Bloss nicht

Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden
Zu spät kommenPünktlich sein ist eine Schweizer Tugend – und pünktlich bedeutet pünktlich: In Schweizer Zügen entschuldigen sich die Schaffner auch für drei Minuten Verspätung. Und die meisten Schweizer finden: Das ist auch gut so!
Immer gleich Deutsch sprechenEs stimmt: Die meisten Schweizer auch in der Romandie und im Tessin sprechen Deutsch. Aber wenn du ihnen mit einem Buongiorno oder Bonjour entgegenkommst, werden sie ihr Schuldeutsch viel lieber herauskramen.
Rechthaberisch seinSelbst wenn sie recht haben, schweigen Schweizer lieber – und freuen sich, wenn Besucher es genauso machen und damit Höflichkeit beweisen.
Nur zweimal küssenWenn du eine Schweizerin oder einen Schweizer mit Wangenkuss begrüßt, gilt dreimal küssen! Wenn du nach dem zweiten Mal die Wange wegziehst, landet der dritte Kuss des Gegenübers womöglich mitten in deinem Gesicht. Kann peinlich werden.
Zu schnell fahrenSchon fünf Stundenkilometer mehr kosten 40 Franken, bei 15 sind es 250 Franken! Und wenn du mehr als 20 km/h zu schnell bist, folgen Anzeige und Führerscheinentzug.

Was kostet wieviel?

Was?Wieviel €?
Kaffeeum 4,50 Euro für einen Milchkaffee
Schokoladeab 2,50 Euro für eine 100-g-Tafel einer guten Marke
Bierum 4,50 Euro für 0,3 l vom Fass
Souvenirab 10 Euro für das kleinste Schweizer Messer
Benzinum 2,10 Euro für 1 l Super
Bus2,80 Euro für eine einfache Stadtfahrt

Feste & Feiertage

Feste von überregionaler Bedeutung sind vor allem der Morgestraich (baslerfasnacht.info) zum Start der Basler Fasnacht, das Zürcher Sechseläuten (sechselaeuten.ch) Mitte April, das Montreux Jazzfestival (montreuxjazz.com) im Juli und das Filmfestival Locarno (pardolive.ch) im August. Es gibt nur wenige Feiertage, die in der ganzen Schweiz gesetzliche Feiertage sind:

1. Januar

  • Neujahrstag

März/April

  • Karfreitag, Ostermontag

1. Mai

  • Tag der Arbeit

Mai

  • Auffahrt: Christi Himmelfahrt

Mai/Juni

  • Pfingstmontag

1. August

  • Nationalfeiertag

25./26. Dezember

  • Weihnachten

Vorbereitung

Auskunft vor der Reise

Schweiz-Tourismus

kein Tel., Kontaktformular auf myswitzerland.com

Strom

Adapter Typ J

Steckdosen in der Schweiz folgen den Standards Typ C und Typ J. Mit den in Deutschland gängigen Steckern ist nur der Typ C kompatibel, deshalb empfiehlt sich die Mitnahme eines Adapters. Die Netzspannung beträgt 230 Volt.

Ankommen

Anreise

Zürich und Genf sind die großen internationalen Drehkreuze der Schweiz. Billigfluglinien steuern außerdem Basel an. Zugfahren ist oftmals billiger, vor allem, wenn man früh einen der europäischen Supersparpreise bucht. ICEs fahren direkt nach Basel, Zürich und ins Berner Oberland (Endstation Interlaken). In Basel muss man aufpassen, denn es gibt zwei Bahnhöfe: Ab Basel Badischer Bahnhof gehen die Züge nach Schaffhausen ab, für den Rest der Schweiz erst im Bahnhof Basel SBB umsteigen! Von München nach Zürich gibt es mehrfach täglich Direktzüge, Fahrzeit dreieinhalb Stunden. Von Hamburg und Berlin fahren täglich Nachtzüge über Basel nach Zürich (nightjet.com). Aus Österreich fahren u. a. Railjets über Buchs und Sargans nach Zürich.

Praktisch jede größere Schweizer Stadt ist auch mit dem Fernbus zu erreichen. Allein Flixbus (flixbus.de) etwa fährt mehr als 40 Orte in der Schweiz an.

Die Hauptrouten mit dem Auto führen durchs Rheintal nach Basel, über Stuttgart und Schaffhausen nach Zürich oder von München und Innsbruck über Bregenz am Bodensee nach St. Gallen. Von Österreich geht es auch über Feldkirch und Liechtenstein oder über Landeck nach Graubünden. Alle Strecken sind vor allem in der Hauptsaison extrem ausgelastet, an den Grenzübergängen staut es sich dann.

