Fuerteventura

Überblick

Willkommen auf Fuerteventura

„Eine Wüste ist dieser erhabene und geliebte, weltabgeschiedene Erdenfleck Fuerteventura – eine der Inseln, die man einst die Glückseligen nannte … ein nacktes, skeletthaftes, karges Land aus nichts als Knochen, ein Land, das eine ermüdete Seele zu stählen vermag.“ Der dies schrieb, der Dichter Miguel de Unamuno, rühmte Fuerteventura 1924 nicht als erholungsbedürftiger Urlauber, sondern als politisch Verfolgter, verbannt in die ärmste Wildnis, die es in Spanien gab.

„Oase in der Wüste der Zivilisation“ nannte er sein Zwangsasyl trotzig, und all die Sonnenhungrigen und Surfbegeisterten, die heute freiwillig hergeflogen kommen, schätzen ebendies an Fuerteventura: die Urwüchsigkeit, die auf Sand, Stein und Strauchwerk reduzierte Landschaft inmitten des Ozeans, die herbe Symphonie aus fast weißem Strand, blauem Himmel, blaugrünem Meer, braungelber Steppe und grauschwarzem Geröll. Nichts ist hier von der üppigen Vegetation La Palmas oder der landschaftlichen Vielfalt Teneriffas zu erahnen, nichts vom quirligen Stadtleben auf Gran Canaria. Bis heute zählt Fuerteventura mit nur 61 Einwohnern pro Quadratkilometer zu den am dünnsten besiedelten Kanarischen Inseln, und der Hauptort Puerto del Rosario ist eine Kleinstadt von gerade einmal 37 000 Seelen.

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Anreise

2d 7h 46min
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Auftakt

Entdecken Sie Fuerteventura!

Als künstliche Oasen liegen sie da, die Feriensiedlungen aus Bungalows oder die terrassenförmig an die Hänge geschmiegten Hotels, umgrünt mit üppigen Pflanzen, die ohne künstliche Bewässerung rasch verdorrt wären, ausgestattet mit Duschen und Diskotheken, Bars und Boutiquen. Nichts ist wie daheim, man braucht nur auf den Balkon zu treten. Nur Sand, Himmel und Meer sind zu sehen und zu hören ist nichts als das Geräusch des ewigen Windes.

Gewiss sorgt die Hotelanimation heute für jede Menge Kurzweil, doch ist die Insel gerade auch deswegen beliebt, weil sie das ideale Kontrastprogramm zur Reizüberflutung bietet. Hier gefährdet kein Besichtigungsstress die Erholung. Es gibt weder antike Gemäuer noch berühmte Museen. Dennoch sollten Sie auf einer Rundfahrt oder besser auf einer geführten Wanderung auch einmal die verborgenen Attraktionen aufspüren – ob Schluchten, Lavafelder oder Dorfkirchen –, die Ihnen den „Geist“ der Insel nahebringen. Oder eine Siesta in einem kleinen Fischerort oder einem Bergdorf halten. Denn in den älteren Ortschaften herrscht vor allem eines: Ruhe. Da sitzt man vor der Dorfkirche unter schattigem Blätterdach, sieht einem Hibiskus beim Blühen zu, die Sonne malt helle Flecken aufs Pflaster, und die Zeit steht still. Man mag sich in die herrlichen Wanderdünen von Corralejo legen und sehen, wie der Wind die Sandkörner vor sich her bläst, oder zuschauen, wenn bei sinkender Sonne die Landschaft ihre Farben aufleuchten lässt: rostrote Hänge mit blassgrünen Streifen, graugrüne Flechten auf schwarzen Lavabrocken. Die Schatten wandern; fast nichts geschieht, und doch hat man etwas Großartiges erlebt.

Die Glücklichsten sind wohl die Wassersportler. Mit stabiler Wetterlage und Spots für alle Schwierigkeitsgrade locken die Strände ein buntes Surferpublikum an; wenn Wettkämpfe angesagt sind, reisen sie aus aller Welt an. Da kaum einmal Regen, Sturm oder eine Flaute in die Quere kommen, lernen auch Anfänger schnell. Und sollte einer doch am Brett verzweifeln, kann er Katamaran segeln oder beim Hochseeangeln sein Glück versuchen. Die wahren Qualitäten Fuerteventuras entdeckt aber erst, wer schnorchelnd oder tauchend in einem der vielen Tauchreviere entlang den Küsten die phantastische Unterwasserwelt in Augenschein nimmt. Jede Tauchschule hat ihre speziellen Plätze. Mal sind es bizarre, im Meer erkaltete Lavaströme, mal weißer Sand, mal langsam zerfallende Schiffswracks, an denen sich alles an Fischen und anderem Seegetier tummelt, was in Küstennähe nur vorkommt.

Die Landschaft variiert nur wenige Themen: zu Kuppen geschliffene Vulkankegel, Kerbtäler, ein paar Palmenoasen, eine Handvoll kleiner Bergorte, kaum so viele Fischerdörfer, ab und zu Windräder oder eine Windmühle. Variantenreich und schön aber sind die Küsten. Da gibt es die kilometerlangen, hellen, feinsandigen Strände der Halbinsel Jandía, den fast weißen Dünenstrand bei Corralejo, die dunkelkiesigen, fast schwarzen kleinen Buchten vor den Fischerorten im Süden Maxoratas, des Inselhauptkörpers, und im Westen wild umtoste Klippen mit engen Einschnitten hier und da und Sand schwarz, gold und gelb. Auch die Brandung ist sehr unterschiedlich: An einem Strand können selbst kleine Kinder gefahrlos baden, am zweiten muss mit den Wogen gekämpft werden, am dritten reißt das Meer jeden fort, der sich zu weit hineinwagt.

Bildungsreisende werden mit Fuerteventura vermutlich nicht sehr glücklich werden. Von Interesse allerdings ist die ländlich-bäuerliche Lebensweise der früheren – und teils noch der heutigen – Insulaner. Wie erfindungsreich sie z. B. bei der Wassergewinnung, -bewirtschaftung und -aufbereitung sein mussten, ist faszinierend. Auch sonst war es nicht leicht, sich auf dieser zwar fruchtbaren, doch eher lebensfeindlichen Insel zu behaupten. Einwanderer aus Südspanien und Frankreich brachten neue Ackerbaumethoden und die Viehzucht nach Fuerteventura mit. Esel und Kamele wurden als Lasttiere und als „Antrieb“ für Brunnengöpel eingesetzt. Das Sagen hatten die señores; den einfachen Insulanern, den majoreros, erging es über Jahrhunderte mehr schlecht als recht. Nur 6000 bis 8000 Einwohner dürfte es damals gegeben haben. Blieb der Regen längere Zeit aus, oder fielen Heuschrecken aus der Sahara ein, waren Hungersnöte unvermeidlich. Hilfe von außen gab es nur für die señores und das Militär, dessen einstige Kommandozentrale, die Casa de los Coroneles in La Oliva, heute der bedeutendste historische Profanbau der Insel ist.

