© Jeroen Mikkers/shutterstock

Azoren

Check-in

Vergiss all die Vergleiche, die man inzwischen an vielen Stellen liest: „Das Hawaii Europas“, „Eine Mischung aus dem Allgäu, Irland, Island und den Kanaren“, „Ein bisschen Neuseeland so nah“. Nein, die Azoren sind einzigartig. Vielfältig, blau, grün und bunt. Weltoffen und dörflich, traditionell und modern. Einfach wunderbar! Ein Hoch auf die Azoren!

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Der vulcão, wie die Einheimischen ihn schlicht nennen, ist die jüngste vulkanische Errungenschaft der Azoren. In einer Serie von Ausbrüchen entstand 1957/1958 das wüstenhafte Neuland und zerstö…
Das Bergmassiv im Süden mit der üppig grünen Caldeira ist wohl der landschaftlich schönste Teil der Insel. Sie fahren durch einen Tunnel in den Krater und gelangen über einen kurzen Pfad zum…
Vom Miradouro da Macela haben Sie einen atemberaubenden Ausblick über die Bucht der Praia Formosa. Im Sommer findet hier das legendäre Musikfestival Maré de Agosto statt. Zum Essen empfiehlt sich…
Die malerische Kraterlandschaft im Westen der Insel gehört zu den absoluten Highlights des gesamten Archipels. Schon der Weg hinauf ist ein aussichtsreiches Erlebnis: Wenn Sie über Relva fahren,…
Durch einen kleinen Tunnel am Ende einer von Hortensien flankierten Straße erreichen Sie den miradouro, von dem aus Sie – sofern keine Wolken dazwischen sind – den eindrucksvollen Krater, die…
Der Westteil der Insel wird voll und ganz vom größten Berg Portugals bestimmt, dem 2351 m hohen Pico Alto. Die montanha, der Berg, wie die Einheimischen schlicht sagen, ist aufgrund des gerölligen…
Angra (13 000 Ew.) – auf Deutsch so etwas wie „Ankerbucht“ – war zeitweise der wichtigste Versorgungshafen auf den Handelsrouten über den Atlantik. Die zahlreichen Paläste und Prachtbauten…
Corvo wird Ihnen Rätsel aufgeben. Wie kann man es nur mit so wenigen Menschen auf einer so kleinen Insel aushalten? Woher bekommen die 420 Menschen ihre Lebensmittel, ihre Möbel? Was tun sie hier?…
In Fajã Grande (200 Ew.) werden Sie gern darauf hingewiesen, dass Sie sich am absoluten Westende Europas befinden. Es ist himmlisch idyllisch hier, vor allem bei den schon beinahe kitschigen…
Nirgendwo sonst auf den Azoren spürst du urbanes Flair so wie an der Uferfront Ponta Delgadas: Der portugiesische Stararchitekt Manuel Salgado baute 2008 die postmoderne Anlegestelle für…

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Entdecke die Azoren

Ein einzigartiges Naturparadies! 

Einige Zeit hast du nur das Blau des Meeres unter dir oder um dich, je nachdem ob du mit dem Flugzeug oder mit dem Segelschiff zu den Azoren reisen. Dann plötzlich erscheinen wie aus dem Nichts kleine grüne Eilande, beim Näherkommen werden schroffe Felsküsten, einladende Buchten, pittoreske Ortschaften mit schwarz-weißen Dorfkirchen, Kühe und Kraterseen sichtbar, und du beginnst zu erahnen, was für ein phantastisches Fleckchen Erde du bald kennenlernen wirst. Wenn du das sogenannte triângulo ansteuerst, das Inseldreieck Faial, Pico und São Jorge, wirst du bei wolkenfreiem Himmel von Portugals höchstem und beeindruckendstem Berg begrüßt: dem Pico. Die Landung, vor allem auf den kleineren Inseln, kann schon mal etwas wackeliger ausfallen: Die Azoren liegen nun mal mitten im Atlantik, und hier hat immer das Wetter das letzte Wort.

Von wegen Azorenhoch!