Einreise

Die Schweiz ist zwar kein EU-Mitglied, aber Teil des Schengen-Raums. Ein Personalausweis – auch für Kinder – genügt zur Einreise.

Klima

Das Wetter in der Schweiz ist sehr kleinräumig: Gerade in den Bergen kann sich die Lage in kürzester Zeit abrupt ändern! Generell gilt: Nördlich der Alpen beeinflussen vor allem Luftströmungen vom Atlantik das Wetter, die feuchtmilde Meeresluft kühlt im Sommer und wärmt im Winter. Die Temperaturen sind vor allem von der Höhenlage abhängig: Ab 1200 m fällt der Niederschlag im Winter in der Regel als Schnee und auch im Sommer ist es dort deutlich kühler, sobald die Sonne untergeht. Im südlich des Alpenhauptkamms gelegenen Tessin hingegen wird das Klima vom Mittelmeer beeinflusst, die Winter sind entsprechend milder.

Wenn warme Luft über die Alpen nach Norden zieht, gibt es den Föhn, einen starken, selbst in der kalten Jahreszeit warmen Fallwind. In den Alpentälern, etwa im Wallis und im Engadin, fällt generell wenig Niederschlag, weil sie von den Gipfeln auf beiden Seiten meist von Wolken abgeschirmt sind.

Zoll

Pro Person darf man Waren im Gesamtwert von 300 Franken in die Schweiz einführen. Dabei dürfen einige Obergrenzen nicht überschritten werden, z. B. 5 l alkoholische Getränke bis maximal 18 Prozent, 1 l mit mehr als 18 Prozent, 250 Zigaretten bzw. 250 g Tabak und 1 kg Fleisch.

Bei der Rückkehr in die EU darfst du Waren bis zu einem Wert von 300 Euro (bei Flugreisen 430 Euro) einführen, außerdem 4 l Wein und 1 l Spirituosen. zoll.de, ezv.admin.ch

Weiterkommen

Auto

In der Schweiz geht es langsamer voran: Auf Landstraßen darf man höchstens 80, auf Autobahnen nicht mehr als 120 km/h fahren – innerorts gilt Tempo 50, an vielen Stellen auch Tempo 30.Fahr auf keinen Fall zu schnell! Es wird viel geblitzt, die Strafen sind hoch und schnell wird der Führerschein eingezogen. Die Promillegrenze liegt bei 0,5; liegst du drüber, droht auch hier Führerscheinentzug.

UUnbedingt brauchst du eine Vignette, ohne die man nicht auf der Autobahn fahren darf: Für 40 Franken kannst du diese online auf e-vignette.ch kaufen. Seit 2024 gibt es die Vignette auch elektronisch, das Aufkleben auf die Windschutzscheibe entfällt. Alternativ kann die Klebevignette u. a. bei der Einreise am Zoll oder in der Schweiz bei der Post oder Tankstellen gekauft werden. Nimm außerdem unbedingt eine Parkscheibe mit: In blau markierten Parkbuchten darf man nur mit diesen parken, und zwar maximal eine Stunde.

Im Winter ist es ratsam, sich über die Wetterlage, den Straßenzustand und (Berg-)Straßensperrungen zu informieren, z. B. auf short.travlel/swz19.Im Kofferraum sollte dann auch immer ein Satz Schneeketten liegen. Bernina, Brünig, Forclaz, Jaun und Pillon sind die ganzjährig geöffneten Alpenpässe. Alle anderen sind nur saisonal geöffnet, meist von Mai bis Oktober. Vorfahrt am Pass hat immer das bergauf fahrende Fahrzeug! Alpentunnel mit „Autoverlad“ (so heißt der Umstieg auf Autozüge in der Schweiz) befinden sich an Albula, Furka, Lötschberg, Simplon und zwischen Klosters und dem Unterengadin.

Bahn

Die Schweiz hat eines der besten Schienennetze der Welt. Der öffentliche Nahverkehr erreicht praktisch jedes Dorf; wo die Bahn nicht hinkommt, fährt der Postbus. Verspätungen sind selten, man muss – anders als in Deutschland – keine Pufferzeiten einplanen.

