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Brasilien

Check-in

Brasilien nimmt fast die Hälfte der Fläche Südamerikas ein, die Landessprache ist Portugiesisch. Entlang der mehr als 8.000 km Atlantikküste liegen tropische Strände sowie die großen Metropolen Rio de Janeiro, Salvador da Bahia und Fortaleza. Große Teile des Landes sind von tropischem Regenwald bedeckt, vor allem im Amazonasgebiet. Eine Reise nach Brasilien, ob als Aktivurlaub oder als Urlaub am Strand, eignet sich sowohl für Familien als auch für Individualreisende.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Südlich des Pantanal liegt die der Nationalpark Serra da Bodoquena mit Grotten, Höhlen, Wasserfällen und Flüssen. Die Gemeinde Bonito ist zum Zentrum eines gut organisierten Naturtourismus…
Tafelberge, Tropfsteinhöhlen, Wasserfälle und schmucke historische Städtchen: Der Nationalpark westlich von Salvador ist eine herrliche Abwechslung zu den Stränden des Nordostens. Hier kann man…
Der 396 m hohe Granitkegel des Zuckerhutes, der an der Öffnung der Guanabara-Bucht aus dem Wasser ragt, ist das Wahrzeichen der Stadt. Der Blick von hier oben auf die Bucht und die Strände ist…
Dort, wo Christus seine Arme über Rio de Janeiro ausbreitet, hat man den wohl schönsten Blick über die Guanabara-Bucht. 710 m über dem Meeresspiegel zu Füßen der 30 m hohen Art-déco-Statue…
In den Senken der Sanddünen des Nationalparks sammelt sich in der Regenzeit das Wasser.
São Salvador da Baía de Todos os Santos, die Stadt des "Heiligen Retters an der Bucht aller Heiligen" - so muss es den Menschen vorgekommen sein: den Portugiesen, die hier nach beschwerlichen…
Das Pantanal ist ein Ort der Superlative: Hier leben die größten Jaguare, Papageien, Tukane, Otter, Ameisenbären und Nager (Wasserschwein) der Welt, außerdem Südamerikas schwerstes Säugetier,…
Paraty ist ein Schmuckstück kolonialer Architektur. Früher wurde hier das Gold verschifft, das mit den Maultierkarawanen aus Minas Gerais gebracht wurde. In den prächtigen Herrenhäusern des…
Die Sammlung zeitgenössischer Kunst des brasilianischen Magnaten Bernardo Paz wird in einem riesigen botanischen Garten präsentiert. Das Open-Air-Museum zeigt Werke (Skulpturen, Installationen,…
Ohrenbetäubender Donner, alles durchnässendes Sprühwasser und dichter, die Wassermassen säumender Urwald: Das "große Wasser" nannten die Tupi-Guaraní-Indianer den Rio Iguaçu, der hier in einem…
Die vor Recife im Atlantik gelegene Insel, die Spitze eines vulkanischen Gebirges, ist ein Paradies. Der Archipel steht unter Naturschutz. Es gibt kleine Buchten mit Sand und sauberem Wasser, die zu…
Einer Vision verdankt diese Stadt ihren Ursprung: Präsident Juscelino Kubitschek träumte in den 1950er-Jahren von einer modernen Hauptstadt für das tropische Wirtschaftswunderland, gelegen auf dem…
Ihren Namen besitzt "Die Schöne" zu Recht: Malerisch auf Hügeln am Meer verteilt liegen die zahlreichen Barockkirchen und Kolonialhäuser. Von der Unesco wurde Olinda zum Weltkulturerbe erklärt.…

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Auftakt

Entdecken Sie Brasilien!

„Der erste Eindruck von diesem Lande ist der einer verwirrenden Üppigkeit.... Hier hat die Natur in einer einmaligen Laune von Verschwendung alles auf einen Raum gedrückt, was sie sonst auf mehrere Länder verteilt“, schrieb der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig vor rund 70 Jahren in seinem Buch „Brasilien, Land der Zukunft“. Brasilien hat alles im Überfluss.

So viel Fläche, dass ganz Europa beinahe hineinpasst, rund 8000 km Küste, das größte Regenwaldgebiet, den längsten Fluss der Erde, stellenweise so viele Tier- und Pflanzenarten auf einem Hektar wie in ganz Europa zusammen, zwei der größten Städte der Welt, über 190 Mio. Menschen mit Hautfarben in allen Tönen, unterschiedlichster Herkunft und Kultur: Portugiesen, Spanier, Deutsche, Italiener, Litauer, Polen, Syrer, Libanesen, Japaner, Koreaner und vor allem Afrikaner, die als Sklaven über drei Jahrhunderte lang ins Land gebracht wurden. Den Ureinwohnern, den Indianern, blieben nur noch wenige abgelegene Gebiete, die ihnen von armen Siedlern und Goldsuchern streitig gemacht werden.

