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Schon beim Landeanflug stellt sich Science-Fiction-Stimmung ein: Da taucht aus dem stahlblauen Meer plötzlich dieses Gebilde aus kahlen, beigegrauen Hügelketten auf, aus schwarzen Lavafeldern und Kratern, eine Mondlandschaft, auf die schnell ziehende Wolken ihre Schatten werfen, gesäumt von der Gischt des anbrandenden Ozeans.
Erdinneres nach außen
Lanzarote ist anders als die übrigen Kanaren, wirkt wie eine unwirtliche Einöde. Schon vor gut 20 Mio. Jahren drängten riesige Mengen Basaltmagma durch die Bruchlinien der Erdkruste nach oben und ließen die beiden ältesten Inseln des Archipels, Fuerteventura und Lanzarote, entstehen. Seitdem sind die Kanaren nie völlig zur Ruhe gekommen, keine andere Insel wurde so heftig heimgesucht wie Lanzarote. Mehr als 20 Prozent des 795 km2 großen Eilands wurden 1736 und 1824 verschüttet, Lava und Asche gaben diesem Teil der Insel eine neue Gestalt.
Schwarz-Weiß-Grün-Schema
Aber gerade das Karge ist es, was Lanzarote so einzigartig macht: Das vulkanische Herz der Insel ist ein unvergleichliches Naturerlebnis und ein unverwechselbares Merkmal der Insel, ebenso wie die hübschen Dörfer mit ihren weißen Fassaden und grünen Fenstern und Türen. Dass die meisten Siedlungen weiterhin in den klassischen Farben erstrahlen, ist Lanzarotes bekanntestem Sohn zu verdanken: César Manrique. Auf keiner anderen Insel des Archipels sind so viele (Landschafts-) Kunstwerke des großen Malers, Bildhauers und Architekten zu finden wie auf dem Eiland des vulkanischen Feuers.
Geschichte
Ab 500 v. Chr.
Berber besiedeln Lanzarote
1312
Der Genueser Lancelotto Malocello landet auf der Insel. Nach ihm wird Lanzarote später benannt
Ab 1402
Der Normanne Jean de Béthencourt erobert Lanzarote für die kastilische Krone und unterwirft die Urbevölkerung
1730–1736 und 1824
Vulkanausbrüche verwüsten Lanzarotes Süden. Viele Insulaner wandern nach Lateinamerika aus
1852
Arrecife wird Hauptstadt
1936
Der Putsch von General Franco in Spanien löst einen 3-jährigen Bürgerkrieg aus
1975
Nach dem Tod Francos wird Spanien eine Demokratie. Der Tourismus boomt
1986
Spanien wird EG-Mitglied
1993
Die Insel wird Unesco-Biosphärenreservat
2010–17
Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise trifft Spanien hart
2024
Nach der Corona-Pandemie kommen so viele Touristen wie nie auf die Insel
Strand satt
Natürlich musst du nicht die ganze Zeit Kultur tanken, auch wenn diese auf Lanzarote spektakulär ist. Die Alternative heißt: Vamos a la Playa! Schwimmen, schnorcheln, unter Palmen relaxen – und dies das ganze Jahr! Die drei großen Ferienorte – Costa Teguise, Puerto del Carmen und Playa Blanca – haben gute, teilweise durch Wellenbrecher geschützte Strände, weiß, weich und puderfein. Oder doch lieber Action? Kein Problem! Du kannst tauchen, surfen oder das Wasser mit einem Jetski durchpflügen. Eine gut eingespielte Wassersportszene bietet Ausrüstung und Schulung. Weniger Sportive steigen ins Boot und lassen Lanzarotes Küsten an sich vorbeiziehen. Die ganzjährig milden Temperaturen animieren natürlich auch zu Outdoor-Aktivitäten fernab vom Wasser. Rennradfahrer lieben Lanzarote, weil die Insel relativ flach und dabei abwechslungsreich ist. Und erstaunlich viele Wanderer zieht es in die Vulkanberge – es scheint sie nicht zu stören, dass so wenig Grünes zu sehen ist. Übrigens ist das milde Klima dem Nordostpassat zu verdanken, der den anderen Inseln des Archipels auch den Regen beschert. Pech für Lanzarote: Gerade mal 671 m misst der höchste Berg, der Peñas del Chache im nördlichen Gebirge Risco de Famara – zu niedrig, um die Wolken so richtig zum Abregnen zu bewegen. Doch immerhin mildern die Wolken, die sich an den Bergen zu dichten Bänken stauen können, die Hitze ebenso wie der Kanarenstrom, ein kühlerer Rückstrom des Golfstromsystems.
Afrikanische Wurzeln
Über die Urbevölkerung, die Majos, weiß man nicht viel. Sie kamen wohl etwa ab dem 5.Jh. v. Chr. aus Nordafrika und entstammten Berbervölkern. Auf Lanzarote, das damals Titerogaytra hieß, lebten sie vom Fischfang und vom Anbau von Getreide, das in primitiven Mühlen zu gofio verarbeitet wurde, zudem betrieben sie Schaf- und Ziegenzucht. Heute gibt es keinen Zweifel, dass sich die Lanzaroteños von Landwirtschaft und Fischfang allein nicht mehr ernähren können.
Fast alle leben vom Tourismus
So leben die meisten der 163 200 Einwohner von den jährlich mehr als 2 Mio. Gästen, die auf Lanzarote ihren Urlaub verbringen. Viele arbeiten als Rezeptionistin oder Koch, Portier oder Putzkraft, Gärtner oder Reiseführer – oft als Saisonkraft unter prekären Bedingungen. Für die Insel selbst sind die steigenden Touristenzahlen nicht leicht zu verkraften. Längst haben Meerwasserentsalzungsanlagen die leer geschöpften Brunnen ersetzt und sorgen für Trinkwasser, das allerdings mit erheblichem Energieaufwand gewonnen und weitertransportiert werden muss. Windkraftanlagen recken sich in den Himmel, Asphaltbänder schneiden durch die Lavafelder. Aus dem kleinen Fischerdorf Playa Blanca wurde binnen weniger Jahre ein Mega-Ferienresort; Feriensiedlungen für wohlhabende Mitteleuropäer schossen wie Pilze aus dem Boden.
Doch in kleinen Nischen, in Dörfern fernab der Ferienzentren, spürt man noch, dass Lanzarote mehr als alle anderen Kanaren eigentlich ein Ort der Enthaltsamkeit, Muße und Stille ist. Dies drückt sich auch in den Gesichtern der älteren Landbevölkerung aus: des Bauern, der mit dem Eselspflug stoisch den Lavagrus umgräbt; der Bäuerin, die endlose Feigenkaktusreihen aberntet; der alten Männer, die auf der Dorfplaza sitzen und den Tag vorüberziehen lassen. Das Lanzarote von einst lebt nur noch hier fort, und nur dem, der es mit offenen Augen und Ohren sucht und dabei auch einmal innehält, offenbart die Insel ihren ganzen Zauber.
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