Toskana

Überblick

Willkommen in der Toskana

Eine Straße, ein Haus, eine Kirche, ein blauer Streifen Himmel und Meer und davor eine Herde frei lebender Pferde. Es scheint wie ein Märchen, dabei ist es Realität, heißt es in einem populären toskanischen Lied. In dieser Ode an die toskanische Heimat „La mia Terra“ wird anschließend noch die Frage gestellt: Was mag es sein, was einen immer wieder hierher zurückkehren lässt. Die Natur? Die Kunst? Die Geschichte? Die Lebensart?

Die Antwort muss lauten: alles zusammen. Denn gerade diese einzigartige Mischung hat die mittelitalienische Region zwischen der Emilia-Romagna im Norden, Latium im Süden, Umbrien im Osten und dem Tyrrhenischen Meer im Westen zum Inbegriff von Schönheit und Harmonie und zur perfekten Projektionsfläche unserer Sehnsüchte gemacht. Vor allem das Chianti zwischen Florenz und Siena steht für diese Bilderbuch-Toskana: mit seinen gestaffelten Hügelketten, den silbrig schimmernden Olivenbäumen und akkurat angelegten Weinbergen auf roter Erde, dazwischen steingraue Mauern, weidende Schafe und von dunkelgrünen Zypressen gesäumte feudale Villen und Bauernhäuser, wo man im Licht der Abendsonne bei Wein und gutem Essen zusammensitzt. Es ist eine aus der Zeit gefallene Welt, die die Seele anrührt.

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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Samstag / 06.06.2020
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Sonntag / 07.06.2020
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Montag / 08.06.2020
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Anreise

10h 15min
10h 37min
1h 30min
Frankfurt am Main
Toskana
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In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

Auftakt

Entdecken Sie die Toskana!

In der vollendeten Symbiose von Mensch und Natur der Toskana wurde nichts dem Zufall überlassen. Vielmehr ist es eine vom Menschen geprägte Landschaft, in der Generationen von Bauern und Winzern, Waldarbeitern und Gärtnern, Baumeistern und Steinmetzen eine steinige, karge Wildnis kultiviert und zur fruchtbaren Terrassenlandschaft umgestaltet haben. Mit demselben Gespür für die schöne Form sorgen die Toskaner noch heute dafür, dass ihr Erbe aus der Vergangenheit erhalten bleibt. Sie haben den Respekt vor der Natur nicht verlernt und schützen sie, wie ihr reiches Kulturerbe, mit strengen Gesetzen.

Gleichzeitig steht die knapp 23 000 km2 große Region (das entspricht etwa der Größe Mecklenburg-Vorpommerns) für eine enorme Vielfalt: mit hochberühmten Teilgebieten – das Chianti eben, die Maremma, das Casentino, die Küste der Versilia – und mit einer Vielzahl an Landschaftsformen, wie Sie bei der Fahrt durch die Region erleben werden.

Von Norden kommend heißt es zunächst den Appenin zu überwinden, dessen zum Teil mehr als 1000 m hohe Berge im Westen sogar zu einem zerklüfteten Karstgebirge ansteigen. An der Südseite gehen die dicht bewaldeten Abhänge dann langsam in sanfte Hügel über, die knapp 70 Prozent der gesamten Region ausmachen. Mal gleichen sie einer bukolischen Gartenlandschaft, wie bei Florenz und Lucca, mal sind sie spröde und steppenartig, wie in den Crete bei Siena, dann wieder wild und undurchdringlich, wie im toskanischen „Erzgebirge“, den Colline Metallifere. Im Westen dann stößt die Region ans Tyrrhenische Meer. Sie besitzt einen rund 300 km langen Küstenstreifen, an dem sich lange, weite Sandstrände mit kleinen, versteckten Kieselbuchten und schroffen Felsklippen abwechseln. An klaren Tagen sehen Sie dort Elba und die anderen vorgelagerten Inseln des Toskanischen Archipels liegen, über die es – ebenso wie über die Hauptstadt Florenz – einen eigenen MARCO POLO Reiseführer gibt.

Doch ist die Toskana natürlich nicht nur eine von der Natur gesegnete Landschaft – schließlich gibt es hier Kunst und Kultur im Übermaß. An die 500 Museen, 3500 Kirchen, 300 Ausgrabungsstätten sowie ungezählte Baudenkmäler machen die Region zu einer der reichsten Kulturlandschaften überhaupt. Schon vor drei Jahrtausenden schufen die Etrusker hier die erste Hochkultur auf der Apenninhalbinsel. Knapp 2500 Jahre später leiteten Humanismus und Renaissance die Neuzeit ein, die den Menschen zum Maß der Dinge machte. Diese Revolution in Kunst, Architektur und Philosophie lockte Künstler und Baumeister an, darunter Erneuerer wie Giotto, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Brunelleschi und Piero della Francesca. Überall hinterließen sie ihre Spuren, vor allem in den toskanischen Kunststädten: im mittelalterlichen Siena, in Pisa mit seinem berühmten Marmorensemble rund um den Schiefen Turm, im eleganten und behaglichen Lucca, geschützt von seinen begehbaren Mauern, und natürlich in Florenz. Nirgendwo sonst ist auf so engem Raum so viel Kunst versammelt wie in diesem politischen und wirtschaftlichen Zentrum der Toskana. Die ganze Stadt ist ein einziges Kunstwerk, wo noch jedes kleine Detail von der Geschichte erzählt: von den Römern, die Florentia gründeten, von den selbstbewussten, freien Bürgern im Mittelalter, die hier das moderne europäische Stadtbürgertum erfanden, oder von den Handwerkern, die mit ihrer Kunstfertigkeit die Grundlage für Ruhm und Reichtum der Stadt legten.

Doch auch damit ist längst noch nicht alles erfasst, was die Toskana ausmacht. Wer sich für Land und Leute interessiert, muss sich auf den kurvigen Nebenstraßen in die Toscana Minore wagen, die Toskana der kleinen Dörfer. Über das gesamte Territorium verteilt hat sich im Lauf der Zeit auf fast jedem Hügel, fast jeder Bergkuppe ein malerischer Ort aus einer etruskischen Siedlung, einer römischen Festung, einer mittelalterlichen Burg entwickelt. Heute schlendert man hier durch gelebte Geschichte und kann in den schmalen Gassen und auf den Plätzen, bei einem gelato oder einem Glas Wein, die heitere Gelassenheit toskanischer Lebensart genießen. Dazu gehört der nachmittägliche Plausch auf der Bank neben der Haustür ebenso wie eine Kartenpartie in der Dorfbar, das abendliche Flanieren über die Piazza genauso wie das jährliche Dorffest, die sagra, wo die Bewohner lokale Spezialitäten servieren.

