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Rumänien

Check-in

"Um Gottes willen, was wollt Ihr denn da?" Das ist wohl die häufigste Frage, die Reisende zu hören bekommen, die einen Rumänienbesuch planen. Ja, was kann man denn in diesem Land am Rand der EU wollen? In einem Land, das die meisten nur aus gelegentlichen Schlagzeilen zu Korruption oder Diskriminierung kennen? Sie würden sich wundern.

Denn in Rumänien gibt es eigentlich alles, was Reisende wünschen: Wer Ruhe sucht und Abgeschiedenheit, der findet sie in den herrlich einsamen, unberührten Bergen der Westkarpaten, in den vielen stillen Klöstern mit wunderbar bemalten Fassaden wie Suceviţa in der Nordmoldau und in der sanften Hügellandschaft Siebenbürgens, etwa im dünn besiedelten Harbachtal (Valea Hârtibaciului), in dem das Leben einen ruhigen Takt schlägt. Sportfans wie Motorradfahrer oder Kletterer werden ebenso bedient wie Liebhaber von Kultur. So besitzt etwa das Brukenthalmuseum in Sibiu eine wertvolle Sammlung von Gemälden europäischer Malschulen des 15. bis 18. Jhs. In Baia Mare schätzen Kenner das Museum der dortigen Künstlerkolonie, deren Mitglieder einen bodenständigen, einzigartigen Impressionismus pflegten. Kulturtouristen freuen sich auch auf die vielen Kirchenburgen in Siebenbürgen, 200 waren es einmal, 18 davon sind nun durch ein EU-Projekt vernetzt und werden teilsaniert. An Architektur und Geschichte Interessierte kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Von den Ruinen griechischer und römischer Städte z. B. in der Dobrudscha bis hin zu den wunderschönen Jugendstilbauten etwa in Temeswar (Timişoara) und Oradea bietet Rumänien eine große Vielfalt. Wer lieber baden oder angeln geht, der sollte ins Donaudelta fahren oder an die breiten Sandstrände der Schwarzmeerküste ziehen. Kurzum, hier findet jeder das, was er sucht. Vorausgesetzt, er bringt eine gehörige Portion Geduld und Offenheit mit, denn Rumänien ist kein gewöhnliches Reiseland. Hier werden Sie als Gast und nicht als Fremder behandelt. Natürlich mangelt es da und dort noch an touristischer Infrastruktur, aber eben das macht den Reiz einer Rumänienreise aus. Sie brauchen keine ausgetretenen Touristenpfade nehmen, sondern können selbst auf Entdeckungstour gehen. Hauptsache, Sie lassen sich ein auf Rumänien, machen sich ganz unvoreingenommen auf den Weg in dieses einzigartige Land. Denn wer einmal dort war, der kommt immer wieder. Schon allein deshalb, weil es noch so viel zu entdecken gilt.

Rumänien mit seinen rund 19,6 Mio. Einwohnern ist seit 2007 Mitglied der EU und liegt umgeben von Bulgarien und Serbien im Süden, der Ukraine im Norden, Ungarn im Westen, Moldawien im Osten und dem Schwarzen Meer im Südosten. Das Land kuschelt sich regelrecht um den Karpatenbogen herum und in sein Inneres hinein. Die mit Selbstironie gesegneten Rumänen - der Dichter George Bacovia war darin ein Meister, sein meistzitierter Vers heißt "ein humorvolles trauriges Land" - sind herzliche, offene Menschen. Ihre Gastfreundschaft zeichnet sie besonders aus, ist eine Konstante in dem über die Jahrhunderte gebeutelten Land. So kann es Ihnen durchaus passieren, dass sie in einem Dorf irgendwo in Siebenbürgen spontan zu einer Hochzeitsfeier eingeladen werden. Oder zu einem Glas Tzuika oder Wein. Schlagen Sie solche Einladungen keinesfalls aus, es wäre eine Beleidigung für die Gastgeber.

