Lanzarote

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Willkommen auf Lanzarote!

Schon beim Anflug stellt sich ein wenig Science-Fiction-Stimmung ein: Da taucht aus dem stahlblauen Meer plötzlich dieses Gebilde aus kahlen, beigegrauen Hügelketten auf, aus schwarzen Lavafeldern und Kratern, eine Mondlandschaft voll unwirklicher Farben und Formen, auf die schnell ziehende Wolken ihre Schatten werfen, gesäumt von der Gischt des anbrandenden Ozeans.

Lanzarote ist auf den ersten Blick anders als die anderen Kanaren, die bereits in der Antike wegen ihres Klimas als „glückliche Inseln“ galten: Die viertgrößte der sieben Islas Canarias wirkt wie eine unwirtliche Einöde. Schon im Tertiär, vor gut 20 Mio. Jahren, drängten riesige Mengen Basaltmagma durch die Bruchlinien der Erdkruste nach oben und ließen die beiden ältesten Inseln des Archipels, Fuerteventura und Lanzarote, entstehen. Seitdem sind die Kanaren nie völlig zur Ruhe gekommen, und keine andere Insel wurde zu historischer Zeit so heftig heimgesucht wie Lanzarote. Über 20 Prozent des 795 km2 großen Eilands wurden bis 1736 verschüttet, Lava und Asche gaben diesem Teil eine neue Gestalt. Aber gerade das Karge, Öde, scheinbar Abweisende ist es, was Lanzarote so einzigartig macht: Das vulkanische Herz der Insel mit seiner spärlichen, grellgrünen Vegetation ist ein unvergleichliches Naturerlebnis – und ein ebenso unverwechselbares Merkmal wie die typischen Dörfer mit ihren weißen Fassaden und grünen Fenstern und Türen.

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Wetter & Klima

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Entdecken Sie Lanzarote!

Schon beim Anflug stellt sich ein wenig Science-Fiction-Stimmung ein: Da taucht aus dem stahlblauen Meer plötzlich dieses Gebilde aus kahlen, beigegrauen Hügelketten auf, aus schwarzen Lavafeldern und Kratern, eine Mondlandschaft voll unwirklicher Farben und Formen, auf die schnell ziehende Wolken ihre Schatten werfen, gesäumt von der Gischt des anbrandenden Ozeans.

Lanzarote ist auf den ersten Blick anders als die anderen Kanaren, die bereits in der Antike wegen ihres Klimas als „glückliche Inseln“ galten: Die viertgrößte der sieben Islas Canarias wirkt wie eine unwirtliche Einöde. Schon im Tertiär, vor gut 20 Mio. Jahren, drängten riesige Mengen Basaltmagma durch die Bruchlinien der Erdkruste nach oben und ließen die beiden ältesten Inseln des Archipels, Fuerteventura und Lanzarote, entstehen. Seitdem sind die Kanaren nie völlig zur Ruhe gekommen, und keine andere Insel wurde zu historischer Zeit so heftig heimgesucht wie Lanzarote. Über 20 Prozent des 795 km2 großen Eilands wurden bis 1736 verschüttet, Lava und Asche gaben diesem Teil eine neue Gestalt. Aber gerade das Karge, Öde, scheinbar Abweisende ist es, was Lanzarote so einzigartig macht: Das vulkanische Herz der Insel mit seiner spärlichen, grellgrünen Vegetation ist ein unvergleichliches Naturerlebnis – und ein ebenso unverwechselbares Merkmal wie die typischen Dörfer mit ihren weißen Fassaden und grünen Fenstern und Türen. Dass die meisten Siedlungen in den klassischen Farben erstrahlen, ist Lanzarotes bekanntestem Sohn zu verdanken: César Manrique. Auf keiner anderen Insel des Archipels sind so viele (Landschafts-)Kunstwerke des großen Malers, Bildhauers und Architekten zu finden wie auf dem Eiland des vulkanischen Feuers, das sich von Nordost nach Südwest nur etwa 60 km und von West nach Ost gerade mal 20 km weit ausdehnt.

Trotz seiner geringen Größe präsentiert es sich landschaftlich abwechslungsreich: Endlose Schlacke- und Aschefelder bedecken vor allem den Westen. Der Süden ist trocken, nur dünn besiedelt und lockt mit den goldenen Traumstränden um El Papagayo. Die Weinanbaugebiete um La Geria drücken der Inselmitte ihren bizarr-kuriosen Stempel auf, während an der Ostküste die kalkweißen Touristenhochburgen Puerto del Carmen und Costa Teguise liegen. Sie umrahmen die Hauptstadt Lanzarotes, Arrecife. Überraschend bunt und üppig breitet sich der Norden um die Kleinstadt Haría aus, die das Zentrum der Agrarregion bildet. Nicht zu vergessen: die Inseln La Graciosa, Montaña Clara und Alegranza, die sich nach Norden hin wie Farbkleckse aus Lanzarotes Palette gelöst zu haben scheinen.

Das milde Klima ist dem Nordostpassat zu verdanken, der den anderen Inseln des Archipels auch den Regen beschert. Pech für Lanzarote: Gerade mal 671 m misst der höchste Berg, der Peñas del Chache im nördlichen Gebirge Risco de Famara – zu niedrig, um die Wolken so richtig zum Abregnen zu bewegen. Sie mildern zwar die Hitze ebenso wie der Kanarenstrom, ein kühlerer Rückstrom des Golfstromsystems, machen aber den Bauern und Winzern das Leben schwerer als auf den anderer Inseln. Doch die Menschen waren erfinderisch: enarenado heißt die lanzarotenische Technik des Trockenbaus, der die Wasserspeicherfähigkeit von Vulkangestein nutzt. Über die Urbevölkerung, die hier Majos genannt werden, weiß man jedoch nicht viel. Sie kamen wohl etwa ab dem 5. Jh. v. Chr. aus Nordafrika und entstammten den dort noch immer ansässigen, hellhäutigen Berbervölkern. Neuere Quellen halten es auch für möglich, dass die Urkanarier aus dem Mittelmeerraum um Sizilien einwanderten. Auf Lanzarote lebten sie vom Fischfang und vom Anbau von Getreide, das in primitiven Mühlen zu gofio verarbeitet wurde, dem Grundnahrungsmittel der Altkanarier. Heute gibt es keinen Zweifel, dass sich die Lanzaroteños von Landwirtschaft und Fischfang allein nicht mehr ernähren können.