Jeder dieser Orte ist anders schön, und alle sind sie gleichermaßen stolz auf ihre Geschichte. Dafür gibt es sogar einen Begriff: campanilismo. Dessen wörtliche Übersetzung „Kirchturmpolitik“ hat einen abwertenden Beiklang von Provinzialiät. Doch bildet der campanilismo vielmehr die Grundlage für den ausgeprägten Individualismus der gut 3,7 Mio. Toskaner, die – stets ihrer großen Kultur und ihrer Herkunft bewusst – genau wissen, dass die Zukunft ein antikes Herz hat und sich Fortschritt immer auf Tradition gründet.

Natürlich existiert daneben auch eine Alltagstoskana, die mit denselben Problemen zu kämpfen hat wie andere Regionen auch: Verkehrsinfarkt, Luftverschmutzung, Umweltsünden. Doch diese Plagen der Moderne halten sich in Grenzen. Millionenstädte, Intensivlandwirtschaft, Industriezentren? Fehlanzeige! Mit wenigen Ausnahmen, wie in der zersiedelten Ebene um Florenz, leben die Toskaner klugerweise in überschaubaren Orten, wo der Mensch das Maß der Dinge geblieben ist. Und ob im Alltag, in der Wirtschaft, wo mittelständische Betriebe und das Handwerk dominieren, oder in der Landwirtschaft, wo man erfolgreich auf Anbau, Aufzucht und Herstellung von Qualitätsprodukten setzt, überall heißt es: Piccolo è bello – klein, aber fein.

Qualität statt Quantität, dieses toskanische Leitmotiv, gilt auch für die Toskana als Ferienregion, in die neben den klassischen Kulturtouristen heute mehr und mehr auch Erholungsuchende, Aktivurlauber und Genießer strömen. Sie finden hier ein nachhaltiges Urlaubsparadies, wo behutsam mit den Ressourcen umgegangen wird und wo man sich anstatt in Bettenburgen in einem agriturismo einmietet, der italienischen Form von Ferien auf dem Bauernhof. In malerisch restaurierten Gutshöfen, hochherrschaftlichen Villen oder Landgütern mit Pool und Garten findet man die idealen Bedingungen, um dieses Reich der Sinne schauen, riechen und auch schmecken zu können.

Praktische Hinweise

Anreise

Die bequemste Route führt durch Österreich, über den Brennerpass und die A 22 bis Modena und von dort weiter auf der A 1 über Bologna nach Florenz. Wer über die Schweiz anreist, nimmt in Mailand die A 1 in Richtung Modena, Bologna, Florenz. Eine Alternative ist die Strecke Mailand–Parma, von dort geht es über die A 15 und den Cisapass nach La Spezia und weiter Richtung Pisa. Die Autobahnen in Italien, Österreich und der Schweiz sind mautpflichtig. Die aktuellen Gebühren finden Sie unter www.autostrade.it, Stichwort percorsi. Von Juli bis September gilt auf den Autobahnen an den Wochenenden ein LKW-Fahrverbot. Von mehreren deutschen Städten verkehren Autozüge nach Alessandria und Verona in Norditalien – eine entspannte und umweltfreundliche, aber nicht preiswerte Alternative.

Die Hauptstrecken führen über Österreich, den Brenner und Bologna nach Florenz. Durch die Schweiz bzw. von der Schweiz aus können Sie wählen zwischen der Strecke Mailand–Genua–Livorno–Grosseto oder Mailand–Bologna–Florenz. Von dort geht es in alle Richtungen mit den Regionalbahnen weiter. Tickets gibt es am Schalter, am Automaten oder am Zeitungskiosk. Dort muss man allerdings die Kilometerzahl kennen.

Pisas Flughafen Aeroporto Galileo Galilei ist der wichtigste Flughafen in der Toskana. Er wird von Germanwings ab Köln, Berlin und München angeflogen, von Air Dolomiti ab München, von Easyjet ab Berlin und von Ryanair ab Lübeck, Düsseldorf-Weeze und Frankfurt-Hahn. Der Flughafen ist per Zug und Bus mit dem Hauptbahnhof in der Innenstadt verbunden. Ein Shuttle fährt mehrmals täglich nach Florenz. Nach Florenz fliegt Air-Berlin ab Stuttgart und Düsseldorf, Lufthansa ab Frankfurt und München. Der Flughafen ist über einen Shuttlebus mit dem Hauptbahnhof Santa Maria Novella verbunden. Wer in die südliche Toskana will, kann auch Flüge nach Rom in Betracht ziehen.

Auskunft
Italienische Zentrale für Tourismus Enit

Barckhausstraße1060325069 237434www.enit.de

Mariahilferstr.1b106001 505163012www.enit.at

Uraniastrasse3280010434664040www.enit.ch

Auto

Auf Autobahnen beträgt die Höchstgeschwindigkeit 130 km/h, auf Landstraßen 90 km/h, in geschlossenen Ortschaften 50 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5, und beim Fahren besteht Handyverbot. Außerhalb von Ortschaften muss grundsätzlich das Abblendlicht eingeschaltet sein, und bei Unfall oder Panne außerhalb von Ortschaften müssen Sie beim Verlassen des Wagens eine Warnweste anziehen.

Tankstellen sind werktags zwischen 7.30 und 12.30 und 15 und 19 Uhr geöffnet, sonntags nur vereinzelt auf Ausfallstraßen und Autobahnen. Es gibt jedoch fast überall Tankautomaten.

Die Autobahnen sind gebührenpflichtig. Trotzdem sind sie bei längeren Fahrten zu empfehlen, denn die Landstraßen in der hügeligen, manchmal auch bergigen Region sind oft kurvenreich. In Planung ist auch eine Gebühr für die beiden toskanischen Schnellstraßen Florenz–Siena–Grosseto und Florenz–Pisa–Livorno.

