© Nguyen Quang Ngoc Tonkin/shutterstock

Vietnam

Check-in

„Bonjour madame.“ Der alte Mönch zieht die Wollmütze vom Kopf und überreicht eine Visitenkarte mit „Happy New Year“-Aufschrift. Hinter seinem gebeugten Rücken erscheint ein Irokesenschopf. Der Novize bietet eine rothaarige Rambutanfrucht an. Sonst haben die Besucher hier zu geben, nicht umgekehrt, doch von Ausländern erwartet keiner Opfergaben. Windspiele klimpern im Luftzug durch die heiligen Hallen des Tempels. Aufatmen, endlich ein Ort ohne Mofageknatter und lärmendes Gehupe, ein Ort zum Innehalten, für das Zwiegespräch mit Buddha.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Sa Pa wurde von den Franzosen um 1900 als Luftkurort mit Militärsanatorium ausgebaut. Hübsche Villen, burgähnliche Landhäuser und eine Kirche zeugen von der Kolonialepoche. Obwohl Sa Pa so…
Vom Lieblingsort heimwehgeplagter Europäer zum Touristen-Hotspot und Reiseziel frisch vermählter Vietnamesen - so lässt sich die Entwicklung dieser Stadt beschreiben. Letzteres mag daran liegen,…
Mittelmeercharme und Exotik des Fernen Ostens sind hier auf einzigartige Weise miteinander verbunden. Beim Gang durch die malerischen Gassen fällt es schwer, sich vorzustellen, dass Hoi An vor 300…
Der kleine Ort Mui Ne hat einen lebendigen Hafen und einige kleine Fischsaucenfabriken. Am Ende der gleichnamigen Halbinsel leuchten rotorangefarbene bis gelbweiße Sandhügel und Dünen (Bao Trang),…
Von My Tho aus kann man auf bequeme Weise eine Bootstour im Mekongdelta unternehmen. Unzählige Anbieter werben lautstark an der Uferstraße um Kundschaft. Laut knatternd zwängen sich die…
Am linken Ufer des Song-Huong-Flusses liegt die Zitadelle aus dem 17. Jh., die 1993 als Welterbe unter den Schutz der Unesco gestellt wurde. Sie ist umgeben von einer über 10 km langen Mauer auf…
Die spektakuläre Ha-Long-Bucht ist Vietnams landschaftliches Juwel, 1994 wurde sie in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen. Rund 2000 Inseln ragen aus dem Wasser des Golfs von Tongking. Die Fl…
Urplötzlich ragen aus dem dichten Grün des Dschungels die bemoosten, von Farnen umrankten rostroten Tempeltürme von My Son. Vom 4. bis zum 13. Jh. war My Son das bedeutende religiöse und…
Kein Hanoi-Besucher kommt an der Altstadt vorbei. Ihr Herz schlägt im Handwerkerviertel, das sich ab dem 11. Jh. bildete, als Kaiser Ly Thai To die Hauptstadt nach Thang Long verlegte. Um den…
Man mag deren Religion als schrillen Mix abtun – doch schon allein der Architektur wegen sollten Sie dem Cao-Dai-Tempel einen Besuch abstatten. Er steht im Dorf Long Hoa, ca. 4 km östlich des…

Reisezeit

Januar
sehr gut
32°C
Februar
gut
33°C
März
gut
34°C
April
gut
35°C
Mai
gut
33°C
Juni
mittel
32°C
Juli
mittel
31°C
Vor allem im Norden und der Mitte des Landes kann es zu Tropenstürmen kommen
August
mäßig
31°C
Vor allem im Norden und der Mitte des Landes kann es zu Tropenstürmen kommen
September
mäßig
31°C
Oktober
gut
31°C
November
sehr gut
31°C
Dezember
sehr gut
31°C

Die beste Reisezeit für Vietnam sind die Monate Januar, November und Dezember. In dieser Zeit wird eine durchschnittliche Temperatur in Höhe von 31° Celsius erreicht. Der sonnigste Monat ist der Februar mit durchschnittlich 8 Sonnenstunden pro Tag. Im Vergleich hierzu liegt die Temperatur in den kältesten Monaten bei lediglich 31° Celsius bei durchschnittlich 17 Regentagen. Im Jahresmittel liegt die durchschnittliche Tagestemperatur bei 32° Celsius und die Nachttemperatur bei 23° Celsius. Im Schnitt regnet es jeden Monat an 12 Tagen. Der regenreichste Monat ist der Juli.