So leben die meisten der 142 000 Einwohner von den jährlich 1,5 Mio. Gästen, die auf Lanzarote ihren Urlaub verbringen. Viele arbeiten als Rezeptionistin oder Koch, Portier oder Putzkraft, Gärtner oder Reiseführer, und ihre prekäre Situation steht im Gegensatz zur natürlichen Schönheit der Insel: Es werden fast nur noch saisonal befristete Jobs angeboten – und bei einer Arbeitslosigkeit von ca. 30 Prozent müssen alle glücklich sein, überhaupt eine Stelle zu finden. Die meisten der im Tourismus Beschäftigten leben in der Hauptstadt Arrecife und in den Vororten Playa Honda und Tías, die in den letzten Jahren enorm gewachsen sind. Die schnell hochgezogene Serienarchitektur der neuen Viertel steht in Kontrast zu den schmucken Dörfern im Hinterland, in denen sich die Besserverdienenden luxuriöse Anwesen errichtet haben.

Längst haben Meerwasserentsalzungsanlagen die leer geschöpften Brunnen ersetzt und sorgen für Trinkwasser, das mit hohem Energieaufwand gewonnen und weitertransportiert wird. Windkraftanlagen recken sich in den Himmel, Asphaltbänder schneiden durch die Lavafelder. Lange Zeit gelang es den Lanzaroteños, ähnliche Bausünden wie in den Touristen-Hotspots auf Gran Canaria und Teneriffa zu vermeiden – dank César Manrique. Durch sein Engagement wurde Lanzarote 1993 mit der begehrten Auszeichnung Unesco-Biosphärenreservat bedacht. Die Unesco lobte, dass fast 70 Prozent der Inselfläche – darunter ein großer Nationalpark – unter Naturschutz stünde und der Lanzarote vorgelagerte Kleine Archipel (Archipiélago Chinijo mit La Graciosa, Alegranza und Montaña Clara) zu Spaniens erstem maritimen Reservat erklärt worden sei. Positiv sei auch, dass eine traditionelle, an die Landschaft angepasste Architektur dominiere und keine importierten Standardbauten. Heute jedoch wird von der Unesco erwogen, Lanzarote das Gütesiegel Biosphärenreservat wieder abzuerkennen. Denn aus dem kleinen Fischerdorf Playa Blanca wurde zum Beispiel binnen weniger Jahre ein Mega-Ferienresort; in Las Breñas und Puerto Calero schossen Urbanisationen für wohlhabende Mitteleuropäer wie Pilze aus dem Boden. Mittlerweile hat Spaniens oberstes Gericht fast alle neuen Hotels in Playa Blanca für illegal erklärt, da sie ohne überzeugende Baulizenz und unter Missachtung von Umweltauflagen errichtet wurden. Doch einen Abriss der millionenschweren, teilweise mit EU-Zuschüssen geförderten Hotels muss kein Besitzer fürchten.

Nur in kleinen Nischen, in Dörfern fernab der Ferienzentren an der Südostküste, spürt man noch, dass Lanzarote mehr als alle anderen Kanaren eigentlich ein Ort der Enthaltsamkeit, Muße und Stille ist. Dies drückt sich auch in den Gesichtern der älteren Landbevölkerung aus: dem Bauern, der mit dem Eselspflug stoisch den Staub umgräbt; der Bäuerin, die endlose Feigenkaktusreihen aberntet; den alten Männern, die auf der Dorfplaza sitzen und den Tag vorüberziehen lassen. Das Lanzarote von einst lebt nur noch hier fort, und nur dem, der es mit offenen Augen und Ohren sucht und dabei auch einmal innehält, offenbart die Insel ihren ganzen Zauber.

Praktische Hinweise

Anreise

Ferienflüge mit Tuifly, Condor und Air Berlin sind am bequemsten und billigsten (4–4,5 Std.). Flüge ohne Hotelbuchung kosten 300–500 Euro. Linienflüge sind teurer und umständlicher, da stets mit Zwischenlandung.

Lanzarotes Flughafen liegt etwa 10–30 Autominuten von den Ferienzentren entfernt. Zu Stoßzeiten gibt es alle 30 Minuten eine direkte Busverbindung (Preis: ca. 2 Euro) nach Arrecife. Taxen kosten nach Puerto del Carmen ca. 12–14 Euro, nach Costa Teguise 20–24 Euro und nach Playa Blanca etwa 40 Euro.

Vom südspanischen Cádiz fährt jeden Samstag um 17 Uhr die Autofähre der Compañía Trasmediterránea in 32 Std. nach Arrecife (Rückfahrt donnerstags). Die einfache Überfahrt kostet ab 280 Euro/Person (in der 4-Bett-Kabine), der PKW 262 Euro. Die Buchung der Überfahrt erfolgt am besten über das Reisebüro oder über Internet (www.trasmediterranea.es).

Auskunft vor der Reise
Spanische Fremdenverkehrsämter

www.spain.info, Sammeltelefon aus Deutschland: 0180 3002647 (9 Cent pro Min. aus dem dt. Festnetz)

BerlinLietzenburger Str.9910707Berlin030 8826543

DüsseldorfGrafenberger Allee10040237Düsseldorf0211 6803981

FrankfurtMyliusstr.1460323Frankfurt069 725033

München15194080051München089 5307460

WienWalfischgasse81010Wien01 5129580viena@tourspain.es

ZürichSeefeldstr.198008Zürich044 2536050zurich@tourspain.es

Auskunft auf Lanzarote
Patronato de Turismo

Broschüren, Infos. Mo–Fr 9–15 UhrBlas Cabrera FelipeArrecife928811762www.turismolanzarote.com; Flughafeninfoschalter928820704tgl.

