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Tunesien

Check-in

Ein Abend im Fastenmonat Ramadan: Familienväter und Yuppies drängeln durch die schmalen, von Läden gesäumten Gassen der Medina von Tunis; verschleierte Frauen spazieren Arm in Arm mit Mädchen in Hüfthosen an den Auslagen der Boutiquen vorbei; ehrwürdige, in die traditionelle Djellaba gewandete Herren diskutieren heftig gestikulierend mit jugendlichen Baseballmützenträgern über Fußball. In den Cafés versammeln sich junge Paare um Wasserpfeifen, Loungemusik wabert durch die Souks, mischt sich mit den zarten Tönen einer arabischen Laute aus einem maurischen Palast. Ein paar Schritte weiter sind dumpfe Trommeln zu hören. Die religiösen Gesänge einer Sufibruderschaft hallen von den Mauern wider und machen dem arabischen Rap aus den Lautsprechern der CD-Läden Konkurrenz. Tradition und Moderne – in Tunesien sind das keine Gegensätze, sondern zwei sich ergänzende Aspekte.

Sonne, Strand und Meer – als ganzjähriges Badeparadies hat Tunesien sich längst einen Namen gemacht. Im Hinterland hingegen gibt es noch viel zu entdecken: Punische Opferstätten und römische Tempel, wehrhafte Moscheen und orientalische Paläste für Kulturinteressierte, Dromedartrekking durch die Sahara und Tauchgänge zu den Korallenriffen für Aktive. Herrliche Golfplätze und luxuriöse Wellnesstempel garantieren Entspannung.

Mit 163 610 km2 Fläche ist Tunesien ca. halb so groß wie Deutschland und landschaftlich sehr abwechslungsreich: Die nördliche Korallenküste zwischen Bizerte und der Grenze zu Algerien zeigt sich mit schroffem Fels, einsamen Sandbuchten und dichten Eichenwäldern um den Fischerort Tabarka mediterran. Endlose Strände und bis zum Horizont Reihen akkurat gepflanzter Olivenbäume bestimmen das Bild an der Ostküste. Sahel – das Ufer – nannten die arabischen Eroberer das Gebiet südlich des Seebads Hammamet, die sich bis Sfax erstrecken. Befestigte, wehrhafte Hafenstädte wie Sousse, Monastir und Mahdia waren Handelsplätze für das wertvolle Olivenöl. Heute ist der Tourismus Hauptwohlstandsbringer: An den Stränden rund um Hammamet, zwischen Port el-Kantaoui und Monastir und bei Mahdia erfüllen phantasievolle Hotels ihren Gästen alle Urlaubsträume.

Im Norden und Osten von fruchtbaren Landstrichen eingerahmt, ist die zentraltunesische Steppe auf den ersten Blick das Aschenputtel aller Regionen. Der Gebirgszug der Dorsale, ein Ausläufer des Atlasgebirges, begrenzt sie nach Norden, und im Süden brandet die versengende Hitze der Sahara gegen das magere Steppengras an. Ausgerechnet hier in der Einöde gründeten die vom Islam beseelten und zur Eroberung Nordafrikas westwärts drängenden Araber im 7. Jh. Kairouan. Die heilige Stadt mit ihren religiösen Monumenten und der lebhaften Medina ist, verglichen mit den ärmlichen Nachbarsiedlungen, ein strahlender Stern. Nord- und Osttunesien haben ihre Erträge aus Landwirtschaft und Tourismus, Zentraltunesien ist jedoch ein wirtschaftliches Sorgenkind geblieben. Südlich von Sfax machen sich die Vorboten der Wüste bemerkbar, die in der großen Palmenoase von Gabès schon zum Greifen nah ist. Doch bevor der Grand Sud, der Große Süden, beginnt, weckt und erfüllt Djerba die schönsten Urlaubsträume. Ein Eiland ohne Wasser, bewohnt von strenggläubigen Ibaditen – das soll Homers lustvolle Lotophageninsel gewesen sein, die Heimstatt der berauschten Lotosesser? Nun, Millionen von Feriengästen geben dem alten Dichter recht und vergessen auf der Insel für einige Tage oder Wochen ihren Alltag.