Wer nur ab und zu mit Bus und Bahn unterwegs ist, zahlt mit der Half Fare Card für 120 Franken pro Monat im Zug und Postbus nur die Hälfte und bekommt Sonderpreise im Nahverkehr, auf vielen Fähren, Berg- und Seilbahnen. Kinder zahlen stets die Hälfte des Erwachsenentarifs. Mit der kostenlosen l Swiss Family Card fahren Kinder in Begleitung der Eltern oder Großeltern gratis, auch im städtischen Nahverkehr. Wenn du viel unterwegs bist, lohnt sich der Swiss Travel Pass: Drei aufeinanderfolgende Tage freie Fahrt in der 2.Klasse kosten 244 Franken, vier Tage 295, sechs Tage 379, acht Tage 419 und 15 Tage 459 Franken. Als Flexvariante (Anzahl Tage binnen eines Monats) kosten die Tickets zwischen 20 und 45 Franken mehr.

Carsharing

An den meisten Schweizer Bahnhöfen und verteilt in größeren Städten stehen Mobility-Fahrzeuge (mobility.ch), einfach zu erkennen an ihrer roten Farbe. Der Preis berechnet sich nach Zeit und Kilometern. Auch Urlauber können die Autos nutzen: Zur Eröffnung eines Mobility-Kontos reichen EMail-Adresse und Kreditkarte.

Öffentlicher Nahverkehr

Egal ob in der Stadt oder auf dem Land: Der ÖPNV in der Schweiz ist vorbildlich und fährt im Takt. Außer Bus und Tram (so heißt hier die Straßenbahn) kannst du oft auch Schiffe oder Seilbahnen mit dem normalen Fahrschein benutzen. Nicht vergessen, den Ermäßigungstarif zu wählen, wenn du eine entsprechende Bahnkarte hast. Auf der Website der SBB (sbb.ch) findest du alle Fahrpläne der Schweiz, bis hin zur letzten Milchkanne auf der Alm.

Vor Ort

Camping

Wild zu campen ist in der Schweiz verboten. Dafür liegen die meisten der gut 600 Campingplätze wunderschön und sind top ausgestattet. Eine Übersicht gibts auf camping.ch und swisscamps.ch.

Eintrittspreise

Einzeleintritte in der Schweiz sind oft teuer: Viele Museen und vergleichbare Einrichtungen etwa verlangen zwischen 10 und 30 Franken für den Besuch. Manche Museen bieten vergünstigte Familienkarten an. In vielen Regionen gibt es Gästekarten, die freie Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr und Rabatte oder freien Eintritt in viele Sehenswürdigkeiten beinhalten. Oft lohnen sich diese Karten – erkundige dich in den örtlichen Touristeninformationen. In manchen Regionen, etwa in und um Montreux oder im Jura, bekommst du die Karte umsonst, wenn du vor Ort übernachtest.

WLAN & Internetzugang

WLAN ist in der Schweiz weit verbreitet und in den Städten oft kostenfrei. Die Schweizerischen Bundesbahnen haben an größeren Bahnhöfen Hotspots eingerichtet. Die meisten Hotspots unterhält die Swisscom (swisscom.ch) – mehr als 1700 im ganzen Land.

Jugendherbergen

Die Schweizer Jugendherbergen haben einen hohen Standard und gleichen oft Hotels, auch von der Lage her. Preislich sind sie dagegen konkurrenzlos günstig. Deswegen übernachten dort auch ältere Gäste gern. Bring deinen Jugendherbergsausweis mit, dann ist die Übernachtung in den 50 offiziellen Herbergen günstiger (Liste unter youthhostel.ch). Außerdem gibt es vor allem in den Großstädten viele freie Hostels (z. B. swisshostels.com).

Geld & Kreditkarten

Schweizer Währung ist der Schweizer Franken (Franc Suisse bzw. Franco Svizzero), unterteilt in 100 Rappen (Centimes bzw. Centesimi). Münzen gibt es zu 1, 2 und 5 Franken sowie zu 5, 10, 20 und 50 Rappen, Scheine zu 10, 20, 50, 100, 200, 500 und 1000 Franken. Vereinzelt sind noch alte Franken-Scheine im Umlauf, beide sind gültig. Der Euro wird nur in grenznahen Regionen akzeptiert und dann zu schlechten Wechselkursen. Dafür können selbst kleine Summen mit der Girocard bzw. mit der Kreditkarte bezahlt werden.