Für Rucksacktouristen ist Rumänien eine reizvolle Herausforderung. Sie kommen bei Touren durch die atemberaubende Landschaft in den Apuseni, der Maramureş, Siebenbürgens und der Bukowina auf ihre Kosten. Wer Neugier, etwas Abenteuerlust und Kommunikationsfreude mitbringt, vermag im Karpatenland eine Menge zu entdecken, wenn er es auf eigene Faust erkundet. Vor allem in den Dörfern und Tälern tut sich eine Vielfalt an Sitten und Bräuchen auf, beeinflusst von Orient, Okzident und der heidnischen Vorgeschichte.

Der Zustand der Landstraßen hat sich deutlich gebessert - was aber nicht heißt, dass nirgendwo mehr ein Schlagloch anzutreffen wäre. Nicht nur deshalb sollten sich Autofahrer auf den verführerisch ebenen Straßen nicht zum Rasen verleiten lassen. Gebirgsserpentinen und Fernstraßen werden auch von Fußgängern und unbeleuchteten Pferdewagen benutzt. Der Zugverkehr hat sich nicht entscheidend verbessert. Zuverlässige, aber langsame Verbindungen gibt es nur zwischen den größeren Städten. Der Nahverkehr ist eine Katastrophe. Kurze Wege dauern aus unerfindlichen Gründen Ewigkeiten; die meisten Pendler fahren deshalb einfach per Anhalter. Anders die Unterkünfte: Langsam und leise sind v. a. in Siebenbürgen und in der Bukowina blitzsaubere private Pensionen entstanden, ein Netz von Privatquartieren bei Bauern hat sich entwickelt. Auf die Tristesse realsozialistischer Hotels ist keiner mehr angewiesen.

Was Fremde in Rumänien immer wieder verblüfft, ist das scheinbar unglaubliche Nebeneinander von Dingen und Zuständen, die nicht zusammenpassen. Auf dem Land stehen bittere Armut, Aberglaube und Analphabetismus neben dem Neureichtum der jüngeren Generation, die es dank Gastarbeit im Westen zu Einfamilienhaus und Auto gebracht hat. In Bukarest swingt die aufstrebende Jugend zwischen Handy und Internet, daneben stehen Horden von Bettlern. Kinder leben auf der Straße, kommunizieren aber per E-Mail.

Nach 1989 war Rumänien wirtschaftliches Schlusslicht in Europa. Doch seit 2000 hat ein kräftiger Aufschwung eingesetzt. Fast alle staatlichen Industrieungetüme wurden privatisiert, viele ausländische Investoren ließen sich nieder. Junge Leute streben v. a. in die Computerbranche. Rumänien gehört mittlerweile zu den sechs Ländern weltweit mit den meisten IT-Spezialisten pro Kopf. Doch bei weiten Teilen der Bevölkerung ist der Aufschwung noch nicht angekommen. Vor allem Alte leiden unter den hohen Strom- und Heizkosten, die im Winter ihre Rente oft übersteigen.

Der EU-Beitritt hat den historischen Traum eines Volks erfüllt, das stets zwischen den Imperien und Machtblöcken in einer Grauzone lag und eine Ausnahmestellung hatte. Umgeben von slawischen Völkern ist Rumänien eine romanische Sprachinsel, entstanden durch die Verschmelzung des Urvolks der Daker mit den Römern, die dieses Land unter Kaiser Trajan 106 n. Chr. besetzten. Jahrhundertelang waren die rumänischen Fürstentümer Spielball der wechselnden Kräfteverhältnisse zwischen Österreich-Ungarn, Russland und der Türkei. Unter Ceauşescu geriet Rumänien erneut in eine Sondersituation, weil der Diktator nach Unabhängigkeit von Moskau strebte und das Land in die außenpolitische Isolation trieb. Nach seinem Sturz im Zug des blutigen Volksaufstands im Dezember 1989 kamen nur mäßig gewendete Kommunisten unter Präsident Ion Iliescu an die Macht. Seither gab es schon drei demokratische Machtwechsel.

Es bleibt spannend, Rumänien als Reiseland ins Auge zu fassen, jenseits aller politischen Irrungen und Wirrungen. Da der Massentourismus hier noch keine Wellen schlägt, können Besucher das ganz normale Leben im Karpatenland in unverfälschter Form kennenlernen, etwa beim Schlendern durch die verträumten mittelalterlichen Städte oder bei Wanderungen durch die Hügellandschaft Siebenbürgens, die auch der britische Thronfolger Charles vor einigen Jahren für sich entdeckte und für deren Bewahrung er sich heute einsetzt. Auf Schritt und Tritt hält Rumänien große und kleine Überraschungen für Sie bereit. Lassen Sie sich darauf ein!