Die Sahara bedeckt rund ein Drittel Tunesiens. Als Bilderbuchwüste mit sinnlich gewölbten Dünenketten stemmt sie sich beharrlich gegen die Barrieren der Oasenstadt Douz, die zu den beliebtesten Touristenzielen Südtunesiens zählt. Doch zeigt sich die Sahara auch anders: Im Süden trotzen die Menschen der Hitze und Trockenheit des Dahargebirges zwischen Matmata und Tataouine in bizarren Trichterhäusern, in Höhlendörfern und mächtigen Speicherburgen. Im Westen füllen Salzseen eine riesige Senke. Der Tourismus hat Tozeurs traditionellen Erwerbszweig, die Oasenwirtschaft, etwas verdrängt. Dennoch, hier wachsen noch immer die besten Datteln der Welt: Deglet en-Nour, die „Finger des Lichts“.

Tunesien hat etwa 10,5 Mio. Einwohner, von denen ca. ein Prozent zur Volksgruppe der Berber zählt, die das Land vor den Arabern besiedelten. Die Jahrhunderte des Zusammenlebens haben die Unterschiede beider Völker weitgehend verwischt. Tunesier sind polyglott und aufgeschlossen, ihre Sprachkenntnisse phänomenal. Neben Arabisch und Französisch, den beiden Landessprachen, beherrschen viele Spanisch, Italienisch, Deutsch und sogar Russisch. Die Menschen sind in der nordafrikanischen, nahöstlichen, aber auch in der europäischen Kultur verwurzelt, schließlich gaben sich Phönizier, Berber, Griechen, Römer, Vandalen, Byzantiner, Araber, Spanier, Türken und Franzosen die Klinke in die Hand. Dass Tunesien außenpolitisch oft den Weg zwischen den Blöcken sucht und als Mittler auftritt, ist sicherlich Folge seiner Geschichte.

Die fast bedingungslose Unterwerfung unter die Tourismusindustrie ist wohl die einzige Schattenseite in dem von der Sonne so großzügig bedachten Land. Immer mehr Küstenstriche wandeln sich zu Hotelkomplexen und Yachthäfen, und mit jeder neuen touristischen Zone geht ein Stück Natur verloren, wachsen die Müllberge, verschärfen sich die Wasserversorgungsprobleme. Dramatisch sind auch die Veränderungen in den Köpfen vieler Tunesier, die von den Fremden leben. Häufig tritt Zudringlichkeit an die Stelle traditioneller Zurückhaltung, und unsaubere Geschäftspraktiken ersetzen den Respekt gegenüber Gästen.

Tunesien ist ein islamisches Land, in dem die Verfassung die Polygamie verbietet und die Gleichberechtigung der Frau garantiert. Es ist wirtschaftlich abhängig von den Touristen, denen es dennoch seine wertvollsten Baudenkmäler, die Moscheen, verschließt. Es ist ein Agrarland, in dem fast 100 Prozent der Kinder eine Schule besuchen. Manch einem erscheint dieses fortschrittliche Tunesien so gar nicht wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Das ist es auch nicht – es ist Teil der islamisch-arabischen Welt, die zielstrebig ihren Weg in die Moderne sucht, ohne dabei ihr Erbe zu verleugnen. So war es gewiss auch kein Zufall, dass der Arabische Frühling in diesem aufgeklärten, gesellschaftlich aber tief gespaltenen Land begann. Demonstrationen wütender Bürger trieben innerhalb weniger Wochen den korrupten Alleinherrscher Ben Ali aus dem Land. Fassungslos standen die Menschen vor dem in Villen und Palästen angehäuften Luxus derPräsidentenfamilie und ihrer Günstlinge.

So friedlich, wie nahezu alle Proteste der „Révolution de la Dignité“, Revolution der Würde, abliefen, geht der Weg in die Demokratie leider nicht immer weiter: Die Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung gewann die gemäßigt-islamische Partei Ennahda. Eine Re-Islamisierung ist seither zu beobachten, und teils gewalttätige Demonstrationen zwischen „Religiösen“ und „Liberalen“ häufen sich. Bei allen Bedenken – der Stolz auf die Freiheit, die sie sich erkämpft haben, steht vielen ins Gesicht geschrieben. Sie wollen reden, diskutieren, erklären. Besucher erleben nun eine alte und zugleich dynamisch junge Nation im Aufbruch.

