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Wissenswertes über Bretagne
Erhalte wichtige Tipps zu Anreise, Fortbewegung, Klima, Zoll, Sicherheit, WLAN und mehr für deine Reise nach Bretagne. So bist du bestens vorbereitet!Bloss nicht
Fettnäpfchen und Reinfälle vermeidenWas kostet wieviel?
| Was? | Wieviel €? |
|---|---|
| Kaffee | Ab 2 Euro für einen petit crème |
| Austern | Ca. 6,50 Euro für ein Dutzend Felsenaustern, Größe 3 |
| Cidre | Ab 2 Euro für einen Becher |
| Fahrrad | Ab 12 Euro Leihgebühr pro Tag |
| Badesalz | Ca. 20 Euro für 500 g mit Algenextrakten |
| Kleidung | Ab 50 Euro (Erw.) für eine Marinière, das Fischershirt |
Feiertage
1. Januar
- Nouvel An, Neujahr
März/April
- Lundi de Pâques (Ostermontag)
1. Mai
- Fête du Travail (Tag der Arbeit)
8. Mai
- Kriegsende 1945
Mai
- Ascension (Christi Himmelfahrt)
14. Juli
- Fête Nationale (Nationalfeiertag)
15. August
- Assomption (Mariä Himmelfahrt)
Mitte Aug.
- Festival Interceltique (Lorient)
1. November
- Toussaint (Allerheiligen)
11. November
- Kriegsende 1918
25. Dezember
- Noël (Weihnachten)
Vorbereitung
Auskunft
Atout France
france.fr/de
Strom
Üblich sind 220 Volt. Flachstecker passen überall.
Ankommen
Anreise
Bahn
Alle Wege führen über Paris, wo du umsteigen und umständlich den Bahnhof wechseln musst. Von Köln aus fährt z. B. der Thalys in etwa vier Stunden zur Gare du Nord. Von dort geht alle paar Minuten die Metrolinie 4 (2,15 Euro pro Fahrt | Tickets an Schaltern | ratp.fr) zur Gare Montparnasse, wo die Züge in die Bretagne abfahren. Taxi und Bus dorthin besser meiden, da das Pariser Verkehrschaos ein flottes Vorwärtskommen oft verhindert. Der TGV (Train à Grande Vitesse) fährt u. a. Vannes, Lorient, Quimper, St-Bri-euc und Brest direkt an. Nach Quimper z. B. braucht er etwa 4,5 Stunden.
Auto
Am schnellsten fahren Deutsche, Österreicher und Schweizer über Paris in die Bretagne, auf der A 11/A 81 beträgt die Entfernung Paris–Rennes etwa 345 km. Die Autobahnmaut von rund 32,30 Euro kannst du dir sparen, wenn du ab Paris (Périphérique, Porte d’Auteuil) die N 13/N 12 über Dreux, Alençon und Fougères nimmst. Für Anreisende aus dem Süden lohnt sich ein Abstecher über Burgund und das Tal der Loire. Hier findet man erste Spuren der Bretagne, die einst bis vor die Tore von Angers reichte. Ab Rennes führen Schnellstraßen nach Brest, Lorient, Quimper und Vannes.
Flugzeug
Flugverbindungen in die Bretagne unterliegen häufigen Wechseln. Lufthansa fliegt derzeit ab Frankfurt nonstop nach Rennes, Quimper und Nantes, was für die südliche Bretagne sinnvoll sein kann. Air France fliegt von allen größeren deutschen Flughäfen jeweils über Paris nach Rennes, Brest und Quimper.
Klima & Reisezeit
Das bretonische Klima ist ozeanisch-mild, große Temperatursprünge sind rar dort. Im Winter fällt das Thermometer eher selten unter 3 Grad, im Sommer klettert es am ehesten im Binnenland mal über 30 Grad. In Brest regnet es im Jahresmittel häufiger (156 Tage) als in Rennes (116 Tage). Sonnenanbeter kommen zwischen Juni und September vor allem ins Morbihan: Die Südküste bietet jährlich weit über 2000 Sonnenstunden, mehr als manche südfranzösische Regionen. Charakteristisch sind West- und Nordweststürme zwischen September und Dezember bzw. Februar und Mai.
