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Die Landeshauptstadt Innsbruck mit ihren 130 000 Einwohnern steht stellvertretend für das ganze Land: Mit ihren Universitäten, Museen, Theatern, Restaurants und Bars ist sie multikulturell, modern, zuweilen hektisch. Gleichzeitig reicht das Stadtgebiet weit ins wilde Karwendel, wo die Zivilisation nur durch ein paar Wege und Almen vertreten ist.
Natur trifft Hightech
Dieses Bild findet sich im 12 640 km² großen Tirol ständig: Touristisch intensivst genutzte Gebiete wechseln mit unberührter Natur, Hightech steht neben dem jahrhundertealten Bauernhaus. Doch auch das, was das Auge als unberührte Natur wahrnimmt, ist oft eine Kulturlandschaft, die vor Generationen geschaffen und seither gepflegt wurde, wie die rund 2200 Almen in den Tiroler Bergen. Dort wurden die Weideflächen oft schon vor 200 oder 300 Jahren gerodet und nutzbar gemacht. Heute ist diese Almkultur bedroht, weil unrentabel. Mit dem Verschwinden der Bauern, die auch die hintersten Täler bewirtschafteten, kehrt die Wildnis zurück. Schön für Erholungsbedürftige, weniger schön für die, die ihre Heimat mangels Arbeitsmöglichkeiten verlassen müssen. Massiv von dieser Landflucht betroffen ist der Bezirk Osttirol. Mit gegenteiligen Problemen hat es stattdessen die Inntalfurche zwischen Kufstein und Telfs zu tun. Kein Wunder, sind dort doch die großen Player der Tiroler Wirtschaft angesiedelt. Hier finden sich die Arbeitsplätze, allerdings mit Begleiterscheinungen: So gehören die Wohnungspreise in diesem Teil Tirols zu den höchsten in Österreich.
Ein Leben vom Tourismus
Wenn die Seitentäler des Inntals dennoch weiter florieren, hat das vor allem mit der Erfolgsgeschichte des Tiroler Tourismus zu tun. Dass der alpine Skilauf derartig einschlägt, dürfte sich nicht einmal der Kitzbüheler Skipionier Franz Reisch 1892 gedacht haben. Nach seiner ersten geglückten Abfahrt mit Brettern an den Beinen soll er zu einem Freund gesagt haben: „Sepp, i muss dir eine herunterhauen, damit du weißt, wie schön das war.“ Mit Skiern war in diesen Anfangsjahren nur eine kleine Elite unterwegs, doch mit dem Bau der ersten Seilbahnen in den 1920er- und 1930er-Jahren wurden die Berge für jedermann zugänglich. Und als schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg die ersten Skigebiete in Kitzbühel, am Arlberg, im Stubai-, Ziller- und Ötztal großzügig ausgebaut wurden, gab es kein Halten mehr. Heute bricht Tirol speziell im Wintertourismus fast jedes Jahr Rekorde. Allein 3700 Pistenkilometer, die zu einem großen Teil technisch beschneit werden, warten auf Skifahrer – eine Strecke, die von Oslo bis nach Sizilien reichen würde. Die gestiegenen Energiekosten machen allerdings auch vor der Gasthoftür nicht halt: In den vergangenen Jahren korrigierten die Wirte die Preise mitunter kräftig nach oben.
Geschichte
ca. 3000 v. Chr.
Der als Ötzi bekannte Jäger aus der Steinzeit stirbt in den Ötztaler Alpen
15 v. Chr.
Die Römer erobern die Alpen und gründen Aguntum im heutigen Lienz und Veldidena in Innsbruck
12.Jh.
