
Reiseführer Polnische Ostseeküste

Weißer Strand, von Dünen und Kiefernwald gesäumt, raue Kliffe, an denen in jedem Herbst aufs Neue die Stürme nagen, Strandseen, Salzwiesen und Haffs, von Nehrungen geschaffen, halb Meer, halb Lagune: Polens Ostseeküste hat viele Gesichter. 524 km zieht sie sich hin vom Zipfel der Insel Usedom über die Danziger Bucht bis zur Frischen Nehrung, deren Spitze schon im russischen Kaliningrad liegt.
Strandparadiese
Fast 100 m ragt die Steilküste der Insel Wollin nördlich von Stettin auf, ein Massiv aus Kreide und Lehm, von Buchen und Eichen bewachsen. Weiter nach Osten fällt die Küste ab, geht auf in den breiten Dünenketten von Westpommern. Schließlich wieder ansteigend, nun aber sanfter, zum Słowiński-Nationalpark hin, wo der Wind den Sand zu 50 m hohen Wanderdünen aufgetürmt hat. Kein Wunder, dass die Ostseeküste zu den beliebtesten Ferienregionen Polens zählt.
Mit aller Kraft voraus!
Villen im verspielten Stil der Bäderarchitektur erstrahlen frisch restauriert oder wurden stilecht nachgebaut, Promenaden und Seebrücken nach alten Vorbildern erneuert. Kołobrzeg wirbt selbstbewusst als „sonnenreichste Stadt des Nordens“. Dabei hätte das renommierte Kurbad Werbung kaum mehr nötig. 1,5 Mio. Gäste kommen Jahr für Jahr in die heimliche Ferienhauptstadt der polnischen Ostseeküste. Sopot (Zoppot), einst „Deutschlands mondänstes Seebad“, ist längst wieder ein Laufsteg der Schönen und Reichen – und derer, die sich dafür halten.
Geschichte
2000 v. Chr.
Slawische Wenden siedeln an der pommerschen Küste
1309
Deutsche Ordensritter unterwerfen die einheimischen Pruzzen und gründen einen Staat
1410
Niederlage der Ordensritter gegen Polen-Litauen
1772–1795
Russland, Preußen und Österreich teilen Polen auf
1918/19
Es entsteht wieder ein souveräner polnischer Staat
1939–45
Deutschland überzieht Polen mit Krieg: Zurück bleibt ein zerstörtes Land – mehrere Millionen Menschen sterben
1945
Polen wird 150 km Richtung Westen verschoben und zugleich sozialistische Volksrepublik
1980/81
Gründung der freien Gewerkschaft Solidarność
1989/90
Der Sozialismus dankt ab, Polen wird kapitalistisch
1999 / 2004
Polen tritt der Nato / EU bei
2026/27
Polens neoliberale Regierung lässt in der Ostsee bei Ustka für 7,15 Mrd. Euro einen Mega-Windpark bauen
Küsteneinsamkeit oder Beachparty?
Nicht nur in Polens Nobelbadeort, dessen schönste Straße die 512 m lange Seebrücke ist, setzt man auf Gäste, der Tourismus ist die Wachstumsbranche an der polnischen Küste. Vielerorts zwischen Wollin und der Frischen Nehrung öffneten Hotels und Wellnesstempel, wachsen moderne Resorts aus dem Sand. Die Zersiedelung bekommt der Küstenlandschaft nicht überall gut. Ferien-Hotspots wie Mielno, Niechorze oder das Surfmekka Jastarnia auf der Halbinsel Hel verwandeln sich im Juli und August Abend für Abend in Partyzonen. Doch zwischen den Urlaubszentren wird die Küste schnell wieder leer und still, und selbst im Hochsommer hat man die Ostsee kilometerweit fast für sich. Und wer statt des Strandtrubels ländliche Beschaulichkeit sucht, muss nicht weit reisen. Südlich der Küste schließt sich ein Mosaik an aus sanften Hügelketten, unberührt scheinenden Wäldern und Seen. In den Dörfern gehören Störche noch zum Alltag, in Gemüsegärten wachsen Kartoffeln, Zwiebeln und Tomaten. Die Region zwischen Koszalin und Lębork mit ihren fruchtbaren Äckern zählt zu den größten Saatzuchtzentren für Kartoffeln in Europa. Um die traditionellen kleinen Höfe nicht sterben zu lassen, vergibt der Staat Zuschüsse für umweltgerechte Landwirtschaft.