Dieses repräsentative Gebäude sowie etliche ehemalige Bauernhäuser und Scheunen wurden in den letzten Jahren stilgetreu restauriert und teils zu Museen umgewandelt, teils als Ferienwohnungen hergerichtet. „Ländlicher Tourismus“ lautet das Stichwort, interessant vor allem für solche Gäste, die für ihren Urlaub weniger eine Taucher- als vielmehr eine Lesebrille und ein gutes Buch benötigen. Abgesehen von diesen kleinen Herbergen für wenige Gäste, denen die Strandferne nichts ausmacht, wohnt man ganz überwiegend in wassernahen Hotel- und Apartmentanlagen mit selten unter 100 Einheiten. Abseits der Strände jedoch, im Landesinnern, hat man am ehesten Gelegenheit, die spanische Seite der Insel zu erleben, und zwar am besen bei einer Fiesta. Da spielen dann nachts die Bands auf dem Dorfplatz zum Tanz auf, an Buden werden Imbisse verkauft, Alt und Jung sind auf den Beinen. Am Haupttag schreitet eine Heiligenprozession einher, vornweg die Honoratioren und dahinter im Festtagsstaat die Dorfbevölkerung, sofern sich nicht, wie in manchen Fischerorten, geschmückte Boote zu einem Umzug auf dem Wasser versammeln. Mit Fiestas und Karneval ist beim Feiern noch nicht Schluss. Diese traditionellen Termine werden heute in den Schatten gestellt von moderneren Besuchermagneten, die für manche ein Grund sind, von weither deswegen anzureisen. Besonders gilt dies für die alljährlich Ende Juli/Anfang August durchgeführten Windsurf-Weltmeisterschaften. Vor allem die Freestyle-Surfer mit ihren akrobatischen Kapriolen locken scharenweise Zuschauer an. Musikenthusiasten strömen im März nach Corralejo zum Bluesfestival, und im frühen November, beim Internationalen Drachenfestival, hängt ebendort der Himmel über den weißen Wanderdünen voller phantasievoller, bunter Gebilde.

In dieser Hinsicht wird zum Glück einiges an Abwechslung geboten. Geführte Radtouren und Wanderungen verschiedener Schwierigkeitsgrade sind am einfachsten zu realisieren, aufregender wird es bei Motorrad- oder Quadtouren, und wer mehr über die Insel erfahren will, findet liebevoll gemachte Museen sowie Kunstausstellungen und Galerien. Mindestens ein Strandspaziergang pro Tag muss aber immer sein, denn bessere Erholung für Seele, Geist und Körper gibt es auf der Insel nicht, als zur Musik von Wind und Wogen durch den Sand zu stapfen. Der letzte Abend rückt heran. Wie Abschied nehmen? Noch einmal eine Beach-Party feiern? Eine Paella mit frischen Meeresfrüchten im Hotelrestaurant genießen? Ein Umtrunk mit Sangria an der Poolbar veranstalten? Vielleicht fahren Sie aber doch lieber noch einmal in ein verschlafenes Fischerdorf, wo Sie am Strand auf der Terrasse eines kleinen Bar-Restaurante einen herrlich frischen Fisch verspeisen und einen herben Landwein trinken, wo Sie noch einmal die Brandung rauschen hören und Ihnen der Passat die Haare zaust …

Praktische Hinweise

Anreise

Immer direkt und meistens nonstop fliegen Air Berlin, Condor, TUIfly und andere Chartergesellschaften ab Berlin, Bremen, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt/ M., Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Münster/ Osnabrück, Nürnberg, Paderborn, Stuttgart und Zweibrücken, ferner ab Luxemburg, Basel, Zürich, Salzburg und Wien. Der Flug dauert vier bis fünf Stunden. Ryan Air fliegt ab Bremen, Hahn (bei Frankfurt/M.) und Weeze (bei Duisburg) schon für weit unter 100 Euro auf die Insel. Allerdings bekommt man eine Woche Inselurlaub im Pauschalarrangement Hotel inklusive Flug zum Teil schon für unter 400 Euro. Per Linie ist die Insel nur mit Umsteigen (meist über Gran Canaria) zu erreichen. Selbst vom spanischen Festland
aus werden nur sehr wenige Direktflüge angeboten.

Auf Fuerteventura ist der Transport vom Flughafen zur Ferienherberge meist im Arrangement enthalten. Am Flughafen sind zudem viele Autovermieter mit Schaltern vertreten. Ihren Mietwagen finden Sie dann auf einem der nummerierten Plätze am rechten (nördlichen) Ende des Flughafenparkplatzes.

Es gibt keine direkten Fähren. Man muss umsteigen: von Cádiz oder Huelva kommend in Arrecife auf Lanzarote (weiter per Fähre von Playa Blanca nach Corralejo) oder in Las Palmas auf Gran Canaria. Die Verbindung gibt es nur ein- bis zweimal wöchentlich; sie dauert mindestens zwei Nächte und einen Tag. Für zwei Personen plus Pkw müssen Sie mit mindestens 1500 Euro rechnen. Auskunft und Buchung der Schiffspassagen über Reisebüros oder direkt: www.trasmediterranea.es bzw. www. navieraarmas.com.