Die Grafen von Tirol gründen die Grafschaft Tirol
Um 1500
Kaiser Maximilian I. kauft Tirol von Siegmund dem Münzreichen; Innsbruck wird Zentrum des Reichs
1809
Freiheitskampf unter Andreas Hofer gegen die bayrisch französische Besetzung Tirols
1919
Frieden von Saint-Germain: Südtirol wird italienisch
1938
Reichsgau Tirol-Vorarlberg unter Hitlerdeutschland
1964 und 1976
Innsbruck ist Austragungsort der Olympischen Winterspiele
1967–78
Arlbergtunnel, Felbertauern und Brennerautobahn werden gebaut
1995
Österreich tritt der EU bei
2027
Andreas-Hofer-Jahr: 260.Geburtstag des Anführers der Tiroler Unabhängigkeitsbewegung von 1809
Mythisch umrankter Held
Neben der Natur wichtigster Aktivposten für den Tourismus ist das Brauchtum mit seinen Musikkapellen, Trachten, Schützen, Volksfesten. Damit eng verbunden sind zwei Jahreszahlen: Die eine ist 1511.In diesem Jahr billigte Kaiser Maximilian den Tirolern zu, Kriegsdienst nur zur Verteidigung des eigenen Landes leisten zu müssen. Die heutigen Schützen, die bei keinem Anlass fehlen dürfen, sehen sich als Wahrer dieses Erbes. Auch wenn die Gewehre, die sie tragen, nur mehr zum ohrenbetäubenden Verfeuern von Platzpatronen taugen. Das Jahr schlechthin ist aber 1809.Damals erhoben sich die Tiroler Bauern gegen die Fremdherrschaft der Bayern und deren aufgeklärte Ideen. In drei Schlachten am Bergisel bei Innsbruck – bei denen auch mit Sensen und Dreschflegeln gekämpft wurde – blieben die Tiroler siegreich, die vierte verloren sie. Ihr Anführer Andreas Hofer wurde im Jahr darauf in Mantua hingerichtet. Seine Geschichte findet sich in der nationalistisch angehauchten Landeshymne wieder.
Vom Transit geplagt
Der „Mythos Hofer“ lebt bis heute. Zu allen passenden und unpassenden Gelegenheiten wird er als Vorbild bemüht. Als Revoluzzer in seinem Geist sehen sich heute etwa jene, die gegen die Blechlawinen kämpfen, die sich durch Tirol wälzen. Die Strecke von Kufstein über den Brennerpass ist mit 1374 m die niedrigste und günstigste Überquerung der Ostalpen, sie wird jährlich von Millionen Lkw und Pkw genutzt, mit allen negativen Folgen. Linderung soll in Zukunft ein Eisenbahntunnel schaffen, von Volders in Nordtirol bis Franzensfeste in Südtirol.
Stur und herzlich
Ihrer Kämpfernatur wegen werden die Tiroler gern als Sturschädel bezeichnet. Stolz – sagen manche – wäre wohl der bessere Ausdruck. Neben Stolz (oder Sturheit) gehören laut Klischee auch Geselligkeit und Herzlichkeit zu ihrem Naturell. Wunder dich also nicht, wenn du von einem wildfremden Menschen mit dem vertraulichen Du angesprochen wirst. Wobei es mentalitätsmäßig zwischen den Bewohnern der engen Täler des Oberlands und jenen des lieblicheren Unterlands einen Unterschied gibt: Nicht umsonst lautet ein gängiger Spruch, dass im Unterland ein Begräbnis lustiger sei als im Oberland eine Hochzeit.
Grenzgänger wider Willen
Eigentlich wäre es ja das größte der österreichischen Länder, doch durch den Friedensvertrag von Saint-Germain nach dem Ersten Weltkrieg wurde Tirol 1919 zerrissen: Südtirol und das heutige Trentino kamen zu Italien, Nord- und Osttirol, die nicht aneinandergrenzen, blieben bei Österreich. Die Siegermächte zogen die neue Grenze entlang des Alpenhauptkamms. Erst mit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 begann sich diese Grenzsituation wieder aufzulösen. Mit der Demontage der Schlagbäume kam wenigstens ein bisschen das Gefühl zurück, dass es sich um ein Land handle. So haben Natur und Geschichte im Lauf der Jahrhunderte Tirol zu dem geformt, was es heute ist: ein vielschichtiges, starkes Land, das es wert ist, erkundet zu werden, in den Tälern und auf den Bergen.
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Innsbruck verbindet alpine Landschaft mit urbanem Flair und bietet ganzjährig vielfältige Möglichkeiten für Kultur- und Naturinteressierte. Die Kaiserliche Hofburg zeigt eindrucksvoll die Geschichte der Habsburger, während die Nordkette direkt vom Stadtzentrum aus erreichbar ist und spektakuläre Ausblicke auf die Alpen eröffnet.

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