© StevanZZ/shutterstock

Piemont

Check-in

Ein rollendes Auf und Ab von Hügelketten, grün schattiert mit Eichenwäldchen, Weinbergen und Haselnusshainen. Auf den Hügelspitzen sitzen Dörfer wie Zipfelmützen, dicht herumgebaut um Burgen oder barocke Pfarrkirchen, deren rötliche, unverputzte Backsteinfassaden Wärme und Behaglichkeit ausstrahlen. Still ist es in den kurvigen Straßen zwischen den Dörfern; lautlos arbeiten sich Rennradler in voller Montur auf den Serpentinensträßchen zwischen den Hügeln ab und hin und wieder knattert zweitaktig eine ape vorbei, die Lieferwagenversion der Vespa, die so beliebt ist bei Handwerkern und Landarbeitern: Das Monferrato, die Hügelwelt zwischen dem Po und dem Appenin, ist eine der schönsten Kulturlandschaften Italiens - und doch nur eine von den vielen Seiten des Piemonts.

Hochalpine Bergketten, die das Land majestätisch umstehen und bis zu 4000 m hoch aufragen, gehören ebenso dazu wie der an der Grenze zur Schweiz gelegene Lago Maggiore, der mit seinen Palmen und Zitronenbäumen schon herrlich mediterran anmutet. Das Herz des Piemonts aber schlägt in Turin, der barocken Millionenstadt, die sich gerade erfolgreich von der arbeitsamen Fiat-Motown zur modernen Kunst- und Genussmetropole häutet.

Dennoch gehört das Piemont noch zu den weniger überlaufenen Reisezielen Italiens. Goethe war vermutlich nicht der erste Italienreisende, der das Piemont links liegen ließ; in jedem Fall war er nicht der letzte. Bis vor wenigen Jahren schäumte der Strom der Touristen an dieser großen italienischen Region mit geradezu beleidigender Unbeirrbarkeit vorbei. Einer der Gründe dafür war sicher, dass das Piemont abseits der großen Einfallstraßen nach Italien liegt. "En passant", auf dem Weg an den Adriastrand oder nach Florenz, kommt man hier nicht vorbei. Man muss sich schon eigens hinbemühen in diesen nordwestlichen Winkel Italiens. Doch es lohnt sich.

Am besten fährt man mit dem Auto oder dem Zug von Mailand aus hin, denn dann bekommt man - an klaren Tagen wenigstens - gleich den besten Eindruck davon, was der Name Piemont bedeutet: pedes montium, das zu Füßen der Berge gelegene Land. Die Reise geht durch die flache Poebene, Reisfelder und einsame Vierkanthöfe prägen die Szenerie. Doch dann rückt, fast wie eine Fata Morgana, ein gewaltiges Gebirge ins Bild. Es ist der Monte Rosa, das zweithöchste Bergmassiv Europas, das mit seinen vergletscherten Ostwänden die piemontesische Ebene dominiert. Im Westen bauen sich derweil schon die Cottischen Alpen auf, die Italien von Frankreich trennen und deren markanteste Spitze, der gleichschenklige Monviso, wie der Gipfel aus dem Paramount-Logo wirkt. Liebhaber eindrucksvoller Landschaften bekommen hier wahrscheinlich schon Herzrasen - dabei ist das erst der Anfang.

Denn die Berge bilden ja nur den Rahmen für ebenso stimmungsvolle Inhalte: für das endlose, rebenbewachsene Hügelmeer im Monferrato und in den Langhe, die man das Meer der 1000 Hügel genannt hat. Dann die sanfte Voralpenlandschaft um Ivrea und Biella und die weite, platte Poebene davor. Auch der Po, der längste Fluss Italiens, ist ein Kind der piemontesischen Berge. Er entspringt unterhalb des Monviso, fließt durch Turin und biegt dann ostwärts in Richtung Lombardei ab. Schließlich die von mediterranem Flair umwehten Seen im Nordosten, Lago Maggiore und Lago d'Orta, wo Palmen rascheln und in der Saison sogar die Zitronen blühen.