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Mit den prächtigsten Fresken der Bukowina hat dieses Kloster die Kunstgeschichte geprägt. Die blaue Farbe der Außenfresken ist als Voroneţblau ein Begriff in der internationalen Fachsprache…
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Praktische Hinweise

Anreise

Auto

Von Wien führt die Autobahn über Budapest fast bis zur rumänischen Grenze nahe Szeged. Von dort fahren Sie am besten weiter über Arad und Sibiu nach Bukarest. Weitgehend über Landstraßen führt der Weg von Budapest über Szolnok und Püspökladany nach Oradea und Cluj.

Bahn

Nach Bukarest gelangen Sie mit dem Eurocity über Wien und Budapest. Morgens fahren Sie in München los, am späten Nachmittag steigen Sie in Budapest in den Nachtzug und erreichen Bukarest am nächsten Morgen (etwa 24 Std., Preis hin und zurück ca. 160 Euro). Infos: www.bahn.de

Flugzeug

Lufthansa bietet täglich Direktflüge von Frankfurt am Main und München nach Bukarest an, außerdem von München nach Sibiu und Timişoara. Direkt von München nach Bukarest, Cluj-Napoca und Sibiu fliegen Sie auch mit der rumänischen Fluggesellschaft Tarom. Blue Air fliegt direkt von Köln (Bonn) und Stuttgart nach Arad, Sibiu und Bukarest. Carpatair hat außerdem Flüge von München, Stuttgart und Düsseldorf nach Sibiu über Timişoara im Angebot. Zwei Direktflüge täglich gibt es aus Bukarest nach Zürich. Direktflüge aus Wien gehen nach Bukarest, Timişoara, Sibiu, Cluj-Napoca, Iaşi und Suceava. Nach Constanţa an der Schwarzmeerküste fliegen nur in der Hauptsaison Chartermaschinen aus Deutschland. Auch die Billigfluggesellschaften WizzAir, EasyJet, German Wings und Air Berlin haben Destinationen in Rumänien im Programm. Unter reisen.transylvaniatravel.net gibt es eine ganz gute Übersicht zu den Flugverbindungen und auch Tipps für günstige Flüge.

Schiff

Es gibt auch die Möglichkeit, auf der Donau eine Kreuzfahrt bis ans Schwarze Meer zu machen. Die Fahrt von Passau bis nach Sulina oder Izmail dauert acht bis zehn Tage und kostet je nach Komfort ab ca. 1200 Euro aufwärts.

Auskunft

Rumänische Touristenbüros

- Budapester Str. 20 A | 10787 Berlin | Tel. 030 2419041

- Dachauerstr. 32-34 | 80335 München | Tel. 089 51567687

- Opernring 1, Stiege R-Top 401-404 | 1010 Wien | Tel. 01 3173157

Auto

Setzen Sie sich niemals alkoholisiert ans Steuer, auch wenn es nur ein Schlückchen war. Denn in Rumänien gilt absolutes Alkoholverbot. Und das wird auch kontrolliert. Auch ansonsten sollten Sie in jedem Fall vorsichtig fahren! Die Straßen sind zwar besser als ihr Ruf, doch innerhalb der Ortschaften können sich unerwartete Schlaglöcher auftun, die mitteleuropäische Fahrer einfach nicht gewohnt sind. Unbedingt an die Höchstgeschwindigkeit halten, auch wenn die Rumänen oft wesentlich schneller fahren. Die Straßen sind sehr belebt mit Fußgängern, Tieren (Hunde, Pferde, Kühe, Gänse) sowie Fuhrwerken.

Es gilt Tempo 120 km/h auf Autobahnen, 90 auf Landstraßen außerhalb der Ortschaften und 50 innerhalb, für Motorräder 50 bzw. 40. Halten Sie sich an die Begrenzungen, es gibt viele Radarkontrollen. Das Tankstellennetz an den Hauptstraßen ist recht großzügig ausgebaut. Bei großen Tankstellen können Sie inzwischen mit normaler Kreditkarte bezahlen.

