Bloss nicht

Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden
Ungepflegt an die Öffentlichkeit gehenSchon aufgefallen, dass die meisten Brasilianer wie aus dem Ei gepellt aussehen? Gammellook ist allenfalls in Rio oder São Paulo und mit der „richtigen“ Marke angesagt. Und an Strümpfen in Sandalen erkennt man auf Anhieb die Touristen.
Getrennt bezahlenIn Brasilien gilt es als knickrig und umständlich, wenn in einer Tischrunde jeder seinen Konsum selbst zahlt. Wenn die Rechnung geteilt werden soll, dann am besten durch die Zahl der Anwesenden.
Nackt am Strand liegenUngeschriebene Regel der Strandbekleidung: Knapp darf es sein, aber nicht ohne. FKK-Strände sind eine Seltenheit und oben ohne geht allenfalls am Posto 9 in Rio. Auch das Umziehen hinter vorgehaltenem Handtuch ist eher unüblich.
Sich AufregenImmer ruhig und freundlich bleiben, auch wenn‘s mal länger dauert oder etwas schiefläuft! Brasilianer möchten ihr Gesicht wahren und weichen Konflikten lieber aus, als es drauf ankommen zu lassen. Dafür finden sie auch noch eine Lösung, wo es eigentlich keine gab. Am Ende freut man sich gemeinsam über den guten Ausgang.
Nach Schweiß riechenDas in weiten Teilen des Landes tropische Klima hat seinen Preis: Bevor man auf die Straße geht, wird geduscht, frische Kleidung angezogen, das Haar gekämmt und Parfum aufgesprüht. Dem äußeren Chaos und Schmutz wird in Brasilien penible persönliche Ordnung und Sauberkeit entgegengesetzt.

Was kostet wieviel?

Was?Wieviel €?
Kaffeeab 1,50 für einen Espresso
Bierab 1,80 Euro für eine Flasche
Flip-Flopsab 6 Euro für ein Paar
Acarajéab 2 Euro für ein Teigbällchen
Benzinum 1 Euro für 1 l Normal
T-Shirtab 10 Euro für ein Shirt

Feste & Feiertage

1. Januar

  • Neujahr

Februar/März

  • Karneval

März/April

  • Karfreitag

21. April

  • Tiradentes (Revolutionstag)

1. Mai

  • Tag der Arbeit

Mai/Juni

  • Fronleichnam

24. Juni

  • Johannisfest

7. September

  • Unabhängigkeit Brasiliens

2. Sonntag im Oktober

  • Cirio de Nazaré (größtes religiöses Fest des Landes in Belém)

12. Oktober

  • N.S. Aparecida (Schutzheilige Brasiliens) und Tag der Kinder

2. November

  • Allerseelen

15. November

  • Ausrufung der Republik

25. Dezember

  • Weihnachten

Vorbereitung

Strom

Adapter Typ N

Die Netzspannung in Brasilien beträgt 110 oder 220 Volt. Die allermeisten Steckdosen sind vom Typ N, in die der flache Eurostecker passt. Für runde Schukostecker mit den breiteren Zapfen solltest du einen Adapter mitnehmen.

Zeit

- 4 Stunden Zeitverschiebung

In Brasilien gibt es vier Zeitzonen (–3 bis –6 Std. gegenüber MEZ), aber im größten Teil des Landes gilt die Zeit von Brasília mit einem Zeitunterschied zur MEZ von minus vier Stunden. Auf Sommerzeit wird seit 2019 in Brasilien nicht mehr umgestellt.

Ankommen

Anreise

Nach São Paulo und Rio gibt es mehrfach die Woche Direktflüge: mit Lufthansa ab Frankfurt und München, mit Swiss ab Zürich. Auch die brasilianische LATAM fliegt direkt nach Frankfurt und München. Die anderen europäischen Fluglinien fliegen mehrmals die Woche über die jeweiligen Hauptstädte, KLM und Air France auch direkt in den Nordosten. Die meisten Verbindungen unterhält die portugiesische TAP. Am günstigsten ist oft die spanische Air Europa, allerdings ist der Service dem Preis entsprechend. Condor fliegt von Frankfurt nach Rio, São Paulo und Manaus. Die Flugzeit aus Deutschland beträgt zehn bis zwölf Stunden.