Baden

Achten Sie an den Badestränden immer auf die Warnflaggen- oder tafeln und befolgen Sie unbedingt deren Angaben, sonst besteht Lebensgefahr: Grün bedeutet unbedenklich, gelb steht für Gefahr, rot bedeutet absolutes Badeverbot!

Banken & Kreditkarten

An Geldautomaten können Sie Bargeld mit EC- und Kreditkarte ziehen. In fast allen Hotels, Geschäften, Restaurants und Tankstellen werden Kreditkarten akzeptiert. Banköffnungszeiten: Mo–Fr 8.30–14, Sa 8.30–13 Uhr, einige Banken öffnen einmal pro Woche nachmittags.

Busse

Vom Busbahnhof in Arrecife, der Estación de GuaguasVía Medularbeim Stadion928811522, fahren Linienbusse (guaguas) zu allen größeren Dörfern, oft aber nur ein- bis zweimal täglich. Als wichtigste Ferienzentren werden Puerto del Carmen (Linie 2) und Costa Teguise (Linie 1) Mo–Fr alle 20 Minuten, Sa–So alle 30 Minuten angesteuert, Playa Blanca (Linie 6 und 8) Mo–Fr etwa jede Stunde, Sa und So sechs- bis achtmal pro Tag. Abo-Karten (bonobus) gibt es für 12 und 22 Euro. www.arrecifebus.com

Camping

Es gibt keine offiziellen Zeltplätze auf der Insel. Wildes Campen wird nirgends geduldet.

Diplomatische Vertretungen

Zuständig für alle diplomatischen Fragen sind die Konsulate auf Gran Canaria:

Deutsches Konsulat

Mo–Fr 9–12 UhrCalle Albareda3Las Palmas de Gran Canaria928491880www.las-palmas.diplo.de

Österreichisches Konsulat

Mo–Fr 10–13 UhrHotel Eugenia VictoriaAvenida de Gran Canaria26928762500

Schweizer Botschaft

Mo–Fr 10–12 UhrCalle de Núñez de Balboa35A-7°28001Madrid914363960www.eda.admin.ch/madrid

Gesundheit

Oft wird die körperliche Belastung durch die Klimaumstellung unterschätzt, besonders im Sommer: Bei labilem Kreilauf ist ein Besuch im Winter besser. Das Leitungswasser ist trinkbar, aber nicht in größeren Mengen. Mineralwasser in Plastikflaschen gibt es in allen Supermärkten.

Ärzte

Wer die Europäische Versicherungskarte dabei hat, wird von Ärzten, die der Seguridad Social angeschlossen sind, gratis behandelt. Andernfalls sollten Sie eine detaillierte Rechnung (factura) verlangen, um sich zu Hause die Auslagen mindestens teilweise erstatten zu lassen. Ärzte auf Lanzarote: www.arzt-lanzarote.de

Arrecife: Clínica Dental AlemanaCalle Méjico1Edificio La Florida 1686222400

Costa Teguise: Dr. MagerCentro ComercialPlaza Tandarena24928826072www.docholiday.net

Playa Blanca: Clínica Dr. MagerEl Varadero6928517938www.docholiday.net

Puerto del Carmen: Dr. MagerAvenida de las Playas37928512611

Arrieta/Haría: Dr. KunzeCalle Tres Barrancos18928848509www.arzt-lanzarote.com

Apotheken

Die Apotheken (farmacias) sind am grünen Malteserkreuz erkennbar. Öffnungszeiten: Mo–Fr 9–13.30 und 16–20.30, Sa 9–13 Uhr. Das Schild „Farmacia de Guardia“ weist auf die nächste Notdienstapotheke hin.

Internet

www.abcanarias.com deckt alle touristischen Belange (Hotels, Mietwagen) ab, www.inselmagazin37.de bietet aktuelle Meldungen und viele Insidertipps. Sehr gute Detailinfos mit Bildern zu Sehenswürdigkeiten, Orten und Stränden findet man auf www.lanzarotelive.de. Die Website des Touristikamtes www.turismolanzarote.com informiert über Kultur, Strände und Meer, Sport und lokale Feste. Unter www.webdelanzarote.com gibt's Infos zu Sehenswürdigkeiten, Rezepten, Kultur (teils auf Deutsch). www.lanzarote.com ist eine Plattform der Tourismusbranche. www.lanzarote-web.de hat Angebote zu Unterkünften; Hotelbewertungen unter www.holidaycheck.de.

Internetcafés

CyberiaPlaya HondaMo–Sa 10–24, So 17–24 Uhr

Cibercafé InternetPuerto del CarmenAvenida de las Playas30tgl. 10–24 Uhr

Punto ZeroCosta TeguiseCC Las Cucharastgl. 10–24 Uhr

InternetcaféPlaya BlancaStrandpromenade beim Restaurant Almacén de la Saltgl. 10–24 Uhr

Klima & Reisezeit

Das Klima Lanzarotes ist eher mild. In den Sommermonaten kann es jedoch zeitweise drückend heiß werden, im Winter wird es bei stetem Passatwind abends recht kühl. Beste Reisezeit sind die mäßig warmen Monate November bis März. Während der Ferienmonate August und September und rund um Ostern machen viele Festlandspanier Urlaub auf der Insel.

Medien

Deutsche Lokalsender wie etwa Radio Rondo (98,2) oder Radio Atlantis (101,7) strahlen Musik und Infos aus. In den Ferienzentren finden Sie deutsche Zeitungen und Zeitschriften.

Mietwagen

Mietwagenfirmen sind am Flughafen in Arrecife, allen Ferienzentren und vielen Hotels vertreten. Ein Kleinwagen kostet ab ca. 22 Euro pro Tag, für zwei Wochen muss man mit 260 Euro rechnen (inklusive Steuern und Vollkaskoversicherung). Geländewagen, Motorräder (z. B. bei www.felycar.es) und Trikes sind erheblich teurer. Wer den Mietwagen auf die Fähre nach Fuerteventura nehmen möchte, muss das beim Vermieter vorher anmelden.