Banken

Banken sind werktags von 8-13 und 14-18 Uhr geöffnet. Dort können auch Reiseschecks eingelöst werden. Geldwechseln ist jedoch in größeren Hotels und privaten Geldstuben günstiger. Auf keinen Fall bei Privatleuten auf der Straße Geld tauschen, man wird betrogen! Inzwischen kann man sich mit seiner deutschen EC-Karte aus rumänischen Geldautomaten mit der Landeswährung Lei versorgen.

Camping

In Rumänien gibt es über das Land verteilt ungefähr 180 Campingplätze, die zumeist von Mai bis September geöffnet sind. Erwarten Sie nicht zuviel: Der Komfort auf den Plätzen ist im Allgemeinen nicht sehr groß. Weitere Infos: www.campinguri.wordpress.com

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Strada Cpt. Av. Gheorghe Demetriade 6-8 | Bukarest | Tel. 021 2029830 | www.bukarest.diplo.de

Deutsche Konsulate

Strada Lucian Blaga 15-17 | Sibiu | Tel. 0269 206211 | www.hermannstadt.diplo.de

Splaiul Tudor Vladimirescu 10 | Timişoara | Tel. 0256 309800 | www.temeswar.diplo.de

Österreichische Botschaft

Strada Dumbrava roşie 7 | Bukarest | Tel. 021 2015612 | bukarest-ob@bmeia.at

Botschaft der Schweiz

Strada Grigore Alexandrescu 16-20 | Bukarest | Tel. 021 2061600 | buc.vertretung@eda.admin.ch

Einreise

Zur Einreise nach Rumänien brauchen Bürger der EU und auch Schweizer nur einen gültigen Personalausweis.

FKK

FKK wird an etlichen Schwarzmeerstränden praktiziert. Oben ohne ist dort auch kein Problem. Einige wenige Hotels an der Küste haben außerdem eigene FKK-Strandabschnitte.

Fotografieren

Das Fotografieren ist fast überall erlaubt, außer an Brücken, Flugplätzen und militärischen Einrichtungen. Ein Schild mit durchgestrichener Kamera macht auf das Verbot aufmerksam. Daran sollte man sich strikt halten. Filme und Speicherchips bringt man besser mit, sie sind in Rumänien teurer als zu Hause.

Geld

Die Landeswährung Leu (Mehrzahl Lei) hat sich in den vergangenen Jahren bedeutend stabilisiert. Bei einer Währungsreform wurden zudem vier Nullen gestrichen. Bei Redaktionsschluss entsprach ein Euro 4,50 Lei. Untereinheit des neuen Leu ist der Ban (Mehrzahl Bani). Ein Leu entspricht 100 Bani. Es gibt Münzen zu 1, 5, 10 und 50 Bani sowie Scheine zu 1, 5, 10, 50, 100, 200 und 500 Lei. Die alten Münzen und Scheine wurden bis Ende 2006 vollständig eingezogen. Im aktuellen Sprachgebrauch aber ist das alte Geld immer noch präsent. Die meisten Verkäufer sagen "eine Million" und meinen "Hundert".

Gesundheit

In Rumänien haben EU-Bürger nach Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) theoretisch Anspruch auf ärztliche Behandlung in Einrichtungen, die einen Vertrag mit der Nationalen Krankenversicherung (Casa Naţională de Asigurări de Sănătate) haben. Dazu gehören fast alle rumänischen Arztpraxen, Polikliniken und Krankenhäuser. Die unterbezahlten Ärzte und Pfleger erwarten allerdings ein "Trinkgeld", bei chirurgischen Eingriffen in Höhe von mehreren hundert Euro. Die rumänischen Apotheken sind in der Regel mit den gängigen Medikamenten gegen Kopfschmerz, Grippe und Durchfall gut versorgt.

