Gran Canaria

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Willkommen auf Gran Canaria

Gran Canaria begeistert mit Traumstränden, atemberaubenden Dünen und einer wilden Bergwelt. Beispielsweise auf dem Dach Gran Canarias, dem Pico de las Nieves. Bei Los Pechos liegen die tollsten Aussichtspunkte. Weite Wälder überziehen die tiefer gelegenen Berghänge im Norden. Teneriffas Teide, Spaniens höchster Berg, scheint zum Greifen nah. Einheimische Tiere gibt es nur wenige. Eidechsen rascheln durchs Gestrüpp, Tauben und einige Raubvögel bevölkern die Lüfte. Der Kanarienvogel fliegt in seiner Urform als unscheinbarer gelbgrüner Girlitz durch die Wälder. Artenreicher ist das Meer. Beim Schnorcheln können Sie viele Fische, z. B. Mantarochen, entdecken; in den bis zu 4000 m tiefen Gräben zwischen den Inseln tummeln sich außerdem Haie, Delphine und Grindwale.

Die Canarios haben sich anfangs schwergetan mit Europa, ja sogar mit Spanien. Noch in den 1970er-Jahren gab es separatistische Bewegungen. Doch das ist Geschichte. Gelder aus Brüssel haben die Infrastruktur in Dörfern und Städten wesentlich verbessert. Neben Großstadtflair in der Inselhauptstadt Las Palmas finden Sie Beschaulichkeit in hübschen Dörfern und Kleinstädten. Artenara ist ein erstklassig erhaltener Höhlenort, größte Augenweide ist jedoch Teror. Das Ensemble aus antiker Basilika, natursteingepflasterten Straßen und Hausfassaden mit herrlichen Holzbalkonen ist vollständig erhalten und gilt als bestes Beispiel kanarischer Baukunst. Entdecken Sie Museen und Kirchen auf der drittgrößten kanarischen Insel, erleben Sie eine Wallfahrt oder den prächtigen Karneval, genießen Sie die traditionelle Küche und den süffigen Wein. Tauchen, wandern, windsurfen, die Nacht zum Tag machen oder einfach entspannen: Auf Gran Canaria herrscht nie Langeweile. Und die Sonne scheint dazu, das ganze Jahr.

 

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Entdecken Sie Gran Canaria!

Jeden Morgen das gleiche Bild: Männer machen sich mit Macheten zwischen Bananenstauden zu schaffen. Tomatenpflücker ernten duftende Früchte. Fischer tuckern in ihren Booten hinaus aufs Meer. Hirten im traditionellen Wollmantel ziehen mit ihrer Herde hoch auf die Alm. Ob in La Aldea de San Nicolás im Westen oder in Agüimes im Osten: In den meisten Orten folgt der Alltag einem gemächlichen Rhythmus. Eng scharen sich die Häuser um die Kirche, davor die schattige Plaza als Spielplatz für Kinder und Treffpunkt der Alten.

Unendlich fern scheint von hier die Hauptstadt Las Palmas mit ihren Straßenfluchten. Lichtjahre entfernt scheinen auch die Ferienzentren des Südens, wo eine quasi unsichtbare, dafür umso besser geölte Maschinerie dafür sorgt, dass sich knapp 2,5 Mio. Besucher aus ganz Europa wohl fühlen. Vom Taxifahrer, der Gäste im Morgengrauen zum Flughafen bringt, über die Putzfrau, die das Hotelzimmer „wie neu“ aufbereitet, bis zum Baywatcher, der den Hochsitz am Meer erklimmt, befriedigt eine Armada von Angestellten die vielfältigen Bedürfnisse der Gäste. Die touristische Belegschaft ist keinesfalls rein kanarisch, sondern international: Viele Angestellte kommen vom spanischen Festland und aus Nordafrika, aus allen Ländern Europas und aus Südamerika.

Zwar gibt es auf Gran Canaria Bettenburgen, einfallslos und schnell hochgezogen, auch gibt es in die Jahre gekommene Einkaufszentren. Doch in den vergangenen Jahren wurde einiges unternommen, um das Image aufzupolieren. Manch ein Hotelkasten wurde chillig umgestylt, in neuen Resorts wie Las Meloneras und Playa Amadores entstanden großzügige Komforthotels, die an Schlösser oder afrikanische Zitadellen denken lassen. Hier wird jeder Trend aufgegriffen, außer Golfplätzen gibt es Spa-Oasen mit asiatisch inspirierten Therapien und Yoga-Workshops, Pilates und Nordic Walking am Strand. Wer im Landesinnern in einer Finca wohnt und auf restaurierten Wegen wandert, lernt Land und Leute intensiv kennen. So will Gran Canaria alle glücklich machen: diejenigen, die den Rundum-Komfort der Resorts schätzen, ebenso wie jene, die fernab vom Tourismus Urlaub machen wollen, sei es in den Bergen, in Küstendörfern oder in Las Palmas.

Kaum noch etwas erinnert in Las Palmas an den Ort, den der spanische Konquistador Juan Rejón 1478 vorfand, als er am 24. Juni mit 600 Getreuen an Land ging, um die mit 1532 km2 nach Teneriffa und Fuerteventura drittgrößte Kanareninsel für die kastilische Krone zu erobern. Weite Strände säumten den Nordosten der Insel. Ein munterer Fluss strömte der Küste entgegen. Fünf Jahre lang wehrten sich die Altkanarier gegen die Eroberung. Dann setzten sich die Europäer mithilfe ihrer modernen Waffen durch. Doch in den folgenden Jahrhunderten blieben die Veränderungen weitgehend auf Las Palmas und dessen Umgebung beschränkt. Man erlebte Boom und Niedergang des Zuckerrohranbaus. Der Schiffshandel zwischen Europa und Amerika bescherte der Stadt Wohlstand, aber auch Piratenüberfälle auf den prosperierenden Hafen. Gran Canaria war Las Palmas. Der Rest verharrte in bitterer Armut.

