© Piotr Krzeslak/shutterstock

Masurische Seen

Check-in

Das „Land ohne Eile“ – viel treffender als der masurische Schriftsteller Arno Surminski kann man es kaum beschreiben: Masuren, die Wald- und Seenlandschaft im Nordosten Polens, die auf der Karte aussieht wie ein farbenfrohes Gemälde mit viel Grün, viel Blau und ganz viel Freiraum. Wie gemacht für Wanderungen, Ausritte, Segeltörns, Rad- und Paddeltouren.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Keine 10 km von Kętrzyn liegt mitten im Wald Adolf Hitlers ehemaliges Hauptquartier in Ostpreußen, die Bunkerstadt Wolfsschanze. Heute ziehen die über 80 Bunkerruinen jedes Jahr rund 200 000…
Das Fischerdorf mit gerade einmal 3.800 Einwohnern hat sich zum Fremdenverkehrsort mit Hafen für Segelboote und die Weiße Flotte, die auf den Masurischen Seen Ausflügler transportiert, entwickelt.
Das kleine Dorf Święta lipka (Heilige Linde) an der grenze zwischen Ermland und Masuren ist berühmt für seine Wallfahrtskirche Mariä Verkündigung, die als Perle des Barocks in Nordpolen gilt.
Der Pavillon macht nicht so viel her, aber auf der Terrasse über dem Fluss sitzt und isst man gut. Mittags allerdings oft von Reisegruppen besetzt, da hilft nur warten. Für die honiggefüllten…
Der Niedersee ist eigentlich eher ein Hochsee – immerhin schwimmen Schwäne und Boote hier gut 151 m über dem Meeresspiegel! Und einer der schönsten Seen Masurens, nicht zuletzt seines malerischen…
Die gewaltige Festung aus der ersten Hälfte des 19. Jhs. sollte die Ostgrenze des Deutschen Reichs schützen. Ende Januar 1945 fielen der Roten Armee die Festung wie auch die Stadt Lötzen selbst…
Wenn die schnaubende kleine Dampflok gemächlich durch die sanfte Wald- und Wiesenlandschaft zuckelt, fühlt man sich glatt in eine der Erzählungen von Siegfried Lenz zurückversetzt. Auf der 1910–…

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Die Launen der Geschichte 

In Masuren verknüpft sich deutsche mit polnischer Geschichte. Zeitzeugen sind prachtvolle alte Adelssitze und mächtige Ordensburgen, aber auch Hitlers Hauptquartier Wolfsschanze, in dem Weltgeschichte geschrieben wurde. Und ja, alle Orte, alle Seen, alle Wälder haben einen polnischen und einen alten, deutschen Namen. Warum auch nicht – im Lauf der Geschichte geschehen nun mal die verrücktesten Dinge.

Das Geschenk der Ruhe

In Masuren zieht die Zeit noch immer stille Kreise. Okay – es holpern auch im „Land der dunklen Wälder” kaum noch Pferdefuhrwerke über Kopfsteinpflaster, und die verklärte Romantik mit der Gänsefamilie auf der Dorfstraße und Bauern, die am Wegesrand duftendes Heu wenden, gehört eher ins Geschichtsbuch als in den Alltag der Menschen hier. Doch immer noch klappern, wohin du auch schaust, Störche auf ihren Nestern, glitzern hinter Waldsäumen Seen auf, in denen sich das sagenhafte Blau des masurischen Himmels spiegelt. Die Landschaft weckt noch heute Erinnerungen an Geschichten aus dem alten Ostpreußen, wie sie Marion Gräfin Dönhoff in ihrem „Ritt durch Masuren“ aufgeschrieben hat. Im Mai blühen die Wiesen, später im Sommer wiegen sich Mais, Weizen und Hafer im Wind auf weiten Feldern, von Kornblumen und Klatschmohn eingerahmt, und auf den Weiden dösen die Kühe. Die Dörfer: klein bis winzig, die Häuser meist schlicht. In den Gärten flattert Wäsche zum Trocknen, in den Höfen gackern Hühner. Das Leben nimmt sich Zeit hier. Masuren ist ein Land von sanfter Schönheit. Nur der Autoverkehr nimmt ein wenig von der Idylle.