Das in Mitteleuropa so beliebte Hochdruckgebiet entsteht zwar in der Nähe der Azoren, macht sich dann aber mit den Westwinden auf den Weg, um das schöne Wetter nach Deutschland zu schicken – auf den Inseln bleibt das typische, wechselhafte Azorenwetter zurück. Hier musst du mit allem rechnen, aber gerade das macht den Reiz dieser Inseln aus. Eine oft gehörte Redensart sagt: Wenn dir das Wetter nicht gefällt, dann warte eine halbe Stunde! Und tatsächlich: Verschwand eben noch alles in dicken grauen Regenwolken, strahlt kurz danach die Sonne vom blauen Himmel. Manche sagen sogar, auf den Azoren finde man alle Jahreszeiten an einem Tag. Na ja, fast alle. Schnee gibt es nur in den Wintermonaten auf den Höhen des Pico. Ansonsten erwarten dich dank der Lage inmitten des Atlantiks und am Südrand des Golfstroms ganzjährig milde Temperaturen. Sie sinken in Küstennähe selten unter 10 Grad; im Sommer wird es hingegen über 25 Grad warm und aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit oft auch schwül. Für unbeliebte Überraschungen sorgen manchmal kräftige Winterstürme, starke Regenfälle und Nebelwolken. Die winterlichen Wetterkapriolen führen dazu, dass sich die Hauptreisesaison – abgesehen von São Miguel, das mit seinen heißen Badestellen auch im Winter attraktiv ist – auf die Sommermonate konzentriert. Im Winter stellen viele Fähren den Betrieb ein, einige Sehenswürdigkeiten sind geschlossen, und so mancher Wanderweg versinkt im Matsch. Dafür hast du manche Inseln dann fast für dich allein! Wenn du aber Hortensien blühen sehen, ein Bad im einigermaßen warmen Atlantik nehmen und dich bei den unzähligen Dorffesten unter die feiernde Bevölkerung mischen möchtest, dann reise zwischen Mai und Oktober auf die Azoren.

Mehr als São Miguel

Verkündet ein Festlandsportugiese, er besuche die Azoren, hat er wahrscheinlich einen Flug nach Ponta Delgada gebucht. Die meisten Besucher steuern nur São Miguel an. Die Hauptinsel ist dank der internationalen Flugverbindungen nicht nur am besten angebunden, sie bietet aufgrund ihrer Größe und der vielfältigen Landschaft auch genügend Programm für einen Urlaub: die Hauptstadt Ponta Delgada, Kraterseen, heiße Quellen, üppige Gärten aus den Zeiten der Orangenbarone, schwarze Sandstrände – und neben unzähligen Viehweiden viele exotische Anbauprodukte. Doch es wäre falsch zu denken, dass du damit „die Azoren“ gesehen hast. Besuche unbedingt noch weitere Inseln, denn jede hat ihre Besonderheiten. Oder komm einfach noch mal wieder!

Grün und blau - gute Gründe für die Azoren

Auf den Azoren gibt‘s weder All-inclusive-Hotels noch Sangria-Eimer unter Palmen. Die Inseln sind kein billiges Reiseziel, die Hotel- und Mietwagenpreise entsprechen in etwa den deutschen, und die Flüge sind ziemlich teuer, vor allem wenn du zwischen mehreren Inseln hin- und herfliegen möchtest. Dafür sind Essen und Trinken, Fährtickets und viele Eintritte erstaunlich günstig. Und tatsächlich unbezahlbar ist die phantastische Natur. Es gibt sehr, sehr viel Grün. Oft so weit das Auge reicht oder bis es vom Blau des Meeres abgelöst wird, das nie allzu weit entfernt ist. Dazwischen grasen glückliche Kühe und gedeiht im subtropischen Klima eine üppige Pflanzenpracht. Ein schier unendliches Netz von gut markierten Wanderwegen durchzieht die mal lieblichen, mal schroffen vulkanischen Landschaften und leitet Outdoorfreunde in alle Winkel des Archipels. Immer wieder gibt es Bademöglichkeiten: in den heißen Quellen São Miguels, unter kühlen Wasserfällen auf São Jorge oder Flores, an den Sandstränden Santa Marias und Faials oder in einem der vielen natürlichen Meeresschwimmbecken aus Lavagestein. Auch manche Kraterseen eignen sich für eine Abkühlung. Taucher kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, und wenn du immer schon mal Wale und Delphine beobachten wolltest, findest du hier die besten Bedingungen.