Notruf

Die nationale Notrufnummer112 gilt für Notfälle aller Art (Polizei, Feuer, Krankenwagen, Unfall).

Post

Ein Brief (carta) oder eine Postkarte (postal) ins EU-Ausland und die Schweiz ist mit Briefmarken (sellos) zu 64 Cent zu frankieren.

Preise

In nichttouristischen Lokalen kostet ein Bier rund 1,50 Euro, eine Tapa ab 3 Euro und ein Tagesgericht ab 5 Euro. In den Ferienzentren bezahlt man allerdings oft das Doppelte.

Taxis

Taxis tragen ein Dachschild mit grüner Leuchte und Nummer sowie ein „SP“ am Nummernschild. Alle sind lizenziert und mit Taxameter ausgestattet. Er sollte vor jeder Fahrt eingeschaltet werden. Die Grundgebühr beträgt rund 2,30 Euro, 1 km kostet 1 Euro. Bei Inselrundfahrten sollten Sie den Preis vorher vereinbaren.

Telefon & Handy

Die meisten Telefonzellen funktionieren mit Münzen und mit Telefonkarten (tarjeta telefónica), die es in Läden und an Zeitungskiosken zu kaufen gibt. Ein Dreiminutengespräch kostet Sie ab 2 Euro, nach 22 Uhr ca. 60 Cent.

Vorwahl Deutschland: 0049

Vorwahl Österreich: 0043

Vorwahl Schweiz: 0041

Danach die Ortsnetzkennzahl ohne die 0 und die Teilnehmernummer. In den Ferienorten gibt es Telefonzentralen (locutorio), in denen man nach Beendigung des Gesprächs bezahlt. Vorwahl Lanzarote (wie für Spanien): 0034, dann die neunstellige Nummer. In Lanzarote gibt es Handynetze von Movistar, Vodafone und Orange. Nachdem die EU 2011 die gesetzlichen Obergrenzen für Roamingkosten im europäischen Ausland erneut deutlich gesenkt hat, spielt es keine Rolle mehr, in welches der Netze auf Lanzarote sich Ihr Handy einbucht. Mit spanischen Prepaid-Karten wie etwa der von Happy Movil telefonieren Sie noch günstiger. Falls Sie angerufen werden wollen, müssen Sie Ihre neue (spanische) Nummer bekannt machen. Die Prepaidkarten gibt es in Supermärkten, Telefon- oder Tabakläden. SMS sind immer noch am günstigsten, hohe Kosten verursacht die Mailbox: noch im Heimatland abschalten!

Zeit

Die Kanaren sind gegenüber Mitteleuropa eine Stunde zurück.

Zoll

Bei der Einreise auf die Kanaren gibt es keine Kontrolle, bei der Einreise nach Deutschland und Österreich wegen der EU-Zugehörigkeit oft auch nicht. Wegen des Steuerstatus der Inseln gelten Höchstmengen. Jede Person über 17 Jahre darf zollfrei ausführen: 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak, 50 g Parfum oder 250 cl Eau de Cologne, 1 l Spirituosen, 2 l Wein.

Was kostet wie viel?

Mahlzeit

Ab 8 Euro für Tagesgericht und Getränk in einfachem Einheimischenlokal

Kaffee

Ab 1,50 Euro für einen cortado

Strandliege

6 Euro pro Tag

Wein

Ab 6 Euro für eine Karaffe Wein (1/2 l)

Benzin

Um 1,20 Cent für einen Liter Eurosuper

Souvenir

Ab 200 Euro für eine handgefertigte timple

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Año Nuevo (Neujahr)

6. Januar

Los Reyes (Dreikönigstag)

19. März

San José (Josephstag)

März/April

Viernes Santo (Karfreitag)

1. Mai

Día del Trabajo (Tag der Arbeit)

30. Mai

Día de las Islas Canarias (Tag der Kanaren)

Mai/Juni

Corpus Christi (Fronleichnam)

25. Juli

Santiago Apóstol (Jakobstag)

15. August

Asunción (Mariä Himmelfahrt)

15. September

Romería de Mancha Blanca

12. Oktober

Día de la Hispanidad (Tag der Entdeckung Amerikas)

1. November

Todos los Santos (Allerheiligen)

6. Dezember

Día de la Constitución (Tag der Verfassung)

8. Dezember

Inmaculada Concepción (Mariä Empfängnis)

25. Dezember

Navidad (Weihnachten)

Feste &Veranstaltungen
6. Januar

Die Heiligen Drei Könige (Los Reyes Magos) reiten auf Dromedaren durch Arrecife und andere Orte der Insel, umjubelt von Kindern, die sehnsüchtig auf diesen Tag gewartet haben: Jetzt erhalten Sie nämlich ihre Weihnachtsgeschenke.

Februar/März

Carnaval: Die ausgelassenste Fiesta von allen zieht sich von Ende Januar bis Anfang März hin. Fast jeder Ort hat dabei seine eigenen Termine für Karnevalsfeste und -umzüge. Höhepunkt sind die Veranstaltungen in Puerto del Carmen, Haría und Arrecife. Das ausgelassene Fest endet mit der entierro de la sardina, der „Beerdigung der Sardine“.

März/April

In Arrecife sind die Prozessionen während der Semana Santa, der Karwoche, besonders prächtig ausgestaltet.

Mitte Mai

Feria de Artesanía: Kunsthandwerksmesse in Puerto del Carmen

24. Juni

Fiesta de San Juan: urkanarisches Ernte- und Sonnenwendfest. Nachts zuvor werden in Haría Lagerfeuer entzündet und Strohpuppen verbrannt.

Juli

Weinfeste in Masdache und anderen Orten des Weinbaugebiets La Geria mit Musik und Tanz.

7. Juli

In Femés wird eine Woche lang während der Fiesta de San Marcial del Rubicón der Schutzpatron Lanzarotes mit Prozessionen geehrt.

