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Lanzarote

Check-in

Schon beim Landeanflug stellt sich Science-Fiction-Stimmung ein: Da taucht aus dem stahlblauen Meer plötzlich dieses Gebilde aus kahlen, beigegrauen Hügelketten auf, aus schwarzen Lavafeldern und Kratern, eine Mondlandschaft, auf die schnell ziehende Wolken ihre Schatten werfen, gesäumt von der Gischt des anbrandenden Ozeans.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Alles vom großen Meister, auch hier in Playa Blanca.
Sichelförmig liegt dieser Kratersee im Bogen eines zur Hälfte im Meer versunkenen Kraterkessels, dessen Wände durch Winderosion zernagt sind. Die Färbung des Wassers, das durch Verdunstung des…
Wenn man nach Teguise kommt, dann ist das wie eine Zeitreise: Adelshäuser mit hohen Holzportalen grüßen, durch enge Gassen gelangt man zu ehrwürdigen Kirchen und weiten Plätzen. Wenig deutet…
Die Cueva de los Verdes ist Teil eines 7,5 km langen Lavatunnels, des Túnel de la Atlántida. Die Höhle entstand beim Ausbruch des Monte Corona vor 5000 Jahren. Die Lavaströme, die damals ins Meer…
Die Strände 3 bis 5 km östlich von Playa Blanca sind zu Recht wegen ihrer Schönheit berühmt: Sie sind von Felsen eingerahmt, der Sand, ohne Teer und Müll, ist fein und das türkisfarbene Wasser…
Wie die Cueva de los Verdes gehören die Jameos del Agua zum Tunnelsystem Atlántida. Durch zwei große Einbrüche (jameos) der Lavadecke warfen bis Ende der 1960er-Jahre die Bauern ihren Müll. Es…
Der Jardín de Cactus am Ortsende widmet sich ganz der stacheligen Welt der Kakteen. Etwa 1420 verschiedene Arten hat César Manrique hier im weiten Kessel eines ehemaligen Steinbruchs am Fuß einer…
Lange Reihen kleiner und großer rechteckiger Felder in schillerndem Braun, Rot, Grau und Schwarz - wie ein riesiger Setzkasten sieht die Saline von Janubio aus. In der Vergangenheit war die…
Wie ein Geniestreich von Landschaftsarchitekten wirkt die berühmte Landschaft La Geria. Das großartige Weinanbaugebiet in unmittelbarer Nähe der Vulkanberge erschließt sich einem noch intensiver…
Wer mehr über Lanzarotes größten Künstler erfahren möchte, kommt an der Fundación César Manrique in Tahiche nicht vorbei. Gleich neben dem Kreisverkehr, den ein großes Manrique-Mobile aus…
Höhepunkt im Nationalpark ist die Fahrt auf der 14 km langen Vulkanroute, die nicht als individuelle Tour, sondern ausschließlich in den vom Islote de Hilario aus startenden Bussen möglich ist.

Reisezeit

Januar
sehr gut
21°C
Blütezeit auf der Vulkaninsel
Februar
sehr gut
22°C
Blütezeit auf der Vulkaninsel
März
sehr gut
23°C
April
gut
23°C
Mai
gut
23°C
Juni
gut
25°C
Aufgrund der Wüstenwinde kann es zu extremer Hitze kommen
Juli
mittel
28°C
Aufgrund der Wüstenwinde kann es zu extremer Hitze kommen
August
mittel
29°C
Aufgrund der Wüstenwinde kann es zu extremer Hitze kommen
September
mittel
29°C
Oktober
gut
27°C
November
sehr gut
25°C
Dezember
sehr gut
20°C

Die beste Reisezeit für Lanzarote sind die Monate Januar, Februar, März, November und Dezember. In dieser Zeit wird eine durchschnittliche Temperatur in Höhe von 22° Celsius erreicht. Die sonnigsten Monate sind April, Mai, Juni, Juli und August mit durchschnittlich 9 Sonnenstunden pro Tag. Im Vergleich hierzu liegt die Temperatur im kältesten Monat bei lediglich 20° Celsius bei 5 Regentagen. Im Jahresmittel liegt die durchschnittliche Tagestemperatur bei 25° Celsius und die Nachttemperatur bei 16° Celsius. Im Schnitt regnet es jeden Monat an 2 Tagen. Der regenreichste Monat ist der Dezember.