Einreise

Bei der Einreise nach Brasilien muss der Reisepass noch mindestens sechs Monate gültig sein. Die Polícia Federal stempelt ein 90 Tage gültiges Touristenvisum in den Pass. Das ausgefüllte Einreiseformular sollte mit dem Pass vorgezeigt und aufbewahrt werden. Bei der Ausreise muss das Einreiseformular wieder abgegeben werden. Einreisebestimmungen können sich kurzfristig ändern. Erkundige dich daher vorab zusätzlich bei den konsularischen Vertretungen Brasiliens oder beim Auswärtigen Amt.

Klima & Reisezeit

Brasilien liegt auf der Südhalbkugel, das bedeutet: Die Sommermonate sind Dezember bis Februar, Winter ist von Juni bis August. Die Nähe zum Äquator bestimmt das tropische Klima: Je weiter südlich, desto größer sind die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter; in Südbrasilien kann es sogar schneien.

Am Äquator ist es heiß und es regnet viel. Die Regenzeit fällt in den Sommer, die trockeneren Monate sind April bis September. Im Nordosten hat das Meerwasser das ganze Jahr eine Temperatur von über 25 Grad. Die Strände im Süden solltest du am besten im Sommer besuchen. In Rio und Umgebung gibts immer eine kalte Strömung, im Juli/August kann es frisch sein, deshalb Pulli und leichte Regenjacke einpacken.

Hochsaison in Brasilien ist von Mitte Dezember bis Mitte Februar, die Zeit der Sommerferien. Auch Juni/Juli ist Ferien- und Reisezeit, rund um die Johannisfeste gibt es frei. Zu Karneval und Silvester verdreifachen sich die Preise. Die schönste Reisezeit ist Oktober/ November und März/April.

Zoll

Im Flugzeug wird eine Zolldeklaration ausgehändigt, die man ausfüllen und bei der Einreise abgeben muss. Gegenstände des persönlichen Bedarfs und Geschenke bis 500 US$ sowie Bargeld bis zu 10 000 R$ müssen nicht angemeldet werden. Bei der Rückreise in die EU dürfen abgabenfrei eingeführt werden: Waren im Wert von 430 Euro, 200 Zigaretten oder 50 Zigarren, 1 l Spirituosen und 4 l Wein. Der Zoll informiert über die aktuell geltenden Zollbestimmungen bei Wiedereinreise (zoll.de, bmf.gv.at, bazg.admin.ch).

Weiterkommen

Auto & Mietwagen

Einen Leihwagen bekommt man an jedem Flughafen und in den größeren Städten. Das Auto sollte dort wieder abgegeben werden, wo es angemietet wurde, sonst wird es extrem teuer. Die lokalen Anbieter sind oft günstiger (ab 110 R$/Tag) als die internationalen Firmen. Empfehlenswert ist localiza.com. Am besten eine beglaubigte portugiesische Übersetzung des Führerscheins mitnehmen. Die Mietwagenfirmen fragen nicht danach, aber die Polizei könnte bei einem nationalen Führerschein Schwierigkeiten machen.

Autofahren in Brasilien ist gefährlicher als in Deutschland: Die zum Teil schlechten Straßen, die oft unzureichende Ausschilderung, der rücksichtslose Fahrstil und das Ignorieren vorhandener Verkehrszeichen erhöhen das Risiko. Nachts sollte man aus Sicherheitsgründen außerhalb der Städte nicht unterwegs sein.

