© Piotr Krzeslak/shutterstock

Masurische Seen

Check-in

Das „Land ohne Eile“ – viel treffender als der masurische Schriftsteller Arno Surminski kann man es kaum beschreiben: Masuren, die Wald- und Seenlandschaft im Nordosten Polens, die auf der Karte aussieht wie ein farbenfrohes Gemälde mit viel Grün, viel Blau und ganz viel Freiraum. Wie gemacht für Wanderungen, Ausritte, Segeltörns, Rad- und Paddeltouren.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Keine 10 km von Kętrzyn liegt mitten im Wald Adolf Hitlers ehemaliges Hauptquartier in Ostpreußen, die Bunkerstadt Wolfsschanze. Heute ziehen die über 80 Bunkerruinen jedes Jahr rund 200 000…
Das Fischerdorf mit gerade einmal 3.800 Einwohnern hat sich zum Fremdenverkehrsort mit Hafen für Segelboote und die Weiße Flotte, die auf den Masurischen Seen Ausflügler transportiert, entwickelt.
Das kleine Dorf Święta lipka (Heilige Linde) an der grenze zwischen Ermland und Masuren ist berühmt für seine Wallfahrtskirche Mariä Verkündigung, die als Perle des Barocks in Nordpolen gilt.
Der Pavillon macht nicht so viel her, aber auf der Terrasse über dem Fluss sitzt und isst man gut. Mittags allerdings oft von Reisegruppen besetzt, da hilft nur warten. Für die honiggefüllten…
Der Niedersee ist eigentlich eher ein Hochsee – immerhin schwimmen Schwäne und Boote hier gut 151 m über dem Meeresspiegel! Und einer der schönsten Seen Masurens, nicht zuletzt seines malerischen…
Die gewaltige Festung aus der ersten Hälfte des 19. Jhs. sollte die Ostgrenze des Deutschen Reichs schützen. Ende Januar 1945 fielen der Roten Armee die Festung wie auch die Stadt Lötzen selbst…
Wenn die schnaubende kleine Dampflok gemächlich durch die sanfte Wald- und Wiesenlandschaft zuckelt, fühlt man sich glatt in eine der Erzählungen von Siegfried Lenz zurückversetzt. Auf der 1910–…

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Die Launen der Geschichte 

In Masuren verknüpft sich deutsche mit polnischer Geschichte. Zeitzeugen sind prachtvolle alte Adelssitze und mächtige Ordensburgen, aber auch Hitlers Hauptquartier Wolfsschanze, in dem Weltgeschichte geschrieben wurde. Und ja, alle Orte, alle Seen, alle Wälder haben einen polnischen und einen alten, deutschen Namen. Warum auch nicht – im Lauf der Geschichte geschehen nun mal die verrücktesten Dinge.

Das Geschenk der Ruhe

In Masuren zieht die Zeit noch immer stille Kreise. Okay – es holpern auch im „Land der dunklen Wälder” kaum noch Pferdefuhrwerke über Kopfsteinpflaster, und die verklärte Romantik mit der Gänsefamilie auf der Dorfstraße und Bauern, die am Wegesrand duftendes Heu wenden, gehört eher ins Geschichtsbuch als in den Alltag der Menschen hier. Doch immer noch klappern, wohin du auch schaust, Störche auf ihren Nestern, glitzern hinter Waldsäumen Seen auf, in denen sich das sagenhafte Blau des masurischen Himmels spiegelt. Die Landschaft weckt noch heute Erinnerungen an Geschichten aus dem alten Ostpreußen, wie sie Marion Gräfin Dönhoff in ihrem „Ritt durch Masuren“ aufgeschrieben hat. Im Mai blühen die Wiesen, später im Sommer wiegen sich Mais, Weizen und Hafer im Wind auf weiten Feldern, von Kornblumen und Klatschmohn eingerahmt, und auf den Weiden dösen die Kühe. Die Dörfer: klein bis winzig, die Häuser meist schlicht. In den Gärten flattert Wäsche zum Trocknen, in den Höfen gackern Hühner. Das Leben nimmt sich Zeit hier. Masuren ist ein Land von sanfter Schönheit. Nur der Autoverkehr nimmt ein wenig von der Idylle.

