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Argentinien

Check-in

Tango und Patagonien: Das sind die beiden häufigsten Assoziationen zu Argentinien, die das Land weltweit einmalig machen. Zwischen der Intimität des Tanzes in der Metropole Buenos Aires und der immensen Einsamkeit Patagoniens finden Reisende in ein und demselben Land ganze Welten: das Echo der inkaischen Zivilisation in der Puna, der Hochebene des Nordwestens; die tropische Exotik um die Wasserfälle von Iguazú; die Weinrouten in Mendoza und Salta; die Spuren der spanischen Kolonialherrschaft in Córdoba ... und all dies auf einem für Europäer allgemein günstigen Preisniveau.

Nach Brasilien ist Argentinien der zweitgrößte Staat Südamerikas. 3700 km liegen zwischen der nördlichsten und der südlichsten Stadt des Landes, 1423 km misst seine größte west-östliche Ausdehnung - Platz genug für ein höchst abwechslungsreiches Angebot an Städten, Landschaftsformen und Klimazonen. Dabei teilen sich nur gut 40 Mio. Ew. die 2,8 Mio. km2 Gesamtfläche. Von diesen wiederum leben allein 12,8 Mio. im Großraum Buenos Aires, das heißt in der Hauptstadt und dem Ring von Vorstädten, der sie umgibt. Ansonsten ist das weite Land dünn besiedelt.

Zwischen dem 22. und dem 55. Grad südlicher Breite bietet Argentinien alle erdenklichen Lebensräume: tropische Regenwälder im äußersten Nordosten, Kakteenwüsten im Hochland der Anden bei Jujuy, blau gleißende Gletscherfelder in der Patagonischen Kordillere, unglaubliche Weiten der Pampa und die atemraubende patagonische Hochebene. Die Anden locken mit zerklüfteten Massiven. Der König unter den Bergen heißt Aconcagua; er wirft seinen Schatten aus einer Höhe von 6960 m auf die Provinzhauptstadt Mendoza.

Entgegen den Verhältnissen in Europa nehmen hier die Wärmegrade von Nord nach Süd kontinuierlich ab. In Ushuaia auf Feuerland, der südlichsten Stadt der Erde, zeigt das Thermometer mit einer sommerlichen Temperatur von 12 Grad gut 15 Grad weniger an als in der Hauptstadt Buenos Aires am Río de la Plata. Richtig heiß wird es im Sommer (November-Februar) in den Hochanden, der Puna. Bei 40 Grad im Schatten wird die Siesta von den Coyaindianern, den Nachfahren der Inkas im Nordwesten Argentiniens, verständlicherweise streng eingehalten. Auch im äußersten Nordosten, dem tropischen Misiones, geht nachmittags nichts mehr. Mit einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 90 Prozent kann es an den spektakulären Wasserfällen von Iguazú richtig drückend werden. Hier im Grenzgebiet zu Brasilien und Paraguay stürzen sich 275 einzelne Wasserfälle tosend in eine über 70 m tiefe Schlucht - eines der ganz großen Naturschauspiele dieser Welt.

Salta im Nordwesten des Landes zählt zu den landschaftlich, historisch und kulturell interessantesten Provinzen. Hier sind noch viele spanische Kolonialbauten erhalten. Eine weitere Attraktion ist der Zug in die Wolken, el Tren a las Nubes, der auf 185 km eine Steigung von 2800 Höhenmetern überwindet.

Im sonnigen Weinanbaugebiet Mendoza und San Juan reifen argentinische Spitzenweine. Im Süden des Landes, in Patagonien, bedecken karge Steppen das weite Tafelland, das mit felsiger Steilküste zum Atlantik abfällt. Hier leben Magellanpinguine, Seeelefanten, Delphine, Seelöwen und gewaltige Bartenwale.

Die Hauptstadt Buenos Aires scheint völlig losgelöst von diesen urzeitlichen Landschaften zu existieren. Keine Großstadt Lateinamerikas ist kulturell, architektonisch und atmosphärisch europäischer geprägt als diese riesige Hafenstadt. Es heißt, die Einwohner der Metropole, die porteños, lebten mit dem Blick starr auf Europa gerichtet und kehrten dem restlichen Land den Rücken zu.

