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Tessin

Check-in

Kamelien, die in der Januarsonne blühen, wenn der Norden in Frost und Nebel erstarrt; laue Sommerabende am Steintisch im Grotto bei einem Glas Rotwein; der schlichte Charme uralter Kirchtürme inmitten eines Dorfs aus gedrungenen Steinhäusern; die tiefe Ruhe der Kastanienwälder im warmen Licht der Herbstsonne: Das Tessin steckt voller Bilder, die in den Herzen des Nordens die Sehnsucht nach dem Süden wecken – selbst wenn alle wissen, dass es auch hier schneit, regnet, stürmt, blitzt, donnert, oft sogar heftiger als anderswo.

Doch die eindringliche Kombination von Gegensätzen – Palmen vor schneebedeckten Bergspitzen, mediterranes Klima in schroffen Bergtälern, italienische Emotionalität inmitten schweizerischen Ordnungssinns – lässt niemanden kalt. Von dieser Magie können auch Sie sich verzaubern lassen. Lassen Sie sich auf den kleinen Zipfel zwischen der Schweiz und Italien ein – es gibt einigen Grund dazu. Die bizarre Landschaft mit den herrlichen Wanderbergen und den Seen, Flüssen und Wildbächen zum Baden ist einer davon. Aber der Kanton hat noch mehr zu bieten: spektakuläre Werke seiner berühmten Architekten, den Thrill von Trendsportarten wie Mountainbiking, Climbing, Bouldering oder Canyoning, die kreative Energie seiner Spitzenköche.

Entdeckt haben das Tessin zunächst jene, die auf der Durchreise nach Italien waren. Erst später wurde es zum Ziel an sich. Ab dem Ende des 19. Jhs. erobern Künstler, Aussteiger, Anarchisten und Träumer den Monte Verità und machen Ascona zu einem Anziehungspunkt für die deutschsprachige Kulturszene der damaligen Zeit: Hermann Hesse, Paul Klee, Max Frisch und Max Horkheimer – alle pilgern sie in die milde italienische Schweiz. Im Sog der Prominenz wandelt sich das Tessin vom Südbalkon der Elite zum Traumziel für Hunderttausende aus Deutschland und der Deutschschweiz; so sehr versprechen die Begriffe Ascona und Tessin in den Fünfziger- und Sechzigerjahren des 20. Jhs. ein irdisches Paradies, dass sogar ein Auto, der Opel „Ascona“, nach ihnen benannt wird.

Doch die zunehmende Aufmerksamkeit bringt auch große Probleme: Die bis in die Mitte des 20. Jhs. rückständige Agrarregion wird in rasender Geschwindigkeit zum Dienstleistungsstandort umgebaut. Bei den Tessinern wecken die munter fließenden Devisen die Versuchung des schnellen Gelds. Sie verkaufen Häuser und Boden. Bauern werden über Nacht zu neureichen Immobilienbesitzern und ziehen sich aus der Berglandwirtschaft zurück. Die in Jahrhunderten entstandene „Kultur des Steins“ – in schwindelerregende Steilhänge gebaute Ackerterrassen oder mit riesigen Granitblöcken gedeckte Steinhütten – versinkt vielerorts unter unkontrolliert wuchernder Vegetation.

Beim Anblick der Bausünden an den Berghängen oberhalb von Locarno, Ascona und Lugano gerät jedoch allzu leicht in Vergessenheit, dass immer noch 95 Prozent des Tessiner Kantonsgebiets unverbaut sind. Vor allem in den strukturschwachen Tälern, wo es mangels Arbeitsplätzen zu einer starken Abwanderung kam, gibt es noch viele weitgehend intakte Dörfer. Im Bavonatal mit seinen steil aufragenden Felswänden beispielsweise sah es vor 100 Jahren nicht viel anders aus als heute – es ist eine Welt von herber Schönheit.