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Erdinneres nach außen

Lanzarote ist anders als die übrigen Kanaren, wirkt wie eine unwirtliche Einöde. Schon vor gut 20 Mio. Jahren drängten riesige Mengen Basaltmagma durch die Bruchlinien der Erdkruste nach oben und ließen die beiden ältesten Inseln des Archipels, Fuerteventura und Lanzarote, entstehen. Seitdem sind die Kanaren nie völlig zur Ruhe gekommen, keine andere Insel wurde so heftig heimgesucht wie Lanzarote. Mehr als 20 Prozent des 795 km2 großen Eilands wurden bis 1736 verschüttet, Lava und Asche gaben diesem Teil der Insel eine neue Gestalt.

Schwarz-Weiß-Grün-Schema

Aber gerade das Karge ist es, was Lanzarote so einzigartig macht: Das vulkanische Herz der Insel ist ein unvergleichliches Naturerlebnis und ein unverwechselbares Merkmal der Insel, ebenso wie die hübschen Dörfer mit ihren weißen Fassaden und grünen Fenstern und Türen. Dass die meisten Siedlungen weiterhin in den klassischen Farben erstrahlen, ist Lanzarotes bekanntestem Sohn zu verdanken: César Manrique. Auf keiner anderen Insel des Archipels sind so viele (Landschafts-) Kunstwerke des großen Malers, Bildhauers und Architekten zu finden wie auf dem Eiland des vulkanischen Feuers.

Strand satt

Natürlich musst du nicht die ganze Zeit Kultur tanken, auch wenn diese auf Lanzarote spektakulär ist. Die Alternative heißt: Vamos a la Playa! Schwimmen, schnorcheln, unter Palmen relaxen – und dies das ganze Jahr! Die drei großen Ferienorte – Costa Teguise, Puerto del Carmen und Playa Blanca – haben gute, teilweise durch Wellenbrecher geschützte Strände, weiß, weich und puderfein. Oder doch lieber Action? Kein Problem! Du kannst tauchen, surfen oder das Wasser mit einem Jetski durchpflügen. Eine gut eingespielte Wassersportszene bietet Ausrüstung und Schulung. Weniger Sportive steigen ins Boot und lassen Lanzarotes Küsten an sich vorbeiziehen. Die ganzjährig milden Temperaturen animieren natürlich auch zu Outdoor-Aktivitäten fernab vom Wasser. Rennradfahrer lieben Lanzarote, weil die Insel relativ flach und dabei abwechslungsreich ist. Und erstaunlich viele Wanderer zieht es in die Vulkanberge – es scheint sie nicht zu stören, dass so wenig Grünes zu sehen ist. Übrigens ist das milde Klima dem Nordostpassat zu verdanken, der den anderen Inseln des Archipels auch den Regen beschert. Pech für Lanzarote: Gerade mal 671 m misst der höchste Berg, der Peñas del Chache im nördlichen Gebirge Risco de Famara – zu niedrig, um die Wolken so richtig zum Abregnen zu bewegen. Doch immerhin mildern die Wolken, die sich an den Bergen zu dichten Bänken stauen können, die Hitze ebenso wie der Kanarenstrom, ein kühlerer Rückstrom des Golfstromsystems.

Afrikanische Wurzeln

Über die Urbevölkerung, die Majos, weiß man nicht viel. Sie kamen wohl etwa ab dem 5. Jh. v. Chr. aus Nordafrika und entstammten Berbervölkern. Auf Lanzarote lebten sie vom Fischfang und vom Anbau von Getreide, das in primitiven Mühlen zu gofio verarbeitet wurde, außerdem betrieben sie Schaf- und Ziegenzucht. Heute gibt es keinen Zweifel, dass sich die Lanzaroteños von Landwirtschaft und Fischfang allein nicht mehr ernähren können.