Wenn Sie Tunesien mit offenen Augen bereisen, werden Sie beides finden: den orientalischen Traum und die aufregende Moderne, die mauerbewehrte Medina und innovative Architektur, den Traumstrand und das Abenteuer Sahara, den ehrwürdigen Scheich und die selbstbewusste Managerin – viele Mosaiksteine, die zusammen das Bild eines wunderschönen, erstaunlichen und gastfreundlichen Lands ergeben.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Diese Bergoase liegt direkt an der Grenze zu Algerien: Das alte Midès thront wie eine Festung auf einem Felsen, eingerahmt von tiefen Canyons und wird von Souvenirverkäufern belagert.
Etwa 12 km hinter Matmata, auf der Straße nach Douz, liegt das Berberdorf Tamezret (800 Ew.) wie eine weiße Festung im Berg. Die engen Gassen sind nur zu Fuß begehbar. Die Regierung versucht, den…
Über 300 km ziehen sich die Salzsenken Tunesiens vom Golf von Gabès bis zur algerischen Grenze: Chott el Jerid, Chott el Fejej, Chott el Gharsa. Der Chott el Jerid ist die größte unfruchtbare…
Das alte Chebika am Berghang wurde 1969 durch eine verheerende Flut zerstört. Die Menschen siedeln nun im komfortableren Chebika Nouvelle in der Ebene. Die Ruinen des alten Dorfs sind hinter einem…
Wer von Tozeur aus nach Westen in Richtung algerische Grenze fährt, erreicht nach knapp 23 km die Stadt der tausend Kuppeln, Nefta. Die Altstadt zieht sich entlang der Corbeille, einem von…
Per Ausflugsboot geht's vom Hafen in Houmt Souk zu einer Landzunge, auf der sich meist Schwärme von Flamingos aufhalten. Es ist ratsam, möglichst früh zu fahren - je später die Tageszeit, desto…
Djerbas Hauptstrand ist der 17 km lange Plage de Sidi Mahrès im Nordosten der Insel. Er ist bis zu 50 m breit und fällt flach ins Meer ab. Liegestuhl- und Sonnenschirmverleihe, diverse Sportangebote…
Sidi Bou (TGM-Station Sidi Bou Saïd), auf einem Felssporn zwischen Carthage und La Marsa gelegen, ist ein maurisches Bilderbuchstädtchen. Wohl kein Ort in Tunesien besitzt so viel mediterranen…
Heute als Weltkulturerbe geschützt, steht dieses Amphitheater noch und ist so monumental, dass Al-Ǧamm im Vergleich dazu wie eine Spielzeugstadt aussieht: Mit 148 m Länge, 120 m Breite und einer H…
Rund 20 km westlich von Tataouine staffeln sich die Mauern des alten Berberorts Chenini, bei einer Ksarruine und einer Moschee beginnend, an einem steilen Hang ins Tal hinunter. Cheninis "Häuser"…
Die Synagoge ist das bedeutendste jüdische Pilgerziel Nordafrikas. 586 v.Chr. soll sich die erste jüdische Gemeinde niedergelassen und eine Synagoge errichtet haben. Der heutige Bau entstand erst…
Tamerza ist die größte der drei Bergoasen, zu denen auch Midès und Chebika zählen. Das alte Dorf liegt auf einer Anhöhe im tief eingeschnittenen Trockenflussbett des Oued Tamerza, durch das man…
Die lebhafte Inselhauptstadt an der Nordküste empfängt ihre Besucher mit einer strahlend weißen Medina. Zentrum sind die teils überwölbten Souks zwischen Square Mongi Bali und Place Hedi Chaker.…
Die große Düne im Süden, unmittelbar bei der Hotelzone, ist besonders am späten Nachmittag ein tolles Fotomotiv. Von ihrem Kamm aus kann man weit über das Sandmeer des Großen Östlichen Erg…
Die im 2. Jh. von Kaiser Antoninus Pius errichtete Thermenanlage zählte zu den größten und luxuriösesten Badetempeln der römischen Welt. Die aufgerichtete Säule des Frigidariums demonstriert mit…

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Praktische Hinweise

Adressen

Im Zuge der Jasminrevolution 2011 wurden viele Straßen und Plätze umbenannt, alte Schilder entfernt, neue aber meist noch nicht aufgestellt. Betroffen sind Straßennamen, die mit dem gestürzten Regime zu tun haben, so etwa die Rue oder Av. du 7. Novembre, benannt nach dem Tag, an dem sich Ben Ali an die Macht putschte und der bis zur Revolution Nationalfeiertag war. Ersetzt wird dieser Name meist durch den 14. Januar, dem Tag der Jasminrevolution. Da bis Redaktionsschluss keine endgültigen Angaben feststanden, haben wir bei den Adressen die Straße des 7. November jeweils als ehemalige Av. du 7. Novembre aufgenommen.

