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Auf den ersten Blick scheinen sich in diesem arabisch-islamischen Land alle Klischees zu bestätigen. Doch Oman ist anders, ist schon immer seinen eigenen Weg gegangen, und das spürst du bei jeder Begegnung mit seinen aufgeschlossenen Menschen – sei es in der Weite der Wüste, an den famosen Sandtränden oder in einem der bezaubernden Bergdörfer.
Ein Kamel am Straßenrand
Doch zuerst zum ersten Blick. Der fällt meistens aus dem Flugzeug aufs Meer, gesäumt von Palmen, Minaretten, weißen Würfelhäusern und den kahlsten aller Berge, die in jeder Schattierung von Braun die Hauptstadt vom endlosen Sandmeer mit dem bezeichnenden Namen „Leeres Viertel“ abgrenzen. Später dann auf dem Weg ins Hotel, entlang der sauberen Straßen mit ihren bunt blühenden Seitenstreifen, die so gar nicht dem althergebrachten Bild vom trockenen „Wüstenstaat“ entsprechen, großes Staunen: „War das nicht eben ... ein Kamel? Direkt am Straßenrand?“ Willkommen in Oman!
Man trägt bunt
Zeit für den zweiten Blick: auf den Sonderweg, den Oman im Vergleich zu seinen arabischen Nachbarn eingeschlagen hat. Erstes (sichtbares) Zeichen ist die Kleidung der Männer. Sie tragen zwar auch das bekannte knöchellange Gewand (dishdasha), aber eben nicht nur in Weiß, wie gewohnt, sondern in fast allen Farben des Regenbogens. Das Bunte setzt sich bei den fein gewebten Kopftüchern (massaar) fort, die mit eleganten Stickereien verziert sind. Doch mag die Kleidung auch traditionell sein – das Leben ist modern geworden, das unterscheidet Oman keineswegs von den nahen Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Lehmhäuser und Kamele sind lange schon durch klimatisierte Residenzen und Geländewagen ersetzt worden, nicht nur in der Hauptstadt.
Geschichte
2700 – 1800 v.Chr.
Das antike Reich Magan (heute Oman) exportiert Kupfer nach Mesopotamien
ca. 200 n.Chr.
Einwanderung der arabischen Urbevölkerung
um 620 n.Chr.
Islamisierung Omans
1507 – 1650
portugiesische Besetzung
1650 – 1718
Al-Ya’aruba-Dynastie, Bau der wichtigsten Festungen
1805 – 1856
Größte Ausdehnung Omans; Insel Sansibar Regierungssitz
1958 – 1959
Aufstand am Jebel Akhdar
1965 – 1975
Dhofarkrieg gegen kommunistische Rebellen
1970
Sultan Qaboos wird Sultan
2011
Arabischer Frühling; mehr Mitspracherecht für Volksvertretung
2013
Eröffnung der spektakulären Straße durchs Dhofargebirge
2020
Sultan Qaboos stirbt, Nachfolger wird sein Cousin Haitham bin Tariq
2023
Nahe Nizwa öffnet mit Oman Across Ages das modernste Museum des Landes
Grandiose Landschaften warten auf Entdeckung
Trotzdem musst – und darfst – du natürlich nicht alle Traumbilder des Orients über Bord werfen. In vielen Dörfern und Städten auf dem Land werden wuselnde Wochenmärkte wie seit Jahrhunderten abgehalten, werden Kamele, Ziegen und Rinder versteigert, und jeden Freitag trifft man sich zum Mittagsgebet in der Moschee. Oft finden sich neben neuen Ortsteilen noch die alten, verlassenen Viertel mit den erhabenen Lehmbauten samt verwitterten Holztüren und geschnitzten Fensterrahmen. Traumbilder wie aus – pardon, aber manchmal passen die Klischees eben einfach perfekt! – „Tausendundeiner Nacht“ erlebst du auch in der spektakulären Natur des Landes, deren Lockruf du dich nicht entziehen kannst. Mindestens eins der grünen Täler (wadis) des Hajargebirges mit ihren kühlen Schatten unter eng stehenden Felswänden und dem Plätschern von Bewässerungskanälen solltest du hinaufgewandert sein. Ebenso wie in die raue, karge Gipfelwelt des Hajar, jener Bergkette, die Omans Nordostküste auf ganzer Länge begleitet (und die du auch mit einem Geländewagen erkunden kannst).
Gebirge am Meer, karibische Strände im Süden
In Musandam im Nordosten taucht das Gebirge dann direkt ins Meer und bildet traumschöne Fjorde. Verpass bloß nicht, was die omanische Exklave berühmt gemacht hat: eine Fjordfahrt mit jenen hölzernen Schiffen (dhaus), mit denen die Omanis ab dem 8.Jh. den Indischen Ozean beherrschten und Handel mit Indien, China und Afrika trieben. Im Südwesten, nahe der Grenze zu Jemen, zeigt Oman wieder ein anderes Gesicht: ein karibisches, mit vielen neuen und gerade entstehenden Hotelresorts an herrlichen Sandstränden. Wenn das Öl nicht mehr sprudelt, sollen die Touristen kommen – und das tun sie schon jetzt, sogar wenn es regnet: Wenn der Südwestmonsun von Ende Juni bis Anfang September an den Berghängen Salalahs seine feuchte Fracht ablädt und das sandgelbe Land grün anmalt, tanzen wüstenmüde Araber aus den Nachbarstaaten im Regen.
Übersichtliche Geschichte
Die Omanis waren übrigens so nett, ihre schönsten Festungen innerhalb eines knappen Jahrhunderts zu errichten, da musst du nicht so viel Geschichte büffeln. Die ist ohnehin übersichtlich, im Vergleich zu anderen Ländern wie Ägypten oder Syrien. Es gab die Jolanda-Könige, dann ein portugiesisches Gastspiel von 150 Jahren und einen 26-jährigen Bürgerkrieg im 18.Jh., später eine Zeit, in der Sansibar, dessen Gewürznelken enorme Gewinne abwarfen, ein paar Jahre Regierungssitz war – und das Jahr 1970, in dem Sultan Qaboos sein Amt antrat und Jahrzehnte entwicklungstechnischen Stillstands beendete. Die omanische Renaissance, sie war der behutsame und umsichtige Aufbruch in die Moderne. Dafür zollte die Bevölkerung dem Sultan, der 2020 starb, höchsten Respekt, denn sie bekam Schulen, Straßen, Krankenhäuser. Und junge Mädchen die Möglichkeit, eine Ausbildung zu absolvieren, ohne die traditionellen Werte über Bord werfen zu müssen. Das bei uns so heiß diskutierte Kopftuch tragen viele als Accessoire und traditionelles Kleidungsstück (nicht nur beim Besuch der Moschee) freiwillig. Nicht wenige studieren im Ausland und können sich problemlos allein im Land bewegen! Wie überhaupt das Reisen sehr unkompliziert ist. Die Hotels sind toll, die Verkehrsschilder zweisprachig, die Straßen exzellent – da musst du eigentlich nur aufpassen, dir keinen Sonnenbrand zu holen. Und das geht schnell, bei 300 Sonnentagen im Jahr.
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