben möchte, besucht das Cham-Museum in Da Nang. Im 4.–13. Jh. war das Königreich ihrer Vorfahren, Champa, eines der mächtigsten Reiche in Südostasien, das sich bis ins heutige Kambodscha erstreckte. Von den einst 250 Tempelstätten der Cham sind heute nur noch rund 20 Ruinen erhalten, etwa My Son bei Da Nang. Wie Architektur und Symbole, z. B. der Lingam als (Phallus-)Symbol für den Gott Shiva, deutlich zeigen, waren die frühen Cham Anhänger des Hinduismus. Ihre Nachfolger, von denen noch rund 100 000 in Vietnam leben, gehören dem Islam an, allerdings einer sehr gemäßigten Variante und mit eigenen Festen.

Dschungelwelt

Die High Heels bitte schön im Koffer lassen: In den vietnamesischen Nationalparks trägt man Trekkingschuhe und Tarnfarben – auf der Pirsch ins reinste Dschungelbuch! Zum Beispiel, wenn die Gibbons ihre morgendlichen Duettgesänge anstimmen. Mehr als 30 Nationalparks und 130 Naturschutzgebiete warten auf Erkundung, in den letzten Urwaldgebieten des Landes tummeln sich noch immer einige Großkatzen, darunter Indochinesische Tiger, Zibetkatzen und Nebelparder, außerdem Elefanten, Schwarzbären, Schakale, Stinktiere, Mungos, Flughörnchen und Rotwild sowie Krokodile und Pythons.

In den nur noch etwa 12 Prozent Tropenwäldern Vietnams geraten selbst Zoologen ins Schwärmen. Ausgerechnet im napalmverbrannten und bombenzerstörten Vietnam werden viele Arten (wieder-)entdeckt – sogar neue Spezies wie die antilopenähnliche Saola und der Muntjakhirsch, um nur zwei Exoten zu nennen. Die spannendsten Nationalparks sind Cat Tien, wo die letzten wild lebenden Elefanten herumstreifen (außerdem in Yok Don), und Cuc Phuong mit seinem Primatenschutzprojekt. Die artenreichsten Biosphärenreservate sind Cat Ba und der abgelegene Phong Nha-Ke Bang mit dem wohl größten Höhlensystem der Welt.

Onkel Ho

Vermutlich würde sich der große Landesvater in seinem gläsernen Schneewittchensarg umdrehen – bei all dem Trubel, der heute um ihn gemacht wird mitsamt Souvenirgemälden und Propagandapostern im Pop-Art-Stil. Denn zur Schau gestellt werden, wie im Ho-Chi-Minh-Mausoleum in Hanoi, wollte der einstige Präsident Vietnams nachweislich nie: „Teilt meine Asche in drei Teile und bewahrt sie in drei Keramikurnen, die Sinnbild für Norden, Zentrum und Süden sein sollen“, ließ er im Testament verkünden. Ho Chi Minh galt als bescheiden und kämpfte schon als junger Revolutionär gegen die seit 1862/63 bestehende französische Kolonialherrschaft, bis er 1930 in Hongkong die Kommunistische Partei Vietnams gründete. Nach der Teilung des Landes 1954 wurde er Präsident der Demokratischen Republik Vietnam im Landesnorden. Die Wiedervereinigung des Landes als Sozialistische Republik Vietnam im Juli 1976 konnte der bis heute verehrte „Bac Ho“ (Onkel Ho) nicht mehr erleben: Er starb am 2. September 1969 im Alter von 79 Jahren.

Elefantenspaß?

Touristen und Elefanten in Asien – ein heikles Thema. Ob in Vietnam, Thailand oder Kambodscha – der Kontakt zu den domestizierten Elefanten ist ein lukratives Geschäft. Zahllose Elefantencamps bieten Interaktion beim Füttern und Streicheln, bei Shows mit „malenden“ Dickhäutern und Reitausflügen mit schweren Sitzbänken bis hin zu mehrtägigen Mahoutkursen mit „Elefantenführerschein“. Die Grenze zwischen Asyl bzw. Ruhesitz für alternde „Jumbos“ und reinem Kommerz mit Touristenbespaßung verläuft dabei fließend. Abzuraten ist wohl am ehesten von allen Zirkusprogrammen mit nicht artgerechten Kunststücken. Eine Trendwende ist spürbar: Die ersten Reiseveranstalter streichen die Besuche von Elefantenshows o. Ä. aus ihrem Programm. Informiere dich am besten selbst vor der Buchung einer Begegnung mit Elefanten bei den entsprechenden Tierschutzorganisationen. Im Yok-Don-Nationalpark ist das Elefantenreiten übrigens seit 2018 verboten.