Gut zu wissen

Anreise

Wenn du nicht gerade mit einem Segelboot auf dem Atlantik unterwegs bist, ist Fliegen die einzige Möglichkeit, auf die Azoren zu kommen. Von Deutschland aus bist du in etwa 4,5 Stunden da, sofern du einen Nonstopflug buchst. Die azorianische Fluggesellschaft Azores Airlines (azoresairlines.pt) fliegt traditionell ganzjährig sonntags von Frankfurt nach Ponta Delgada, im Sommerhalbjahr gibt es in der Regel dienstags und donnerstags weitere Flüge. Mit der TAP Portugal bzw. SATA kannst du täglich mit Umstieg in Lissabon nach São Miguel, Terceira und Faial fliegen. So sind auch Gabelflüge möglich. Ab Lissabon gibt es auch eine Low-Cost-Variante mit Ryanair nach São Miguel und Terceira. Ein Flug über Lissabon kann sich lohnen, falls du dort z. B. einen Stopover machen möchtest – der lohnt sich auch, wenn du nur 1 bis 2 Tage Zeit hast! Wie auch immer du auf den Archipel fliegst, bei Weiterflügen auf andere Inseln bist du auf die Propellermaschinen der SATA Air Açores angewiesen. Damit Touristen nicht nur São Miguel besuchen und die Azorianer auch zwischen ihren kleineren Inseln hin und herkommen, erhalten sie von der Regionalregierung, wenn sie innerhalb von 24 Stunden auf eine andere Insel weiterfliegen, die Kosten dafür erstattet – sofern sie vom portugiesischen Festland oder von Madeira aus auf die Azoren reisen (Antrag unter encaminhamentos.sata.pt).

Nicht auf alle Inseln gibt es von Ponta Delgada aus Direktflüge, je nach Ziel musst du Zwischenlandungen auf Terceira (wenn du auf die Zentralgruppe möchtest) oder auf Faial (für Flüge auf die Westgruppe) einplanen.

Einreisebestimmungen

Als EU-Bürger brauchst du lediglich einen gültigen Personalausweis, um auf die Azoren zu reisen.

Zoll

Innerhalb der EU (zoll.de) sind zur Einund Ausfuhr gewisse Obergrenzen für den persönlichen Gebrauch zu beachten (z. B. 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen). Für Schweizer (ezv.admin.ch) gelten geringere Freimengen bis zu einem Gesamtwert von 300 Franken (z. B. 250 Zigaretten, 1 l Spirituosen).

Zeitverschiebung

– 2 Stunden Zeitverschiebung

Auf dem Archipel gilt MEZ minus zwei Stunden, es ist also immer zwei Stunden früher als in Deutschland.

Fähren

Die Fähren zwischen den Inseln verkehren im Jahresverlauf sehr unterschiedlich, manche stellen den Betrieb im Winterhalbjahr ganz ein, zu den jeweiligen Festen der Inseln im Sommer gibt es Zusatzfähren. Je nachdem, wann du also unterwegs bist, musst du nicht unbedingt fliegen. Besonders zwischen Faial, Pico und São Jorge kannst du dich gut und ganzjährig mit der Fähre bewegen. Alle Verbindungen findest du unter atlanticoline.pt. Die Fahrt Faial–Pico dauert ca. 30 Minuten und ist wenig schaukelig. Bei allen anderen Verbindungen sind Reisetabletten hilfreich …

Mietwagen

Abgesehen von Corvo gibt es auf allen Inseln Mietwagen. Da diese im Sommer stark nachgefragt sind, reserviere sie rechtzeitig vor deiner Reise, z. B. über billiger-mietwagen.de. Inklusive Vollkaskoversicherung und Steuern kosten sie bei unbegrenzter Kilometerzahl ca. 45 Euro pro Tag, bei mehrtägiger Miete weniger. Führerschein, und Kreditkarte müssen vorgelegt werden. Zweitfahrer kosten extra.