Haustiere

Sie sollten einen EU-Heimtierausweis dabei haben und vorab in Erfahrung bringen, ob Hund oder Katze in der Unterkunft, die Sie buchen möchten, erlaubt sind. In den Restaurants und Cafés Rumäniens sind Haustiere ganz generell nicht gern gesehen. Hier gilt: Je kleiner das Lokal desto geringer die Chance, dass Sie mit Ihrem Hund dort hereingelassen werden. Im Sommer können Sie mit Ihrem Vierbeiner auf eine Terrasse ausweichen, wo Sie allerdings mit streunenden Hunden rechnen müssen, die um Futter betteln. Gefährlich kann es werden, wenn Sie mit Ihrem Hund unterwegs sind, wo Schafherden weiden. Die abgerichteten Schäferhunde verteidigen ihre Herde in weitem Umkreis. Ihr Hund könnte leicht als Feind angesehen und angegriffen werden.

Hotels

Vor allem in den Städten sind neue Hotels mit westlichem Komfort entstanden oder alte entsprechend renoviert worden. Bisweilen mangelt es an empfehlenswerten günstigeren Quartieren. An vielen Straßen in den Karpaten werden Motels (hanul) gebaut, die im Durchschnitt einen guten Standard haben und auch preislich recht günstig sind.

Internet & WLAN

Das Land ist mit Internetanschlüssen bestens versorgt. In fast jeder Kleinstadt gibt es mindestens ein Internetcafé, in der Hauptstadt Bukarest Dutzende. In Grandhotels ist WLAN selbstverständlich, zunehmend auch in Mittelklassehäusern und kleinen Pensionen. In den größeren Städten gibt es zahlreiche kostenlose Hotspots in Cafés. Surfen im Netz kostet dort 1,50-2 Euro, in der Provinz 50-75 Cent pro Stunde.

Bukarest: Internet-Café | Calea Victoriei 120 | tgl. rund um die Uhr

Timişoara (Temeswar): Internet Java | Strada Pacha 6 | tgl. rund um die Uhr

Braşov (Kronstadt): Internet Café | Str. Michael Weiss 11 | tgl. nonstop

Mietwagen

In den rumänischen Städten können Autos nahezu aller Marken gemietet werden. Die Wagen müssen nicht bei der gleichen Agentur zurückgegeben werden, bei der sie angemietet wurden. Die Tagespauschale beträgt mindestens 20 Euro, pro km werden umgerechnet 25 Cent hinzuberechnet. Eine Kaution von ca. 100 Euro muss hinterlegt werden.

Notruf

Europäischer Notruf: Tel. 112

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Linienbusverbindungen sind dürftig. Oft verkehren die Busse zwischen den einzelnen Orten nur einmal am Tag. Außerdem: Die Abfahrtszeiten werden häufig nicht eingehalten.

Von den größeren Städten aus werden Ausflüge per Bus in die Umgebung angeboten. Informationen über Touren in das Umland erfragen Sie bitte bei den jeweiligen Touristenbüros.

Die größeren Städte werden vom rumänischen Eisenbahnnetz bedient. Zugreisen sind relativ preiswert. Es empfiehlt sich, Karten für die 1. Klasse zu lösen.

Öffnungszeiten

Viele Geschäfte haben auch sonntags und oft bis spät in die Nacht hinein geöffnet. Zudem gibt es etliche Supermärkte, in denen Sie rund um die Uhr einkaufen können. Restaurants sind in Bukarest, in größeren Städten und an gängigen Urlaubsorten in der Saison in der Regel ab Mittag bis weit nach Mitternacht geöffnet. In kleineren Orten, die nicht in bekannten Urlaubsgebieten liegen, schließen viele Küchen schon gegen 22 Uhr, und es gibt nur noch kalte Gerichte.

Außerhalb der Saison reduzieren in vielen Urlaubsgebieten etwa am Schwarzen Meer die Lokale ihre Öffnungszeiten oder bleiben ganz geschlossen.

Post

Postämter sind Mo-Fr von 7-20, Sa von 9-12 Uhr geöffnet. Eine Briefmarke für einen normalen Brief nach Deutschland kostet 2 Lei. Briefkästen sind gelb oder rot und tragen die Aufschrift "Posta".