Es sind diese Gegensätze, die die Einzigartigkeit des Tessins ausmachen. Uralte Kirchen und hochmoderne Architektur, Trends und Traditionen, Biobauernhöfe und Banken bilden einen idealen Mix für einen abwechslungsreichen Urlaub. Faszinierend sind überdies die geringen Distanzen: Die Brissagoinseln mit ihren tropischen Pflanzen und der Basodinogletscher liegen gerade einmal 30 km Luftlinie voneinander entfernt. Und die Zeitreise vom über 1500 Jahre alten Baptisterium in Riva San Vitale am Luganer See zu Mario Bottas avantgardistischer Kapelle auf dem Monte Tamaro dauert mit dem Auto und der Gondelbahn weniger als eine Stunde.

Zu den idyllischsten Orten des Tessins gelangen Sie jedoch oft nur zu Fuß. Ein über 3500 km langes Netz an Wanderwegen bietet eine Fülle an Ausflugsmöglichkeiten. Kunsthistorische Überraschungen findet man häufig dort, wo man sie am wenigsten vermutet, denn viele Sehenswürdigkeiten liegen nicht an den Hauptreiserouten, sondern versteckt in kleinen Ortschaften oder abgelegen in einem Tal.

Grandios ist auch der Blick von der zweibogigen Natursteinbrücke Ponte dei Salti, die bei Lavertezzo über die Verzasca führt, den Fluss, dessen Name auf die Färbung des Wassers zurückgeht (verde acqua = grünes Wasser). Das Wasser schimmert hier tatsächlich smaragdgrün, und die rund geschliffenen Gneisblöcke leuchten wie überdimensionierte Edelsteine. Wem ein Sprung von der Brücke in Lavertezzo zu wenig Nervenkitzel bietet, der kann sich weiter flussabwärts am Bungeeseil von der 220 m hohen Staumauer des Lago di Vogorno in die Tiefe stürzen – so wie schon James Bond im Film „Golden Eye“. In einer weltweiten Umfrage wurde diese Szene zum besten Stunt der Filmgeschichte gekürt.

Apropos Film: Anfang August verwandelt sich die malerische Piazza Grande von Locarno jedes Jahr in das größte Freiluftkino der Welt. Während des internationalen Filmfestivals weht stets ein Hauch von Hollywood durch das Städtchen am Lago Maggiore. Ebenfalls fest im internationalen Festivalkalender etabliert hat sich die Konzertreihe Moon & Stars im Herzen Locarnos, die Fans und Stars gleichermaßen begeistert: „Ich liebe die Piazza Grande. Hier verdichten sich Geschichte und Romantik“, schwärmt Lenny Kravitz, und für die Sängerin Pink ist die Piazza Grande schlicht „der schönste Platz der Welt“.

Ein Kontrastprogramm zur Partystimmung in den Städten bieten die lauschigen Grotti, Gaststätten im Grünen, wo typische Tessiner Gerichte aufgetischt werden. Ursprünglich war das Grotto ein kellerartiges Gewölbe, das an Felsen oder in Höhlen angelegt wurde, um selbst gekelterten Wein und verderbliche Nahrungsmittel wie Wurst und Käse kühl zu lagern. Mit der Zeit entwickelten sich diese Keller zu Treffpunkten der Einheimischen. Am Sonntag oder am Abend kamen sie hier zusammen, um im Schatten der Bäume auszuruhen und Neuigkeiten auszutauschen. Man stellte Bänke und Tische aus Granit auf, an denen man aß und trank und sich des Lebens erfreute.

Hermann Hesse, der 1919 im Alter von 42 Jahren ins Tessin übergesiedelt war und dort zum meistgelesenen deutschsprachigen Autor avancierte, gewinnt den Grotti in seinem autobiografisch gefärbten Roman „Klingsors letzter Sommer“ sogar eine poetische Dimension ab: „Auf schmaler Terrasse standen Steinbänke und Tische im Baumdunkel, aus dem Felsenkeller brachte der Wirt den kühlen Wein. Langsam stiegen aus den irdenen bläulichen Tassen, Sinnbild der Vergänglichkeit, die bunten Zauber, wandelten die Welt, färbten Stern und Licht.“ Lassen auch Sie sich einfangen von den bunten Zaubern des Tessins!