Anreise

Die meisten Reisenden kommen mit dem Flugzeug nach Tunesien. Charter- und Linienflüge werden von allen größeren Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeboten. Ziele in Tunesien sind Tunis, Enfidha, Monastir und Houmt Souk/Djerba. Tozeur ist per Anschlussflug von Tunis zu erreichen. Ein Charterflug kostet um 200 Euro. Es gibt an jedem Flughafen eine Linienbus- bzw. Schnellbahnverbindung (Monastir) in die Stadt. Auch Taxis stehen bereit, sind aber viel teurer. Wenn Sie mit dem eigenen Fahrzeug anreisen, müssen Sie mit einer Fähre nach Tunis übersetzen. Zwischen mehreren italienischen und französischen Mittelmeerhäfen und Tunis verkehren Autofähren der CTN (www.ctn.com.tn), Euro-Mer (www.euromer.com) und der Grandi Navi Veloci (www1.gnv.it).

Auskunft

Fremdenverkehrsämter

DeutschlandBockenheimer Anlage260322069 1338350www.tunesien.info

ÖsterreichOpernring1Stiege R, Tür 10901 5853480

Auto

Die grüne Versicherungskarte ist Pflicht; empfehlenswert ist eine Vollkasko-, evtl. auch eine Diebstahlversicherung fürs Gepäck. Die Tunesier hatten schon immer einen flotten, unkonventionellen Fahrstil, doch seit der Revolution gibt es kein Halten mehr. Zumindest in Tunis sollten Sie nicht davon ausgehen, dass rote Ampeln oder andere Vorschriften eine Bedeutung hätten. Außerhalb ist der Verkehr weniger anarchisch, aber man sollte stets defensiv fahren. In ländlichen Regionen ist erhöhte Vorsicht geboten, da häufig auch Radfahrer, Fußgänger und Fuhrwerke unterwegs sind. Nachts sollten Sie den Wagen stehen lassen, da viele Verkehrsteilnehmer nur unzureichend oder gar nicht beleuchtet sind. Von Fahrten im Großraum Tunis ist prinzipiell abzuraten. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt in geschlossenen Ortschaften 50 km/h, auf Regionalstraßen 90 km/h, auf Autobahnen 110 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,05. Für die Benutzung der Autobahnzwischen Tunis und Sfax wird eine Gebühr erhoben, die an Zahlstellen entrichtet wird.

Geld, preise & Währung

Tunesien ist ein preiswertes Reiseland; die Kosten für Getränke, Taxis oder Sehenswürdigkeiten sind gering. Währung ist der tunesische Dinar (TND) zu 1000 Millimes. Dinar dürfen nicht ein- oder ausgeführt werden; sollten Sie überzähliges Geld haben, können Sie es bei den Banken am Flughafen gegen Vorlage der Wechselquittung zurücktauschen.

Gewöhnlich haben Banken montags bis freitags geöffnet, im Winter von 8 bis 16 Uhr, im Sommer von 7 bis 12 oder 14 Uhr. In allen größeren Städten bzw. Touristenzonen können Sie auch an Geldautomaten abheben. Hier werden alle gängigen Kreditkarten akzeptiert; Maestro-Karten nehmen jedoch nur wenige Banken an. Vermeiden Sie es, an Wochenenden Geld zu ziehen. Viele Automaten sind dann geleert und abgeschaltet. Erkundigen Sie sich vor der Abreise über Partnerbanken und die bei Abhebung anfallenden Gebühren! Bargeld wechselt die Rezeption im Hotel oder eine Wechselstube.

Camping

Wildes Campen ist verboten. Abgesehen von einigen netten Plätzen in den Saharaoasen ist vom Camping wegen der schlechten Infrastruktur eher abzuraten.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Rue el-Hamra171 786455www.tunis.diplo.de

Consul Honoraire de la République féderale d’Allemagne

Rue Béchir Sfar8Houmt Souk75 757768

Österreichische Botschaft

Rue Ibn Hamdis1671 239038www.aussenministerium.at/tunis

Schweizer Botschaft

Jardin du Lac2Zone V71 191997tun.vertretung@eda.admin.ch

Einreise

Für einen Aufenthalt von bis zu drei Monaten benötigen Sie einen gültigen Reisepass/Kinderausweis mit Bild. Wenn Sie eine Pauschalreise gebucht haben, genügt der Personalausweis.

