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„Der erste Eindruck … ist der einer verwirrenden Üppigkeit“, schrieb der Schriftsteller Stefan Zweig nach seinem ersten Besuch in Brasilien 1936.Brasilien, das sind Superlative und Kontraste, atemraubende Natur, die Mischung der Kulturen und die Ekstase des Karnevals. Aber Brasilien verstört auch durch seine Gegensätze: von Arm und Reich, Agrobusiness und intakter Natur, Lebensfreude und alltäglicher Gewalt.
Brasilien hat alles im Überfluss
So viel Fläche, dass fast ganz Europa hineinpassen würde, das größte Regenwaldgebiet der Erde, der längste Fluss, so viele Tier- und Pflanzenarten wie in ganz Europa zusammen, 212 Mio. Menschen mit Hautfarben in allen Tönen, unterschiedlichster Herkunft und Kultur, die im Lauf der Zeit ins Land kamen bzw. als Sklaven aus Afrika hierher verschleppt wurden. Rund 1,7 Mio. Indigene leben heute noch in Brasilien; sie gehören rund 270 Völkern an. Ihre Lebensräume werden von der Agrar- und Minenindustrie bedroht.
Bossa, Business & Barock
Den Südosten dominieren die Millionenstädte Rio de Janeiro und São Paulo, deren Gegensätzlichkeit man auch als flüchtiger Besucher sofort erkennt: beim Anflug auf São Paulo ein endloses Hochhausmeer – beim Anflug auf Rio die Spitzen der Berge, die dicht gedrängten Häuser der Favelas, die Buchten, in denen das Blau des Meeres aufblitzt. Die Wirtschaft gibt den Takt vor in den Hochhausschluchten São Paulos, während der Alltag in Rio noch immer vom Strand und vom Überlebenskampf in den Favelas geprägt ist. Das Hinterland Rios und São Paulos ist hügelig und ländlich und je weiter es in die Berge von Minas Gerais geht, desto barocker und katholischer wird es.
Geschichte
1500
Pedro Álvares de Cabral landet im Süden Bahias
1763
Rio wird Hauptstadt der neuen portugiesischen Kolonie
1808
Portugals König João VI flieht vor Napoleon aus Lissabon nach Rio und schlägt – einzigartig in der europäischen Geschichte – seinen Hof in der Kolonie auf
1822
Sein Sohn ruft als Pedro I. die Unabhängigkeit aus und wird Kaiser
1888/89
Ende der Sklaverei; Brasilien wird Republik, der Kaiser abgesetzt
1930
Getúlio Vargas erobert mit Hilfe der Militärs die Macht
1960
Die neue Hauptstadt Brasília wird eröffnet. Das Land erlebt einen Modernisierungsschub
1964
Das Militär putscht und hält sich 20 Jahre an der Macht; Menschenrechtsverletzungen
2003
Luiz Inácio Lula da Silva wird als erster Arbeiter Präsident
2023
Lula da Silva wird erneut Präsident. Brasilien erholt sich wirtschaftlich und gesellschaftlich von der Präsidentschaft des Rechtspopulisten Jair Bolsonaro
2027
Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Brasilien
Der nach Europa und Afrika zeigende Nordosten Brasiliens beginnt mit Bahia und endet in São Luís kurz vor der Amazonasmündung. Dazwischen liegen 3300 km Strände, palmengesäumt, mit Dünen, Steilküsten, Buchten: Urlaubsparadiese für Touristen aus aller Welt, aber auch Standorte für immer mehr Windräder. Das Sertão genannte Inland ist trocken und bergig. Manchmal regnet es mehrere Jahre nicht. In Bahia ist Brasilien Afrika am nächsten. In Salvador wurden die meisten Sklaven an Land gebracht, bis heute sind über 85 Prozent der Einwohner afrikanischer Herkunft. Die Altstadt mit ihren prächtigen Barockkirchen und Kolonialhäusern ist ebenso Weltkulturerbe wie der Samba und der Kampftanz Capoeira.
Wilder Westen und Amazonas
Je weiter man nach Westen kommt, desto grenzenloser scheint das Land. Da sind die Ebenen, die für Rinderzucht und Getreideanbau genutzt werden, und die Cerrados, die Savannen des trockenen Planalto, auf dem sich die Hauptstadt Brasília erhebt. 40 000 Bauarbeiter stampften die Stadt in vier Jahren aus der roten Erde. Der Wildnis des Westens kommt man im Pantanal nahe, dem größten Überschwemmungsgebiet der Welt, dessen Tierreichtum seinesgleichen sucht. Nördlich des Pantanal beginnt das größte Regenwaldgebiet der Welt, das Amazonasbecken. Es bedeckt fast die Hälfte Brasiliens, ein Ökosystem mit eigenen Gesetzen. In den letzten 40 Jahren sind rund 15 Prozent der Regenwaldfläche verloren gegangen – eine Fläche mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Illegale Abholzungen für Rinderzucht und Sojaanbau, für die Holz- und die Minenindustrie sowie Landspekulation sind dafür verantwortlich. Seit 2023 stärkt Präsident Lula da Silva die Überwachung – die Zerstörung hält aber an.
Der europäische Süden
Rio Grande do Sul, der Süden Brasiliens, ist die Region der europäischen Einwanderer. Dort, an der Grenze zu Argentinien und Uruguay, liegen die weiten Ebenen der Pampa. Hier kämpften die stolzen Gauchos für ihre Unabhängigkeit. Wagnis und Weite liegen neben Tradition und Enge. Auf dem Land leben die Nachfahren der deutschen und italienischen Immigranten teilweise noch wie ihre Großeltern. Hier gibt es Canyons und Wasserfälle, Hortensien und Kiefern, subtropische Sommer und Winter, in denen es sogar schneien kann.
Land der Zukunft
Seit 1988 hat Brasilien eine demokratische Verfassung. Mit Luís Inácio Lula da Silva stand von 2003 bis 2010 erstmals ein Arbeiterführer an der Spitze des Landes und der Aufstieg zu einer Industrienation schien möglich. Die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 standen symbolisch für den Aufschwung des Lands. Wirtschaftsreformen jedoch blieben auf der Strecke und der Filz zwischen Politik und Wirtschaft mündete in einen Korruptionsskandal. Immer neue Enthüllungen über die Verflechtungen von Politikern mit Großunternehmen führten bei den Brasilianern zu tiefem Frust und in der Folge 2018 zur Wahl des Rechtspopulisten Jair Bolsonaro – trotz seiner Nähe zum Militär und teils menschenverachtender Äußerungen. Bolsonaro schwächte als Präsident gezielt den Umweltschutz und ermunterte illegale Holzfäller und Goldgräber, in den Regenwald vorzudringen. Seine Regierung vernachlässigte auch das Bildungs- und Gesundheitssystem und Brasiliens Ansehen in der Welt litt unter Bolsonaros rüdem Auftreten. 2022 hatte die Mehrheit der Wähler genug und hob erneut Lula da Silva ins Präsidentenamt. Er setzte seine Politik des sozialen Ausgleichs fort, Bildung und Umweltschutz wurden wieder gestärkt und Brasiliens Wirtschaft erlebte einen Aufschwung, der die allgemeine Stimmung verbesserte.
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