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Die einen mögen die meist kahlen Berge, andere die weiten Täler mit plätschernden Bächen, alten Holzhäusern und schroffen Felsen, die hier Steine genannt werden. Manche touren mit Mountainbikes von Baude zu Baude, heute in Tschechien, morgen in Polen, denn keine Grenze trennt das Riesengebirge mehr. Die meisten sind jedoch zu Fuß unterwegs und winken den Wandermuffeln zu, die mit dem Gleitschirm über ihnen schweben oder sich mit dem Sessellift auf Bergspitzen tragen lassen. Am Abend treffen sich dann alle in entspannter Runde, um bei einem böhmischen Bier den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.
Zwei Länder teilen sich das Riesengebirge, eines der kleinsten in Europa, das sich bis zur 1602 m hohen Schneekoppe auftürmt; der nördliche Teil gehört zu Polen, der südliche zu Tschechien. Der Name übertreibt jedoch gewaltig: Das Riesengebirge hat nur eine Länge von etwa 40 km, in der Breite kommt es wenig über 20 km. Somit ist es bedeutend kleiner als vergleichbare Gebirge, in der Höhe rangiert es aber in Mitteleuropa nach den Alpen an zweiter Stelle. Der Name des Gebirges hat keinen Größenbezug, er soll auf den Begriff „Riesen“ zurückgehen, wie in Süddeutschland und Österreich im Gebirge die Rutschen genannt wurden, mit denen Holz ins Tal befördert wurde.
Geschichte
966
Entstehung des polnischen Staates, Schlesien mit dem nördlichen Riesengebirge gerät unter polnische Herrschaft
1526
Schlesien kommt zum Haus Habsburg
1742
Schlesien wird Teil Preußens, der Kamm des Riesengebirges bildet die Grenze zu Österreich-Böhmen
1918
Der böhmische Teil des Riesengebirges kommt zum neuen tschechoslowakischen Staat
1938
„Münchner Abkommen“: Die sudetendeutschen Gebiete - zu denen das böhmische Riesengebirge gehört - fallen an Deutschland
1945
Im Potsdamer Abkommen wird die Ostgrenze Deutschlands neu festgelegt, der schlesische Teil des Riesengebirges gehört seitdem zu Polen, der böhmische zur heutigen Tschechischen Republik (damals Tschechoslowakei)
1947
Die 1945 begonnene Aussiedlung und Vertreibung der Deutschen ist im Wesentlichen abgeschlossen
1968
Alexander Dubček wird in der Tschechoslowakei zur Symbolfigur des „Prager Frühlings“, der am 21.Aug. mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen endet
1989
Ende der kommunistischen Herrschaft in der Tschechoslowakei und in Polen. Der grenzüberschreitende Riesengebirgskammweg wird für alle Besucher freigegeben
2004
Polen und Tschechien treten am 1.Mai der EU bei
2008
Erstmals seit 1945 gibt es im Riesengebirge keine Grenzkontrollen mehr
Mehr als 10 Mio. Besucher erliegen jedes Jahr der Faszination des Riesengebirges mit seinen abwechslungsreichen Landschaften: An der Nordseite - im polnischen Gebirgsteil - fällt der Kamm ziemlich steil ab, im Süden - in der Tschechischen Republik - dagegen vergleichsweise sanft. Auf beiden Seiten gibt es ein dichtes Netz von Wanderwegen, die gute Ausschilderung macht ein Verlaufen nahezu unmöglich. Etliche der Wege führen zum Hauptkamm, auf dem bis zum Ende des Ersten Weltkrieges die preußisch-österreichische Grenze verlief, heute verbindet er Polen und Tschechien. Auf dem Kamm schlängelt sich der „Freundschaftsweg“ entlang, ein grenzüberschreitender Wanderpfad mit fantastischer Fernsicht - sofern nicht Dunst und Nebel herrschen. Der Weg führt auch über die Schneekoppe, den bekanntesten Berg des Gebirges, über dem sich nur an etwa sechzig Tagen im Jahr ein blauer Himmel wölbt. Wer auf dem Gebirgskamm entlangmarschiert, im Sommer zu Fuß, im Winter mit Skiern, der hat mehrfach die Möglichkeit, auf ausgeschilderten Wanderwegen ins jeweils andere Land abzusteigen.
Um die Schönheiten der Gebirgslandschaft zu erhalten, stehen große Teile auf beiden Seiten unter Schutz, sie bekamen den Status eines Nationalparks. 1992 hat die Unesco das Riesengebirge zum Biosphärenreservat erklärt. Unermüdlich wirken die Naturschützer in Polen und Tschechien, um Besucher anzuhalten, eine saubere Umwelt zu bewahren.
Das Riesengebirge ist das Reich des Berggeistes Rübezahl, das Land der Bauden und das Quellgebiet der Elbe, im Tschechischen Labe genannt. Hier, im Böhmischen, entspringt sie in einer Höhe von 1386 m über dem Meeresspiegel. Der schlesische Teil des Gebirges nimmt etwa ein Drittel der Gesamtfläche ein. Karkonosze sagen die Polen zum Riesengebirge, bei den Tschechen heißt es Krkonoše.
