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Die Schweiz klingt. Klong, klong, klong. Das Schellen der kupfernen Kuhglocken scheint vom Himmel zu kommen, der in der frühen Morgensonne leuchtet. Am Abend sollen die mächtigen Tiere auf der Alm ankommen, hoch oben über dem Dorf. Seit Hunderten von Jahren wird der Almauftrieb so gefeiert. Das Dorf, der Himmel, die Berge, die Alm, die Tradition: Das ist die Schweiz.
Der Klang der Schweiz
Klong. Erst klingelt es leise, dann immer lauter und schneller. Klongklongklong. Die Maschine des Schweizer Künstlers Jean Tinguely spuckt Töne aus, unaufhörlich. Klongklong. Die Glocken der Wallfahrtskirche Madonna del Sasso über Locarno schlagen zur Mittagsstunde so laut, dass man sie bis zum See hin hört. Klongklong. Der Ton, mit dem der Computer meldet, dass im 26,6 km langen Teilchenbeschleuniger unter Genf ein neuer Versuch begonnen hat. Klong klong klong. Die älteste Schweizer Uhr im Uhrenmuseum von La Chaux-de-Fonds im Jura. Kunst, Kirche, Uhren, Vielfalt und Innovation: Auch das ist die Schweiz. Die Schweiz klingt. Überall anders, überall ähnlich.
Willensnation Schweiz
Dabei ist die Schweiz vor allem eine gewagte Idee: „Einer für alle, alle für einen“. So steht es im Wappen und das steckte hinter dem Schwur, den die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden in ihrem Kampf gegen die mächtigen Habsburger leisteten. Am 1.August 1291 soll das gewesen sein. Historiker zweifeln daran, aber das hindert die Schweizer nicht, an diesem Datum bis heute den Nationalfeiertag mit Feuerwerk und Volksfesten zu feiern. Vieles hat sich verändert: Aus drei Kantonen sind 26 geworden, als letzter kam 1979 das Jura hinzu. Vieles ist gleich geblieben: Die Macht liegt bei den Bürgern, dann den Gemeinden, dann den Kantonen. Die Schweiz hat keinen Regierungschef, alle grundlegenden Entscheidungen trifft das Volk in Abstimmungen. Der Bund wird misstrauisch beäugt, Europa sowieso.
Geschichte
450 v. Chr.
Der keltische Stamm der Helvetier wandert in die Region ein
1291
Mythischer „Rütli-Schwur“ der drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden
ab 1519
Die Reformatoren Zwingli und Calvin spalten das Land
1798
Napoleon eint die Schweizer und ordnet das Land neu
1803
Mediationsakte: Die Schweiz wird wieder eigenständig
1815
Die Schweiz verpflichtet sich zur Neutralität
1848
Gründung der modernen Schweiz
1863
Henry Dunant gründet in Genf das Rote Kreuz
1920
Gründung des Völkerbunds in Genf
1971
Wahl-/Stimmrecht für Frauen
2002
Die Schweiz tritt den UN bei
2016
Der 57 km lange Gotthard-Basistunnel wird eröffnet
2025
Der European Song Contest findet in der Schweiz statt
In Vielfalt vereint
Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass die Schweiz überhaupt existiert. Schließlich werden auf einer Fläche kaum größer als Baden-Württemberg vier Landessprachen gesprochen: Deutsch (in Schweizer Mundart, gesprochen von fast drei Viertel der oft mehrsprachigen Schweizer), Französisch (knapp ein Viertel), Italienisch (gut sechs Prozent) und Rätoromanisch (knapp ein Prozent). Das Landesgebiet wird von Europas höchstem Gebirgszug, den Alpen, durchschnitten. Seen und reißende Flüsse tun ihr Übriges, um die 8,6 Mio. Einwohner des Landes voneinander zu trennen.
Die Schweiz hat zudem kaum natürliche Ressourcen, die Schweizer waren arme Bauern, Söldner, Gastarbeiter. Und was taten sie? Bauten (und bauen) Tunnel, Brücken und Passstraßen, setzten auf Dienstleistungen wie die Bankenbranche und geniale Erfindungen wie den Klettverschluss, die Quarzuhr oder das künstliche Hüftgelenk. Die Schweizer erfanden die Neutralitätspolitik und den Minderheitenschutz und überbrückten Sprachbarrieren im Zweifel salomonisch mit Latein: Confoederatio Helvetica, CH, steht auf den Kennzeichen der Schweizer Autos. Und wenn es die Nati, wie die Fußballnationalmannschaft liebevoll genannt wird, wie zuletzt 2024 bei der EM in Deutschland sogar bis ins Viertelfinale schafft, dann schwenken alle Schweizer die vielleicht berühmteste Fahne der Welt und jubeln wie aus einer Kehle: Schweiz, Suisse, Svizzera, Svizra!
Mehr hoch als breit
Die Schweiz ist klein und doch groß: Schon ein paar Kilometer weiter kann es ganz anders aussehen als da, wo man gerade ist. Die Schweiz in ein paar Stunden zu durchqueren ist kein Problem. Die Schweiz über Jahre kennenzulernen und immer noch Neues zu entdecken, ebenso wenig. Deshalb: Nimm dir Zeit, auch mal eine Nacht länger als geplant – es lohnt sich immer. Wandere ein Stück, nimm den Postbus oder einen Bummelzug. Die Landschaft ist eine der schönsten Europas. Natürlich die Berge: 3350 von ihnen sind höher als 2000 m. Die Dufourspitze ist mit 4634 m der höchste von ihnen, das Matterhorn (4478 m) mit seiner unverwechselbaren Form der berühmteste. Zu Füßen der Berge, zwischen Jurabogen und Alpen, leben die meisten Schweizer in den großen Städten entlang der Flüsse Rhein, Rhône, Aare oder Reuss. Längst haben die Siedlungsräume Stadtgrenzen überschritten, haben sich die „Agglo“ genannten Wohnstädte auf der ehemals grünen Wiese ausgebreitet.
Land zum verlieben
Die größte Stadt der Schweiz ist Zürich mit knapp 450 000 Einwohnern, gefolgt von Genf, Basel, Lausanne und Bern. In Lugano, der größten Stadt im Tessin, leben knapp 70 000 Menschen. Und wer braucht schon einen Meereszugang, wenn der Lago Maggiore oder der Luganer See, aber auch der mit seinen 580 km2 größte See der Schweiz, der Genfer See, mediterranes Feeling versprühen? 1500 Seen hat die Schweiz und in mindestens einen von ihnen musst du im Urlaub mal reinspringen – sonst hast du was verpasst. Und vielleicht verlierst auch du dein Herz irgendwo zwischen Bergen und Seen, Städten und Weilern, Natur und Kultur. Hör genau hin, wenn das passiert – es macht laut und vernehmlich „Klong“.
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Über die Region:
Der Osten der Schweiz umfasst Teile der Alpen, Täler und Seenlandschaften. Bekannte Ziele sind St. Gallen mit der barocken Stiftsbibliothek, das Appenzellerland, das Rheintal und der Walensee. Auch das Engadin mit Orten wie St. Moritz sowie der Nationalpark sind prägende Landschaftsräume dieser Region.

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