Auskunft vor der Reise

Informationen und Prospektbestellung in Deutschland unter www.spain.info/de_DE

Spanische Fremdenverkehrsämter

Büros mit Publikumsverkehr in Deutschland:

– Berlin (Lietzenburger Str. 99/6. OG, 10707 Berlin, Tel. 030 8826543)

– Frankfurt (Myliusstr. 14, 60323 Frankfurt, Tel. 069 725033)

– München (nur per Tel. 089 53 07 46 11)

in Österreich:

– Wien (Walfischgasse 8, 1010 Wien, Tel. 01 5129580-11, www.spain.info/de_AT)

in der Schweiz:

– Zürich (Seefeldstr. 19, 8008 Zürich, Tel. 04 42536050, www.spain.info/de_CH)

Auskunft vor Ort
Patronato de turismo

C/ Almirante Lallermand 1, Puerto del Rosario (gegenüber der Mole), Tel. 928530844, www.fuerteventuraturismo.es/de

Auto & Mietwagen

Ein internationaler Führerschein ist nicht nötig, es reicht der nationale. Die Verkehrsregeln ähneln den deutschen. Mehr dazu siehe www.eu-verbraucher.de/fileadmin/user_upload/eu-verbraucher/PDF/Laendersheets/Autofahren/Autofahren_Spanien.pdf

Es herrscht Anschnallpflicht, das Tempolimit für Pkw liegt innerorts bei 50 km/ h, auf Landstraßen bei 90 km/ h. Die Promillegrenze liegt bei 0,25, und dabei kennt die spanische Polizei keine Nachsicht. Es gibt auch auf Fuerteventura viele Kontrollen, besonders nachts und am Wochenende. Bei Mietwagen gibt es ein großes Angebot in allen Ferienzentren und natürlich am Flughafen. Günstig sind Dreitages- und Wochentarife. Ein Kleinwagen ist etwa ab 130 Euro die Woche, ein Geländewagen für rund 70 Euro pro Tag zu haben. Vergewissern Sie sich, dass neben einer unbegrenzten Kilometerzahl auch eine Vollkasko- und eine Insassenversicherung im Preis inbegriffen sind. Das Mindestalter für Mietwagenfahrer beträgt 21 (bei manchen Firmen sogar 23) Jahre. In der Hauptsaison ist die Vorausbuchung empfehlenswert. Für normale Inselrundfahrten ist kein Jeep notwendig, wer aber Nebenstrecken und Schotterpisten befahren will, muss bedenken, dass die Mietverträge für normale Pkw das Fahren abseits befestigter Straßen meist untersagen. Für Touren ans Westkap und nach Cofete ist unabhängig von der Versicherungsfrage ein Allrad-Geländewagen sinnvoll.

Banken & Kreditkarten

Banken sind werktags meist 8.30 bis 14 Uhr, samstags bis 12.30 oder 13 Uhr geöffnet. Per Giro- oder Kreditkarte gibt’s gegen Gebühr Bargeld aus Geldautomaten (deutschsprachige Benutzerführung wählbar). Die gängigen Kreditkarten werden von vielen Banken, Hotels und Autovermietern sowie in manchen Läden und Restaurants akzeptiert.

Busse

17 Linien verbinden alle größeren Orte miteinander. Touristisch relevant sind die Linien 1 und 10 (Morro Jable/Costa Calma–Hauptstadt, meist stündlich), 3 (Caleta de Fuste–Hauptstadt, meist halbstündlich), 5 (Morro Jable–Costa Calma, meist stündlich), 6 (Corralejo–Hauptstadt, meist halbstündlich), 7 (Cotillo–Hauptstadt, dreimal täglich), 8 (Corralejo–Cotillo, meist stündlich) und 25 (Morro Jable/Costa Calma–Oasis Park, meist stündlich). 3 und 10 halten am Flughafen.

Camping

Die offiziellen Zeltplätze verfügen über keine Installationen (Toiletten, Duschen, Wasser etc.). Ihre Benutzung erfordert eine Anmeldung im Rathaus der jeweiligen Gemeinde und das Hinterlegen einer Kaution. Zeltdauer in Naturschutzgebieten maximal 7 Tage.

Diplomatische Vertretungen

Die zuständigen Konsulate befinden sich auf Gran Canaria bzw. in Madrid.

Konsulat der Bundesrepublik Deutschland

C/ Albareda 3–2°, Las Palmas, Gran Canaria, Tel. 928491880

Konsulat der Republik Österreich

Hotel Reina Isabel, C/ Alfredo L. Jones 40, Las Palmas, Gran Canaria, Tel. 928761350

Konsulat der Schweiz

Urbanización Bahía Feliz/Edificio de Oficinas, Local 1, 35107 Playa de Tarajalillo, Gran Canaria, Tel. 928157979

Einreise

Für Deutsche, Österreicher und Schweizer genügt der Personalausweis. Keine Ausweiskontrolle bei Einreise aus Schengen-Staaten.

Fährverbindungen

Zwei Reedereien bieten ab Corralejo in der Saison täglich bis zu 14 Überfahrten (Fahrzeit 25 Minuten, Preis pro Strecke ab 23,50 Euro, mit dem Pkw ab 34 Euro) zur Nachbarinsel Lanzarote (Playa Blanca) an: Líneas Fred Olsen902100107www.fredolsen.es und Naviera Armas902456500www.navieraarmas.com.

Beide Reedereien bieten auch Autofähren von Morro Jable nach Las Palmas de Gran Canaria (3x täglich, Fahrzeit ab 2 Stunden) mit Anschluss nach Teneriffa an. Nach Gran Canaria fährt Naviera Armas
zudem täglich ab Puerto del Rosario.

Fahrrad fahren

Achtung: Es gibt erst sehr wenige Radwege, viele Landstraßen sind schmal, und Autofahrer nehmen auf Radler meist wenig Rücksicht. Außerorts herrscht Helmpflicht, und die Promillegrenze gilt auch für Radfahrer.

FKK

An Ortsstränden und im Umfeld von Gebäuden ist hüllenloses Baden tabu, an vielen anderen Stränden aber üblich und toleriert.

Flugverbindungen

Täglich gibt es rund ein Dutzend Linienflüge nach Las Palmas auf Gran Canaria und bis zu vier nach Teneriffa/Los Rodeos, mehrmals wöchentlich verkehren Maschinen nach Madrid. Andere Kanarische Inseln werden nicht angeflogen.
Buchung und Auskunft: Binter (Tel. 902391392, www.binternet.com).

Sonstige Fluginformationen über Tel. Flughafen 902404704.

Gesundheit
Ärzte:

Caleta de Fuste: Dr. Hans-B. Bludau (Calle La Galera1gegenüber vom CC Atlántico, hinter McDonald's928163732www.fuerteventura-arzt.eu)

Corralejo: Praxis Dr. Kerstin Werner (Calle Acorazado España2928537474); Zahnarzt: Avenida Nuestra Sra. del Carmen46neben der Apotheke928535174

Costa Calma: Dr. Karola Simoni (Calle Entrasalas4im Nordosten auf dem Berg616235121)

Jandía Playa: Dr. Rafael Bermejo (Av. de Saladar 4  neben Café Magdalena 928540333; Zahnärztin Beate Pelka (Av. de Saladar, neben Hotel Faro 928541799)

Apotheken:

Farmacías gibt es u. a. in allen großen Ferienzentren, in Esquinzo, Puerto del Rosario und Gran Tarajal. Medikamente sind häufig günstiger als in Deutschland.

