Bloss nicht

Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden
"Monsieur" und "Madame" vergessenEs klingt ja auch viel netter: Bonjour, Madame!, Merci, Monsieur! In Frankreich gehört diese freundliche Anrede zum guten Ton. Und auch nicht gleich zum zwanglosen tu greifen: Franzosen wahren die Form und duzen keine Fremden, auch wenn sie im selben Alter sind.
Baguettestücke säbelnSo gut wie alles wird in Frankreich mit Messer und Gabel gegessen. Vom Baguette aber schneiden sich nur Touristen eine Scheibe ab – Einheimische brechen mit der Hand ein Stück von der flûte.
In Touristenhochburgen essenViele Restaurantbesitzer profitieren gnadenlos von der Beliebtheit touristischer Highlights. Mach es wie die Einheimischen und such dir ein Restaurant ein wenig abseits. Die Autokennzeichen auf dem Parkplatz verraten, wo.
BegriffsverwirrungZu Recht allergisch reagiert man in der Normandie, wenn jemand von der alliierten „Invasion“ spricht. Denn das ist die Bezeichnung des Hitler- Regimes für die Landung der verbündeten Streitkräfte im Juni 1944. Invasion bedeutet „Einmarsch feindlicher Truppen“. Die Alliierten kamen aber als Retter, um Frankreich (und Europa) von den deutschen Invasoren zu befreien.
Komplikationen beim Bezahlen verursachenDa die Franzosen selbst kleinste Einkäufe mit Karte bezahlen, können kleine Läden und Cafés oft nicht auf 100 oder gar 200 Euro herausgeben. Und im Restaurant getrennt zu bezahlen ist ganz und gar unüblich. Besser zahlt einer und dann wird der Betrag durch die Zahl der Teilnehmer dividiert.

Was kostet wieviel?

Was?Wieviel €?
Espressoum 2,50 Euro für eine Tasse Espresso
Eis2–3 Euro für eine große Kugel
Snack7-8 Euro für einen Croque Monsieur
Benzin1,85–1,90 Euro für 1 l Super
Keramikum 10  Euro für eine Tasse oder Müslischale
Fahrrad12–15 Euro für die Miete pro Tag

Feste & Feiertage

1. Januar

  • Neujahr (Jour de l’An)

März/ April

  • Ostermontag (Lundi de Pâques)

1. Mai

  • Tag der Arbeit (Fête du Travail)

8. Mai

  • Kriegsende 1945 (Victoire des Alliés en 1945)

Mai/ Juni

  • Himmelfahrt (Ascension); Pfingstmontag (Lundi de Pentecôte)

1. Juliwochenende

  • Mittelalterfest in Bayeux (Les Mediévales de Bayeux)

14. Juli

  • Nationalfeiertag (Fête Nationale)

15. August

  • Mariä Himmelfahrt (Assomption)

1. November

  • Allerheiligen (Toussaint)

11. November

  • Kriegsende 1918 (Armistice 1918)

25. Dezember

  • Weihnachten (Noël)

Ankommen

Anreise

Mit der Bahn geht es aus dem Norden Deutschlands mit dem Thalys nach Paris-Gare du Nord, aus dem Süden mit dem TGV via Straßburg nach Paris-Gare de l’Est (sncf-connect.com, bahn.de). In Paris per Metro, Bus oder Taxi zu den verschiedenen Abfahrtsbahnhöfen: ab Montparnasse geht es nach Alençon, Argentan, Granville und zum Mont-Saint-Michel; alle übrigen Städte erreichst du ab Saint-Lazare. Auf short.travel/nmd10 siehst du, wie es innerhalb der Normandie mit Regionalzügen weitergeht. Schnelle Planung erlaubt auch die Website ter. sncf.com/normandie, die dir alle aktuellen Verbindungen anzeigt.

Besonders preiswert ist die Anreise per Fernbus. Von diversen Städten erreicht man mit einem Buswechsel in Paris Le Havre und Rouen. Die Fahrzeit beträgt je nach Verbindung zwischen 14 und 24 Stunden.