Argentinien hat wie die anderen lateinamerikanischen Staaten eine lange koloniale Vergangenheit. Seit 1535 gehörte es zum spanischen Kolonialreich, besaß aber keine Bodenschätze wie Bolivien oder Peru, und statt sesshafter Indianer, die Ackerbau betrieben, durchzogen jagende Nomaden das Land.

Den Kreolen, den Nachfahren der Spanier in Argentinien, verhalfen dennoch die aus Europa eingeführten Rinder und die exportintensive Viehwirtschaft zu Reichtum. Sie wehrten sich jedoch gegen die lästigen Handelsbeschränkungen des Mutterlands und erklärten 1816 ihre Unabhängigkeit von Spanien. Ein Großteil der Fläche des heutigen Argentinien war damals noch Territorium der Indianer. Zwei Militärfeldzüge in die "Wüste" - das "nur" von Indianern bewohnte Land - führten zur erbarmungslosen Vernichtung der Indianerbevölkerung. Gleichzeitig förderte man die Einwanderung aus Europa. So erlebte Argentinien zwischen 1880 und 1930 seine wirtschaftliche Blütezeit, die mit der Weltwirtschaftskrise 1929 endete. Das bis dahin funktionierende Import-Export-System brach abrupt zusammen.

Jene Zeit, in der Argentinien eine der großen Wirtschaftsmächte der Welt war, ist heute noch an den Palästen und öffentlichen Bauten zu erkennen, die die Estanciero-Elite damals errichten ließ. Die Residenzen in den schicken Vierteln von Buenos Aires, etwa Barrio Norte und Palermo Chico, sind heute Botschaften und Luxushotels. Und auf der Avenida de Mayo, dem Prachtboulevard der Hauptstadt, stehen noch die Hochhäuser, in denen die blühenden Exportgeschäfte abliefen. Das Teatro Colón, das ehemalige Hauptpostamt, die großen Bahnhöfe und die Parkanlagen zeugen ebenfalls von vergangenem Reichtum in Buenos Aires. Die châteaux auf den estancias, den großen Viehfarmen, sind der Höhepunkt des Prunks inmitten der Pampa. Einige sind heute dem Tourismus geöffnet.

Der erneute wirtschaftliche Aufschwung dank einer vom Staat geförderten Industrialisierung verhalf 1946 Oberst Juan Domingo Perón an die Macht. Er herrschte mit autoritären Zügen. Die Arbeiterschaft brachte er dennoch hinter sich, weil er ihr politische Teilhabe versprach. Ein Militärputsch im Jahr 1955 veranlasste Perón zum Rücktritt. Danach begann eine Phase der wirtschaftlichen Instabilität und wechselnder Militärregierungen. Nach einer kurzen, zweiten Regierungszeit Peróns und seiner Frau Isabel (1973-1976) übernahm das Militär erneut die Macht. Diese Regierung übte bis 1983 eine blutige Diktatur aus, der Zehntausende Menschen zum Opfer fielen. Erst der verlorene Falklandkrieg, den Argentinien 1982 gegen Großbritannien angezettelt hatte, zwang die Militärjunta zur Selbstauflösung im Jahr 1983. Seitdem ist Argentinien eine föderalistische, republikanische Präsidialdemokratie.

Der Wirtschaftsaufschwung Anfang der Neunzigerjahre zog einen Bauboom nach sich. In den Städten entstanden riesige Einkaufspaläste, in Buenos Aires wurden die alten Hafendocks zur Flanier- und Amüsiermeile mit vielen schicken Restaurants, luxuriösen Hotels und teuren Loftwohnungen. Doch diese Entwicklung konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Argentinien zu einer Zweidrittelgesellschaft entwickelt hat. Ein Problem beim (im Übrigen immer wieder von Korruption begleiteten) Modernisierungsprozess sind fehlende soziale Ausgleichsmaßnahmen. Dennoch ist Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner beliebt. Ein neuer Bauboom in den Städten, Exportrekorde der Landwirtschaft und gesunde Staatskonten erklären ihren Erfolg. Eine hohe Inflationsrate und Korruptionsskandale haben der Beliebtheit kaum Abbruch getan: 2011 wurde sie mit 54 Prozent der Stimmen wiedergewählt.