Zoll
Innerhalb der EU dürfen Urlauber Waren, die für den privaten Gebrauch bestimmt sind, frei ein- und ausführen. Obergrenzen sind unter anderem 800 Zigaretten, 200 Zigarren, 1 kg Rauchtabak, 110 l Bier, 10 l Spirituosen. Für die Schweiz gelten erheblich niedrigere Freigrenzen. Näheres unter zoll.de
Gezeiten
Nirgendwo sonst in Europa sind die Gezeitenkräfte so stark wie hier. Der Unterschied der Landschaft bei Ebbe und bei Flut ist frappierend, vor allem rund um die Tagundnachtgleichen (März und September).
Ein Koeffizientensystem gibt die Wasserstandsdifferenz bei Ebbe und Flut an. Bei Werten ab 100 (max. 120) ist sie beträchtlich, bei unter 50 (min. 20) entsprechend niedrig. Die kostenlosen Gezeitenpläne der Coopérative Maritime (comptoirdelamer.fr) listen für viele Häfen die täglichen Wasserstände auf. Der extreme Tidenhub beträgt am Mont-St-Michel bis zu 15 m; das Meer zieht sich dort bei Ebbe bis 15 km weit zurück. Die Flut läuft in erstaunlich hohem Tempo wieder ein. Meide unnötige Gefahren: Informier dich gerade vor dem Baden an Felsküsten über die Gezeiten!
Wichtige Hinweise
Wandern in Gezeitenzonen kann brenzlig werden, wenn du jäh im Treibsand feststeckst. Spült die Flut bereits heran, wird es lebensgefährlich. Geführte Wattwanderungen sind unbedingt zu empfehlen! Die windige Küste mit steilen Kaps und mannsbis haushohen Wellen ist sehr reizvoll – aber auch gefährlich! Abstand zu Steilküsten zu halten, erhöht die Lebenserwartung ebenfalls beträchtlich.
Weiterkommen
Auto
Das gut ausgebaute Netz bretonischer Schnellstraßen ist mautfrei. Autobahnen im übrigen Land sind mautpflichtig (die Strecke Paris–Rennes kostet für einen Pkw 32,30 Euro). Halt dich an die Höchstgeschwindigkeit und verstoß auch sonst nicht gegen Verkehrsregeln: Die Polizei kontrolliert mit mobilen Blitzern und per Videoüberwachung, die Geldbußen sind hoch (von zweistelligen Beträgen bis 1500 Euro).
Auf Autobahnen gelten 130 (bei Regen 110), auf National-/Landstraßen 80, auf vierspurigen Strecken 110 und in Ortschaften 50 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5, für Fahranfänger (bis drei Jahre nach Erhalt eines vorläufigen Führerscheins oder bis zwei Jahre nach dem begleiteten Fahren) bei 0,2 Promille. Sicherheitswesten und Warndreieck sind vorgeschrieben. Es ist verboten, im Auto zu rauchen, wenn ein Kind mitfährt. Insassen haben auf allen Plätzen Anschnallpflicht. Wer ein Auto lenkt, muss mindestens 18 Jahre alt sein, vorläufige Führerscheine Minderjähriger werden nicht anerkannt.
Fähren
Zu den meisten Inseln fahren ganzjährig Fähren, im Juli/August oft mehrmals am Tag. Die Hin- und Rückfahrt nach Ouessant oder Sein kostet 39,80 Euro, nach Belle-Île (je nach Strecke) 50 Euro. Dorthin kann man ab Quiberon auch das Auto mitnehmen. Die Fährgesellschaften bieten Sondertarife außerhalb des Sommers an.
Fahrrad
Für Kinder unter 12 Jahre gilt beim Radfahren Helmpflicht (auch im Kindersitz). E-Bikes darf man ab 14 Jahren fahren.
Wohnmobile
Während der Sommermonate ist das Campieren mit Wohnmobilen nicht überall und jederzeit erlaubt. Quadratische, blaue Schilder mit abgebildetem Wohnmobil weisen erlaubte, zumeist städtische Plätze aus. Oft finden sich hier auch legale Ablass- oder Wasseraufnahmestellen. Mitunter geben Zusatzschilder Auskunft über Anmeldung oder über eventuell anfallende Gebühren. Außerhalb des Sommers toleriert man das Übernachten im Wohnmobil auch an der Küste – vorausgesetzt, dass du die Aussicht der Anwohner nicht behinderst und dich dezent verhältst.