Mit dem Auto führen die Hauptrouten ebenfalls über Paris. Wer will, kann den Großraum Paris vermeiden: bei Anreise aus der Südhälfte Deutschlands auf der A 4 westlich von Reims der Beschilderung Rouen folgen und dann über die A 26 und A 29 via Saint-Quentin und Amiens. Diese Strecke ist etwas länger als die Route über Paris, meist aber viel schneller und vor allem stressfreier. Bei Anreise aus der Nordhälfte Deutschlands: Aachen–Lüttich– Valenciennes oder Eindhoven–Antwerpen– Lille und weiter über Amiens. Von allen größeren Flughäfen bestehen tägliche Verbindungen nach Paris. Der Weiterflug zu den Provinzflughäfen in der Normandie ist wegen des nötigen Flughafenwechsels in Paris und wegen der enormen Kosten nicht sinnvoll. Besser die Bahn benutzen!

Klima & Reisezeit

Die Badesaison geht von Mitte Juni bis Mitte September. Das Meer erreicht zum Teil noch im Oktober bis zu 17 Grad. Die Hochsaison mit entsprechenden Preisen für Hotels, Ferienwohnungen etc. ist meist auf Juli/ August begrenzt. In Hotels, Ferienhäusern und sogar auf Campingplätzen heißt es dann: complet. Wer kann, kommt direkt vorher oder nachher. Die Preise liegen dann um ca. ein Drittel niedriger. Viele Hotels und Restaurants haben im Winter ein paar Wochen Betriebsferien, einige Hotels – vor allem an der Küste – schließen auch das ganze Winterhalbjahr.

Zoll

In der EU dürfen Waren für den privaten Gebrauch frei ein- und ausgeführt werden. Richtwerte hierfür sind z. B. 800 Zigaretten und 10 l Spirituosen. Für Schweizer gelten erheblich geringere Freimengen, u. a. 5 l Wein.

Einreise

Ausweiskontrollen an der Grenze kommen dank Schengener Abkommen nur noch sporadisch vor. Trotzdem müssen EU-Bürger und Schweizer einen gültigen Ausweis bei sich haben. Das gilt auch für mitreisende Kinder!

Weiterkommen

Auto

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt auf Autobahnen 130 (bei Regen 110) km/ h, auf Schnellstraßen 110 (100) km/ h, sonst 80, innerhalb geschlossener Ortschaften 50 km/ h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5.Die Zahl der Umweltzonen (ZFE) in Ballungsräumen, in denen die Vignette Crit‘Air Pflicht ist, wächst ständig. Die Vignette kann unter certificat-air.gouv.fr für 4,76 Euro bestellt werden. Bei Redaktionsschluss betraf das in der Normandie den Großraum Rouen.

Wer rasch vorankommen möchte, benutzt trotz der Mautgebühren (péage) die Autobahn. Rechne mit ca. 10 Euro für 100 km (Mautrechner auf autoroutes.fr). Einige Strecken, z. B. die A 84 Caen –Mont-Saint-Michel, sind gebührenfrei. Beim Tanken bringen Preisvergleiche bis zu 15 Cent pro Liter an Ersparnis. Die niedrigsten Preise finden sich an den Zapfsäulen der großen hypermarchés. Die aktuellen Preise nahezu aller Tankstellen: prix-carburants.gouv.fr.

Öffentliche Verkehrsmittel

Frankreich besitzt ein ausgezeichnetes Eisenbahnnetz. In ländlichen Regionen wird es durch Busse ergänzt. Der Discovery-Pass (short.travel/nmd11) bietet Paaren und Familien während der französischen Schulferien einen günstigen Tarif für Busse und Bahnen an Wochenenden (ab 20 Euro) oder für eine Woche (ab 35 Euro). Fahrkarten muss man vor Besteigen des Zugs an den Stempelautomaten im Bahnhof entwerten. ter.sncf.com/normandie

Taxi

Bei Tag und bei Nacht gelten unterschiedliche Tarife. Unter taxis-de-france.com kannst du die in den einzelnen Departements gültigen Tarife einsehen.

Vor Ort

Geld & Kreditkarten

Kredit- und Girokarten sind in Frankreich sehr gebräuchlich, auch für kleine Beträge. Geldautomaten sind überall vorhanden.