Steht am Eingang der historischen Innenstädte das Schild ZTL (Zona a Traffico Limitato), heißt das: Fahrzeuge ohne Genehmigung müssen draußen bleiben. Für Autos gilt das mittlerweile in fast allen Innenstädten, und Parkplätze an den Randbezirken sind teuer. Wer ein Hotel in der Altstadt gebucht hat, erhält dort meist einen Anwohnerparkausweis. Es kann aber auch sein, dass man den Wagen nach dem Entladen wieder aus dem Zentrum entfernen und außerhalb parken muss. Über eigene Garagen oder andere Parkmöglichkeiten verfügen in der Regel nur Hotels ab drei Sternen aufwärts. Auf den Seitenstreifen dürfen oft nur Anwohner parken. Für blau markierten Parkplätze reichen manchmal Parkscheiben, ansonsten halten Sie nach einem Parkscheinautomaten Ausschau. Bei längerem Aufenthalt ist es bequemer, die gebührenpflichtigen Parkhäuser und Parkplätze zu nutzen, die fast jede Stadt in Fußentfernung zu den Sehenswürdigkeiten anbietet (ca. 1–2 Euro pro Stunde).

Planen Sie einen Ausflug in einen anderen Ort, benutzen Sie, wenn möglich, die öffentlichen Verkehrsmittel. Mit Bus oder Bahn kommen Sie fast überall hin. Wollen Sie allerdings auch den Abend woanders verbringen, müssen Sie Ihr eigenes Fahrzeug nehmen. Nach 22 Uhr verkehren kaum noch Züge und Busse.

Diplomatische Vertretungen
Deutsches Konsulat Florenz

Corso dei Tintori30552343543

Österreichisches Konsulat Florenz

Lungarno Vespucci580552654222

Schweizer Konsulat Florenz

Hotel Park PalacePiazzale Galileo5055222434

Einreise

Personalausweis bzw. Kinderausweis genügt. Grenzkontrollen finden nur noch sporadisch statt.

Eintrittspreise

Die Eintrittspreise für Museen und Baudenkmäler variieren stark. In den örtlichen Infostellen für Touristen erfahren Sie, ob es reduzierte Eintrittskarten gibt und ob und wo Sie Tickets für Museumsbesuche vorbestellen können, um lange Wartezeiten zu vermeiden.

Geld & Kreditkarten

Nahezu alle Banken haben einen bancomat. In vielen Restaurants, Hotels und Geschäften sowie bei Tankstellen werden Kreditkarten akzeptiert.

Gesundheit

Die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC reicht aus, um sich bei einem Unfall oder einer akuten Erkrankung medizinisch versorgen zu lassen. Wer sich zusätzlich absichern möchte, kann eine Reiseversicherung abschließen. Die Notfallambulanz der Krankenhäuser (pronto soccorso) hilft in der Regel gut, schnell und unbürokratisch. Eventuelle Belege und Rechnungen legen Sie Ihrer Kasse zur Erstattung vor.

Klima & Reisezeit

In der gesamten Toskana herrscht gemäßigtes Mittelmeerklima. Im Winter scheint häufig die Sonne, doch es gibt auch kalte und vor allen Dingen nasse Tage. Schnee fällt in der Regel nur in den Hochlagen. Frühling und Herbst sind die beste Reisezeit. Im August in die Toskana zu reisen ist nicht ideal: Dann sind die Strände überfüllt und die brütend heißen Städte wie ausgestorben.

Mietfahrzeuge & Fahrradvermietung

Mietwagen gibt es an den Flughäfen und in den Städten bei den bekannten Firmen. Eine Kreditkarte ist obligatorisch. Für einen Kleinwagen zahlt man ab ca. 80 Euro pro Tag, Wochentarife sind billiger. Buchungen vor Reiseantritt sind häufig preiswerter, ebenso Wochenendpauschalen.

Vespa- und Motorradvermieter haben sich ebenfalls in allen größeren Urlaubsorten etabliert. Die Vespa, der legendäre italienische Motorroller mit den kleinen Rädern, ist jedoch gewöhnungsbedürftig! Die ab 50 cm3 vorgeschriebenen Helme gibt es in der Regel gratis dazu.

Fahrräder gibt es in Florenz direkt am Hauptbahnhof zu mieten, ansonsten fragen Sie in Ihrem Hotel oder bei der örtlichen Touristenauskunft Pro Loco.

Museen

Die großen staatlichen Museen sind montags geschlossen, aber über Mittag geöffnet. Der Eintritt ist für EU-Bürger bis 18 und über 65 Jahre gratis, von 18 bis 25 Jahre kostet er die Hälfte.

Notruf

Carabinieri (bei Verbrechen)112

Feuerwehr (Vigili del fuoco)115

Notarzt und Rettungswagen118

Polizei (bei Unfällen, mit Notarzt)113

Pannenhilfe803116

Öffentliche Verkehrsmittel

Regionale öffentliche Verkehrsmittel sind vergleichsweise günstig, die Überlandbusse und Züge in der Regel pünktlich. Tagsüber verkehren sie häufig, abends eher selten. Die schnellen, reservierungspflichtigen Eurostar-Züge verbinden nur die großen Städte und sind erheblich teurer. Falls Sie die Fahrkarten ein paar Wochen vorher kaufen, wird es allerdings billiger. Bahnfahrkarten ohne Reservierungen müssen am Bahnsteig entwertet werden. Von Florenz aus fahren Überlandbusse der Linien fast alle Orte in der Toskana an. Für den Stadtbus bekommen Sie die Tickets am Zeitungskiosk oder in Tabakgeschäften, für Überlandbusse, dort, wo er losfährt, und in einer Bar in der Nähe der Haltestellen. Im Bus bezahlt man einen Aufpreis von mindestens 1 Euro.

Öffnungszeiten

Die Mittagspause ist den Toskanern noch immer heilig. Kleinere Geschäfte haben daher in der Regel von 9 bis 13 und von 16 bis 19.30 Uhr geöffnet. Am Sonntag und Montagvormittag sind sie geschlossen. Viele große Supermärkte und Einkaufszentren haben durchgehend von 8 bis 20 Uhr geöffnet, manchmal sogar am Sonntag. Kirchen bleiben über Mittag meist geschlossen. Während der Gottesdienste ist keine Besichtigung erlaubt.