Fast alle leben vom Tourismus

So leben die meisten der 142 000 Einwohner von den jährlich 2 Mio. Gästen, die auf Lanzarote ihren Urlaub verbringen. Viele arbeiten als Rezeptionistin oder Koch, Portier oder Putzkraft, Gärtner oder Reiseführer – oft als Saisonkraft unter prekären Bedingungen. Für die Insel selbst sind die steigenden Touristenzahlen nicht leicht zu verkraften. Längst haben Meerwasserentsalzungsanlagen die leer geschöpften Brunnen ersetzt und sorgen für Trinkwasser, das allerdings mit erheblichem Energieaufwand gewonnen und weitertransportiert werden muss. Windkraftanlagen recken sich in den Himmel, Asphaltbänder schneiden durch die Lavafelder. Aus dem kleinen Fischerdorf Playa Blanca wurde binnen weniger Jahre ein Mega-Ferienresort; Feriensiedlungen für wohlhabende Mitteleuropäer schossen wie Pilze aus dem Boden. Doch in kleinen Nischen, in Dörfern fernab der Ferienzentren, spürt man noch, dass Lanzarote mehr als alle anderen Kanaren eigentlich ein Ort der Enthaltsamkeit, Muße und Stille ist. Dies drückt sich auch in den Gesichtern der älteren Landbevölkerung aus: des Bauern, der mit dem Eselspflug stoisch den Staub umgräbt; der Bäuerin, die endlose Feigenkaktusreihen aberntet; der alten Männer, die auf der Dorfplaza sitzen und den Tag vorüberziehen lassen. Das Lanzarote von einst lebt nur noch hier fort, und nur dem, der es mit offenen Augen und Ohren sucht und dabei auch einmal innehält, offenbart die Insel ihren ganzen Zauber.

Gut zu wissen

Anreise

Lanzarotes Flughafen – natürlich nach dem „Inselheiligen“ César Manrique benannt – liegt etwa 10 bis 30 Autominuten von den Ferienzentren Costa Teguise, Puerto del Carmen und Playa Blanca entfernt. Ferienflüge mit Tuifly oder Condor kosten ohne Hotelbuchung hin und zurück 300 bis 500 Euro und werden von Billigfliegern wie Eurowings und Ryanair zu bestimmten Terminen noch unterboten. Die Flugzeit, z. B. von Frankfurt/Main, Berlin, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart beträgt nur vier bis viereinhalb Stunden. Auch Condor bietet Direktflüge an.

Linienflüge (etwa mit Iberia) sind in der Regel teuer und vor allem wesentlich umständlicher, da sie stets mit einer Zwischenlandung verbunden sind. Wer nicht fliegen kann oder will, nimmt vom südspanischen Cádiz die einmal wöchentlich startende Autofähre der Compañía Acciona-Trasmediterránea (trasmediterranea.es) und erreicht in 30 bis 35 Stunden Lanzarotes Hauptstadt Arrecife. Die einfache Strecke mit Pkw kostet ca. 380 Euro.

Zeit

– 1 Stunde Zeitverschiebung

Auf den Kanaren gilt: Eine Stunde weniger als auf dem europäischen Festland. Bei der Ankunft musst du deine Uhr um eine Stunde zurückstellen.

Einreisebestimmungen

Für die Einreise benötigst du einen gültigen Personalausweis bzw. einen Reisepass, der noch sechs Monate gültig ist. Für Kinder bis 12 Jahren genügt ein maschinenlesbarer Kinderpass.

Bus

Zu Stoßzeiten gibt es vom Flughafen alle 30 Minuten eine direkte Busverbindung nach Arrecife (Linie 22/23), etwa stündlich nach Puerto del Carmen und Playa Blanca (Linie 161/261). Der zentrale Busbahnhof Estación de Guaguas ist in Arrecife (Vía Medular | beim Stadion | Tel. 9 28 81 15 22 | arrecifebus.com). Von dort fahren Linienbusse (guaguas) zu allen größeren Dörfern, oft aber nur ein- bis zweimal täglich. Als wichtigste Ferienzentrenwerden Puerto del Carmen (Linie 2) und Costa Teguise (Linie 1) Mo–Fr alle 20 Minuten, Sa/So alle 30 Minuten angesteuert, Playa Blanca (Linie 6 und 60) Mo–Fr etwa jede Stunde, Sa/So sechs- bis achtmal pro Tag.