Deutsche Vergangenheit, polnische Gegenwart
Für viele Besucher, die aus Deutschland kommen, ist es auch eine Zeitreise in die Vergangenheit, an die Stätten der Groß- oder Urgroßeltern. Jahrhundertelang, vom späten Mittelalter bis 1945, waren weite Teile des Landes zwischen Stettiner Haff und Frischer Nehrung deutsch. Die großen und kleinen Städte bewahren ein reiches kulturelles Erbe: Burgen, Backsteingotik, Bürgerhäuser. Da ist Szczecin, das alte Stettin, mit dem Greifenschloss. In Kamień Pomorski, früher Cammin, steht die Bischofskathedrale, einst geistiges Zentrum Pommerns. Im Osten erinnert die Marienburg an die Herrschaft der Ordensritter, die im 13.Jh. in das slawisch-heidnische Land an der Weichsel vordrangen und ihren theokratischen Militärstaat errichteten. Über allem thront Gdańsk, Danzig, das Juwel der Ostseestädte. Mehr als 1000 Jahre ist das mächtige Handelszentrum alt, und an allem gewachsen: unter dem Deutschen Orden und als Löwe im Hansebund, zu Zeiten der polnischen Teilung, später als Freie Stadt. Am 1.September 1939 entfesselte Hitler-Deutschland hier den Zweiten Weltkrieg, an dessen Ende auch Danzig in Trümmern lag. Die Stadt erhob sich wieder, nun Gdańsk heißend, polnisch, sozialistisch – doch immer noch an der Ostsee. Im August 1980 erstreikten 16 000 Werftarbeiter, angeführt von Lech Wałęsa, die Gründung einer freien Gewerkschaft. Das war der Anfang vom Ende des sozialistischen Ostblocks.
Dreieinigkeit an der Danziger Bucht
Die Solidarność-Revolution ist Geschichte. Heute präsentiert sich Gdańsk, mit Sopot und Gdynia zur „Dreistadt“ verschmolzen, als weltoffene Ostseemetropole. Willkommen sind auch die deutschen Nachbarn, trotz manchen Vorurteils, das noch zwischen den Völkern steht. Am ehesten werden das die jüngeren Generationen abbauen, für die die unheilvolle Vergangenheit Geschichte ist und die Zukunft in einem offenen Europa liegt. Der Eiserne Vorhang hatte die Mitte des Kontinents so sehr verschoben, dass die Wanderdünen von Łeba manchem im Westen immer noch so entlegen scheinen wie die Sahara. Dabei führt eine Reise nach Pommern geradewegs zurück ins alte Herz Europas. Lass dich längs der Küste treiben und entdecke dabei herrliche Natur und 1000-jährige Kultur, koste frisch geräucherten Fisch am Strand und dazu ein lokales Craftbier! Szerokiej drogi (Gute Reise)!
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MARCO POLO Reiseführer
Polnische Ostseeküste, Danzig
Buch, 9. Auflage · 17.95 €Zwischen Backsteingotik und Hansestädten: Mit dem MARCO POLO Reiseführer an die polnische Ostseeküste und nach Danzig Weiße Strände, von Dünen und Kiefernwald gesäumt, mit Salzwiesen und Haffs dekoriert: Die polnische Ostseeküste wirkt wie ein liebliches Gemälde. Vom Zipfel der Insel Usedom über die Danziger Bucht bis zur Frischen Nehrung warten hier einzigartige Naturerlebnisse darauf, von dir entdeckt zu werden.
Damit dir in dieser vielseitigen Region nichts entgeht, findest du in deinem MARCO POLO Reiseführer alles, was du für eine maximal einfache Reiseplanung brauchst. So bist du ohne lange Vorbereitung bestens gerüstet für den perfekten Urlaub am Ostseestrand!
Action, Entspannung oder beides zusammen: Ostseeurlaub nach deinem Geschmack!
Ob Aktivurlaub in der Natur oder Städtetrip mit Kultur- und Architekturgenuss – die Region zwischen Stettin und Weichsel-Delta bietet für jeden das Passende. Begib dich im Wolliner Nationalpark auf die Suche nach brütenden Seeadlerpaaren, blicke vom Turm der Marienkirche über Danzigs Giebeldächer oder stürze dich im Surferparadies der Halbinsel Hel in die Wellen. Mit dem MARCO POLO Reiseführer für die polnische Ostseeküste stehen dir alle Möglichkeiten offen. Lass dich zu deinem Traumurlaub inspirieren!
ERLEBE LOS!

Polnische Ostseeküste in Buch & Film