Polizei

Typisch italienisch: Es gibt gleich mehrere Polizeikategorien: die Vigili oder Polizia Municipale sind Verkehrspolizisten, bei Strafdelikten sind Carabinieri und Polizia di Stato zuständig. Polfer heißt die Bahnpolizei, und Guardia di Finanza sind Steuerfahnder. Sie alle dürfen nach Ihrem Ausweis fragen.

Quittungen

Für sämtliche Dienstleistungen und Waren muss man sich in Italien eine Quittung (scontrino) geben lassen und diese aufbewahren, um sie bei Kontrollen der Steuerbehörde vorweisen zu können.

Rauchen

Rauchen ist in allen öffentlichen Räumen untersagt, also auch in Restaurants, Bars, Diskotheken etc., die keine gesonderten Raucherzimmer haben. Gäste, die gegen die Vorschriften verstoßen, müssen mit Geldstrafen bis zu 250 Euro rechnen

Strom

Die Netzspannung entspricht der EU-Norm. Für die Stecker empfiehlt es sich, einen Adapter mitzunehmen.

Taxi

Lassen Sie sich im Hotel ein offizielles Funktaxi rufen, oder gehen Sie direkt zu den Taxiständen am Flughafen oder an den Bahnhöfen. Die Tarife entsprechen in etwa denen in Deutschland, nachts wird ein Aufpreis berechnet.

Telefon & Handy

Die Vorwahl nach Italien ist 0039, die Vorwahl von Italien nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041. Innerhalb Italiens gibt es keine Vorwahlen, die Null am Anfang einer Nummer wird auch bei Anrufen aus dem Ausland mitgewählt. Mobilnummern beginnen ohne Null. Für das Telefonieren mit einem ausländischen Handy sind wegen der Roaminggebühren italienische Prepaidkarten am günstigsten. Man bekommt sie in Tabakgeschäften für 5–10 Euro. Für Vieltelefonierer lohnt sich eine aufladbare Simkarte von einem der vier Netzanbieter (Wind, Vodafone, Telecom, Fastweb). So sind Sie über eine italienische Nummer zu erreichen, und Gebühren für eingehende Gespräche fallen weg. Beim Kauf Ausweis, Kontaktadresse und Handy mitnehmen. Es gibt nur noch wenige Telefonzellen, die mit Münzen funktionieren. Telefonkarten (carta telefonica) sind in Bars, Tabakgeschäften und Postämtern erhältlich.

Trinkgeld

Es gelten im Wesentlichen dieselben Gepflogenheiten wie in Deutschland. Allerdings lassen Sie sich im Lokal immer erst das Wechselgeld bringen und lassen Ihr Dankeschön dann auf dem Tisch zurück.

Unterkunft
Agriturismo

Auf Aberhunderten von Höfen in der Toskana wurden Gästezimmer und Apartments eingerichtet. Das Angebot reicht vom einfachen Zimmer bis zur Suite in einem Weingut. Vermietet wird tage- und wochenweise. Adressen mit guten Angeboten finden Sie u. a. auf folgenden Websites: www.bauernhofurlaub.com, www.terranostra.it, www.agritour.net, www.agriturist.it

Bed & Breakfast

Auf der Website www.bbitalia.it finden Sie – auch auf Deutsch – eine Vielzahl privater Unterkünfte in sympathischem Ambiente und zu attraktiven Preisen.

Camping

Ob im Binnenland oder an der Küste, die Qualität der Campingplätze hat sich enorm verbessert und ist in Italien nach wie vor bei Familien mit Kindern sehr beliebt. www.camping.it/germany

Ferienwohnungen

Auf folgenden Websites sind Sie bei der Suche nach den eigenen vier Wänden auf Zeit an der richtigen Adresse: www.ferientoscanasi.com, www.fewo-direkt.de, www.homelidays.com, www.sempre-italia.de, www.vamos-reisen.de, www.toskana-spezial.com, www.atraveo.de

Hotels

In den touristischen Gebieten am Meer oder in den Bergen bekommt man in der Hochsaison oft nur Zimmer mit Halb- oder Vollpension. Außerdem ziehen dann die Preise, vor allem im August, stark an. In der Nebensaison bieten fast alle günstige Sondertarife.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen Sie Waren zum eigenen Verbrauch unbegrenzt mitführen. Richtwerte u. a.: 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen, 90 l Wein. Für Schweizer und bei Durchreise durch die Schweiz gelten erheblich geringere Freimengen, u. a. 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen und 2 l Wein.

Was kostet wie viel?

Museum

6,50 Euro für die Uffizien in Florenz

Kaffee

um 1,50 Euro für einen Cappuccino im Stehen am Bartresen

Pizza

um 8 Euro für eine Pizza im Lokal

Wein

um 4 Euro für ein Glas Tischwein

Benzin

um 1,50 Euro für 1 l Super bleifrei

Strand

um 25 Euro Miete/Tag für zwei Liegestühle und Sonnenschirm

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage
1. Januar

Neujahr

6. Januar

Hl. Drei Könige

März/April

Ostermontag

25. April

Liberazione (Gedenktag an die Befreiung von der deutschen Besatzung)

1. Mai

Tag der Arbeit

2. Juni

Festa della Repubblica (Tag der Republik)

15. August

Mariä Himmelfahrt

1. November

Allerheiligen

8. Dezember

Unbefleckte Empfängnis

25./26. Dezember

Weihnachten

Feste & Festivals
Februar/März

Höhepunkt im Karneval sind die allegorischen Pappmachéfiguren in Viareggio, die über die Uferpromenade gezogen werden. www.viareggio.ilcarnevale.com

März/April

Der Venerdì Santo von Grassina, einem südlichen Vorort von Florenz, am Karfreitag ist die toskanische Version der Oberammergauer Passionsspiele. www.rievstoricagrassina.it

April–Mitte Juni

Ende April beginnt in Florenz der Maggio Musicale Fiorentino, das älteste Musikfestival für moderne Klassik. www.maggiofiorentino.com

Mai

An den beiden letzten Maisonntagen feiert Lucignano bei Arezzo mit dem farbenprächtigen Blumenkorso Maggiolata den Frühling.