16. Juli

Fiesta de Nuestra Señora del Carmen: In Playa Blanca, Puerto del Carmen und La Graciosa wird die Schutzheilige der Fischer mit Prozessionen geehrt.

8. September

Yaiza gedenkt während der Fiesta de la Virgen de los Remedios mit Prozessionen und Folklore der Schutzheiligen.

15. September

Romería de Mancha Blanca: Fest zu Ehren der „Jungfrau der Schmerzen“. Dieser Tag ist zugleich ein gesetzlicher Feiertag auf Lanzarote.

24. Dezember

Fiesta de los Ranchos de Pascua: Das Weihnachtsfest in Teguise ist eines der fröhlichsten der Insel. Nach Prozessionen und Andacht geht man ab Mitternacht zu Folklore und Musik über. In Yaiza wird eine Weihnachtslandschaft aufgebaut.

Im Trend

Eco-Glamping
Jurte für die Nacht

Campingplätze sind rar auf der Insel, wer der Natur trotzdem nahe sein will, nächtigt in mongolischen Jurten. Das Campen in den luxuriös ausgestatteten Zelten liegt voll im Trend und wird Glamping genannt. Die Ausstattung: Holzmöbel, Bett und Sitzecke. Dank Biogärten und erneuerbaren Energien schläft man hier vollkommen ökologisch. In der Villa AmatistaCamino las Huertitas11www.villa-amatista.com erwartet die Gäste eine original mongolische Jurte für drei Personen mitsamt Privatterrasse. Die Verpflegung stammt aus dem hauseigenen Biogarten und auch die Energie- und Wasserversorgung ist umweltfreundlich. Bei Lanzarote RetreatsCalle Diseminado Tabayesco34aArrietawww.lanzaroteretreats.com wählen die Gäste zwischen verschiedenen Zeltgrößen und Ausstattungen. Allen Jurten gemein ist der Fokus auf die Umwelt, dem sie mit Solaranlagen und Windturbinen gerecht werden.

Erde, Wasser, Alge
Im Einklang

Lanzarote und vor allem die dort vorkommende schwarze Vulkanerde machen schön. Die Erde wird für Beautyanwendungen benutzt, die darauf wachsende Aloe Vera und der Wein machen die Haut geschmeidig und das Meersalz von Lanzarotes Küste reinigt den Körper. Im Centro de Terapia AntroposóficaCalle Salinas12ePuerto del Carmenwww.centro-lanzarote.de in der Finca Lomos Altos nutzt man die Wirkung der schwarzen Vulkanerde bei Massagen und Peelings. Im Princesa YaizaAvenida Papagayo22Playa Blancawww.princesayaiza.com ist es das Meerwasser, das bei der Thalassotherapie Wirkung zeigt. Im Spa des Hesperia LanzaroteUrbanización Cortijo ViejoPuerto Calerowww.hesperia-lanzarote.com sorgt Lanzarotes Flora, in Form von Wein und Aloe, für strahlende und zarte Haut.

Desayuno mal anders
Schwarzbrot und Gugelhupf

Statt mit einem Espresso im Stehen starten immer mehr Lanzaroteños mit Muße und einem ordentlichen Frühstück in den Tag. Die edlen Bäckereien nennen sichoder(Brotboutique) und bieten eine reichhaltige Auswahl an. Bei Pastelito TahicheAvenida Nestor de la Torre22Tahiche gibt es Typisches aus der Region und deutsche Torten und Gebäck. Im Café AromaAvenida PapagayoPlaya Blanca holen sich Sonnenanbeter Kraft für einen Tag am Strand – bei Wraps mit Füllung nach Wahl oder leckeren Kuchen. Ein weiterer Tipp: die Panadería Andy BrotCalle Gabriel Diaz9Tías. Hier ist der Name Programm und der Kaffee duftet.

Lanza-Mode
Wie der Wind

Jungdesigner erobern mit ihren flatterleichten Entwürfen die Insel. Lanzarote inspiriert die Modewelt, es eröffnen immer mehr Modeschöpfer ihre Studios auf der Insel und verzaubern durch luftige Stoffe und aufregende Kreationen in lebendigen Farben. Marga ModCalle Sancocho78Mozagawww.margamod.com setzt auf zarte Materialien und knalligbunte, frische Entwürfe. Leicht ist auch das Lieblingsmaterial von Maria CaoPlaza San Francisco2Teguise. Sie arbeitete bereits für Armani und Nacho Ruiz und schneidert bevorzugt aus Leinen – perfekt für heiße Tage am Meer und für alle, die Inselfeeling mit nach Hause nehmen wollen. Die Schweizerin Romy Baltensperger lässt sich von der rauen Natur und der Leichtigkeit des Seins ihrer Wahlheimat inspirieren. Die -Modelle gibt es etwa bei Moda Indigoin der Galeria La VillaPlaca Clavijo y Fajardo4www.romyb.info .

Bloss nicht

Auf Fälschungen hereinfallen

Kaufen Sie Uhren und Markenkleidung nur in Kaufhäusern. Schnäppchen auf Basaren und Flohmärkten sind immer Fälschungen. Das gilt dort meist auch für „echt kanarische“ Produkte. „Ebenholzelefanten“ und andere afrikanische Schnitzereien sind gepinseltes Hartholz.

In der Wintersonne braten

Das größte Gesundheitsrisiko ist die hohe Sonneneinstrahlung – auch im Winter. Doch die hellhäutigen, entwöhnten Gäste aus dem Norden unterschätzen gerade die Wintersonne oft. Eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist unabdingbar. Kinder sollten besser bekleidet sein. Wichtig ist auch eine gute Kopfbedeckung, die den Nacken beschattet.

Getrennt zahlen

Wer nach gemeinsamem Restaurant- oder Kneipenbesuch „Bitte getrennt zahlen!“ möchte, erntet auf den Kanaren Unverständnis. Machen Sie es wie die Insulaner: Heute zahlen Sie, morgen Ihre Freunde.