Luft zum Atmen 

Die urwüchsige Moränenlandschaft ist ein Produkt der sogenannten Weichsel- Eiszeit wie die Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Hier wurden auch zu sozialistischen Zeiten kaum umweltschädliche Industrien angesiedelt. Nur in der kalten Jahreszeit stinkt es, weil in Polen in Privathäusern immer noch viele schlechte Brennstoffe verheizt werden. Weite Teile der Region stehen als Naturreservate unter besonderem Schutz – Masuren gehört zu den Kronjuwelen im grünen Netz der Naturlandschaften Europas. Und zu seinen beliebtesten Urlaubsregionen. Die Menschen hier leben traditionell von der Landwirtschaft – aber auch immer mehr vom Tourismus.

Ferien auf dem Wasser

Eine Landpartie bedeutet in Masuren nicht nur Wandern, Radfahren und Reiten, sondern auch Segeln, Surfen, Schwimmen und Tauchen. Überall gibt es kleine und größere Badestrände, durch Flüsse und Kanäle sind viele der fast 3000 Seen miteinander verbunden und fordern ausgedehnte Bootstouren und Segeltörns geradezu heraus. Wer will, kann mehrere Wochen auf der Masurischen Seenplatte kreuzen, ohne einen Hafen ein zweites Mal anzusteuern. Und wenn es mit dem Segelschein immer noch nicht geklappt hat: Setz dich einfach ins Kajak – die kleine Krutynia ist einer der schönsten Paddelflüsse Europas!

Wo Masuren Masuren ist 

Was ist eigentlich Masuren? Jeder kennt es, aber keiner weiß, wo genau die Grenzen liegen. Das könnte daran liegen, dass es nie wirklich welche gab, jedenfalls politisch gesehen. Das historische Masuren, das seinen Namen erst im 19. Jh. erhielt, liegt im Südosten des ehemaligen Ostpreußen. Das polnische Mazury ist größer und umfasst heute auch die südwestlich gelegene Region des Oberlands rund um Ostróda und die seenreiche Gegend um Suwałki im Nordosten. Auch die historische Region Ermland (polnisch: Warmia) wird zumindest touristisch oft mit „eingemeindet“. Das ermländische Allenstein (Olsztyn)ist nicht nur die schönste, sondern auch die Hauptstadt der polnischen Wojewodschaft Warmińsko-Mazurskie (Ermland und Masuren).

Über die Buckel nach Russland 

Nördlich der großen Seen, wo eiszeitliche Moränenketten die Landschaft prägen und ihr den Namen Mazury Garbate, „Buckliges Masuren“ eingebracht haben, durchteilt ein bewachter Stacheldrahtzaun die Natur: die Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad (Königsberg). Hier zerfließt das Masurenland in der melancholischen Weite des alten Ostpreußen, der Himmel wird hoch und schwerelos. Am Horizont dunkel schimmernd ein waldgrüner Saum: Dort beginnt die legendenumwobene Rominter Heide, polnisch Puszcza Romincka, jahrhundertelang Jagdrevier gekrönter Häupter, die hier die stärksten jemals in Europa bekannten Rothirsche erlegten. Heute ist das 140 km2 große Urwaldgebiet zwischen Polen und Russland geteilt, auf masurischer Seite gibt es einige Wanderrouten. Masuren, ganz egal, wo genau es anfängt oder aufhört – dieses Fleckchen Erde ist etwas ganz Besonderes. Und abgesehen von allen Klischees bleibt eine Redewendung wohl immer wahr: Wer einmal in Masuren war, geht nie wieder ganz weg.