Internetzugang

Seit jeder mit dem eigenen Smartphone herumläuft, und es immer mehr Gaststätten mit WLAN gibt, hat das klassische Internetcafé so gut wie ausgedient. Tatsächlich bieten viele Cafés in allen Ferienzentren WLAN gratis an (Fragen Sie nach dem Passwort!), während sich gerade die teureren Hotels diesen Service extra bezahlen lassen – und das manchmal nicht zu knapp. Solch ein Angebot lohnt dann nur, wenn man mit Laptop unterwegs ist, den man lieber auf dem Zimmer benutzt, um ihn nicht mit herumschleppen zu müssen.

Notruf

Unter 112 können Sie Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr in Deutsch kontaktieren. Bitten Sie ansonsten im Hotel um Hilfe.

Öffnungszeiten

Läden haben unter der Woche meist 9–13 und 17–20 Uhr, in den Ferienzentren vielfach auch am Wochenende geöffnet.

Post

Postämter gibt es in Corralejo, Costa Calma, Gran Tarajal und Morro Jable (Mo–Sa bis Mittag) sowie in Puerto del Rosario (Mo–Fr 8.30–20.30, Sa 9.30–13 Uhr). Briefmarken erhalten Sie auch an den Rezeptionen der Hotels. Oft handelt es sich um Marken privater Postfirmen. Stecken Sie damit frankierte Post nicht in öffentliche Briefkästen, sondern geben Sie sie dort ab, wo Sie die Marken gekauft haben. Postkarten und Standardbriefe ins EU-Ausland und in die Schweiz kosten zzt. 76 Cent.

Preise

Die Preise auf Fuerteventura sind mittlerweile generell mit denen in Deutschland bzw. Österreich und der Schweiz vergleichbar. Ein einfaches Mittagessen im preisgünstigsten Lokal ist allerdings schon für 7 bis 8 Euro zu haben. Rechnen Sie aber für ein Abendessen im Restaurant eher mit 15 bis 25 Euro pro Person. Der Strandzugang ist überall kostenlos, aber für Liegen und Sonnenschirme wird z. T. kräftig abkassiert. Alkoholische Getränke, Tabakwaren und Benzin sind deutlich billiger als zu Hause.

Radio & Fernsehen

In nahezu allen größeren Unterkünften werden die gängigen deutschen Fernsehprogramme über das hauseigene Kabelnetz und damit auf die Zimmer-TV-Geräte übertragen. Deutsche Hörfunknachrichten gibt es im Norden auf UKW 102,7 MHz, inselweit auf MW 747 KHz. Im Süden sendet Radio Costa Calma unter dem Namen Hola FM auf 95,1 MHz.

Rauchen

Wie in Deutschland hat auch der spanische Gesetzgeber das Rauchen in Gaststätten verboten, sofern ein separater Raucherraum fehlt. Eine zunächst bestehende Gesetzeslücke, die es erlaubte, das ganze Lokal zur Raucherzone zu erklären, wurde unterdessen geschlossen. Das Problem ist aber eher theoretischer Natur: Die meisten Gäste sitzen sowieso draußen.

Reisezeit & Kleidung

Saison ist im Prinzip das ganze Jahr über. Die Luft- und Wassertemperaturen sind jedoch im Herbst am angenehmsten. Im Hochsommer können die starke Sonnenstrahlung und die stets kräftig wehenden Winde empfindliche Naturen und Kleinkinder – fliegender Sand am Strand! – durchaus belasten. Von Januar bis April kann es recht kühl werden, auch die Wassertemperaturen sind dann zum Baden nicht wirklich angenehm. Nehmen Sie immer eine lange Hose und eine Windjacke, im Winter und Frühjahr zusätzlich einen warmen Pullover mit, denn die Abende sind meist recht frisch. Die Hauptsaisonpreise gelten in der Regel für die Monate Juli und August und für die Zeit um Weihnachten herum. Achtung: Im August machen viele Restaurants Betriebsferien.

Taxi

Der Grundtarif beträgt werktags 6–22 Uhr 3,05 Euro, pro Kilometer kommen 0,53 Euro hinzu; nachts und feiertags 3,35 bzw. 0,60 Euro.

Telefon & Handy

Münzfernsprecher sind hier noch zahlreich vorhanden. Ins Ausland telefoniert man aber billiger aus Fernsprechläden (locutorios) oder mit sogenannten teletarjetas, Karten mit aufzurubbelnder Geheimzahl, erhältlich zu Gegenwerten ab 5 Euro; man kann sie an jedem Apparat außer an den älteren öffentlichen Telefonen verwenden.

Seit die Europäische Union die Roaming-Preise innerhalb der EU gedeckelt hat, ist es egal, in welchem spanischen Mobilfunknetz man telefoniert. Der Erwerb einer spanischen SIM-Karte zur weiteren Kostensenkung lohnt sich jedoch, wenn man häufiger nach Spanien fährt oder viel telefoniert oder häufiger innerspanische Telefonate tätigt bzw. empfängt. Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.teltarif.de/roaming/spanien/handy.html.

Vorwahl nach Deutschland: 0049; nach Österreich: 0043; in die Schweiz: 0041; nach Spanien: 0034. Ihr Mobiltelefon wählt sich automatisch in ein spanisches Netz ein.

Trinkgeld

Bei Kellnern und Taxifahrern rundet man den Rechnungsbetrag normalerweise um 5–10 Prozent auf. Für Zimmermädchen werden 3 Euro zu Beginn empfohlen, dann alle vier, fünf Tage je nach Leistung und Zufriedenheit des Gastes. Auch für andere Dienste sind kleine Trinkgelder üblich.

Wasser

Trinkwasser wird überall in großen Plastikflaschen bzw. -kanistern verkauft. Das Leitungswasser ist hygienisch zwar einwandfrei, sollte aber wegen fehlender Mineralstoffe nicht in größeren Mengen getrunken werden.

Zeit

Gegenüber der MEZ ist die Zeit auf Fuerteventura ganzjährig 1 Std. zurück (zeitgleiche Umstellung auf Winter- bzw. Sommerzeit).

Zoll

Die Kanaren sind Freihandelszone ohne Zollkontrolle. Bei der Einreise ins Heimatland gelten als Freimengen: 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak, 1 l Spirituosen mit mehr als 22 Vol.-% (Alkohol) oder 2 l Wein, 50 g Parfum oder 0,25 l Eau de toilette sowie Waren und Souvenirs im Gesamtwert von 430 Euro.