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Ein Kulturereignis in traumhafter Lage: Die Bergkirche, deren ältester Teil im 11.Jh. gebaut wurde, liegt auf einer Terrasse neben dem Weiler Negrentino (828 m) oberhalb des Dorfs Acquarossa. Einen…
Der kürzeste Weg über die Alpen führt über den Gotthard. Der Saumweg über den 2106 m hohen Pass, der um 1300 eröffnet wurde, verlieh der Eidgenossenschaft eine enorme strategische Bedeutung.…
Das ist vielleicht die schönste Abendunterhaltung: gemütlich in einem der wunderbaren Cafés sitzen und einfach zusehen, wie die übrige Welt vorbeiflaniert.
Im teilweise autofreien Zentrum mit seinen schmalen Gassen, die von Arkaden gesäumt werden, hat man ein Gefühl von hochsympathischer Lebensart. Lugano ließ frühe Reisende im 19. Jh. begeistert…
Parco Scherrer , der wahr gewordene Traum des reichen Textilunternehmers Arthur Scherrer (1881–1956) – ein leidenschaftlicher Reisender und Sammler. Alles, was ihm auf der Welt gefiel, ließ er in…
Für viele ist es der schönste Ort des Tessins: Das lang gestreckte, kleine und dank seiner stolzen Architektur doch stattliche Morcote (650 Ew.). Es klebt im Windschatten des üppig bewaldeten…
Nonkonformisten, die der starren bürgerlichen Gesellschaft den Rücken kehrten, machten Ascona Anfang des 20. Jhs. zum Hort gesellschaftlicher Utopien. Es entstanden „Lufthäuser“, Reformisten…
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Rund 40 Prozent der Tessiner Merlottrauben werden im Mendrisiotto zu Wein verarbeitet. Gelagert werden die edlen Tropfen seit Menschengedenken in den Felsenkellern an den Ausläufern des Monte…
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Einst war die rund 500 m lange Straße der Ort, wo die Fischer sich trafen und ihre Ware verkauften – daher auch der Name nassa, auf Deutsch „Reuse“. Mit diesem alten Netzsystem wurden nämlich…
Bellinzona ist eine Karnevalshochburg: Am Rabadan feiern über 150.000 ausgelassen auf den Straßen und in den Festzelten.
Anfang August verwandelt sich Locarnos Piazza Grande in ein riesiges Freiluftkino. Beim Festival del Film Locarno werden Hunderte Filme gezeigt.

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Praktische Hinweise

Anreise

Das Tessin ist mit der Bahn bequem erreichbar. Von Zürich und Basel aus fahren täglich mehrere Intercityzüge nach Mailand, die in Bellinzona und Lugano haltmachen (nach Locarno/Ascona in Bellinzona umsteigen). Zwischen den urbanen Zentren im Tessin verkehren die S-Bahn-Züge der TILO (www.tilo.ch) im 20-Minuten-Takt. Informationen und Sparangebote gibt es unter www.sbb.ch

Mit dem Auto erreichen Sie das Tessin am besten über die A 2 von Basel über Luzern und den Gotthard. Auf dieser Nord-Süd-Achse kommt es jedoch oft, vor allem vor dem Gotthardtunnel, zu Staus. Alternativen sind A 13 über Chur und den San Bernardino, insbesondere für Reisende aus dem östlichen Deutschland und aus Österreich. Landschaftlich reizvoll, aber zeitaufwendig ist eine Fahrt über den Lukmanierpass. Dieser ist im Gegensatz zu den meisten Alpenpässen in der Regel auch im Winter offen. Aktuelle Verkehrsinformationen finden Sie unter www.viasuisse.ch.

Der Flughafen Lugano-Agno (www.lugano-airport.ch) wird mit Zwischenlandung in Zürich von zahlreichen Städten aus angeflogen. Er liegt 6 km außerhalb des Zentrums. Rund eine Autostunde von Lugano entfernt befindet sich der Mailänder Flughafen Malpensa.