Von Kunst und "Kopierkunst"

So viele Souvenirs – und nur ein Koffer! Aber hey, auch die Rollkoffer sind in Vietnam spottbillig … Die Palette an Mitbringseln und echten Handwerkskünsten ist schier unüberschaubar, angefangen bei den traditionellen Neujahrsbildern zum Tet-Fest (Schwarz- Weiß-Holzschnitte, tranh tet) und tausend Jahre alter Keramikkunst (11. Jh.) über die Seidenmalerei (13. Jh.) und Lackmalerei (15. Jh.) bis hin zu Bildhauerei und Schnitzereien. Heutzutage leben Hunderte Kunstmaler auch von der Kopierkunst: Werke von Picasso oder Rembrandt hängen an jeder Ecke in der Altstadt Hanois, natürlich nur als sehr erschwingliche „Zitate“ der berühmten Meisterwerke – ein Caravaggio oder Dalí für bis zu 50 Euro!

Ohne Fleiß kein Reis

Schon gewusst? Wenn die Vietnamesen übers Essen reden, dann sagen sie immer „Reis essen“ – denn Reis gehört dazu! Seit Jahrtausenden bauen die Vietnamesen Reis an, der vietnamesische Alltag wäre ohne ihn nicht denkbar. Legenden und Märchen befassen sich mit dem Hauptnahrungsmittel. Vietnam gehört heute weltweit zu den drei führenden Reisexportnationen. 3 Mio. Menschen leben allein im Mekongdelta als Reisbauern: Von hier stammen die höchsten Erträge, da das Wasser des Mekong regelmäßig steigt und fällt und somit für die optimale Bewässerung des Nassreises und bis zu drei Ernten im Jahr gesorgt ist.

Tolerantes Tohuwabohu

Schon der erste Tempelbesuch in Vietnam ist ein kleiner Schock für Nichteingeweihte: Ein verwirrend schriller Heiligenmix in einer paukentönenden, verräucherten Welt. Das Götterpantheon ist gigantisch, in den Tempeln und Pagoden drängen sich Gottheiten und Höllenfürsten neben legendären Helden und Generälen, Schutzgeistern, Dämonen und Drachen. Nicht ein Buddha, sondern mindestens drei sorgen im Mahayana- Buddhismus für Erleuchtung, nicht zu vergessen die Bodhisattvas, die erleuchteten Wesen, allen voran die Quan Am. Die Cham brachten den Hinduismus nach Vietnam, sie praktizieren aber heute einen eher gemäßigten Islam. Auch mit dem Christentum haben sich Religionen und Philosophien bunt vermischt: Das skurrilste Beispiel ist der 1926 begründete Cao-Dai-Kult – eine Mischung aus den großen Religionen mit einer Prise Okkultismus, Starkult und eigenem Papst.

Um die Verwirrung perfekt zu machen: Es gibt noch mehr und einflussreichere Wegweiser in Alltag und Jenseits. Konfuzius war vor rund 2500 Jahren sozusagen ein philosophierender Vortragsreisender, der mit seiner Lehre durch China zog und für sie warb. Der Konfuzianismus ordnet seit rund 1000 Jahren auch in Vietnam die Rangfolge und Verhaltensregeln innerhalb von Familie und Gesellschaft, seit dem 15. Jh. sogar im Staatsgebilde. Jüngere ordnen sich den Älteren unter, ebenso Frauen den Männern, der Untertan dem Herrscher. Die fünf wichtigsten Tugenden: Menschlichkeit (oder auch Liebe), Rechtschaffenheit, Gewissenhaftigkeit, Ehrlichkeit und Sittenhaftigkeit. Im täglichen Miteinander ist der Älteste immer noch die wichtigste Respektsperson. Es ist daher keineswegs unhöflich gemeint, wenn man gleich beim Kennenlernen nach dem Alter gefragt wird.

Last not least: Laotse (keine historisch nachweisbare Person) ist als Begründer des Daoismus zuständig für die Harmonie im Alltag, entsprechend seiner esoterisch-mystischen Naturlehre. Wichtigste Symbole: das Yinund- Yang-Zeichen (als weibliches und männliches Urelement) und der Jadekaiser Ngoc Hoang als oberster Weltenherrscher.