Was kostet wie viel?

Kamelritt

12 Euro Kinder 8 Euro

Kaffee

1,10 Euro für einen Espresso

Mietwagen

Ab 85 Euro für drei Tage

Windsurfen

160 Euro für einen 6-Stunden-Anfängerkurs

Benzin

1,10 Euro für einen Liter Normal

Inselrundfahrt

50 Euro mit Bus und Reiseleitung

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

6. Januar

Dreikönigstag (Familienfest, an dem man einander beschenkt)

März/April

Gründonnerstag, Karfreitag

1. Mai

Tag der Arbeit

30. Mai

Tag der Kanaren

Juni

Fronleichnam (Corpus Christi)

25. Juli

Sankt-Jakobs-Tag

15. August

Mariä Himmelfahrt

12. Oktober

Nationalfeiertag (Entdeckung Amerikas)

1. November

Allerheiligen

6. Dezember

Verfassungstag

8. Dezember

Mariä Empfängnis

25. Dezember

Weihnachten, um Mitternacht Christmette. Adventssingen in der Kirche von La Antigua (Sa oder So des 4. Advent, ca. 17 Uhr).

Fiestas
Januar/Februar

21. Januar Valle de Santa Inés

2. Februar Gran Tarajal

Februar/März

Karneval: Am meisten ist in Puerto del Rosario los: Den Auftakt macht ein Maskenball. Weitere Bälle folgen, darunter die Verbena de la Sabana, bei der Perücken und Schaumgummi Männer zu weiblichen Schönheiten machen. Ein weiterer Höhepunkt ist der abendliche Umzug (Sa oder So).

März/April

Semana Santa/Ostern: Vielerorts Prozessionen mit Marien- und Christusbildnissen.

Mai

Tefía (4.) ; Tarajalejo (8.); La Lajita (13.)

Mai/Juni

Fronleichnam. In Puerto del Rosario Prozession über kanarische „Blumenteppiche“ aus bunten Steinen.

Juni

Lajares (13.); Ajuy (24.); Vallebrón (24.); Las Playitas (29.)

Juli

Pájara (2.); Casillas del Angel (26.)

14. Juli Betancuria: Beim Día de San Buenaventura spielen Trommler und Pfeifer zum Jahrestag der Eroberung der Insel durch die kastilische Krone.

16. Juli Corralejo und Morro Jable: Fiesta Nuestra Señora del Carmen. Die hl. Carmen ist Schutzpatronin der Fischer und Seeleute. In Corralejo formiert sich eine Prozession, es folgt eine Bootsprozession; ähnlicher Ablauf in Morro Jable.

August

Tetir (4.); Tiscamanita (3. So); Tindaya (15.); El Cotillo (ca. 22.); Tefía (28.)

September

Antigua (8.); Vega de Río de las Palmas (3. Sa): Freitagnacht ziehen Pilgergruppen über die Berge nach Vega Río Palma, wo die Virgen de la Peña, die Schutzheilige der Insel, als Alabasterfigur steht. Die anschließende Fiesta de la Peña geht über 40 Stunden.

Oktober

7. Oktober: La Oliva ; Puerto del Rosario: Die Fiesta Nuestra Señora del Rosario ist die größte der Insel; sehenswerte, aufwendig ausgestattete Prozession mit Trachten und Musik.

13. Oktober: Tuineje: Fest des hl. Michael, Historienschauspiel zur Schlacht von Tamacite gegen englische Piraten.

19. Oktober: La Ampuyenta

November

30. November: Tetir

Dezember

8. Dezember: Betancuria

Veranstaltungen

Im Trend

Good Morning Fuerte!
Der richtige Start

In Deutschland gilt das Frühstück als idealer Start in den Tag, in Spanien wurde das bislang vernachlässigt. Das ändert sich aber gerade – auch dank der Einwanderer. Mehr als gibt es im Café FinnyCosmo Shopping CenterMorro Jable. Auch im Café ColoniaEdificio EsmeraldaSolana Matorral darf man sich über Brot und Omelette freuen. Und mit Susan Merbold hat sich eine echte Konditormeisterin, die für ihren Stollen schon ausgezeichnet wurde, auf der Insel angesiedelt: Cafeteria El MolinaCalle Risco BlancoCosta Calma.

Recycle Art
Aus alt mach Kunst

Die Recycle-Künstler sammeln, was andere wegwerfen, und machen daraus Kunst – und halten nebenbei die Umwelt sauber. João, Luis und Xandi alias Skeleton Seawww.skeletonsea.com erschaffen Fische aus Altmetall. Die Mosaikkünstlerin Angelika Heckhausen www.angelika-heckhausen.de macht aus Plastikmüll Kunst, die sie in den Shops von Clean Ocean Projectwww.cleanoceanproject.org verkauft. Sie haben Läden in Corralejo, Cotillo und Lajares und organisieren auch Beach Cleanings.

Insel-Blues
Musikalisches Corralejo

Jährlich im März erwischt der Blues Corralejo, dann steigt dort das. Bands spielen in Bars und unter freiem Himmel wie auf der Plaza Patricio Calero. In der Rock Island BarCrucero Baleares8 gibt es jeden Abend Livemusik, regelmäßig erschallt der Blues auch in der Imagine Music BarCalle Lepanto7. Nomen est Omen in Schorschs BlueskellerCalle Isidro DiazTarajalejo .

Romantische Natur
Casas Rurales

Kleine, individuelle Hotels sind auf Fuerteventura eher die Ausnahme. Eine Reihe von Betrieben hat sich nun zu den Casas Rurales zusammengeschlossen; die Häuser setzen auf Nachhaltigkeit. Tinín Martínez und Zaragoza Estévez führen das Hotel Mahoh VillaverdeCalle Francisco Bordón Méndez1Villaverde und eine gleichnamige Gruppe, die sich für den Schutz der Insel einsetzt. Ihre Gäste schlafen in rustikalen Zimmern in einem Bauernhaus aus dem 19. Jh.Die Casa TamasiteCalle Tamasite9Tuineje ist mit alten Holzdecken und Antiquitäten ausgestattet.In der Casa de la BurraPuerto del Rosario aus dem 14. Jh. wurden früher Tiere gehalten. Mittlerweile ist moderne Technik in Form einer Solar- und Wasseraufbereitungsanlage in die Finca eingezogen, ohne dass der Charme des Hotels zerstört wurde.