Luft zum Atmen 

Die urwüchsige Moränenlandschaft ist ein Produkt der sogenannten Weichsel- Eiszeit wie die Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Hier wurden auch zu sozialistischen Zeiten kaum umweltschädliche Industrien angesiedelt. Nur in der kalten Jahreszeit stinkt es, weil in Polen in Privathäusern immer noch viele schlechte Brennstoffe verheizt werden. Weite Teile der Region stehen als Naturreservate unter besonderem Schutz – Masuren gehört zu den Kronjuwelen im grünen Netz der Naturlandschaften Europas. Und zu seinen beliebtesten Urlaubsregionen. Die Menschen hier leben traditionell von der Landwirtschaft – aber auch immer mehr vom Tourismus.

Ferien auf dem Wasser

Eine Landpartie bedeutet in Masuren nicht nur Wandern, Radfahren und Reiten, sondern auch Segeln, Surfen, Schwimmen und Tauchen. Überall gibt es kleine und größere Badestrände, durch Flüsse und Kanäle sind viele der fast 3000 Seen miteinander verbunden und fordern ausgedehnte Bootstouren und Segeltörns geradezu heraus. Wer will, kann mehrere Wochen auf der Masurischen Seenplatte kreuzen, ohne einen Hafen ein zweites Mal anzusteuern. Und wenn es mit dem Segelschein immer noch nicht geklappt hat: Setz dich einfach ins Kajak – die kleine Krutynia ist einer der schönsten Paddelflüsse Europas!

Wo Masuren Masuren ist 

Was ist eigentlich Masuren? Jeder kennt es, aber keiner weiß, wo genau die Grenzen liegen. Das könnte daran liegen, dass es nie wirklich welche gab, jedenfalls politisch gesehen. Das historische Masuren, das seinen Namen erst im 19. Jh. erhielt, liegt im Südosten des ehemaligen Ostpreußen. Das polnische Mazury ist größer und umfasst heute auch die südwestlich gelegene Region des Oberlands rund um Ostróda und die seenreiche Gegend um Suwałki im Nordosten. Auch die historische Region Ermland (polnisch: Warmia) wird zumindest touristisch oft mit „eingemeindet“. Das ermländische Allenstein (Olsztyn)ist nicht nur die schönste, sondern auch die Hauptstadt der polnischen Wojewodschaft Warmińsko-Mazurskie (Ermland und Masuren).

Über die Buckel nach Russland 

Nördlich der großen Seen, wo eiszeitliche Moränenketten die Landschaft prägen und ihr den Namen Mazury Garbate, „Buckliges Masuren“ eingebracht haben, durchteilt ein bewachter Stacheldrahtzaun die Natur: die Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad (Königsberg). Hier zerfließt das Masurenland in der melancholischen Weite des alten Ostpreußen, der Himmel wird hoch und schwerelos. Am Horizont dunkel schimmernd ein waldgrüner Saum: Dort beginnt die legendenumwobene Rominter Heide, polnisch Puszcza Romincka, jahrhundertelang Jagdrevier gekrönter Häupter, die hier die stärksten jemals in Europa bekannten Rothirsche erlegten. Heute ist das 140 km2 große Urwaldgebiet zwischen Polen und Russland geteilt, auf masurischer Seite gibt es einige Wanderrouten. Masuren, ganz egal, wo genau es anfängt oder aufhört – dieses Fleckchen Erde ist etwas ganz Besonderes. Und abgesehen von allen Klischees bleibt eine Redewendung wohl immer wahr: Wer einmal in Masuren war, geht nie wieder ganz weg.

Praktische Hinweise

Anreise

Auto

Empfehlenswerte Grenzübergänge für die Masuren-Tour sind Kostrzyn/ Kietz (östlich von Berlin) oder für die Anreise aus Norddeutschland Kolbaskowo/Pommellen (auf der A11). Fahrtzeit Kostrzyn-Olsztyn: 8-10 Stunden. Nationaler Führerschein und Fahrzeugschein sind erforderlich, Wohnanhänger benötigen eine zusätzliche Versicherungskarte.