Juni

Am 17. Juni steigt in Pisa die Regata di San Ranieri, ein Rennen mit historischen Ruderbooten auf dem Arno, und am letzten Junisonntag der Gioco del Ponte: Auf der Arnobrücke Ponte di Mezzo schieben Männer mit Muskeln der Gegenseite einen tonnenschweren Karren zu.

Beim Calcio in Costume in Florenz am 24. Juni raufen drei Mannschaften um einen Stoffball. Der Tag endet mit einem Feuerwerk. www.calciostorico.it

Juli/August

Nur rund 100 Sekunden dauert der Palio am 2. Juli und 16. August in Siena, bei dem zehn Reiter auf ungesattelten Pferden dreimal die Piazza del Campo umrunden. www.ilpalio.org

Beim Bluesfestival Pistoia Blues auf dem Domplatz im Juli spielten schon Legenden wie B. B. King und die Talking Heads.

Bei der Mercantia in Certaldo ist die Stadt Mitte Juli fünf Tage lang ein Pilgerziel von Gauklern und Artisten, die ihr Können auf den Straßen und Plätzen zeigen. www.mercantiacertaldo.it

La Versiliana, das Mehrspartenfestival in Pietrasanta von Mitte Juli bis Ende August, ist Treffpunkt für Urlauber, die ihr Badevergnügen mit einer Prise Kultur würzen wollen. www.laversilianafestival.com

Effetto Venezia ist eine neuntägige Kirmes mit Musik, Tanz, Kleinkunst und Folklore Ende Juli/Anfang August in Livorno.

Grey Cat Festival: Überall in der Provinz Grosseto gibt es im August Jazz vom Feinsten.

Das historische Spiel Bravio delle Botti am letzten Augustsonntag lockt unzählige Besucher nach Montepulciano. Dabei werden Weinfässer die steilen Straßen zur Piazza Grande hochgerollt. www.braviodellebotti.com

September

Die Giostra del Saracino in Arezzo am ersten Sonntag ist ein farbenprächtiges Kostümfest, bei dem Reiter eine Holzfigur mit der Lanze treffen müssen. Mittelalterfans kommen voll auf ihre Kosten! www.giostradelsaracino.arezzo.it

Freizeitchöre aus ganz Europa reisen Mitte September zum hochkarätigen Wettbewerb Concorso Polifonico nach Arezzo. www.polifonico.org

Ende Oktober

Lucca Comics & Games: Hier ist der Name Programm.www.luccacomicsandgames.com

23.–26. Dezember

Beim Presepe Vivente in Equi Terme stellt die Bevölkerung die Weihnachtsgeschichte nach. www.presepeviventeequi.com

Im Trend

Zack, Bang, Plonk
Comics

Graphic Novels sind nicht mehr nur für Kinder. Die erwachsenen Comics sind wahre Kunstwerke, und Italiens Hauptstadt der „Bilderbücher“ liegt in der Toskana. In Lucca findet nicht nur das Comicfestival Lucca Comics & Games statt. Dort steht auch das Comicmuseum Museo Nazionale del FumettoPiazza San Romano4. Wer nicht nur gucken, sondern auch kaufen will, geht zu Il CollezionistaPiazza San Giusto1. Und nahebei, in Pescia, befindet sich L'ElefanteViale Europa16 eine Bücherei ausschließlich für Comics.

Zum Anbeißen
Wellness

Olivenöl, Meersalz und Wein sind die Schönmacher in den Terme San GiovanniVia Terme San Giovanni52Rapolano Terme. Dort sorgen die Naturzutaten für zarte Haut. Im Fonteverde Natural Spa bei San Casciano dei Bagni setzen die Beautyprofis ebenso auf Naturpower wie im L'Andana Espa. Der Geheimtipp des Spa of the Senses in den Terme SensorialiPiazza Martiri PeruginiChianciano Terme ist die Weintherapie – äußerlich angewandt, versteht sich.

Designerpalazzo
Alt & neu

In Florenz' Zentrum liegt das Una Hotel VittoriaVia Pisana59. Halb Palast, halb Designherberge, bringt die Unterkunft Herzen zum Höherschlagen. Mehr als 100 Jahre zählt die Villa FortelungaVia Cunicchio5 in Pozzo, verstaubt ist das Hotel aber keineswegs. Philip Robinson sorgte dafür, dass iPod-Dock und Antiquitäten harmonieren. Jeder Besuch im Gallery Art HotelVicolo dell'Oro5 in Florenz ist anders – dank der wechselnden Kunstausstellungen.

Tanz mit dem Wind
Kitesurfen

Hat man den Dreh erst einmal heraus, ist der rasante Ritt auf den Wellen ein riesiger Spaß. Ein guter Lehrer ist beim Kiten deshalb unverzichtbar. Die Profis von Surf RelaxVia Amorotti2www.surfrelax.it in Follonica helfen beim Einstieg und stehen auch Könnern noch mit Tipps zur Verfügung. Weiter südlich, in Talamone, bietet die Kiteschule TWKCVia Talamonesewww.twkc.it Kurse an. Außerdem können Sie dort auch Schirm, Brett und Co. leihen. Wer nur die Ausrüstung benötigt, wird im nahen Fonteblanda im TWKC ShopVia Aurelia Vecchia41 oder bei Hoasy SurfViale Diacinto Cestoni61www.hoasysurf.it in Livorno fündig. Die besten Windverhältnisse herrschen in der Regel rund um Castiglione della Pescaia.

Ohne Schnickschnack
Fiaschetteria

Kleine Speisen, ein Glas Wein am Tresen und dazu ein Schwatz mit Barmann oder -frau. In den geht es gemütlich und bodenständig zu. Es wird Wein verkauft und getrunken, und oftmals stehen auch hausgemachte und regionale Spezialitäten zum Verkauf. Die Fiaschetteria NuvoliPiazza dell'Olio15 in Florenz ist bei den Einheimischen wegen ihrer kleinen Preise und leckeren Speisen beliebt. Wenn Sie das Sträßchen hinuntergehen, landen Sie bei La MescitaVia degli Alfani70r. Hier wandern bereits seit 1927 knusprige über den Tresen. Seit Kurzem entdecken auch die jungen Florentiner diese kleinen Gastroperlen wieder. Auch außerhalb von Florenz gibt es etwa das Caffè Fiaschetteria ItalianaPiazza del Popolo6www.caffefiaschetteriaitaliana.com in Siena. Auch das gibt es bereits seit 1888.