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Historie und Naturschätze

Vietnam ist ein Land auf dem Sprung in die Zukunft. Moos und Patina bedecken jahrtausendealte Kulturdenkmäler, doch auf den Straßen in den Städten von Saigon bis Hanoi tobt das moderne Leben: ein Land zwischen Vergangenheit und Aufbruch. Artenreiche Nationalparks und Naturschätze begeistern die Reisenden, ob in der spektakulären Ha-Long-Bucht im Norden oder in der amphibischen Welt des Mekongdeltas im tiefen Süden. Dazwischen warten 3200 km Küste mit Inseln, Badestränden und Hideaways auf Erkundung. In den Städten bestimmen an manchen Ecken noch Kolonialbauten und verwitterte Villen in weichen Ockertönen das Bild, schattige Alleen unter Tamarinden und farbenprächtige chinesische Tempel. Doch die Skyline wächst mit jedem Wimpernschlag. Und: Mopeds, überall Mopeds, ganze Schwärme ohne Ende.

Jenseits des Vietnamkriegs

Wie kaum ein anderes Land hat Vietnam in seiner 4000-jährigen Geschichte unter Kriegen und fremden Herrschern gelitten: Chinesen, Franzosen, Japaner und schließlich die US-Amerikaner. Heute kommen sie alle gleichzeitig und in friedlicher Mission. Rund 15 Mio. Besucher pro Jahr – die meisten aus China, Südkorea und Russland – und die alljährlichen Wachstumsraten geben den Vietnamesen Recht: Das südostasiatische Land boomt, auch als Reiseland. Es kann also voll werden, vor allem in der Ha-Long-Bucht und in den schönsten Badeorten wie Mui Ne. Den verheerenden Vietnamkrieg haben die meisten der ca. 95 Mio. Vietnamesen längst hinter sich gelassen, denn mehr als die Hälfte von ihnen sind unter 35 Jahre alt und kennen das Kriegsgeschehen nur aus Geschichtsbüchern. So haben auch die Urlauber den touristischen Kriegspfad und die Vietcong-Tunnel endlich verlassen – Vietnam hat nämlich mehr zu bieten.

Hello Mister!

Die Vietnamesen begegnen den Fremden meist mit einer freundlich-schelmischen Neugier: Wo sich ein tay bewegt, ein Westler, gibt es stets etwas zu erleben! Oder zu lachen. Natürlich kann man dem tay auch gut etwas verkaufen, was nicht wenige Reisende als aufdringlich empfinden. Wer jedoch nicht auf das Verkaufsanliegen reagiert, bei dem verlieren die fliegenden Händler meist schnell das Interesse. Die Kinder probieren ihr Englisch aus und rufen „I love you“ oder „Hello mister!“. Respekt vor dem anderen, vor allem vor Älteren, ist eine Tugend, ein konfuzianisches Grundgesetz, gepaart mit Ahnenverehrung und Fleiß. Oft leben bis zu drei Generationen in einem einzigen Raum, das können bis zu sieben, acht Personen sein. Der Wohnraum in Saigon ist unbezahlbar geworden, die wenigen freien Grundstücke, Häuser und Wohnungen wechseln schnell den Besitzer.