Private Unterkunft

Wer Urlaub auf dem Bauernhof oder in ländlicher Umgebung machen möchte, findet in Rumänien eine breite Palette von Gästehäusern. In Siebenbürgen etwa gibt es Zimmer auch in evangelischen Pfarrhäusern, eine aktuelle Liste dieser Gästehäuser finden Sie unter www.reichesdorfer.de. Im Schiller-Verlag ist ein Buch zum Thema "Siebenbürgische Gästehäuser" von Anselm Roth erschienen (www.buechercafe.ro), das auch Pensionen im ganzen Land verzeichnet. Auf der Website www.casainnatura.eu/transsilvanien gibt es weitere Empfehlungen zu Ferienwohnungen in Siebenbürgen. Ländliche Pensionen in ganz Rumänien finden Sie unter www.ruraltourism.ro oder www.antrec.ro.

Rauchen

In öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln herrscht Rauchverbot. In privaten Lokalen, Bars, Cafés und Restaurants gibt es Nichtraucher- und Raucherabteilungen, sofern die Räumlichkeiten größer sind als 100 m2. Darunter muss sich der Besitzer entscheiden, ob er ein Nichtraucher- oder ein Raucherlokal betreibt und dies entsprechend beschildern. Leider ist es so, dass viele Nichtraucherbereiche nicht streng von den Raucherbereichen abgetrennt sind bzw. die Rauchverbotszonen viel kleiner und enger ausfallen, als jene, in denen das Rauchen erlaubt ist.

Strom

220 Volt Wechselstrom. Ein Adapter ist nicht nötig.

Taxi

Taxifahren ist in Rumänien ein vergleichsweise billiges Vergnügen.

Telefon & Handy

Das rumänische Telefonnetz hat bis auf einige wenige Ausnahmen in entlegenen Dörfern europäischen Standard. Es gibt Münz- und Kartentelefone, einige sind sogar für Auslandsgespräche geeignet.

Die Vorwahl für Rumänien ist 0040. Deutschland erreichen Sie von Rumänien aus unter 0049, Österreich unter 0043 und die Schweiz unter 0041.

Wenn Sie Ihr Handy nutzen, können Sie beim Roaming mit der Wahl eines günstigen Netzes sparen. Mit einer rumänischen Prepaid-Karte der Betreiber Connex oder Orange entfallen zudem die Gebühren für eingehende Anrufe.

Trinkgeld

In Restaurants 10-15 Prozent der Rechnung. Der Weinkellner erhält auch ein kleines Trinkgeld.

Wohnmobil

Mit dem Wohnmobil in Rumänien unterwegs zu sein, ist spannend. Empfehlenswert sind geführte Reisen, doch wer etwas erleben möchte, kann einfach von Campingplatz zu Campingplatz fahren. Oder mit Bauern verhandeln, die gern ihren Obstgarten oder eine Wiese zur Verfügung stellen. Nicht zu empfehlen ist es, sein Wohnmobil auf einem unbewachten Parkplatz abzustellen.

Zeit

In Rumänien gilt die Osteuropäische Zeit. Mitteleuropäer müssen ihre Uhren eine Stunde vorstellen.

Zeitungen

Es gibt einige deutschsprachige Zeitungen. In Sibiu erscheint die "Hermannstädter Zeitung" (www.hermannstaedter.ro), in Bukarest die "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" (www.adz.ro).

Zoll

Innerhalb der EU dürfen Waren des persönlichen Gebrauchs frei ein- und ausgeführt werden dürfen, u. a. bis zu 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen und 90 l Wein. Für Schweizer Bürger gelten geringere Mengen. Für die Ausfuhr von Kunstwerken aus Rumänien braucht es eine Genehmigung vom Oficiul de Patrimoniu.

Events, Feste & mehr

Gesetzliche Feiertage

1./2. Jan.

Neujahr

März/April

Ostern

1. Mai

Tag der Arbeit

Juni

Pfingsten

15. Aug.

Mariä Himmelfahrt

30. Nov.

Heiliger Stefan

1. Dez.

Nationalfeiertag

25./26. Dez.

Weihnachten

Feste & Veranstaltungen

31. Dez./1. Jan.

Kinder und Jugendliche ziehen von Haus zu Haus, singen ein Weihnachtslied oder sagen Neujahrsverse auf und erwarten dafür eine kleine Geldspende.