Bloss nicht

Fälschungen kaufen

Auch wenn Sie ein leidenschaftlicher Schnäppchenjäger sind: Lassen Sie die Finger von preisgünstigen Ray-Ban-Brillen und Gucci-Taschen, die Ihnen in den Fußgängerzonen von den netten „Vu Cumpra“ aus Senegal oder Somalia ans Herz gelegt werden. Bis zu 3000 Euro Strafe kann Sie – auch als Käufer! – solch ein gefaktes Accessoire vom Straßenhändler kosten.

Im Zug den Naiven Spielen

Die Ausrede, man sei fremd im Land und wisse es nicht, zieht nicht. Vergessen Sie daher nicht, vor Antritt einer Zugfahrt die Tickets wie im Bus zu entwerten. Die Stempelautomaten stehen in den Bahnhofshallen oder auf den Bahnsteigen.

Spontaner Museumsbesuch

Planen Sie keinen Besuch der ganz großen Museen, etwa der Uffizien in Florenz, ohne vorher reserviert zu haben. Das kostet Sie zwar ein paar Euro extra, dafür sparen Sie sich aber langes Schlangestehen.

Allzu Sorglos sein

Es muss leider gesagt werden: Passen Sie auf, wenn sich Ihnen bettelnde Kinder nähern. Oft haben sie eine Zeitung in der einen Hand und verdecken damit die andere, mit der sie in Ihren Taschen nach dem Geldbeutel fischen.

Ohne Bon davon

Nehmen Sie immer den Kassenzettel mit, auch wenn Sie in der Bar nur einen Kaffee getrunken haben. Ausgenommen sind lediglich Zeitungen, Benzin und Zigaretten. Das scontrino ist der Beleg dafür, dass die Ware oder Dienstleistung verbucht wurde und Steuern abgeführt werden. Draußen kann es passieren, dass Steuerfahnder Sie ansprechen. Wenn Sie dann nichts vorlegen können, kann das für den Verkäufer und für Sie teuer werden.

Sich im Restaurant Danebenbenehmen

In Italien ist es nicht üblich, sich einfach an einen freien Platz zu setzen. Warten Sie, bis Ihnen der Kellner einen Platz zuweist, wobei Sie selbstverständlich Ihre Wünsche äußern können. Auch getrennt zu bezahlen ist nicht gerade elegant. In Italien werden die Rechnungen tischweise präsentiert, der Betrag wird in der Regel paritätisch aufgeteilt. Merken Sie sich die Preise, und rechnen Sie anschließend untereinander ab.

Verkehrsbestimmungen missachten

Falschparken und Tempoüberschreitungen können Sie teuer zu stehen kommen. Bußgeldbescheide können inzwischen EU-weit eingetrieben werden, und die Bußgelder in Italien gehören zu den höchsten in Europa.

Stichworte

Agriturismo

Überall weisen Schilder den Weg zu meist aufwendig renovierten Ferienwohnungen in malerisch gelegenen Bauernhäusern und Weingütern, die mit allem erdenklichen Komfort ausgestattet sind. Inklusive Swimmingpool, der in dieser Region mit Wasserproblemen im Sommer eigentlich nichts verloren hat. Mit der ursprünglichen Idee, Kleinbauern eine zusätzliche Einnahmequelle zu garantieren und Naturliebhabern einen authentischen Einblick in das bäuerliche Leben zu ermöglichen, haben diese schicken Urlaubsunterkünfte nicht mehr viel zu tun. Zwar betreiben einige Anbieter noch immer Oliven- oder Weinanbau und züchten andere heimische Tierrassen, doch ist Landwirtschaft häufig nur noch dekoratives Beiwerk fürs Tourismusgeschäft, das längst Haupterwerb ist. Die Ferienbauernhöfe der Anfangszeit findet man am ehesten noch in touristischen Randgebieten.

Città slow

Italienisch für „Stadt“ und Englisch für „langsam“: Kommunen, die sich mit dieser Bezeichnung schmücken, zeigen an, dass sie sich verpflichtet haben, auf Gemeindeebene die traditionellen Strukturen zu erhalten, Autos aus der Innenstadt zu verbannen, sich vorwiegend mit lokalen Produkten zu versorgen und nachhaltige Energien zu nutzen. Die Initiative zur Entschleunigung wurde 1999 von Slow Food initiiert, der weltweiten Bewegung für den Erhalt biologischer Vielfalt und regionaler Spezialitäten. Erklärtes Ziel ist es, lebenswerte, nachhaltig wirtschaftende Orte zu fördern. Gründungsmitglied der mittlerweile internationalen Aktion war das Weinstädtchen Greve in Chianti.

DOP & IGP

In der hügeligen, manchmal bergigen Region sind Intensivlandwirtschaft und Massentierhaltung fast unmöglich. Zum Glück, kann man angesichts immer häufiger auftretender Lebensmittelskandale nur sagen! Denn um konkurrenzfähig zu bleiben, haben sich viele toskanische Landwirte und Lebensmittelhersteller auf Anbau und Herstellung lokaler Qualitätsprodukte spezialisiert. Die Liste reicht vom Kastanienmehl aus der Garfagnana über eine besonders schmackhafte, weiße Hühnerrasse aus dem oberen Arnotal und Schafskäse aus Pienza bis zum zarten Schinken der heimischen Schweinerasse Cinta Senese aus dem Gebiet um Siena. In der Regel sind diese lokalen Produkte mit der geschützten Ursprungsbezeichnung DOP (Denominazione d'Origine Protetta) gekennzeichnet. Sie garantiert, dass sie auf traditionelle Weise angebaut bzw. gezüchtet und verarbeitet werden. Weniger streng sind die Vorgaben für die geschützte geografische Angabe IGP (Indicazione Geografica Protetta). Um dieses Siegel zu erhalten, reicht es aus, wenn einer der Produktionsschritte in der Herkunftsregion stattfindet.