Willkommen im Turbokapitalismus

Doi Moi, die 1986 eingeleitete wirtschaftliche Reformpolitik der kommunistischen Regierung, hat die Gesellschaft verändert: Profitstreben ist ein neues Wort im vietnamesischen Vokabular. Das jährliche Durchschnittseinkommen liegt bei geschätzten 2200 US-Dollar (ca. 1800 Euro) – die Armut wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als halbiert, das Stadt-Land-Gefälle ist jedoch weiterhin sehr groß. Während die größte ethnische Minderheit, die Chinesen, vor allem in den südvietnamesischen Städten den Handel beherrscht, leben die meisten der 54 Volksgruppen Vietnams in den Bergen und im zentralen Hochland, viele noch in der Übergangsphase von uralter Tradition und modernem Leben. Jede Gruppe trägt ihre eigenen Trachten und pflegt ihre Feste und Riten.

Abenteuer für alle Sinne

Bezaubernd ist die landschaftliche tropische Schönheit Vietnams mit gleich mehreren Unesco-Schätzen wie Weltkulturerbestätten und Biosphärenreservaten. Überwältigend sind die Ha-Long-Bucht mit ihren steil aufragenden Kalkfelsen und die atemberaubend schroffen „Vietnamesischen Alpen“ im Nordwesten, die in kalten Wintern sogar von Schnee bedeckt sind. Bei Phan Thiet knirscht der weiche Sand am Mui-Ne-Strand unter den Füßen, Saigon präsentiert sich mit himmelsstürmender Skyline, und im Mekongdelta wird der scheppernde Klang der Longtailboote zur allgegenwärtigen Geräuschkulisse. Garniert wird das Vietnam- Erlebnis mit Köstlichkeiten der regionalen Küchen. Ob du nun in der Ha- Long-Bucht das Rockclimbing ausprobierst oder im Saigoner Morgengrauen das zeitlupenhafte Tai-Chi, dich im Weihrauchnebel einer Pagode verirrst oder mit dem Rad im chaotischen Verkehrsgetümmel Hanois: Irgendwann kommst du den Vietnamesen, ihren geheimnisvollen Drachen und Geistern näher!

Gut zu wissen

Anreise

Ab Frankfurt am Main nonstop nach Saigon und Hanoi fliegt Vietnam Airlines (Rossmarkt 5 | 60311 Frankfurt | Tel. 069 2 97 25 60 | vietnamairlines.com) (tgl., ca. 800 Euro; bei Buchungen von Weiterflügen innerhalb Vietnams oder in Nachbarländer werden oft Rabatte von 50 Prozent gewährt). Außerdem fliegt Lufthansa/ Thai Airways von Frankfurt am Main über Bangkok nach Saigon.

Banken, Geld & Währung

Landeswährung ist der Vietnamesische Dong (VND) in Scheinen von 500 bis 500 000 VND. Vorsicht: der 20 000- und der 500 000-Dong-Schein ähneln sich sehr. ATM-Geldautomaten geben in allen Städten gegen geringe Gebühr Dong aus (Visa, Mastercard, in größeren Touristenzentren auch EC-/Maestro-Karte). Der Umtausch von Euro-Bargeld ist problemlos möglich, ebenso die Zahlung mit Kreditkarten in großen Hotels, Touristenlokalen, Reise- und Airlinebüros (bis zu 4 Prozent Gebühr). Zu empfehlen ist das Geldwechseln in lizenzierten privaten Wechselstuben (meist 7–22 Uhr, z. B. in der Dong Khoi oder in der Hauptpost in Saigon) oder größeren Schmuckläden. Da sich offenbar die Diebstähle von kleineren Mengen Geld aus dem Zimmer, Gepäck und sogar Zimmersafe häufen, sollte man das Geld gegen Quittung im Rezeptionssafe hinterlegen.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

29 Tran Phu | Hanoi | Tel. 024 32 67 33 35 | 24-Std.-Notruf mobil 090 3 40 70 33 | hanoi.diplo.de

Deutsches Generalkonsulat

126 Nguyen Dinh Chieu | Saigon | Tel. 028 38 29 19  67

Österreichische Botschaft

53 Quang Trung | Hanoi | Tel. 024 39 43 30 50 | bmeia.gv.at/oeb-hanoi

Schweizer Botschaft

Hanoi Central Office Building | 44b Ly Thuong Khiet | Hanoi | Tel. 024 39 34 65 89 | eda.admin.ch

