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Grebbestad: Ein Tag wie dieser…am Meer!

Die Straße schlängelt sich vorbei an Felsen und kleinen Holzhäuschen in Richtung Grebbestad. Eine Landschaft im besten Westküsten-Stil. Rechts hinter der Kirche hüllt das schimmernde Meer den Hügel in einen Lichtkranz: die Schären von Bohuslän lassen ihre Schönheit aufblitzen. Dann öffnet sich der Blick – vor mir erscheinen unendlich viele winzige Inseln, manche nur Felsen im Meer. So als hätte sich ihr Schöpfer einen Moment lang nicht entscheiden können, ob er das Land hier wirklich enden lassen soll und dann einfach noch ein paar Landkleckse ins tiefblaue Meer getupft. Es sieht aus wie gemalt, das Meer scheint noch zu schlafen. Die Sonne steht hoch am Himmel und keine Wolke traut sich, sie zu verdunkeln. Es ist einer dieser Tage, an denen ich schaue und staune und einfach sehr dankbar bin.

Im Tempo der Natur

Ingela und Marcus umarmen mich zur Begrüßung, als hätten wir uns schon tausend Mal getroffen. Willkommen im Schären-Paradies. "Da habt ihr aber für Traumwetter gesorgt", schwärme ich. "Ja klar, wir haben heute Morgen auf der Wunschliste einfach ein Häkchen bei Sonne und blauem Himmel gemacht", lacht Marcus. Ich folge den beiden in den Schuppen und ziehe mir eine Rettungsweste an. Heute wird es sportlich. Und nass – falls es für mich nicht so gut läuft.

Marcus lässt drei Kajaks ins Wasser gleiten. Das ganze Jahr über verleihen die beiden Boote, bieten geführte Touren und Kurse an. Beinahe elegant steige ich in mein Sportgerät. Am Anfang fühlt es sich noch etwas wacklig an, aber nach ein paar Minuten habe ich das Gleichgewicht gefunden. Wir gleiten von eigener Kraft angetrieben durchs Meer. Nicht schnell. Genau richtig. Es scheint, als gäbe es hier draußen keinen Stress, keine Hektik. Nur gleichmäßigen Rhythmus, links, rechts. Die beiden tauchen ihre Paddel ins Meer, als wollten sie dem Wasser nicht wehtun.

Informationen zu den Kajak-Touren gibt es unter www.skargardsidyllen.se.

Yoga auf schwedischen Gewässern

Ingela strahlt vollkommene Zufriedenheit aus. Man spürt ihre Liebe und Verbundenheit zur Natur. Im Grunde ist das hier eine Art Yoga auf dem Wasser. Auch ich habe jetzt meinen Rhythmus gefunden und muss mich nicht mehr allzu sehr darauf konzentrieren, mein Kajak in der Bahn zu halten. Wir paddeln durch das felsengesprenkelte Meeresgemälde, vorbei an einigen der rund 8000 Inseln des Archipels. Auf manchen machen nur ein paar Möwen Mittagspause. Auf anderen sonnen sich Urlauber, allein auf ihrem Robinson-Eiland.

Robinsonaden in der Hauptsaison

Es ist Hauptsaison, aber davon merkt man hier draußen nichts. Jeder findet ein Fleckchen, um ungestört das Leben zu genießen. Und es bleiben noch eine Menge Inseln übrig, wo die Seevögel den ganzen Tag über unter sich sind. Marcus nimmt etwas Tempo raus und schaut nach links und rechts. "Auch wenn du das jetzt nicht merkst – hier ist eine Meereskreuzung. Da kann schon mal ein Schiff querkommen", zwinkert er. Links geht es nach Göteborg, rechts nach Norwegen – eine Traumroute für Freizeitkapitäne. Wir haben gestoppt und genießen im Dümpel-Modus die Sonne. "Das Meer verbindet uns alle hier im Bohuslän", sagt Marcus. Bei einer Kajak-Tour kann man sehr leicht Teil dieser Verbindung werden.

Von Costa Rica in den Bohuslän

Die Idee für ihr schwedisches Start up haben Ingela und Marcus von einer Reise nach Mittelamerika mitgebracht. "In Costa Rica wohnten wir in einem kleinen Dorf. Dort gab es viele Familien, die in und mit der Natur gearbeitet haben. Wir fanden es klasse und wollten etwas Ähnliches in Schweden machen", erzählt Marcus. Gegründet wurde das Familienunternehmen Skärgårdsidyllen 2011 und seitdem ist es gewachsen. Langsam und gesund. Vernünftig und ohne Hektik. Im Tempo des Bohuslän. "Wir möchten den Gästen unsere einzigartige Schärenlandschaft auf eine ganz persönliche und nachhaltige Art näher bringen", erklärt Ingela die Philosophie.Paddeln kann man im Bohuslän das ganze Jahr. Sogar im Winter, wenn Eisschollen auf dem Wasser treiben und die Luft klirrend kalt ist. Manche sagen, dann sei es besonders schön.

Safari auf schwankendem Grund

Nach gut drei Stunden landen wir am Steg. Per winkt zu uns rüber. Zugegeben, wir haben auf dem Meer die Zeit vergessen. Aber Per ist immer noch entspannt – hier draußen haben sie immer irgendetwas zu tun. Und wann man was macht spielt eigentlich keine Rolle. Statt sich übers Warten aufzuregen, dreht man hier einfach die Reihenfolge um.

Wenn ihr die Chance habt, Per und sein altes Fischerboot zu besuchen, dann macht es. Besser noch: geht mit ihm auf seinem 1952 gebauten Holzboot auf Austern-Safari. Austern ernten und auf dem Meer genießen – frischer und besser geht’s nicht. Grebbestad ist ein Mekka für Austern-Liebhaber. Wer möchte, kann die Schalentiere sogar einfach vom Steg aus mit dem Kescher aus dem Wasser ziehen. Fast wie die gebratenen Tauben, die einem andernorts angeblich in den Mund fliegen. Auch die Hummer scheinen sich im Bohuslän sehr wohl zu fühlen. Im Herbst kann man deshalb die Safari auch in der Hummer-Variante buchen.

Big Five wie Sand am Meer

"Ich fahre gleich raus, hast du Lust, mitzukommen?" ruft Per. Klar habe ich. Er lässt er den Motor an und wir tuckern gemütlich raus in die Schären. Es muss großartig sein, jeden Tag in dieser intakten Natur zu sein. Diese unfassbar frische Luft zu atmen. Alles wirkt unberührt, die Menschen scheinen hier nur eine Nebenrolle zu spielen. Viele kümmern sich darum, dass es so bleibt. Das liegt auch an der Faszination, die sie jeden Tag aufs Neue für ihr Bohuslän empfinden. "Hier an der Westküste gibt es etwa 6000 unterschiedliche Arten. Einige, die hier in 200 Meter Tiefe leben, findest du im Atlantik erst auf 2000 Meter. Klima und die Wassertemperatur sind ideal", erklärt Per. Und an perfekten Tagen wie diesem gerät er dann augenzwinkernd in Schwärmen: "Wir haben hier unsere eigenen Big Five: Austern, Muscheln, Hummer, Krebse und Garnelen gibt es bei uns wie Sand am Meer."

Weitere Infos zu Westschweden findet ihr auf www.westschweden.com

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Ausstrahlungstermine: 25.02., 04.03., 11.03. und 18.03.2018, jeweils um 18.15 Uhr auf MARCO POLO TV.

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