Brasilien ist ein Land der Superlative und der großen Kontraste. Brasilien überwältigt durch die überbordende Natur, die Schönheit der Menschen, die Mischung der Kulturen und die Ekstase des Karnevals. Aber Brasilien verstört auch durch seine Gegensätze: von Arm und Reich, Agrobusiness und intakter Natur, Lebensfreude und alltäglicher Gewalt.

Den Südosten dominieren die Millionenstädte Rio de Janeiro und São Paulo, zwei Städte, deren Antagonismus Sie auch als Besucher spüren. Beim Anflug auf São Paulo ein nicht enden wollendes Hochhausmeer, kein Flecken Grün – beim Anflug auf Rio die Spitzen der Berge, die dicht gedrängten Häuser der Favelas, während im Hintergrund das Blau des Meeres aufblitzt. Die Wirtschaft gibt den Takt in der Megapole São Paulo vor, während der Alltag in Rio noch immer von Strand und Samba auf der einen und dem Überlebenskampf in der Favela auf der anderen Seite geprägt zu sein scheint. Im Karneval, wenn sich die lebenstrunkene Stadt und ihre cariocas genannten Einwohner feiern, erreicht das Stadt-Feeling seinen Höhepunkt. Das Hinterland Rios und São Paulos ist bergig, und je weiter es in die Berge von Minas Gerais geht, desto barocker und katholischer wird die Stimmung.

Der Nordosten Brasiliens, die nach Europa und Afrika zeigende Spitze, beginnt mit Bahia und endet in São Luís kurz vor der Amazonasmündung. Dazwischen liegen 3300 km Strände, palmengesäumt, mit Dünen, Steilküsten oder Buchten, Urlaubsparadiese für Touristen aus Brasilien und aller Welt. Das Sertão genannte Inland ist trocken und bergig. Manchmal regnet es mehrere Jahre nicht, sodass Mensch und Vieh nicht genug Wasser haben. Kein Wunder, dass die meisten Bundesstaaten des Nordostens auf den Tourismus als Haupteinnahmequelle gesetzt haben.

In Salvador ist Brasilien Afrika am nächsten. In der ersten Kolonialhauptstadt wurden die meisten Sklaven an Land gebracht, sodass bis heute über 85 Prozent ihrer Einwohner afrikanischer Herkunft sind. Die historische Altstadt mit ihren prächtigen Barockkirchen und Kolonialhäusern wurde zum Weltkulturerbe erklärt. Genauso wie der Samba, die von den Sklaven mitgebrachten Rhythmen und Tänze, die mit der Karnevalsmusik die Welt eroberten. Die Holländer setzten sich Anfang des 17. Jhs. in Olinda bei Recife fest, von wo sie über 20 Jahre lang Teile des Nordostens beherrschten. Auch das barocke Kleinod Olinda ist heute Weltkulturerbe, und in Recife gibt es eine lebhafte Musikszene, die traditionelle Rhythmen des Nordostens mit Rap und Funk vermischt. In dem von Franzosen gegründeten São Luís, der Hauptstadt des Bundesstaates Maranhão, mit seinen mit Kacheln geschmückten Kolonialbauten spürt man die Nähe zur Karibik. Die überwiegend afrobrasilianische Bevölkerung hört Reggae und feiert mit afrobrasilianischen Mysterienspielen.

Je weiter man in Brasilien nach Westen kommt, desto weiter wird das Land, desto grenzenloser wirkt es. Da sind die Ebenen, die für Rinderzucht und Getreideanbau genutzt werden, und die cerrados des trockenen Planalto, auf dem sich – über 1000 km von Rio und São Paulo entfernt – Brasília erhebt. 40 000 Bauarbeiter stampften die Stadt innerhalb von vier Jahren aus der roten Erde. Der Wildnis des Westens kommt man in den Sümpfen des Pantanal nahe, wo es bis heute mehr Tiere als Menschen gibt. Nördlich des Pantanal, da wo der Planalto zum Amazonasbecken abfällt, beginnt das größte Regenwaldgebiet der Welt, die grüne Lunge unseres Planeten. Amazonien bedeckt fast die Hälfte Brasiliens, ein Ökosystem mit eigenen Gesetzen. In den letzten 40 Jahren sind rund 18 Prozent der Regenwaldfläche verlorengegangen, das sind 710 000 Quadratkilometer – eine Fläche doppelt so groß wie Deutschland. Illegale Abholzungen und Brandrodungen für Rinderzucht und Soja-Anbau sind hauptverantwortlich dafür. In den letzten Jahren sind die Rodungsraten erheblich zurückgegangen – auch in Brasilien wächst das Umweltbewußtsein.