Telefon & Handy

Die Vorwahl vom Ausland in die Schweiz ist 0041, aus der Schweiz nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043.Innerhalb der Schweiz gibt es keine Vorwahlen, du musst also immer die vollständige Nummer wählen, inklusive der Null am Anfang. Die Schweiz ist nicht Mitglied der EU – für Roaminggebühren gelten deshalb, anders als in den EU-Mitgliedsstaaten, keine Obergrenzen. Erkundige dich vor Abreise bei deinem Mobilfunkanbieter nach den zum Teil happigen Gebühren. Das Schweizer Mobilnetz ist gut ausgebaut, in den Städten auch schon im Mobilfunkstandard 5G. Vor allem in den Bergen, aber auch auf dem Land gibt es hingegen Funklöcher. Deshalb bei Wanderungen oder auf Skitouren nicht aufs Handy verlassen – das in der Schweiz übrigens oft „Natel“ genannt wird.

Öffnungszeiten

In der Schweiz gibt es sie noch, die Mittagspause: Üblicherweise sind Geschäfte von 8 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 18.30 Uhr geöffnet – zumindest auf dem Land. In den Großstädten und in Einkaufszentren ist hingegen oft durchgehend offen, dann auch bis 19 Uhr, Samstage inklusive. In Ferienorten sind viele Geschäfte (nicht alle!) auch am Sonntag offen. Dafür schließen gerade in den Wintersportorten Läden und Hotels in den Zwischensaisons auch für mehrere Wochen oder gar Monate.

Trinkgeld

Wenn du dich gut bedient fühlst, leg ruhig was drauf: je nach Rechnungssumme ab 1 Franken aufwärts.

Zeitungen & Magazine

Die bedeutendsten Zeitungen in der Schweiz sind die konservative Neue Zürcher Zeitung (NZZ) und der ebenfalls in Zürich erscheinende Tages-Anzeiger (linksliberal). Die alternative Schweizer Wochenzeitung (WOZ) greift kritische Themen auf, die man anderswo kaum findet.

Ein Reisemagazin mit Ausflugsideen jenseits ausgetretener Pfade ist Transhelvetica (transhelvetica.ch); es erscheint sechsmal jährlich. Wanderfreunde finden im Wandermagazin Schweiz (wandermagazin.ch) und auf wandern.ch viele Touren für Sommer und Winter.

Notfälle und Sicherheit

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Willadingweg 83 | Bern | Tel. 03 13 59 41 11, für dringende Notfälle 07 93 57 93 73 | bern.diplo.de

Österreichische Botschaft

Kirchenfeldstr. 77/79 | Bern | Tel. 03 13 56 52 52, für dringende Notfälle 07 95 98 33 53 | bmeia.gv.at/oeb-bern

Gesundheit

Wenn du im Urlaub zum Arzt musst, zahlt die deutsche Krankenkasse, wenn du deine deutsche Gesundheitskarte dabeihast. Achtung: Den Zahnarzt zahlt die Krankenkasse nicht – denn die Schweizer müssen sich für ihre Zähne extra versichern. Wenn du Zahnprobleme hast, lohnt sich deshalb eine Auslandsreisekrankenversicherung, die deckt dann auch einen eventuellen Krankenrücktransport in die Heimat ab.

Notrufe

– Allgemeiner Notruf: Tel. 1 12

– Ambulanz: Tel. 1 44

– Rettungshubschrauber: Tel. 14 14

Wenn du in den Bergen wanderst oder Skitouren unternimmst, lohnt sich die Fördermitgliedschaft bei der Rettungsflugwacht REGA (rega.ch). Die 40 Franken Jahresbeitrag beinhalten im Regelfall den Flug mit dem Rettungshubschrauber.

Naturgefahren

In den Bergen bitte auch im Sommer nur mit festem Schuhwerk, Trinkwasser und Regenjacke loswandern, im Winter abseits der Pisten nie ohne Lawinensuchgerät losziehen. Und sag vorher jemandem Bescheid, wohin du gehst und wann du ungefähr zurückkommst: Nur dann kommt dich auch jemand suchen. Unbedingt Wetterwarnungen beachten: meteoschweiz.admin.ch

Bevor du in einen Fluss steigst, schau, was die Einheimischen machen: An manchen Stellen gibt es starke Strömungen, achte deshalb auch auf Schilder und Bojen. Dann kann nichts schiefgehen. Vorsicht auch in Bergbächen und -seen, die oft sehr kalt sein und in denen sich gefährliche Strudel bilden können. Immer erst testen, dann schwimmen.

Trinkwasser

Das Wasser aus fast allen der unzähligen Schweizer Brunnen, auch in den Städten, kannst du bedenkenlos trinken. Wo das nicht erlaubt ist, steht ein Warnhinweis. Also beim Stadtbummel immer eine leere Flasche dabeihaben!

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