
Reiseführer Dresden - Sächsische Schweiz

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Es liegt ein Zauber über dieser Stadt. Wenn die Morgensonne das Wasser der Elbe glitzern und die berühmte Altstadtsilhouette aufleuchten lässt, dann geraten auch die Einheimischen selbst immer wieder ins Schwärmen. Und heute mehr denn je, da die mächtige steinerne Kuppel der Frauenkirche das Stadtbild wieder komplettiert.
Mythos Elbflorenz
Zu Füßen des neuen alten Dresdner Wahrzeichens herrscht babylonisches Sprachengewirr – Englisch, Japanisch, Bayerisch – die historische Altstadt ist fest in der Hand der Touristen. Die meisten sind auf der Suche nach einem Mythos, nach der barocken Perle an der Elbe, nach dem „deutschen Florenz“, wie Johann Gottfried Herder die sächsische Residenz einst genannt hatte. Und so drehen sich Menschen aus aller Welt auf dem Theaterplatz im Kreis, das Smartphone oder das Tablet im Anschlag, um das prachtvolle Panorama aus Hofkirche, Residenzschloss, Semperoper und der den Zwinger abschließenden Sempergalerie wenn schon nicht für die Ewigkeit, so doch für die Freunde daheim bzw. für die sozialen Netzwerke festzuhalten. Nur ein kurzer Fußweg ist es von dort zur Frauenkirche auf dem Neumarkt, 1945 zerstört, originalgetreu wiederaufgebaut und natürlich ein Muss für jeden Dresden-Besucher. Mit dem nun vollendeten Neumarktensemble wurde dem 2005 erneut geweihten Gotteshaus in den letzten Jahren eine schmucke barocke Kulisse zur Seite gestellt.
Augusts Erbe
Dass die Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden heute zu den bedeutendsten der Welt zählen und sich hinter Leuchttürmen der Kunst wie dem Metropolitan Museum in New York oder dem Londoner British Museum nicht zu verstecken brauchen, ist zuallererst dem Kunstsinn und der Repräsentationssucht der einstigen sächsischen Herrscher zu verdanken. Den nachhaltigsten Eindruck hinterließ Friedrich August I., Kurfürst von Sachsen, besser bekannt als „August der Starke“. Der Kurfürst galt als ausschweifend und machtbesessen, aber er verwandelte Dresden auch in eine Residenz von europäischem Format und begründete ihren Ruf als Kunst- und Kulturstadt – wofür ihm die Dresdner noch heute dankbar sind und gleich mal ein Schiff, ganze Wohnanlagen und sogar eine Fliegerschule nach ihm benannt haben. Gelegentlich trifft man Ihro Gnaden sogar „höchstpersönlich“ auf der Staße – als Stadtführer. Friedrich August II. stand seinem Vater zumindest im Kunstverständnis in nichts nach: Er holte 1754 die Sixtinische Madonna nach Dresden, bis heute das heißgeliebte Hauptwerk der Gemäldegalerie Alte Meister.
Geschichte
1206
Erste urkundliche Erwähnung, 1216 erstmals Bezeichnung als civitas (Stadt)
1539
Heinrich der Fromme führt in Dresden die Reformation ein
1694
Friedrich August I., genannt der Starke, wird Kurfürst von Sachsen
1905
Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff gründen die Künstlergruppe „Brücke“
1918
Der letzte sächsische König, Friedrich August III., dankt ab und verlässt Dresden
13./14.Feb. 1945
Britische und amerikanische Bomber legen die Innenstadt in Schutt und Asche, rund 25 000 Menschen sterben
1985
Mit Carl Maria von Webers „Freischütz“ wird die wiederaufgebaute Semperoper eröffnet
1990
Dresden wird Hauptstadt des Freistaats Sachsen
2005
Der Wiederaufbau der Frauenkirche ist vollendet
2024
Korrosion bringt ein Teilstück der Carolabrücke zum Einsturz, der wichtigsten Dresdner Elbquerung
Facettenreiche Neustadt
Wer sich aus dem Kulturquartier zwischen Semperoper und Frauenkirche hinaus und auf die rechte Elbseite in die Neustadt wagt, erlebt ein ganz anderes Dresden. Die Innere Neustadt wartet in der Königstraße und den angrenzenden Gassen mit den letzten erhaltenen – inzwischen aufwendig restaurierten – barocken Bürgerhäusern samt schicken Galerien und Boutiquen auf. Aus der Äußeren Neustadt, dem Gründerzeitviertel jenseits der Bautzner Straße, schon zu DDR-Zeiten ein Zentrum der Alternativkultur, entstand nach 1990 ein vibrierender Stadtteil, jung, bunt und kreativ. Tagsüber sitzt man hier in den Cafés oder bummelt durch die Kunsthofpassage und die vielen kleinen Läden, abends wird das Quartier mit Kneipen, Bars und Clubs zum angesagten Nachtschwärmermekka.
Lebensader Elbe
Trotz all der Baudenkmäler, der Fülle an Kunst und Kultur und dem legendären Szenebezirk (s. o.) ist Dresdens größter Trumpf seine Lage inmitten einer einzigartigen Landschaft. Die Elbe bestimmt das fast schon südländische Lebensgefühl in der Stadt. In weiten Bögen windet sie sich vorbei an Weinbergen, Schlössern und lauschigen Biergärten, gesäumt von breiten Wiesen, wie man sie so heute in keiner anderen europäischen Großstadt mehr findet. Die Dresdner lieben ihre Elbe. An den Flussufern trifft man sich zu Picknick und Lagerfeuer, zu Open-Air-Kino oder einer Tour auf dem Elberadweg. Das Elbhangfest, ausgetragen auf den sieben Kilometern zwischen Blauem Wunder und dem Schloss Pillnitz, ist deshalb das dresdnerischste aller Stadtfeste. Mit dem Elbsandsteingebirge samt Nationalpark Sächsische Schweiz nur wenige Kilometer elbaufwärts liegt zudem eine ganz besondere Gebirgslandschaft direkt vor der Haustür – ein Eldorado für Kletterer, Wanderer und Naturliebhaber. Und auch die Sächsische Weinstraße führt durch das Elbtal: von Dresden über Radebeul bis nach Meißen, der Wiege Sachsens.
Es ist jene ganz besondere Mischung aus Natur und Kultur, die Dresden zu einem Gesamtkunstwerk macht. Wer sich Zeit nimmt für diese Stadt, sich auf ihren Rhythmus einlässt, versteht bald, warum ihre Bewohner sie für die schönste der Welt halten. Offenheit und Neugier auf beiden Seiten vorausgesetzt, kommt man in der Straßenbahn oder beim Wein mit vielen Dresdnern schnell ins Gespräch. Wenn es darum geht, die Vorzüge ihrer Heimatstadt zu preisen, werden sie alle – egal ob jung oder alt, Ureinwohner oder Zugezogene – durchweg zu glühenden Lokalpatrioten, die nichts lieber tun, als dem interessierten Touristen ein Ohr abzukauen. Auch wenn der vielleicht nur nach dem Weg gefragt hat ...
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Die Region zwischen Dresden, der Oberlausitz und der Sächsischen Schweiz verbindet städtische Kultur, ländliche Prägung und markante Naturformen. Dresden bietet mit Museen und Bauwerken vielfältige Einblicke, in der Oberlausitz prägen Tradition und Handwerk das Bild, während das Elbsandsteingebirge Raum für landschaftliche Erkundung schafft.

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