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Am Zipfel des grünen Farnwedels spiegelt sich die Sonne im Tau, dahinter brechen sich Wellen am weißen Sandstrand, und kreischende Seevögel jagen Fische im Meer. Regenwald umrahmt Gletscherzungen, tiefe Fjorde und Seen reflektieren schneebedeckte Gipfel, und Vulkane ragen in den stahlblauen Himmel. Und an manchen Orten brechen rohe Naturgewalten die Erdoberfläche auf.
Hinter jeder Kurve eine andere Landschaft
Neuseeland ist so abwechslungsreich wie ein Europa im Taschenformat, ein kleines Land, das immerhin noch gut 20 000 km2 größer als das Vereinigte Königreich ist, aber mit rd. 5,3 Mio. Einwohnern – Tendenz aktuell fallend – noch nicht einmal an ein Zehntel der UK-Bevölkerung heranreicht.
Idylle in Sicht
Zugegeben, es liegt nicht gerade um die Ecke, und wenn du endlich da bist, wirst du erst mal platt sein. Aber wer 22 Stunden im Flieger und ein paar mehr auf Umsteigeairports gesessen hat, findet nach überstandenem Jetlag ein wunderschönes, sicheres, abwechslungsreiches Reiseland. Mit ausgezeichnetem touristischen Netzwerk von Unterkünften, unkompliziertem Transport und zig Attraktionen für mehrere Millionen Besucher pro Jahr. Das Land am anderen Ende der Welt ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Und dennoch ist es hier umwerfend schön, auch wenn die Hauptspots zur Hochsaison im neuseeländischen Sommer von Dezember bis Februar rappelvoll sind.
Geschichte
ca. 925
Der polynesische Seefahrer Kupe sichtet von seinem Kanu aus die Inseln. Die ersten Polynesier aus dem Südpazifik legen Ende des 13.Jhs. in Aotearoa an
1642
Der Holländer Abel Tasman erspäht Neuseeland, wähnt sich aber vor Südamerika. Später kreieren Kartographen den Namen Nova Zelandia
1769
Seefahrer James Cook nimmt New Zealand für König George III. in Besitz
1840
Maori und Engländer unterzeichnen Neuseelands Gründungsdokument, den Vertrag von Waitangi
1893
Weltweit erstes Frauenwahlrecht in Neuseeland
1986
Als letzten Schritt in die Selbständigkeit gibt sich Neuseeland eine eigene Verfassung, bleibt aber Teil des Commonwealth
2023
Die neue rechtskonservative Regierungskoalition senkt die Staatsausgaben massiv, was für Touristen zu höheren Kosten bei Einreise und in Nationalparks führt
2025 – 2029
Nach Problemen mit veralteten Cook-Strait-Fähren werden 2025 zwei neue in Auftrag gegeben – 2029 sollen sie ihren Dienst aufnehmen
Beste Bedingungen für Outdoor-Sport
Egal ob in Wanderstiefeln, Flossen oder Snowboardboots – Aktivurlauber dürfen hier richtig Gas geben. Sie können das ganze Land auf dem Te Araroa Walkway abwandern oder mit dem Fahrrad einen der 23 Great Rides of New Zealand erstrampeln – von Cape Reinga hoch im Norden bis runter in den tiefsten Süden bei Bluff. Elf Great Walks – einer davon trotz des Namens eine Kanutour – erschließen die Nationalparks und zahllose kürzere Wanderwege viele andere Naturwunder. Neuseeländer selbst sind Outdoorfreaks, „going bush“ ist nicht nur für Touristen ein beliebter Zeitvertreib. Für mehr Nervenkitzel stürzt du dich (gut gesichert!) von Brücken, aus dem Flugzeug oder eine Klippe hinunter – es erwarten dich einmalige Aussichten. Das Klima ist gemäßigt europäisch, und die Kiwis – wie sich die Einheimischen selbst nennen – sind freundliche und offene Menschen.
In den Hauptrollen: Berge, Seen, Strände und Vulkane
Alles ist recht übersichtlich in Neuseeland: im Osten der Pazifik, im Westen die Tasman Sea und dazwischen Nord- und Südinsel, im Meer drum herum verteilt Hunderte kleinerer Inseln. Im zum Teil subtropischen Norden füllen Ausflüge in Regenwälder, an Strände und Seen, auf Vulkane und grüne Hügel deine Urlaubstage bis zum Bersten. Auf der Südinsel wird’s urtümlicher, dort findest du mit Alpen, Gletschern und Fjorden ein unfassbar großes wie vielseitiges Wanderund Bergsteigerparadies. Das Fiordland ist eine der drei Unesco-Welterbestätten des Lands.
