
Reiseführer La Gomera - El Hierro

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Von den Kanarischen Inseln sind La Gomera und El Hierro die stillsten – Massentourismus gibt es nicht. Klein mag La Gomera erscheinen, doch die Insel steckt voller Überraschungen: Der Norden ist feucht-frisch, der Süden sonnig-warm, und in der Mitte bedeckt wolkenverhangenes Lorbeerland Hänge und Hochland. Sonnenanbeter am Strand und Wanderer in Regenkleidung trennt häufig nur eine halbe Stunde Autofahrt!
Aus dem Atlantikboden gewachsen
Die eruptive Entstehung ist La Gomera auf den ersten Blick kaum anzumerken: Aus der Vogelperspektive erscheint die Insel fast rund, wie von einem Küchenmesser zerschnitten führen von der Gipfelregion in der Mitte tiefe Schluchten zu den wilden und zerklüfteten Küsten hin. Die Schluchten haben Wasser und Wind in Millionen von Jahren ins Gestein gegraben. Es sind rund 50, hier barrancos genannt, die sich kilometerlang und oft mit Steilwänden bis zu 800 m dahinziehen. In ihren Ausläufern bilden sie kleine Buchten in der Steilküste oder sie weiten sich zu sanften Tallandschaften wie dem berühmten Valle Gran Rey oder dem Tal von Hermigua. In den Flussdeltas der Täler liegen die wichtigen Ortschaften. Überragt wird diese zerfurchte Bergwelt von gewaltigen kegelförmigen Basaltfelsen, den roques, und einem mächtigen Tafelberg, der Fortaleza. Als erstarrte Schlotfüllungen von Vulkanen, die durch Erosion freigelegt wurden, sind die roques Zeugen der Entstehungsgeschichte der Insel.
Klein, aber oho
Der geringe Durchmesser von nur 25 km lässt die Durchquerung La Gomeras mit dem Auto beim Blick auf die Landkarte zunächst als Kleinigkeit erscheinen. Doch das täuscht: Aufgrund der vielen Schluchten kommst du nur langsam voran. El Hierro hingegen wirkt nicht ganz so zerfurcht – auch hier sorgen steile Felsabbrüche und weitläufige Hochflächen für einen atemberaubend schönen landschaftlichen Kontrast. Anders als auf La Gomera ist auf El Hierro der Vulkanismus gegenwärtig. Vor allem im Inselsüden sieht man schwarze Lavaströme, die sich einst über die Hänge ergossen und mitten im Lauf in verschlungenen Formen erstarrten. Der letzte große Ausbruch fand 2011/ 12 statt und führte zur Ausbildung eines neuen unterseeischen Vulkans vor La Restinga, dem Eldiscreto. Inzwischen hat die Unesco die Insel zu Spaniens erstem Geopark erwählt. Aufgrund der wilden, zerrissenen Bergwelt krümmen und hangeln sich auf beiden Inseln die schmalen Straßen abenteuerlich und in einer endlosen Folge von Kurven durch die zerklüftete Bergwelt. Schwindelfreie und geübte Wanderer finden in sogenannten Durchstiegen, die in den Steilwänden der Täler angelegt sind, eine Herausforderung. Schon seit Jahrhunderten dienen sie als direkte Verbindungswege zwischen den mächtigen Bergrücken.
Geschichte
ab 500 v. Chr.
Nordwestafrikaner kommen auf die Inseln
1402–05
Der Normanne Jean de Béthencourt erobert Teile des Archipels für die kastilische Krone
1492
Erster Besuch von Christoph Kolumbus
16.Jh.
Die Inseln sind Spaniens erste Kolonie: Zuckerrohranbau und Weinanbau sind wichtige Einnahmequellen
17.–19.Jh.