Gut zu wissen

Anreise

Mit dem Auto führen die meisten Wege nach Masuren durch Berlin und dann auf der A2 (zwischendurch gibt es einige Mautstationen, Zahlung in Złoty, Euro und per Karte möglich) bis kurz hinter Posen, dann quer durchs Land über Gnesen, unterhalb von Thorn und durch Brodnica und Ostróda nach Olsztyn. Ab Gnesen geht es auf Landstraßen aber teils langsam voran. Wer unterwegs Danzig besuchen will, nimmt die A11 nach Stettin und in Polen dann südlich der Küste die Schnellstraße S6, die gerade im Bau, aber teilweise auch schon fertig ist, bis Danzig. Von dort führt die Schnellstraße S7 flott über Elbing nach Ostróda kurz vor Olsztyn. Sehr schnell trotz zusätzlicher Kilometer geht es aus Deutschland auf der A2 nach Warschau und dann rauf nach Masuren – am flottesten über die Schnellstraße S8 in Richtung Białystok und dann je nach Ziel in Ostrów Mazowiecka oder in Zambrów abbiegen in Richtung Westen. Gut ausgebaut ist auch die Straße 61 aus Warschau über Pułtusk. Wer aus oder durch Sachsen kommt, kommt durch Breslau ebenfalls schnell hinauf nach Norden.

Per Zug ist der viermal täglich verkehrende EuroCity Berlin–Warszawa die beste Wahl. In Posen steigt man um nach Olsztyn. Fahrzeit Berlin–Olsztyn mindestens 8 Stunden (bahn.de).

Per Fernbus haben Eurolines (eurolines.de) und Flixbus (flixbus.de) viele Verbindungen im Programm. So geht’s z. B. aus Berlin in rund 13 Stunden nach Olsztyn. Kostenpunkt: ab ca. 100 Euro.

Flüge lohnen sich am ehesten noch für Anreisende aus dem Süden. So gibt es per WizzAir (wizzair.com) regelmäßige Verbindungen von Basel nach Danzig. Auch der masurische Flughafen (mazuryairport.pl) – 11 km südlich von Szczytno, 58 km östlich von Olsztyn – hat immer wieder ein paar deutsche Ziele im Programm, zuletzt Köln/Bonn und Dortmund. Am Airport kann man dann auch ein Auto mieten.

Einreise

Auch in Polen gilt das Schengen-Abkommen. Kontrollen gibt esalso nur noch in Ausnahmefällen. Personalausweis oder Reisepass muss man natürlich dabeihaben.

Klima & Reisezeit

Das Wetter in Masuren ist kontinental geprägt. Die Sommer können von mollig warm bis ziemlich heiß werden, aber trotzdem meist etwas kühler als woanders. Die Winter waren oft bitterkalt, wegen der Klimaerwärmung ist es aber deutlich milder geworden. Mit dem langen Maiwochenende (am 1. und 3. Mai ist in Polen Feiertag) beginnt in Masuren die Vorsaison – Mai, Juni und dann wieder September oder sogar Oktober sind die perfekten Reisemonate für alle, die es etwas ruhiger mögen. Im Juli und August hat ganz Polen Schulferien, und der Ansturm auf die Seenplatte beginnt.

Zoll

Seit dem EU-Beitritt Polens gibt es an den EU-Grenzen keine Zollkontrollen mehr, und für die Ein- und Ausfuhr gelten die Bestimmungen des EU-Binnenmarkts (zoll.de | bmf.gv.at/zoll). Für Schweizer gelten andere Bestimmungen (zoll.ch).

Auto

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h in Orten, 90 km/h auf Landstraßen (100 km/h auf mehrspurigen), 120 bzw. 130 km/h auf Expressstraßen und 140 km/h auf Autobahnen. Viele polnische Fahrer rasen trotzdem. Hier gilt: cool bleiben, nicht drängeln und nicht nerven lassen.

In Polen muss man das ganze Jahr über auch am Tag mit Abblendlicht fahren. Es besteht generelle Anschnallpflicht; Kinder unter 12 Jahren müssen hinten sitzen. Die Promillegrenze liegt bei 0,2; bei Überschreitung kann die Polizei den Führerschein einziehen. Handybenutzung am Steuer nur mit Freisprechanlage. Die Polizei kassiert Strafen von Ausländern in bar. Sie begleitet dich im Zweifel sogar zum nächsten Geldautomaten.