Einreise

Üblich ist das in den Konsularabteilungen ausgestellte Touristenvisum (bis zu vier Wochen gültig, einmalige Einreise, 30-Tage-Visum 65 Euro). Deutsche reisen bis zu 15 Tage visumfrei; dies galt allerdings bei Redaktionsschluss dieses Reiseführers vorläufig nur bis Juni 2021. Das reguläre Visum kann mit einem sechs Monate gültigen Reisepass auch per Einschreiben spätestens zwei Wochen vor Abreise beantragt werden (einzusenden mit frankiertem Rückumschlag, Verrechnungsscheck und Passfoto). Dauer: 14 Tage, persönlich geht es schneller und unkomplizierter. Antragsformulare gibt es unter vietnam botschaft.org (Menüpunkt „Konsular“) oder visa.mofa.gov.vn. Schneller erhältlich (Dauer: max. drei Tage) sind die bis voraussichtlich Januar 2021 verfügbaren e-Visa (evisa.xuatnhap canh.gov.vn) (max. 30 Tage gültig, 25 US-Dollar, Beantragung mit Scan des Reisepasses und Passfoto). Ein Kinderreisepass ist notwendig. Visumfrei für max. 30 Tage kann man auf die Insel Phu Quoc reisen, u. a. mit den Direktflügen aus Bangkok mit Bangkok Airways; bei einem internationalen Flug nach Hanoi oder Saigon mit Umstieg nach Phu Quoc darf man den Transitbereich nicht verlassen. Wer im Anschluss andere Ziele in Vietnam besuchen möchte, braucht ein (vorher zu beantragendes) Visum.

Wegen der sich stets ändernden und komplizierten Visumbestimmungen und -gebühren sollte man sich vor der Reise auf jeden Fall selbst bei der Botschaft erkundigen (vietnam.diplo.de).

Gesundheit

Impfungen sind nicht vorgeschrieben, außer bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet. Schutz gegen Polio, Tetanus, Diphtherie, Hepatitis A/B und Typhus ist jedoch empfehlenswert. In den Malariaregionen empfiehlt sich ein Standby-Medikament (hohes Malariarisiko in den Grenzregionen zu Kambodscha, sonst geringes bis kein Risiko). Um Durchfall zu vermeiden, solltest du kein Leitungswasser trinken, es auch nicht zum Zähneputzen verwenden und außerhalb der internationalen Hotels weder ungeschältes Obst noch Salate essen. Kauf Eiscreme nur in Luxushotels; wegen der Choleragefahr in Nordvietnam (v. a. Hanoi, Ninh Binh) ist es aber besser, ganz darauf zu verzichten. Bei den Tropeninstituten gibt es eine gut verträgliche Choleraschluckimpfung. Hämorrhagisches Denguefieber wird gemeldet mit Schwerpunkt im Süden (v. a. Mekongdelta, auch Saigon), aber auch in anderen Landesteilen. Es wird von einer tagaktiven Mücke übertragen; schützen kannst du dich durch langärmelige, helle Kleidung und Mückenschutzlotion, vorbeugende Medikamente gibt es nicht.

Aktuelle Informationen gibt es beim Gesundheitsamt oder bei den Tropeninstituten (dtg.org). Weitere Infos bietet fit-for-travel.de. Vor der Reise sollte man eine Auslandskrankenversicherung (mit Krankenrücktransport) abschließen.

Inlandflüge

Tägliche Flüge mit Vietnam Airlines verbinden alle größeren Städte. Ein Rückflugticket Saigon–Hanoi (2 Std. Flugzeit) kostet ab ca. 140 Euro, deutlich weniger mit den Billigairlines Viet Jet Air (vietjetair.com) und Jetstar Pacific Vietnam (jetstar.com). Besonders vor dem Tet-Fest rechtzeitig buchen!

