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Der Wind pfeift, Wellen schlagen gegen die Felsen. Ist das hier nicht doch das Ende der Welt? Immer wieder hört man diese Worte an der wohl berühmtesten bretonischen Steilküste. Sogar im Hochsommer wirkt die Pointe du Raz äußerst wild. Einheimische raten zu Recht, die Küste des Finistère außerhalb der Hochsaison zu besuchen. Dann schäumt der Ozean geradezu vor Wut.
Küste der Kontraste
Die Küste spiegelt den Charakter der Bretagne. Schon immer ging die Faszination dieser Halbinsel von ihren Gegensätzen aus. Die Vielfalt ihrer Landschaften ist einzigartig. Allein die 2730 Küstenkilometer – ein Drittel der Gesamtlänge der französischen Küste – bieten hinter jeder Felszacke, jeder Pinie und jeder Hortensie neue Eindrücke.
Wechselvolle Landschaften
Hinter dem Mont-St-Michel, der noch zur Normandie gehört, beginnt die heutige Bretagne – die historische Grenze lag vor langer Zeit weiter östlich. Hier ist das Land lieblich, saftiges Grün herrscht vor. In windgeschützten Lagen findet sich beinahe mediterrane Flora. Vorbei an der rot gefärbten Steilwand des Cap Fréhel und der sich anschließenden Rosa Granitküste wird die Landschaft in Richtung Westen wilder, die Vegetation spärlicher. Waren die Felsen gerade noch durch Wind und Wasser rund poliert, sind sie nun gezackt und schroff; das zuvor einladende Rosa weicht derbem Grau. Weiter im Süden befinden sich die langen Strände des Morbihan. Auf dem feinen, hellgelben Sand messen sich Strandsegler. Pinienhaine säumen die flache Küste, durchsetzt von Campingplätzen und vereinzelten Hinkelsteinen. Der Südosten der Bretagne ist das Land der Menhire. Man findet sie auch anderswo, aber nirgends in so großer Zahl und so alt wie hier. In und um Carnac stehen Tausende, oftmals wie aufgereiht. Andere finden sich einsam in der Landschaft. Keiner weiß heute mit Bestimmtheit, zu welchem Zweck all diese Steine aufgerichtet wurden. Begriffe wie Menhir (langer Stein) oder Dolmen (Steintisch) haben sich in den heutigen Sprachgebrauch herübergerettet. Dabei war die bretonische Sprache Brezhoneg bis 1951 – mit einer kurzen Unterbrechung in den 1940er-Jahren – verboten. Die Franzosen hatten ihren Gebrauch schon vor langer Zeit zu unterbinden versucht, da sie der Inbegriff war für das Bestreben der stolzen Bretonen nach Wiedererlangung ihrer Unabhängigkeit von Frankreich. Und genau das unterscheidet sie von anderen Franzosen: Frag einmal jemanden aus Brest, Quimper oder gar Nantes nach seiner Nationalität! Er wird verwundert entgegnen: „natürlich Bretone!”
Geschichte
um 5000–2000 v. Chr.
Megalithkultur
6.Jh. v. Chr.
Kelten besiedeln das Land und nennen es Armorika
56 v. Chr.
Cäsar besiegt die Veneter, den wichtigsten Keltenstamm Armorikas
851–952
Souveränes Königreich Bretagne, Nantes ist Hauptstadt
1491
Herzogin Anne wird Königin Frankreichs. Die Bretagne bleibt unabhängig
1532
König Franz I. annektiert die Bretagne für die Krone
1790
Aufteilung der Bretagne in fünf Departements
1898
Die Union Régionaliste Bretonne wirbt für die Idee einer unabhängigen Bretagne
1940–45
Deutsche Besatzung. Alliierte bombardieren Brest, Lorient und St-Nazaire
2015
Dank der Renaturierung der Bucht umspült die See bei Flut wieder den Mont-St-Michel
2024
Mit Ostréapolis in Tour-du-Parc eröffnet das erste bretonische Austernzentrum mit Ausstellungen und Workshops
Leben am Wasser
Die Bretonen leben am, im und mit dem Wasser. Nicht umsonst ist das Lieblingsschiff vieler Berufs- und Hobbyseefahrer die in Brest stationierte „Abeille Bourbon”, der größte Hochseerettungsschlepper der Welt. Sie lieben das Meer, aber kennen auch seine Gefahren – und seine Gefährdungen. In lebhafter Erinnerung sind die Ölkatastrophen, die durch die Havarien der „Olympic Bravery” (1976), der „Amoco Cadiz” (1978) und der „Erika” (1999) verursacht wurden. Noch heute leben die Bretonen vom Meer: Zwei Drittel aller großen Fischereihäfen Frankreichs liegen in der Bretagne. Hier wird Küsten- wie Hochseefischerei betrieben. Häfen wie Saint-Malo und Roscoff unterhalten Fährverbindungen nach England und auf die Kanalinseln. Exportiert werden landwirtschaftliche und Fischereierzeugnisse. Ansonsten sind Handwerk und Tourismus Hauptwirtschaftszweige; Industrie gibt es kaum. Die Marine ist einer der größten Arbeitgeber, vor allem in Brest, wo auch der überwiegende Teil der Atlantikflotte liegt. Gemessen am nationalen Durchschnitt ist die Arbeitslosenquote eher niedrig. Auch der Respekt vor den Gefahren des Meers trieb die Fischer einst in Kirchen und Kapellen. Überhaupt sind die Bretonen ein frommes Volk. Seit der Ankunft der Missionare von den Britischen Inseln (5.–6.Jh.) herrscht der katholische Glaube vor. Neben Kirchen und Kapellen stechen noch heute die umfriedeten Pfarrbezirke hervor, einzigartige Granitgebilde aus Umfassungsmauer, Kirche, Beinhaus, Triumphtor und Kalvarienberg. Lebendiger Ausdruck der Gottesfurcht sind die vielen Pardons, bei denen man lokalen Schutzpatronen huldigt.
Techno trifft Tradition
Die Bretonen sind Nachfahren der Kelten. Man hört und sieht das auf den vielen Festen und Festivals. Hier wird zu Musik getanzt, die ein wenig nach Schottland und Irland klingt, teils aber viel älter ist. Jeden August treffen sich eine Woche lang Musiker aus allen keltischen Ländern in Lorient, um mit Bombarde und binioù kozh (Dudelsack) Straßen und Plätze zu beschallen. Selbst Punk- und Technobands zaubern immer wieder diese Instrumente hervor. Am Abend treffen in der Bar einmal mehr Tradition und Moderne aufeinander: zum Aperitif einen Kir Breton (Cidre auf Cassis) oder einen Bellini-Cocktail? Und nach dem Essen einen alten Lambig, den echten, weil bretonischen (sic!) Calvados? Oder doch lieber innovativen Whisky auf Meerespflanzenbasis? Hier verstehst du, warum die Bretonen die Gegensätzlichkeiten ihrer Heimat hochhalten: Schließlich nennt sich das Finistère auf Bretonisch Penn ar Bed – der Anfang der Welt! Alles nur eine Frage der Perspektive ...
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