Heute ist Argentinien für Europäer nach wie vor ein preisgünstiges Reiseziel. Die Kehrseite: 25 Prozent der Bevölkerung leben immer noch unter der Armutsgrenze. Mit großem Improvisationstalent und viel Phantasie versuchen die Argentinier, Lücken im Servicebereich zu füllen. So können Exkursionen zu Pferd, im Jeep oder auf dem Wasser zu unvergesslichen Erlebnissen mit Mensch und Natur werden. Der Umweltschutzgedanke setzt sich auch im Touristikbereich immer mehr durch. Birdwatchingexkursionen und Trekking unter der Führung kundiger Ranger, die die verschiedenen Ökosysteme nahebringen, sind mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

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Praktische Hinweise

Anreise

Lufthansa fliegt sechsmal wöchentlich nonstop von Frankfurt nach Buenos Aires, Air France-KLM von Paris täglich bzw. von Amsterdam dreimal pro Woche. Aerolíneas Argentinas verkehrt von Madrid nach Buenos Aires. Iberia fliegt mit Stopp in Madrid nach Buenos Aires. Je nach Fluggesellschaft und Saison sollten Sie mit gut 800 bis ca. 1300 Euro rechnen. Die Flugzeit von Frankfurt beträgt 13-20 Stunden.

In Buenos Aires kommen Sie auf dem internationalen Flughafen Ezeiza 35 km außerhalb der Stadt an. Der Stadtflughafen Aeroparque Jorge Newbery liegt in entgegengesetzter Richtung 6 km nördlich vom Stadtzentrum. Bei Ankunft im Flughafen Ezeiza nur in der staatlichen Banco Nación Geld tauschen, die privaten Wechselstuben nehmen einen unerhörten Zuschlag! Von Ezeiza in die Innenstadt braucht ein Taxi etwa 35 Minuten. Mit dem privaten Busservice Manuel Tienda León (www.tiendaleon.com.ar) oder den Taxiagenturen Vip Cars (in der Ankunftshalle) oder Apta und Yellow (vor der Ankunftshalle) fährt man sicher in die City (ca. 11 bzw. 45 Euro).

Auskunft

Allgemeine Auskünfte und Broschüren erhalten Sie in größeren Reisebüros. Außerdem kann man sich an die Argentinische Botschaft (Abteilung für Tourismus | Kleiststr. 23-26 | 10787 Berlin | Tel. 030 22668920 | www.argentinische-botschaft.de) oder an die Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika (An der Ruhbank 26 | 61138 Niederdorfelden | Tel. 06101 987712 | www.lateinamerika.org) wenden. Die Website des argentinischen Tourismusministeriums (www.turismo.gov.ar) bietet ausführliche allgemeine Information, desgleichen die Website www.welcomeargentina.com. Eine gute Suchmaschine ist www.clarin.com.ar. Infos zu den Museen in Argentinien finden Sie auf www.museosargentinos.org.ar, zu Buenos Aires auf www.bue.gov.ar. Alle Provinzen Argentiniens unterhalten außerdem Informationsbüros in Buenos Aires.

Auto & Mietwagen

Mietwagen sind in jeder größeren Stadt zu bekommen, ein internationaler Führerschein ist nicht erforderlich. Es empfiehlt sich, eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. Ein Kleinwagen kostet etwa 40 Euro pro Tag inklusive Versicherung und 200 Freikilometern. Eine Buchung in Deutschland ist oft erheblich günstiger.

Die Geschwindigkeitsbegrenzungen - in Ortschaften 40 bzw. 60, auf Landstraßen 80-110, auf Autobahnen bis 130 km/h - werden streng kontrolliert. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Das Mitführen von Warndreieck und Feuerlöscher ist Pflicht - bei Mietwagen kontrollieren! Da die Vorfahrtsregeln oft nicht eingehalten werden, unbedingt Blickkontakt zu den anderen Verkehrsteilnehmern herstellen! Wer sich traut, fährt zuerst.

Tankstellen sind während der ganzen Woche von 7 bis 23 Uhr geöffnet, in größeren Städten und auf Autobahnen auch rund um die Uhr. Keine Selbstbedienung! In Patagonien und Feuerland wird das Benzin von der Regierung subventioniert und kostet rund 30 Prozent weniger als im Rest des Landes.