Etrusker

„Die Etrusker waren, wie jeder weiß, das Volk, das in der römischen Frühzeit Mittelitalien bewohnte und das die Römer, auf ihre übliche gutnachbarliche Manier, völlig ausrotteten, um für Rom Raum zu schaffen.“ Noch Fragen? So trocken resümiert Reiseschriftsteller D. H. Lawrence das Ende des Volks, das um 1000 v. Chr. vermutlich aus Kleinasien zuwanderte, sich im Dreieck zwischen Tyrrhenischer Küste, Arno und Tiber niederließ und vor Beginn unserer Zeitrechnung bereits untergegangen war. Gleichwohl haben die Etrusker als großartige Bautechniker und Handwerker unauslöschliche Spuren hinterlassen. Seinen Reichtum verdankte das friedliebende Volk, bei dem Frauen den Männern ebenbürtig waren, dem Abbau und der Verarbeitung von Eisenerz. Ungewöhnlich war ihr ausgeprägter Totenkult. Ihre Totenstädte, die Nekropolen, waren für die Ewigkeit gebaut, ihre prächtigen Gräber mit allem ausgestattet, was das Leben angenehm macht. Was man heute über sie weiß, stammt aus diesem Nachlass.

Guelfen und Ghibellinen

Papstanhänger und Kaisertreue – heute würde man wohl linke Mitte und rechte Mitte sagen –: Das Gegensatzpaar taucht erstmals um 1215 auf und wird noch immer bei politischen Auseinandersetzungen bemüht. Im Mittelalter ahnten die autonomen Stadtrepubliken, dass sie nicht ohne mächtige Schutzherren gegen den Expansionsdrang der Nachbarn auskommen würden. Zur Wahl standen die Anhänger der deutschen Welfenfürsten, die die Politik des Papsttums unterstützten, und die Parteigänger der Staufenkaiser aus Waiblingen, die die Trennung von Kirche und Macht forderten. Florenz und Lucca entschieden sich für die Guelfen, weil die Kirche mit ihren internationalen Verbindungen den Handel begünstigte. Arezzo, Pisa und Siena schlossen sich den Ghibellinen an, weil sie sich dort Unterstützung gegen den florentinischen Expansionsdrang erhofften. Dabei dachten die Guelfen zeitgemäßer als die Ghibellinen, die die Macht beim Adel lassen wollten. Die Papstanhänger hingegen wollten die Großkaufleute, die am Wohlstand der Städte wesentlichen Anteil hatten, an der Regierung teilhaben lassen. Schon bald galt die Zugehörigkeit zur Partei mehr als die zur eigenen Stadt. Deswegen kämpften ghibellinische Florentiner beispielsweise auf der Seite Sienas, guelfische Sienesen für Florenz.

Historische Wettkampfspiele

Viele toskanische Stadtfeste haben Wettkampfcharakter: Bei einem Rennen oder beim Bogenschießen treten Vertreter von Stadtvierteln in prachtvollen Kostümen gegeneinander an. Den Gewinnern winkt eine Trophäe. Meistens werden die Spiele von prächtigen Umzügen sowie einem Gelage begleitet und erinnern an ein Ereignis aus der Stadtgeschichte. Das ziemlich derbe Ballspiel Calcio in Costume in Florenz etwa wiederholt einen Wettkampf zwischen Florentinern und kaiserlichen Truppen aus dem Jahr 1530. Mit wenigen Ausnahmen, wie der Palio von Siena, waren diese Stadtfeste zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten und wurden erst in den 1960er-Jahren aus der Mottenkiste der Erinnerung gegraben.

Künstlergärten

Die Toskana übt seit jeher große Anziehungskraft auf Künstler aus aller Welt aus. Fasziniert vom großen Kulturerbe und dem milden Klima haben sich daher auch zahlreiche zeitgenössische Maler und Bildhauer hier niedergelassen. Sie wollten sich in der alten Kulturlandschaft ihren Traum vom Rückzugsort auf dem Land verwirklichen, dort im Einklang mit der Natur in Ruhe arbeiten und leben. Dabei haben sie oftmals die Umgebung in ihre Arbeit mit einbezogen oder einen Skulpturengarten mit eigenen Werken und denen von Freunden angelegt. Das Spektrum der heutigen Künstlergärten reicht vom kunterbunten Monument einer Liebe über einen Klanggarten, wo der Wind auf den Skulpturen spielt, bis zum Landschaftsgarten mit Auftragsarbeiten weltbekannter Künstler. Viele sind zumindest im Sommer für Besucher geöffnet.

Macchia

Wie überall im Mittelmeerraum trifft man auch in der Toskana auf dieses niedrige, undurchdringliche Buschwerk aus Lorbeer, Ginster, Wacholder, Erdbeerbaum, Baumheide und Myrte. Das war nicht immer so – in der Antike war die gesamte Region von dichten Wäldern aus Eichen, Buchen und Tannen überzogen. Vor allem im Küstenbereich verschwanden viele durch rigorose Abholzung. Etrusker, Römer und mittelalterliche Eisenhüttenbesitzer befeuerten damit ihre Brennöfen. Die freigelegten Flächen wurden Opfer der Bodenerosion. In deren Folge breitete sich die genügsame, immergrüne Macchia aus, die sich optimal der sommerlichen Hitze anpasst.

Medici

Keine andere toskanische Familie hat derart viele Spuren hinterlassen wie die Medici, die vor knapp 600 Jahren den Aufstieg von kleinen Krämern zu absolutistischen Fürsten schafften. Aus dem Mugello im Nordosten der Toskana zugewandert, übernahmen sie 1434 die Macht in der Stadtrepublik Florenz. Als Bankiers des Papsts waren sie zu Geld und Einfluss gekommen. Von kleinen Unterbrechungen abgesehen, bestimmten sie fast 300 Jahre lang die Geschicke der Renaissancestadt und später der gesamten Toskana. Berühmtheit erlangten die Medici auch als bedeutende Kunstmäzene. Doch förderten sie Kunst und Architektur nicht ohne Hintergedanken. Heutigem Sponsoring nicht unähnlich, nutzten sie sie als Propagandamittel, um neben Macht und Reichtum auch ihren Ruhm zu mehren. Im Gegenzug bekamen die Künstler freie Hand. Das machte Florenz zum Mekka für Maler, Bildhauer und Baumeister und ist der Grund, warum die Arnostadt heute ein einziges Museum ist.