Beachte, dass die auf den Inselkarten eingezeichneten Nebenstraßen auch schmale, ungeteerte Feldwege sein können, die manchmal auch als Wanderwege markiert wurden und dann wirklich nicht befahren werden sollten. Nicht selten passieren Kuhherden die Straßen, vor allem auf Terceira, Pico und São Jorge. Da hilft nur Geduld. Vorsicht bei Nebel!

Die Verkehrsregeln entsprechen im Wesentlichen denen in Mitteleuropa, auch auf den Azoren liegt die Promillegrenze bei 0,5.

Taxi

In allen größeren Ortschaften gibt es Taxis, frag nach der praça de taxi (Taxistand) oder lass dir in einem Café oder im Hotel eines rufen. In der Regel wird mit Taxameter gefahren, für manche (touristische) Ziele bei Überlandfahrten gibt es Festpreise, die Gebührenordnung wird mitgeführt. Gepäcktransport, Wochenend- und Nachtfahrten kosten Aufschlag. Generell ist Taxifahren auf den Azoren durchaus erschwinglich, eine Fahrt von der Innenstadt zum Flughafen Ponta Delgada kostet z. B. 10 Euro.

Auskunft vor Ort

Infos vorab bei Tourismusbehörde: vi sitazores.com. Touristeninformationen vor Ort findest du in den Postos de Turismo, die es auf allen Inseln und an den Flughäfen von Ponta Delgada und Lajes (Terceira) gibt.

Geld & Preise

In größeren Orten gibt es Geldautomaten (Multibanco), je nach Heimatbank können Abhebegebühren anfallen, zudem gibt es eine Beschränkung auf zweimal 200 Euro/Tag. Bei den Automaten von ATM Euronet Worldwide fällt diese weg. Vieles lässt sich mit Kredit- und EC-Karten bezahlen, dennoch sind kleine Scheine und Münzen hilfreich, kleinere Lokale verfügen oft über wenig Wechselgeld. Das Preisniveau in der Gastronomie ist etwas niedriger als in Deutschland, Mietwagen- und Hotelpreise entsprechen ungefähr deutschem Niveau. Grundnahrungsmittel wie Brot sind günstiger, Kosmetik und Hygieneartikel teurer.

Klima & Reisezeit

Richtig kalt oder richtig heiß wird es selten auf den Azoren, nur auf den Höhen kann selbst im Sommer schon mal Winterfeeling aufkommen. Heftige Stürme (vor allem im Winter) und häufige, unvorhersehbare Schauer (auch im Sommer) gehören jedoch dazu – da hilft nur flexible Kleidung nach dem Zwiebelprinzip. Vor allem die Westgruppe wird oft von starken Winden getroffen, dann können auch schon mal Flüge ausfallen. Generell ist der Sommer wetterstabiler als der Winter und gilt somit als Hauptreisezeit, vor allem der August wird auf manchen Inseln trubelig, wenn die Verwandtschaft aus Amerika oder vom Festland zum Heimaturlaub anreist. Dank fehlender Partystrände und dem Ruf, eine Wetterküche zu sein, ist der Archipel trotz allem bisher vom großen Massentourismus verschont geblieben, auch wenn in den letzten Jahren die Low-Cost-Flugverbindungen und Erwähnungen in Reisemagazinen insbesondere auf São Miguel für einen Touristenboom gesorgt haben. Auf den kleineren Inseln geht es ruhiger zu, außer bei den Dorffesten und Musikfestivals. Wenn du es einsam magst, komm im Winter – nicht selten erwischst du prächtiges Wanderwetter, und in den heißen Thermalpools ist es viel angenehmer als im Sommer. Auf den kleinen Inseln musst du dich dann allerdings darauf einstellen, dass wirklich gar nichts los und vieles geschlossen ist.

Öffentliche Verkehrsmittel

Auf São Miguel und Terceira gibt es relativ gute Linienbusverbindungen, auf den anderen Inseln werden viele Ortschaften nur selten bedient. Generell gilt: Die Busse richten sich nach den Bedürfnissen der Einheimischen, nicht der Touristen. Zu vielen touristische Zielen oder Ausgangspunkten für Wanderungen kommst du also nur per Mietwagen, Taxi oder im Rahmen eines organisierten Ausflugs. Fahrpläne gibt es in den Tourismusbüros oder auf den Seiten der Transportunternehmen: São Miguel: smigueltransportes.com, Santa Maria: trasportesdesantamaria.com, Faial: farias.pt, Pico: cristianolimitada.pt, Terceira: evt.pt.