Armut zwingt viele, nach Amerika auszuwandern
1936–75
Spanischer Bürgerkrieg und Franco-Diktatur. 1975 wird Spanien eine Demokratie
1986
Spanien wird Teil der EU, die Kanaren erhalten üppige EU-Fördergelder
2011
Ausbruch des Unterwasservulkans Eldiscreto vor El Hierro
2013–14
La Gomera wird Unesco-Biosphärenreservat, El Hierro Unesco-Geopark
2020–22
Trotz Krisen und Kriegen: Mit dem kanarischen Tourismus geht es steil bergauf
Wer war zuerst da?
Gene, Geographie und Geschichte deuten darauf hin, dass die ersten Siedler nordafrikanische Berber waren, die um 500 v. Chr. auf die Inseln kamen. Die Gomeros und Bimbaches (die Ureinwohner von El Hierro) lebten isoliert vom Rest der Welt als Ziegenhirten, Bauern und Küstenfischer. Kaum wurden sie von europäischen Seefahrern im ausgehenden Mittelalter „entdeckt“, folgte ihre Unterwerfung. Viele Ureinwohner starben bei der militärischen Eroberung der Inseln zu Beginn des 15.Jhs. Ihre Kultur wurde durch die der Konquistadoren ersetzt: Wo sie nicht bewusst zerstört wurde, geriet sie im Lauf der Zeit in Vergessenheit.
Geisterdörfer ...
Wer heute auf einem der schmalen Esels- und Ziegenpfade ein abseits gelegenes Dorf besucht, der merkt oft erst beim Näherkommen, dass es verlassen ist – so gut fügen sich die aus Naturstein gebauten Häuser in die Landschaft ein. Mehrere solcher aufgegebenen Dörfer gibt es auf den Inseln. Sie erinnern daran, dass um die Mitte des 20.Jhs. zeitweise bis zu 50 000 Menschen auf La Gomera lebten. Heute sind es gut 21 000 (auf El Hierro knapp mehr als 10 000). Neben der bescheidenen Selbstversorgerwirtschaft fanden sie ihr Auskommen hauptsächlich als Arbeiter in den wechselnden Monokulturen: Vor den Bananen wurde großflächig Zuckerrohr und Wein angebaut. Immer wenn eine Monokultur unrentabel wurde, folgte eine Auswanderungswelle nach Venezuela oder Kuba.
... und Amerika-Bande
Die enge Verbundenheit mit diesen Ländern hat die Kultur auf den Inseln stärker geprägt als das spanische Mutterland, der locker-heitere Swing von Salsa und Merengue passt zum Lebensgefühl. Auf den vielen Fiestas wird ausgelassen getanzt und gesungen. Fremden gegenüber verhält man sich freundlich, aber distanziert. Die großen Stücke vom Kuchen Tourismus – so denken viele – teilen sich sowieso Investoren, Hoteliers und Restaurantbesitzer von auswärts, für die Einheimischen fällt allenfalls ein zeitlich begrenzter Arbeitsvertrag ab. Wobei das Bewusstsein der Inselbewohner dafür wächst, durch Eigeninitiative selbst vom Besucherstrom zu profitieren: Immer mehr Insulaner suchen den Weg in die Selbstständigkeit. Doch so oder so legen sie Wert auf eine positive Lebenseinstellung nach dem Motto „Es gibt nichts, das nicht irgendwie geworden wäre“.
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La Gomera, El Hierro
Buch, 10. Auflage · 15.95 €Klein, aber oho: Ab auf die Kanarischen Inseln mit dem MARCO POLO Reiseführer La Gomera & El Hierro Weiter kannst du vom Massentourismus nicht entfernt sein: Die Kanarischen Inseln La Gomera und El Hierro sind die stillsten und kleinsten Inseln vor Teneriffa – und stecken dabei voller Überraschungen! Sonnenanbeter am Strand und Wanderer in Regenkleidung trennt häufig nur eine halbe Stunde Autofahrt.
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Zwischen Strand und Berg warten unvergessliche Erinnerungen
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