Erst der aufblühende Tourismus half der Insel endgültig auf die Beine. Seit Anfang der 1960er-Jahre im Süden eines der größten Ferienzentren Europas entstand, gab es eine rasante Entwicklung. Hotelanlagen und Resorts für mehr als 100 000 Gäste entstanden zwischen San Agustín und Puerto de Mogán, ein Ende ist nicht in Sicht. Zu herrlich sind Strände und Dünenlandschaft, zu beständig das gute Wetter, zu ideal die Lage zwischen Meer und Bergen. Doch viele Besucher sind nach ihrer Ankunft auf dem Flughafen Gando erst einmal geschockt von der Kargheit des Inselsüdens. Nur einheimische Flora trotzt dieser Dürre: Cardón (Säuleneuphorbien), Retama, Tabaiba oder Tajinaste – dickblättrige, buschige Gewächse, die lange Zeit Wasser speichern können – haben sich an eine Existenz in diesen Trockenzonen angepasst. In den Ferienorten nimmt dann Blütenzauber, der nur dank aufwendiger Bewässerung existiert, die Ankömmlinge gefangen. Viele verlassen diesen lieblichen Teil der Insel während ihres Urlaubs nie.

Schade, denn Gran Canaria ist sehr vielfältig. Nahezu kreisförmig und vulkanischen Ursprungs, wird das Eiland genau in der Mitte vom 1949 m hohen Pico de las Nieves überragt, dem höchsten Punkt der cumbre, der zentralen Gebirgsregion. Von hier aus führen Erosionstäler sternförmig zu den Küsten. Calderas – kesselförmige Krater – erinnern an die vulkanaktive Zeit. Keine andere Kanareninsel ist so zerklüftet wie Gran Canaria und von barrancos – so heißen die tiefen Schluchten auf dem Archipel – zerfurcht. Je nachdem, ob sich diese im Norden oder Süden befinden, sind sie von der Sonne ausgebrannt, wirken mit ihrem nackten ockerfarbenen Fels asketisch, fast abweisend. Nur im Frühjahr, während der Ginster blüht, sind sie in leuchtendes Gelb getaucht. Im Norden dagegen präsentieren sich die Schluchten oft als subtropischer Paradiesgarten mit wuchernden Pflanzen, die um die Wette leuchten. Hier wachsen Orangen, Zitronen und Bananen; auf Terrassenfeldern gedeihen Wildkresse, Kürbis und Kohl.

Einst waren weite Teile der Insel mit Kanarischer Kiefer bedeckt. Lorbeerwälder entzogen den Passatwolken Feuchtigkeit, die zu Boden tropfte und die Insel fruchtbar machte. Es gab eine einzigartige Vegetation. Erst der Kahlschlag der Spanier, die Holz für den Schiffbau brauchten, und später die Monokulturen der Pflanzer schädigten das fragile Ökosystem schwer. Schon in den 1990er-Jahren haben die Kanarier damit begonnen, Naturschutzgebiete auszuweisen. Geplant war auch, im Inselinnern einen großen Nationalpark einzurichten. Doch die Bergbauern und Hirten fürchteten um ihre ohnehin kargen Einkünfte. Also einigte man sich auf einen Kompromiss: Seit 2005 ist das Gebiet als UNESCO-Biosphärenreservat geschützt.

Wer sich auf sie einlässt, kann die Vielfalt der Insel in vollen Zügen genießen. Gran Canaria begeistert mit Traumstränden, atemberaubenden Dünen und einer wilden Bergwelt. Beispielsweise auf dem Dach Gran Canarias, dem Pico de las Nieves. Bei Los Pechos liegen die tollsten Aussichtspunkte. Weite Wälder überziehen die tiefer gelegenen Berghänge im Norden. Teneriffas Teide, Spaniens höchster Berg, scheint zum Greifen nah. Einheimische Tiere gibt es nur wenige. Eidechsen rascheln durchs Gestrüpp, Tauben und einige Raubvögel bevölkern die Lüfte. Der Kanarienvogel fliegt in seiner Urform als unscheinbarer gelbgrüner Girlitz durch die Wälder. Artenreicher ist das Meer. Beim Schnorcheln können Sie viele Fische, z. B. Mantarochen, entdecken; in den bis zu 4000 m tiefen Gräben zwischen den Inseln tummeln sich außerdem Haie, Delphine und Grindwale.

Die Canarios haben sich anfangs schwergetan mit Europa, ja sogar mit Spanien. Noch in den 1970er-Jahren gab es separatistische Bewegungen. Doch das ist Geschichte. Gelder aus Brüssel haben die Infrastruktur in Dörfern und Städten wesentlich verbessert. Neben Großstadtflair in der Inselhauptstadt Las Palmas finden Sie Beschaulichkeit in hübschen Dörfern und Kleinstädten. Artenara ist ein erstklassig erhaltener Höhlenort, größte Augenweide ist jedoch Teror. Das Ensemble aus antiker Basilika, natursteingepflasterten Straßen und Hausfassaden mit herrlichen Holzbalkonen ist vollständig erhalten und gilt als bestes Beispiel kanarischer Baukunst. Entdecken Sie Museen und Kirchen auf der drittgrößten kanarischen Insel, erleben Sie eine Wallfahrt oder den prächtigen Karneval, genießen Sie die traditionelle Küche und den süffigen Wein. Tauchen, wandern, windsurfen, die Nacht zum Tag machen oder einfach entspannen: Auf Gran Canaria herrscht nie Langeweile. Und die Sonne scheint dazu, das ganze Jahr.

Praktische Hinweise

Anreise

Ferienflieger sind am bequemsten und billigsten. TUIfly, Condor, Air Berlin und andere fliegen direkt von vielen deutschen Städten in rund vier bis fünf Stunden nach Gran Canaria. Flüge ohne Hotelbuchung kosten zwischen 250 und 650 Euro. Billigflieger wie Ryanair und Germanwings unterbieten oft diesen Preis.

Der Flughafen Gando liegt 30 bis 60 Autominuten von den Ferienzentren entfernt. Direkt von der Flugankunftsebene fahren alle 30 bzw. 60 Minuten Busse nach Las Palmas (Linie 60, 2,30 Euro) und Playa del Inglés/Maspalomas (Linien 66, 4,05 Euro). Nach Puerto Rico und Playa del Cura kommt man stündlich mit Schnellbus (Linie 91), nach Puerto de Mogán mit Bus (Linie 1), allerdings nicht direkt von der Ankunftshalle, sondern von der Haltestelle an der Autobahn (300 m oberhalb des Flughafens!). Eine Taxifahrt kostet nach Maspalomas ca. 45 Euro, nach Puerto Rico ca. 60 Euro und nach Puerto de Mogán ca. 70 Euro.

Vom südspanischen Cádiz aus fährt jeden Samstag um 17 Uhr die Autofähre der Compañía Trasmediterránea/Acciona in 39 Stunden nach Las Palmas. Die einfache Überfahrt kostet ab 295 Euro pro Person, der Transport eines Pkw ca. 270 Euro. Bei Reisen im Winter, d. h. in der Hochsaison, müssen Sie frühzeitig Plätze reservieren lassen, wenn Sie nicht unfreiwillig zurückbleiben wollen. Die Buchung erfolgt entweder über das Internet (www.trasmediterranea.es) oder über ein Reisebüro.