Öffnungszeiten

Touristenbüros, kleinere Geschäfte und öffentliche Einrichtungen haben in der Regel Mo–Fr 9–12.30 und 14.30–18 Uhr geöffnet, Sa 9–13 Uhr. Museen sind häufig montags geschlossen, manche auch sonntags. Bankzeiten sind Mo–Fr meist 9–15 Uhr. Größere Supermärkte (hipermercados) und das Einkaufszentren von Ponta Delgada sind Mo–So 9–22 Uhr offen. Wenn nicht anders angegeben, sind die im Band aufgeführten Restaurants täglich 12–15 und ab 18 Uhr geöffnet (in der Regel bis ca. 23 Uhr).

Post

Ein rot-weißes Schild mit Reiter und den Buchstaben CTT kennzeichnet die Poststationen (meist Mo–Fr 9–18 Uhr, ctt.pt). Briefmarken (selos) werden auch in Bars und Zeitungsläden bzw. Kiosken verkauft. Briefkästen für normale Post sind rot, die für teurere Expresspost (correio azul) blau. Normale Postkarten und Briefe bis 20 g innerhalb Europas kosten 0,86 Euro.

Sicherheit

Die Azoren sind ein sehr friedliches, sicheres Reiseziel, fernab aller Krisenherde. Auch vor Überfällen oder Taschendieben brauchst du hier keine Angst zu haben. Du musst dir allerdings bewusst machen, dass die Azoren immer wieder mal von Naturkatastrophen wie Erdbeben oder schweren Unwettern betroffen sind.

Sprache

Auf den Azoren wird Portugiesisch gesprochen, allerdings (vor allem auf São Miguel) mit einem inseltypischen Dialekt. Urlauber kommen meistens gut mit Englisch zurecht, denn die starken, teils familiären Verbindungen nach Nordamerika seit dem 19. Jh. haben ihre Spuren hinterlassen. In manchen Hotels, Restaurants und Agenturen finden sich darüber hinaus auch manchmal Angestellte, die etwas Deutsch gelernt haben.

Strände & Baden

Alle größeren Badestrände und Felsenpools sind in den Sommermonaten mit Rettungsschwimmern besetzt. Sie warnen mit gelben oder roten Flaggen („Vorsicht!“ bzw. „Badeverbot“), wenn das Baden wegen der Brandung oder wegen Quallen gefährlich ist. Bei grüner Flagge ist alles in Ordnung. Aufpassen musst du im offenen Meer natürlich immer, gerade der oft wellige Atlantik hat seine Tücken. Auf São Miguel, Santa Maria, Terceira und Faial gibt es ein paar echte Sandstrände (mit Ausnahme von Santa Maria alle mit dunklem Vulkansand!), auf den anderen Inseln kannst du an herrlichen Felsbadeanlagen oder in hübschen Felsbuchten baden.

Strom

220 Volt Wechselstrom. Adapter für Steckdosen sind nicht notwendig. 

Telefon & Internet

Die portugiesische Vorwahl lautet +351. Handynummern beginnen mit 9, Festnetznummern mit 2.

WLAN gibt es in jedem Hotel und in den meisten Restaurants und Cafés, falls du dein mobiles Datenvolumen nicht ausreizen willst.

Toiletten

Öffentliche WCs (sanitários) findest du an Hauptplätzen und Marktgebäuden, in Parks, an Picknickplätzen oder Badeanlagen. In den meisten Cafés stört sich niemand daran, wenn du im Notfall nur die Toilette besuchst. Beachte, dass in vielen WCs wegen der alten Rohre darum gebeten wird, das benutzte Papier nicht hinunterzuspülen, sondern in den Mülleimer zu werfen.

Trinkgeld

In Restaurants wird die Zeche in der Regel aufgerundet, oder du lässt 5–10 Prozent Trinkgeld auf dem Rechnungstellerchen zurück. Taxifahrer, Zimmermädchen, Portier, Kofferträger, Tour Guide und Schuhputzer freuen sich ebenfalls über einen kleinen Zusatzverdienst zum meist kargen Lohn.