Das Tankstellennetz ist dicht, die größeren an den Hauptverkehrsstraßen haben rund um die Uhr geöffnet. „ON“ ist die polnische Abkürzung für Diesel, LPG (Gaz) für das sehr verbreitete Flüssiggas. Benzin wird nach 95 und 98 Oktan unterschieden. E10 gibt es nicht als eigene Marke.

Pannenhilfe (auf Anfrage fremdsprachig): vom polnischen Festnetz Tel. 6 18 31 98 88, vom Handy Tel. +48 6 18 31 98 88.

Mietwagen

Leihfahrzeuge sind in Masuren außerhalb von Olsztyn gar nicht so viele zu haben, selbst in den größeren Städten gibt es meist nur ein, zwei Anbieter. Außerdem mitten in der Provinz am Flughafen Olsztyn-Mazury. Eine gute Übersicht über die besten Angebote findest du auf Suchmaschinen, u. a. unter rentalcars.com und autoeurope.com.

Öffentliche Verkehrsmittel

Innerhalb Masurens lohnt es sich kaum, die Bahn zu nehmen, um von A nach B zu kommen. Dann schon lieber per Bus. Entweder mit den Linien der staatlichen PKS oder mit privaten Anbietern, zu denen inzwischen auch der deutsche Flixbus (flixbus.de) und Arriva (arrivabus.pl) gehören.

Auskunft vor Ort

Polnisches Fremdenverkehrsamt: Deutschland: Hohenzollerndamm 151 | 14199 Berlin | Tel. 030 2 10 09 20 | polen.travel/de

Österreich (auch für die Schweiz zuständig): Fleschgasse 34 | 1130 Wien | Tel. 01 52 47 19 10 | polen.travel/de-at

masuren.de (Privatportal mit vielem über die Region) 

masuren-online.de (Privatportal mit Infos von Aktivurlaub bis Unterkunft)

Camping

Wildes Zelten ist verboten, aber es gibt neben den zahlreichen großen Campingplätzen (kemping), die von Mai bis September, einige auch länger, in Betrieb sind, auch gefühlt Tausende an kleinen Zelt- und Stellplätzen ohne Versorgung – viele sehr schön an Seeufern gelegen. Zelt heißt namiot, der Wohnwagen ist eine przyczepa kempingowa, und das Wohnmobil wird kamper genannt. Infos unter pfcc.eu.

Fotografieren

Militärische Anlagen darf man nicht ablichten, ansonsten steht dem fröhlichen Knipsen in Masuren nichts im Wege. Echte Fotoläden werden immer seltener, aber Speicherkarten (karty pamięci) gibt’s in Elektronikgeschäften (z. B. Avans und RTV Euro AGD), größeren Supermärkten und in touristischen Orten auch in Souvenirgeschäften etc.

Geld & Währung

Der polnische Złoty (złoty, je nach Zahl im Plural auch złote oder złotych) ist im Wert in den letzten Jahren ziemlich stabil geblieben gegenüber dem Euro. Die Entsprechung zu unserem Cent ist der grosz (Mehrzahl grosze oder groszy). Es gibt Münzen zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 groszy, dann 1, 2 und 5 złoty, dazu Scheine im Wert von 5, 10, 20, 50, 100 und 200 złoty. Wechselstuben (kantor) sind fast immer fair. Aber man kann auch einfach an einem der sehr zahlreichen Geldautomaten (bankomat) Bares abheben. Gebühren halten sich sehr in Grenzen.

In Geschäften und Restaurants ist Kartenzahlung in Polen viel stärker verbreitet als bei uns – am häufigsten Visa, aber auch MasterCard, und am liebsten kontaktlos. Aber aufgepasst: Wenn ihr während der Transaktion gefragt werdet, ob ihr in Euro oder Złoty abgerechnet werden wollt, immer die polnische Währung wählen. Das gilt auch für den Geldautomaten, wo jedes Mal ein (deutlich überhöhter) „sicherer“ Eurobetrag angeboten wird. Den auf keinen Fahl wählen, sondern auf Landeswährung klicken. Praktisch für Ungeübte sind Online- Währungsrechner wie auf oanda.com.