Auskunft
Spanisches Fremdenverkehrsamt

– Internet: www.spain.info
– Myliusstr. 14, 60323 Frankfurt, Tel. 069 725033, frankfurt@tourspain.es
– Walfischgasse 8, 1010 Wien, Tel. 01 512958011, viena@tourspain.es
– Seefeldstr. 19, 8008 Zürich, Tel. 04 42536050, zurich@tourspain.es


Patronato de Turismo

Mo–Fr 9–18, Sa/So 10–14 Uhr, C/ Triana 93/C/ Domingo J. Navarro, Las Palmas, Tel. 928219600, www.grancanaria.com

Flughafeninformation

Flugauskünfte Tel. 902404704

Auto

Die Straßen auf der Insel sind im Allgemeinen gut ausgebaut und sicher. Nur in Las Palmas und Playa del Inglés ist der Verkehr recht hektisch. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit innerorts liegt bei 50 km/h, auf Landstraßen bei 90 km/h und auf der Südautobahn bei 100 bzw. 110 km/h. Promillegrenze: 0,5 (bei Fahranfängern 0,3). Achtung: In Spanien muss im Auto immer eine gelbe Warnweste mitgeführt werden!

Banken & Kreditkarten

An Geldautomaten bekommen Sie mit Ihrer Bank- oder gängigen Kreditkarte Bargeld. Allerdings sind dafür oft happige Gebühren fällig, besonders bei Einsatz der Kreditkarte! Tipp: Viele deutsche Banken haben eigene Filialen oder kooperieren mit lokalen Banken. Dort bezahlen Sie für Abhebungen keine Gebühren! Erkundigen Sie sich danach am
besten schon zu Hause. Die Öffnungszeiten der Banken variieren, üblich sind montags bis freitags 8.30–14 Uhr und samstags 8.30–13 Uhr. In fast allen Hotels, vielen Geschäften, Restaurants und
Tankstellen werden Kreditkarten akzeptiert.
Allgemeiner Sperrnotruf für Kreditkarten: Tel. 0049 116116.

Busse

Vom zentralen Busbahnhof Estación de Guaguas (unter dem Parque San Telmo) in Las Palmas fahren die Linienbusse der Global häufig und zuverlässig in die Orte im Inselsüden. Die Ferienzentren werden untereinander zwischen 7 und 23 Uhr im Durchschnitt alle 15 bis 30 Minuten angefahren. Die Linien 30, 50 und 91 sind Schnellbusse, die fast ohne Stopps aus dem Süden nach Las Palmas und wieder zurück fahren (Fahrpläne erhalten Sie bei den Touristenbüros und im Ticketbüro im Parque San Telmo (Las Palmas,
Tel. 902381110, www.globalsu.net). Im Zentrum von Gran Canaria verkehren die Busse hingegen seltener als in den Touristenhochburgen. Die Verbindungen sind umständlicher, und Sie müssen außerdem längere Wartezeiten einkalkulieren.

Camping

Wildes Zelten ist auf der Insel grundsätzlich verboten. Die öffentlichen Zeltplätze in den Bergen können Sie nur benutzen, wenn Sie eine Genehmigung haben vom Oficina de Información y Atención al Ciudadano (OIAC)Calle Profesor Agustín Millares Carló35003Las Palmas928219229oiac@grancanaria.comMo–Fr 8.30–14, Do auch 17–19, Sa 9–12 Uhr. Beim Bergdorf Temisas (Ctra. Agüimes – Santa Lucía, km 9928798149) können Sie in völliger Abgeschiedenheit beim gleichnamigen Campingplatz Ihr Zelt aufschlagen. Ebenfalls weit ab vom Schuss, aber in Meernähe im äußersten Westen liegt Camping TasarticoTasartico928894715.

Diplomatische Vertretungen
Deutsches Konsulat

Mo–Fr 9–12 Uhr, C/ Albareda 3, Las Palmas, Tel. 928491880 (Mo–Fr 9–16Uhr), www.las-palmas.diplo.de

Österreichisches Konsulat

Mo–Fr 10–12 Uhr, Av. de Gran Canaria 26, Hotel Eugenia Victoria Av. de Italia 6 (Hotel Escorial), Playa del Inglés, Tel. 928761350, www.bmeia.gv.at

Konsularcenter der Schweizerischen Botschaft

C/ de Núñez de Balboa 35 A - 7°, Madrid, Tel. 914363960, www.eda.admin.ch/madrid

 

Einreise

Für Deutsche, Österreicher und Schweizer reichen der gültige Reisepass bzw. der Personalausweis zur Einreise. Bei der Einreise aus EU-Ländern gibt es keine Passkontrolle. Kinder benötigen einen eigenen, unterschriebenen Ausweis mit Lichtbild.

FKK

FKK ist nur im mittleren Abschnitt der Playa de Maspalomas üblich. Der Veranstalter Oböna betreibt ein FKK-Hotel in Maspalomas (www.oboena.de).

Gesundheit

Die Klimaumstellung kann belastend sein. Das größte Risiko birgt die starke Sonneneinstrahlung (auch unter Wolken, auch im Winter). Zum Zähneputzen und Kaffeekochen nehmen Sie am besten Mineralwasser. Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC), die Ihre Krankenkasse ausstellt, wird man von Ärzten in Ambulatorien und Kliniken, die der Seguridad Social angeschlossen sind, kostenfrei behandelt. Andernfalls sollten Sie eine detaillierte Rechnung verlangen, um sich zu Hause die Auslagen erstatten zu lassen.

Hier einige Adressen von Krankenhäusern und Notfallpraxen:

Hospital Universitario de Gran Canaria Dr. NegrínBarranco de la BallenaLas Palmas928450000

Clínica RocaCalle Buganvilla1San Agustín928769004

Apotheken sind montags bis freitags von 9–13 und 16–19 Uhr sowie samstags von 9–13 Uhr geöffnet. Das Schild Farmacia de Guardia weist auf die nächste Apotheke mit Notdienst hin.

Internetcafés & WLAN

Viele Hotels bieten WLAN, wenngleich meist nur in bestimmten Bereichen, so in der Eingangshalle oder im Café. Dieser Service ist nicht immer im Übernachtungspreis inbegriffen, Gleiches gilt für die von Hotels zur Verfügung gestellten Computer, mit denen Sie ins Internet gelangen. Günstiger sind öffentliche Internetcafés, die oft an Spielhallen (salón recreativo) angeschlossen sind; meist sind sie mit Kamera und Mikro für Online-Telefonie ausgestattet.