Internetzugang & WLAN

In zahlreichen Restaurants, nahezu allen Hotels und vielen öffentlichen Gebäuden stehen WLAN-Hotspots (wifi) zur Verfügung.

Öffnungszeiten

Lebensmittelgeschäfte öffnen gegen 8 Uhr, Kaufhäuser, Läden und Boutiquen um 9 oder 10 Uhr. Abgesehen von den großen Supermärkten schließen die meisten Geschäfte in der Mittagszeit von 12 bis 14 Uhr. Ladenschluss ist meist gegen 19 oder 19.30 Uhr. Viele Bäckereien und Supermärkte haben auch am Sonntagvormittag geöffnet, dafür sind montags viele Läden geschlossen. In Restaurants gibt es im Allgemeinen zwischen 12 und 14 Uhr Mittagessen, Abendessen außer in Touristenzentren nie vor 19 Uhr.

Telefon & Handy

Vorwahl Deutschland 0049, Vorwahl Österreich 0043, Vorwahl Schweiz 0041, danach Ortsvorwahl ohne die Null und dann die Rufnummer. Gespräche nach Frankreich: Vorwahl Frankreich 0033, dann direkt die neunstellige Rufnummer ohne die Null am Anfang, innerhalb Frankreichs stets die komplette, zehnstellige Nummer.

Trinkgeld

Kellner, Taxifahrer, Friseure, Stadtführer sowie Hotelpagen und Zimmermädchen freuen sich immer über ein Trinkgeld (ca. fünf bis zehn Prozent). Trinkt man nur einen Kaffee, lässt man ein paar Münzen auf dem Tisch liegen.

Eintrittspreise

Kultur ist verhältnismäßig erschwinglich: In städtischen Museen zahlt man meist 5 bis 8 Euro Eintritt; der Besuch der Dauerausstellung ist sogar oft gratis. Sogar Topattraktionen wie Le Mont-Saint-Michel (13 Euro), der Wandteppich von Bayeux (12 Euro) und Monets Haus und Garten (13 Euro) in Giverny sind recht günstig. Teurer kommen etwa eine Hafenrundfahrt in Le Havre (16 Euro) oder das Mémorial de Caen (19,80 Euro).

Kurtaxe

In den Badeorten schlagen die Hotels eine obligatorische taxe de séjour auf den Übernachtungspreis. Sie liegt pro Tag und Person bei 0,50–4 Euro.

Baden

An den Stationen der Strandaufsicht stehen die Zeiten von Hoch- und Niedrigwasser sowie Hinweise auf Strömungen und andere Gefahrenquellen.

Info-Websites

de.normandie-tourisme.fr, seine-maritime-tourisme.com, eure-tourisme.fr, calvados-tourisme.com, attitude-manche.fr, ornetourisme.com

Unterkunft

In den meisten Orten bieten Privatvermieter mit Gästezimmern (chambres d’hôtes) und Ferienhäusern (gîtes) eine meist kostengünstige Alternative zu Hotelzimmern. Vor allem in der Hochsaison sind viele Ferienhäuser nur wochenweise zu mieten. Einen guten Überblick über die knapp vier Dutzend campings labellisés der Normandie bietet die Website short.travel/nmd6.Wildes Campen ist verboten. Jugendherbergen gibt es in Barneville-Carteret, Cherbourg, Eu, Genêts, Rouen und Vernon (hifrance.org).

Notfälle und Sicherheit

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Tel. 01 53 83 45 00 | allemagneenfrance.diplo.de

Österreichische Botschaft

Tel. 01 40 63 30 63 | bmeia.gv.at

Schweizer Botschaft

Tel. 01 49 55 67 00 | eda.admin.ch

Gesundheit

Die European Health Insurance Card EHIC wird anerkannt; Konsultationen beim Arzt sind jedoch normalerweise bar zu bezahlen, Auslagen für Arzt und ggf. Apotheke werden dann nach den Sätzen des Heimatlands erstattet.

Notruf

Polizei, Feuerwehr, Notarzt: Tel. 1 12

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