Das Meer ist nie fern
Und dann die Küsten – mehr als 17 000 km sind es zusammengelegt. Nirgendwo in Neuseeland wirst du weiter als 120 km vom Meer entfernt sein; die Sehnsucht nach Salzluft lässt sich von fast überall innerhalb weniger Stunden stillen – mit Surfbrett, Kajak oder Stand-up-Paddleboard kannst du den Wellen trotzen. Die 44 Meeresschutzgebiete sind übrigens alle „No Take“-Zonen, man darf dort nichts entfernen. Also lass die schönen Muscheln am Strand! Ausgesprochenes Stadtleben gibt es übrigens auch, das beschränkt sich aber auf Auckland, die größte Stadt im Norden der Nordinsel, und die Hauptstadt Wellington am Südzipfel. Christchurch und Dunedin im Süden sind dagegen recht übersichtlich.
Einzig- und hauptsächlich artig
Neuseelands Tierwelt ist einmalig. Es gibt Vögel, die lieber laufen als fliegen, nicht nur den Kiwi, der genauso heißt wie die Einwohner. Seltene Delfine spielen mit Surfern in den Wellen, rund um die Inseln tummeln sich Wale, Robben und ungezählte Seevogelarten. Irgendwas Gefährliches? Bis auf Haie Fehlanzeige! Anders als beim ozeanischen Nachbarn Australien erwarten dich in Neuseeland lauter Arten, die meistens absolut harmlos sind und wirklich ganz niedlich aussehen. Okay, ausgenommen vielleicht die gruselige Weta, eine fette Riesenheuschrecke, die dir in Höhlen auf die Schulter plumpsen könnte. Aber sie tut ja nichts.
Hier ist die Erde noch jung
Neuseeland ist ein geologischer Newbie, eins der jüngsten Länder der Erde. Es hat sich erst vor 80–100 Mio. Jahren vom Superkontinent Gondwana abgespalten. Seine Jugend beschert ihm eins der aktivsten Vulkanfelder der Welt. Es rappelt und rumpelt an diversen Ecken, und Mini-Erdbeben sind an der Tagesordnung. Die Thermalgebiete rund um Rotorua auf der Nordinsel sind durchaus in der Lage, dir den Atem zu nehmen – und nicht nur, weil es dort so stinkt.
Maori-Kultur erleben
In der Gegend bekommt, wer will, auch einen tiefen Einblick in die Kultur der Maori. In den Maraes, den weitläufigen Versammlungsstätten der Maori, könnt ihr etwa ihren Kriegertanz, den Haka, miterleben. Nach der Maori-Überlieferung taufte die Frau von Kupe, dem sagenumwobenen polynesischen Seefahrer, der Neuseeland als Erster erreicht haben soll, die Inseln Aotearoa, Land der langen weißen Wolke, fortan der Maori-Name für ihre (neue) Heimat. Die ersten Einwanderer kamen im 13.Jh. mit ihren Kanus aus dem Südpazifik; heute hat die Kultur der stolzen, nach Schätzungen rund 980 000 Maori einen vergleichsweise hohen Stellenwert im Land. Der Vertrag von Waitangi regelte ab 1840 das Verhältnis zwischen der britischen Krone und den Maori, geführt von ihren Stammeshäuptlingen.
Kein Reiseziel für Sparfüchse
Die Gier weißer Siedler nach fruchtbarem Land führte trotzdem zu Zwist und Krieg mit den Maori und bis heute umstrittenen Besitzansprüchen. Grundbesitz ist aber Statussymbol. Heiß begehrt bei Einheimischen wie ausländischen Investoren ist alles mit See- oder Meerblick, egal ob in Auckland und Wellington oder in Lifestylespots wie Queenstown, Wanaka und an der Bay of Islands. Einheimische stöhnen derweil unter hohen Lebenshaltungskosten, größter Inflationstreiber sind die Wohnkosten. Überseetouristen profitieren indes vom schwächelnden Kiwi-Dollar – Stand 2026.Ein Billigreiseland ist Neuseeland aber nicht. Oft zahlt man für lokale Produkte sogar mehr als in Europa. Wunder dich also nicht, wenn ein Marlborough Sauvignon Blanc teurer ist als zu Hause. Wein oder Bier trinken die Kiwis übrigens ganz gerne. Man gönnt sich ja sonst nichts. Auch wenn viele bei einem jährlichen Durchschnittseinkommen von rund 42 000 Euro hohe Schulden haben und oft einen Nebenjob brauchen, um über die Runden zu kommen.