Trinkwasser

Das Leitungswasser ist hygienisch einwandfrei, schmeckt jedoch je nach Ort oder Insel manchmal leicht gechlort. Zum Zähneputzen ist es unbedenklich.

Übernachten

Egal, ob Campingplatz, Jugendherberge, Hostel, Pension oder Luxushotel – im Sommer solltest du planen und im Voraus reservieren, in der Hochsaison sind die oft nicht allzu großen Kapazitäten (vor allem außerhalb São Miguels!) schnell erschöpft. Gehobene Hotels sind über Reiseveranstalter oft günstiger zu buchen. Einfache Pensionen (ab ca. 40 Euro/Nacht) nennen sich pensão oder residencial. Über azoren-reisen.net/ferienhaus.html findest du Ferienwohnungen, teilweise von deutschen Auswanderern. Empfehlenswert sind die hübschen, oft aus Naturstein gebauten Häuser des Turismo Rural (Liste: casasacorianas.com, ab ca. 50 Euro/Nacht).

Diplomatische Vertretungen

Deutsches Honorarkonsulat 

João Luís Cogumbreiro | Abelheira de Cima 86 | Fajã de Baixo | Ponta Delgada | São Miguel | Tel. 918792633 | ponta-delgada@hk-diplo.de, lissabon.diplo.de

Österreicher und Schweizer wenden sich im Notall an die Botschaften in Lissabon:

Botschaft der Republik Österreich 

Av. Infante Santo 43 | Lisboa | Tel. 213943900 | bmeia.gv.at/botschaft/lissabon.html

Botschaft der Schweiz 

Travessa do Jardim 17 | Lisboa | Tel. 213944090 | lis.vertretung@eda.admin.ch | eda.admin.ch/lisbon

Gesundheit

In Ponta Delgada (São Miguel), Angra (Terceira) und Horta (Faial) gibt es jeweils große öffentliche Krankenhäuser (hospital), in denen du im Krankheitsfall nach Vorlage deiner Karte der gesetzlichen Krankenversicherung behandelt wirst. Meistens muss nur eine Art Notaufnahmegebühr (10–20 Euro) bezahlt werden. Auf den kleineren Inseln findest du ärztliche Versorgung in den öffentlichen Gesundheitszentren (Centro de Saúde) bzw. beim Präsenzarzt (Posto Médico). In einer privaten Klinik musst du in Vorleistung gehen, kannst dir aber i.d.R. die Kosten später von deiner privaten Auslandskrankenversicherung gegen Vorlage der möglichst detaillierten Rechnung erstatten lassen. Apotheken (farmácias) gibt es in größeren Orten, du erkennst sie am grünen Kreuz.

Notruf

Ambulanz, Feuerwehr, Polizei: Tel. 112 Sperrung von Bankkarten: Tel. +49 116116 | sperr-notruf.de

Events, Feste & mehr

Veranstaltungen

Februar

Carnaval (überall): Tanzbälle, Bühnenstücke, Umzüge, „Nacht der Phantasien“ auf Graciosa

April

Tremor (Ponta Delgada, São Miguel): Urbanes Musikfestival, tremor-pdl.com

Mai

Festa do Senhor Santo Cristo (Ponta Delgada, São Miguel): Prozessionen und Feiern (5 Wochen nach Ostern); santo-cristo.com

Azores Trail Run (Faial) größter Ultratrail der Azoren (max. 118 km); azorestrailrun.com

Juni

Sanjoaninas (Angra, Terceira): Johannisfeste/Stadtfest; sanjoaninas.pt

Juli

Red Bull Cliff Diving (Vila Franca do Campo, São Miguel): Etappe der Klippensprung-WM, redbullcliffdiving.com

Festas da Madalena (Madalena, Pico): Kirchweihfest; facebook: festasdamadalena

Walk & Talk (Ponta Delgada, São Miguel): Street-Art-Festival; walktalkazores.org

August

Semana do Mar (Horta, Faial) „Woche des Meeres“ mit Konzerten und Regatten; semanadomar.net