Land & Leute erleben
Immer mehr Gäste wollen einmal so richtig eintauchen in ihr Urlaubsland. Die Tourismusbüros in der Bretagne bieten deshalb echte Erlebnisse an. So kannst du etwa einen Tag mit einem Fischer verbringen – von der Ausfahrt im Morgengrauen bis zur Lieferung an den Markt (Buchung/Infos unter bretagnereisen.de).
An altrömischen Ausgrabungen teilnehmen? Ein Festival organisieren oder nachhaltige Gebäude errichten? Lauter Workcamps listet enroutepourlemonde.org.
Öffentliche Verkehrsmittel
Das Fortkommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist in ländlichen Gegenden nicht ganz leicht, da Busse dort mit geringer Frequenz verkehren. Die Städte der Bretagne sind hingegen gut per Bahn miteinander verbunden und die Kosten niedrig (z. B. Rennes– Saint-Malô ab 13,50 Euro | Buchung auf sncf-connect.com, deutschsprachig). Von Dorf zu Dorf ist ein wenig Planung erforderlich. Die App BreizhGo (frz.) hilft, von jedem Standort die passenden öffentlichen Verkehrsmittel zu finden.
Vor Ort
Geld & Kreditkarten
Mit EC- und Kreditkarte hebst du an Geldautomaten rund um die Uhr Bares ab. Das Zahlen mit Maestro (EC-)- und Kreditkarten ist auch bei kleinen Beträgen überall möglich.
Internet & WLAN
Hotels, viele Restaurants und Cafés bieten ihren Gästen kostenloses WLAN, ebenso Museen, aber auch Bahnhöfe und Tourismusbüros. Auch sonst ist das Mobilfunknetz gut ausgebaut. In sehr abgelegenen Küstenregionen kann es trotzdem passieren, dass du keinen Empfang hast – und kein Internet
Kurtaxe
Fast überall in der Bretagne wird vor allem im Sommer eine Kurtaxe erhoben (0,50–2,50 Euro pro Tag).
Öffnungszeiten
Supermärkte haben oft auch sonntags geöffnet, ansonsten öffnen Geschäfte 9/10–13 und 15–19 Uhr, in Städten auch durchgehend. Restaurants haben oft sehr individuelle Öffnungszeiten, schließen an einzelnen Tagen mittags und häufig an Sonntagabenden. Kernzeiten sind 12.30–14.30 und 19–21.30 Uhr. In Badeorten gibt es immer auch durchgängig geöffnete Restaurants.
Post
Standardbriefe (20 g) und Postkarten in die EU und die Schweiz kosten 1,80 Euro. Manche Postämter haben mehrere Wurfkästen: Étranger (Ausland) oder Autres Destinations (andere Ziele) sind für dich die richtigen.
Telefon & Handy
Zum Telefonieren ins Ausland wählst du 00, gefolgt von der Landeskennzahl (Deutschland 49, Österreich 43, Schweiz 41) und dann die Ortsvorwahl ohne 0.Wenn du innerhalb Frankreichs telefonierst, hat die zu wählende Rufnummer mit Ausnahme von Sondernummern immer zehn Stellen; es gibt keine Ortsvorwahl. Telefonierst du aus dem Ausland nach Frankreich, entfällt nach der Landesvorwahl 0033 jedoch die 0 der folgenden Teilnehmernummer.
Trinkgeld
In Taxis und Restaurants sind Trinkgelder gern gesehen, je nach Zufriedenheit mit dem Service und Höhe der Rechnung sollte man 5–10 Prozent draufschlagen. Ausnahme: Auf der Rechnung im Restaurant steht „service compris“. Waren Portier und Zimmermädchen besonders hilfsbereit, gib ebenfalls ein kleines Trinkgeld (pourboire). Gute Reiseleiter und Stadtführer dürfen sich für inhaltlich und sprachlich gute Leistungen ebenfalls über eine kleine Aufmerksamkeit freuen.