Neuer Volkssport
Pádel

Paddeltennis, beziehungsweise Pádel, wird ähnlich wie Tennis gespielt. In Spanien ist der Sport sehr populär. Auch Fuerteventura folgt dem Trend mit den kleineren Schlägern und langsameren Bällen, es werden regelmäßig Wettkämpfe ausgetragen. ist ein jährliches Turnier zwischen Fuerteventura, Lanzarote, Gran Canaria, Teneriffa, La Palma und La Gomera www.dgeventos.com/gogopadel. 2010 fand es im Kapalu Urban Sports Center Mariano BarbacidPuerto del Rosario statt. Diego di Noto von der Academia de tenis y pádel Drop Shotwww.dropshotfuerteventura.com zeigt Anfängern, wie sie zu Profis werden. Spielen kann man in nahezu jedem Hotel, z. B. im Origo Mare bei Corralejo.

Bloss nicht

An der Westküste baden

Außer in einigen durch Riffe geschützten Buchten wird es an der Westküste wegen starker Strömungen lebensgefährlich, sobald Sie den Boden unter den Füßen verlieren. Kaum ein Jahr vergeht, ohne dass es mal wieder einen Leichtsinnigen erwischt.

Einen Sonnenbrand riskieren

Oder gar einen Hitzschlag! Dies ist die ernsteste Warnung von allen. Schon ein längerer Spaziergang am ersten Urlaubstag kann im Sommer selbst bei bedecktem Himmel trotz T-Shirt oder Bluse zu einem üblen Sonnenbrand führen. Auch zu anderen Jahreszeiten lässt der tückisch kühle Wind die Stärke der Sonne vergessen. Tragen Sie stets Sonnenschutzcremes mit hohem Schutzfaktor auf – auch bei Wolken –, und gehen Sie um die Mittagszeit in den Schatten. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und sonnenempfindliche Hauttypen.

Kameras, Elektronik oder Uhren kaufen

Zahlreiche Berichte von betrogenen Kunden mahnen zu äußerster Vorsicht. Unbedingt vorher herausfinden, was die Ware daheim kosten würde, dann einen Zeugen mitnehmen und auf Vollständigkeit des Zubehörs achten. Am sichersten: gar nichts kaufen.

Querfeldein fahren

Es ist natürlich verlockend, den Jeep mal so richtig über Stock und Stein zu prügeln. Tun Sie es aber bloß nicht in den Naturparks, z. B. auf der Halbinsel Jandía oder in den Dünen von Corralejo. Auf diesen Frevel stehen mittlerweile empfindliche Geldstrafen.

Strandburgen reservieren

Andere Feriengäste von Strandburgen per Schild („bis … reserviert für …“) auszusperren ist eine deutsche Unsitte – ein steter Quell von Streitereien und eine Unhöflichkeit gegenüber dem Gastland. Verständigen Sie sich lieber auf das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.

Stichworte

Barrancos

Wenn im Winter die wenigen Regengüsse auf die Insel niedergehen, gräbt sich die zu Tal rauschende Flut tiefe Rinnen in die Hänge: die Barrancos. Sie können sich zu Tälern ausweiten oder Schluchten bilden. Sehenswert sind die schluchtartigen Barrancos de Esquinzo, de los Molinos und de las Peñitas an der West- und der Barranco de la Torre an der Ostküsten.

Bevölkerung

Fuerteventura ist die am dünnsten besiedelte der kanarischen Inseln. Noch um 1940 lebten hier keine 14 000 Menschen. Viel mehr ließen das karge Land und die geringen Süßwasservorräte nicht zu. Erst mit der Entwicklung des Tourismus und dem Bau von Meerwasserentsalzungsanlagen wuchs die Bevölkerungszahl an; sie liegt heute bei knapp über 100 000. Davon wohnt mehr als ein Drittel in der Hauptstadt. Die alteingesessenen Insulaner, die majoreros, erreichen noch nicht einmal diesen Anteil; die meisten Inselbewohner kommen heute vom spanischen Festland oder von den anderen kanarischen Inseln. Die Majoreros wiederum stammen von mindestens drei verschiedenen Völkern ab. Das sind einmal die Spanier, zu deren Reich die Kanaren seit dem 15. Jh. gehören, dann die Normannen, von denen der Eroberer Jean de Béthencourt einige Landsleute hier ansiedelte, und schließlich die Altkanarier, die hier schon lebten, ehe Spanier und Normannen sie unterwarfen.

Fauna

Nur wenige Vierfüßer sind auf der Insel beheimatet oder werden als Nutzvieh gehalten. Am auffälligsten sind die streunenden Katzen und die kleinen Ziegenherden, die ungehütet übers Land ziehen. Dromedare, einst wichtig als Reit- und Zugtiere, fungieren heute nur noch als Touristenattraktion. Unter den Wildtieren sind besonders Eidechsen zu nennen, auch Wildkaninchen und Igel sind häufig. Zutraulich zeigen sich zuweilen die Erdhörnchen. Es gibt sie auf der Insel erst seit 1972, als ein Minenarbeiter ein Pärchen aus der Sahara mitbrachte, das ihm entkam.

Vielfältig ist die Vogelwelt. Raben und die weißen Schmutzgeier leben von Aas, ebenso viele Möwen. Bussarde gehen auf Jagd nach Kleingetier. An ruhigen Stränden fallen die drolligen Sanderlinge auf, die eilig trippelnd im Ufersaum nach Nahrung stochern. In den Tälern des Westens ist der Wiedehopf zu Hause und in den Dünen im Inselnorden die seltene Kragentrappe. Ist ein Jahr mal etwas regenreicher, vermehren sich die Rebhühner stark. Die unscheinbare Wildform des Kanarienvogels trifft man an natürlichen Gewässern.

Das Meer um die Kanarischen Inseln ist sehr fischreich. Vor der Küste leben u. a. verschiedene Barscharten, Makrelen, Schollen, Muränen, Nagelrochen, Grund- und Blauhaie, Seezungen, Schlangensterne, Schwert-, Tinten- und Thunfische. Sehr unangenehme Bekanntschaft kann man mit den Blasenquallen machen, die im Frühjahr besonders im Westen und Süden in Strandnähe kommen. Der Kontakt mit ihren langen Nesselfäden führt zu Hautverbrennungen und Lähmungserscheinungen.