Inlandsflüge

Gol (voegol.com.br), LATAM (latam.com.br) und Azul (voeazul.com.br) sind die wichtigsten nationalen Fluggesellschaften. Wer mehrere Inlandsflüge plant, erkundigt sich nach dem Brazil Airpass, den Gol und Azul anbieten (brazilianairlines.com). Er kostet je nach Dauer und Umfang ab 400 US$ plus Steuern und Gebühren. Ein Airpass kann allerdings nur vor Antritt der Reise und nur im Ausland in Verbindung mit der Anreise gekauft werden.

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit dem Bus kommt man in Brasilien überall hin, Bahnlinien gibts dagegen kaum. Die Busse der Überlandstrecken sind modern und je nach Klasse sehr bequem, besonders die Liegebusse (leitos). Wegen der langen Reisezeiten lohnt es sich aber auch schon auf mittleren Strecken zu fliegen. Das angenehmste und sicherste öffentliche Verkehrsmittel in den Großstädten ist die Metro.

Vor Ort

Auskunft vor Ort

Das offizielle Brasilien-Portal mit Infos zu allen Regionen ist visitbrazil.com.

Geld & Kreditkarten

Brasilien entwickelt sich rapide zu einer bargeldlosen Wirtschaft. Du kannst so gut wie überall, selbst am Strand und bei Kleinstbeträgen, mit einer der üblichen Kreditkarten bezahlen. Bargeld, das du in abgelegenen und ärmeren Ecken brauchst, gibts an Geldautomaten zu den üblichen (hohen) Gebühren. Bei Bradesco und Santander bekommt man bis zu 2500 R$, aber nicht immer hat man das Glück, ein funktionierendes und voll bestücktes Gerät zu erwischen. Beim Abheben darauf achten, dass man nicht beobachtet wird und das Geld nicht öffentlich nachzählen. Aus Sicherheitsgründen haben die meisten Geldautomaten abends und nachts eine Auszahlungssperre.

Etwas Bargeld sollte man immer dabeihaben, falls die Bankautomaten defekt oder die Banken im Streik sind. Die App Cambiolegal der Zentralbank zeigt dir die Filialen, bei denen Bargeld getauscht werden kann. Euros, Dollars oder Schweizer Franken können auch in den Wechselstuben (casas de câmbio) in Flughäfen oder Stadtzentren getauscht werden.

Post

Briefe und Postkarten bringt man zu einem Postamt (correio) oder zu einem Versandservice wie DHL oder UPS. Briefe nach Europa sind bis zu acht Wochen unterwegs.

Preise & Währung

Bei Redaktionsschluss lag der Wechselkurs bei gut 6,30 R$ für 1 Euro. Die größte Note ist der 200-Real-Schein (entspricht gut 30 Euro). Häufiger im Umlauf sind die blauen 100-Real- und die braunen 50-Real-Scheine. Die kleineren Noten von 20 (gelb), 10 (rot), 5 (lila) und 2 (blau) sollte man immer dabeihaben. Die Münze zu 1 Real erinnert an die 1-Euro-Münze, außerdem gibt es je zwei verschiedene 50-, 25-, 10- und 5-Centavo-Münzen.

Durch die Schwäche des Real ist Reisen in Brasilien für Europäer wieder etwas günstiger geworden. Besonders hoch ist das Preisniveau im Südosten und in den Städten. Der Aufenthalt in Lodges in Amazonien und im Pantanal ist – auch wegen der schwierigen Versorgung – sehr teuer. Am günstigsten sind Ferien im Nordosten.

Trinkgeld

Die meisten Restaurants und Bars berechnen automatisch zehn Prozent Trinkgeld. Im Allgemeinen wird diese taxa de serviço bezahlt, es besteht jedoch keine gesetzliche Verpflichtung dazu. Wer zufrieden war, rundet noch mal auf; meist lebt das Servicepersonal im Lokal vor allem vom Trinkgeld (gorjeta), genauso wie Kofferträger und andere Dienstleister.

Kindern

Kinder sind in Brasilien fast überall willkommen. Die meisten Brasilianer lieben es, mit Kindern zu spielen und Späßchen zu machen. Dazu kommt die auch auf Kinder eingestellte Infrastruktur touristischer Einrichtungen.