Ein kleines, aber bedeutend zentraleres Busterminal (Intercambiador) befindet sich am Westende der Playa del Reducto in Arrecife. Von hier fahren Busse nach Puerto del Carmen, Playa Blanca und zum Flughafen. Wer vorhat, viele Strecken mit dem Bus zu fahren, kauft sich hier am besten eine aufladbare tarjeta sin contacto (Bono Bus Lanzarote), mit der sich die Fahrten um 10 Prozent und mehr verbilligen; die Touristeninfo (z. B. am Flughafen) teilt dir die Verkaufsstellen mit.

Taxi

Ein Taxi kostet vom Flughafen nach Puerto del Carmen ca. 22 Euro, nach Costa Teguise um 28 Euro und nach Playa Blanca etwa 50 Euro. Taxis sind lizenziert und mit Taxameter ausgestattet. Dieses sollte vor jeder Fahrt eingeschaltet werden. Die Grundgebühr betrug bei Redaktionsschluss zwischen 2,30 und 3 Euro (abhängig davon, ob im Ort oder auf dem Land), 1 km kostet etwa 1 Euro, Zuschläge für Nachtfahrten sowie Start/Ende an Fähr- und Flughäfen. Bei Inselrundfahrten: Preis vorher vereinbaren!

Mietwagen

Am Flughafen (und in allen Ferienorten) sind viele Mietwagenfirmen vertreten. Der günstigste lokale Anbieter ist Cabrera Medina (Tel. 9 28 82 29 00 | cabreramedina.com), er hat auch das dichteste Filialnetz und gut gewartete Autos – sollte ein Schaden eintreten, wird dir umgehend ein neuer Wagen gestellt. Da die Firma auch auf Fuerteventura vertreten ist, kann man einen Wagen für einen Ausflug auf die Nachbarinsel (ab Fährhafen Puerto del Rosario) gleich mitbestellen. So spart man die hohen Kosten, die bei einer Überfahrt mit PKW anfallen. Wer per Internet bucht, bekommt einen Kleinwagen (z. B. Opel Corsa 3P) für oft weniger als 100 Euro pro Woche.

Auskunft vor Ort

Broschüren, Stadtpläne und Hinweise erhält man in den Infostellen von Arrecife, Puerto del Carmen, Playa Blanca, Costa Teguise und Teguise sowie am Flughafen. Die Website turismolanzarote.com informiert über Natur und Kultur, Strände, Sport und lokale Feste.

Geld

Spanien ist Euro-Land. An Geldautomaten kannst du mit Bank- oder Kreditkarte problemlos Bargeld ziehen. Allerdings ist besonders beim Einsatz der Kreditkarte oft eine happige Gebühr fällig! Tipp: Einige deutsche Banken haben Filialen auf Lanzarote oder kooperieren mit lokalen Geldhäusern. Dort bezahlst du für Abhebungen keine Gebühr. Erkundige dich danach am besten vor Antritt der Reise. In fast allen Hotels, Geschäften, Restaurants und Tankstellen werden Kreditkarten akzeptiert. Allgemeiner Sperrnotruf für Bank- und Kreditkarten: Tel. 00 49 11 61 16. Banköffnungszeiten: Mo–Fr 8.30–14, Sa 8.30–13 Uhr.

Post

Briefmarken (sellos) bekommst du außer bei der Post (correos) auch in den estancos, den Tabakgeschäften. Das Porto für einen Brief (carta) oder eine Postkarte (postal) ins EU-Ausland und die Schweiz betrug bei Redaktionsschluss 1,25 Euro. Achtung: Neben der staatlichen Post gibt es private Postzustelldienste mit eigenen Briefmarken und Postkästen – hier dauert die Zustellung oft länger! Sendungen in den richtigen Kasten werfen, sonst kommt sie nicht an!

Sprache

In den Ferienzentren kommt man auch ohne Spanischkenntnisse zurecht. Wer allerdings in abgelegenen Lokalen etwas bestellen, vielleicht auch mit dem Bus über die Insel fahren möchte, sollte sich spanische Grundkenntnisse aneignen.

Strände

An den Stränden der Ferienorte werden Sonnenschirme und Liegen vermietet, Baywatcher beobachten das Treiben im Wasser, und für Notfälle ist eine Rot-Kreuz-Station eingerichtet. Es gibt Gratis-(Fuß-)Duschen und Toiletten, und nie ist es weit zur nächsten Bar. An den naturbelassenen Stränden jenseits der Resorts sieht es allerdings anders aus – meist gibt es nicht einmal einen Rettungsring.