Unterkunft/Camping
Neben einfachen und kostengünstigen gibt es auch komfortabelste Campingplätze. Vereinzelt stellen Landgemeinden gegen geringe Gebühren Stellplätze mit Wasser- und/oder Stromanschluss zur Verfügung. Das Fremdenverkehrsamt bietet auf bretagne-reisen.de umfangreiche Empfehlungen und Listen, auf denen Ausstattungen und Preise mehrsprachig beschrieben sind.
Auch innerhalb fester Mauern verfügt die Bretagne an der Küste und im Hinterland über ein breites Unterkunftsangebot jeder Preiskategorie: Familienpensionen und Hotels bis Viersterneniveau (Achtung: Viele Häuser haben noch französische Standardbettmaße von 1,40 x 1,90 m). Zeitige Unterkunftsbuchung, für die Hochsaison im Juli und August mindestens sechs Monate vorher, ist empfehlenswert.
In vielen Orten gerade an der Küste der Bretagne bieten Privatpersonen Ferienzimmer (Chambres d’hôtes) und -häuser (gîte) als meist kostengünstige Alternative zu Hotelzimmern an. Oft kann man auf den Websites der lokalen Fremdenverkehrsämter Listen mit Verfügbarkeit und Preisen von Objekten einsehen, die zuvor einer Prüfung unterlagen. Eine nationale – und dennoch private – Institution ist Gîtes de France (lokaler Ableger gitesdefrance-bretagne.de), die über ein großes Angebot an Privatunterkünften verfügt.
Beachte, dass vor allem in den Sommermonaten Ferienhäuser und -wohnungen nur wochenweise (Samstag bis Samstag) zu mieten sind.
Möchtest du Ferien auf einem Bauernhof machen, ist bienvenue-a-la-ferme.com/bretagne die richtige Adresse. Schickere (und teurere) Unterkünfte findest du unter relaischateaux.com oder bienvenue-au-chateau.com.
Notfälle und Sicherheit
Heidebrände
Selbst wenn es häufig regnet in der Bretagne: Vor allem an der Küste trocknen die vorherrschenden Westbzw. Nordwestwinde die niedrige Vegetation mit Farnen, Stechginster und Heidekraut sehr schnell aus. Nur eine unachtsam gerauchte (oder aus dem Autofenster geworfene) Zigarette oder eine Glasscherbe reicht aus, einen Küstenstrich in Flammen aufgehen zu lassen.
Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft
13/15 Avenue Franklin D. Roosevelt | 75008 Paris | Tel. 01 53 83 45 00 | short.travel/bre3
Österreichische Botschaft
6, rue Fabert | 75007 Paris | Tel. 01 40 63 30 63 | bmeia.gv.at/oeb-paris
Schweizer Botschaft
142, rue de Grenelle | 75007 Paris | Tel. 01 49 55 67 00 | short.travel/bre18
Gesundheit
Gesetzlich Versicherte werden mit der Chipkarte ihrer Krankenkasse in allen EU-Staaten medizinisch behandelt. Die Kosten werden am Ort oder von der Kasse in Deutschland nach deutschem Leistungskatalog erstattet. Eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung, die unter 20 Euro im Jahr kostet, deckt eventuelle Mehrkosten und einen Rücktransport nach Deutschland ab.
Notruf
Tel. 112 (Europäischer Notruf)
Im Fall einer Panne ist die ADACNotrufstelle erreichbar unter Tel. 00 49 89 20 20 40 00
Sonstige Hinweise
Knigge
Ob in der Bank, im Geschäft oder Restaurant: Es gehört sich, „Bonjour, Madame!“ und „Au revoir, Monsieur“ zu sagen. Im Restaurant wartet der Gast geduldig am Eingang, bis der Kellner ihm einen Tisch zuweist. Geht man mit Freunden essen, rechnet am Schluss nicht jeder Gast einzeln mit dem Kellner ab. Stattdessen zahlt entweder eine Person die gesamte Rechnung oder der Rechnungsbetrag wird geteilt und jeder bezahlt den – gleichen – Anteil. Für den Besuch am Käsebüfett gilt: Tortenstücke schneiden, keine Scheiben oder Ecken.