Doch das Piemont ist nicht nur ein schönes, es ist auch ein gewichtiges Stück Italien. Mit rund 4,5 Mio. Ew. und gut 25000 km2 ist es nach Sizilien die zweitgrößte Region des Landes - und eines seiner wirtschaftlichen Filetstücke. Hier wird hart gearbeitet und ordentlich produziert - sei es bei Olivetti in Ivrea, bei Ferrero in Alba oder in den Textilfabriken rund um Biella. Die traditionsreichsten Unternehmerfamilien Italiens sind alle reinsten piemontesischen Blutes. Und Turin, die Kapitale Piemonts, ist mit seinen rund 900000 Ew. die viertgrößte Stadt Italiens.

Die Automobilfabrik FIAT, die Giovanni Agnelli dort 1899 gründete, ist trotz der Schwierigkeiten der letzten Jahre immer noch der bedeutendste Industriekonzern Italiens. Im Unterschied zu anderen italienischen Regionen haben sich die Piemontesen immer stark über ihre Wirtschaft definiert; Kultur oder gar Tourismus liefen eher nebenbei mit. Doch das hat sich in den letzten Jahren spürbar geändert - nun strömen nicht mehr nur Produzenten von Autozubehör, sondern auch jede Menge Gourmets und Kletterer, Skifahrer und Wanderfreunde, Kunstliebhaber und Weinkenner ins Land am Fuß der Berge. Es gibt ja so viel zu tun und sehen!

Gut lässt sich der Wandel an der Hauptstadt Turin beobachten, die nach langem Dornröschenschlaf zu neuem Leben erwacht ist. Die Fastmillionenstadt am Po hat, obwohl sie von 1861 bis 1865 dem frisch gegründeten Königreich Italien als erste Hauptstadt diente, stets einen etwas ruhigeren, unauffälligeren Lebenswandel gepflegt. Man arbeitete bei Fiat und ging früh schlafen. Noch immer wirkt Turin auf den ersten Blick ernsthaft und introvertiert, ganz wie man es dem piemontesischen Charakter nachsagt. Das Stadtbild prägen rechtwinklige, wie mit dem Lineal gezogene Straßenzüge, ockerfarbene Bürgerpaläste, lange Kastanien- und Platanenalleen. Wer zum ersten Mal durch Turin schlendert, fühlt sich meist eher an Paris erinnert als an Rom oder Florenz. Zufall ist das nicht: Es waren die aus Frankreich über die Alpen gekommenen Savoyerfürsten, die Turin im 16. Jh. zu ihrer Residenzstadt machten und entsprechend aufputzten - im ihnen vertrauten französischen Stil.

Turin beschert deshalb ein ganz anderes Italienerlebnis. Es flirrt nicht und flirtet nicht und biedert sich niemandem an. Wer die Stadt begreifen will, muss durch die kilometerlangen Arkaden und über die weiten Plätze spazieren, muss den zurückgenommenen Barock der Kirchen und Paläste auf sich wirken lassen, muss in einem der mit Stuck und Spiegeln verzierten alten Kaffeehäuser gesessen haben, wo man stundenlang über seinem Cappuccino Zeitung lesen darf. Dann spätestens werden ihn die elegante Schönheit und der disziplinierte Geist der Stadt erobert haben und so schnell nicht mehr loslassen.

Doch das ist noch nicht alles. Seit ein paar Jahren weht ein spürbar frischer, junger Wind durch die barocken Straßen. Wo früher noch um 22 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt wurden, drängen sich heute Straßencafés und Ethnorestaurants; in Hinterhöfen und ehemaligen Fabrikhallen finden Kunstausstellungen und andere Happenings statt, und wenn nicht gerade Olympische Winterspiele sind, dann macht Turin als Weltdesignhauptstadt oder Austragungsort der "World Air Games" auf sich aufmerksam.