Flora

Typisch für den Halbwüstencharakter der Insel ist die Kleinstrauchvegetation aus gelb blühendem Dornlattich und anderem Buschwerk. An die Trockenheit angepasst sind auch die rosettenartig wachsenden Fettpflanzen, die Euphorbiensträucher, die wie Kakteen aussehenden Säuleneuphorbien sowie die aus Mittelamerika stammenden Agaven, die zur Sisalgewinnung dienten. Aus Amerika eingeführt wurde auch der Feigenkaktus (Opuntie). Dieser ist Wirtspflanze der Cochenille-Schildlaus, aus der roter Farbstoff gewonnen wird. Seit der Entwicklung von Chemiefarben hat die Cochenillezucht jedoch fast aufgehört. In den Oasen wächst als einziger einheimischer Schattenspender die Kanarische Palme. In ganzjährig Wasser führenden Barrancos wachsen Tamariskenhaine. Mimosensträucher verkünden mit ihren gelben Blüten im Februar das Nahen des Frühlings.

In der Landwirtschaft spielt der Tomaten- und Aloe-vera-Anbau die Hauptrolle, während der Anbau von Getreide, Kartoffeln und Gemüse stark zurückgegangen ist. Neuerdings wird untersucht, ob sich der heimische Sandtrüffel nicht in größerem Maßstab ackerbaulich nutzen lässt. Der komplett unterirdisch wachsende Pilz lebt in Symbiose mit dem gelb blühenden kanarischen Sonnenröschen, bildet seine Trüffelknollen aber nur nach den winterlichen Regenfällen.

Geografie und Geologie

Mit einer Fläche von 1700 km2 – etwa das Doppelte von Berlin – ist Fuerteventura die zweitgrößte der Kanarischen Inseln. Sie liegt Afrika näher als alle anderen Inseln des Archipels (kürzeste Entfernung rund 95 km). Auf der gleichen geografischen Breite befinden sich auch Delhi und Mittel-Florida. Fuerteventura ist gut 98 km lang (Luftlinie zwischen dem Nordkap Punta de la Tiñota und dem Südwestkap Punta de Jandía). Geografisch gliedert sie sich in den Inselkörper Maxorata (nach ihm nennt man die alteingesessenen Insulaner majoreros) sowie in die Halbinsel Jandía im Süden.

Fuerteventura ist die älteste der Kanarischen Inseln und in ihrem Grundstock durch Hebung des Meeresbodens entstanden. Der größte Teil bildete sich vor 12–22 Mio. Jahren. Daher ist sie auch stärker als die jüngeren Inseln durch Erosion abgeflacht. Der Vulkanismus kam später. Er erlosch vor etwa 4000 Jahren.

Während die dunklen Sand- und Kiesstrände aus zermahlenem Lavagestein bestehen, sind die weißen bis goldgelben Sandstrände und Dünen aus Kalkablagerungen von Meerestieren in Inselnähe entstanden. Es handelt sich nicht um herangewehten Saharasand, wie oft behauptet wird.

Klima

Dass die Insel das ganze Jahr über ein nahezu gleichbleibend angenehmes Klima bietet, liegt am Meer und am Passat. Das Meer nivelliert die Temperaturunterschiede, das System der Passatwinde hält meist sowohl Regen bringende als auch trocken-heiße Luftmassen fern. So ist hier in der Regel ein ganz anderes Wetter als in der nahen Sahara. Nur die Trockenheit ist die Gleiche, im Unterschied zu den westlichen Schwesterinseln Gran Canaria oder Teneriffa, wo sich die Feuchtigkeit des Passats an hohen Bergen niederschlägt.

Auch auf Fuerteventura kann das Wetter launisch sein. Winterliche Regenfälle entstehen, wenn sich das Passatsystem mit der Sonne so weit nach Süden verschiebt, dass sich von Norden und Westen her Tiefdruckgebiete auswirken. Dann kann es unangenehm kühle Tage geben. Ein anderes Mal, wenn heiße, staubige Saharawinde (Schirokko) über die Insel hereinbrechen, steigt die Temperatur sprunghaft um 10 Grad oder mehr. Der Passat weht im Sommer am stärksten und kann durch den aufgewirbelten Sand besonders für Kleinkinder das Strandvergnügen erheblich beeinträchtigen.

Lucha Canaria

Beim kanarischen Ringkampf, der schon zu vorspanischer Zeit gepflegt wurde, treten die Kontrahenten (luchadores) aus zwei 12er-Mannschaften einzeln gegeneinander an. Gekämpft wird über maximal drei Runden à 3 Min.; Verlierer ist, wer zweimal mit einem anderen Körperteil als den Füßen den Boden berührt hat. Der Kampfplatz von ca. 10 m Durchmesser ist mit Sand oder Sägemehl bedeckt. Viele Orte verfügen über eigene Arenen; Turniere gehören zu allen festlichen Anlässen. Die wahren Meister, die alle 43 möglichen Griffe beherrschen, sind Berühmtheiten wie andernorts die Fußballstars.

Mühlen

Alle gemauerten Mühlen sind Getreidemühlen. Die Flügel, vier oder sechs, wurden mit Segeltuch bespannt. Obwohl der Wind meist aus nur einer Richtung weht, besitzen die Mühlen eine drehbare Kappe mit einem rückwärtig hervorstehenden Balken, mit dem die Flügel ausgerichtet werden können. Gemahlen wurde auch von Hand oder mit Göpeln, vor die Esel oder Dromedare gespannt wurden.

Naturschutz

Das Ökosystem einer so von Trockenheit geprägten Region reagiert auf menschliche Einflüsse überaus sensibel und nachhaltig. Zum einen wachsen die Pflanzen wegen der Dürre sehr langsam, zum zweiten macht es der harte Boden Pflanzen schwer, sich anzusiedeln.

Schon seit Jahrhunderten übersteigt der Grundwasserverbrauch den Nachschub durch Niederschläge. Der dadurch stetig sinkende Grundwasserspiegel verstärkt naturgemäß die Wüstenbildung. Eine dramatische Verschärfung der ökologischen Belastung brachten der intensive Tomatenanbau mit seinem hohen Wasserbedarf und der Fremdenverkehr. Die größten Schäden am Pflanzenbewuchs verursachen jedoch die Ziegen, von denen es auf der Insel viel mehr gibt, als es ökologisch verträglich wäre.

