
Reiseführer Kanalinseln

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Fünf Inseln – fünf Temperamente: schüchtern bis verwegen, putzig bis trutzig. Jersey, Guernsey, Sark, Herm und Alderney sind Oasen im fulminanten Gezeitensog des Ärmelkanals. Auf Klippen und in Gärten sprießt es überbordend subtropisch. Man spricht Englisch, speist aber gern Französisch. Zwischen den Mahlzeiten erwanderst du Steilküsten und radelst durch märchenhafte Labyrinthe.
Extraportion Land aus dem Meer
Das Meer ist plötzlich weg – als hätte jemand im Ärmelkanal einen Stöpsel gezogen. Die Inselschönheit Jersey ist vom Gezeitenspiel trockengelegt und hat mehr als ein Drittel zugelegt. Boote liegen schräg auf sandigem Grund. Die Extraportion Land nennt ein Wattführer poetisch Jerseys bessere Hälfte. „Zweimal täglich macht uns die Natur ein Geschenk auf Zeit, was wir dem flachen Inselsaum und einem Tidenhub von zwölf Metern verdanken.“ Die zweitgrößte Kanalinsel Guernsey kommt in ähnlichen Genuss. „Ein Stück Frankreich, das ins Meer fiel und von England aufgesammelt wurde“, beschrieb der französische Schriftsteller Victor Hugo Guernsey, wohin er im 19.Jh. ins Exil musste und von wo er bei gutem Wetter sehnsüchtig nach Frankreich schaute. Heute verbinden die Kanalinseln Savoir-vivre und britischen Spleen, französische Meeresfrüchte-Cuisine und viktorianische Gartenlust.
Fabelinseln im Besitz der Krone
Die fünf Inseln kuscheln sich in den Golf von Saint-Malo – vor rund 8000 Jahren wurden sie von der Halbinsel Cotentin in der Normandie abgetrennt. Geografisch liegen sie näher an Frankreich, Alderney ist gerade 13 km von der Grande Nation entfernt, bis zur englischen Küste sind es 90 km. Französische Namen auf Straßenschildern und an Gehöften werden mit englischem Zungenschlag ausgesprochen. Mit St. Peter Port rühmt sich Guernsey der apartesten Hauptstadt, Jerseys St. Helier hat fast mondäne Züge. Gärten mit Rhabarber und weißem Baldrian reichen bis ans Meer, gedrungene Steincottages könnten Kulisse für Miss-Marple-Filme sein. Die unbändige Flora kommt aus aller Welt, weshalb man sich manchmal am Mittelmeer, auf den Kanaren oder in Neuseeland wähnt – dem Golfstrom sei’s gedankt. Selbst politisch sind die Inseln ein Fabelreich. Denn die Channel Islands – zusammen nur wenig größer als Fehmarn – gehören der englischen Krone. Parlamente und Gesetze regeln das moderne Inselleben, wobei manche Gepflogenheit mittelalterlich anmutet.
Geschichte
um 4000 v. Chr.
Ganggräber bezeugen erste Besiedlung
50 v. Chr.
Die Römer besetzen die Inseln
ab 538 n. Chr.
Christianisierung
1066
Wilhelm der Eroberer siegt in der Schlacht bei Hastings, die Kanalinseln fallen ans anglonormannische Reich
1852
Victor Hugo findet Exil auf Jersey, ab 1855 auf Guernsey
1883
Auguste Renoir besucht die Kanalinseln, malt Skizzen und 18 Ölbilder
1935–1939
Erste Flugverbindungen zu den Inseln
1940
Deutsche Truppen besetzen die Inseln
1945
Die Inseln werden von der deutschen Besetzung befreit
1973
Die Inseln gehören nach dem EG-Beitritt Großbritanniens zum Zollgebiet der EU
2008
Auf Sark finden erstmals demokratische Wahlen statt
2023
Island Games auf Guernsey mit Athleten von 24 Inseln und 14 olympischen Sportarten
Betonbunker und Blütendickicht
In Kriegszeiten war der Archipel strategischer Brückenkopf – heute noch sind die Spuren deutscher Besatzung während des Zweiten Weltkriegs erkennbar. Fast eine halbe Million Kubikmeter Beton verbauten die Deutschen als Verschanzung – heute ideal als Strandpromenade, Vogelausguck oder Unterkunft. Tunnelsystemen, Bunkern und Wachtürmen steht eine zauberhafte Naturkulisse entgegen: türkisfarbenes Meer, steile Klippen, feinsandige Strände und schier endlose Blütenteppiche – Hortensien, Mimosen, Kamelien, Rosen, oft kaum gebändigt. Hinter Hecken verbergen sich imposante alte Herrenhäuser. Steinerne Cottages sprenkeln verwunschenes Dickicht. Straßen hindurch sind so schmal, dass Radfahrer Vorfahrt haben.
Oasen für scheues Geld
Nicht ganz nebenbei sind die Inseln ein wichtiger Hafen für scheues Geld, Steuerparadiese in jeder Hinsicht. In den Gassen der Hauptstädtchen verstecken sich zahlreiche Bankinstitute. Finanzdienstleistungen haben Tourismus und Landwirtschaft als wichtigste Einnahmequelle abgelöst.
Robinsonaden
Bist du über die Klippenpfade von Jersey gewandert oder hast dich an der Westküste in die gewaltige Surfatmosphäre gestürzt, bist danach durch Guernseys malerische Buchten mäandert, dann ist es Zeit für eine Robinsonade. Herm, die mit 2 km2 kleinste bewohnte Kanalinsel, ist ein Strandparadies. Das bedeutet Relaxen am karibikgleichen Strand, im einzigen Inselhotel beim Tee oder in Cottages: ein autofreies Hideaway. Alderney tanzt völlig aus der Reihe: Das nördlichste Eiland erstickt nicht in Blüten – kapitale Festungsanlagen aus Jahrhunderten bestimmen den Charakter des knapp 8 km2 kleinen Außenseiters.
Sterne statt Straßenlampen
Erneut anders ist Sark. Das 5 km2 kleine Hochplateau mit Steilküste wird erst seit dem 16.Jh. bewohnt und in Eigenregie unter der Führung eines Seigneurs – des Vogts des Königs– geführt. Anfang des 21.Jhs. ließen sich zwei Milliardäre auf einem Nachbareiland nieder und versuchten eine Art feindliche Übernahme zwecks Mondänisierung. Das in sich selbst ruhende Sark wurde gerichtlich zu demokratischen Gepflogenheiten gezwungen. Noch dürfen aber nur Pferdekutschen, Traktoren und Fahrräder auf der Insel verkehren und nachts lenkt keine Straßenbeleuchtung vom Sternenhimmel ab. Sark trägt den Titel Dark Sky Island. Nirgendwo in Europa kannst du so famos aus der Zeit fallen.
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Kanalinseln, Jersey, Guernsey, Sark, Herm, Alderney
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