Festas da Praia (Praia da Vitória, Terceira): Stadtfest; festasdapraia.com

Semana dos Baleeiros (Lajes, Pico): Stadtfest

Maré de Agosto (Praia Formosa, Santa Maria): Musikfestival; maredeagosto.com

Oktober

Angrajazz (Angra, Terceira): Jazzfestival; angrajazz.com

Feiertage

1. Januar

Ano Novo (Neujahr)

März/April

Sexta-feira Santa (Karfreitag)

25. April

Dia da Liberdade (Tag der Nelkenrevolution)

1. Mai

Dia do Trabalho (Tag der Arbeit)

Pfingstmontag

Dia da Região Autónoma (Regionalfeiertag)

Mai/Juni

Corpo de Deus (Fronleichnam)

10. Juni

Dia de Camões

15. August

Assunção (Mariä Himmelfahrt)

5. Oktober

Implantação da República (Tag der Republik)

1. November

Dia de Todos os Santos (Allerheiligen)

1. Dezember

Restauração da Independência (Tag der Unabhängigkeit)

8. Dezember

Imaculada Conceição (Mariä Empfängnis)

25. Dezember

Natal (Weihnachten)

Bloss nicht!

Zum Portugiesischlernen nach São Miguel

Du denkst über einen Sprachurlaub nach? Dann meide die Hauptinsel! Hier spricht man einen starken Dialekt, den selbst Portugiesen häufig nicht verstehen.

Oben ohne baden

An Stränden und Felspools ist oben ohne unerwünscht, das komplett streifenfreie Sonnen nicht erlaubt. Es gibt auf den Azoren keinen einzigen offiziellen FKK-Strand, der Bikini muss mit!

Als Frau in eine "Männer-Kneipe"

In vielen Dörfern gibt es Kaschemmen, in denen sich die Männer zum Biertrinken, Kartenspielen und Fußballgucken treffen. Hier sind sie gern – ohne Frauen – unter sich. Bestimmt bekommst du vom Wirt trotzdem einen Kaffee, aber vielleicht hättest du dich im Terrassencafé am Dorfplatz wohler gefühlt.

Mit Quallen schwimmen

Ausgerechnet im Sommer schwappen manchmal Feuerquallen oder die gefährlichen Portugiesischen Galeeren in die Felsbuchten – achte auf die Flaggen der Rettungsschwimmer und verzichte bei Quallenalarm auf das Bad!

Inselflüge kurz vor dem Heimflug planen

Stell dir vor, dein Flieger von Flores nach São Miguel kann wegen Sturm oder Starkregen nicht starten. Richtig blöd, wenn am nächsten Tag dein Heimflug von Ponta Delgada geht. Plan also lieber einen Puffertag auf São Miguel ein!

Lesestoff & Filmfutter

Bücher

Die Frau von Porto Pim 

Antonio Tabucchi widmete seine Titelgeschichte der Liebe zwischen einem Walfänger und einer geflüchteten Jüdin in Horta während des Zweiten Weltkriegs. Eine weitere Kurzgeschichte handelt vom Dichter Antero de Quental, der sich 1891 in Ponta Delgada das Leben nahm. (1993)

Azorenhoch 

Die Trauerrednerin Lena verliebt sich erst in Marco und dann in sein Restaurationsprojekt auf São Miguel. Ein schön zu lesender Frauenroman von Bettina Haskamp. (2014)

Das Schweigen der Familie 

Im „Azoren-Krimi mit Rezepten“ von Ben Faridi führt ein Verbrechen auf Corvo den Kommissar von São Miguel auf die winzige Insel. (2009)

Filme

É na Terra não é na Lua

Der Dokumentarfilm (engl. untertitelt) von Gonçalo Tocha erzählt von Corvo, wo der Regisseur mehrere Monate verbrachte, bis er allmählich in die enge Inselgemeinschaft aufgenommen wurde. Entstanden ist ein beeindruckendes Zeitzeugnis der einzigartigen Insel. (2012) 

12-18 °C
3 h/Tag
17 °C

Fakten

Einwohner 237.800
Strom 220 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 06:22 Uhr

Anreise

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