Beim argentinischen Automobilclub ACA - Automóvil Club Argentino (Buenos Aires | Av. del Libertador 1850 | Tel. 011 48084040 | www.aca.org.ar) kann man zuverlässige Straßenkarten erwerben und auch als Tourist Mitglied werden. Neben der international üblichen technischen Hilfeleistung des Clubs können Sie so auch den Preisnachlass für Mitglieder in zahlreichen Hotels des Landes in Anspruch nehmen.

Banken & Geld

Die argentinische Währung ist der Peso. Da Peso und Dollar gleich abgekürzt werden ($), sollten Sie stets prüfen, um welche Währung es sich handelt; allgemein wird aber in Pesos gehandelt. Es empfiehlt sich, erst in Argentinien Geld (am praktischsten: Dollar) zu wechseln. Im Süden des Landes ist das Preisniveau höher als in Buenos Aires.

Die Öffnungszeiten der Banken sind unterschiedlich, in Buenos Aires Mo-Fr 10-15 Uhr. Bei den zahlreichen Geldautomaten kann man zwar mit ec-Karten Pesos ziehen, aber zumeist nur für einen Gegenwert von rund 100 Euro und mit hoher Provision. Bei den Automaten der Citibank kann man dagegen bis 2000 Pesos ziehen (bei höheren Beträgen können die vielen Scheine stecken bleiben). Probleme ergeben sich öfters beim Einlösen von Reiseschecks. Mit den gängigen Kreditkarten können Sie dagegen in vielen Restaurants, Hotels und Geschäften bezahlen und sich Bargeld von der Bank auszahlen lassen.

Ein großes Problem ist die starke Inflation. Wo in diesem Band Preise in argentinischer Währung angegeben sind, müssen Sie mit einem z. T. deutlichen Anstieg rechnen.

Camping

Die schönsten Campingplätze findet man fast immer in den Nationalparks, jedoch verfügen sie nur zum Teil über Dusch- und Kochgelegenheiten. Außerhalb der Städte ist in Argentinien auch wildes Zelten erlaubt. www.voydecamping.com.ar, www.acampemos.com

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Villanueva 1055 | Buenos Aires | Tel. 011 47782500 | www.buenos-aires.diplo.de

Österreichische Botschaft

French 3671 | Buenos Aires | Tel. 011 48095800 | www.bmeia.gv.at/es/embajada/buenos-aires.html

Schweizer Botschaft

Av. Santa Fe 846 | 12. Stock | Buenos Aires | Tel. 011 43116491 | www.eda.admin.ch/buenosaires

Ein- & Ausreise

Deutsche, Schweizer und Österreicher benötigen einen Reisepass, aber kein Visum, wenn die Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet. Man kann die Aufenthaltsdauer einmal um weitere 90 Tage verlängern. Die Flughafensteuer von 29 US-Dollar, die bei der Ausreise fällig ist, ist in der Regel bereits im Preis für das Flugticket enthalten.

Fotografieren & Filmen

In kleineren Orten sucht man meist vergebens nach Fotozubehör wie Speicherkarten und Ähnlichem. Decken Sie sich daher vor der Reise oder in Buenos Aires mit genügend Material ein!

Gesundheit

Es sind keine besonderen Impfungen vorgeschrieben. Eine Gelbsuchtimpfung ist jedoch empfehlenswert, wenn Sie länger durch Chaco und Formosa reisen. Es gibt auch einzelne Fälle von Cholera in Jujuy und Salta. Ungewaschene Früchte sollten Sie nicht essen. Leitungswasser kann in den Städten ohne Bedenken getrunken werden, denn es enthält Chlor. Auf Campingplätzen das Wasser unbedingt vor Gebrauch abkochen oder Mineralwasser kaufen. Die Behandlung in öffentlichen Hospitälern ist frei, aber in privaten Praxen und Kliniken werden Besucher grundsätzlich als Privatpatienten behandelt, daher ist der Abschluss einer privaten Reisekrankenversicherung unerlässlich.