Spannend finden das nicht nur Reisende aus dem Ausland, sondern sogar die Italiener selbst, die lange ein eher distanziertes Verhältnis zum Piemont und seiner Hauptstadt gepflegt hatten. Das ist längst passé. Heute steuern auch Römer und Süditaliener gern das Piemont an - nicht mehr, um bei Fiat zu arbeiten, sondern um das Land zu genießen. Die Region ist das wohl größte Feinschmeckerparadies Italiens. Man muss nur einmal riechen: Da ist der durchdringende Duft der weißen Trüffeln, die im Herbst in den Eichenwäldern des Monferrato heranreifen; das elegante Bouquet von Rotweinen, die nirgendwo im Land von solcher Qualität gekeltert werden wie hier; das kräftige Aroma eines Castelmagnokäses; die feine Süße köstlicher Schokoladen. Es ist kein Wunder, dass die Slow-Food-Bewegung, die den bewussten Genuss lokaler Spezialitäten in den Vordergrund stellt, gerade hier geboren wurde. Es hat eben nur ein bisschen gedauert, bis sich das alles herumgesprochen hat. Goethe war einfach ein bisschen zu früh dran.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Saluzzo bezaubert mit Architektur, Kunst und seiner besonderen Atmosphäre. Die Stadt liegt auf einem Hochplateau vor dem Hintergrund des märchenhaften Monviso. Zahlreiche Bauten aus Mittelalter und…
Eines der größten ägyptischen Museen in Europa. Es gibt hier Statuen, Sarkophage, Mumien, Waffen, Papyri. Beachtenswerte Funde aus dem Grab des Ehepaares Kha und Merit.
Ein Erlebnis ist der Markt der Porta Palazzo am Samstag - eindrucksvolles Menschengewimmel, Lärm und Geschrei, heisere Händler, Gemüsekisten schleppende Marokkaner und ein schier uferloses Angebot…
Eine 1000-jährige Abtei, die rund 700 m über dem Talgrund auf einem Felsgrat steil in den Himmel ragt. „Mont St-Michel von Italien“ wird die Abtei wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem normannischen…
Das „neue Jerusalem“ wird die 200 m über Varallo gelegene Pilgerstätte (1497–1650) genannt: In 44 Kapellen und einer Basilika stellen 800 lebensgroße Figuren aus Holz und Terrakotta vor…
Der in waldreiche Hügel eingebettete, gerade mal 13 km lange Ortasee wirkt recht unaufdringlich im Vergleich zum nahen Lago Maggiore. Der Lago d’Orta strahlt ruhige Heiterkeit und viel Harmonie aus…
Der 16 ha große Park gehört zu den schönsten botanischen Gärten der Welt. Zu verdanken ist er einem schottischen Hauptmann, der das Gelände 1931 erworben und die typisch italienischen Terrassen…
Was da so bescheiden zwischen Wald und Weinbergen liegt, gilt als wichtigstes romanisches Bauwerk des Piemont. Das ehemalige Augustinerkloster wurde der Legende zufolge 773 von Karl dem Großen gegrü…
Es müssen große Gefühle gewesen sein, die Graf Vitaliano Borromeo seiner Frau Isabella d’Adda gegenüber hegte. Denn nur um ihr eine Freude zu machen, verwandelte er die belanglose, 300 m lange…
Wer über die Schweiz anreist, kann sich 5 km hinter der Grenze an der wunderschönen Uferpromenade von Cannobio den ersten Cappuccino gönnen und den Süden genießen. Cannobio schmiegt sich…
Tausende Pilger wallfahren jedes Jahr zum beliebtesten Marienheiligtum Italiens – obwohl der von Oropa beanspruchte Ruhm, älteste Marienwallfahrt Europas zu sein, längst widerlegt ist. Die hier…
Das Castello della Manta gehörte zu den Festungen, mit denen die Saluzzeser Markgrafen ihr Territorium zu sichern suchten. Eine Vorstellung vom höfischen Leben im 15. Jh. erhält, wer sich im…
Vor rund 300 Jahren, im Spanischen Erbfolgekrieg, stürmte von hier oben Prinz Eugen von Savoyen mit seinen Truppen los, den französischen Belagerungsring zu durchbrechen. Mit Erfolg: Die Franzosen…
Nur Versailles kann noch mithalten mit der Reggia di Venaria Reale, die nach 200-­jährigem Verfall mit Kosten im dreistelligen Millionenbereich zu jenem glanzvollen Jagdschloss zurückrestauriert…
Cenerentola, Aschenputtel, wird der 30 Autominuten von Stresa entfernte, nur gut 12 km lange Lago d’Orta mitunter genannt, weil der westlichste der Seen viel weniger bekannt ist als seine drei groß…