Der erste Naturpark der Insel wurde 1982 eingerichtet. Er umfasst die Wanderdünen bei Corralejo sowie die Insel Lobos. Inzwischen wurde ein großes Gebiet um Betancuria unter Schutz gestellt und fast die gesamte Halbinsel Jandía als Naturpark ausgewiesen. Hier sind nun auch größere Teile eingezäunt, um Ziegen und Geländefahrzeuge fernzuhalten. Insgesamt allerdings sind die Schutzmaßnahmen nur halbherzig; vieles steht nur auf dem Papier. Vor allem gegen querfeldein fahrende Geländewagen wird heute in den Naturschutzgebieten jedoch streng durchgegriffen.

2009 erklärte die Unesco ganz Fuerteventura samt der umliegenden Meereszone zu einem Biosphärenreservat – eine Auszeichnung, auf die man auf der Insel zu Recht stolz ist. Einen sichtbaren Ausdruck gewannen die Umweltschutzbemühungen in den erfolgreich verlaufenden Versuchen, die sogenannte unechte Karettschildkröte, die hier einst heimisch war, wieder anzusiedeln. Ihre Eier, im Strand vergraben, werden von der Sonne ausgebrütet.

Wasser

Der Wassermangel ist groß. Es regnet viel zu wenig, und von dem, was kommt, rauschen acht Zehntel ungenutzt ins Meer. Schon vor Einführung der Windräder (die bereits seit dem 19. Jh. aus den USA importiert werden), als der Grundwasserspiegel noch nicht so weit abgesunken war, nötigte der Mangel zu Klugheit im Umgang mit dem kostbaren Nass. Daher terrassierte man die Felder und legte Auffang- und Absetzbecken an den Hängen sowie häusliche Zisternen an. Für die Nutzung als Trinkwasser musste das Zisternenwasser allerdings noch aufbereitet werden; Sickerbecken aus Kalksandstein sind in einigen Museen zu sehen. Grundwasser förderte (und fördert) man aus gemauerten Brunnen (pozos), entweder mit Windkraft oder durch Tiere am Göpel. Auch dieses Wasser wird in gedeckten Bassins gespeichert. Es ist meist nur als Brauchwasser (zur Bewässerung von Feldern) oder für die Tiertränke verwendbar. Der heutige, durch den Tourismus nicht unerhebliche Wasserbedarf kann nur mit Meerwasserentsalzungsanlagen gedeckt werden. Nicht alle Häuser sind ans Leitungsnetz angeschlossen. Viele erhalten ihr Trinkwasser noch von Tankwagen angeliefert.

Wind- und Sonnenenergie

Das Potenzial, dass die Insel bei diesen beiden regenerativen Energieformen besitzt, ist gewaltig, wird einstweilen aber noch wenig genutzt. Noch am weitesten fortgeschritten ist die Nutzung des beständigen Passatwinds; der Windkraftpark im Norden der Halbinsel Jandía bezeugt dies ebenso wie die Tatsache, dass die gesamte Meerwasserentsalzung für Corralejo und den Inselnorden ausschließlich mit Windenergie betrieben wird. Die Erwärmung von Brauchwasser durch Sonnenkollektoren steckt dagegen noch in den Anfängen, ebenso die solare Stromgewinnung. 2009 war Baubeginn für eine 1,4-Megawatt-Anlage. Erst wenn sich herumspricht, wie rasch sich solche Investitionen hier amortisieren, wird auch auf Fuerteventura das Innovationstempo zulegen.

Winter

Keine Person auf den Kanarischen Inseln und schon gar keine des 20. Jhs. hat je solchen Anlass zur Legendenbildung gegeben wie der einstige Herr der Halbinsel Jandía und Eigentümer der geheimnisvollen Villa Winter. Gustav Winter, geboren 1893 im Schwarzwald, gestorben 1971 in Las Palmas, kam 1926 als Ingenieur nach Gran Canaria und baute dort die Stromversorgung aus. 1937 pachtete er die gesamte Halbinsel Jandía. Es gibt Indizien, dass dies mit dem Wunsch des Deutschen Reichs zusammenhing, im Rahmen des sogenannten Etappendienstes auf den Kanaren einen Marinestützpunkt mit einem Flughafen einzurichten. Dazu kam es jedoch nicht mehr, vor allem weil General Franco Spanien im Zweiten Weltkrieg Neutralität verordnete. Winter hielt sich damals auch nicht mehr auf den Kanaren auf. Die eigentliche Ära Winter begann erst nach 1946, als er die Halbinsel in einen landwirtschaftlichen Betrieb (vor allem Tomatenanbau und Viehzucht) verwandelte und die Einwohner fast wie Leibeigene behandelte. In der abgelegenen Villa bei Cofete hat Winter selbst übrigens nie gewohnt.

Wirtschaft

Einst galt Fuerteventura als die Kornkammer der Kanaren. Heute liegen die meisten Felder brach. Auch die Ziegenhaltung ist nur noch wenig rentabel. Gefischt wird nur mit kleinen Booten für den Konsum auf der Insel selbst. Einzig die Tomatenpflanzungen, der Aloe-vera-Anbau im Süden und die Produktion von Meersalz besitzen noch wirtschaftliche Bedeutung. Der Tourismus auf Fuerteventura entwickelte sich relativ spät. Noch 1968 waren nur 1400 ausländische Gäste gekommen, heute sind es über 1,5 Mio. im Jahr. Fast die gesamte Inselwirtschaft ist mittlerweile davon abhängig.

Bücher & Filme

Fuerteventura – Magie einer Insel

Den schönen Band mit Landschaftsfotos und – teils romanhaft ausgestalteten – Texten zur Inselgeschichte von Karin Meurer und Rainer Müller finden Sie vor Ort in vielen Läden.

Naturführer Fuerteventura

Eine von Naturfreunden lange empfundene Lücke füllt dieses preisgünstige Büchlein von Martin Lechner. Es stellt Tier- und Pflanzenarten vor, die man an den Stränden und im Bergland finden kann.

Bis auf die Leinwand internationaler Spielfilmkinos hat es Fuerteventura als Drehort bislang noch nicht geschafft. Private und kommerzielle Videos, z. B. von Surfschulen, finden sich jedoch reichlich im Internet. Ein schönes Fuerteventura-Reisevideo (als DVD) hat das Zweite Deutsche Fernsehen in der Reihe „Reiselust“ auf den Markt gebracht, zu bestellen beim Verlag Komplett-MediaRobert-Koch-Str.3882031Grünwald oder über das Internet: www.videotravel.de.

Fakten

Einwohner
116.886
Fläche
1.633 km²
Strom
220 V, 50 Hz
Hauptstadt
Puerto del Rosario
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
01:13 Uhr
Zeitverschiebung
-1 h (zu MESZ)
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