Internetzugang & WLAN

In den meisten Cafés, Restaurants, Hotels und Pensionen, auf Campingplätzen und gelegentlich auch mitten in der Stadt gibt es WLAN-Hotspots (meist mit „WiFi“ gekennzeichnet). Da es innerhalb der EU keine Roaminggebühren mehr für die Nutzung von Daten gibt, kannst du getrost dein Smartphone fürs Surfen nutzen. Eine bestimmte Datenmenge ist meist sogar kostenlos – je nachdem, was für ein EU-Datenpaket du in deinem Handyvertrag hast. Wer trotzdem sparen will, sollte sich die App „Maps me“ herunterladen, die man sogar offline als Navi nutzen kann.

Unbedingt aufpassen, wenn du im nordöstlichen Masuren der russischen Grenze gefährlich nahekommst. Manchmal schnappt sich das Handy schon ein paar Kilometer vorher das russische Netz. In solchen Gegenden also nicht surfen oder am besten gleich die mobilen Daten ausschalten!

Öffnungszeiten

Mit der Sonntagsöffnung von Supermärkten ist es seit 2019 vorbei. Aber Polen wäre nicht Polen, wenn sich nicht doch Auswege finden ließen. So dürfen kleine Geschäfte, Blumenläden etc. geöffnet bleiben, wenn der Besitzer selbst hinterm Tresen steht. Und Tankstellen arbeiten sowieso meist nach dem Prinzip „24/7/365“. Mo–Sa haben die Supermärkte von 7 oder 8 Uhr morgens bis 21 oder 22 Uhr die Pforten geöffnet, kleinere Geschäfte etwas kürzer. Die meisten Restaurants sind täglich mittags bis abends geöffnet, das aber nur in der Hauptsaison.

Post

Die Poczta Polska unterhält selbst in vielen kleineren Orten noch ihre Postämter. Wenn du was Nettes nach Hause schicken willst, dann gib ein paar Cent mehr aus und wähle priorytet, also Luftpost. In EU-Länder dauert es dann meist nur zwei, drei Tage. Ein einfacher Brief (oder eine Postkarte) ins europäische Ausland kostete zuletzt 5 Zł. (priorytet 6 Złoty). Briefmarken heißen znaczki, Brief heißt list. Einige große Postämter haben am Wochenende teils noch geöffnet, in der Regel gilt aber: montags bis freitags, von morgens bis 18 oder 19 Uhr.

Sprache

Polnisch ist nicht gerade einfach zu erlernen. Die gute Nachricht für deutschsprachige Touristen: Traditionell wird in Masuren im Gastgewerbe eher deutsch als englisch gesprochen. Auch beim Automechaniker funktioniert’s eher auf Deutsch. Dies ändert sich langsam, aber sicher; bei den jüngeren Generationen ist eine Verständigung auf Englisch schon wahrscheinlicher.

Strände

Im Land der 3000 Seen gibt es natürlich auch zahllose tolle Strände, manchmal sogar aus Sand. Die größeren Stadt-, Dorf- oder Gemeindestrände sind ausgeschildert mit dem gut zu merkenden polnischen Wort für Strand: plaża. FKK-Strände sind keine ausgewiesen, aber für Nackedeis steht eine ganz einfache Lösung parat: ein ruhiges Plätzchen an einem weniger bevölkerten See suchen, Klamotten aus und reinspringen.

Taxi

Kleinere Taxiunternehmen sind über die Städte und Dörfer Masurens verteilt. Natürlich nur einsteigen in offizielle Taxis, die als solche beschriftet sind, einen funktionierenden Taxometer haben und einen Fahrer mit Identifikation. Sehr beliebt sind in neuester Zeit die Taxis, die übers Smartphone bestellt werden – in Polen vor allem Uber, Bolt und myTaxi (Free Now).

Telefon & Handy

Vorwahl nach Deutschland +49, nach Österreich +43, in die Schweiz +41. Vorwahl nach Polen: +48.