Bei Werbefahrten draufzahlen

Kostenlose Inselrundfahrten mit Einladung zu Kaffee und Kuchen werden genutzt, um überteuerte, minderwertige Waren zu verhökern. Reguläre Bustouren sind letztendlich billiger.

Zu viel nackte Haut zeigen

Ohne Hemd im Café zu sitzen oder halbnackt durch Geschäfte zu schlendern ist eine Missachtung kanarischer Sitten.

Den Time-Sharing-Haien glauben

Der Traum: ein zweites Zuhause auf Lanzarote. Die Idee: wohnen auf Zeit. Sie erwerben einen Eigentumsanteil und Nutzungsrecht für eine bestimmte Zeit im Jahr. Doch Vorsicht: Das Modell vom unbeschwerten Urlaub rechnet sich nur für den Verkäufer. Ihnen wird das überteuerte Apartment schnell zum Klotz am Bein.

In Hotels zuviel fürs Internet bezahlen

Viele Hotels haben Internetzugänge bzw. WLAN für ihre Gäste eingerichtet. Fast immer wird für den Zugang ins weltweite Netz reichlich abkassiert. Beschweren Sie sich, dieser Service sollte heutzutage kostenlos sein!

Elektronikschnäppchen kaufen

Schwarze Schafe im Handel mit Camcordern, Digitalkameras etc. (Playa Blanca ist berüchtigt) verhökern überteuerte Schrottware als Schnäppchen und betrügen überdies bei der Kreditkartenbelastung. Generell gilt: Bezahlen/unterschreiben Sie erst nach Erhalt der Ware!

Stichworte

Architektur

Von der Höhle zum Hotel – 1000 Jahre Wohnen auf Lanzarote: Die Altkanarier lebten entweder in Felsgrotten im Lavagestein oder sie gruben mit simplen Steinwerkzeugen in den Boden und errichteten über der Versenkung igluartige Gewölbe aus Lavabrocken. Größere Tunnelsysteme wie die Cueva de los Verdes nutzten sie vermutlich als Zufluchtsstätten bei Angriffen und Naturkatastrophen. Auch die Residenzen ihrer Könige lagen teils unter der Erde. In der Nähe von Tahiche wird eine solche Anlage erforscht.

Die europäischen Eroberer errichteten im 14. Jh. zunächst Festungen. Deren älteste war Vorläuferin des heutigen Castillo de Guanapay. Später brachten die Spanier aus Andalusien den maurisch inspirierten Mudéjarstil mit, der allerdings nur in einigen Kirchen und Herrenhäusern eingesetzt wurde. Schlichte Fassaden, unverputzte Hausecken, Ziegeldächer, Patios und reich verzierte Holzdecken und -balkone waren dafür typisch. Die schönsten Beispiele dafür finden sich in Teguise, Yaiza und in verschiedenen Kirchen auf der Insel.

Quadratisch, praktisch, gut – nach diesem Motto bauten die Bauern. Die Vorbilder für die noch heute aktuellen Würfelhäuser aus dicken gekalkten Wänden, Flachdächern und winzigen Fenstern findet man in Nordafrika.

Cochenille

Fast jeder hält es zuerst für einen schlechten Scherz: Das knallige Rot des leckeren Campari sei Läuseblut. Doch so ist es, und auf Lanzarote kann man sich davon überzeugen. Auf Dutzenden von Hektar Ödland gedeiht zwischen Guatiza und Mala der Feigenkaktus. Diese Opuntie, ursprünglich aus Mexiko, ist die Lieblingsnahrung der Cochenillelaus. Und die wenige Millimeter große, weißgraue Schildlaus liefert ein tiefes Karminrot.

Die Läuse werden auf den Kaktusblättern ausgesetzt, ernähren sich vom Pflanzensaft und vermehren sich. Alle zwei bis drei Monate werden die neuen Larven in Handarbeit mit Spachteln von den dornigen Opuntien abgeschabt. Nach ihrer Reinigung werden sie in Heißwasser getötet, dann getrocknet und zermahlen. Für ein Kilo Farbe lassen Millionen von Läusen ihr Leben. Anfangs schien die Zukunft der Cochenillezucht rosig, doch schon eine Generation später war mit der Entdeckung der billigen synthetischen Anilinfarben das große Geschäft vorbei. Das natürliche Cochenillerot wird heute für einige Lebensmittel (Süßwaren, Liköre), Kosmetika und Medikamente verwendet. Produkte mit Cochenille, z. B. Seifen, Badeessenzen und Peelingmasken, können Sie in Punta Mujeres im Aloe Vera HouseCalle Jameos del Agua2www.aloepluslanzarote.comMo–Sa 10–18, So 10–17 Uhr erwerben.

Dromedare

Es ist schon ein faszinierendes Bild, wenn man die lange Karawane die Ascheberge Timanfayas entlangziehen sieht. Die Dromedare Lanzarotes gehören zu den großen Touristenattraktionen. Wohl schon mit den ersten Europäern kamen die einhöckrigen Asketen auf die Insel. Als ideale Arbeitstiere – sie kommen, wenn nötig, wochenlang ohne Wasser aus und schleppen klaglos schwerste Lasten – wurden sie auf dem Feld, zum Warentransport, zum Betrieb der Gofiomühlen und als Reittiere eingesetzt.

Mit der Einführung von Maschinen auf der Insel schien ihre Karriere beendet. Doch durch den Tourismus erlebten die Dromedare eine echte Renaissance. Heute lassen sich täglich Hunderte von Urlaubern in den Sätteln an den Seiten des Höckers durch die Feuerberge von Timanfaya schaukeln. Beim Ort Uga werden Dromedare auch gezüchtet. Jeden Spätnachmittag zwischen 16.30 und 17 Uhr zieht die Karawane vom Nationalpark nach Hause – ein toller Anblick!