MARCO POLO Reiseführer

MARCO POLO Reiseführer Piemont, Turin
MARCO POLO Reiseführer Piemont, Turin
12,99 €
MARCO POLO Karte Blatt Italien 1 Piemont, Aostatal 1:200 000
MARCO POLO Karte Blatt Italien 1 Piemont, Aostatal 1:200 000
9,99 €

Praktische Hinweise

Anreise

Auto

Die Autoanreise erfolgt am einfachsten über Zürich/Basel und durch den Sankt-Gotthard-Tunnel oder via Chur durch den San-Bernardino-Tunnel. Von Mailand sind es dann noch 130 km nach Turin. Eine schöne, aber zeitraubende Variante: ab Locarno am Westufer des Lago Maggiore entlang. Auch die Anreise im Autozug (www.autoreisezug.de) ab Hamburg und Düsseldorf nach Alessandria ist möglich; von dort ist es nur ein Katzensprung ins Monferrato und keine Stunde bis Turin.

Bahn

Sowohl von München (via Brenner und Verona) als auch von Basel und Zürich (via Chiasso) bestehen Zugverbindungen nach Mailand. Von dort starten im Stundentakt Regional-, IC- und TAV-Züge (Hochgeschwindigkeitszüge) über Novara und Vercelli zum Turiner Hauptbahnhof Porta Nuova; die TAVs legen die 140-km-Strecke in gerade mal 40 Minuten zurück. Am Hauptbahnhof gibt es Anschlüsse in die piemontesische Provinz. www.ferroviedellostato.it

Flugzeug

Die Lufthansa bietet von einigen deutschen Städten Direktflüge nach Turin an. Der Turiner internationale Flughafen Caselle liegt 18 km nördlich des Zentrums; von dort gibt es einen Bus, der in 30 Minuten zur Stazione Porta Nuova fährt. Häufigere und günstigere Verbindungen bestehen zu Mailands Flughafen Malpensa (knapp zwei Stunden Fahrzeit mit dem Bus, einfache Fahrt 20 Euro, www.sadem.it). Billigflüge gibt es zum Flughafen Orio al Serio bei Bergamo östlich von Mailand.

Auskunft

Italienische Zentrale für Tourismus ENIT

- Barckhausstr. 10 | 60325 Frankfurt | Tel. 069 237434

- Mariahilferstr. 1 b | 1060 Wien | Tel. 01 5051639

- Uraniastr. 32 | 8001 Zürich | Tel. 0434664040

- www.enit.it

www.piemonteitalia.eu

Auf der Website des piemontesischen Tourismusministeriums finden Sie jede Menge Wissenswertes zu Sehenswürdigkeiten, Sport und Kultur plus maßgeschneiderte Reiseangebote - auch auf Deutsch. Außerdem können Sie hier für eine ganze Reihe von Museen, Ausstellungen und Sehenswürdigkeiten Tickets reservieren und damit unter Umständen lange Wartezeiten an der Kasse umgehen.