Der Süden Brasiliens ist die Region der europäischen Einwanderer. Dort, wo Brasilien an Argentinien und Uruguay grenzt, liegen die weiten Ebenen der Pampa. Hier kämpften die stolzen Gauchos für ihre Unabhängigkeit und gaben den Bewohnern des südlichsten Bundesstaates Rio Grande do Sul ihren Namen. Auch musikalisch sind sie mit Milonga und Gitarrenmusik ihren südlichen Nachbarn nahe. Wagnis und Weite liegen dicht neben Tradition und Enge. Auf dem Land leben die deutschen und italienischen Immigranten teilweise noch wie unsere Großeltern. Canyons und Wasserfälle, Hortensien und Kiefern, Sommer und subtropische Winter, in denen es sogar schneien kann. Und im Sommer, wie überall in Brasilien, geht es an die Strände.

Brasilien ist seit Mitte der 1980er-Jahre eine stabile Demokratie. Mit Präsident Lula hatte erstmals die breite Mehrheit einen Vertreter an der Spitze des Landes, mit dem auch das Establishment zurechtkam. Seine Nachfolgerin übernahm 2011 ein boomendes Land mit starker Währung und einem funktionierenden politischen System. Dilma Roussef ist die erste Frau auf dem Präsidentensessel. Nüchtern, sachlich, couragiert – inzwischen ist sie beliebter als ihr Mentor Lula, auch weil sie korrupte Minister einfach auswechselt. Während ihres Studiums engagierte sich die Tochter eines wohlhabenden bulgarischen Emigranten im bewaffneten Widerstand gegen die herrschende Militärregierung und wurde 1970 verhaftet. Zwei Jahre Gefängnis und Folter folgten. Nach Ende der Militärdiktatur war sie zweimal Energieministerin des südlichsten Bundesstaates Rio Grande do Sul. Das Wirtschaftswachstum hat alle Brasilianer reicher gemacht – auch wenn sich die gewaltigen Einkommensunterschiede nur minimal verringert haben. Brasilien ist auf dem Weg zur Weltmacht und wird 2014 Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft und 2016 der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro sein.

Das Grün des Urwalds, das Gelb des Goldes, das Blau der Flüsse und des Meeres, die weißen Sterne der Bundesstaaten wie Satelliten darin: Die Fahne wird schon im Kindergarten gehisst und jede Woche die Nationalhymne gesungen. Brasilianer ist man/frau mit Leib und Seele, besonders wenn die Nationalmannschaft Fußball spielt oder man selbst in der Ferne weilt. Saudade heißt Sehnsucht, und die spüren Brasilianer häufig. „Brasilien verkörpert das Emotionale und Gefühlsbetonte wie wenige andere Kulturen“, sagt der französische Anthropologe Michel Maffesoli, „eine Vorstellungswelt, in der die Gefühle als Widerstand gegen die Schwierigkeiten herangezogen werden.“ Lächeln allen Widrigkeiten zum Trotz – das Land der Zukunft ist Brasilien geblieben.

Praktische Hinweise

Anreise

São Paulo und Rio de Janeiro erreichen Sie mit Direktflügen aus Europa: mit Lufthansa ab Frankfurt/M. und München (www.lufthansa.com), mit Swiss ab Zürich (www.swiss.com). Auch KLM, Iberia, British Airways und Air France fliegen mehrmals die Woche. Die meisten Verbindungen nach Brasilien, auch in den Nordosten, unterhält die portugiesische TAP (www.flytap.com). Auch die brasilianische TAM fliegt direkt nach Frankfurt (www.tam.br.com). Die Preise variieren je nach Fluggesellschaft und Jahreszeit. Ein Ticket kostet zzt. ab 800 Euro aufwärts, mit Glück gibt es ein Schnäppchen für um die 600 Euro. Condor fliegt zweimal die Woche von Frankfurt direkt nach Salvador (www.condor.de). Auch aus dem europäischen Ausland kommen Sie mit Charterflügen in den brasilianischen Nordosten, z.B. mit Air Europa ab Spanien und mit Livingstone ab Italien. Die Flugzeit aus Deutschland beträgt 10–12 Stunden.

