
Reiseführer Argentinien

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Tango und Patagonien: Es gibt Argentinienklischees, die stimmen einfach. Nirgendwo sonst wird der „traurige Gedanke“ so hingebungsvoll getanzt wie in der Metropole Buenos Aires. Nirgendwo sonst ist es so berauschend wild und windig wie in der einsamen Weite Patagoniens. Und das sind nur die zwei Extreme dieses faszinierenden Lands voller Superlative.
Ein Land, viele Welten
Die Natur hat es gut mit Argentinien gemeint. Der höchste Berg Südamerikas mit 6962 m: der Aconcagua, König der Anden; die Cataratas del Iguazú, 275 Wasserfälle, die tosend in eine 70 m tiefe Schlucht stürzen. Und wer möchte nicht einmal auf der legendären Ruta 40, die das Land auf 5300 km von Nord nach Süd durchzieht, in die südlichste Stadt der Welt fahren? Eisblaue Gletscherfelder und schroffe Küsten, Salzseen und Kakteenwüsten, zerklüftete Bergmassive und tropische Regenwälder, dazu eine der aufregendsten Metropolen Südamerikas: nichts, was es in Argentinien nicht gibt. Aber Vorsicht: Das Land ist riesig, die Distanzen unterschätzt man oft. Zwischen Ushuaia auf Feuerland und der bolivianischen Grenze im Norden liegen so viele Kilometer wie zwischen Berlin und Bagdad. Jahreszeiten und Temperaturen stehen auf dem Kopf: Hochsommer ist von Dezember bis Februar. In den Wintermonaten Juni und Juli werden die Ski ausgepackt. Im Norden besteht dafür fast ganzjährig Sonnenbrandgefahr. Und bei 40 Grad im Schatten und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit ist klar, warum die Siesta auf dem Land nach wie vor heilig ist.
Vom Dschungel bis ins ewige Eis
Du kannst es dir also aussuchen: Im Dschungel des Nordostens findest du nicht nur eines der grandiosesten Naturspektakel der Welt. Nur wenige Kilometer von den Iguazú-Fällen entfernt stehen die Ruinen der Jesuitenreduktion San Ignacio Mini und erzählen vom Traum eines südamerikanischen Utopia – und von den Ursprüngen des Matetees, des bitteren Lieblingsgetränks der Argentinier.
Geschichte
16.–18.Jh.
Der Spanier Juan Díaz de Solís entdeckt 1516 die Mündung des Río de la Plata. Buenos Aires, 1580 gegründet, wird 1776 Hauptstadt des Vizekönigreichs Río de la Plata
1816
Das Vizekönigreich erklärt sich unabhängig von Spanien
19.Jh.
Argentinien wird zur „Kornkammer der Welt“ und zum Ziel Millionen europäischer Einwanderer
1930
Soziale Unruhen nach der Weltwirtschaftskrise 1929
1946–55
General Juan Domingo Perón und seine Frau Evita führen den Sozialstaat ein. Ein Militärputsch zwingt Perón ins Exil
1955–83
Auf eine Reihe von Militärputschen folgt 1976 eine grausame Diktatur. Zehntausende werden ermordet. Nach der Niederlage im Falklandkrieg tritt die Junta ab
1983–2022
Die junge Demokratie kämpft mit hoher Verschuldung und Inflation. Das neoliberale Experiment der 1990er gipfelt 2001 im Staatsbankrott. Auf einen kurzen Aufschwung folgen weitere Krisen, aber auch progressive Politik und eine Stärkung der Frauenrechte
2023/2024
Nach Corona eint der Fußball-WM-Titel ein zerrissenes Land
Der Nordwesten setzt den krassen Kontrast: Auf der kargen Hochebene der Puna grasen Lamas und der historische Zug Tren a las Nubes windet sich über atemraubende Andenpässe. Hier ist die Kultur der Inkas und ihrer Nachfahren, der Coyas und Quechuas, noch lebendig. Genießer sollten sich einen Trip in die Weinanbaugebiete von Mendoza und San Juan nicht entgehen lassen – an den sonnenverwöhnten Andenhängen reifen Argentiniens feinste Tropfen. Aber auch Sportler kommen auf ihre Kosten: Die wilden Canyons und Mondlandschaften der Kordillere laden ein zu Trekking und Ausritten oder zum Rafting.