Einige neue Autobahnen sind gebührenpflichtig (opłaty drogowe), so der 150 km lange Abschnitt der A1 zwischen Danzig und Thorn: An den Auffahrten stehen Kassenstationen, an denen man eine Mautkarte erhält, die an der Ausfahrtstation bezahlt werden muss (in Złoty oder Euro, an den größeren Mautstellen auch mit EC-/Kreditkarte). Informationen zur Maut in Polen: www.polish-online.com/polen/reisetipps/maut.php

Bahn

Direktverbindungen nach Warschau bestehen von Berlin, Dresden und Hannover aus. Von dort aus geht es weiter mit Bahn oder Bus nach Masuren. Empfehlenswert ist der "Masurenexpress", eine direkte Nachtverbindung täglich ab Berlin (Mai-Sept.). Von Stettin aus gibt es täglich mehrere direkte Zugverbindungen an der Küste entlang nach Danzig mit Anschluss in Richtung Olsztyn/Masuren. Da viele Züge in jedem Nest halten, kommt man zwar nicht besonders schnell voran, dafür aber erheblich günstiger als etwa in Deutschland. In vielen Zügen kann man sein Fahrrad mitnehmen (50 Prozent Aufschlag), am besten vorher erkundigen. In der Sommersaison sind die Züge an der Küste oft sehr voll. Wer Stehreisen vermeiden will, kann ein Ticket 1. Klasse kaufen. Das kostet 50 Prozent extra, dafür gibt's fast immer noch Sitzplätze in den Abteilen. Auskunft zu Verbindungen und Spartarifen in den Reisezentren der Deutschen Bahn, www.bahn.de.

Bus

Busverbindungen von Deutschland aus bietet die Deutsche Touring GmbH (Eurolines) in Frankfurt in Kooperation mit diversen Veranstaltern an (Tel. 061962 078501 | www.eurolines.de). Ab Berlin Linienverbindungen nach Olsztyn und Giżycko (Bayern Express & P. Kühn GmbH | Tel. 030 860960 | www.berlinlinienbus.de).

Flugzeug

Direktflüge nach Masuren gibt es nicht; die polnischen Fluggesellschaften Lot ((*) Tel. 0180 3000336 | www.lot.com) und Wizzair (Tel. 0048 223519499 | www.wizzair.com) fliegen Warschau aus mehreren deutschen Städten an, ebenso die Lufthansa (www.lufthansa.com) und Air Berlin (www.airberlin.com). Auch die Billigflieger Germanwings (www.germanwings.com), EasyJet (www.easyjet.com) und Air Polonia (www.airpolonia.com) fliegen nach Warschau und Danzig, u. a. von Berlin, Hamburg, Köln und Stuttgart aus.

Auskunft

Polnisches Fremdenverkehrsamt

Kurfürstendamm 71 | 10709 Berlin | Tel. 030 2100920 | www.polen-info.de

Polnisches Fremdenverkehrsamt

Lerchenfelder Str. 2 | 1080 Wien | Tel. 01 5247191 | www.poleninfo.at

- www.masuren.de (Privatportal mit allem über Masuren, viel über Polen)

- www.hotelspoland.com (Hotelbuchungen, auch auf Deutsch)

- www.welcome2masuria.com (Reiseportal mit Restaurant- und Hotelempfehlungen sowie Reisebuchungen, auf Deutsch)

- www.masuren-online.de (Privatportal mit Infos von Aktivurlaub bis Unterkunft)

Auto

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h in Orten, 90 km/h auf Landstraßen (100 km/h auf mehrspurigen) und 130 km/h auf Autobahnen. Das Überschreiten der Geschwindigkeit wird mit bis zu 130 Euro geahndet. In Polen muss man das ganze Jahr über auch am Tag mit Abblendlicht fahren. Es besteht generelle Anschnallpflicht; Kinder unter 12 Jahren müssen hinten sitzen. Die Promillegrenze liegt bei 0,2; bei Überschreitung kann die Polizei den Führerschein einziehen. Handybenutzung am Steuer nur mit Freisprechanlage.