Auskunft

Prospekte und Informationen können bei Schweiz-Tourismuswww.myswitzerland.com unter der gebührenfreien Telefonnummer 0080010020030 angefordert werden. Für Fragen vor Ort wenden Sie sich am besten an die lokalen Fremdenverkehrsbüros. Die kantonale Tourismusorganisation Ticino TurismoVia Lugano120918257056www.ticino.ch hat ihren Sitz in Bellinzona.

Touristische Informationen im Internet finden Sie u. a. auf folgenden Websites: www.ascona-locarno.com, www.luganotourism.ch, www.vallemaggia.ch, www.mendrisiottotourism.ch, www.leventinaturismo.ch, www.vallemaggiasecrets.ch, www.bellinzonaturismo.ch und www.blenio.com. Tessiner Newsportale mit aktuellen Nachrichten finden Sie unter www.tio.ch und www.ticinonews.ch; allerdings sind gute Italienischkenntnisse notwendig, um sich dort zurechtzufinden, ebenso wie auf www.ti.ch, der offiziellen Website des Kantons Tessin. www.ciaolagomaggiore.com ist ein Portal mit großem Übernachtungsangebot sowie zahlreichen Ausflugstipps rund um den Lago Maggiore, auch auf der italienischen Seite des Sees. Über das Wetter, Pollenflug etc. informiert www.meteoschweiz.ch.

Auto

Tempolimit: innerorts 50, außerorts 80, auf Autobahnen 120 km/h. Achtung: Es wird häufig kontrolliert! Die Promillegrenze liegt bei 0,5; Pannenhilfe140. Die schweizerischen Autobahnen sind mautpflichtig. Es gibt nur eine Jahresvignette, die 40 Franken kostet und u. a. an den Grenzübergängen und grenznahen Tankstellen bezogen werden kann.

Banken, Geld & Kreditkarten

Mit EC-Karte können Sie an Geldautomaten problemlos Geld abheben. Auch wenn man in Hotels, Geschäften und Restaurants großer Städte mit Euro bezahlen kann, ist es dennoch ratsam, Geld in Schweizer Franken umzutauschen. Wenn man mit Euro zahlt, bekommt man den Restbetrag fast immer in Franken. Kreditkarten werden fast überall akzeptiert.

Camping

Im Tessin gibt es rund vier Dutzend Campingplätze. Vor allem diejenigen in Tenero und Locarno am Lago Maggiore zählen zu den besten in Europa (www.campofelice.ch; www.campingtamaro.ch; www.lidomappo.ch; www.campingdelta.com). Ihren Charme haben aber auch die pittoresken Kleinplätze in den Bergen.

Diplomatische Vertretungen

Deutsches Konsulat

Via Soave9Lugano0919227882

Österreichisches Konsulat

Via Pretorio7Lugano0919134007

Eintrittspreise

Eintrittspreise variieren stark. Kostet der Eintritt ins Hesse-Museum Montagnola 7,50 Franken, so müssen Sie im Swissminiatur 19 Franken hinblättern. Für Kinder gelten fast überall ermäßigte Preise.

Ferienwohnungen

Das Angebot reicht von prunkvollen Villen bis zu einfachen Steinhäuschen. Entsprechend groß ist auch die Spannweite der Preise. Eine zentrale Vermietungsstelle existiert nicht. Das Portal www.regio-ticino.ch vermittelt eine gute Übersicht mit vielen Links. Empfehlenswert ist auch die Seite www.rustici.ch mit zahlreichen günstigen Unterkünften im Bleniotal.

Gesundheit

Unter der Nummer 144 erreicht man den ärztlichen Notdienst. In größeren Orten wie Ascona, Locarno und Lugano finden Sie auch deutschsprachige Ärzte. Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte EHIC genießen Sie auch im Tessin Versicherungsschutz. Eine Reiseversicherung deckt darüber hinaus auch die Kosten eines Rücktransports im Falle einer ernsten Erkrankung oder eines Unfalls. Apotheken heißen farmacia und werden mit einem grünen Neonkreuz angezeigt.