Fotografieren

Nehmen Sie Rücksicht und fotografieren Sie Menschen nur, wenn Sie die Erlaubnis dafür haben. Militärische Einrichtungen oder Brücken sind tabu. Besonders vorsichtig müssen Sie in Carthage sein – der Präsidentenpalast darf nicht abgelichtet werden. Filme und Batterien sind in Zeitschriften-, Souvenir- oder Fotoläden erhältlich. Speicherkarten sollten Sie besser von zu Hause mitbringen. In den meisten Museen und an Ausgrabungsstätten wird eine Fotogebühr von 1 TND erhoben; für Videokameras ist sie wesentlich höher.

Gesundheit

Informieren Sie sich vor der Reise rechtzeitig bei Ihrem Hausarzt über notwendige Impfungen. Verzichten Sie auf ungeschältes Obst, Gemüse und frischen Salat, trinken Sie kein Leitungswasser und nehmen Sie keine Eiswürfel oder offenes Speiseeis zu sich. Das ganze Jahr über sollten Sie auf guten Sonnenschutz (Mütze, Sonnenbrille, Pflege mit hohem Lichtschutzfaktor) achten, im Sommer brauchen Sie ein Präparat gegen Mücken. Im Fall einer Erkrankung wenden Sie sich an die Hotelrezeption.

Internet

Auf www.tourismtunisia.com und www.tunesien.info finden Sie touristische Infos; auf www.sncft.com.tn Fahrpläne der Eisenbahnen; www.tunislanuit.com zeigt das Nachtleben in der Hauptstadt. Unter www.culture.tn gibt es Beiträge über Kunst und Kultur (Französisch); auf www.djerba-reiseinfo.de Hotelbewertungen.

Internetcafés & Wlan

In vielen größeren Städten und touristischen Regionen können Sie online gehen. Internetcafés heißen Publinet und sind an dem blauen Schild mit weißer Schrift zu erkennen. Öffentlich zugängliche Hotspots (WLAN) gibt es bislang nur an den Flughäfen Tunis-Carthage, Enfidha, Monastir-Skanès und Melitta-Djerba. In den meisten Hotels können Sie WiFi-Verbindungen nutzen, häufig jedoch nicht in den Zimmern, sondern der Lobby. In einigen Häusern wird für den Internetzugang eine Gebühr erhoben.

Klima & Reisezeit

Für Badeferien empfehlen sich die Monate Mai bis Oktober mit Sommerwetter und Wassertemperaturen von 22 bis 25 Grad. Frühjahr und Herbst können regnerisch und windig sein, eignen sich aber für Besichtigungen. Im Winter sollten Sie den Süden (Djerba/Saharaoasen) besuchen. Tagsüber ist es dort warm, in der Nacht fallen die Temperaturen in der Wüste aber teils unter den Gefrierpunkt. An der Korallenküste können Sie nur zwischen Juni und September mit Sommerwetter rechnen; sonst regnet es häufig, besonders im April und November.

Mietwagen

Ein Mietwagen ist relativ teuer; bei internationalen Unternehmen wie Holiday-autos (www.holidayautos.de) kostet die einfachste Kategorie um 80 Euro pro Tag. Einheimische Anbieter sind oft günstiger, ihre Miet- und Versicherungsbedingungen aber nicht so transparent und die Autos meist in schlechterem Zustand. Bei der Übernahme eines Fahrzeugs sollten Sie die Fahrtüchtigkeit prüfen und sich vergewissern, dass Ersatzreifen, Sanitätskasten und Warndreieck vorhanden sind. Der Abschluss einer Vollkasko- und Haftpflichtversicherung ist zu empfehlen.

Notruf

Ambulanz190; Feuerwehr198; Polizei197; Touring Club de Tunisie71 323114

Öffentliche Verkehrsmittel

Tunesien ist gut mit Bahnen und Bussen zu bereisen. Das Streckennetz führt im Norden von Tunis bis Bizerte, im Osten über Hammamet, Sousse und Sfax bis Gabès und im Landesinneren über Gafsa bis Tozeur; Schnellzüge heißen Grand Lignes, sind komfortabel und klimatisiert; für die Strecke von Tunis nach Sousse brauchen sie ca. zwei Stunden; reservieren Sie bitte rechtzeitig (www.sncft.com.tn). Mit dem Pass Carte Bleue können Sie zum Preis von 45 TND eine Woche lang in der Komfortklasse durchs Land fahren. Die komfortablen, meist klimatisierten Busse der nationalen SNTRI (Fahrpläne: www.sntri.com.tn) fahren alle größeren Orte an. Auch hier ist eine Reservierung notwendig. Zwischen kleineren Orten verkehren louages, Sammeltaxis, die losfahren, wenn alle Plätze besetzt sind.

