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Als Odysseus auf seiner Irrfahrt durchs Mittelmeer auf Djerba strandete, wurden seine Gefährten so freundlich empfangen, dass sie ihre Heimat komplett vergaßen und nur mit Gewalt wieder von der Insel weggebracht werden konnten. Wenn sie auch noch die Wüste und die grünen Waldtäler im Norden Tunesiens gesehen hätten, wären sie wohl für immer geblieben.
Tradition und Moderne
Ein Abend im Fastenmonat Ramadan: Die untergehende Sonne taucht die alten Häuser und Minarette der Medina von Tunis in tiefes Orange. In den schmalen Altstadtgassen duftet es nach Jasmin, Rosen und Orangenwasser. Vor den kleinen Läden feilschen vollverschleierte Frauen und Mädchen in Tops um die Preise. Alte Männer in traditioneller Djellabia sitzen neben Halbstarken in den Shishacafés und feuern die Fußballer im Fernsehen an.. Vor der Tür eines prächtigen Innenhofs stimmt ein Oudspieler die Saiten seines Instruments, aus dem Handy eines Passanten kommt tunesischer Rap. Und über allem schwebt der Ruf der Muezzine zum Gebet. Dann wird es dunkel, die Sterne glitzern über der Stadt und das Leben beginnt.
Sonne, Strand und mehr
Tunesien steht bei vielen Urlaubern immer noch für den perfekten All-inclusive-Urlaub. Die Hotelburgen und Resorts haben sich komplett darauf eingestellt. Vom Büfett geht’s an den Strand, da fährt man ein bisschen Speedboat oder reitet über den Sand. Nachmittags wartet dann der Tennis-oder Golfplatz. Das zieht vor allem Günstigurlauber an, erst langsam stellt sich die Branche auch auf anspruchsvollere Gäste ein. Denn es lohnt sich, das Hotel mal zu verlassen: Da warten die Postkartenaltstädte in Tunis, Hammamet und Monastir, römische Ruinen, orientalische Paläste, Wanderwege durch dichte Korkeichenwälder, Kameltrekking in der Sahara, Tauchgänge und Schnorchelausflüge zu Grotten und Wracks. Und wenn du entspannen willst, findest du an der nächsten Ecke bestimmt ein Hamam.
Geschichte
814 v. Chr.
Phönizier gründen die Stadt Quart Haddash (Karthago)
270–146 v. Chr.
Die Punischen Kriege besiegeln Karthagos Ende
bis 200 n. Chr.
Die Provinz „Africa“ wird eine der reichsten Provinzen Roms
670
Der Araber Oqba ibn Nafi erobert Nordafrika und gründet Kairouan
1574
Tunesien wird dem Osmanischen Reich einverleibt
1881
Vertrag von Bardo und französisches Protektorat
1956
Tunesien wird unabhängig
1987
Ben Ali putscht sich zur Macht
2011
Arabischer Frühling: Diktator Ben Ali flieht nach Massenprotesten aus dem Land
2015
Friedensnobelpreis für das „Quartett für den nationalen Dialog“, das den Übergang zur Demokratie begleitet hat
2023
Proteste gegen die Regierung wegen hoher Lebenshaltungskosten
2024
Präsident Kais Saied wird wiedergewählt – aber nur wenige gehen zur Wahl
Vom Wald in die Wüste
Der Norden des Landes ist richtig grün. Um den alten Fischerort Tabarka meint man fast, in einem französischen Bergdorf gelandet zu sein. Hier an der algerischen Grenze gibt’s dicht bewachsene Täler, in denen immer mehr Tunesier wandern gehen. An der Nordküste folgt dann eine Bucht nach der anderen. Die Menschen entfliehen am Wochenende der Hitze in den Städten und machen Picknicks am Meer. Der Golf von Hammamet im Nordosten ist hier das touristische Zentrum für Strandliebhaber: Hammamet, Sousse, Monastir und Mahdia bieten alles, was das Urlauberherz begehrt. Trotzdem ist die Medina von Hammamet richtig schnuckelig; und im Ribat von Sousse tauchst du kurz ein in die Welt von Rom, Karthago und 1001er Nacht. Action, Abenteuer, Antikes: Tunesien bietet alles nebeneinander. Oder wusstest du, dass mit Kairouan eine der heiligsten Städte des Islam nicht weit entfernt von Hammamet liegt? Also Augen auf, sonst verpasst du was!
