
Reiseführer Masurische Seen

Das „Land ohne Eile“ – viel treffender als der masurische Schriftsteller Arno Surminski kann man es kaum beschreiben: Masuren, die Wald- und Seenlandschaft im Nordosten Polens, die auf der Karte aussieht wie ein farbenfrohes Gemälde mit viel Grün, viel Blau und ganz viel Freiraum. Wie gemacht für Wanderungen, Ausritte, Segeltörns, Rad- und Paddeltouren.
Die Launen der Geschichte
In Masuren verknüpft sich deutsche mit polnischer Geschichte. Zeitzeugen sind prachtvolle alte Adelssitze und mächtige Ordensburgen, aber auch Hitlers Hauptquartier Wolfsschanze, in dem Weltgeschichte geschrieben wurde. Und ja, alle Orte, alle Seen, alle Wälder haben einen polnischen und einen alten, deutschen Namen. Warum auch nicht – im Lauf der Geschichte geschehen nun mal die verrücktesten Dinge.
Das Geschenk der Ruhe
In Masuren zieht die Zeit noch immer stille Kreise. Okay – es holpern auch im „Land der dunklen Wälder” kaum noch Pferdefuhrwerke über Kopfsteinpflaster, und die verklärte Romantik mit der Gänsefamilie auf der Dorfstraße und Bauern, die am Wegesrand duftendes Heu wenden, gehört eher ins Geschichtsbuch als in den Alltag der Menschen hier. Doch immer noch klappern, wohin du auch schaust, Störche auf ihren Nestern, glitzern hinter Waldsäumen Seen auf, in denen sich das sagenhafte Blau des masurischen Himmels spiegelt. Die Landschaft weckt noch heute Erinnerungen an Geschichten aus dem alten Ostpreußen, wie sie Marion Gräfin Dönhoff in ihrem „Ritt durch Masuren“ aufgeschrieben hat. Im Mai blühen die Wiesen, später im Sommer wiegen sich Mais, Weizen und Hafer im Wind auf weiten Feldern, von Kornblumen und Klatschmohn eingerahmt, und auf den Weiden dösen die Kühe. Die Dörfer: klein bis winzig, die Häuser meist schlicht. In den Gärten flattert Wäsche zum Trocknen, in den Höfen gackern Hühner. Das Leben nimmt sich Zeit hier. Masuren ist ein Land von sanfter Schönheit. Nur der Autoverkehr nimmt ein wenig von der Idylle.
Geschichte
Ab 500 n. Chr.
Die pruzzischen Stämme der Galinder, Sudauer und Barten siedeln sich an
13./14.Jh.
Der Deutsche Orden unterwirft die Pruzzen und holt deutsche Siedler ins Land
1525
Auflösung des Ordensstaats; die Region wird polnisches Hoheitsgebiet
1918
Nach fast 150 Jahren der Teilungen wird Polen wieder ein souveräner Staat
1920
Versailler Vertrag: 97 Prozent der Masuren stimmen gegen den Anschluss an Polen und für Ostpreußen
1945/46
Die meisten deutschen Bewohner fliehen. Masuren wird polnisch
1980
Die Solidarność entsteht
1988/89
„Runder Tisch“ und erste freie Wahlen in Polen, Ende der kommunistischen Herrschaft
2004
Polen wird Mitglied der EU (NATO-Beitritt 1999)
2022
Polen nimmt geschätzt 1,5 Mio. ukrainische Kriegsflüchtlinge auf
2023
Die Wahl am 15.Oktober sehen viele als Schicksalswahl
Luft zum Atmen
Die urwüchsige Moränenlandschaft ist ein Produkt der sogenannten Weichsel-Kaltzeit wie die Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Hier wurden auch zu sozialistischen Zeiten kaum umweltschädliche Industrien angesiedelt. Nur in der kalten Jahreszeit stinkt es, weil in Polen in Privathäusern immer noch viele schlechte Brennstoffe verheizt werden. Weite Teile der Region stehen als Naturreservate unter besonderem Schutz – Masuren gehört zu den Kronjuwelen im grünen Netz der Naturlandschaften Europas. Und zu seinen beliebtesten Urlaubsregionen. Die Menschen hier leben traditionell von der Landwirtschaft – aber auch immer mehr vom Tourismus.
Ferien auf dem Wasser
Eine Landpartie bedeutet in Masuren nicht nur Wandern, Radfahren und Reiten, sondern auch Segeln, Surfen, Schwimmen und Tauchen. Überall gibt es kleine und größere Badestrände, durch Flüsse und Kanäle sind viele der fast 3000 Seen miteinander verbunden und fordern ausgedehnte Bootstouren und Segeltörns geradezu heraus. Wer will, kann mehrere Wochen auf der Masurischen Seenplatte kreuzen, ohne einen Hafen ein zweites Mal anzusteuern. Und wenn es mit dem Segelschein immer noch nicht geklappt hat: Setz dich einfach ins Kajak – die kleine Krutynia ist einer der schönsten Paddelflüsse Europas!
Wo Masuren Masuren ist
Was ist eigentlich Masuren? Jeder kennt es, aber keiner weiß, wo genau die Grenzen liegen. Das könnte daran liegen, dass es nie wirklich welche gab, jedenfalls politisch gesehen. Das historische Masuren, das seinen Namen erst im 19.Jh. erhielt, liegt im Südosten des ehemaligen Ostpreußen. Das polnische Mazury ist größer und umfasst heute auch die südwestlich gelegene Region des Oberlands rund um Ostróda und die seenreiche Gegend um Suwałki im Nordosten. Auch die historische Region Ermland (polnisch: Warmia) wird zumindest touristisch oft mit „eingemeindet“. Das ermländische Allenstein (Olsztyn)ist nicht nur die schönste, sondern auch die Hauptstadt der polnischen Wojewodschaft Warmińsko-Mazurskie (Ermland und Masuren).
Über die Buckel nach Russland
Nördlich der großen Seen, wo eiszeitliche Moränenketten die Landschaft prägen und ihr den Namen Mazury Garbate, „Buckliges Masuren“, eingebracht haben, durchzieht ein bewachter Stacheldrahtzaun die Natur: die Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad (Königsberg). Hier zerfließt das Masurenland in der melancholischen Weite des alten Ostpreußen, der Himmel wird hoch und schwerelos. Am Horizont dunkel schimmernd ein waldgrüner Saum: Dort beginnt die legendenumwobene Rominter Heide, polnisch Puszcza Romincka, jahrhundertelang Jagdrevier gekrönter Häupter, die hier die stärksten jemals in Europa bekannten Rothirsche erlegten. Heute ist das 140 km2 große Urwaldgebiet zwischen Polen und Russland geteilt, auf masurischer Seite gibt es einige Wanderrouten. Masuren, ganz egal, wo genau es anfängt oder aufhört – dieses Fleckchen Erde ist etwas ganz Besonderes. Und eine Redewendung bleibt wohl immer wahr: Wer einmal in Masuren war, geht nie wieder ganz weg.
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