Mezzadria

Noch bis in die Mitte des 20. Jhs. wurde in der toskanischen Landwirtschaft dieses System der Halbpacht praktiziert. Der Grundbesitzer stellte Land, Haus, Vieh, Saatgut und Gerät, der Halbpächter, der mezzadro, bestellte die Felder und musste die Hälfte seiner Erträge abgeben. Die Landbesitzer konnten gut davon leben, die Pächter verarmten. Zwar ermöglichte es ihnen eine Landreform in den 1950er-Jahren, die Häuser zu kaufen, doch fehlte ihnen dafür oft das Geld, und sie wanderten in die Städte ab. Anfangs kauften Ausländer die verlassenen Höfe; heute werden sie wieder vorwiegend von Italienern bewohnt oder an Feriengäste vermietet.

Naturschutzparks

Nicht nur die zahllosen Kulturdenkmäler stehen in der traditionell links regierten Toskana unter Schutz, auch ein großer Teil der abwechslungsreichen Naturlandschaft: gut zehn Prozent des Territoriums, rund 2200 km2, so viel wie in keiner anderen italienischen Region. Da sind zunächst die beiden Nationalparks: der Park des Toskanischen Archipels, das größte Meeresschutzgebiet im Mittelmeer, und der Parco Nazionale delle Foreste Casentinesi mit riesigem Baumbestand, wunderschönen Wasserfällen und abwechslungsreicher Fauna. Darüber hinaus gibt es rund 100 mehr oder minder große lokale und regionale Parks sowie Schutzreservate. In der Regel verfügen sie über ein Besucherzentrum mit detailliertem Informations- und Kartenmaterial.

Pieve

Es ist kein Zufall, dass sich die kleinen, schlichten Landkirchen, die zu den ältesten Zeugnissen toskanischer Sakralbaukunst gehören, in der Regel außerhalb der Ortschaften befinden. Sie wurden ab dem 11. Jh. an wichtigen Routen errichtet, damit sowohl die Bewohner als auch Durchreisende sie problemlos erreichen konnten. Meist waren es Pfarrkirchen, zu erkennen am Taufbecken und an einem eigenen Friedhof. Erbaut aus heimischen Materialien – roh behauenen Steinen, Holz und Terrakotta –, folgen sie im Innern dem einfachen Grundriss einer altchristlichen Basilika. Sie besitzen ein gewölbeloses Langhaus, das hinter dem Chorraum in die Apsis übergeht, und sind meist ohne Querschiff.

Renaissance

Die Wiedergeburt – auf Italienisch rinascita – antiker Ideale in Philosophie, Wissenschaft und Kunst: Diesen Begriff für die Zeit zwischen 1400 und 1600, in der ein tief greifender kultureller Wandel stattfand, prägte der Maler und Architekt Giorgio Vasari. Im Mittelalter besaß die Kirche das Bildungsmonopol, und so dominierte ihr ganz auf Gott bezogenes Weltbild. Die florentinischen Humanisten um Francesco Petrarca kanzelten die Epoche als „dunkel“ und sinnenfeindlich ab und propagierten stattdessen ein dem Diesseits und natürlicher Sinnlichkeit zugewandtes Lebensgefühl, in dem der Mensch das Maß war und zur Eigenverantwortung angehalten wurde. Angeregt vom humanistischen Denken, ließen auch Künstler die wiederentdeckte Diesseitsfreude in ihre Arbeit einfließen: Anstatt weiterhin symbolhaft und starr ihre Motive darzustellen, konzentrierten sie sich auf die wirklichkeitsgetreue Darstellung von Mensch und Landschaft. Gleichzeitig wurden in der Architektur die himmelwärts aufstrebenden Linien der Gotik von den breit angelegten Renaissancebauten mit der Betonung der Horizontalen abgelöst.

Weinstraßen

Dass die Toskana auch ein Land der kulinarischen Hochkultur ist, davon zeugen nicht weniger als 15 Weinstraßen, die sich durch die Toskana schlängeln. Wie der Name sagt, dreht sich dort zunächst alles um den Wein. Braune Hinweisschilder weisen Sie auf die am Wegrand liegenden Weingüter, Kellereien und Önotheken hin. Doch kommen auch andere kulinarische Spezialitäten des jeweiligen Gebiets sowie Kulturdenkmäler nicht zu kurz. So lockt beispielsweise die Strada del Vino Vernaccia di San Gimignano mit Safran, der im Umland angebaut wird. An der Strada del Vino Costa degli Etruschi können Sie sich in Ölmühlen über die Gewinnung von kalt gepresstem Olivenöl informieren. Die Strada del Vino Nobile di Montepulciano macht einen Schlenker zu den Schwefelthermen von Bagno Vignoni, und Kastanienprodukte aus den Wäldern des Monte Amiata gehören zu den Attraktionen der Strada del Vino di Montecucco.

Bücher & Filme

La Vita è bella

Der Film von 1997 erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie aus Arezzo, die im Zweiten Weltkrieg in einem italienischen Konzentrationslager landet. Hauptdarsteller und Regisseur Roberto Begnini versucht seinen kleinen Sohn durch Phantasiegeschichten von den Grauen abzulenken

Die Nacht der schwarzen Rosen

Als Strafverteidiger hatte der florentinische Autor Nino Filastò jahrelang mit Betrug, Mord, Drogenhandel und den nervenaufreibenden Mechanismen des italienischen Justizapparats zu tun. Wohl aus diesem Grund sind seine Avvocato-Scalzi-Romane über die dunkle Seite der heutigen Toskana derart überzeugend

Die Außenstelle des Paradieses. Toskanische Tagträume

Hinschauen statt angucken: Unter diesem Motto hat die Autorin dieses MARCO POLO Reiseführers die Toskana bereist und eine Region jenseits der Klischees kennengelernt

Hannibal

Mit Anthony Hopkins als Hannibal Lecter, der in der Bibliothek des Palazzo Vecchio arbeitet, hat Regisseur Ridley Scott im Jahr 2000 die Fortsetzung vom „Schweigen der Lämmer“ in Florenz in Szene gesetzt.

Fakten

Einwohner
3.729.641
Fläche
22.987 km²
Strom
230 V, 50 Hz
Hauptstadt
Florenz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
19:27 Uhr
Zeitverschiebung
keine
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