Im Süden bedecken karge Steppen das weite Tafelland Patagoniens, das mit felsiger Steilküste zum Atlantik abfällt. Hier leben Magellanpinguine, See-Elefanten und gewaltige Bartenwale. Auf der Seite der Anden ragen die Spitzen des Fitz-Roy-Massivs empor und der Blick auf das ewige Eis des Perito-Moreno-Gletschers gehört zu den unvergesslichen Argentinienmomenten.
Die europäische Metropole
Die Hauptstadt Buenos Aires, das unbestrittene Zentrum des Landes, scheint völlig losgelöst von diesen urzeitlichen Landschaften. Mondäne Paläste und wilde Partynächte, gläserne Skylines und alte Kaffeehäuser: Keine Metropole Lateinamerikas ist so vielfältig, keine so europäisch geprägt, darauf sind die Hauptstädter, die porteños (von puerto = Hafen), auch sehr stolz. Dabei begann alles mit einer großen Illusion: Breit wie ein Meer, aber flach wie ein Froschteich liegt der Río de la Plata da, der „Silberfluss“. Der Name geht zurück auf eine Legende, die die spanischen Eroberer vor 500 Jahren an seine Ufer trieb: Sie hofften auf ein Königreich voller Silber, fanden aber vor allem Schlamm, Krankheiten und den Widerstand der Ureinwohner, der später brutal niedergeschlagen wurde.
Zwischen Krise und Asado
Das Glücksversprechen vom argentum, vom Silber, trägt das Land bis heute im Namen. Reichtum brachten ihm zuerst Sklavenhandel und Schmuggel, dann Land- und Viehwirtschaft und Hafenzölle. Die aufstrebende Nation zog Millionen europäische Einwanderer an. Die Argentinier seien Italiener, die Spanisch sprechen, wie Franzosen denken und gerne Engländer wären, heißt es. Da schwingt auch Galgenhumor mit. Denn die Zeiten, als Argentinien zu den größten Wirtschaftsnationen der Welt gehörte, sind lange vorbei – wer daran die Schuld trägt, ist bis heute ein beliebtes Streitthema, das am liebsten beim asado und einem Glas Malbec-Rotwein erörtert wird.
Argentinien pendelt seit Jahrzehnten von einem politischen Extrem ins nächste und stürzt dabei immer mal wieder in schwere Krisen. Fortschritte bleiben immer wieder stecken in Debatten über Ausfuhrzölle für ultrareiche Sojabarone oder die politische Verantwortung für die enormen Auslandsschulden. Hoffnung auf Wandel wurde auch durch Corona ausgebremst. Die Pandemie hatte die wirtschaftlichen Probleme noch einmal verschärft. Die Inflation ist zweistellig, die Landeswährung hat enorm an Wert verloren und sehr viele Menschen sind in die Armut abgerutscht. Für den Tourismus, eine wichtige Einkommensquelle des Landes, hat die Krise allerdings einen positiven Nebeneffekt: Argentinien ist wieder billiger geworden – und nach wie vor ein sicheres und sehr gastfreundliches Reiseland.
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Argentinien, Buenos Aires
Buch, 15. Auflage · 15.95 €Ein Land, viele Gesichter: Mit dem MARCO POLO Reiseführer nach Argentinien und Buenos Aires Eisblaue Gletscherfelder und schroffe Küsten, Salzseen und Kakteenwüsten, zerklüftete Bergmassive und tropische Regenwälder: Die Natur hat sich in Argentinien wirklich nicht lumpen lassen. Dazu kommt mit Buenos Aires eine der aufregendsten Metropolen Südamerikas und die unvergleichliche Gastfreundschaft der Argentinier. Mit MARCO POLO findest du die schönsten Spots des Landes und erlebst genau den Urlaub, der dir gefällt!
Schneller in Urlaubslaune: Mit MARCO POLO verlierst du nie den Überblick Argentiniens Herz schlägt eindeutig im Takt des Tangos, ganz besonders laut im pulsierenden Nachtleben der großen Städte. Nur in der einsamen Weite Patagoniens dominiert die Stille. Aber Vorsicht: Das Land ist riesig und die Temperaturen stehen hier Kopf. Damit du deine Reise entspannt planen kannst und vor Ort stets die Orientierung behältst, steht dir der MARCO POLO Reiseführer mit vielen Tipps und Infos zur Seite. Wann ist die beste Reisezeit für dich? Welche Region bietet genau das, was du dir im Urlaub wünschst? Erkunde mit deinem MARCO POLO Reiseführer Argentinien in deinem eigenen Rhythmus!

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