Fata Morganen und Filmplaneten
Die Ferieninsel Tunesiens ist Djerba – mit flach abfallenden Stränden, an denen du entspannen oder den Kitedrachen starten kannst. Im Süden des Landes geht das Meer in ein Sandmeer über. Die Oasenstädte Douz und Tozeur sind die Tore zur Sahara. Die Welt ist hier so unwirklich, dass George Lucas seinem Wüstenplaneten aus „Star Wars“ einen Namen aus der Region verpasst hat: Tataouine. Unglaublich, dass in den Höhlen im Berg wirklich Menschen gelebt haben! Und lies mal bei Karl May nach, dann wirst du in den Fata Morganen über dem Salzsee Chott el-Djerid vielleicht Kara Ben Nemsi sehen. Außerdem schon mal die Deglet Nour, die „Finger des Lichts“, probiert? Diese Dattelsorte zählt zu den beliebtesten der Welt und wächst in den Oasen im Süden. Als Mitbringsel auch unbedingt einpacken: Olivenöl. Tunesische Öle werden international regelmäßig für ihre Qualität prämiert.
Revolution der Würde
Tunesien ist weder arabisch, noch französisch, noch afrikanisch – der Mix macht‘s. Wegen der Kolonialzeit sprechen viele Tunesier neben tunesischem Arabisch auch Französisch (und in den Hotels u. a. Deutsch, Englisch). Und Tunesien ist das Ursprungsland des sogenannten Arabischen Frühlings: Massenproteste führten 2011 zum Sturz des langjährigen Machthabers Ben Ali. Seitdem wurden tiefgreifende demokratische Reformen eingeleitet. Angesichts der schleppenden Wirtschaft hat sich statt der anfänglichen Euphorie jedoch Resignation breitgemacht. Die islamistischen Terroranschläge 2015 in Sousse und im Bardo-Museum (Tunis) haben dem so wichtigen Tourismus einen herben Schlag versetzt. Gerade als er sich wieder erholte, kam die Coronapandemie. Tunesien fiel in eine wirtschaftliche und politische Krise, in der Präsident Kais Saied schließlich alle Macht an sich zog. Viele Beobachter fragen sich daher: Wohin entwickelt sich das Land?
Dabei ist Tunesien unglaublich spannend. Viele junge Leute wollen nicht länger auf den Staat warten und eröffnen Galerien, Yogatreffs oder hippe Cafés. Neben den Stränden gibt es zahlreiche antike Sehenswürdigkeiten, dazu noch die atemberaubende Natur abseits der Zivilisation ... Das Bild dieses Landes setzt sich eben wie die riesigen Mosaiken im Bardo-Museum in Tunis zusammen: Steinchen für Steinchen.
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Tunesien
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Was hier sonst noch geht, verrät dir dein MARCO POLO Reiseführer: Hier findest du die besten Aktivitäten im ganzen Land. Mit der kostenlosen Touren-App und den übersichtlichen Highlight-Karten bist du ohne langes Suchen schnell am Ziel.
In Tunesien erwarten dich Abenteuer wie aus Tausendundeiner Nacht
All-inclusive kann jeder! Aber Tunesien geht auch individuell: Schnapp dir Schnorchel und Bikini und tauche ab zu Grotten und spektakulären Wracks. Lauf dir die Sohlen weich bei einer Wanderung durch die Korkeichenwälder oder stürze dich mitten ins Getümmel der Einheimischen. Auf einem der vielen Souks feilschst du mit ihnen um die besten Preise! Egal, wofür du dich entscheidest: Mit dem MARCO POLO Reiseführer Tunesien wird deine Reise zum Traumurlaub!
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