Denk bitte daran, dass an der Inselwestseite Strömung und Brandung besonders stark sind, weshalb man sich hier mit einem „Fußbad“ begnügen sollte! Doch auch an der ruhigeren Ostseite gibt es zuweilen tückische Wellen und unerwartete Unterströmungen – achte auf jeden Fall auf die Beflaggung. FKK wird an den abgelegeneren Stränden der Playas de Papagayo und im FKK-Resort Charco del Palo praktiziert (oboena.de).

Vorwahlen

Die Vorwahl für Spanien lautet 0034, dann folgt die neunstellige Rufnummer mit integrierter Ortsvorwahl (928). Vorwahl für Deutschland: 0049; Österreich: 0043; Schweiz: 0041; danach folgt die Vorwahl ohne Null und die Rufnummer.

Trinkgeld

In Restaurants ist es üblich, 5 bis 10 Prozent der Rechnungssumme als Trinkgeld zu hinterlassen – wenn du mit der Bedienung zufrieden warst.

Unterkunft

Vom Fünfsternehotel bis zur Pension, vom einfachen Apartment bis zur Luxusvilla bietet Lanzarote eine breite Palette – nicht nur in den Ferienorten, sondern auch im Inselinnern. Turismo Rural, „ländlicher Tourismus“, wird auf Wochenbasis in historischen, komfortabel ausgestatteten Landhäusern (casas rurales) angeboten und ist besonders für Familienurlaub ideal. Für die Mobilität ist dann ein Mietwagen unerlässlich, denn die Busverbindungen in Regionen abseits der Touristenhochburgen sind mangelhaft. Schöne, dabei günstige Unterkünfte in der Palmenoase Haría und in den urigen Küstenorten des Nordens findest du z B. auf lanzarote-arrieta.de.

Auch via Airbnb & Co. werden viele Privatquartiere vermittelt, doch diese sind kaum noch günstiger als Hotelzimmer bzw. Apartments. Mittlerweile regt sich auf den Kanaren lautstarker Protest gegen viviendas vacacionales (private Ferienwohnungen), weil die meisten Immobilienbesitzer touristisch vermieten und als Folge kaum noch bezahlbarer Wohnraum für die „normale“ Bevölkerung vorhanden ist. Prinzipiell gilt: Reserviere rechtzeitig, denn die Kanaren sind – aufgrund von Kriegen und Krisen in Nordafrika und im Nahen Osten – sehr gut gebucht! Camping ist ebenfalls möglich und sogar gratis, allerdings sind die Plätze in den spanischen Ferien oft voll: Camping de Papagayo (Playa de Puerto Muelas | Anmeldung obligatorisch: Tel. 9 28 17 37 24 | Juni–Sept. sowie Ostern); auf der Insel La Graciosa gibt es südlich von Caleta del Sebo eine Anlage an der Bahía de El Salado mit Duschen und Toiletten. Infos und Reservierung (frühestens zwei Monate vorher) unter reservasparquesnacionales.es/ Isla de La Graciosa.

WLAN

Fast alle Hotels bieten WLAN bzw. Internetzugang über Kabel, doch ist dieser Service oft nicht im Übernachtungspreis inbegriffen. Öffentliche Gratis-Hotspots sind eher rar. Achte auf den Schriftzug „WiFi“ in Cafés und Bars: Hier darfst du – sofern du etwas konsumierst – gratis im Internet surfen.

Zoll

Schon gewusst? Die Kanaren sind zollrechtlich EU-Ausland!

Bei der Einreise gibt es keine Zollkontrollen. Doch für die Rückreise musst du – egal ob du Deutscher, Österreicher oder Schweizer bist – wegen des steuerlichen Sonderstatus der Inseln dieselben engen Zollfreimengen wie bei der Einreise aus Nicht-EU-Ländern beachten. So darfst du beispielsweise nur 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak zollfrei mitnehmen. Zollfrei dürfen nur Waren bis zu einem Wert von 430 Euro ausgeführt werden, für Jugendliche unter 15 Jahren gilt das nur bis zu einem Wert von 175 Euro. Bei Alkohol sind 1 l Spirituosen und 2 l Wein erlaubt, alles was darüber liegt, ist zollpflichtig.