Inlandsflüge

In einem Land, das rund achtmal so groß ist wie Deutschland, ist das Flugzeug das geeignetste Mittel, um im Land voranzukommen. Leider gibt es wenig Querverbindungen, das Flugnetz von Aerolíneas Argentinas/Austral (www.aerolineas.com.ar) und LAN (www.lan.com) verbindet vor allem die Hauptstadt mit den Provinzhauptstädten und Tourismuszentren. Erst 2011 begann Aerolíneas Argentinas ein Netz regionaler Flüge aufzubauen, das vorerst San Carlos de Bariloche, Mendoza, Córdoba, Salta und Puerto Iguazú untereinander verbindet. Andes (www.andesonline.com) verbindet Jujuy, Salta und Córdoba untereinander, und Sol (www.sol.com.ar) verbindet Rosario, Córdoba, Mendoza und Tucumán einerseits und die Atlantikküste (Mar del Plata, Bahía Blanca, Trelew, Comodoro Rivadavia) andererseits untereinander. Die staatliche LADE verbindet Buenos Aires mit patagonischen Flughäfen. Die privaten Fluglinien (ausgenommen Sol) nehmen für ausländische Reisende höhere Preise, wenn aber Argentinien mit derselben Fluglinie angeflogen wird, gilt für Inlandsflüge die lokale Preistabelle.

Internetzugang & Wlan

Die Gebühren betragen in Buenos Aires ab 0,50 Euro pro Stunde, im Landesinneren ist es etwas teurer. In fast jeder Telefonkabine (locutorio) gibt es auch Internetanschluss. Internetcafés mit allen Dienstleistungen und angenehmem Milieu sind seltener.

In Buenos Aires gibt es mehrere WLAN-Zonen (wi-fi), u. a. in den Flughäfen, im Goethe-Institut (Corrientes 319), in den Fußballstadien von Boca Juniors und River Plate, in den Lokalen von Café Martínez, Café Aroma, The Coffee Store und McDonald's, in den Cinemark-Kinosälen, mehreren Restaurants und auf der Fußgängerstraße Florida auf der Höhe 100-700 sowie auf den Straßen Carlos Pellegrini 400 und Corrientes 900 (um den Obelisken). Auch in den U-Bahn-Stationen und auf 25 öffentlichen Plätzen der Hauptstadt gibt es freien Internetzugang (u. a. Plaza Houssay und Plaza Vicente López in Recoleta, Plaza Dorrego und Parque Lezama in San Telmo, Plaza Cortázar, Plaza Palermo Viejo und im Botanischen Garten in Palermo, Plaza Lavalle am Justizpalast und Plaza Congreso vor dem Kongressgebäude). Die Petrobras- und YPF-Tankstellen bieten ebenfalls WLAN an. Eine Liste von Hotspots, nach Stadtteil geordnet, finden Sie auf www.airportnewsezeiza.com/paginas/informacion/Wi-Fi.html. Aus Sicherheitsgründen sollte man etwas umsichtig sein, wo man sich im Freien mit einem Laptop hinsetzt, und auch das I-Phone sollten Sie auf der Straße nicht zu locker in der Hand halten. Auch in anderen Städten nehmen WLAN-Zonen zu. In Mar del Plata, Pinamar, Villa Gesell, San Clemente del Tuyú und anderen Ferienorten der Ostküste steht auch an den größeren Stränden drahtloser Internetzugang frei zur Verfügung. Die Provinz San Luis bietet auf ihrem gesamten Gebiet freien Internetzugang.

Medien

Die führenden Zeitungen in Argentinien sind Clarín (www.clarin.com), die auflagenstärkste spanischsprachige Zeitung, und die konservativere La Nación (www.lanacion.com.ar). Beide stehen der Kirchner-Regierung kritisch gegenüber. Die linksgerichtete Página 12 (www.pagina12.com.ar) und Tiempo Argentino (tiempo.infonews.com) stehen dagegen der Regierung nahe. The Buenos Aires Herald (www.buenosairesherald.com) informiert auf Englisch, und samstags erscheint das deutschsprachige Argentinische Tageblatt (www.tageblatt.com.ar). TN (tn.com, von der Gruppe Clarín) und C5N (c5n.infobae.com) sind Nachrichtensender im Kabelfernsehen.