Klima & Reisezeit

Im Süden ist es am angenehmsten von Dezember bis März mit erträglichen Temperaturen und wenig Niederschlag. Im April/Mai leitet drückende Schwüle die Regenzeit (Juni–Dez.) ein. Von Juni bis November kann es zu schweren Stürmen und Überschwemmungen in Mittelvietnam und im Mekongdelta kommen. Je weiter man nach Norden kommt, desto größer werden die Schwankungen zwischen Sommer und Winter, es gibt eigentlich vier Jahreszeiten. Während die Subtropensommer ab April feuchtheiß sind, können die Temperaturen an der nördlichen Zentralküste von Dezember bis Februar deutlich unter 20 Grad absinken. Zudem trübt dann wochenlanger Nieselregen das Reisevergnügen.

Öffnungszeiten & Eintrittspreise

Pünktliche Öffnungszeiten darfst du eher nicht erwarten. Viele Museen sind Mo bzw. mittags 11.30–13.30 Uhr geschlossen. Wenn nichts anderes angegeben ist, ist der Eintritt frei.

Strom

Adapter Typ A

Die Netzspannung beträgt meist 220 Volt. Mancherorts sind Universal-Adapter hilfreich.

Taxi & Rikscha

In Hanoi und Saigon gibt es viele Taxis mit Taxameter (ca. 0,55 Euro pro Kilometer, Grundtarif ca. 0,55 Euro). In beiden Städten mehren sich leider rasant Betrügereien. Wenn der Taxameter auffällig schnell unregelmäßig rattert und der Fahrer oft hupt: anhalten, angemessene Summe zahlen und aussteigen! Am besten im Hotel ein offizielles Taxi bestellen lassen bzw. nur die bekannten Firmen anhalten. Zuverlässig sind Vinasun (Tel. 028 38 27 27 27) und Vinataxi (Tel. 028 38 11 11 11) in Saigon sowie May Linh (Tel. landesweit 10 55) in ganz Vietnam. Außerdem in Hanoi und Saigon: uber.com und grab.com.

Typisch sind Cyclos, Fahrradrikschas, bei denen der Preis ausgehandelt werden muss (pro Stunde ca. 2–4 Euro; in Saigon/1. Bezirk und Hanoi-Altstadt werden Phantasiepreise von ca. 8 Euro genannt, da kommt es aufs Verhandlungsgeschick an). Beliebt sind auch Mopedtaxis (Helm tragen!). In manchen Städten, wie in Can Tho, gibt es motorisierte Cyclo-Taxis (Mofa vor zweisitzigem Karren, ca. 0,50 Euro pro Kilometer). Da die öffentlichen Buslinien (nur in Saigon und Hanoi) etwas schwer zu durchschauen sind – und bis zur Eröffnung der U-Bahn in Saigon (frühestens 2020) –, sind die vielen Taxivarianten die Hauptfortbewegungsmittel für Touristen in Vietnam.

Telefon & Handy

Auslandsgespräche vom Hotel aus kosten ca. 0,50–1 Euro. Billiger geht es mit IDD-Telefonkarten von Postämtern und einigen Telefonzellen aus (bis ca. 0,20 Euro/Min.), am billigsten in Internetläden (z. B. per Skype oder Yahoo Voice, kostenlos, aber oft noch mit schlechten Verbindungen; ggf. Webcam abschalten), kostenfrei auch mit Whatsapp übers Internet.

Billig ist es, sich aus Deutschland anrufen zu lassen (Festnetz und Handy): mit Billignummern (billiger-telefonieren.de) über Call by Call (mit Telekom- Festnetzanschluss) oder Call-Through- Nummern (ca. 0,20–0,30 Euro/Min.); via Skype; mit „Rubbelkarten“, z. B. in Asialäden zu erhalten, telefoniert man für 15 Euro ca. 200–300 Min. (z. B. nobel.com).