Notruf

Rettungsdienst (pronto soccorso)144

Polizei117

Feuerwehr (pompieri)118

Öffentliche Verkehrsmittel

Ascona, Bellinzona, Chiasso, Locarno, Lugano und Mendrisio betreiben eigene Busnetze, die auch die nähere Umgebung bedienen. Das südliche Tessin und der Norden der angrenzenden Lombardei werden zudem durch das S-Bahn-artige Netz der TILO-Züge (www.tilo.ch). erschlossen. Die übrigen Orte werden von Postautobussen (www.postauto.ch) und regionalen Bus- und Bahnbetrieben bedient. Zu den Ausflugszielen und Panoramagipfeln fahren Luftseil-, Standseil- oder Zahnradbahnen, und auf dem Lago Maggiore (www.navlaghi.it) und dem Luganer See (www.lakelugano.ch) verkehren Schiffe. Sie kommen also mit den öffentlichen Verkehrsmitteln praktisch überall hin und können so auch Wanderungen unternehmen, bei denen Sie nicht an den Ausgangspunkt zurückkehren müssen.

Öffnungszeiten

Mo–Fr 8–18.30, Sa 8–17 Uhr, am Do Abendverkauf bis 21 Uhr; die verlängerte italienische Mittagspause wird nur außerhalb der Zentren gepflegt. In Touristengebieten werden in der Saison flexiblere Ladenöffnungszeiten praktiziert.

Post

Das Porto für Briefe und Postkarten nach Deutschland und Österreich beträgt 1,20 Franken, für die schnellere A-Post 1,30 Franken. www.post.ch

Telefon & Handy

Vorwahl nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043. Die Vorwahl für die Schweiz ist 0041, innerhalb der Schweiz benötigen Sie keine Vorwahl. Rufen Sie aus Deutschland oder Österreich an, entfällt die Null am Beginn der Teilnehmernummer. Telefonzellen funktionieren nur mit Taxcards, die die Poststellen verkaufen. Um nicht in die Roamingfalle zu tappen, lohnt sich ein Klick auf www.teltarif.de/roaming/schweiz/handy.html. Hohe Kosten verursacht die Mailbox: Sie sollten Sie daher noch im Heimatland abschalten. Mit einer Schweizer Prepaidkarte entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe.

Veranstaltungskalender

Freitags erscheint die deutschsprachige Tessiner Zeitung (www.tessinerzeitung.ch) mit großem Veranstaltungskalender..

Wlan

Große Hotels und Campingplätze, aber z. B. auch der Bahnhof in Lugano verfügen zunehmend über WLAN-Hotspots. Auf www.swisshotspots.ch finden Sie ganz einfach einen in Ihrer Nähe.

Zoll

Zollfrei importieren – in die Schweiz sowie aus der Schweiz in die EU – dürfen Sie u. a. 4 l Wein (EU) bzw. 2 l Wein (Schweiz) und 1 l Spirituosen, 200 Zigaretten sowie Souvenirs im Wert von 300 Franken bzw. 300 Euro. www.zoll.admin.ch, www.zoll.de

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage

19. März

San Giuseppe

März/April

Ostermontag

Mai/Juni

Himmelfahrt; Pfingstmontag; Fronleichnam

29. Juni

Santi Pietro e Paolo

1. August

Festa Nazionale

8. Dezember

Immacolata Concezione

Feste & Veranstaltungen

Februar

Bellinzona ist eine Karnevalshochburg: Am Rabadan feiern über 150 000 ausgelassen auf den Straßen und in den Festzelten. Zugleich gibt es während der Faschingszeit in Ascona und vielen weiteren Orten öffentliche Risotto- oder Polentaessen.

März

Mit dem Kamelienfest Ende März begrüßt Locarno traditionell den Frühling. Im Kamelienpark am Seeufer blühen über 900 verschiedene Sorten.

März/April

Die Osterprozessionen von Mendrisio locken am Gründonnerstag und Karfreitag Schaulustige von weit her an. Im Rahmen von Ostern in der Stadt verwandelt sich Luganos Altstadt in eine Bühne mit buntem Unterhaltungsprogramm.

Mai/Juni

Höhepunkt des Palio di Mendrisio ist das Eselrennen: Reiter in mittelalterlichen Kostümen versuchen ihre störrischen Esel vorwärtszubewegen.