April

3. Sonntag: Traditionelles Hirtenfest in Răşinari bei Sibiu

April-September

Transilvanian Brunches in Siebenbürgen, v. a. in der Harbachregion, jeden letzten Samstag in einem anderen Dorf unter dem Motto Local food tastes good. Danach gibt's jeweils Wanderungen und Konzerte (brunch.dordeduca.ro).

Mai/Juni

Transilvania International Film Festival (TIFF) in Cluj-Napoca und Sibiu, größtes rumänisches Filmevent (tiff.ro/en)

Jazzfestival Napocensis in Cluj-Napoca (Klausenburg)

Bookarest in Bukarest - einwöchige Buchmesse - einer der wichtigsten Treffpunkte der Literaturszene

Bauern-Handwerksmesse im Bukarester Dorfmuseum - Volkskünstler aus ganz Rumänien zeigen Wollteppiche, Töpfer- und Webarbeiten, z. T. auch Verkauf.

Jazzfestival in Sibiu (Hermannstadt)

Internationales Theaterfestival über zehn Tage in Sibiu (www.sibfest.ro)

Juli

Alt-Bukarest-Festival: Straßenfest zur Erinnerung ans Hauptstadtleben im 19. Jh. mit Kostümumzügen, Kutschfahrten, Straßenmusik und -theater

Mädchenmarkt am Găina-Berg im Kreis Alba südlich von Oradea. Früher ein richtiger Markt, der von den jungen Leuten aus den entlegenen Gebirgsdörfern als Gelegenheit genutzt wurde, Heiratswillige zu treffen, heute ein Treffpunkt für junge Leute, mit Rockkonzerten und Folklore - und zunehmend für Rucksacktouristen aus dem Ausland, die dort kräftig feiern und die Nacht im Zelt verbringen.

Rockfestival Stufstock in Vama Veche am Schwarzen Meer

August

Hora de la Prislop: Trachtengruppen aus allen Teilen Rumäniens treffen sich und tanzen die Hora (eine Art Reigen) auf dem Pass Prislop im östlichen Teil der Maramureş.

Beim Festival der mittelalterlichen Kunst in Sighişoara (Schässburg) gibt es Straßenmusik und -theater (darunter eine simulierte Hexenverbrennung), Gaukler und vieles mehr. Das Publikum ist jung und vergnügungsfreudig.

15. August: Mariä Himmelfahrt: großer Wallfahrtstag in fast allen Klöstern

Schlagerfestival in Mamaia am Schwarzen Meer - gesucht wird das beste Lied Rumäniens

Zuika- und Käsefestival in Răşinari

Rockfestival Artmania mit internationalen Bands in Sibiu (www.artmaniafestival.ro)

September

1. Sonntag: Töpfermarkt in Sibiu

Zigeunerwallfahrt Sântă Mărie Mică zum Kloster Bistriţa bei Costeşti

Oktober

Enescu-Festival in Bukarest, internationaler Wettbewerb für klassische Musik (alle zwei Jahre)

26. Oktober: Tag des heiligen Dumitru - spektakuläre Prozession um die Reliquien des Bukarester Schutzpatrons. Sie werden nur an diesem Tag aus der Patriarchenkathedrale herausgetragen und von Menschenmassen bewundert.

Bloss nicht

Bei Dunkelheit Auto fahren

Autofahren in Rumänien ist ein kleines Abenteuer, das sich fast nur auf Landstraßen abspielt. In der Dunkelheit ist es besonders gefährlich, weil viele Pferdefuhrwerke ohne Beleuchtung unterwegs sind und man die Schlaglöcher schlechter sieht.

Prost sagen

Man soll sich in Rumänien beim Trinken zuprosten - das deutsche Wort aber dabei meiden. Denn "prost" heißt im Rumänischen "dumm". Für gute Stimmung sorgt der Trinkgruß "noroc", was so viel wie "Glück" bedeutet.

Mit leeren Händen einen Besuch machen

Wenn sich Rumänen besuchen, kommen sie nie mit leeren Händen. Man schenkt eine Kleinigkeit - einen Blumenstrauß, ein Getränk, ein Pfund Äpfel vom Markt oder auch ein paar Brezeln. Schenken Sie Blumen, dann achten Sie auf ungerade Zahlen. Gebinde mit einer geraden Anzahl Blumen sind nur für Tote bestimmt und bringen nach rumänischer Überzeugung dem lebenden Beschenkten Unglück.

Roma fotografieren

Es sind schöne Motive, die bunt gekleideten Romafrauen, denen man unterwegs auf Pferdewagen begegnet. Doch wer sie fotografieren will, muss unbedingt vorher fragen. Denn manchen Romaclans gilt das Abbilden als Verlust der Seele. Es kann dem Fotografen aber auch passieren, dass die Roma für das Foto Geld verlangen. Also, lieber nicht.

Locker gekleidet eine Kirche besuchen

In Rumänen ist es geradezu in Mode, in der Kirche Sittenstrenge zu zeigen. Frauen in Hosen oder gar Shorts sind dort nicht gern gesehen. In manchen Dörfern betreten Frauen zudem nie ein Gotteshaus ohne Kopftuch. Für Besucherinnen ist zumindest ein Knie bedeckender Rock angebracht. Schulter- und Armfreies besser meiden.

Die sonntägliche Siesta stören

Der Sonntagnachmittag ist den Rumänen heilig, dann wird geschlafen. Es gehört sich nicht, sonntags zwischen 14 und 18 Uhr jemanden anzurufen oder gar spontan zu besuchen.

Mit Verkehrspolizisten streiten

Am häufigsten tappen Autofahrer auf der Durchfahrt durch Dörfer in Radarfallen oder sie überholen an verbotenen Stellen einen Traktor. Wird man erwischt, gibt man am besten alles mit einem Ausdruck des ehrlichen Bedauerns unumwunden zu. Der Verkehrspolizist hat einen Ermessensspielraum, ob er nur eine Geldstrafe verhängt oder den Führerschein einbehält. Ihn wiederzubekommen, dauert oft Monate.

Bücher & Filme

Rumänien

Der Journalist Keno Verseck fasst in seinem kenntnisreichen und präzisen Überblick Geschichte, Kultur und Politik zusammen

Geschichten aus Maghrebinien

Der Klassiker Gregor von Rezzoris ist eine Sammlung witziger, satirischer Geschichten aus einem Phantasieland, in dem Rumänienkenner deutliche Parallelen zum Karpatenland sehen

Der erste Hermannstädter war ein Räuber

Feines, bibliophil gestaltetes Buch, das eine satirische Phantasieversion der Entstehungsgeschichte Hermannstadts erzählt. Die Autorin Johanna Letz stammt aus Sibiu

4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage

Im Zentrum des 2007 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichneten Films von Cristian Mungiu steht eine illegale Abtreibung während des Kommunismus in Rumänien, als Schwangerschaftsabbrüche und Verhütungsmittel streng verboten waren. Der Film beeindruckt durch seinen Realismus, der nicht belehrt, sondern einfach nur unter die Haut geht, der die Eiseskälte und den Zynismus der Diktatur spüren lässt

Tod des Herrn Lăzărescu

Der international preisgekrönte Film von Cristi Puiu zeichnet das Sterben eines älteren Manns nach, der dem desolaten rumänischen Gesundheitswesen zum Opfer fällt (2005)

Atemschaukel

Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller thematisiert in ihrem Roman die Erfahrungen Oskar Pastiors während der Deportation in die Sowjetunion 1945-1949 exemplarisch für das Schicksal der Rumäniendeutschen. Die in Nitzkydorf im Banat geborene Autorin hat auch in anderen Publikationen das Leben und Überleben in einer Diktatur beschrieben, etwa in ihrem Debütband Niederungen (1982)

16-24 °C
10 h/Tag
19 °C

Fakten

Einwohner 19.586.539
Fläche 238.397 km²
Sprache Rumänisch
Währung rumänischer Leu
Strom 220 - 230 V, 50 Hz
Regierungssystem Republik
Hauptstadt Bukarest
Ortszeit 04:19 Uhr
Zeitverschiebung 1 h (zu MESZ)

Anreise

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In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

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