Klima & Reisezeit

Im regen- und wolkenarmen Süden fallen die Temperaturen auch im Winter selten unter 19 Grad und steigen kaum über 24 Grad. Im Sommer werden häufig wochenlang 30 und mehr Grad gemessen. Die Temperaturen in den Bergen sind dagegen niedriger. Oberhalb 500 m kann es nachts und im Winter bei schneidenden Winden oft auch empfindlich kalt werden. Da die Wassertemperaturen stets zwischen 18 und 23 Grad liegen, lädt das Meer 365 Tage im Jahr zum Baden ein. Die beste Reisezeit ist von November bis März.

Medien

Über Kabel und Satellit empfangen Hotel- und Apartmentanlagen deutsche Fernsehprogramme. Die Deutsche Welle sendet 24 Stunden täglich Radioprogramm auf mehreren Kurzwellenfrequenzen. Sun Radio auf UKW 93 (www.sunradio.info), Radio Mix auf 101 (www.mix101.net) und Radio Rondo auf 92,2 (www.mycyberradio.com) senden deutschsprachige Programme mit Nachrichten. Die deutsche Wochenzeitung Info Canarias bekommen Sie an allen Zeitungsständen.

Mietwagen

Mietwagenfirmen sind im Flughafen, den Ferienzentren und in vielen Hotels vertreten. Einen Kleinwagen bekommen Sie auf Wochenbasis schon für 20 Euro pro Tag (inkl. Vollkaskoversicherung). Unschlagbar günstig ist Top Car Reisen mit Filialen am Flughafen sowie im Inselsüden (www.top-car-hire.com). Geländewagen, Motorräder (z. B. bei Sunfun in Playa del Ingléswww.sunfun-motorrad.com) und Trikes sind viel teurer. Um ein Fahrzeug zu mieten, müssen Sie mindestens 21 Jahre alt sein und eine Kaution hinterlegen.

Notruf

Unter 112 werden Notfälle (Polizei, Feuer, Ambulanz, Unfall) aufgenommen und weitergeleitet, auch auf Deutsch.

Öffnungszeiten

Werktags öffnen Geschäfte meist zwischen 9 und 10 Uhr und schließen gegen 20 Uhr. Viele kleinere Läden schieben in der Siesta-Zeit (13.30–17 Uhr) eine Ruhepause ein. Samstags wird in der Regel nur bis 14 Uhr gearbeitet. Große Supermärkte und Einkaufszentren sind Mo–Sa durchgehend von 9–21 Uhr geöffnet. 24-Std.-Läden gibt es vor allem in Las Palmas in der Hafengegend.

Preise

Die Preise für Dienstleistungen sind kaum niedriger als bei uns. Besonders teuer sind die Freizeitparks, hier kostet der Eintritt für eine vierköpfige Familie oft gut 100 Euro. Günstig sind noch Tabakwaren, Parfüms sowie einige rezeptfreie Medikamente. Lebensmittel, besonders importierte (und das sind die meisten), sind teilweise aber recht teuer.

Rauchen

In Spanien darf in geschlossenen öffentlichen Räumen, d. h. in Cafés, Bars und Restaurants, nicht geraucht werden. In Hotels gibt es eigens für Raucher reservierte Zimmer.

Strom

220 Volt Wechselstrom. Es passen die bei uns üblichen zweipoligen Flachstecker.

Taxi

Taxis sind weiß und haben ein Dachschild mit grüner Leuchte. Alle sind lizenziert und mit Taxameter ausgestattet. Bei Rundfahrten sollten Sie den Preis vorher vereinbaren.

Telefon & Handy

Nach Hause telefonieren können Sie in jeder Telefonzelle, die den Vermerk internacional trägt. Die Kabinen akzeptieren auch die praktischen Telefonkarten (teletarjeta), die es in Zeitungskiosken für 6 bzw. 12 Euro gibt. Preiswerter ist das Telefonieren von den locutorios, privaten Telefonzentralen, die es vor allem im Hafenviertel von Las Palmas gibt. Dort kostet ein Gespräch ins Ausland 10–15 Cents pro Minute.

Beim Roaming spart, wer vor der Reise den EU-Tarif einspeist: Er garantiert vergleichsweise niedrige Gebühren, allerdings muss nach wie vor für eingehende Gespräche gezahlt werden. Mit einer Prepaid-Karte des Gastlandes entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Prepaid-Karten wie die von Globilo (www.globilo.de) sind zwar teurer, ersparen aber ebenfalls alle Roaming-Gebühren. Und: Sie bekommen schon zu Hause Ihre neue Nummer. Immer günstig sind SMS. Hohe Kosten verursacht die Mailbox: noch im Heimatland abschalten!

Vorwahlen: Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Gran Canaria 0034.

Trinkgeld

Wenn Sie im Restaurant mit dem Service zufrieden sind, runden Sie den zu zahlenden Betrag auf. Im Hotel erwarten Reinigungskräfte und Rezeptionisten ein Trinkgeld, bei organisierten Ausflügen auch Busfahrer und Reiseführer.

Zeit

Auf den Kanaren ist es ganzjährig eine Stunde früher als bei uns.

Zoll

Die Kanarischen Inseln haben einen besonderen Steuerstatus. Deshalb gelten bei der Rückreise Höchstgrenzen: Sie dürfen 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak, 1 l Spirituosen, 2 l Wein, 50 g Parfum mitnehmen.

Was kostet wie viel?