Diplomatische Vertretungen

Personalausweis gestohlen? Notgeld nötig? Dann bekommst du Hilfe vom nächsten Konsulat bzw. von der Botschaft:

Deutsches Honorarkonsulat (auf Lanzarote)

Av. El Varadero 30 | Playa Blanca | Tel. 9 28 51 92 31 | spanien.diplo.de

Österreichisches Konsulat (auf Gran Canaria)

Av. de Italia 6 | Hotel Escorial | Playa del Inglés | Tel. 9 28 76 13 50 | bmeia.gv.at/botschaftenkonsulate

Schweizer Botschaft (in Madrid)

C/ Núñez de Balboa 35a | Madrid | Tel. 9 14 36 39 60 | eda.admin.ch/madrid

Gesundheit

Oft wird die körperliche Belastung durch die Klimaumstellung unterschätzt, besonders im Sommer. Das Leitungswasser ist nicht trinkbar und sollte nur zum Waschen und Zähneputzen verwendet werden. Mineralwasser in 5- bis-8-Liter-Plastikflaschen gibt es in allen Supermärkten.

Wer die Europäische Krankenversicherungskarte im Urlaub dabei hat, wird von Ärzten, die der staatlichen Seguridad Social angeschlossen sind, gratis behandelt. Anderenfalls solltest du eine detaillierte Rechnung (factura) verlangen, um dir zu Hause die Auslagen mindestens teilweise erstatten zu lassen. Ärzte auf Lanzarote findest du im Internet auf der Website arzt-lanzarote.de.

Apotheken (farmacias) sind am grünen Malteserkreuz erkennbar. Öffnungszeiten: Mo–Fr 9–13.30 und 16– 20.30, Sa 9–13 Uhr. Das Schild „Farmacia de Guardia“ weist auf die Notdienstapotheke hin.

Notfallnummern

Die Telefonnummer 112 gilt für Notfälle aller Art (Polizei, Feuer, Krankenwagen, Unfall). Die Ansprechpartner verstehen in der Regel Deutsch.

Pflanzen stehen lassen!

Kanarische Pflanzen wie Wolfsmild, Dornlattich und Seidiger Goldstern stehen unter besonderem Schutz, ihre Ausfuhr ist nicht ohne Weiteres erlaubt (Zoll!). Kauf dir stattdessen im Blumenladen (jardinería) ein Tütchen Samen – das lässt sich auch leichter transportieren!

Baderegeln beachten!

Dutzende von Menschen ertrinken Jahr für Jahr an den Küsten der Kanaren. Oft ist Leichtsinn der Grund: Die Stärke von Brandung und Strömung wird unter-, die eigene Kraft überschätzt. Auch ein Meer, das an der Oberfläche ruhig erscheint, kann gefährliche Unterströmung bergen. Richte dich unbedingt an die Flaggen am Strand: Wird die rote Fahne gehisst, geh auf keinen Fall ins Wasser, bei Gelb ist Vorsicht angesagt, bei Grün kannst du dich in die Fluten stürzen – wobei du trotzdem nicht zu weit hinausschwimmen solltest. Werden (gefährliche) Quallen angespült, wird eine weiße Fahne mit Quallenschirm gehisst. Übrigens: Wer bei roter Flagge badet und eine Rettungsaktion provoziert, muss diese selbst zahlen!

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Januar

Año Nuevo (Neujahr)

6. Januar

Los Reyes

März/April

Viernes Santo

1. Mai

Día del Trabajo

30. Mai

Día de las Islas Canarias

Mai/Juni

Corpus Christi

25. Juli

Santiago Apóstol

15. August

Asunción

12. Oktober

Tag der Entdeckung Amerikas

1. November

Todos los Santos

6. Dezember

Tag der Verfassung

8. Dezember

Inmaculada Concepción

25. Dezember

Navidad

Veranstaltungen

Januar

Los Reyes Magos (Arrecife u.a.): Am 6. Januar reiten die Heiligen Drei Könige auf Dromedaren, Kindern erhalten ihre Weihnachtsgeschenke.

Februar/März

Carnaval (überall): Von Ende Januar bis Anfang März. Fast jeder Ort hat seine eigenen Termine für Karnevalsfeste und -umzüge. Die besten in Puerto del Carmen, Haría und Arrecife.