Das Tankstellennetz ist dicht, die größeren an den Hauptverkehrsstraßen haben rund um die Uhr geöffnet, kleinere in der Regel von 6 bis 22 Uhr. "ON" ist die polnische Abkürzung für Diesel. Tankstellen-Kennzeichnung für Flüssiggas: LPG (Gaz).

Banken & Geld

Landeswährung ist der Złoty. Er ist seit einigen Jahren konvertibel, sodass Sie bereits eine kleinere Summe (100-200 Złoty) mit nach Polen bringen können. Ansonsten ist es günstiger, seine Euros erst in Polen zu tauschen, in Banken oder Wechselstuben (kantor). Der Kurs im kantor ist meist etwas besser als in der Bank. Reiseschecks werden nur in Banken akzeptiert. In allen größeren Städten können Sie am bankomat mit Kreditkarten und EC-Karte Geld ziehen.

Camping

Im masurischen Seengebiet sind von Mai bis September zahlreiche gut ausgerüstete Campingplätze geöffnet, einige auch ganzjährig. Alle Plätze verfügen über Stellplätze (mit 220-V-Anschluss)für Zelte und Wohnwagen. Es gibt überall fließendes Wasser, sanitäre Anlagen und Kochstellen. Gegen Vorlage der internationalen Camperkarte gibt es auch in Polen Ermäßigung. Wildes Campen ist verboten und wird vor allem in Naturreservaten sehr hart bestraft. Auskünfte erteilt der Polnische Campingverband PFCC (ul. Grochowska 331 | Warszawa | Tel. 228106050 | www.pfcc.eu). Eine Übersicht über Plätze gibt es unter www.campinpolska.com.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

ul. Dąbrowiecka 30 | 03-932 Warszawa | Tel. 225841700

Deutsches Konsulat

al. Zwycięstwa 23 | 80-219 Gdańsk | Tel. 583414366

Österreichische Botschaft

ul. Gagarina 34 | 00-955 Warszawa | Tel. 228410081

Botschaft der Schweiz

al. Ujazdowskie 27 | 00-540 Warszawa | Tel. 2262804818

Einreise

Seit 2008 gilt in Polen das Schengen-Abkommen. Wer aus einem Schengen-Staat einreist, wird im Normalfall nicht mehr kontrolliert. Sie sollten dennoch immer einen gültigen Personalausweis oder Reisepass dabei haben.

Eintritt

Die Eintrittspreise in Museen und ähnliche Einrichtungen liegen - wenn im Buch nicht anders angegeben - überall meist zwischen 1,50 und 2,50 Euro. Manche Museen haben einmal im Monat einen eintrittsfreien Tag.

FKK

Offiziell gibt es im katholischen Polen keine Nacktbadestrände. Doch wenn Sie ein einsames Seeufer finden - was in Masuren nicht sehr schwer ist -, können Sie getrost alle Hüllen fallen lassen.

Gesundheit

Erste Hilfe wird kostenlos geleistet. Unbedingt ratsam ist die Mitnahme der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC), die Sie bei Ihrer Krankenkasse bekommen; sie belegt den Anspruch auf ambulante Behandlung und ist für gesetzlich Versicherte in der Regel kostenlos - zumindest bei den Vertragsärzten des Nationalen Polnischen Gesundheitsfonds (Narodowy Fundusz Zdrowie), im Bedarfsfall am besten vorher fragen. Der Abschluss einer privaten Auslands-Reisekrankenversicherung bietet zusätzliche Sicherheit.

Apotheken (apteka) gibt es allen in größeren Orten, dort sind alle gängigen Medikamente erhältlich, oft rezeptfrei. Geöffnet haben Apotheken meist Mo-Fr 8-18, Sa 9-14 Uhr, ein Hinweis auf die diensthabende Not- und Nachtapotheke hängt in der Regel an geschlossenen Apotheken aus.