Taxi

1,10 Euro pro gefahrenen km plus 2,30 Euro Grundpreis

Kaffee

Ab 1,50 Euro für eine Tasse Milchkaffee

Snack

Ab 2 Euro für eine Tapa

Essen

ab 8 Euro für ein Menú del Día (drei Gänge inkl. Getränk)

Benzin

1,20 Euro für einen Liter Eurosuper

Ausritt

ab 7 Euro für einen Dromedarritt

Events, Feste & mehr

Gesetzliche Feiertage
1. Januar

Año Nuevo (Neujahr)

6. Januar

Los Reyes (Dreikönigstag)

19. März

San José (Josephstag)

März/April

Viernes Santo (Karfreitag) – während der Semana Santa (Karwoche) prächtige Prozessionen in vielen Orten

1. Mai

Día del Trabajo (Tag der Arbeit)

30. Mai

Día de las Islas Canarias (Tag der Kanaren)

Mai/Juni

Corpus Cristi (Fronleichnam) – feierliche Prozessionen in Arucas und Las Palmas

25. Juli

Santiago Apóstol (Jakobstag) – Feste in Gáldar und San Bartolomé de Tirajana

15. August

Asunción (Mariä Himmelfahrt)

8. September

Día de la Virgen del Pino (Tag der Kiefernjungfrau und Schutzheiligen der Insel)

12. Oktober

Día de la Hispanidad (Tag der Entdeckung Amerikas)

1. November

Todos los Santos (Allerheiligen)

6. Dezember

Día de la Constitución (Tag der Verfassung)

8. Dezember

Inmaculada Concepción (Mariä Empfängnis)

25. Dezember

Navidad (Weihnachten)

Feste & Events
Januar/Februar

Festival de Música de Canarias: Internationales Festival (Konzerte, Ballett) in Las Palmas. www.festivaldecanarias.com

Februar/März

Almendros en Flor: Die Mandelblüte wird vor allem in Tejeda und Valsequillo gefeiert.

Carnaval: wochenlanger Fiestataumel auf der ganzen Insel mit Tanz, Umzügen und großem Feuerwerk. www.lpacarnaval.com

März

Festival de Ópera: große Opernaufführungen in Las Palmas. www.operalaspalmas.org

Rally de Canarias: Die größte Autorallye der Insel beginnt und endet im Parque Santa Catalina in Las Palmas. www.rallydecanarias.com

April

Albaricoques en Flor: Fest der Aprikosenblüte in Fataga

Fiesta de Ansite: am 29. April Gedenken an den Kampf der Altkanarier (Santa Lucía)

Juni

Día de San Juan: am 24. Juni Jahrestag der Stadtgründung von Las Palmas

Juli

Nuestra Señora del Carmen: am 16. Juli ist Tag der Schutzheiligen der Fischer in Las Palmas, Gáldar, La Aldea de San Nicolás, Bootsprozessionen in Arguineguín und Puerto de Mogán.

Juli/August

Festival de Teatro y Danza Las Palmas: Festival mit Aufführungen von modernem Tanz und zeitgenössischem Theater in der Hauptstadt. www.teatroydanzalaspalmas.com

Bajada de la Rama: Das „Hinabbringen des Zweiges“ am 4. Aug. ist eines der buntesten Volksfeste und altkanarischer Brauch. Aus den Bergen hinter Agaete werden Pinienzweige zum Meer gebracht, wo man mit ihnen das Wasser peitscht, um Regen zu erbitten.

September

Romería Virgen del Pino: Die wichtigste religiöse Wallfahrt des kanarischen Archipels in Teror findet am 7. und 8. Sept. statt

Fiesta del Charco: Das „Tümpelfest“ in La Aldea de San Nicolás am 10. Sept. geht auf 1766 zurück, als der Bischof Bewohner beim Nacktbaden im Dorfteich erwischte. Gebadet wird heute nur noch bekleidet. www.grancanaria.com

Oktober

Nuestra Señora del Rosario: volkstümliches Fest in Agüimes am 5. Okt. zu Ehren der Schutzpatronin mit Wettkämpfen und Lucha Canaria

La Naval: In Las Palmas gedenkt man am 6. Okt. des Sieges der Spanier 1595 über die Flotte von Sir Francis Drake.

November

WOMAD (World of Music and Dance): dreitägiges Open-Air-Festival in Las Palmas mit Ethnomusik. www.womad.org

Im Trend

Wandern und Rasten
Königswege

Früher waren die die einzigen Transportwege der Insel, jetzt werden die alten Pfade neu entdeckt – als Trekking- und Wanderrouten. Bereits 300 km Wege wurden restauriert, befestigt und markiert. Geführte Touren bietet u. a. FreemotionAvda. Alféres Provisionales in Playa del Inglés an. Idealer Ausgangspunkt für einen Trek durch die Wildnis sind ursprüngliche Landhotels wie die Casa Rural Los EscobonesMontaña Alta im Parque Rural de Doramas.

Abenteuer Afrika
African Roots

Mit der Bewerbung als „Kulturhauptstadt 2016“ hat Las Palmas seinen afrikanischen Charakter wiederentdeckt und schreibt sich seine „schwarzen“ Wurzeln auf die Fahnen: Das Afrikahaus (Casa África)Calle Alfonso XIII5www.casafrica.es erforscht unbekannte Facetten des Nachbarn mit kulturellen Events in einem Palast aus dem 19. Jh. . Auch im Centro Atlántico de Arte ModernoCalle Los Balcones9–11www.caam.net wird Künstlern aus Afrika Platz eingeräumt.

Paddle-Spaß
Speed and punch

Paddle, eine Mischung aus Tennis und Squash, ist der Trend im Gloria Palaca San AgustínCalle Las MargaritasPlaya San Agustínwww.gloriapalaceth.com . Auch das Tennis Center MaspalomasAvenida Touroperador TjaerborgMaspalomas hat Plätze für den Trendsport reserviert. Freizeitausstatter haben die passende Ausrüstung im Angebot: Schläger führt das Sportgeschäft im Shoppingcenter Al-CampoLas PalmasAutovia Gran Canariawww.alcampo.es.

Digitale Kunst
Bilder und Fotografie

Die Kunstszene setzt auf Hightech. Vorreiter ist , der seine Fotos so lange am Computer verfälscht, bis sich die ursprünglichen Formen auflösen und ein komplett neues Bild entsteht www.fdanny.eu. Solche New Art gibt es in der Galería Espacio DigitalCalle Cádiz34Las Palmas und der Galería LuroaCalle Perdomo10Las Palmas zu sehen. Das bietet dem Kunstnachwuchs eine Plattform www.canariasmediafest.org. Lesenswert ist das Online-Kulturmagazin www.frozzenmagazine.com, das internationale Graffiti- und Video-Künstler, Grafiker und Architekten zu Wort kommen lässt und Einblick gibt in Ateliers, in denen heute statt Staffeleien Computer stehen.

Partyzentrum
Las Palmas' Altstadt

Die Inselhauptstadt hat sich einer Frischzellenkur unterzogen. Mit der Sanierung des historischen Stadtkerns haben sich im bunten Einkaufs- und Ausgehviertel www.zonatriana.com schicke Bars und trendige Lokale angesiedelt. Hier ist immer was los: Das Restaurant Cava de TrianaCalle Travieso35 wo Wein und luftgetrocknete Salami schmecken, und das La ButacaPlaza Alameda de Colón1 sind beliebte Anlaufstellen der einheimischen Szenegänger. In der Bar Las RanasCC Boulevard Monopol trinken nachmittags Studenten Kaffee, nachts erwacht dort das Leben. Genau wie in der angesagten Bar CuasquíasCalle San Pedro2, die in einem alten, liebevoll renovierten Steingebäude untergebracht ist.