Notruf

Allgemeiner Notruf Tel. 911. Gleichzeitig gilt aber auch noch Tel. 101 für die Polizei, Tel. 107 für den Notarzt und Tel. 100 für die Feuerwehr.

Öffentliche Verkehrsmittel

Argentinien verfügt über ein ausgezeichnetes Busnetz. Für eine Strecke von etwa 300 km zahlt man ca. 20 Euro. Von Buenos Aires nach Mendoza (1000 km) zahlen Sie um 65 Euro, nach Puerto Iguazú (1300 km) 100 Euro und nach San Carlos de Bariloche (1600 km) 120 Euro.Die argentinische Eisenbahn hat einen großen Teil des einst dichten Streckennetzes aufgegeben.

Öffnungszeiten

Restaurants öffnen mittags meistens von 12.30 bis 16 Uhr und abends ungefähr von 20 bis 1 Uhr. Geschäfte sind meist von 10 bis 12.30 und von 16 bis 20 oder 21 Uhr geöffnet. In Buenos Aires bleiben die meisten Geschäfte über Mittag geöffnet, schließen dafür aber bereits gegen 19 Uhr. Supermärkte und Shoppingcenter sind jedoch meist bis 22 Uhr geöffnet. Generell schwanken die Öffnungszeiten je nach Provinz zum Teil beträchtlich, da es keine allgemeine gesetzliche Regelung gibt.

Post

Postämter sind meist montags bis freitags von 10 bis 18, samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Das Porto für eine Karte oder einen Brief bis 20 g nach Europa lag bei Redaktionsschluss bei 9,50 Pesos. www.correoargentino.com.ar

Reisezeit

Die beste Reisezeit sind die südamerikanischen Sommermonate Oktober bis März. In der Nebensaison sind viele Hotels und Restaurants in den touristischen Zentren geschlossen. Aber auch der Winter hat seine Reize mit interessanten Angeboten für Wintersport in den Bergen und einem vielfältigen Kulturangebot in Buenos Aires.

Sprache

Das argentinische Spanisch weist leichte Abweichungen in Grammatik, Aussprache und Wortschatz zum europäischen Spanisch auf. Die meisten Argentinier sprechen nur wenig Englisch oder gar keine Fremdsprache.

Strom

Die Netzspannung beträgt 220 Volt. Mitgebrachte Elektrogeräte brauchen teilweise einen Adapter.

Taxi

Taxifahren ist relativ billig. Am günstigsten ist es in Buenos Aires. Am sichersten sind Funktaxis (radiotaxís), die Sie auch per Telefon bestellen können.

Telefon & Handy

Ein Telefongespräch nach Europa kostet pro Minute ca. 0,40 Euro. In Buenos Aires operieren zwei Telefonunternehmen mit unterschiedlichen Telefonkarten, die aber in allen Telefonzellen verwendbar sind. Lokale Handys kann man bei verschiedenen Firmen in Buenos Aires mieten und so Roaminggebühren sparen.

Vorwahlen: Argentinien 0054, Deutschland 0049, Schweiz 0041, Österreich 0043. Alle Handynummern beginnen in Argentinien mit 15, wählt man sie aber vom Ausland an, muss man zwischen Landesvorwahl (0054) und Stadtvorwahl (die Handys sind an lokale Netze gebunden, für Buenos Aires z. B. 11) eine 9 wählen und die 15 weglassen.

Trinkgeld

Trinkgeld ist vor allem in Restaurants üblich; Richtwert: fünf bis zehn Prozent. Auch Taxifahrer, Fremdenführer, Hotelpersonal und Friseure freuen sich über ein Trinkgeld.

Zeit

Die mitteleuropäische Zeit ist der Argentiniens im europäischen Winter um vier, während der Sommerzeit um fünf Stunden voraus.

Zoll

Die Einfuhr von Pflanzen und frischen Lebensmitteln ist verboten. Bei der Einreise sind Waren bis zu einem Wert von 300 US$ frei sowie zusätzlich Einkäufe im lokalen Duty-free-Shop ebenfalls bis 300 US$. Bei Rückkehr in die EU sind u. a. 1 l Spirituosen, 200 Zigaretten und sonstige Waren bis zu einem Wert von 430 Euro vom Zoll befreit.