Öffnungszeiten

Die Läden in den Souks haben von morgens bis abends geöffnet; die meisten bleiben am Freitagnachmittag sowie sonntags geschlossen, Restaurants arbeiten in den Touristengebieten oft von morgens bis spätabends. Ruhetage oder feste Öffnungszeiten besitzen die wenigsten. Die angegebenen Zeiten für Sehenswürdigkeiten können variieren, sie werden spontan den Gegebenheiten angepasst. Zu Ramadan sind Ämter und Läden nur vormittags geöffnet; Lokale erst abends zum Fastenbrechen.

Post

Die Postämter sind montags bis freitags geöffnet, im Winter von 8 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, im Sommer von 7.30 bis 13 Uhr. Briefmarken bekommen Sie auch in Souvenirläden, die Ansichtskarten verkaufen (Porto pro Karte: 0,60 TND).

Sicherheit

Tunesien ist ein sicheres Land; kleinere Diebstähle oder Betrügereien kommen vor, doch Gewaltdelikte sind selten. Frauen sollten nachts jedoch nicht allein unterwegs sein. Da die neu gewonnene politische Freiheit gern genutzt wird, kann es in Städten gelegentlich zu Streiks und Demonstrationen kommen. Auch wenn die meist friedlich verlaufen, sollten Sie sich von Menschenansammlungen fernhalten. In den Touristenorten bekommen Sie davon nichts mit. Vor Fahrten in die Wüstenregionen achten Sie bitte auf die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts unter www.auswaertiges-amt.de.

Strom

Die Netzspannung beträgt 220 V, ein Adapter ist in Hotels oft nicht nötig.

Taxi

Die meisten Taxifahrer weigern sich, das Taxameter einzuschalten, für die Fahrt werden dann völlig überzogene Preise verlangt. Wenn Sie den Fahrer nicht dazu bewegen können, korrekt abzurechnen, handeln Sie besser vor Fahrtantritt einen Festpreis aus. Für die 12 km lange Strecke von Nabeul nach Hammamet z. B. sollten Sie nicht mehr als 10 TND bezahlen.

Telefon & Handy

Telefonieren vom Hotel aus ist sehr teuer; preiswerter sind die Taxiphone genannten Telefonläden, die teils rund um die Uhr geöffnet haben. Die Vorwahl für Deutschland lautet 0049, für Österreich 0042, für die Schweiz 0041, für Tunesien 00216. Nummern im Festnetz beginnen mit einer 7, Handynummern mit 98 oder 22. Beim Roaming spart, wer das günstigste Netz wählt. Mit einer tunesischen Prepaidkarte entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Günstig sind SMS. Hohe Kosten verursacht die Mailbox: noch zu Hause abschalten!

Trinkgeld

Kellner, Träger und Fahrer erwarten ein Trinkgeld (ca. 10 Prozent des Rechnungsbetrags bzw. 1 TND pro Gepäckstück). Auch Zimmermädchen erhoffen sich etwas. Beachten Sie: Trinkgeld ist hier ein wichtiger Bestandteil des Einkommens.

Trinkwasser

Leitungswasser ist stark gechlort und nicht trinkbar. Nehmen Sie preiswertes Mineralwasser aus den Supermärkten.

Unterkunft

Die meisten Hotels befinden sich in den Touristen- oder Hotelzonen außerhalb der Orte. Sie sind mit Sternen klassifiziert und verfügen meist über Restaurants, Bars, Pools, eigene Strände und zwischen 150 und 500 Zimmer. Viele bieten All-inclusive-Verpflegung an. Vorteil der Hotelzonen ist, dass die Gäste kaum durch Stadt- und Verkehrslärm gestört werden. Die Unterkünfte in den Städten haben entweder Luxusstandard (für Geschäftsleute) oder sind sehr einfach; hier ist es oft sehr laut. Individuelle Hotels wie die Hôtels de Charme, kleine und sehr elegante Häuser, oder Maisons d’hôtes, eine Art tunesisches Bed & Breakfast, schießen seit der Revolution wie Pilze aus dem Boden.

Zeit

In Tunesien gilt ganzjährig die Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Es wird nicht mehr auf Sommerzeit umgestellt.

Zeitungen

In Hotels und an Kiosken bekommen Sie deutsche Boulevardblätter; Tageszeitungen wie die Süddeutsche oder die Frankfurter Allgemeine gibt es seltener.