Vor einer längeren Masuren-Tour ist es sinnvoll, sich gegen Zeckenbisse impfen zu lassen. Und: Nehmen Sie unbedingt ein Mückenschutzmittel mit!

In den meisten polnischen Gaststätten gilt absolutes Rauchverbot.

Internetcafés & Wlan

Immer mehr Hotels bieten ihren Gästen Internetzugang (Wifi), allerdings nicht immer kostenlos. Internetcafés gibt es mittlerweile in fast allen größeren Orten, ihre Zahl hält sich allerdings in Grenzen, da sich auch in Polen UMTS & Webstick als Netzzugang durchgesetzt hat.

Jugendherbergen

Die Jugendherbergen in Polen sind organisiert im Polnischen Verband der Jugendherbergen (PTSM), der Mitglied des Internationalen Jugendherbergsverbands (IYHF) ist. Die Herbergen können nur von Mitgliedern der jeweiligen Heimatverbände benutzt werden. Infos: Hauptverwaltung der PTSM (ul. Chocimska 28 | Warszawa | Tel. 228498128 und 228498354 | www.hostelling.com.pl). Hier können Sie auch eine Reservierung vornehmen. Für Auskünfte über Masuren können Sie sich auch an das Jugendherbergswerk in Olsztyn wenden (ul. Kopernika 45 | Olsztyn | Tel. 895276650).

Klima & Reisezeit

Das Wetter in Masuren ist bereits sehr kontinental geprägt. Die Sommer können sehr heiß, die Winter bitterkalt sein. Ende Mai beginnt in Masuren die Schönwettersaison. Sie dauert bis Mitte August, aber auch im September gibt es oft noch sonnige Tage.

Im Winter, wenn die Seen zugefroren sind und es mitunter tagelang schneit, wirkt das Land weit, ruhig und wie verzaubert. Vor allem die Gegend um Gołdap avanciert dann zu einem der beliebtesten, weil ziemlich schneesicheren Wintersportzentren im Norden Polens.

Mietwagen

Bei internationalen und regionalen Firmen können Sie direkt an den Bahnhöfen, in großen Hotels bzw. über die örtlichen (Reise-)Büros Leihwagen mieten. Die gängigen internationalen Mietwagenfirmen haben in Masuren allerdings keine festen Vertretungen, die nächsten finden Sie am Flughafen Danzig oder in Olsztyn, z. B. Avis (www.avis.pl) oder Hertz (www.hertz.pl). Die Preise entsprechen etwa denen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Notruf

Tel. Polizei: 997

Tel. Feuerwehr: 998

Tel. Rettungsdienst: 999

Tel. Pannenhilfe: 981

Tel. Wasserrettung: 895274814

Tel. Notruf vom Handy aus: 0048 112

Öffentliche Verkehrsmittel

Das Streckennetz der Polnischen Eisenbahn PKP ist in Masuren nicht besonders ausgebaut, dafür sind die Fahrkarten deutlich billiger als in Deutschland. Aktuelle Zugverbindungen sind zu finden unter www.pkp.pl.

Es gibt ein weit verzweigtes Busliniennetz, das von der staatlichen PKS und der privaten Polski Express befahren wird. Fahrkarten gibt es an Busbahnhöfen, in Reisebüros oder beim Fahrer selbst. Kinder bis zum vierten Lebensjahr ohne eigenen Sitzplatz reisen gratis, Kinder von vier bis sieben Jahren erhalten 50 Prozent Ermäßigung. Die Zugbahnhöfe und die Fernbusbahnhöfe liegen häufig nebeneinander. Die Polski-Express-Busse sind in der Regel bequemer und auch schneller als die meist älteren PKS-Modelle.

Öffnungszeiten

In Polen gibt es kein Ladenschlussgesetz. Lebensmittelläden sind meist Mo-Fr 7-19, Sa 8-14 Uhr geöffnet. Banken: Mo-Fr 8-17, Sa 8-14 Uhr. Apotheken: Mo-Fr 8-18 Uhr. Postämter: Mo-Fr 8-19 Uhr. Die meisten Restaurants sind täglich geöffnet, das aber nur in der Hauptsaison.