Auch mit dem Schiff kommen Sie nach Brasilien, dafür brauchen Sie nur Zeit: Zwei Wochen dauert die Seereise von Hamburg, Rotterdam oder Genua auf einem Frachter. Ab 1100 Euro inkl. Vollverpflegung, zu buchen bei www.frachtschiffreisen-pfeiffer.de (0202 452379).

Auskunft

Brasilianisches Fremdenverkehrsamt

Börsenplatz460313069 96238733www.braziltour.com

Auto & Mietwagen

Einen Leihwagen bekommen Sie an jedem Flughafen und in den größeren Städten. Dafür brauchen Sie einen internationalen Führerschein und eine Kreditkarte. Das Auto muss dort wieder abgegeben werden, wo es ausgeliehen wurde, sonst wird es extrem teuer. Die lokalen Anbieter sind oft günstiger (150–180 R$/ Tag) als die internationalen Firmen. Eine komplette Vollkaskoversicherung gibt es nicht, ein Eigenanteil bleibt im Schadensfall erhalten.

Bedenken Sie, dass Autofahren in Brasilien gefährlicher ist als in Deutschland: Die z. T. schlechten Straßenverhältnisse, die unzureichend ausgeschilderte Straßenführung, dazu der flotte Fahrstil und das Ignorieren vorhandener Verkehrszeichen erhöhen das Risiko. Nachts sollten Sie außerhalb der Städte aus Sicherheitsgründen nicht unterwegs sein.

Banken & Kreditkarten

Euro oder Schweizer Franken können Sie in Brasilien bei der Banco do Brasil tauschen. Das geht allerdings nicht in jeder Filiale, und meist fallen dabei Gebühren an. Besser tauschen Sie meist in den Wechselstuben (casas de câmbio), die in den Flughäfen oder den Stadtzentren liegen. Problemlos Bargeld bekommen Sie an Geldautomaten. Dafür benötigen Sie eine EC-Karte mit Maestro/Cyrrus-Symbol oder eine Kreditkarte und PIN-Nummer. Beim Abheben an Geldautomaten sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht beobachtet werden, und das Geld nicht öffentlich nachzählen. Aus Sicherheitsgründen haben die meisten Geldautomaten abends und nachts eine Auszahlungssperre.

Weit verbreitet ist die Zahlung mit Kreditkarten, meist Visa oder Mastercard, auch bei kleineren Beträgen. Über die Maestro/Cyrrus-Geldkarte mit PIN-Nummer können Sie in vielen Geschäften auch direkt vom deutschen Konto zahlen. Travellerschecks sind schwierig zu tauschen.

Camping

Die Ausstattung der wenigen Campingplätze ist einfach und nicht vergleichbar mit europäischen Standards. In der freien Natur sollte man aus Sicherheitsgründen nicht übernachten. Adressen finden Sie auf der Website des Camping Clube do Brasil: www.campingclube.com.br

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Avenida das NaçõesQuadra 807, Lote 2570415900Brasília/DF061 34427000www.brasilien.diplo.de

Österreichische Botschaft

Avenida das NaçõesQuadra 811, Lote 4070426900Brasília/DF061 34433111www.bmeia.gv.at

Botschaft der Schweiz

Avenida das NaçõesQuadra 811, Lote 4170448900Brasília/DF061 34435500www.eda.admin.ch/brasilia

Einreise

Bei der Einreise nach Brasilien muss der Reisepass noch mindestens sechs Monate gültig sein. Von der Polícia Federal bekommen Sie ein 90 Tage gültiges Touristenvisum. Das ausgefüllte Einreiseformular mit dem Pass vorzeigen und aufbewahren. Wollen Sie länger bleiben, können Sie noch einmal 90 Tage verlängern. Bei der Ausreise müssen Sie das Einreiseformular wieder abgeben.

Gesundheit

Wer die übliche Vorsicht walten lässt (kein ungeschältes Obst essen, kein Wasser aus dem Hahn trinken) und sich bestmöglich vor Mückenstichen schützt, wird kaum Probleme bekommen. Die meisten Medikamente erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Bei Ärzten müssen Sie die Behandlung erst einmal selbst bezahlen. Auch im Krankenhaus sollte man die Kreditkarte dabeihaben. Impfungen sind bei der Einreise aus Europa nicht vorgeschrieben. Sinnvoll sind die üblichen Schutzimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Typhus und Hepatitis A. Für Amazonien und das Pantanal sollte man eine Gelbfieberimpfung machen und das auch nachweisen können, da gelegentlich kontrolliert wird.

Inlandsflüge

Golwww.voegol.com.br und TAM sind die wichtigsten Fluggesellschaften. Die Varig gehört inzwischen zur Gol, aber mehrere kleinere Fluggesellschaften mit günstigen Tarifen sind hinzugekommen, wie Azulwww.voeazul.com.br, Ocean Airwww.oceanair.com.br und Webjetwww.webjet.com.br. Für Inlandsflüge empfiehlt sich ein Brazil Airpass z. B. von TAM, Kosten ab 670 US$. Ein Airpass muss im Ausland in Verbindung mit der Anreise gekauft werden..

Internetcafés & Wlan

Internetcafés gibt’s in ganz Brasilien, WLAN-Hotspots inzwischen auch in abgelegenen Gegenden; in den bessseren Hotels gehört es zum Standard – allerdings nicht immer kostenlos.

Jugendherbergen

Die Zahl der Hostels in Brasilien ist in den letzten Jahren gestiegen. Außer Gruppenräumen gibt es auch DZ, die aber bis zu 90 Euro kosten können. Im Gruppenzimmer liegen die Preise bei 10–20 Euro/Pers. (Frühstück inkl.). Ermäßigungen gibt es mit Jugendherbergsausweis (www.hostel.org.br). In den zur Hostelling International Association gehörenden HI-Hostels ist die Qualität meist gut; Online-Reservierung unter www.hihostels.com.

Klima & Reisezeit

Brasilien liegt auf der Südhalbkugel, das bedeutet: Die Sommermonate sind Dez.–Feb., Winter ist Juni–Aug. Dann regnet es häufiger, und in São Paulo brauchen Sie eine warme Jacke. Zum Badeurlaub eigenen sich die Strände im Süden nur im Sommer. Im Nordosten können Sie das ganze Jahr über ins Wasser. In Rio und Umgebung haben Sie immer eine kalte Strömung, Juli/Aug. kann es recht frisch sein. Die Costa Verde südlich von Rio hat den Namen vom vielen Regen, der vor allem in den Sommermonaten fällt. Auch in den Bergen des Südostens kann im Sommer heftiger Regen fallen. Die Nähe zum Äquator bestimmt das tropische Klima: Je weiter südlich, desto größer sind die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter; in Südbrasilien kann es sogar schneien. Dicht am Äquator ist es heiß und regnet es viel. Die Regenzeit fällt in den Sommer, die trockeneren Monate sind April–Sept. Hochsaison in Brasilien ist Mitte Dez.–Mitte Feb., Zeit der Sommerferien. Auch Juni/Juli ist Ferien- und Reisezeit, rund um die Johannisfeste gibt es frei. Karneval und Silvester verdreifachen sich die Preise. Die schönsten Reisezeiten für ganz Brasilien sind Okt./Nov. und März/April; Anfang Mai–Mitte Juni sind einige Pousadas geschlossen.

Notruf

Polizei190, Feuerwehr193 – aber: ohne Sprachkenntnisse ist die Kommunikation schwierig.

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit dem Bus kommen Sie in Brasilien überall hin, Bahnlinien gibt es dagegen kaum. Die Busse der Überlandstrecken sind modern und je nach Klasse sehr bequem, besonders die Liegebusse (leitos). Wegen der niedrigen Flugpreise lohnt es sich inzwischen aber auch schon auf mittleren Strecken zu fliegen.

Die Metros in Rio de Janeiro, São Paulo und Porto Alegre funktionieren perfekt.

Post

Briefe, Postkarten und Päckchen bringt man zu einem Postamt (correio), Briefkästen gibt es fast keine. Die Öffnungszeiten sind normalerweise Mo–Fr 8–17, Sa 8–12 Uhr. Briefe nach Europa sind rund eine Woche unterwegs; das Porto für einen Standardbrief beträgt ca. 0, 80 Euro.

Preise & Währung

Seit der Einführung des Real ist der Wechselkurs keinen großen Schwankungen mehr unterworfen. Zzt. bewegt er sich bei 2,52 R$ für 1 Euro. Im Hotel gibt’s weniger. Die größte Real-Note ist der blaue 100-Real-Schein, den Sie jedoch selten bekommen. Häufiger im Umlauf sind die braunen 50-Real-Scheine. Die kleineren Noten zu 20 (gelb), 10 (rot), 5 (lila) und 2 (blau) sollten Sie immer dabeihaben. Die Münze zu 1 Real erinnert an die 1-Euro-Münze, außerdem gibt es je zwei verschiedene 50-, 25-, 10- und 5-Cent-Münzen. Selten werden Sie eine 1-Cent-Münze bekommen, da rundet man lieber auf oder ab. Auch 1-Real-Scheine existieren noch, sind aber praktisch nicht mehr im Umlauf.

Durch den starken brasilianischen Real ist Reisen in Brasilien vergleichsweise teuer geworden. Besonders im Südosten ist das Preisniveau hoch. Der Aufenthalt in Lodges in Amazonien und im Pantanal ist auch bedingt durch die schwierige Versorgung teuer. Am günstigsten machen Sie Ferien im Nordosten.

Sicherheit

In kleinen Orten am Strand, in den Bergen oder in der Wildnis des Pantanal müssen Sie sich keine Gedanken um Ihre Sicherheit machen. In den Großstädten jedoch ist Kriminalität Thema Nr. 1. Hier sollten Sie nach Einbruch der Dunkelheit einsame Ecken und den Strand meiden. Sollten Sie in einen Überfall geraten, leisten Sie auf keinen Fall Widerstand. Denken Sie daran, dass alles zu ersetzen ist, besonders wenn Sie eine Reisegepäckversicherung abgeschlossen haben.

Strom

Meist liegt die Stromspannung bei 110 Volt, in manchen Regionen sind es aber auch 220 Volt. Schauen Sie genau nach, oder erkundigen Sie sich vorher.

Telefon & Handy

Das brasilianische Telefonnetz ist gut ausgebaut, funktionierende öffentliche Telefone zu finden, ist aber schwierig. Bei Auslandsgesprächen wählen Sie 00 plus einen Anbieter, plus Ländervorwahl (Deutschland 49, Österreich 43, Schweiz 41). Die Vorwahl nach Brasilien ist 0055. Bei Inlandsferngesprächen wählen Sie 0 plus Anbieter plus Vorwahl. Handys (celulares) funktionieren inzwischen fast überall. Einen lokalen Chip der vier großen Anbieter Vivo, Tim, Claro oder Oi können Sie nur mit brasilianischer Steuernummer (CPF) kaufen. Die haben Sie natürlich nicht. Häufig sind aber Taxifahrer, Verkäuferinnen in den Telefonläden oder Servicekräfte in den Hotels bereit, Ihnen mit ihrer eigenen CPF auszuhelfen. Dafür sollten Sie sich mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedanken. Die Prepaidkarte bekommen Sie meist schon mit einem kleinen Guthaben (pré-pago).

Trinkgeld

Die meisten Restaurants und Bars berechnen automatisch 10 Prozent Trinkgeld. Im Allgemeinen wird diese taxa de serviço bezahlt, es besteht jedoch keine gesetzliche Verpflichtung dazu. Wenn Sie zufrieden waren, runden Sie auf, meist lebt der Kellner vor allem vom Trinkgeld, so wie Kofferträger und andere Dienstleister, die sich über eine gorjeta freuen.

Zeit

In Brasilien gibt es vier Zeitzonen. Im größten Teil des Landes gilt die Uhrzeit von Brasília; der Zeitunterschied zur MEZ liegt bei vier Stunden. Je nach Sommerzeit-Veränderungen kann die Zeitverschiebung drei oder fünf Stunden betragen.

Zoll

Im Flugzeug bekommen Sie bei der Einreise eine Zolldeklaration, die Sie nach Empfang der Koffer beim Zollbeamten abgeben. Geschenke bis 500 US$ sind frei, Bargeld bis zu 10 000 R$. Empfindlich sind die Beamten bei Computertechnologie. Bei der Rückreise in ein EU-Land dürfen abgabenfrei eingeführt werden: Waren im Wert von 430 Euro, 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen und 2 l Wein.

Events, Feste & mehr

Gesetzliche Feiertage

1. Januar

Neujahr

März/April

Karfreitag

21. April

Tiradentes (Revolutionstag)

1. Mai

Tag der Arbeit

Mai/Juni

Fronleichnam

23. Juni

Johannisfest

7. September

Unabhängigkeit Brasiliens

12. Oktober

N.S. Aparecida (Schutzheilige Brasiliens) und Tag der Kinder

2. November

Allerseelen

15. November

Ausrufung der Republik

25. Dezember

Weihnachten

Feste & Veranstaltungen

Januar

Das Bonfim-Fest2. Do in Salvador ist die wichtigste lavagem des bahianischen Sommers, zu der fast 1 Mio. Menschen kommen. Lavagem heißen die rituellen Waschungen der Kirchen katholischer Schutzheiliger durch die weiß gekleideten Bahianerinnen des Candomblé.

Februar/März

Am 2. Februar feiern die Bahianer die Festa de Yemanjá. Dann werden der afrikanischen Meeresgöttin Blumen und Geschenke gebracht, die die Fischer in riesigen Körben dem Meer übergeben.

Karneval wird – abhängig vom religiösen Kalender – im Februar oder März gefeiert. Dann steht in ganz Brasilien der Alltag still, auch wenn nicht alle Brasilianer feiern. Viele nutzen die Tage für eine Reise, um vor dem Karneval zu flüchten, zur Entspannung oder eben doch zum Feiern.

März/April

Die Osterprozessionen in den Barockstädten von Minas Gerais beeindrucken durch die Hingabe der Mitwirkenden.

April/Mai

Das Opernfestival in Manaus wird jedes Jahr ab Ende April vier Wochen im Teatro Amazonas veranstaltet. www.teatroamazonia.com.br

Juni

Die Festas Juninas („Junifeste“) zu Ehren der Schutzheiligen Santo Antônio (13.), São João (24.) und São Pedro (29.) sind auf dem Land im Nordosten wichtiger als Karneval. In jedem noch so kleinen Ort wird São João mit geröstetem Mais, Erdnüssen, hausgemachtem Likör und viel Forró-Musik gefeiert. Festhochburgen: Caruaru und Campina Grande.

In Maranhão werden zwischen Juni und August zahlreiche Bumba-meu-boi-Feste veranstaltet. Bumba-meu-Boi ist ein Mysterienspiel, das mit viel Musik (Ziehharmonika, Tamburin und Membraphon) endet.

Festival de Parintins: Zum dreitägigen Wettstreit um die beste Tanzpräsentation kommen am letzten Juniwochenende bis zu 40 000 Besucher nach Parintins (Amazonas).

August

Festa da Boa Morte in Cachoeira: Die Prozession mit Samba de Roda am 15. ist der Höhepunkt des Fest der Irmandade da Boa Morte, der einzigen „schwarzen“ Schwesternschaft Brasiliens.

Die Festa do Peão Boiadeiro in Barretos, das größte Country-Fest Brasiliens, wird seit 50 Jahren in der 2. Augusthälfte mit Musikshows und Rodeos veranstaltet.

Oktober

Das zweiwöchige Oktoberfest in Blumenau ist seit den 1980er-Jahren beliebt.

Zum Círio de Nazaré kommen am 2. Oktoberwochenende über 1 Mio. Menschen nach Belém. Bei der Prozession wird das Bild der hl. Mutter von Nazareth durch die Straßen der Stadt zur Basilika getragen.

Dezember

Silvester verbringt man am besten am Strand. Dann sind die meisten Menschen weiß gekleidet und bitten die Meeresgöttin um die Erfüllung ihrer Wünsche. Zur tollsten Silvesterparty Brasiliens am Strand von Copacabana in Rio kommen über 1 Mio. Menschen, um das neue Jahr mit großartigem Feuerwerk willkommen zu heißen.

Bloss nicht

Ungepflegt an die Öffentlichkeit gehen

Es wird Ihnen auffallen, dass die meisten Brasilianer, wenn sie auf die Straße gehen, wie aus dem Ei gepellt aussehen. Gammellook ist allenfalls in Rio oder São Paulo und nur mit der „richtigen“ Markenkleidung angesagt, ansonsten machen sich die Brasilianer eher schick. Bevor man auf die Straße geht, wird geduscht und frische Kleidung angezogen, Haare gekämmt und Parfüm aufgesprüht – so machen es schon die Kleinsten auf dem Weg zum Kindergarten. Deshalb riecht es morgens im Gedränge eines Stadtbusses oder abends im Tanzschuppen nach Seife und Parfüm und nicht nach Schweiß. Letzteres würde unangenehm auffallen, ebenso wie schmuddelige Kleidung.

Mit teurem Schmuck unterwegs sein

In kaum einem Land werden Ausländer so herzlich aufgenommen wie in Brasilien. Andererseits ist die Sicherheit eines der größten Probleme des Landes. Am besten haben Sie möglichst keine Wertsachen dabei, also keine teure Uhr, kein Schmuckstück, an dem das Herz hängt. Die Kamera muss nicht locker am Handgelenk baumeln. Etwas Bargeld in einer Innentasche und eine Kopie der wichtigen Dokumente reicht, um sich auf der Straße zu bewegen. Gelegenheit macht Diebe – auch in Brasilien. Sollten Sie tatsächlich überfallen werden, leisten Sie auf keinen Fall Gegenwehr, sondern bleiben Sie ganz ruhig und geben alles her! Und lassen Sie sich durch Ihr Gefühl leiten: Wenn die Gasse finster und menschenleer ist, lieber meiden, als es drauf ankommen zu lassen. Sollten Sie im Karneval oder bei anderen Festen in Menschenaufläufe geraten, freundlich lächeln. So kann man in Brasilien eine Beziehung zu den Mitmenschen herstellen – die meisten sind Ihnen wohlgesonnen.

Nackt am Strand liegen

Auch wenn es auf den ersten Eindruck anders erscheint: In Brasilien gibt es ungeschriebene Regeln der Strandbekleidung. Knapp darf es sein, aber nicht ohne. Nudistenstrände sind eine Seltenheit, und oben ohne geht allenfalls am Posto 9 in Rio. Umziehen am Strand hinter vorgehaltenem Handtuch ist ebenso unüblich wie Stringtangas für Männer. Und noch etwas: Mit Strümpfen in Sandalen erkennt Sie jeder als Tourist.

Aufregen

Bleiben Sie immer ruhig und freundlich, auch wenn es mal länger dauert, es laut wird oder irgendetwas schiefläuft. Auch wenn Sie vollkommen im Recht sind: Versuchen Sie, gemeinsam mit dem Gegenüber zu einer Lösung zu kommen. Brasilianer möchten ihr Gesicht wahren und weichen Konflikten lieber aus, als es drauf ankommen zu lassen. Dafür finden sie auch dann noch eine Lösung, wo es eigentlich keine gab. Ist das Problem beseitigt, freut man sich zusammen darüber.

Bücher & Filme

Brasilien. Ein Land der Zukunft

Noch immer aktuell ist Stefan Zweigs 1941 erschienene Liebeserklärung an das Land, in dem er das letzte Jahr seines Lebens verbracht hat.

Brasilien, Brasilien

Das epische Werk (1984) des bahianischen Autors João Ubaldo Ribeiro schildert plastisch die brasilianische Geschichte.

Die Herren des Strandes

Keiner hat die Menschen Bahias so treffend beschrieben wie Jorge Amado in über 20 Romanen. Dieser (1937) erzählt vom harten Leben der Straßenkinder.

Moro no Brasil/Brasileirinho

Zum Einstieg eignen sich diese beiden musikalischen Roadmovies des finnischen Filmemachers Mika Kaurismäki: das erste eine brasilianische Reise von Rio in den Nordosten (2002), das zweite ein Film über Chorinho-Musik (2006).

Cidade de Deus/Cidade dos Homens

In den Filmen (beide 2002) von Fernando Meirelles geht es um den Alltag Jugendlicher in den Favelas und Vorstädten von Rio zwischen Familie, Freunden, Drogendealern und Polizei.

Central do Brasil

Film von Walter Salles, der Brasilien ohne Glanz und Glamour zeigt und 1998 den Goldenen Bären der Berlinale erhielt.

Tropa de Elite 1 + 2

Die Geschichte des Capitão Nascimento, die der Filmemacher José Padilha erzählt, zeigt die harte Realität Rio de Janeiros: Geschichten von Drogenbossen und Polizei. Der erste Teil wurde ebenfalls mit dem Goldenen Bären in Berlin ausgezeichnet.

18-25 °C
6 h/Tag
23 °C

Fakten

Einwohner 213.554.360
Fläche 8.515.767 km²
Sprache Brasilianische Gebärdensprache
Währung brasilianischer Real
Strom 110, 127, 220 V, 60 Hz
Regierungssystem Bundesrepublik
Hauptstadt Brasília
Reisepass / Visum notwendig
Ortszeit 18:03 Uhr
Zeitverschiebung -6 h (zu MESZ)

Anreise

10h 13min
Route planen
In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

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