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage

1. Jan.

Neujahr

Februar

Rosenmontag, Fastnachtsdienstag

24. März

Gedenktag für die Opfer der Diktatur

März/April

Karfreitag

2. April

Tag der Falklandinseln

1. Mai

Tag der Arbeit

25. Mai

Erste Nationalregierung 1810

20. Juni

Día de la Bandera, Todestag von General Manuel Belgrano

9. Juli

Unabhängigkeitstag

17. Aug.

Todestag von General José de San Martín

12. Okt.

Día de la Raza, Entdeckung Amerikas

20. Nov.

Tag der nationalen Staatshoheit

8. Dez.

Mariä Empfängnis

25. Dez.

Weihnachten

Allgemein

Einige Feiertage werden auf den nächstgelegenen Montag verlegt oder es werden Brückenfeiertage festgesetzt, um den Wochenendtourismus zu fördern.

Lokale Feste & Veranstaltungen

Januar

Der Chamamétanz, in dem Traditionen der Guaraníindianer und europäische Einflüsse zusammenfließen, hat sein Festival in Corrientes in der zweiten Januarwoche.

Indianisch geht es auf der Feria Artesanal de los Valles Calchaquíes in San Carlos bei Salta Mitte des Monats zu: Es gibt handgewebte Stoffe, Ponchos und viel Musik.

In Cosquín (Córdoba) findet während der zweiten Monatshälfte das wichtigste Folklorefestival des Landes mit renommierten Künstlern statt, die Fiesta Nacional del Folklore. www.aquicosquin.org

Februar

In Salta und Jujuy feiert man Karneval mit bunten Masken und rituellen Tänzen. Auch in Corrientes wird ausgiebig Karneval gefeiert.

Die Modewelt kommt Ende Februar zur Fashion Week nach Buenos Aires. www.bafweek.com

März

Zu Monatsanfang feiert Mendoza die Fiesta Nacional de la Vendimia, das Fest der Weinlese. www.vendimia.mendoza.gov.ar

In El Chaltén zu Füßen des Fitz-Roy-Massivs findet Anfang März ein Wandererfestival statt, die Fiesta Nacional del Trekking.

Ostern

In Cachi und vielerorts in der Region Jujuy indianisch beeinflusste Osterfeierlichkeiten.

In Mendoza beim Festival por los Caminos del Vino Konzerte in Weinkellern und Kirchen. www.caminosdelvino.com

April

Über 4000 Gauchos ziehen in einer Prozession zu Pferd am ersten Wochenende von San Juan über Caucete bis zum Wallfahrtsort der Difunta Correa.

Beim Festival Internacional de Ushuaia spielen renommierte Musiker aus aller Welt. www.festivaldeushuaia.com

In Buenos Aires Mitte April das Festival Internacional de Cine Independiente. www.bafici.gov.ar

Juli

Beim Concurso de la Empanada Salteña in Salta werden an zahlreichen Ständen vielerlei empanadas angeboten.

August

Die Pachamama wird in vielen Orten im Nordwesten am 1. Aug. gefeiert.

In der zweiten Augusthälfte findet in Buenos Aires das Tango Festival y Mundial statt, mit Konzerten, freien Tanzstunden und Tangowettbewerben überall in der Stadt. www.tangobuenosaires.gov.ar

Oktober

In ungeraden Jahren kommt das Festival Internacional de Teatro auf die Bühnen von Buenos Aires. www.festivaldeteatroba.gob.ar

In der zweiten Woche zeigt die Fiesta Nacional de la Orquídea in Montecarlo (Misiones) unzählige Orchideen. www.fiestadelaorquidea.com

November

Zu Monatsanfang öffnen alle Museen in Buenos Aires die Türen bis nach Mitternacht in der Noche de los Museos.

Dezember

In der ersten Monatshälfte findet in Mar del Plata das Internationale Filmfestival statt. www.mardelplatafilmfest.com

Bloss nicht

Bargeldlos reisen

So sicher man sich unterwegs auch fühlen mag ohne Bargeld: Im Süden kann diese Art des Reisens problematisch werden. In Feuerland und Patagonien verweigern Reiseagenturen, Gaststätten und Busunternehmer oft die Annahme von Kreditkarten und Reiseschecks. Hat man kein Bargeld parat, am besten Pesos oder Dollars in kleinen Scheinen, muss man warten, bis die Bank öffnet, und verliert so unter Umständen ein ganzes Wochenende. Im Trekkerparadies El Chaltén gibt es nur einen Bankautomaten, ganz zu schweigen von einer Bankfiliale.

Kokablätter und Drogen

Der Genuss von Kokatee und das Kauen von Kokablättern sind in den nordwestlichen Provinzen Tucumán, Salta und Jujuy schon lange Zeit gestattet, da sie Teil der Kultur der dort stark vertretenen indianischen Bevölkerung sind. Der Drogenkonsum ist jüngst vom Obersten Gerichtshof im ganzen Land für legal erklärt worden. Die Grenze zwischen Konsum und dem weiterhin streng verbotenen Handel wird aber von den Behörden oft sehr unklar gehandhabt.

Nahverkehr in der Rushhour

In der Stoßzeit, den horas pico (werktags 7-9 und 18-20 Uhr), sollten Sie in Buenos Aires weder U-Bahnen noch Busse besteigen. Im Gedränge häufen sich Taschendiebstähle.

Wertsachen in den Koffer

Videokameras und Fotoapparate gehören ins Handgepäck. Immer wieder kommt es bei Inlandsflügen zu Diebstählen aus den Koffern.

Per Autostopp durch Patagonien reisen

Per Anhalter zu reisen gestaltet sich in einem so riesigen und gleichzeitig so dünn besiedelten Land oftmals sehr anstrengend und zeitraubend. Besonders in Patagonien, das meist riesige Entfernungen zwischen den wenigen städtischen Zentren aufweist und ganz besonders dünn besiedelt ist, können Stunden vergehen, bis überhaupt einmal ein Fahrzeug vorbeikommt.

Räubern Widerstand leisten

Bewaffnete Überfälle auf Touristen sind nicht üblich. Eher besteht das Risiko, Opfer von Taschendieben zu werden. Die größte Gefahr läuft man, wenn man versucht, Widerstand zu leisten, da es dann leicht zu Gewalttätigkeiten kommt.

Bücher & Filme

Santa Evita

Tomás Eloy Martínez zeichnet in diesem Roman ein Porträt des Mythos um Eva Perón, das Land und Leute präziser als viele Geschichtsbücher und subtiler als Musicals und Filme darstellt

Jorge Luis Borges

Die Kurzgeschichten des 1899 in Buenos Aires geborenen Schriftstellers spiegeln die Stimmung in den Vororten seiner Heimatstadt zu Beginn des 20. Jhs. wider, als der Tango entstand

El Secreto de sus Ojos

Der Film von Juan José Campanella, 2010 Gewinner des Oscars für den besten ausländischen Film, zeichnet ein präzises Bild von den unruhigen Siebzigerjahren in Argentinien

In Patagonien

Bruce Chatwins klassischer Reisebericht aus den Siebzigerjahren zeigt den Süden Argentiniens und dessen Bewohner ein paar Jahrzehnte vor dem Tourismusboom

Nueve Reinas

Der Thriller (engl. "Nine Queens") von Fabián Bielinsky aus dem Jahr 2000 erzählt von der Überlebenskunst der porteños

Kamchatka

Marcelo Piñeyros Film aus dem Jahr 2002 handelt vom dramatischen Überleben einer von der Militärdiktatur der Achtzigerjahre verfolgten Familie

Chinese zum Mitnehmen

In dem 2011 angelaufenen Film von Sebastián Borensztein, im Original "Un Cuento Chino", kommen ein verbitterter Argentinier und ein in Buenos Aires gestrandeter Chinese zusammen, ohne auch nur ein Wort in einer gemeinsamen Sprache zu finden. Der Komödienton entspricht dem fatalistischen Humor der porteños

17-30 °C
10 h/Tag
22 °C

Fakten

Einwohner 44.938.712
Fläche 2.780.400 km²
Sprache Spanisch
Währung argentinischer Peso
Strom 220 V, 50 Hz
Regierungssystem Bundesrepublik
Hauptstadt Buenos Aires
Reisepass / Visum notwendig
Ortszeit 11:04 Uhr
Zeitverschiebung -4 h (zu MEZ)

Anreise

13h 55min
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