Cantine Aperte: Am Tag der offenen Weinkeller Ende Mai laden Winzer zu Kostproben bei Käse, Wurst und Musik ein.

Lugano Festival: Mehrere Wochen lang Klassikkonzerte mit weltberühmten Orchestern, Solisten und Dirigenten.

Juni

Beim internationalen Straßenkünstlerfestival wird die Uferpromenade von Ascona zur Bühne für Komödianten, Tänzer, Jongleure, Feuerschlucker und Clowns. Luganos Estival Jazz bietet zum Nulltarif erstklassigen Sound aller Stilrichtungen unterm Sternenhimmel auf der Piazza della Riforma.

La Spada nella Rocca: Bei dem Mittelalterfest liefern sich Ritter Schaukämpfe in der Burg Montebello in Bellinzona.

Festival Jazz Ascona: Ein laues Lüftchen vom See, die beleuchteten Fassaden als Kulisse und Jazz im Ohr – 200 Konzerte in zehn Tagen! Beim Monte Generoso Bike Marathon müssen die Hobbyradler auf dem 94 km langen Rundkurs um Mendrisio 3500 Höhenmeter überwinden.

Juli/August

Moon & Stars: Von der einmaligen Stimmung bei der Konzertreihe auf der Piazza Grande in Locarno sind Fans und Stars gleichermaßen begeistert. Besinnlicher geht es beim Orgelfestival in Magadino mit internationalen Starorganisten zu. Das Maggiatal ist ein Paradies für Klippenspringer. In Ponte Brolla und Brontallo finden internationale Wettkämpfe statt. Dem Publikum bleibt bei den waghalsigen Sprüngen aus bis zu 20 m Höhe der Atem stocken. Am Nationalfeiertag1. Aug. gibt es an den Seepromenaden von Ascona und Lugano große Feuerwerke. Anfang August verwandelt sich die Piazza Grande in Locarno in das größte Freiluftkino der Welt. Beim Festival del film Locarno werden über 100 Filme gezeigt. Das Jazzfestival Blues to Bop in Lugano und Morcote setzt Ende August einen Schlusspunkt unter die längste Open-Air-Saison der Schweiz.

September

Die Settimane Musicali in Ascona sind ein wichtiger Treffpunkt für Klassikfreunde. Die Traubenlese wird mit zahlreichen Festen gefeiert; besonders schön: Sagra dell’Uva in Mendrisio und La Bacchica in Bellinzona. Das Festival Internazionale delle Marionette in Lugano verzaubert mit Geschichten aus der Märchenwelt. Beim Triathlon Locarno gehen die Teilnehmer an ihre Leistungsgrenze. Für Kinder gibts einen Kids-Triathlon.

Oktober

Auf zahlreichen Dorfplätzen werden Kastanien geröstet und verkauft: Die Castagnata ist ein Fest für Groß und Klein.

Dezember

Weihnachtsmärkte in Ascona, Locarno, Bellinzona und Lugano. Bei Locarno on Ice Winterzauber auf der Piazza Grande.

Bloss nicht

Überall gleich Deutsch sprechen

Oft hört man, wie in Läden oder Restaurants ohne vorherige Rückfrage direkt auf Deutsch gefragt oder bestellt wird. Auf solch schnoddriges Nichtbeachten ihrer Sprache reagieren viele Tessiner allergisch. Mit einem freundlichen Lei parla tedesco („Sprechen Sie Deutsch?“) öffnen Sie viele Türen. Die meisten Tessiner verstehen Deutsch und sind hilfsbereit, wenn sich jemand nicht auf Italienisch verständigen kann.

Feuer entfachen

Im Tessin gibt es oft lange Trockenperioden. Im Extremfall kann dann schon eine achtlos ins Unterholz geworfene Zigarette einen Brandherd schaffen, der sich durch den Wind zum einem Flächenbrand ausweitet. Je nach Wetterlage ist es deshalb verboten, im Freien Feuer zu entfachen. Erkundigen Sie sich im Hotel oder bei Ihrem Vermieter über den aktuellen Stand in Sachen pericolo d’incendio!