Telefon, Handy & Internet

Das brasilianische Telefonnetz ist gut ausgebaut, WLAN gibt es fast überall – selbst auf dem Land und im Amazonasgebiet. Am kostengünstigsten telefoniert man übers Internet per Whatsapp, Skype oder Facetime.

Mobilfunknummern sind neunstellig und beginnen mit einer 9.Sie sind ortsbezogen und haben die zweistellige Vorwahl des Orts, an dem sie gekauft wurden. Am besten dort den Chip kaufen, wo man sich am längsten aufhalten will. Einen lokalen Chip der vier großen Anbieter Vivo (15), Tim (41), Claro (21) oder Oi (31) kann man jedoch nur mit brasilianischer Steuernummer (CPF) aktivieren. Die hat natürlich kein Tourist. Häufig sind aber Taxifahrer, Verkäuferinnen in den Telefonläden oder Servicekräfte der Hotels bereit, mit ihrer CPF auszuhelfen. Mit der Prepaidkarte bekommt man meist schon ein kleines Guthaben (pré-pago). Bei Auslandsgesprächen wählst du 00 + Anbieter + Ländervorwahl (Deutschland 49, Österreich 43, Schweiz 41) + Ortsvorwahl ohne die erste Null + Rufnummer; bei Inlandsferngesprächen 0 + Anbieter + Ortsvorwahl + Rufnummer. Die Vorwahl nach Brasilien ist 0055.

Notfälle und Sicherheit

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Tel. 061 34 42 70 00 | brasil.diplo.de

Österreichische Botschaft

Tel. 061 34 43 31 11 | bmeia.gv.at

Botschaft der Schweiz

Tel. 061 34 43 55 00 | eda.admin.ch

Gesundheit

Wer die übliche Vorsicht walten lässt – kein ungeschältes Obst essen, kein Wasser aus dem Hahn trinken – und sich vor Mückenstichen schützt, wird kaum größere Probleme bekommen. Viele Medikamente gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Bei Ärzten muss man die Behandlung selbst bezahlen. Auch im Krankenhaus erleichtert die Kreditkarte die Abwicklung. Das gilt auch, wenn eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen wurde. Die Erstversorgung in einem Krankenhaus nach einem Unfall ist aber gewährleistet.

Impfungen sind bei der Einreise aus Europa nicht vorgeschrieben. Sinnvoll sind aber Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Typhus und Hepatitis A. Für Amazonien und das Pantanal sollte man darüber hinaus auch eine Gelbfieberimpfung haben. Dengue-, Zika- und Chikungunjafieber werden durch die Aedes-Ägyptis-Mücke übertragen. Bisher gibt es dagegen keinen Impfstoff – am besten also Insektenschutz verwenden und geschlossene Kleidung tragen, um Stiche zu vermeiden.

Notruf

Ohne Sprachkenntnisse ist die Kommunikation oft schwierig:

– Polizei Tel. 1 90

– Feuerwehr Tel. 1 93

– Ambulanz/SAMU Tel. 1 92

Sicherheit

In kleinen Ortschaften, in den Bergen oder in der Wildnis des Pantanal ist Sicherheit kein Thema. In den Großstädten jedoch gehört Kriminalität zum Alltag. Deshalb sollte man nach Einbruch der Dunkelheit einsame Ecken und auch die Strände meiden. Sollte es doch zu einem Überfall kommen, auf keinen Fall Widerstand leisten! Immer daran denken, dass alles zu ersetzen ist, nur die Gesundheit nicht. Am besten ist es natürlich, erst gar keine Wertsachen dabeizuhaben. Etwas Bargeld in einer Innentasche und eine Kopie der wichtigen Dokumente reichen, um sich auf der Straße zu bewegen. Immer aufs Bauchgefühl achten: Ist die Gasse finster und menschenleer, lieber meiden!

  1. Vorbereitung
  2. Ankommen
  3. Weiterkommen
  4. Vor Ort
  5. Notfälle und Sicherheit