Flora und Fauna

Nur auf den ersten Blick wirkt Lanzarote leblos. Doch Tausende Wildpflanzen, von denen viele nur auf den Kanaren vorkommen, sind auf der Insel heimisch. Dazu gehören der im Frühjahr weiß blühende tajinaste (Natternkopf), die lavendelähnlich duftende retama, süße und bittere tabaiba, gedrungene Büsche, die mit wurstigen Zweigen zwischen den Felsen hervorlugen. Hunderte Flechtenarten überwuchern die Lava und zersetzen sie in Jahrtausende dauernden Prozessen. Der cardón ist die bekannteste vieler Euphorbien. Wie Kandelaber ragen seine dornenstarrenden Säulen in den Himmel. Die Kanarische Dattelpalme, deren weit ausladendes Blattwerk und orangefarbenen Früchte dem Tal um Haría sein afrikanisches Ambiente verleihen, gedeiht ebenfalls nur auf den Kanaren. Am fremdartigsten ist aber der drago, der Drachenbaum, von dem auf Lanzarote leider nur wenige Exemplare überlebt haben. Er gehört zu den Liliengewächsen und starb jenseits Makronesiens, zu dem die Kanaren, Madeira, die Azoren und Kapverden gehören, schon vor 20 Mio. Jahren aus. Den Altkanariern war der Drachenbaum mit seiner schuppigen Rinde, den bizarren, dicken Ästen mit Büscheln säbelartiger Blätter und einem Schweif kirschgroßer Früchte wegen seines Harzes heilig. Das sogenannte Drachenblut, das sich an der Luft dunkelrot färbt, verwendeten sie schon in grauer Vorzeit bei der Zubereitung von Heiltränken und Salben. Die Blütenpracht der Bougainvilleen und Hibiskussträucher, Geranien und Weihnachtssterne verdankt ihr Überleben übrigens nur intensiver künstlicher Bewässerung.

Auf Lanzarote leben nur wenige Tierarten. Außer verwilderten Haustieren, Katzen und Hunden, zur Jagd ausgesetzten Kaninchen und Tauben gibt es vereinzelte Greif- und Seevögel. Der graugrüne, wild lebende Girlitz ist der Urahn des bunten Kanarienvogels. Eine nur hier beheimatete Spitzmausart wurde erst vor wenigen Jahrzehnten entdeckt. Einzigartig sind auch die weißen Krebse in den Jameos del Agua.

Lucha Canaria

Die lucha canaria, den kanarischen Ringkampf, gab es schon zur Zeit der Altkanarier. Der Sport wird nur auf den Inseln des Archipels betrieben und ist auch heute noch sehr beliebt. In einem Kreis mit 12 m Durchmesser, der mit Sägespänen oder Sand bedeckt ist, treten die zwölf Kämpfer zweier Teams paarweise gegeneinander an.

In der Ausgangsposition – vornübergebeugt einander zugewandt und das aufgekrempelte Hosenbein des Gegners mit der linken Hand im Griff – beginnt der maximal drei Minuten dauernde Kampf. Mit verschiedenen Ringergriffen versuchen die luchadores den Gegner zu Boden zu werfen. Dafür ist nicht nur Kraft, sondern auch Technik und Schnelligkeit ausschlaggebend. Es gibt keine Gewichtsklassen. Und so kann es vorkommen, dass ein 55 kg schwerer Hänfling gegen einen Zweieinhalb-Zentner-Koloss antritt und diesen mit raffinierten Tricks zu Boden schickt. Übrigens sind längst auch Frauen mit von der Partie. Wer seinen Gegner in maximal drei Kämpfen zweimal bezwingt, gewinnt einen Punkt, der andere scheidet aus. Die Mannschaft, die am Schluss noch Kämpfer auf der Bank hat, gewinnt den Wettbewerb.

Falls Sie Lust haben, einem Kampf beizuwohnen, können Sie die Arenen (terrero de lucha) in Tinajo, Uga, Yaiza, Playa Blanca und Tahiche besuchen. Meist finden die Kämpfe am Wochenende statt – aktuelle Termine erfahren Sie in der Touristeninformation (www.luchacanarialanzarote.com, nur Spanisch).

Malvasía

Möglicherweise schon im 15. Jh. gelangten die ersten Rebstöcke von Kreta aus auf die Kanaren, ab 1600 sind sie auf Lanzarote dokumentiert. Wie im Flug eroberte der erdige, vollfruchtige Geschmack der hellen, sonnenverwöhnten Kanarentraube die Gaumen der Europäer. Besonders in England war man ganz verrückt nach ihr – bis dort die ersten Fässer Portwein und Sherry eintrafen. Erst nach den Vulkanausbrüchen des 18. Jhs. sorgte die Einführung des enarenado für einen neuen Aufschwung. Heute stammen etwa 40 Prozent des Lanzaroteweins aus Malvasíatrauben. Die gängigen Sorten sind ein weißer, herbfruchtiger Tafelwein und der süße, schwere moscatel. Beide sollten nur mit denominación de origen gekauft werden – mit Herkunftsgarantie.

César Manrique

Was konnte er eigentlich nicht, der 1919 in Arrecife geborene Tausendsassa? Maler, Bildhauer, Architekt, Designer, Autor, Umweltschützer – César Manrique hatte in vielem Erfolg und wurde so der berühmteste Sohn Lanzarotes. Nach ersten Ausstellungen gegenständlicher Bilder zieht es ihn 1945 nach Madrid, wo er die abstrakte Malerei für sich entdeckt und rasch bekannt wird. Ab 1965 folgen drei Jahre USA-Aufenthalt. Als sich 1968 der Tourismus auf Lanzarote ankündigt, kehrt er zurück, um sich künstlerisch am Aufbruch seiner Heimat in die Moderne zu beteiligen. Manrique verwandelt Lavatunnel und Grotten in atemraubend schöne Traumgebilde, errichtet Monumente und Windspiele. Betonexzesse auf anderen Kanareninseln lassen ihn immer heftiger gegen die Bauwut zu Felde ziehen. Vehement kämpft er dafür, durch Förderung der traditionellen Architektur das Bild seiner Heimat zu erhalten. Gegen alle Widerstände setzt er strikte Auflagen durch, entwirft aber auch selbst Bungalowanlagen und baut Hotels um. Am 25. September 1992 stirbt Manrique in der Nähe seines Wohnhauses bei Tahiche bei einem Autounfall. Doch die nach ihm benannte Stiftung, die Fundación César Manrique, sorgt dafür, dass seine „kritische Stimme“ weiterhin gehört wird. Ausstellungen und Workshops beschäftigen sich mit einem weiten Themenspektrum, das von Kunst und Architektur über Globalisierung und Immigration bis zu Umwelt- und Naturschutz reicht (www.fcmanrique.org).