Bloss nicht

Ungeschützten Sex haben

Befragungen von Touristen unter 26 Jahren ergaben, dass 50 Prozent im Urlaub auf den Kanarischen Inseln Sex mit einem neuen Partner haben. Untersuchungen zeigen, dass dadurch das Risiko, sich mit HIV und anderen Krankheiten zu infizieren, stark steigt. Handeln Sie also verantwortlich, und schützen Sie sich und andere!

Auf Kaufangebote hereinfallen

Aggressive Werber versuchen, Touristen unseriöse Urlaubspakete zu verkaufen. Früher Timesharing genannt, kommen sie jetzt leicht verändert als „Holidaypacks“, „Urlaubsclubs“ etc. daher. Die so angepriesenen angeblichen Luxusferien entpuppen sich dann als stark überteuerte Angebote. Oft werden schon als Einstieg Tausende Euro verlangt. Lassen Sie daher stets die Finger davon!

Gefälschte Markenware kaufen

Uhren, elektronische Artikel und Markenmode sollten Sie nur in Kaufhäusern und Geschäften erwerben. Bei Schnäppchen auf Basaren und Flohmärkten handelt es sich so gut wie immer statt um Markenware um Fälschungen. Falls Sie doch einmal zugreifen, kann das für Sie teuer zu stehen kommen: Der deutsche Zoll kann die gefälschte Ware bei Kontrollen einziehen und ein Bußgeld verhängen.

Kriminalität unterschätzen

In Las Palmas und in den Touristenzentren werden Mietwagen aufgebrochen und Wertsachen am Strand oder im Hotel gestohlen. Lassen Sie deshalb nichts im Auto liegen und Wertsachen auch nicht unverschlossen im Hotelzimmer oder Apartment! Besser in den Safe damit oder bei der Rezeption abgeben.

An Werbefahrten teilnehmen

Arglose Touristen werden von Prospektverteilern geködert, an kostenlosen Inselrundfahrten mit Einladung zu Kaffee und Kuchen teilzunehmen. Dabei werden den Gutgläubigen überteuerte, oft minderwertige Waren wie Rheumadecken aufgedrängt. Machen Sie solche Ausflüge nicht mit!

Sich in Restaurants abzocken lassen

Brot gehört in Spanien zu jedem Essen. Früher war das umsonst. Heute wird es kommentarlos auch ohne Bestellung serviert … und später dafür kassiert. Generell gilt: Wenn Sie berechtigterweise unzufrieden sind, verlangen Sie die hojas de reclamación (Beschwerdeblätter), die jedes Restaurant haben muss und die vom Staat kontrolliert werden. Dort können Sie Ihre Kritik aufschreiben.

Stichworte

Altkanarier

Viel weiß man nicht von den Ureinwohnern der Kanaren. Sie besiedelten den Archipel wohl erst ab dem 5. Jh. v. Chr. und entstammten hellhäutigen Berberstämmen aus Nordafrika oder, wie neuere Genforschung auch für möglich hält, dem Mittelmeerraum um Sizilien. Rasch verloren die Inseln den Kontakt untereinander. Bootsbau war unbekannt, gefischt wurde nur von Land aus. Die Altkanarier waren vor allem Bauern, die Ziegen und Schafe hielten und Gerste anbauten, aus der sie GofioMehl, ihr Grundnahrungsmittel, gewannen. Auf Gran Canaria etablierten sich zwei Königreiche, eines im Nordwesten mit Gáldar als Sitz, eines im Nordosten um die Siedlung Telde. Beherrscht wurden sie von guanartemen (Königen). Das Volk lebte vor allem in Höhlen. Dort bestatteten sie auch die oft mit viel Geschick mumifizierten Toten. Als die Spanier 1478 an Land gingen, regierten auf Gran Canaria Tenesor Semidan in Gáldar und Doramas in Telde. Nach fünfjährigen Kämpfen besiegten die Eroberer die Einheimischen. Doramas fiel 1481 in der Schlacht. Tenesor Semidan geriet in Gefangenschaft und ließ sich taufen. Die stark dezimierten Altkanarier gingen in der Bevölkerung der Spanier auf.

Bananen

Gran Canaria bietet Bananenpflanzen ein ideales Klima. Deshalb gibt es schon seit gut 100 Jahren große Plantagen auf der Insel. Im Norden bei Arucas und im Süden bei Arguineguín bedecken viele Stauden das Land. Nach der Ernte schlagen Arbeiter die Stämme ab, während bereits junge Pflanzen aus dem Boden sprießen. Kanarische Bananen sind kleiner als ihre mittelamerikanischen Schwestern und wesentlich schmackhafter. Am besten kauft man sie auf dem Wochenmarkt in Las Palmas.

Baustopp

Was Gesetze nicht vermochten, „gelang“ der Wirtschaftskrise. Dank ihr herrscht auf Gran Canaria faktisch ein Baustopp – und manch eine schöne Küstenschlucht bleibt (vorerst) intakt. So salopp spanische Banken einst Kredite vergaben, so restriktiv zeigen sie sich heute. Ohne Kredithilfe aber gibt es kaum Bauprojekte, denn die Sparquote der meisten Haushalte ist durch niedrige Löhne und die hohe Arbeitslosenquote eher gering. Längst spüren die Banken die Folgen ihrer einst lockeren Geldpolitik: Viele Kanarier, die ihren Kredit nicht mehr bedienen konnten, mussten den Banken ihre Wohnungen und Häuser übergeben, die diese nur mit starkem Abschlag loswerden.