Mobilnetzbetreiber sind Viettel, Vietnamobile und die teureren Vinaphone und Mobifone. Vietnamesische SIM-/ Prepaid-Data-Karten werden von SIMCard- Straßenhändlern oder in kleinen Läden passend gemacht, und dann kostet das Telefonat nach Hause nur noch Eurocentbeträge, etwa mit Happy Tourist von Mobifone für ca. 8 Euro; der Preis ist abhängig von Datenvolumen bis 6 GB und Guthaben (ca. 0,02 Euro/ Min. nach Deutschland, SMS versenden ca. 0,01 Euro). Ein Handy kostet ab 10 Euro in Vietnam. Da es unterschiedlich teure Telefonnummern in Vietnam gibt (z. B. teure, wie 4 00 40 04 00) sollte man beim Kauf ggf. nach einer „billigen“ Telefonnummer fragen.

Vorwahl Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Vietnam 0084, dann die Ortsnetzkennzahl ohne Null.

Trinkgeld

Trinkgeld kannst du gern geben, es ist in besseren Restaurants und Hotels aber oft bereits als service charge enthalten. In Garküchen wird kein Trinkgeld erwartet. In Hotels kann man pro Tag 20 000 VND (ca. 1 Euro) hinterlassen. Bei Gruppenreisen wird meist am Ende für Fahrer und Reiseführer gesammelt, pro Reisegast und Tag 150 000 VND (ca. 5 Euro) für beide.

Zeit

+ 6 bzw. 5 Stunden Zeitverschiebung

Mitteleuropäische Zeit (MEZ) plus sechs Stunden, während der Sommerzeit in Europa plus fünf Stunden.

Zoll

Zollfrei bei der Einfuhr nach Vietnam sind 1,5 l Spirituosen oder 2 l Wein und 200 Zigaretten oder 100 Zigarren oder 500 g Tabak. Ohne zollamtliche Ausfuhrbescheinigung dürfen Antiquitäten nicht ausgeführt werden. Zollfreie Mengen in die EU sind u. a. 200 Zigaretten, 1 l Getränke mit mehr als (oder 2 l mit bis zu) 22 Vol.-% Alkoholgehalt und 4 l Wein sowie andere Waren im Wert von bis zu 430 Euro. zoll.de

Mekongtouren

Mekong Eyes Cruise (in Freiburg und Can Tho | mekongeyes.com) veranstaltet Bootstouren auf einer umgebauten Reisbarke mit 30 schönen Doppelzimmern (deutsche Leitung). Ein guter Veranstalter ist auch Sinh Balo Adventure Travel (283/20 Pham Ngu Lao | Saigon | Tel. 028 38 37 67 66 | sinhbalo.com | zwei Tage für zwei Personen ca. 140 Euro pro Person). Ganz luxuriös reist man mit den Pandaw- Schiffen (pandaw.com), die zwischen Saigon/ My Tho und Angkor in Kambodscha verkehren.

Mietwagen & Mopedtouren

Für individuelle Touren haben sich Mietwagen mit Fahrer bewährt, zu buchen am besten bei Reiseagenturen (inkl. Fahrer/ Benzin ab ca. 45 Euro/ Tag, Kilometerpauschale, ggf. zuzüglich ca. 30 Euro/ Tag Pauschale für einen Führer). Um selbst Auto zu fahren, benötigt man einen internationalen Führerschein; Mopedfahren ist in Vietnam mit dem deutschen Führerschein der Klasse B bei den Mietmotorrollern (die meisten mit deutlich über 50 cm3 Hubraum) nicht erlaubt.

Die Autorin dieses Reiseführers (selbst Motorradfahrerin) und das Auswärtige Amt (auswaertiges-amt.de | vietnam.diplo.de) warnen ausdrücklich vor dem Selbstfahren, mit dem Pkw wie mit dem Moped! Vietnam ist eines der Länder mit den meisten Verkehrstoten in Asien; unter anderem gibt es kein effizientes Rettungssystem wie in westlichen Ländern.