Sorglos in Bergflüssen schwimmen

Der Sprung in den kühlen Bergbach, das Klettern auf dem Granitblock im Bachbett – einfach schön. Aber passen Sie auf: Die Bergbäche sind sehr kalt. Und an engen Stellen, bei Untiefen oder zwischen Felsen kann sich ein gewaltiger Sog entwickeln, der auch kräftige Taucher oder Schwimmer in die Tiefe reißt. Immer wieder ertrinken in Tessiner Gewässern Menschen – seien Sie vorsichtig, und lassen Sie vor allem Kinder niemals unbeaufsichtigt! Und noch etwas gilt es zu beachten: Vielen Flüssen wird im Oberlauf zur Stromgewinnung Wasser entzogen. Der Wasserpegel kann, wenn Stauwasser abgelassen wird, in kürzester Zeit beträchtlich anschwellen. Zum selben Effekt kann es bei Gewittern kommen!

Nackt Baden

FKK? Dieses Wort kennt man im Tessin nicht! Nackt zu baden ist verboten – auch wenn es vor allem am Fluss Melezza zahlreiche Touristen trotzdem tun. Mitunter verhängt die Polizei dann Geldbußen.

Wild zelten

Die Behörden haben ein Auge darauf: Wer sein Zelt in der freien Landschaft aufstellt, muss mit einer Buße rechnen. Auch Wohnmobile dürfen nicht einfach am Straßenrand abgestellt werden, sondern auf eigens ausgewiesenen Park- oder Campingplätzen.

Bei großer Hitze Sport treiben

Im Hochsommer herrscht im Tessin oft Hitze- und Ozonalarm. Die Behörden raten dann davon ab, über die Mittagszeit Sport zu treiben oder sich körperlich anzustrengen. Wichtig ist, dass man viel trinkt und sich möglichst im Schatten aufhält.

Bücher & Filme

Das Klappern der Zoccoli

Dieses anregende Lesebuch, herausgegeben von Beat Hächler, versammelt 35 literarische Touren, geschrieben von 26 Deutschschweizer Schriftstellern und Journalisten: sehr individuelle Beschreibungen von Wanderungen, Dörfern und Landschaften im Tessin

Ein Frühling im Tessin

Christine Brückners amüsanter Roman von 1960 über den Versuch, mit einem Tessinurlaub eine Ehe zu retten

Stella und andere Tessiner Erzählungen

Die Geschichten von Aline Valangin (1889–1986) erzählen nüchtern und realistisch vom Leben in einem Tessiner Bergdorf

Nicht Anfang und nicht Ende

In Plinio Martinis Roman von 1970 treiben Hunger und Armut den jungen Gori 1927 aus dem kargen Alltag im Maggiatal ins ferne Kalifornien. Zurück lässt er seine erste Liebe, seine Familie und Freunde. Als er zwei Jahrzehnte später vom Heimweh geplagt zurückkehrt, ist nichts mehr so, wie es war

Urchuchi. Tessin und Misox

Der Journalist Martin Weiss hat sich auf die Suche nach der authentischen Tessiner Küche gemacht. In ausführlichen Reportagen porträtiert er 45 Restaurants und 30 Grotti. Auch wer das Tessin bereits gut kennt, findet hier neue, wertvolle Hintergrundinformationen

Mein Name ist Eugen

Die preisgekrönte Buchverfilmung (2005) von Michael Steiner beschreibt die Flucht zweier junger Ausreißer, die im Tessin zahlreiche Abenteuer erleben

100 Prozent Schokolade

Die Arte-Dokumentation von Regisseurin Maren Niemeyer erinnert an Glanzzeiten und Verfall der einst imposanten Schokoladenfabrik Cima Norma im Bleniotal

0-7 °C
3 h/Tag
8 °C

Fakten

Einwohner 353.343
Fläche 2.812 km²
Sprache Italienisch
Strom 230 V, 50 Hz
Hauptstadt Bellinzona
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 02:10 Uhr
Zeitverschiebung keine

Anreise

7h 4min
7h 12min
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