No more war!

Über die Vergangenheit wird in Vietnam nicht gern gesprochen. Es entspricht vielmehr dem daoistisch untermauerten Glauben, dass, wer immer wieder an die tragischen Ereignisse erinnert, sie letzten Endes aufs Neue heraufbeschwört. An dieser Stelle also nur zur Erinnerung ein paar Zahlen und Fakten aus elf Kriegsjahren, nur aus dem „amerikanischen Krieg“ wohlgemerkt: geschätzte 3,5 Mio. Tote (Soldaten, Zivilisten, meist Vietnamesen), 600 000 Alliierte gegen 200 000 Vietminh-Soldaten aus dem kommunistischen Norden und die Vietcong-Guerilla. 7,5 Mio. t Bomben aus der Luft (dazu dieselbe Menge am Boden), 80 Mio. t Agent Orange. 10 Mio. Flüchtlinge und Vertriebene – die Zahl der Waisen, Verletzten, Kriegsversehrten und der bis heute Dioxinvergifteten und Totgeburten kennt niemand genau. Aber die Kosten auf US-Seite hat jemand ganz genau ausgerechnet: 150 Mrd. US-Dollar. Ganz zu schweigen von den Verwüstungen ganzer Landstriche, Dörfer und Städte oder Massakern wie jenem in My Lai. Von 1964 bis 1975 hatten sich die USA in einer bisher beispiellosen Material- und Menschenschlacht gegen die Truppen des Vietcong gestellt und einen angeblichen Stellvertreterkrieg gegen den Weltkommunismus geführt. Erst mit dem Vietnambesuch des US-Präsidenten Bill Clinton im November 2000, 25 Jahre nach dem Sieg des Vietcong, normalisierten sich die Beziehungen zwischen den ehemaligen Feinden.

Tanz der Puppen

Jetzt wird’s nass, bunt, laut und lustig: Wer wasserscheu ist, setzt sich im Wasserpuppentheater nicht unbedingt in die ersten beiden Reihen. Facebook und Twitter zum Trotz hat sich die 1000 Jahre alte Tradition des mua roi nuoc bis heute erhalten, weltweit einzigartig und vermutlich einst von Reisbauern zur Unterhaltung ausgedacht.

Die Puppen aus Feigenbaumholz verkörpern Dorfbewohner, Tiere, Sagengestalten oder Geister und werden unter Wasser mit einem langen Bambusstock bewegt. Das Ganze wiegt bis zu 15 kg, das Spiel ist also Schwerstarbeit für die Spieler, die hinter dem Vorhang ebenfalls im Wasser stehen. Dass es trotzdem lustig wird, fürs Publikum zumindest, liegt an den Alltagsgeschichten voller Witz und Ironie und den Figuren, die mit Schmackes durchs Wasser flitzen.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher
Das schwarze Pulver von Meister Hou

Ein Kriminalroman (2010) der Schwestern Tran-Nhut: Mandarin Tan muss geisterhafte Fälle lösen – eine spannende Zeitreise ins 17. Jh.

Frei sein, wo immer du bist

Thich Nhat Hanh ist der Bestsellerautor unter den schreibenden Mönchen: ein kleines Buch voller Weisheiten über Glück, (innere) Freiheit und menschliche Würde (2015)

Apocalypse Now

Mit Gänsehautfaktor: der unvergessliche Walkürenritt der Kampfhubschrauber und Marlon Brando als durchgeknallter Colonel Kurtz in dem oscargekrönten Meisterwerk über den Vietnamkrieg (1979, Regie: Francis Ford Coppola)

Filme
Der Duft der günen Papaya

Der Spielfilm des vietnamesisch-französischen Regisseurs Tran Anh Hung erzählt über einen Zeitraum von zehn Jahren vom Leben des Mädchens Mui, das mit zwölf Jahren vom Dorf nach Saigon gekommen ist, um als Dienstmädchen zu arbeiten (1993)

Fakten

Einwohner
94.660.000
Fläche
331.690 km²
Sprache
Vietnamesisch
Währung
vietnamesischer Đồng
Strom
127, 220 V, 50 Hz
Regierungssystem
Volksrepublik
Hauptstadt
Hanoi
Ortszeit
16:29 Uhr
Zeitverschiebung
6 h (zu MEZ)
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