Auto

Vorgeschrieben sind Führerschein und Fahrzeugschein, empfohlen wird außerdem die grüne Versicherungskarte. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt im Stadtverkehr 50, auf Landstraßen 90, auf Schnellstraßen (superstrade) 110 und auf Autobahnen (autostrade) 130 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Die Autobahnen in Italien kosten Maut (pedaggio), die man bar oder mit Kreditkarte bezahlen kann. Außerhalb geschlossener Ortschaften muss auch tagsüber das Abblendlicht eingeschaltet werden und wer außerorts bei einer Panne das Fahrzeug verlässt, muss eine Warnweste tragen. Bei Pannen hilft der ACI (Automobile Club d'Italia | Tel. 803116). Viele Tankstellen - außer auf der Autobahn - haben über Mittag und am Sonntag geschlossen, verfügen aber oft über Automaten, die mit Geldscheinen und ec-Karten gefüttert werden können.

Diplomatische Vertretungen

Deutsches Konsulat Mailand

Via Solferino 40 | Tel. 026231101

Österreichisches Konsulat Turin

Corso De Gasperi 46 | Tel. 011591332

Schweizer Konsulat Turin

Via della Consolata 1 b | Tel. 011595509

Geld & Kreditkarten

Zahlreiche Banken besitzen einen bancomat, an dem man mit der ec-Karte oder der Kreditkarte Bargeld abheben kann. Die gängigen Kreditkarten werden in Hotels, an Tankstellen, in Boutiquen und Restaurants angenommen, allerdings nicht in jeder kleinen Trattoria um die Ecke; zudem muss man sich stets mit einem Ausweis identifizieren. In vielen Geschäften und Supermärkten kann man inzwischen auch problemlos mit der ec-Karte zahlen.

Gesundheit

Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte EHIC ist die Gratisbehandlung für EU-Bürger in staatlichen Krankenhäusern und bei Kassenärzten (medici di base) kein Problem. Es ist in Italien völlig normal, sich nach Praxisschluss bei Beschwerden direkt an den pronto soccorso des nächstgelegenen Krankenhauses zu wenden. Alternativ kann man die guardia medica (in Turin Tel. 0115747) anrufen, die auch Hausbesuche macht.

Internetzugang & WLAN

Seit 2012 ist kostenloses wifi (so heißt WLAN auf Italienisch) im Piemont Gesetz, das heißt: Städte und Gemeinden sind verpflichtet, Gratisnetzwerke bereitzustellen. In Alba, Vercelli, Pinerolo, dem Ossolatal sowie auf einigen öffentlichen Plätzen in Turin (Piazze Carignano, Vittorio Veneto, Cavour, Repubblica etc.) funktioniert das bereits. Weitere Gemeinden kommen ständig dazu. Suchen Sie auf Laptop, I-Pad oder Smartphone einfach nach den vorhandenen Netzen, klicken "comune WIFI" an und wählen auf der sich öffnenden Seite Nutzername und Passwort - schon sind Sie online - kostenlos für zwei Stunden bzw. 300 Megabyte pro Tag. Danach schaltet sich die Verbindung automatisch ab.

Mietwagen

Die großen Autoverleiher haben Vertretungen in allen größeren Städten. Einen Kleinwagen erhält man ab ca. 50 bis 60 Euro pro Tag, Wochenpauschalen beginnen bei ca. 300 Euro. Die Onlinebuchung bereits von zu Hause ist meist erheblich günstiger.

Notruf

Notarzt, Polizei, Rettungswagen: Tel. 113; Carabinieri: Tel. 112; Feuerwehr (vigili del fuoco): Tel. 115

Öffentliche Verkehrsmittel

Die erste Turiner U-Bahn-Linie führt von der westlichen Stadtgrenze zum Bahnhof Porta Nuova. Daneben gibt es - obgleich die Turiner immer noch am liebsten im eigenen Auto unterwegs sind - ein ausgedehntes Bus- und Trambahnnetz. Tickets müssen vor Fahrtantritt gekauft (Kioske, Tabakgeschäfte, Parkautomaten) und an Bord entwertet werden. Auch wer in den Zug steigt, muss sein Ticket schon erworben und entwertet haben. www.comune.torino.it/gtt

