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Wie eine Festung erhebt sich der Klosterberg Mont-Saint-Michel, das „Wunder des Abendlands“, aus der Marschlandschaft. Doch die Region im Nordwesten Frankreichs hat noch viel mehr zu bieten: Bilderbuch-Fachwerkdörfer, kilometerlange Strände, Steilküsten aus Kreidefelsen, berühmte Kathedralen und Abteien. Und die drei großen C – Camembert, Cidre und Calvados – stehen für das Savoir-vivre à la normande.
Mondäner Schick und ländliche Idylle
15 Uhr. Frühsommerluft liegt über dem Vieux Bassin, dem alten Hafenbecken von Honfleur. Die Mittagsgedecke sind abgeräumt, vereinzelt sitzen Nachzügler noch an Platten mit frischen Meeresfrüchten. Wenige Kilometer westlich liegen Sonnenhungrige im feinen Sand des mondänen Strands von Deauville. Die Strandcafés bevölkert schickes Publikum aus Paris. Im Hinterland spaziert derweil der Kellermeister, durch Apfelgärten in voller Blüte, prüft die Knospen, die einen guten Calvadosjahrgang versprechen. Zwischen den Bäumen grasen gefleckte Kühe auf saftigen Wiesen.
Sommerfrische mit Strand und Apfelhainen
Seit 200 Jahren ist die Normandie Inbegriff der Sommerfrische, Garten und Badewanne für die Bürger nicht nur der nahen Hauptstadt. In Seebädern wie Cabourg, Deauville, Dieppe und Granville begann für Kontinentaleuropa der Badetourismus. Über die Seine versorgt die Provinz Paris mit Lebensmitteln; ihr Steueraufkommen finanzierte einst große Teile des Staatsetats. Wirtschaftlicher Reichtum zog den kulturellen nach sich: Die Region besitzt einen üppigen Schatz an Baudenkmälern, allen voran das Wahrzeichen der Normandie: der Klosterberg Mont-Saint-Michel. Prächtige Kathedralen wie in Rouen, Bayeux, Sées oder Coutances, Abteien oder deren beeindruckende Ruinen, Schlösser aller Stilrichtungen sowie Hunderte Herrensitze (manoirs) und Gutshöfe.
Geschichte
1000 v. Chr.
Kelten besiedeln die Normandie
56 v. Chr.
Cäsar erobert Gallien
ab 2.Jh.
Christianisierung. Rouen wird erster Bischofssitz
841
Wikinger plündern die Küste
1066
Wilhelm der Eroberer wird König von England
1337–1451
100-jähriger Krieg zwischen Frankreich und England
1431
Jeanne d’Arc wird in Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt
1940
Besetzung der Normandie durch deutsche Truppen
1944
Landung der Alliierten an den normannischen Küsten, Befreiung von der deutschen Besatzung
2016
Neuordnung der Regionen, Basse und Haute Normandie werden zu einer Region
2024
Der 80.Jahrestag der Landung der Alliierten wird besonders gewürdigt – auch da vielleicht zum letzten Mal Zeitzeugen dabei sind
2025
Caen feiert mit vielen Events seinen 1000.Geburtstag
Hier entschied sich das Schicksal Europas
Trotz der Vorteile der günstigen Lage am Meer weiß man hier aber auch: Nicht nur Gutes kommt von fernen Gestaden. Kamen doch die Wikinger, die die Region erst ausplünderten, danach besiedelten und ihr als nortmanni schließlich zum Namen verhalfen, über die See. Ebenso die Engländer im 100-jährigen Krieg, die spanische Armada, die deutsche Kriegsmarine. Und am 6.Juni 1944 die alliierte Landungsflotte auf dem Weg, Europa vom Naziterror zu befreien. Wochenlang war die Normandie ein flammendes Inferno, Le Havre, Cherbourg, Saint-Lô, Caen und vor allem Rouen lagen in Schutt und Asche. Diese Zeit ist vor allem an den Landungsstränden noch gegenwärtig. Die Normandie hat aber auch ausgeteilt: durch Wilhelm den Eroberer etwa, der 1066 auszog, die ihm versprochene englische Krone zurückzuerobern, die man ihm vorenthielt – so sah er es zumindest.
Musiker, Maler, Modeschöpfer
Der berühmteste Normanne? Vielleicht Christian Dior. Sein Geburtshaus in Granville ist eine Kultstätte der Haute Couture. Die Schriftsteller Jacques Prévert, Guy de Maupassant und Gustave Flaubert gehören zu den Geistesgrößen der Normandie, ebenso der Staatsphilosoph Alexis de Tocqueville. Auch der Komponist Erik Satie, die Schauspieler Jean Marais und Laetitia Casta sind hier geboren. Claude Monet, Edgar Degas und Camille Pissarro stellten hier ihre Staffeleien auf und erfanden die Malerei neu: Licht und Landschaft der Normandie wurden die Wegbereiter des Impressionismus.
Das Land, in dem Milch und Cidre fließen
Politisch gliedert sich die Normandie in fünf Departements: Manche, Calvados und Orne im Westen sowie Seine-Maritime und Eure im Osten. Seit 2016 bilden sie die Großregion Normandie, die Hauptstadt ist Rouen. Klimatisch profitiert die Region von Ausläufern des Golfstroms. Ein guter Teil der französischen Milchkühe grast hier und ein noch größerer Teil der Vollblutpferde. Bei den Franzosen steht die Normandie für Käse, Butter und Sahne sowie für Calvados und Cidre. Einige Dutzend Fischerhäfen gibt es noch, wenngleich auch für die normannische Flotte die Ressourcen knapper werden.
Eine Küste ohne Bettenburgen
Die gut 600 km Küste könnten vielseitiger kaum sein: Im Nordosten stehen mächtige Kreideklippen an den Kiesstränden der Côte d’Albâtre, der Alabasterküste, darunter die 70 m hohe, fast nadelspitze Aiguille bei Étretat. Westlich folgen die mondäne Côte Fleurie (Blumenküste), die Côte de Nacre (Perlmuttküste) und die Plages de Débarquement, die Landungsstrände im Calvados mit Namen wie Utah Beach oder Omaha Beach. Auf der Halbinsel Cotentin findest du 100 km goldgelbe Sandstrände, hübsche Häfen und dramatische Steilküsten. Im grünen Hinterland erlebst du eine Landschaft voller Ruhe und Farbenpracht. Die Normandie hat ihren rustikalen Charme bewahrt und kommt ohne Bettenburgen aus. Aktivitäten beschränken sich nicht auf Wasser- und Strandsport. Ein dichtes Wanderwegenetz lockt Spaziergänger, verkehrsarme Straßen und Sträßchen sind ideal für Radfahrer. Auf größeren Flüssen finden sich Kanuund Kajakreviere. Sogar Felskletterer können sich hier austoben. Die Normandie lässt eben keinen Wunsch offen.
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Normandie
Buch, 16. Auflage · 17.95 €Im Land, wo Milch und Cidre fließen: der MARCO POLO Reiseführer für die Normandie Camembert, Cidre, Calvados: Die drei großen C stehen mehr als alles andere für das Savoir-vivre der Normandie. Aber nicht nur Genießer und Kulinarik-Fans kommen hier auf ihre Kosten. Kilometerlange Strände locken Wassernixen und Sonnenanbeter, imposante Steilküsten bieten selfie-taugliche Ausblicke und die berühmten Kathedralen und Abteien lassen die Herzen von Kulturfans höherschlagen.
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