Zoll

Zollfrei einführen dürfen Sie 400 Zigaretten, 2 l Alkohol bis 25 %-vol., 1 l über 25 %-vol., 250 ml Parfüm und Dinge des persönlichen Bedarfs. Antiquitäten müssen im Land bleiben. Bei der Rückreise sind 200 Zigaretten, 1 l Alkohol über 22 %-vol., 50 ml Parfüm und Waren im Wert von bis zu 300 Euro (300 SFR) frei.

Events, Feste & mehr

Staatliche Feiertage

1. Januar

Neujahr

14. Januar

Tag der Revolution und der Jugend

20. März

Unabhängigkeitstag

1. Mai

Tag der Arbeit

25. Juli

Tag der Republik

13. Aug.

Tag der Frau

Religiöse Feiertage

Rass el-Aim

Islamisches Neujahr (29. September 2017, 12. September 2018)

Mouloud

Geburtstag des Propheten Mohammed (30. November 2017)

Ramadan

Fastenmonat (27. Mai-25. Juni 2017, 16. Mai-15. Juni 2018)

Aïd es-Seghir

Fastenbrechen (25. Juni 2017, 15. Juni 2018)

Aïd el-Kebir

Opferfest (1.-4. September 2017, 22.-25. August 2018)

Festivals

Januar–März

Festival der Ksour in Tataouine: Berberische und arabische Musik- und Tanzgruppen aus Marokko und den Nachbarländern zeigen ihre Traditionen vor der mächtigen Kulisse der alten Ksarburgen.

April/Mai

Festival der Blüte, Nabeul: Ende April/Anfang Mai können Sie zusehen, wie die Duftessenzen aus Orangen-, Jasmin- und Geranienblüten gewonnen werden.

Juni/Juli

Festival de la Medina: jeweils in den vier Wochen des Ramadan. Konzerte von traditionell bis Avantgarde, Theateraufführungen, Literaturlesungen in den Palästen und auf den Plätzen der Medina von Tunis. www.commune-tunis.gov.tn

Juni

Falkenfestival, El-Haouaira/Cap Bon: Im Juni treffen sich die Falkner und lassen ihre Vögel Kunststücke vollführen.

Juli

Internationales Jazzfestival, Tabarka: Anfang Juli machen Jazzgrößen in Tabarka eine Woche lang die Nacht zum Tag.

Salsa Festival: Musikgruppen und die besten Tänzer treten Anfang Juli in Tabarka an. www.salsafestival.com

Maalouf Festival, Testour: Dieses völlig untouristische Fest versammelt im Juli die besten Maaloufmusiker Nordafrikas zur Improvisation im Café.

Juli/August

Festival d’Aoussou, Sousse: einem Marabout gewidmetes Fest mit malerischen Prozessionen (Ende Juli/Anfang August)

Festival de Carthage: Konzerte, Theateraufführungen, Tanz und Film füllen Mitte Juli bis Mitte August das römische Theater von Karthago. www.festivaldecarthage.com

Internationales Festival Hammamet: Mitte Juli bis Mitte August treten im Centre Culturel Folkloregruppen, klassische Orchester und internationale Stars auf.

Klassik-Festival von El Djem: Klassische Melodien bekannter Orchester im römischen Amphitheater (Mitte Juli/Anfang August)

August

Fête de la Kharja, Sidi Bou Saïd: Das Fest am zweiten Augustwochenende ist dem Marabout Sidi Bou Saïd gewidmet. Sein Grab ist vor allem zu dieser Zeit das Ziel zahlreicher religiöser Prozessionen.

Musiqat Festival: Zehn Tage lang treten in Tunis und Umgebung Künstler aus dem islamischen Raum und Europa auf. www.musiqat.com

November

Internationales Festival des arabischen Films, Carthage: Jeden November in geraden Jahren treten die besten arabischen Regisseure um die „Goldene Tanit“ (eigentl. Tinnit, Hauptgöttin von Karthago) gegeneinander an.

Dattelfestival, Tozeur und Kebili: Ende November feiern die Orte des Djerid mit viel Folklore und Umzügen die Ernte.