Öffnungszeiten

In Turin sind Lebensmittelgeschäfte meist montags bis samstags von 8.30 bis 13 und von 16 bis 19.30 Uhr geöffnet und - bis auf Metzgereien - am Mittwochnachmittag geschlossen. Kaufhäuser und alle anderen Geschäfte öffnen von 9 bis 12.30 und von 16 bis 19.30 Uhr; hier ruht die Arbeit meistens am Montagvormittag. Große Supermärkte haben oft auch über Mittag geöffnet.

Post

Briefmarken bekommen Sie außer bei der Post auch in Tabakgeschäften. Das Porto (Karte oder Brief) in EU-Länder und die Schweiz betrug bei Redaktionsschluss 75 Cent.

Telefon & Handy

Aufgrund der Handybegeisterung der Italiener sind öffentliche Telefonzellen nahezu vom Erdboden verschwunden. Vorwahlen: Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Italien 0039. In Italien gibt es keine Vorwahlen, auch aus dem Ausland muss die Null am Anfang der Nummer stets mitgewählt werden. Der Handyempfang ist - von Bergregionen abgesehen - gut. Wem sein deutsches Handy in Italien zu teuer wird, der kann auf Prepaidchips italienischer Anbieter zurückgreifen, z. B. in den Läden von Vodafone, Tim oder Wind.

Torino + Piemonte Card

Mit dieser Karte erhalten Touristen kostenlosen Eintritt in über 180 Museen, Schlössern und anderen Sehenswürdigkeiten sowie Rabatte bei zahlreichen Transport-, Sport- und Vergnügungseinrichtungen. Für zwei Tage kostet die Card 25, für drei Tage 29, für fünf Tage 34 und für sieben Tage 37 Euro; ein Kind unter zwölf Jahren ist pro Card inbegriffen. Erhältlich ist sie in allen Tourismusämtern. www.turismotorino.org

Unterkunft

Immer beliebter wird agriturismo, das Wohnen und Essen auf dem Bauernhof. Da gibt es Doppelzimmer oft schon für 60 Euro. Verschiedene Organisationen bieten Adressen an, z. B. Agriturist (Tel. 0115623297 | www.agriturist.it). Ein Verzeichnis der Campingplätze verschicken auf Anfrage die Enit-Büros. Die Auswahl an Jugendherbergen im Piemont ist mit nur fünf Häusern bescheiden. Informationen bei der AIG (Tel. 064871152 | www.aighostels.com).

Zoll

In der EU ist die Ein- und Ausfuhr von Waren für den persönlichen Verbrauch frei. Richtmengen hierfür sind u. a. 10 l Spirituosen und 90 l Wein. Für Schweizer sowie bei Durchreise durch die Schweiz ohne Anmeldung der Waren gelten deutlich geringere Freimengen.

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage

1. Jan.

Capodanno

6. Jan.

Epifania

März/April

Ostersonntag und -montag (Pasqua und Pasquetta)

25. April

Tag der Befreiung (Liberazione)

1. Mai

Festa del Lavoro

2. Juni

Tag der Republik (Festa della Repubblica)

15. Aug.

Ferragosto

1. Nov.

Ognissanti

8. Dez.

Immacolata Concezione

25. Dez.

Natale

26. Dez.

Santo Stefano

Regionale Feste

Februar/März

Eine in ganz Italien bekannte Karnevalsgaudi ist der historische Karneval von Ivrea. Höhepunkt ist die traditionelle Orangenschlacht am Sonntag, Montag und Dienstag. Für Besucher empfehlen sich Plätze in den hinteren Reihen …

Mai

Mit dem historischen Pferderennen Cavalcata Aleramica gedenkt Acqui Terme des wilden Ritts seines legendären Markgrafen Aleramo.

Cuorgnè im Norden von Turin feiert Mitte Mai seinen König Arduin mit Ritterspielen und fröhlichen Zechgelagen in den alten Arkadengängen.