Touristen können alternativ bei Mopedtouren als Sozius mit den Profis mitfahren, wie Easy Rider (z. B. Da Lat | dalat-easyrider.com) oder Xo Tours (Saigon | xotours.vn). In Vietnam gilt Helmpflicht. Wer eine Tour plant oder oft mit dem Mopedtaxi fahren will, sollte sich am besten sogar einen guten (Integral-) Helm von zu Hause mitbringen, da in Vietnam keine passenden und sicheren Helme vorhanden sind.

Mietwagenanbieter: Avis (avis.com.vn | avis.de), VN Rent a Car (vnrentacar.com)

Öffentliche Verkehrsmittel

Es gibt tägliche Zugverbindungen zwischen Hanoi und Saigon. Der Wiedervereinigungsexpress zuckelt in 32–38 Stunden fünfmal täglich von Nord nach Süd und umgekehrt. Empfehlung: per Soft Sleeper der 1. Klasse reisen (buchen!).

Abzuraten ist von den öffentlichen Überlandbussen, denn es kommt zu vielen schweren Unfällen. Wer mit dem Touristenbus reisen möchte, erkundigt sich in den Travellercaféketten nach sogenannten Open Tours. Bequem sind Busse mit Schlafsitzen (Hanoi–Hue ca. 15 Euro). Zuverlässige Busfirmen sind Mai Linh Express Bus (Tel. 028 39 39 39 39 | mailinhexpress.vn) und Hoang Long (Tel. 0225 3 92 09 20 | hoanglongasia.com). Onlinetickets für Flüge/ Bahn/ Bus, auch per Kreditkarte, gibt’s z. B. über bao lau.vn, 12go.asia/en und dsvn.vn.

Geld spenden

Du willst helfen? Spende dein Geld nicht (professionellen) Bettlern an der Straße, sondern besser einem der karitativen Vereine, die sich um Straßenkinder und Behinderte kümmern, etwa der Kinderhilfe Hyvong (kinderhilfe-vietnam.de) in Berlin, Saigon Children (saigonchildren.com), Reaching Out (reachingoutvietnam.com) in Hoi An oder der Hoa Sua School (hoasuaschool.edu.vn) in Hanoi. Weitere Informationen gibt es bei Terre des Hommes (tdh.de).

Internetzugang & WLAN

WLAN (WiFi) ist fast überall kostenlos (außer in einigen Luxushotels): in Hotels und Cafés, an Flughäfen, teils sogar an Busbahnhöfen und in (Schlaf-) Bussen (Mai Linh und Phuong Trang/ Futa, sehr langsam, eine Prepaidkarte ist empfehlenswert). Für Skype gibt es landesweit Internetcafés, selbst in abgelegenen Bergregionen. Soziale Netzwerke können von der Regierung sporadisch blockiert sein; dies kann man ggf. mit einem Proxyserver umgehen (vorher erkundigen).

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Januar

Tet Duong Lich (Christliches Neujahr)

3. Februar

Gründungstag der Kommunistischen Partei Vietnams (1930)

30. April

Tag der Befreiung (Einnahme Saigons durch die nordvietnamesische Armee 1975)

1. Mai

Tag der Arbeit

2. September

Nationalfeiertag (Staatsgründung 1945)

Veranstaltungen

Januar/Februar

Tet Nguyen Dan: Das vietnamesische Neujahrsfest ist das wichtigste Familienfest, es wird eine Woche lang gefeiert. Es kann zu Engpässen bei Flügen kommen. (1. Tag des 1. Monats; meist Ende Jan./Feb., die nächsten Termine: 12. Feb. 2021, 1. Feb. 2022, 22. Jan. 2023)

April

Thanh Minh: Ahnenfest auf den Friedhöfen (5. Tag des 3. Monats; meist im April)

Huong-Tich-Fest: Frühlingswallfahrten zu den Tempeln des Huong Tich Son (15. Tag des 3. Monats; meist im April)

Mai

Phat Dan: Buddhas Geburtstag (8. Tag des 4. Monats; meist im Mai)

Mai/Juni

Tet Doan Ngo: Mittsommerfest (5. Tag des 5. Monats; meist Ende Mai/Juni)

August/September

Trung Nguyen: Ahnenfest mit Opfergaben an Hausaltären und Tempeln (15. Tag des 7. Monats; meist Aug./ Sept.)