Carnaval

El carnaval hat nur wenig mit unserem Karneval gemein. Er ist eine Fiesta der Phantasie und Sinne, in der die Canarios die engen Normen des Alltags einmal im Jahr über Bord werfen. Monatelang laufen die Vorbereitungen für die Festwochen, die stets im Februar und März liegen. Es werden carrozas (Festwagen) gebaut und dekoriert, Kostüme geschneidert, Masken und Verkleidungen gebastelt. Jeder Ort hat seine murgas, verkleidete Spaßmachergruppen, die während der desfiles, der Umzüge, tanzend und lärmend durch die Straßen ziehen. Los geht's meist erst abends, und gefeiert wird die ganze Nacht. Agüimes ist das Zentrum des ländlichen Karnevals. In Las Palmas sind die Umzüge aufwendiger. Die Wahl der reina del carnaval (Karnevalskönigin) wird live im Fernsehen gezeigt, die Kostüme der Aspirantinnen kosten oft so viel wie ein Mittelklassewagen. Jeder Karnevalstag endet mit dem mogollón, dem Abtanzen nach Latinorhythmen, das oft bis in den frühen Morgen dauert. Grandioser Abschluss des Carnaval ist der entierro de la sardina – das Begräbnis der Sardine. Warum ein Fisch zu Grabe getragen wird, weiß niemand. Noch einmal gibt es einen farbenprächtigen Umzug, bei dem eine gewaltige Pappsardine durch die Straßen gezogen wird. Zum Schluss explodiert sie in einem Feuerwerk aus Lichtbögen, Raketen und Knallkörpern.

Drachenbaum

Auf einer kleinen Plaza unweit der Basilika von Teror steht ein Exemplar der geheimnisvollsten kanarischen Pflanze: Der Drachenbaum drago ist das Wahrzeichen der Insel. Den Altkanariern galt er als heilig. Sein „Drachenblut“ – das Harz färbt sich an der Luft dunkelrot – wurde bei der Zubereitung von Heiltränken verwendet. Gran Canaria hat sogar eine eigene endemische Art, die es nur hier und nirgends sonst auf der Welt gibt, nicht einmal auf den anderen Kanareninseln. Die Pflanze, die nur in schwer zugänglichen Schluchten des Südostens wächst, wurde nach dem prähispanischen Inselnamen Dracaena tamaranae getauft (Gran Canaria hieß bis 1483 „Tamarán“). Der „normale“ Drachenbaum freilich ist verbreiteter, worauf die vielen Ortsnamen verweisen: El Dragonal, El Draguillo, Dragos … Einen wunderschönen Drachenbaumhain können Sie im Botanischen Garten Jardín Canario in der Nähe von Las Palmas sehen.

Dromedare

Es sieht märchenhaft aus, wenn die Dromedare bei Maspalomas in einer langen Karawane durch die weite Dünenlandschaft ziehen. Die Tiere gehören zu den großen Touristenattraktionen. Wohl schon mit den ersten Europäern kamen die einhöckrigen Asketen nach Gran Canaria. Als ideale Arbeitstiere – sie kommen wochenlang ohne Wasser aus und schleppen klaglos schwere Lasten – wurden sie vielfältig eingesetzt. Obwohl ihre Karriere mit der Einführung von Maschinen beendet schien, erlebten die Dromedare durch den Tourismus eine Renaissance. Täglich setzen sich Hunderte in die grünen Sättel. Es gibt drei Dromedarstationen auf der Insel. Unterhalb Fatagas werden Dromedare auch gezüchtet und können mit ihren Jungtieren aus der Nähe besichtigt werden.

Dünen

Die weißgolden flirrenden Dunas de Maspalomas bieten ein ganz besonderes Naturerlebnis. Bis zu 12 m hoch türmen sich die Sandwälle auf. 1,5 km weit stoßen sie an ihrer breitesten Stelle ins Landesinnere vor. Diese 418 ha Sand, durchsetzt mit einer eigenen Flora, sind seit 1987 als „Naturlandschaft von nationalem Interesse“ unter Schutz gestellt. Sie bestehen nicht, wie viele vermuten, aus Flugsand der nur 200 km entfernt liegenden Sahara, sondern fast ausschließlich aus von der Brandung zerriebenem, angespültem Korallen- und Muschelkalk. Und sie wandern. Im Schneckentempo kriechen die Dünen 2 bis 5 m pro Jahr in Richtung Westen, immer wieder neu geformt und gezeichnet vom Passat. Erst mit größerer Entfernung zum Meer stoppen stärkerer Pflanzenwuchs und abflauender Wind diese Bewegung.

Eselsbauch

„Panza del burro!“ („Eselsbauch!“) rufen die Kanarier aus, wenn sich die vom Passat herangetragenen Wolken im Inselnorden zu dichten Bänken stauen. Kurios ist der Ursprung des Namens: Er stammt noch von den Großeltern, die als Bauern auf dem Land lebten. Damals hatte jeder einen Esel, der als Last- und Zugtier diente. In der Mittagshitze, wenn die Zeit reif für eine Siesta war, legte sich der Bauer unter den Esel, der ihm Schatten spendete. Blinzelte der Bauer nach oben, sah er nur einen weißgrauen Bauch: Dieser hatte nicht nur die gleiche Farbe wie die Passatwolken, sondern hing ebenso tief!

Höhlen

Wie vor 1000 Jahren leben viele Bewohner in Artenara hoch in den Bergen immer noch in Höhlen. Und bei Bedarf meißeln sie sich ein neues Zimmer aus dem weichen Tuffstein. Nicht mehr wie zu Urgroßvaters Zeiten, als man mit Hacken und Messern dem Fels zu Leibe rückte. Doch im Prinzip hat sich wenig verändert. Strom und Wasser gibt's natürlich. Aber bis heute darf man nicht zu tief in den Fels graben, weil sonst Feuchtigkeit austritt. Den großen Vorteil einer Höhle, dass sie im Winter warm und im Sommer kühl ist, wissen ihre Bewohner immer noch zu schätzen. Ein weiterer Pluspunkt: Wer sein Haus in den Fels gräbt, verschandelt nicht die Landschaft mit Neubauten. Schon die Altkanarier gruben sich mit Steinen Wohnhöhlen, bestatteten ihre Toten darin, nutzten sie als Speicher oder Kultplätze, wie es der Cenobio de Valerón eindrucksvoll zeigt. Viele Grab- und Wohnhöhlen gibt's außerdem im Barranco de Guayadeque bei Agüimes.

Lucha Canaria

Die Lucha Canaria, den kanarischen Ringkampf, gab es schon zur Zeit der Altkanarier. Sie wird nur auf den sieben Inseln des Archipels betrieben. In einem Kreis von ungefähr 15 m Durchmesser, der mit Sägespänen oder Sand ausgelegt ist, treten zwölf Kämpfer zweier Teams paarweise gegeneinander an. Mit verschiedenen Ringergriffen versuchen die luchadores, den Gegner im maximal drei Minuten dauernden Kampf auszuhebeln und zu Boden zu werfen. Neben dem Gewicht sind auch Technik und Schnelligkeit ausschlaggebend. Die Lucha Canaria hat zwar ihren Spitzenplatz im Sport an den Fußball verloren, dennoch ist das Interesse der Canarios noch immer groß. Wichtige Turniere werden ausführlich im Fernsehen übertragen. Terreros de la lucha canaria, Ringkampfarenen, gibt es in Puerto de Mogán, Ingenio, Gáldar, Firgas und Las Palmas. Termine für anstehende Kämpfe erfährt man in der Touristeninformation.