Trotz des Wegfalls der Roaminggebühren in der EU fürs Nutzen des Telefons im Ausland ist der Anruf bei einer polnischen Nummer von einem ausländischen Handy immer noch ein Auslandsgespräch, auch wenn man zu der Zeit auf polnischem Boden steht. Auch diese Preise sind aber humaner geworden. Tel. Inlandsauskunft: 913, Tel. Auslandsauskunft: 912

Toiletten

Damit es nicht peinlich wird und du dir plötzlich ganz fremd vorkommst: In Polen werden die Toiletten (toalety) oft nur mit einem Symbol gekennzeichnet – ein Kreis für die Frauen, ein Dreieck für die Herren der Schöpfung. Gebühr: 2–3 Zł.

Trinkgeld

Ein 5- bis 10-prozentiges napiwek ist eine angemessene Anerkennung für guten Service im Restaurant und im Hotel. Im Restaurant das Trinkgeld entweder direkt geben (passend zahlen und „danke“ sagen) oder es am Ende auf dem Tisch liegen lassen. Bei Kartenzahlung kann man meist den Rechnungsbetrag auf dem Terminal um das Trinkgeld erhöhen. Auch bei Taxifahrten wird der Fahrpreis üblicherweise aufgerundet.

Diplomatische Vertretungen

Deutsches Generalkonsulat

al. Zwycięstwa 23 | 80-219 Gdańsk | Tel. 5 83 40 65 00 | polen.diplo.de/pl-de

Nur für Notfälle außerhalb der Öffnungszeiten: +48 6 05 68 23 47

Österreichische Botschaft:

ul. Gagarina 34 | 00-748 Warszawa | Tel. 2 28 41 00 81 | bmeia.gv.at/oebwarschau

Botschaft der Schweiz:

al. Ujazdowskie 27 | 00-540 Warszawa | Tel. 2 26 28 04 81 | eda.admin.ch/warsaw

Gesundheit

Erste Hilfe ist für Ausländer kostenlos. Impfungen für Touristen sind nicht vorgeschrieben.

Die Versorgung mit Ärzten, medizinischen Zentren und Krankenhäusern ist recht gut, besonders in den touristischen Gegenden. Auch Apotheken (polnisch: apteka) stehen sehr zahlreich zur Verfügung. Ärzte können fast alle englisch, einige in Masuren auch deutsch.

Patienten mit einer Auslandskrankenversicherung werden normalerweise problemlos aufgenommen. Je nach Leistung kommt es schon mal vor, dass man vor Ort bezahlen muss und das Geld dann erst zu Hause von der Krankenkasse rückerstattet wird.

Notruf

Allgemeine Notrufnummer Polizei/Feuerwehr/Rettungsdienst: 112

Tel. Pannenhilfe: 981

Tel. Wasserrettung: 8 95 27 48 14

Tel. Notruf vom Handy aus: +48 1 12

Mücken- & Zeckenschutz

Für Bootstouren auf Kanälen und Seen unbedingt Mückenschutzmittel mitnehmen.

Eine Vorsorge gegen Zecken ist ebenfalls sehr zu empfehlen, Masuren ist nämlich ganz besonders betroffen (nimm zumindest eine Zeckenzange mit ins Gepäck).

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Januar

Neujahr

6. Januar

Hl. Drei Könige

März/April

Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

3. Mai

Jahrestag der Verfassung von 1791

Mai/Juni

Fronleichnam

15. August

Mariä Himmelfahrt

1. November

Allerheiligen

11. November

Unabhängigkeitstag von 1918

25./26. Dezember

Weihnachten

Veranstaltungen

Januar

WOŚP: Riesige Spendenaktion in ganz Polen, mit großem Finale am 2. Sonntag des Monats. Konzerte, Partys etc. wosp.org.pl

Februar

Biesiada Rycerska: großes Festessen in der Burg von Ryn mit Mittelalter-Schaukämpfen. zamekryn.pl

Juni

Internationale Tage der Region Bartoszyce: Konzerte von Pop bis Folklore. bartoszyce.pl

Juli

Schlacht von Grunwald: Am 14. Juli stürzen sich Tausende von „Rittern“ in die Schlacht und besiegen wie 1410 das Heer des Deutschen Ordens. grunwald1410.pl