Juni

Im Sommer verwandelt sich das Piemont in eine klingende Musikwelt. Den Anfang macht das Festival Cusiano di Musica Antica in Orta San Giulio mit Konzerten am Seeufer.

Juli

Den ganzen Monat über ist das mittelalterliche Städtchen Vignale Monferrato zwischen Asti und Casale Bühne für die Vignaledanza, die Festwochen des zeitgenössischen Balletts. Auch auf dem Marktplatz wird getanzt! www.vignaledanza.it

Juli-September

Bei den Settimane Musicali di Stresa zwischen Ende Juli und Mitte September wird in Stresa und in den Gärten und im Palast der Isola Bella klassisch musiziert. www.stresafestival.eu

September

Der Monat gehört Asti: am Monatsanfang zunächst mit der Douja d'Or, einer großen Weinmesse, auf der die besten italienischen Gewächse probiert und prämiert werden.

Am dritten Sonntag im September ist dann der berühmte Palio di Asti. 14 Stadtviertel treten zu einem Wettrennen auf ungesattelten Pferden gegeneinander an und vergessen dabei alle Regeln der Fairness.

Oktober

Mit einem sehr komischen, weil auf störrischen Eseln ausgetragenen Palio, dem Palio degli Asini, rächen sich die Bewohner Albas am ersten Sonntag des Monats auf ironische Art an Asti, ihrem ehemaligen Besatzer.

Im Oktober beginnt in den Langhe und im Roero die Trüffelzeit; jede Menge Feste drehen sich dann um die sogenannte goldene Kartoffel. Am wichtigsten ist die nationale Trüffelmesse im Oktober, die Fiera Nazionale del Tartufo in Alba. www.fieradeltartufo.org

Um gutes Essen und Trinken allgemein geht es auf der von Slow Food organisierten Messe Salone del Gusto, die in geraden Jahren Ende Oktober im Turiner Lingotto stattfindet. www.salonedelgusto.it

November

Grau? Nein, bunt! Im November herrscht in Turin die zeitgenössische Kunst. Unter dem Titel Contemporary Art ist Startschuss zu den Luci d' Artista, den öffentlichen Lichtinstallationen öffentlicher Künstler (bis Februar), zur Kunstmesse Artissima (www.artissima.it) und zur Kunstparty Paratissima (www.paratissima.it).

Ebenfalls in Turin verwandelt sich die Piazza Vittorio Veneto für zehn Tage in einen Jahrmarkt der Schokolade. Zahlreiche Hersteller und Produzenten bieten bei Cioccolatò ihre süßen Köstlichkeiten an, dazu gibt es Verkostungen und Events.

Dezember

Am zweiten oder dritten Donnerstag des Monats steigt in Carrù am Westrand der Langhe die Fiera del Bue Grasso, die große Mastochsenprämierung, die im Rahmen eines Viehmarkts stattfindet.

Bloss nicht

Das Menü ignorieren

Die Piemontesen lieben ausgedehnte, mehrgängige Mahlzeiten und so servieren Trattorien und Restaurants meistens richtige Menüs, bestehend aus antipasti, einem primo, einem secondo und Dessert. Vorspeise und Dessert muss man nicht unbedingt bestellen, aber wer dem Kellner mit einem "Für mich nur einen Teller Spaghetti" kommt, darf sich nicht wundern, wenn der naserümpfend reagiert. Man kann jedoch versuchen, von der Pasta nur eine halbe Portion zu bestellen.

Den Nebel nicht ernst nehmen

Piemontesischer Nebel ist nicht wie der, den Sie vielleicht von zu Hause kennen. Er ist dicht. Er kann so dicht sein, dass Sie dreimal an Ihrem Hotel vorbeifahren. An Nebeltagen ist im Straßenverkehr besondere Vorsicht geboten. Viele Autobahnen haben inzwischen ein Signalstreifensystem, das je nach Sichtweite die Geschwindigkeit angibt, die nicht überschritten werden sollte. Doch wer kann, sollte das Auto an solchen Tagen einfach stehen lassen.