März/April

Semana Santa (Arrecife): Prächtige Osterprozessionen in der Karwoche

Mai

Ironman Lanzarote (meistens Arrecife): ironmanlanzarote.com

24. Juni

Fiesta de San Juan (Haría): Ernteund Sonnenwendfest. Nachts zuvor: Lagerfeuer und Verbrennen von Strohpuppen

Juli

Weinfeste in Masdache und anderen Orten des Weinbaugebiets La Geria Fiesta de San Marcial del Rubicón (7. Juli in Femés): Eine Woche lang Prozessionen für den Insel-Schutzpatron

Fiesta de Nuestra Señora del Carmen (Playa Blanca, Puerto del Carmen, Insel La Graciosa): Am 16. Juli wird die Schutzheilige der Fischer mit Prozessionen geehrt.

September

Fiesta de la Virgen de los Remedios (Yaiza): Am 8. September Prozessionen zu Ehren der Schutzheiligen

Virgen de los Dolores (Mancha Blanca): Fest zu Ehren der Jungfrau der Schmerzen am 15. September

24. Dezember

Fiesta de los Ranchos de Pascua (Teguise): Folklore und Musik ab Mitternacht

Weihnachtslandschaft (Yaiza)

Bloss nicht!

Mit Badelatschen ins Konzert

Spanier lassen sich am Strand gern in Shorts, T-Shirt und Flip-Flops sehen. Ins Restaurant aber geht man besser gekleidet – auf keinen Fall mit nacktem Oberkörper! Das gilt erst recht für Museen, Theater und Konzerte.

Wertsachen liegenlassen

Häufig werden Mietwagen aufgebrochen und Wertsachen am Strand oder im Hotel gestohlen. Lass daher nichts unbeaufsichtigt: weder am Strand, noch im Auto (auch nicht im Kofferraum).

Brot essen ohne zu fragen

Brot gehört in Spanien selbstverständlich zum Essen. Früher war das umsonst, heute wird es kommentarlos auch ohne Bestellung serviert – und später dafür kassiert. Frag besser nach, ob das Brot a cuenta casa (aufs Haus) ist.

Im Sommeroutfit ins Gebirge

Als Faustregel gilt: Je 100 Höhenmeter wird es um die 1 Grad kühler. Wenn du also die sonnige Küste bei 23 Grad verlässt und auf dem knapp 700 m hohen Peñas del Chache aus dem Auto steigst, kann es dort oben relativ kühle 16 Grad sein. Dazu kommt der hier oft starke Wind, der dich noch mehr frieren lässt.

Toilettenpapier in die Kloschüssel werfen

In vielen stillen Örtchen heißt es: „Kein Papier in die Toilette werfen“. Die Rohre in älteren kanarischen Häusern sind so eng, dass sie leicht verstopfen. Also: Benutztes Klopapier in den Eimer werfen – Binden und Tampons sowieso!

Lesestoff & Filmfutter

Bücher

Mararía

Der Kanarenroman aus den 1970ern von Rafael Arozarena erzählt von einer Frau aus dem Bergdorf Femés, die verführerisch wie keine ist – bis sie eine verhängnisvolle Liaison eingeht. Jahrzehnte später kommt ein Fremder ins Dorf und erfährt die tragische Geschichte der schönen Mararía. (2009)

Nullzeit

Eine Tauchbasis auf Lanzarote ist Schauplatz dieses Psychothrillers, in dem Juli Zeh eine mörderische Dreiecksbeziehung ausleuchtet. Ein Roman zum Abtauchen: Die Unterwasserszenen sind wunderbar beschrieben! (2012)

Filme

Eine Million Jahre vor unserer Zeit

Dank Raquel Welch ist der Streifen Kult: Im Fellbikini hüpft die Schauspielerin fotogen durch die Feuerberge. (1966)

Zerrissene Umarmungen

Der Film von Spaniens Star-Regisseur Pedro Almodóvar erzählt von Macht und Leidenschaft – dies alles vor dem Hintergrund dramatischer Insellandschaften und mit Penelope Cruz in der Hauptrolle. (2009)

13-21 °C
6 h/Tag
18 °C

Fakten

Einwohner 152.289
Fläche 791 km²
Strom 220 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 17:58 Uhr
Zeitverschiebung -1 h (zu MEZ)

Anreise

4h 40min
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