In der Welt bewundert, zuhause gescheitert
Mit Jacinda Ardern wurde 2017 eine damals 37-jährige Sozialdemokratin Premierministerin. Ihre empathische Art machte sie weltweit zur Ikone eines neuen, jungen, weiblichen Politikertyps. In der Covid-19-Pandemie schottete sie das Land rigoros ab, aber je länger die Isolation dauerte und Wirtschaftsprobleme wuchsen, sank ihre Popularität. Ardern wurde Hassfigur der Rechten und Querdenker. In sozialen Medien ständig mit sexualisierter Gewalt und Mord bedroht, trat sie zurück: „… ich weiß, dass ich nicht mehr genug im Tank habe.“ Folgende Parlamentswahlen brachten 2023 eine rechtskonservative Koalition an die Regierung, die mit strammem Sparkurs regiert. Wirtschaftliche Probleme blieben aber, und so erlebt Neuseeland einen Exodus gut ausgebildeter, junger Leute vornehmlich nach Australien, wo es für Kiwis praktisch keine Restriktionen gibt.
Da geht noch was
Trotz aller Naturliebe der Kiwis fällt das Image vom Clean Green New Zealand leider unter die Rubrik irreführende Werbung. Insbesondere in Sachen Abwasserentsorgung, Plastikvermeidung und Gewässerschutz gibt es noch Nachholbedarf. Bei der Versorgung mit erneuerbarem Strom ist man mit fast 90 Prozent aber schon gut dabei. Wasser- und Windkraft sowie Erdwärme sind die Hauptenergielieferanten. Bis 2050 will Neuseeland sogar CO2-neutral werden.
Die Entdeckung der Langsamkeit
Das Wichtigste bei deiner Reise ans Ende der Welt: Nimm dir Zeit für Land und Leute. Slow travel abseits der Hauptattraktionen wird dir das wahre Neuseeland eröffnen. Entlang holpriger Schotterstraßen, das Auto innen und außen mit einer dicken Staubschicht bedeckt, findest du urige Orte, einsame Strände und bodenständige, unkomplizierte Einheimische, die gern ein wenig plaudern und Touristen manchmal zum zünftigen BBQ einladen. Getränke bitte selber mitbringen! BYO – bring your own – gibt es auch in einigen Restaurants. Und bleib lässig! Allzu schick braucht sich hier niemand zu machen, selbst abends nicht. Standardkleidung sind Shorts und Sandalen zu jeder Gelegenheit und Jahreszeit.
Dem Himmel ein Stück näherkommen
Neuseeland ist und bleibt ein Reiseziel für aktive Naturfreunde. Aber auch wer nur zuschauen möchte, ist in dem Land bestens aufgehoben – Hauptsache, er oder sie ist draußen an der frischen Luft. Denn die ist vom Feinsten, gibt es hier doch kaum Luftverschmutzung. Das macht den Blick in den Nachthimmel am anderen Ende der Welt zum unschlagbaren Erlebnis. Also: Tief durchatmen! Und dann Kopf in den Nacken und Sternschnuppen zählen!
Neuseeland Highlights
HighlightsTop Strände Neuseeland
HighlightsFreizeit und Sport Neuseeland
HighlightsTop Sehenswürdigkeiten Neuseeland
HighlightsÜbernachtungen/Hotels Neuseeland
HighlightsMust Sees Neuseeland
HighlightsHighlights Ausgehen Neuseeland
HighlightsCafés und Restaurants Neuseeland
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Neuseeland
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Alle Vorteile der Karte im Überblick:
Über die Region:
Neuseeland besteht aus zwei Hauptinseln mit Gebirgen, Küsten, Seen und Vulkanlandschaften. Die Nordinsel ist bekannt für Rotorua, Auckland und geothermische Gebiete. Auf der Südinsel liegen die Südalpen, der Fjordland-Nationalpark und Christchurch. Beliebte Ziele sind auch der Milford Sound und der Tongariro-Nationalpark.

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