Schnee

Eigentlich ein absurdes Thema für eine Insel vor Afrikas Küste, doch schneit es in Gran Canarias Cumbre, der schroffen Bergwelt rund um den 1949 m hohen Pico de las Nieves, im Schnitt alle zwei, drei Jahre. Das ist jedes Mal eine Sensation. Die Tageszeitungen schreiben darüber auf den Titelseiten, das Lokalfernsehen schickt Teams in die Berge. Am Wochenende machen sich die Canarios zu Tausenden auf den Weg, um Schneeballschlachten zu schlagen, Schneemänner zu bauen und an Ständen mit heißer Schokolade Schlange zu stehen.

Virgen del Pino

Anfang September findet in Teror an zwei Tagen die Romería Virgen del Pino statt, die „Wallfahrt der Jungfrau von der Pinie“, die größte der Insel. Hintergrund ist eine Legende, nach der altkanarische Hirten in der Nacht zum 8. September 1481 in der Gegend eine Marienerscheinung hatten und kurz darauf eine Figur der Muttergottes in besagter Pinie entdeckten. Eine Kapelle wurde errichtet, Pilger kamen, der Wallfahrtsort Teror entstand. Neben der feierlichen Prozession, in der die hochverehrte und reich geschmückte Marienstatue jedes Jahr aus der Kathedrale und durch die Straßen Terors getragen wird, ist vor allem die Fiesta am Tag davor ein tolles Ereignis. Aus allen Dörfern Gran Canarias, aber auch von anderen Inseln, kommen Abordnungen in typischen Trachten mit herrlich dekorierten Festwagen, um der Heiligen Jungfrau zu huldigen. Danach klingt der Tag in einem bunten Volksfest mit Karussells und Ständen mit Leckereien aus, das die ganze Nacht dauert.

Wasser

Eine Insel, über der ewig die Sonne scheint, hat auch eine Kehrseite: den Mangel an Wasser. Früher gab es Flüsse auf Gran Canaria, dichte Lorbeerwälder zogen Feuchtigkeit aus den Passatwolken, Brunnen versorgten die Bauern. Nun sind die Bäume abgeholzt, die Brunnen versiegt, nur ein Flüsschen fließt noch auf der Insel. In riesigen Stauseen, die oft bedrohlich leer sind, wird Regenwasser gesammelt. Deshalb war die Erfindung der Meerwasserentsalzungsanlagen wichtig für Gran Canaria. Statt immer tiefer ins Erdinnere vorzudringen, um die knappen Grundwasservorräte durch kilometerlange Stollen anzuzapfen, wurde eine schier unerschöpfliche Ressource erschlossen: das Meer. Wo vor wenigen Jahren das Salz noch durch teure, erdölbetriebene Anlagen entfernt wurde, werden heute umweltfreundliche, mechanische Osmose-Verfahren angewandt. Nach wie vor kostet das aber viel Geld und Energie. Vergeuden Sie daher bitte kein Wasser!

Wein

Weinanbau hat eine lange Tradition auf den Kanaren. Wohl bereits im 15. Jh. gelangten die ersten Rebstöcke von Kreta aus nach Gran Canaria. Und bald schon rissen sich die europäischen Königshäuser um die Tropfen aus der schweren Malvasíatraube. Größter Abnehmer war England, und noch heute kann man bei Shakespeare nachlesen, wie begeistert die Kundschaft von den edlen Tropfen war. Doch die spanisch-englische Kolonialkonkurrenz machte das gute Geschäft zunichte. Reblaus-Krankheiten trugen das Übrige dazu bei, dass der kanarische Weinanbau stark zurückging und bald nur symbolische Bedeutung hatte. Das Blatt wendete sich mit Spaniens EU-Beitritt, als enorme Fördergelder in die Landwirtschaft flossen. Seitdem haben die Kanarier ihre alten Tropfen wieder entdeckt, kleine Familienkellereien modernisiert und neue Bodegas eröffnet. Heute werden außer im traditionellen Anbaugebiet El Monte zwischen Santa Brígida und Bandama überall auf der Insel Trauben angebaut: Im südlichen Bergland bei Fataga und San Bartolomé de Tirajana ebenso wie im Nordwesten im Agaete-Tal, im Osten bei Telde und sogar in der Gipfelregion. Geerntet werden die Trauben im September, sodass der junge Wein zu St. Martin Anfang November fließen kann. Dazu gibt es frisch geröstete Esskastanien.

Bücher & Filme

Canarias – Kanarisches Lesebuch

Ein tolles Buch zum Schmökern! Mit Aquarellen und Fotos, dazu persönliche Geschichten spanischer und deutschsprachiger Autoren.

Tod im April

Der Autor José Luis Correa aus Las Palmas schickt seinen Detektiv auf Verbrecherjagd.

Unter dem Drachenbaum

Eine Sammlung archaischer Legenden der Ureinwohner, lebendig nacherzählt von Horst Uden.

Gran Canaria – all inclusive

Unterhaltsamer Roman von Leonie Bach über die Suche nach der idealen Ferienliebe.

Auf den Spuren der Ureinwohner

Der Ethnologe Harald Braem stellt archäologische Fundstätten vor, erläutert Felszeichnungen und Bestattungsriten, Versammlungsorte und Opferaltäre der Altkanarier.

Der Bestseller

Regisseur Celino Bleiweiss schickt Ur-Bayer Ottfried Fischer auf der Insel in die Fänge von Kriminellen und einem Callgirl.

Bedrohte Paradiese: Kanaren – Inseln der Umweltsünder

Die Kehrseite der Boom-Jahre: Luxushotels in Naturschutzgebieten, wilde Mülldeponien und Überfischung. Film von Johannes Höflich und Jo Angerer.

Unser Mann im Süden

Fritz Wepper löst als Konsul Hammerstein Touristenprobleme in Puerto de Mogán. ZDF-Vierteiler von 2008.

Fakten

Fläche
1.560 km²
Strom
220 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
10:12 Uhr
Zeitverschiebung
-1 h (zu MESZ)
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