Dezember

Saharafestival in Douz: Ende Dezember steigt das actionreiche Spektakel am Fuß der großen Dünen von Douz: Kamel- und Pferderennen, Nomadenhochzeit und Windhundjagden versammeln Sesshafte und Nomaden

Bloss nicht

Auf „Kellner“ hereinfallen

Vermeintliche Bekannte, die Sie im Souk oder beim Strandbummel ansprechen, sind mit Sicherheit nicht das, was sie vorgeben: Weder sind sie in Ihrem Hotel beschäftigt, noch wollen sie Ihnen einen Freundschaftsdienst erweisen. Es geht schlicht darum, Sie in den nächsten Laden abzuschleppen.

Als Frau allein unterwegs sein

Allein reisende Frauen brauchen ein stabiles Nervenkostüm und immens viel gute Laune, um die penetranten Kontaktversuche der Herren aller Altersstufen freundlich abweisend zu ignorieren. Die meisten Tunesier sind höflich und charmant, das Land ist auch für Frauen sicher – nur nachts allein am Strand oder in der Medina sollten Sie nicht unterwegs sein.

Viel zu offenherzige Kleidung tragen

Die in Hotels und Restaurants beschäftigten Tunesier haben sich an die oft legere Kleidung ihrer Gäste gewöhnt; dennoch sollten Sie ein Minimum an Rücksicht wahren und korrekt gekleidet zum Essen erscheinen. Oben ohne am Pool oder am Strand zu liegen, ist verboten; wenn Sie sich nicht daran halten, bringen Sie Bademeister und Kellner in furchtbare Verlegenheit. Ähnlich empfinden traditionell lebende Tunesierinnen, wenn sie Touristen in knappen Shorts, Trägertops, durchsichtigen Blusen oder Unterhemden durch die Stadt flanieren sehen. Ein Schultertuch oder eine lockere Bluse über dem Top ist ein guter Kompromiss.

Im Ramadan prassen

Ihre tunesischen Gastgeber dürfen im Fastenmonat tagsüber weder essen noch trinken. So viel Enthaltsamkeit wird von den Feriengästen natürlich nicht erwartet, aber etwas Rücksicht wäre eine nette Geste: Verzichten Sie außerhalb der Restaurants in der Öffentlichkeit ebenfalls darauf!

Streunende Hunde und Katzen streicheln

Streunende Tiere wecken bei Reisenden häufig Mitleid; wie gern würde man sie doch füttern oder gar streicheln. Aber verzichten Sie bitte lieber darauf! Die Tiere können mit Krankheiten infiziert sein; ein einziger kleiner Kratzer oder ein Biss erfordert eine sofortige Tollwut- und Tetanusimpfung und setzt den Ferienfreuden damit womöglich ein abruptes Ende.

4 x 4-Touren buchen

Die Vorstellung in einem Geländewagen durchs Land zu brausen ist reizvoll! Aber wissen Sie, wie es bei diesen Touren tatsächlich zugeht? Da düsen 20 Fahrzeuge im Konvoi mit vier Passagieren besetzt auf Asphaltstraßen durchs Land, denn über Pisten führen diese Touren nicht. Folglich wären die Fahrgäste in einem Reisebus wesentlich umweltfreundlicher unterwegs!

Bücher & Filme

Die Salzsäule

(2002): Nur wenige tunesische Autoren wurden ins Deutsche übersetzt. Der berühmteste von ihnen ist Albert Memmi, der in diesem Werk über seine Jugend erzählt

Natives Olivenöl

(2007): Ein Buch, in dem Sie alles Wissenswerte über Olivenöl erfahren; mit vielen Rezepten von Viktoria Hassouna

Bajas Liebhaber

(2006): Lesenswerter und amüsanter Roman von Habib Selmi

Halfaouine

(1990): Der Film von Ferid Boughedir erzählt vom Leben und vom Alltag eines Jungen im gleichnamigen Stadtteil von Tunis

Les Silences du Palais

(1993): Der Film von Moufida Tlati, für den sie 1994 mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde, führt eine junge Sängerin zurück in ihre Kindheit, die sie in einem Palast einer großbürgerlichen Familie verbracht hat

Bab’Aziz

(2005): Der Film des Malers, Schriftstellers und Regisseurs Nacer Khemir schickt die Zuschauer zusammen mit einem blinden Derwisch und seiner kleinen Enkelin auf eine magische Reise durch die Wüste

7-16 °C
5 h/Tag
16 °C

Fakten

Einwohner 11.565.204
Fläche 163.610 km²
Sprache Arabisch
Währung tunesischer Dinar
Strom 230 V, 50 Hz
Regierungssystem Republik
Hauptstadt Tunis
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 03:27 Uhr
Zeitverschiebung keine

Anreise

5h 26min
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