Bergbauden, Kirchen und Rathäuser gehören zu den Zeugen einer Kultur, die über Jahrhunderte von Deutschen und Österreichern mitgeprägt wurde. Die heutigen Bewohner des Gebirges sind meist erst nach dem Zweiten Weltkrieg zugezogen, nachdem die Deutschen 1945/46 von hier vertrieben worden waren. Die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges hatten das so bestimmt. In Niederschlesien wurden Polen angesiedelt, die aus Gebieten kamen, die nun zur Sowjetunion gehörten. Mit dem deutschen Kulturerbe hier verband sie nichts, die Bauwerke wurden als Relikte des Aggressors angesehen, der 1939 heimtückisch ihre Heimat Polen überfallen hatte. In Böhmen zogen Tschechen in die Häuser der Deutschen, über denen der Fluch von 1938 lag, als Nazideutschland das Sudetenland gewaltsam eingegliedert hatte.
Hier wie dort verkamen die Städte und Dörfer. Doch seit dem Ende der kommunistischen Ära wird die deutsche Vergangenheit dieser Gebiete nicht mehr tabuisiert, und manches im Umgang mit der gemeinsamen Geschichte hat sich geändert. Jetzt bemüht man sich auch, den früheren Glanz wieder herzustellen. Doch oft bleibt es beim guten Willen, denn noch fehlt häufig das Geld für Restaurierungen, für die Verbesserung der Infrastruktur und für den Bau weiterer Freizeitanlagen. Rund vier Jahrzehnte prägte beide Teile des Riesengebirges ein staatlich organisierter und gelenkter Tourismus, für den der triste Massenbetrieb in Ferienheimen typisch war. Heute herrschen die Regeln der Marktwirtschaft, Veränderungen sind in beiden Teilen des Gebirges allerorts sichtbar. Viele Hotels, Pensionen und Restaurants wurden modernisiert. Sie bekamen Schwimmbäder und Fitnessräume. Vielfach sind jedoch noch die Spuren des tristen sozialistischen Massentourismus zu spüren, manch altgedientem Kellner fällt es immer noch schwer, den Gast wie einen König zu behandeln, und manch junger, der keine internationale Erfahrung sammeln konnte, führt diesen unpersönlichen Service weiter.
Doch die positiven Veränderungen sind nicht zu übersehen, dazu kommt die Besonderheit der Landschaft, und so entdecken die Westeuropäer diese Region wieder. Wer von ihnen sich nur in den Ferienorten aufhält, dem erschließt sich nicht die Eigenart und Vielfalt des Gebirges. Das Riesengebirge muss man erlaufen, es gehört zu den schönsten Wandergebieten Europas. Und das soll so bleiben. Umweltschützer und Touristiker streiten deshalb heftig: Wie viele Schneekanonen darf es noch geben, wie viele Lifte, wie viele Radwege?
Reizvolle Bilder hält die Natur bereit - wenn das Wetter mitspielt. Denn an vielen Tagen im Jahr wallen in der Höhe Nebel um die Felsen, und der Wind zerzaust die einzeln stehenden Bäume. Wenn die Sonne dann den Nebel vertrieben hat, umspielt sie mit ihren Strahlen die Felsen, deren Schatten fantastische Formen auf die Geröllwege zaubern. Zauberhaft zeigt sich das Gebirge auch im Winter, wenn die Felsen zu Märchengebilden und die Bauden zu Kristallpalästen werden. Durch einsame Täler geht es zu stillen Seen und die Berge hinauf. Unterwegs rastet man in ebendiesen Bauden, teilweise uralten Holzhäusern, die oft als preiswerte Unterkunft dienen und in denen man keinen Luxus erwarten darf.
Das Riesengebirge soll dem Gast in erster Linie Ruhe bieten, dem Körper keinen Adrenalinstoß versetzen - sagen die Naturschützer. Doch dieses Anliegen scheint nicht mehr zeitgemäß. Von der Natur allein können die Menschen hier nicht leben, sie sind auf den Tourismus als Erwerbsquelle angewiesen. Der Gast unserer Tage möchte nicht mehr nur wandern, die Ansprüche sind gestiegen, und deshalb sind in den letzten Jahren auch die Angebote umfangreicher geworden: Mountainbikern begegnet man mittlerweile überall, aber auch Paragliding, Reiten, Kletterparcours und Golfen sind in beiden Gebirgsteilen schon so selbstverständlich wie Sessellifte, künstlich beschneibare Skipisten, Snowboardanlagen und Sommerrodelbahnen. Immer mehr junge Menschen fühlen sich von diesen Angeboten angesprochen und entdecken so die Reize des Riesengebirges, das die beiden EU-Länder Polen und Tschechien verbindet.
Riesengebirge Highlights
Wissenswertes
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