Getrennte Rechnungen verlangen

In italienischen Restaurants ist es üblich, dass für den ganzen Tisch nur eine Rechnung ausgestellt wird. Der Kellner kommt mit dem conto, das Rechengenie in der Runde teilt die Summe durch die Zahl der Esser, und jeder zahlt seinen Anteil. So einfach ist das! Die deutsche Sitte, auf den Cent genau pro Person und nach Verzehr abzurechnen, stößt beim italienischen cameriere nur auf wenig Verständnis. Auch in der Bar oder abends in der birreria sollte man südländische Großzügigkeit walten lassen, statt umständlich Einzelgetränke zu bezahlen. Solange man sich mit den Runden abwechselt, kommt es eh auf das Gleiche heraus.

Entfernungen unterschätzen

In den Langhe liegt alles so schön dicht beieinander - meint man. Hier ein Weindorf, dort eine Burg und dann noch zweimal abbiegen, schon sind wir da! Die Entfernungen der einzelnen Ortschaften in Luftlinie gemessen sind tatsächlich ziemlich gering. Aber die Langhe sind nun mal ein Hügelgebiet voller Auf und Abs, Täler und Weinberge. Und die Landsträßchen folgen kurven- und steigungsreich dem Landschaftsrelief. Mit zügigem Vorankommen ist es hier nichts; das sollte man bei der Planung einer Autotour berücksichtigen und stattdessen lieber entspannt die herrliche Natur genießen.

Ohne Mückenschutz starten

In der Poebene breiten sich endlose Reisfelder aus, die im Frühjahr geflutet werden. Dort fühlen sich Stechmücken besonders wohl. Weil die Reisfelder dicht an die Städte heranreichen, muss man im Sommer z. B. auch mitten in Vercelli mit richtig unangenehmen Mückenschwärmen rechnen.

Bücher & Filme

Die Sonntagsfrau

Die Verhältnisse in Turin sind selten so treffend und komisch beschrieben worden wie in diesem spannenden Roman des heimischen Autorenduos Carlo Fruttero und Franco Lucentini

Junger Mond

Melancholischer geht es im Werk Cesare Paveses zu, der in seinem Roman schildert, wie ein Auswanderer in die Hügel der Langhe zurückkehrt

Der Steingänger

So karg und intensiv wie die Landschaft der Val Maira ist die Sprache des jungen Davide Longo in seinem Gebirgsdrama

So haben wir gelacht

In Turin stand die Wiege des italienischen Kinos und nach langer Pause wird die Stadt wieder intensiv für Dreharbeiten genutzt. Nach Dario Argentos Gruselklassiker "Profondo Rosso" drehte Gianni Amelio 1998 in Turin seinen eindringlichen Film über zwei sizilianische Brüder, die ins Fabrikenturin der Fünfzigerjahre auswandern

Elisa di Rivombrosa

Ein Riesenerfolg war diese 2003-2005 gesendete 52-teilige historische Seifenoper, die im Schloss von Agliè bei Ivrea gedreht und auch in Deutschland ausgestrahlt wurde

16-28 °C
7 h/Tag

Fakten

Einwohner 4.341.375
Fläche 25.387 km²
Strom 230 V, 50 Hz
Hauptstadt Turin
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 05:31 Uhr
Zeitverschiebung keine

Anreise

8h 4min
9h 44min
1h 15min
Route planen
In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

MARCO POLO Produkte

MARCO POLO Reiseführer Piemont, Turin
MARCO POLO Reiseführer Piemont, Turin
12,99 €
MARCO POLO Karte Blatt Italien 1 Piemont, Aostatal 1:200 000
MARCO POLO Karte Blatt Italien 1 Piemont, Aostatal 1:200 000
9,99 €

Beliebte Städte in Piemont

Sortierung: