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Bereits beim Landeanflug wird klar: Kreta ist ein Hochgebirge im Meer. Die Strände sind dabei schöne Randerscheinungen. Schon wenige Schritte von ihnen entfernt erwartet dich eine der urigsten und vielfältigsten Inseln Europas. Da wirst du viel unterwegs sein!
Urige Dörfer
Der Inselsüden darf dabei nicht fehlen. Dort schraubt man sich von Frangokastéllo auf einer schmalen Straße, die dem Gewinde eines Korkenziehers gleicht, einen Steilhang hinauf. Tief unten liegen in der Küstenebene ein paar Häuser unter gleißender Sonne verstreut. Dahinter trifft das Meer erst in Libyen wieder auf Land. Ein Hauch von Afrika liegt in der Luft, manchmal weht Saharastaub herüber. Im Bergdorf oben angekommen, träumt gleich am Ortseingang ein uriges Kafenió vor sich hin. Wirt Bábis hat die luftige Terrasse mit gehörnten Tierschädeln dekoriert. Seine Partnerin Janina ist Dänin. Sie gießt den Bergtee immer frisch auf, auf ihrer Limonade schwimmt eine Lavendeldolde. Die angebotenen Kräuter, Marmeladen und anderen Produkte aus der Region sind tolle Souvenirs. Der selbst gekelterte Wein schmeckt nach kretischer Erde. Hier in Kallikrátis kannst du den Rest der Welt leicht vergessen. Ein anderes Dorf: Anógia. Im schlichten Kaffeehaus am Dorfplatz stehen Stühle mit geflochtenen Sitzflächen zur Mitte hin ausgerichtet. Hinterm Tresen brüht der Wirt Kaffee in Messing- und Kupferkännchen auf. Über dem Tresen hängt ein riesiger Flachbildschirm, auf dem ein Fußballmatch läuft. Alle schauen hin. Dann der Halbzeitpfiff. Ein Gast schaltet den Fernseher aus. Zwei junge Männer greifen zur lýra, dem urkretischen Saiteninstrument, spielen es virtuos und singen dazu. Kreta wird mit allen Sinnen greifbar. Nach einer Viertelstunde geht der Fernseher wieder an, die Musik verstummt. Eine Fast-Food-Kette preist ihre Hamburger an, dann kicken die Spieler weiter.
Moderne Zeiten
Auch auf Kreta ist die Zeit eben nicht stehen geblieben. Auf Bergkämmen drehen sich riesige Windkraftanlagen, entlang der Nordküste düsen die Kreter auf Autobahn und Schnellstraße von Städtchen zu Städtchen. In Iráklio macht sich ein EU-Institut Gedanken über die Datensicherheit in ganz Europa, einige Kilometer südöstlich baut ein griechisch-indisches Konsortium den neuen Flughafen von Iráklio, und an der Südküste würden chinesische Investoren liebend gern einen großen Containerumschlaghafen errichten. Auf der Lassíthi-Hochebene ernten pakistanische Wanderarbeiter biologisch angebaute Kartoffeln, und der kretische Schafhirte schaut Tiktok-Videos auf seinem Smartphone oder postet sogar eigene. Kreta ist Teil der globalisierten Welt und will es auch sein.
Geschichte
1900–1450 v. Chr.
Minoische Zeit. Paläste von Knossós, Festós, Mália
1450–480 v. Chr.
Griechen besiedeln die Insel. 100 Stadtstaaten entstehen
480 v. Chr.–395 n. Chr.
Klassische, hellenistische und römische Zeit
395–1204
Oströmisch-byzantinische Zeit, Konstantinopel ist Reichshauptstadt
1204–1669
Venezianische Zeit
1669–1898
Osmanische Zeit
1898–1913
Kreta ist autonom
1913
Vereinigung mit dem freien Griechenland
1941–1944
Deutsche Besatzung, Partisanenkrieg
1944–1949
Griechischer Bürgerkrieg zwischen Linken und Bürgerlichen
1967–1974
Militärdiktatur in Griechenland
1981
EU-Beitritt
2002
Einführung des Euro
2024
An der Universität von Kreta in Iráklio eröffnet das erste europäische Zentrum zum Schutz von Wasserlebewesen
Wild und freundlich
Aber die Insel hat auch ihre ureigene Seite. Da fallen die Einschusslöcher in Verkehrsschildern auf. Sie dienen als Schießscheiben. Jeder Schuss ist auch Ausdruck des Unbehagens über zu viel staatliche Autorität. Da klingt die lange Zeit der Fremdherrschaften nach, in der Widerstand als freiheitskämpferische Heldentat galt. „Freiheit oder Tod“ lautet denn auch bis heute das kretische Motto. Trotz manch martialischem Gehabe gehört Kreta aber zu den sichersten Urlaubszielen der Welt. Gastfreundschaft ist seit Jahrtausenden oberstes Gebot. Rakí und Obst oder Süßspeisen werden in fast allen Tavernen kostenlos zum Nachtisch serviert, Zimmervermieter laden ihre Gäste häufig zum Kaffee ein. Und wer zufällig auf eine kretische Dorfhochzeit gerät, wird zum Bleiben und Mitfeiern aufgefordert.
Faszinierende Städte, vielfältige Strände
Etwa 624 000 Menschen leben auf der Insel. Alle großen Inselstädte liegen an der Nordküste. Besichtigungsstress baut keine auf. Die Geschichte ist zwar in vielen alten Bauten allgegenwärtig, aber wie beiläufig ins Heute integriert. Nicht abhaken, sondern in Ruhe genießen – das ist angesagt. Nur einmal solltest du dich um 3500 Jahre zurückbeamen: Beim Besuch des Archäologischen Museums von Iráklio und der Palaststadt von Knossós. Da verstehst du, warum Kreter nur müde lächeln, wenn Amerikaner behaupten, sie hätten Geschichte. Aber allein der Historie wegen ist ohnehin kaum einer der über 4 Mio. Ausländer hier, die jedes Jahr kommen. Am meisten locken die Strände. Ob Sand, Kies oder Kiesel, alles ist da. Oft kilometerlang, manchmal mit Dünen bestückt. Partystrände wie der von Mália, kleine Buchten wie die von Xerókambos, wo auch die letzten Hüllen fallen dürfen. Strände voller Sonnenschirme, Bars und Wassersportstationen. Und dann wieder einsame Kiesel- oder Sandstreifen vor eindrucksvollen Steilküsten. Kein Strand ist tabu, denn Kurtaxe und Privatstrände sind für die freiheitsliebenden Kreter kein Thema.
Aktiv statt faul
Nur am Strand abzuhängen geht aber kaum. Über 100 wilde Schluchten können durchwandert, Tropfsteinhöhlen erkundet, Zweitausender bestiegen werden. Und egal, wo du hinkommst: Überall warten in urigen Bergdörfern Kafenía, wo man neugierig auf dich ist. Gerade dort wirst du merken, dass sich die meisten Kreter ihren Optimismus und ihre Gelassenheit nicht nehmen lassen – auch nicht in den Zeiten der Krisen. Insgesamt gesehen ist doch in den letzten 3500 Jahren alles ganz gut gelaufen.
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Über die Region:
Kreta bietet eine vielfältige Landschaft mit hohen Bergen, tiefen Schluchten und langen Stränden. Besuchen Sie den Palast von Knossos, das Zentrum der minoischen Kultur, und die Samaria-Schlucht, eine der längsten Schluchten Europas. Die Stadt Chania beeindruckt mit ihrem venezianischen Hafen und historischen Gebäuden. Der Strand von Elafonissi ist bekannt für seinen rosa Sand und klares Wasser.

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