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Drei Begriffe sollte man zum Verständnis der Niederlande im Hinterkopf haben: Wasser, Handel, Toleranz. Sie hängen miteinander zusammen, verhalfen den Holländern im 17.Jh. zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit und lassen sie noch heute als kleines Land mit den ganz Großen mitspielen.
Der Kampf mit dem Wasser
Fast ein Drittel des Landes liegt unter dem Meeresspiegel und mehr als die Hälfte ist überflutungsgefährdet. Viele Städte wurden auf Pfählen gebaut, die gesamte Provinz Zeeland ist im Grunde nichts anderes als das Flussdelta von Rhein und Maas. Die Niederländer mussten lernen, mit dem Wasser zu leben und ihr Land dem Meer und den Flüssen abzuringen. Das prägt: Keine Landschaft in Europa ist so sehr vom Menschen beeinflusst wie das flache Land hinter den Deichen, das von Kanälen und Windmühlen durchzogen ist. Mit zäher Beharrlichkeit haben die Niederländer Meerbusen eingedeicht und Moraste urbar gemacht. Nach schmerzhaften Erfahrungen mit Sturmfluten haben sie ihr Land mit imposanten Deich- und Schleusensystemen vorerst gesichert. Ein besonders schwerer Orkan verursachte 1916 so immense Schäden, dass man sich entschloss, die Zuiderzee mit einem Damm abzuschließen, der die ehemalige Meeresbucht in den Süßwassersee IJsselmeer verwandelte. (Die niederländische zee entspricht dem deutschen Meer, während das niederländische meer einen See meint). Heute stellen die weltweiten Klimaveränderungen das Land vor neue Herausforderungen. Pessimisten schließen nicht aus, dass der Meeresspiegel bis Ende dieses Jahrhunderts um bis zu 2 m ansteigen könnte. Um die Sicherheit der 18 Mio. Menschen zu gewährleisten, müssen deshalb Milliarden in Küstenverstärkungen und Deicherhöhungen investiert werden.
Multikulti schon seit dem Mittelalter
Der Polder – das eingedeichte Gelände – ist immer nur so stark wie sein schwächster Deich: Wenn alle trockene Füße haben wollen, müssen sie sich einig werden. Dieses Konsensmodell hat sich auf die Politik übertragen und gilt als typisch niederländisch. Das Poldermodell erklärt auch eine gewisse Aversion gegen Hierarchien oder Klassenunterschiede und ist so auch ein Ursprung der sprichwörtlichen Toleranz der Niederländer. Sie machte das Land schon früh zu einem sicheren Hafen für Fremde und Andersdenkende. Im Mittelalter waren es portugiesische Juden, die den Diamantenhandel aufbauten, Hugenotten aus Frankreich, Juden aus Deutschland, später Chinesen und Immigranten aus den ehemaligen Kolonien, aber auch Homosexuelle und Transgender. Diese Fremden brachten die Welt in die Städte und beförderten den Handel.
Geschichte
1.Jh. v. Chr.–4.Jh. n. Chr.
Der Rhein bildet die Nordgrenze des Römischen Reichs
5.–9.Jh.
Die Niederlande sind Teil des ostfränkischen Reichs; Christianisierung
11.–16.Jh.
Erste Städte entstehen, Beginn des Auslandshandels
1568–1648
80-jähriger Krieg: Reformation und Auflehnung gegen König Philipp II. von Spanien führen zur Unabhängigkeit („Friede von Münster“)
17.Jh.
Blütezeit der holländischen Städte, transatlantischer Sklavenhandel und Kolonien in Asien, Afrika und Amerika
1814
Königreich der Vereinigten Niederlande mit dem katholischen Süden (heutiges Belgien)
1830
Unabhängigkeit Belgiens
1940–45
Bombardierung Rotterdams, Besetzung des Landes durch die Deutschen. Über 107 000 Juden werden deportiert
1953
Sturmflut mit fast 2000 Toten. In der Folge entstehen die Deltawerken
2024
Dick Schoof wird Ministerpräsident einer rechtsgerichteten Viererkoalition mit der rechtsradikalen PVV von Geert Wilders als stärkster Partei
Kolonialhandel und Kaufmannsgeist
Ab dem 17.Jh. durchkreuzten niederländische Handelsschiffe sämtliche Weltmeere, errichteten Handelsposten wie Nieuw Amsterdam – heute New York – oder Kapstadt und waren ein erster Global Player. Das heutige Indonesien war die wichtigste Kolonie, während die karibischen Inseln vor allem Drehkreuze für den Transatlantikhandel mit Sklaven, Zucker, Rum, Silber und Gewürzen waren. Diesen Kaufmannsgeist hat man noch immer im Blut – ihm ist es zu verdanken, dass sich das flächenmäßig kleine Land auf der Weltbühne so nachhaltig behauptet. Rotterdam ist heute der größte Hafen Europas, die Weltkonzerne Unilever, Philips und Shell haben niederländische Wurzeln.
Rhein und Maas trennen die Niederlande in zwei Teile: Boven de grote rivieren, also im Norden „oberhalb der großen Flüsse“, sind die Menschen protestantisch- calvinistisch geprägt, der Süden beneden de grote rivieren ist eher katholisch. Der Protestantismus, der im 16.Jh. am Anfang des niederländischen Freiheitskampfs gegen das katholische Spanien stand, ist auf dem Rückzug: Mittlerweile sind mehr als die Hälfte der Niederländer konfessionslos und leben rund 1 Mio. Muslime im Land.
Ein weiter Horizont – im doppelten Wortsinn
Der Norden ist polderbedingt flach, erst im südlichsten Zipfel, in der Provinz Limburg, erheben sich sanfte Hügel und der Vaalserberg – mit stolzen 322 m höchster Punkt des Landes. Der weite Horizont, der scheinbar unendliche Himmel mit immer wechselnden Wolkenbildern über Dünen und Flüssen machen den landschaftlichen Charme aus. Der weite Horizont, so behaupten viele, findet auch in der Mentalität seinen Niederschlag: Wer in einem kleinen Land seine Erträge mehren will, muss Neuem gegenüber empfänglich sein und sich anbietende Möglichkeiten unerschrocken nutzen.
Bis zum heutigen Tag ist dies in vielen Bereichen zu spüren, es gibt kaum ein Volk, das sich so flexibel auf neue Gegebenheiten einzustellen weiß. Viele gesellschaftliche Neuerungen – der liberale Umgang mit weichen Drogen, Homosexualität, Teilzeitarbeit, Sterbehilfe oder ein großes Parteienspektrum – haben die Niederländer aufgeschlossen und frei von Tabus umarmt und sind so in vielen Fragen Vorreiter in Europa. Das ist nicht weiter erstaunlich, schließlich mussten die Niederländer sich immer wieder anpassen, sei es beim Kampf gegen das Wasser, beim Außenhandel, bei den Einwanderern oder in Religionsfragen.
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Die Niederlande bieten eine flache Landschaft mit Kanälen, Windmühlen und Tulpenfeldern. Besuchen Sie Amsterdam mit seinen Grachten und dem Rijksmuseum. Die Stadt Rotterdam beeindruckt mit moderner Architektur und dem Hafen. Der Keukenhof ist bekannt für seine Blumenpracht. Die Nordseeküste bietet breite Strände und Dünenlandschaften, ideal für Spaziergänge und Radtouren.

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