Post

Briefe nach Westeuropa brauchen im Durchschnitt etwa eine Woche. Die roten Briefkästen sind die richtigen. Die grünen dienen nur dem regionalen Postverkehr. Porto nach Westeuropa: Karte oder Standardbrief 4,60 Zł. bzw. 5,20 Zł. (Luftpost). Briefmarken (znaczki) gibt's im Postamt, an Zeitungskiosken und in vielen Hotels.

Taxi

Die Preise für die drei Zonen "Innenstadt", "Außenbezirke" und "Feiertags- oder Nachtfahrten" sind gut sichtbar im und außerhalb des Taxis angebracht. Allgemein verbindliche Tarife gibt es nicht, Richtpreis: ca. 1,50 Euro = 6 Zł. für den ersten, ca. 60 Cent = 2,50 Zł. für jeden weiteren Kilometer (Tagesfahrt). Bei längeren Fahrten sollten Sie unbedingt den Preis vorab mit dem Fahrer aushandeln. Ein seriöses Unternehmen ist Radio-Taxi, telefonisch bestellbar: Tel. 919

Telefon & Handy

Vorwahl nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041. Vorwahl nach Polen: 0048.

Die öffentlichen Telefonzellen können Sie entweder mit einer Telefon- oder einer Chipkarte benutzen, die Sie an Kiosken und Tankstellen, in Postämtern und größeren Hotels kaufen können. Üblich sind Telefonkarten (karta telefoniczna) mit 25 oder 100 Einheiten. Chipkarten gibt es für 50 Einheiten.

In Polen mit dem (deutschen) Handy ins Festnetz: zuerst die Ländervorwahl (0048), dann die Ortsvorwahl, dann die siebenstellige Rufnummer.

Mobilfunk funktioniert problemlos, allerdings ist das Telefonieren mit dem Handy wegen der Roaminggebühren recht teuer. Nicht immer ist das Partnernetz, das sich in Polen automatisch einwählt, auch das billigste. Mit einer polnischen Prepaid-SIM-Card entfallen die Gebühren für eingehende Gespräche ganz. Prepaid-Cards bekommen Sie vor Ort in Handyläden, an Tankstellen und in manchen Internetcafés. Aktuelle Informationen zum Thema "Telefonieren in Polen" (z. B. günstige Tarife, neue Netzanbieter usw.) gibt's auch unter www.virtualpolen.de/telefon.html.

Tel. Inlandsauskunft: 913, Tel. Auslandsauskunft: 912

Toiletten

In Polen werden die Toiletten (toaleta) oft nur mit einem Symbol gekennzeichnet - ein Kreis für die Damen, ein Dreieck für die Herren. Dies liegt daran, dass im Polnischen pan (Herr) und pani (Dame) mit einem "P" beginnen und daher als Symbol ungeeignet sind. Gebühr: ca. 2-3 Zł.

Trinkgeld

Ein 5- bis 10-prozentiges napiwek ist eine angemessene Anerkennung für guten Service im Restaurant und im Hotel. Auch bei Taxifahrten wird der Fahrpreis üblicherweise aufgerundet.

Zoll

Seit dem EU-Beitritt Polens gibt es an den deutsch-polnischen Grenzen keine Zollkontrollen mehr, und für die Ein- und Ausfuhr gelten die Bestimmungen des EU-Binnenmarkts.

Ohne Sondergenehmigung dürfen keine Gegenstände ausgeführt werden, die vor dem 9. Mai 1945 in Polen hergestellt wurden. Seien Sie also vorsichtig beim Kauf von Antiquitäten, alten Büchern und Bildern.

Wenn Sie einen Abstecher in das zu Russland gehörende Gebiet Kaliningrad (Königsberg) machen und anschließend wieder nach Polen einreisen, dürfen Sie pro Person nur zwei Schachteln Zigaretten bei sich haben. Verstöße werden hart geahndet. www.zoll.de

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Januar

Neujahr

März/April

Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

3. Mai

Jahrestag der Verfassung vom 3. Mai 1791

Juni

Fronleichnam

15. August

Mariä Himmelfahrt

1. November

Allerheiligen

11. November

Unabhängigkeitstag von 1918

25./26. Dezember

Weihnachten

Feste und Events

Januar-März

Pferdeschlitten- und Eissegelrennen auf den zugefrorenen Seen zwischen Mikołajki, Giżycko und Węgorzewo

Juni

Internationale Tage der Region Bartoszyce: Konzerte von Folklore- und Blasmusikgruppen

Johannisnacht: In der kürzesten Nacht des Jahres, am 23. Juni, werden überall wagenradgroße Kränze mit brennenden Kerzen auf die Reise zum Meer geschickt.

Juli

Festival der Kultur der polnischen Ostgebiete (heute Ukraine, Weißrussland und Litauen) in Mrągowo

Kulturtage von Mrągowo: Kunstausstellung regionaler Künstler (erstes Wochenende)

Schlacht von Grunwald: Jedes Jahr stürzen sich am 14. Juli Tausende von "Rittern" in die Schlacht und besiegen wie 1410 das Heer des Deutschen Ordens. Das Spektakel wird im Fernsehen übertragen und zieht Zehntausende Touristen an (13.-15. Juli).

Hafenfestival mit Shantys, Countrymusik und Blues in Mikołajki

Goldaper Tage: Wahl der "Miss Gołdap", Hubschrauberrundflüge, Ballonfahrten

Shanty-Festival in Giżycko: Konzerte mit Volksfestcharakter (Monatsmitte)

Countrymusik-Wochenende in Giżycko: Konzerte, man kommt mit Motorrad und in Westernoutfit (Monatsende)

Niedersee-Tage mit einer Reihe von Konzertveranstaltungen am Jezioro Nidzkie (Monatsende)

Haltestelle Olecko: Familienfreundliches Popfestival in Treuburg (Monatsende)

Juli/August

Piknik-Country: Internationales Festival der Countrymusik in Mrągowo. Drei Tage lang feiert das Publikum internationale Stars im 5000 Menschen fassenden Amphitheater.

Orgelkonzerte an jedem Wochenende in Święta Lipka

August

Masurisches Folkloretreffen in Olecko

Internationales Oldtime-Jazz-Festival "Goldenes Waschbrett" in Iława

Ritterturnier in Szczytno: Während ihres jährlichen Treffens probt die "Ritterbruderschaft von Schwert und Armbrust" bei der Burgruine von Ortelsburg eine Zeitreise ins Mittelalter.

September

Der Herbst in Masuren: Konzerte, Spiele sowie eine Ausstellung von Booten und Segelzubehör in Mrągowo (Mitte des Monats)

Sommerabschied mit Rockmusik in Bartoszyce

November

Wszystkich Świętych (Allerheiligen): Im ganzen Land werden am höchsten Feiertag nach Ostern und Weihnachten die Gräber auf den Friedhöfen über und über mit Kerzen und Blumen geschmückt, ein sehr eindrucksvolles Bild.

Bloss nicht

Alkoholisiert Auto fahren

Nach wie vor ist Alkohol am Steuer eine der Hauptursachen für Unfälle in Polen, das zu den europäischen Spitzenreitern bei tödlichen Verkehrsunfällen zählt. Zwar wurde die Promillegrenze unlängst vom absoluten Alkoholverbot auf 0,2 gelockert. Doch die sind schnell überschritten. Darum: Ein kühles Bier, ein Schoppen Wein zum Essen oder einen Wodka zur Verdauung auf jeden Fall meiden, wenn Sie anschließend noch Auto fahren wollen. Verkehrskontrollen sind häufig und streng, Verstöße werden hart geahndet. Selbst wenn es Ihnen gelingen sollte, den Polizisten vom sofortigen Einkassieren Ihres Führerscheins abzuhalten - teuer wird der Spaß in jedem Fall.