Hafenfestival Mikołajki: Shanties, Countrymusic und Blues. marigo.pl

Przystanek Olecko: Familienfreundliches Popfestival am Monatsende, teils mit namhaften polnischen Stars. przystanek.pl

Kunstsommer in Olsztyn: Konzerte, Ausstellungen, Straßentheater (bis September). mok.olsztyn.pl

Juli/August

Piknik-Country: dreitägiges starbesetztes Festival der Countrymusik in Mrągowo. Facebook: piknik country

August

Turniej Rycerski: Zeitreise ins Mittelalter beim Ritterturnier an der Burgruine Szczytno.

August/September

Rock Battle of Barcja: Wettbewerb von Rockbands aus ganz Polen in Bartoszyce. Facebook: bitwa barcja

September

Festiwal Fantastyki Twierdza: dreitägiges Fantasy-Festival in der Feste Boyen von Giżycko. festiwaltwierdza.pl

Bloss nicht!

Alkohol in der Öffentlichkeit trinken

Abends mit Freunden an der Uferpromenade noch eine Flasche Bier oder Wein zum Sonnenuntergang? Offiziell ist das leider verboten. Wenn man unauffällig ist, wird sicher auch mal ein Auge zugedrückt. Restaurants und Straßencafés haben eine spezielle Lizenz.

Auf die Kirchenwürde pfeifen

Im katholischen Polen kommt es nicht so toll an, sich in Kirchen so locker-flockig zu verhalten wie in einem Museum. Noch strenger hält es die russische Orthodoxie, das solltest du vor allem im Altgläubigendorf Wojnowo beachten.

Blitzer ignorieren

Vielerorts stehen fest installierte Blitzer, vor denen in der Regel „Fotoradar“-Schilder warnen. Immer öfter werden die Bescheide per Amtshilfe ins EU-Ausland weitergeschickt, rechtlich ist das längst möglich. Übrigens wird in Polen auch „von hinten“ geblitzt.

Dunkelsegeln

Als 2019 ein millionenschwerer Promi-Filmproduzent nachts tödlich auf dem Wasser verunglückte, war das Thema wieder in aller Munde: Die masurischen Seen können durchaus tricky sein. Deswegen gilt prinzipiell ein Nachtverbot für Segler, Motorboote und andere Wassersportler. Also: immer rechtzeitig den Hafen ansteuern.

Russlands Grenze testen

Die Grenze zur Exklave Kaliningrad mag aussehen, als würden die Zäune demnächst von der Wildnis verschluckt – doch was du siehst, ist nur der Saum einer ca. 1 km breiten Zone aus mehreren Sperranlagen. Keine Mutproben! Natürlich schießt auf russischer Seite niemand, aber Ärger ist sicher.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher

Ritt durch Masuren

Der Klassiker schlechthin, verfasst vor 80 Jahren von der in Masuren aufgewachsenen Journalisten- und Verlegerlegende Marion Gräfin Dönhoff. Da kommt sofort Masuren-Sehnsucht auf! (1941)

Der letzte masurische Bär

In diesem „Schelmenroman“ von Peter Ostendorf verliert ein Deutscher sein Herz ans Land der tausend Seen. Es geht um eine Bärenjagd, obwohl es hier gar keine Bären mehr gibt. Der Masure Jacek löst das Problem auf seine Weise. (2011)

Die Jakobsbücher

Über 1000 Seiten stark, ein literarisches Meisterstück der Polin Olga Tokarczuk, die 2018 den Literaturnobelpreis erhielt. Ein wilder sprachlicher Ritt durch Zeit, Raum und Religionen im Polen des 18. Jhs. (2019)

Filme

Corpus Christi

Aus dem Gefängnis entlassen, will Daniel Priester werden. Da er nicht zugelassen wird, verkleidet er sich einfach und wird zum Kleinstadt-Priester. Der polnische Film von Jan Komasa war für einen Oscar in der Kategorie „International“ nominiert. (2019)

-3-5 °C
1 h/Tag

Fakten

Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 16:03 Uhr

Anreise

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