September

Le Hoi Choi Trau: Wasserbüffel-Opferfest zur Ernte (regional: Do Son bei Hai Phong; 8./9. Tag des 8. Monats; meist Sept.)

September/Oktober

Trung Thu: Vietnamesischer Valentinstag und Mittherbstfest, auch zu Ehren der Kinder, mit nächtlichen Laternenprozessionen bei Vollmond (15. Tag des 8. Monats; meist Sept./Okt.)

Bloss nicht!

Mönche berühren

Buddhistische Mönche dürfen nicht von Frauen berührt werden. Ein Geschenk überreicht man am besten z. B. über den Reiseleiter. Warte auch bei der Begrüßung ab: Reicht der Mönch dir nicht selbst die Hand, werde auf keinen Fall aktiv.

Bargeld spenden

Auch wenn du Mitleid hast. Es gibt im Land Tausende professionelle Bettler, die von skrupellosen Geschäftemachern ausgebeutet werden. Spende dein Geld lieber einer Hilfsorganisation.

Zu viel bezahlen

Weise beim Bezahlen im Taxi, an der Kasse der Zitadelle in Hue oder beim Obstkauf an der Straße auf den Wert des Geldscheins hin – sonst passiert es häufig, dass reklamiert wird, die Verkäuferin oder der Verkäufer hätte statt eines 100 000-Dong- Scheins nur einen 10 000-Dong-Schein erhalten. Sieh dir ebenso aufmerksam das Wechselgeld an.

Zum Tet-Fest verreisen

Zum Tet-Fest, dem vietnamesischen Neujahr, ist ganz Vietnam auf Reisen. Dann sind Tickets rar und teuer, Service und Tourangebot eine Woche lang lahmgelegt, viele Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Läden geschlossen.

Nationalparks am Wochenende besuchen

In den Nationalparks darf man am Wochenende oder feiertags nicht unbedingt Abgeschiedenheit erwarten. Die Pfade und Unterkünfte sind dann oft überfüllt mit Vietnamesen in Truppenstärke samt lauter Musik und größerem Biervorrat.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher

Das schwarze Pulver von Meister Hou

Ein Kriminalroman (2010) der Schwestern Tran-Nhut: Mandarin Tan muss geisterhafte Fälle lösen – eine spannende Zeitreise ins 17. Jh.

Frei sein, wo immer du bist

Thich Nhat Hanh ist der Bestsellerautor unter den schreibenden Mönchen: ein kleines Buch voller Weisheiten über Glück, (innere) Freiheit und menschliche Würde (2015)

Apocalypse Now

Mit Gänsehautfaktor: der unvergessliche Walkürenritt der Kampfhubschrauber und Marlon Brando als durchgeknallter Colonel Kurtz in dem oscargekrönten Meisterwerk über den Vietnamkrieg (1979, Regie: Francis Ford Coppola)

Filme

Der Duft der günen Papaya

Der Spielfilm des vietnamesisch-französischen Regisseurs Tran Anh Hung erzählt über einen Zeitraum von zehn Jahren vom Leben des Mädchens Mui, das mit zwölf Jahren vom Dorf nach Saigon gekommen ist, um als Dienstmädchen zu arbeiten (1993)

24-32 °C
5 h/Tag
28 °C

Fakten

Einwohner 94.660.000
Fläche 331.690 km²
Sprache Vietnamesisch
Währung vietnamesischer Đồng
Strom 127, 220 V, 50 Hz
Regierungssystem Volksrepublik
Hauptstadt Hanoi
Ortszeit 14:56 Uhr
Zeitverschiebung 5 h (zu MESZ)

Anreise

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