Auf Autodiebe hereinfallen

Die meisten Warnungen vor Autodieben in Polen sind ziemlich übertrieben, doch eine reine Erfindung ist dieses Thema eben auch nicht. Darum: Wenn Sie mit dem Auto oder im Wohnmobil nach Masuren reisen, sollten Sie durchaus vorsichtig sein. Das gilt vor allem für neue, teure Wagen, Autodiebe bevorzugen deutsche Oberklassemarken. Generell gilt: Gehen Sie einfach auf Nummer sicher. Also: weder Wertsachen im Auto liegen lassen, noch den Wagen für längere Zeit unbeobachtet auf einem unbewachten Parkplatz abstellen. Die Horrorgeschichten indes von fingierten Unfällen auf einsamen Landstraßen oder Nägeln auf dem Asphalt, um Autofahrer zum Anhalten zu zwingen und zu berauben, stammen aus den (tatsächlich ziemlich wilden) frühen 1990er-Jahren. Lassen Sie sich durch solche Storys bloß nicht von einer Masuren-Reise abhalten.

Kreditkarten auf dem Land nutzen

Plastikgeld gilt natürlich auch in Polen. Beim Urlaub auf einem Bauernhof sollten Sie allerdings vorher klären, ob Ihr Gastgeber Kreditkarten akzeptiert. Auch viele kleine Restaurants halten an dem Motto "Nur Bares ist Wahres" fest.

Die russische Grenze testen

Die Grenze zur Exklave Kaliningrad mag mancherorts in der menschenleeren Landschaft Nordmasurens aussehen, als würden die verwitterten Sperrzäune und Grenzpfähle demnächst gänzlich von der Natur überwuchert, doch der Eindruck täuscht: Was Sie sehen, ist nur die erste Zone einer bis zu 1 km breiten und beidseits gut gesicherten Grenzanlage. Vor einem Test sei dringend gewarnt! Wenn Sie von russischen Patrouillen geschnappt werden, schießt dort zwar längst niemand mehr, doch Ärger ist Ihnen gewiss. Immer wieder versuchen waghalsige Touristen, die solche Grenzerlebnisse im freien Westeuropa nicht kennen, den Sperrzonen-Kick. Auch wenn man auf der polnischen Seite problemlos bis an den Zaun gelangen kann - eine Staatsgrenze, zumal die Außengrenze der EU, ist kein Abenteuerspielplatz.

Bücher & Filme

So zärtlich war Suleyken

Es hat, so scheint es, ein Denkmal gesetzt das Väterchen Siegfried Lenz mit seinen liebenswert-skurrilen Erzählungen aus der versunkenen Welt Ostpreußens (1955)

Masuren - Ostpreußens vergessener Süden

Ein fundierter Abriss masurischer Geschichte. Hervorragend recherchiert und unterhaltsam geschrieben von dem jungen Historiker und Slawisten Andreas Kossert (2001)

Schattenland

Filmemacher Volker Koepp begegnet in Masuren Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg im "Land der dunklen Wälder" gestrandet sind: Polen und Ukrainer, die ihr Auskommen als Bauern und Fischer suchen - in einer Region, die trotz Tourismus zu den ärmsten Europas zählt (2005)

Der letzte masurische Bär

In diesem "Schelmenroman" von Peter Ostendorf verliert ein Deutscher sein Herz ans Land der tausend Seen. Es geht um eine Bärenjagd, obwohl es hier gar keine Bären mehr gibt. Der Masure Jacek löst das Problem auf seine Weise (2011)

Reise nach Nikolaiken

Arno Surminski, 1937 in Jäglak (Jegławki) geboren, spinnt in seinen Erzählungen aus dem Jahr 1991 einen herrlich nostalgischen Faden aus dem Jetzt zurück in das versunkene Einst Ostpreußens

Masuren

Die Reisereportage des Dokumentarfilmers Wolfgang Wegner zeichnet mit wundervollen Naturaufnahmen ein faszinierendes Bild dieser geschichtsträchtigen Landschaft und ihrer Bewohner (2010)

-3-5 °C
1 h/Tag

Fakten

Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 21:22 Uhr

Anreise

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