Wasser

Wasser ist das kostbarste und knappste Gut Lanzarotes. In der Vergangenheit schöpften die Menschen ihr Trinkwasser aus Brunnen, leiteten es aus den Famara-Bergen in langen Stollensystemen (galerías) zu ihren Siedlungen oder sammelten das Regenwasser in Zisternen, den aljibes. Das größte dieser unterirdischen Auffangbecken, die gran mareta, befand sich in Teguise.

Wegen des gewachsenen Bedarfs und des übernutzten Grundwassers müssen heute 90 Prozent des Trinkwassers aus dem Meer gewonnen werden. Um 1000 l Wasser zu destillieren, werden 8 l Heizöl verbrannt, ein gewaltiger Ressourceneinsatz. Immerhin arbeiten neue Meerwasserentsalzungsanlagen nach dem Osmose-Verfahren, d.h. dem Meer wird das Salz rein mechanisch entnommen. Ein Feriengast verbraucht im Schnitt übrigens doppelt so viel Trinkwasser wie ein Einheimischer. Immerhin wird die Bepflanzung in den zahlreichen Ferienanlagen und auf öffentlichem Grund heute nicht mehr mit Frischwasser gegossen. Kläranlagen recyceln das Brauchwasser und erlauben so die doppelte Nutzung. Ausgeklügelte Leitungssysteme verteilen das kostbare Nass effizient. Daher auch an Sie eine große Bitte: Gehen Sie sehr sparsam mit Wasser um!

Ziegenkäse

Schon die Altkanarier hielten Ziegen als wichtigste Nutztiere. Sie lieferten Milch, Käse, Fleisch, Knochen und Häute. Außerdem sind die Allesfresser sehr genügsam, eine wichtige Voraussetzung für das Überleben auf Lanzarote. Mittlerweile stellen sie aber auch ein Problem dar. Denn zu Tausenden streifen Ziegen mehr oder weniger unkontrolliert über die Insel und vertilgen alles, was sie an Essbarem finden – ein Kahlschlag, der der ohnehin kargen Vegetation arg zusetzt. Dennoch beleben die quirligen, mit ihren Glöckchen bimmelnden Herden auch das Landschaftsbild.

Klar, dass queso de cabra (Ziegenkäse) eine Spezialität der Insel ist, die Sie unbedingt probieren sollten. Er wird in kleinen Käsereien aus naturbelassener Milch, oft ohne Erhitzen, hergestellt. Aus nur drei Zutaten – Milch, Lab und Salz – werden unterschiedlichste Geschmacksnuancen gezaubert. Käsereien gibt es bei Teguise, in Femés und Uga. Vor allem letztere, deren Produkte in der Bodega Stratvs verkauft werden, räumt bei internationalen Wettbewerben wie dem World Cheese Award regelmäßig Preise ab. Auf regionaler Ebene wurde ihr queso rojillo aufgrund seines Geschmacks und seiner Präsentation unter 140 Sorten zum besten der Kanaren gekürt. Es ist ein halbreifer, cremiger Käse aus pasteurisierter Ziegenmilch, dem die Paprika-Rinde nicht nur eine pikante Note, sondern auch den Namen verleiht: rojillo bedeutet „der Rötliche“ – so heißt übrigens auch Lanzarotes Fußballverein.

Bücher & Filme

Lanzarote

Fotoband und Erzählung, in der Frankreichs Edelmiesepeter Michel Houellebecq bei einem ungeliebten Lanzaroteurlaub doch noch eine Menge Spaß hat.

Die Klippe. Drei Winterreisen

Eine junge Frau fliegt nach Lanzarote, um sich dort ihrer Krankheit zu stellen. Bei der dritten Reise kommt es zur schweren Krise – und zu ihrer Bewältigung in der grandiosen Landschaft der Insel. Poetische Erzählung von Katrine von Hutten.

Mararía

Der Kanaren-Roman: Rafael Arozarena erzählt die mysteriöse Geschichte einer Frau aus Femés, die verführerisch wie keine war – bis sie einer verhängnisvollen Liebe zum Opfer fiel. Als Jahrzehnte später ein Fremder ins Dorf kommt, erfährt er die tragische Geschichte.

Tauchparadies Lanzarote

Video über die Unterwasserwelt der Insel, die Sie bei Tauchveranstaltern vor Ort beziehen können.

Lanzarote – ZDF Reiselust

Dokumentation der Insel aus der bekannten ZDF-Reihe (DVD)

Bedrohte Paradiese: Kanaren – Inseln der Umweltsünder

Statt Hochglanzbildern die Kehrseite des Booms: Luxushotels in Naturschutzgebieten, wilde Mülldeponien und ein überfischtes Meer. Der Meeresbiologe Robert Hofrichter kommt ausführlich zu Wort .

Timm Thaler

Teile der ZDF-Serie mit Thomas Ohrner von 1979, die damals ein riesiger Teenie-Erfolg war und mittlerweile Kultstatus hat, wurden auf Lanzarote gedreht.

Lanzarote: Die Feuerberge

DVD von 2002, tolle Naturaufnahmen.

Obra Espacial/Arte y Naturaleza

Die Fundación César Manrique verkauft die zwei jeweils 30 Min. langen DVDs über Architektur und Malerei für je 9 Euro.

Fakten

Fläche
791 km²
Strom
220 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
01:47 Uhr
Zeitverschiebung
-1 h (zu MESZ)
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