La Palma

Überblick

Entdecken Sie La Palma!

Wie ein Herz liegt die rund 700 km2 große Insel am westlichen Rand des Kanarischen Archipels. Die Spitze des Herzens zeigt nach Süden, und im Norden hat es mit 29 km seine breiteste Ausdehnung. So stellt sich der Blick aus der Vogelperspektive dar. Nähert man sich mit dem Schiff, bietet sich ein anderer Anblick: Als mächtiger Scherenschnitt erhebt sich die Insel abrupt aus dem Atlantik, und vom Seeniveau aus wirken die Höhenzüge - bis zu 2500 m steigen sie auf - noch gewaltiger.

La Palma ist vulkanischen Ursprungs. Vor etwa 20 Mio. Jahren ist die Insel mit einer gewaltigen Eruption aus dem Ozean hervorgekommen. Der Vulkanismus hat Geografie, Flora und Fauna sowie das Leben der Menschen bestimmt. Heute schlummern die Vulkane; der letzte Ausbruch auf La Palma war 1971, als der Teneguía Feuer und Asche spie. Inselbesucher erwartet eine vulkanisch-gebirgige Landschaft, die überwiegend mit Kiefernwäldern und Kulturpflanzen bewachsen ist, jedoch auch einige nackte Vulkankegel mit zum Teil gewaltigen Lava- und Ascheausläufern aufweist. Auch einer der größten Erosionskrater der Erde ist zu bestaunen. Strände dagegen sind rar gesät.

La Palma ist eine grüne Insel. Sie wird im Herbst und Winter mitunter vom Regen verwöhnt, was bei Feriengästen oft Enttäuschung hervorruft. Doch der Regen spendet das unentbehrliche Wasser für die Landwirtschaft, die immer noch größte Bedeutung für die Wirtschaft La Palmas hat. Die Insel mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 47 km wird durch einen Gebirgskamm, die Cumbre, in eine feuchtere Ost- und eine trockenere Westhälfte geteilt: Die Cumbre steht quer zu den einfallenden Passatwinden. Die von ihnen herangeführten Wolken regnen auf der Ostseite ab. Wie krass dieser Gegensatz sein kann, erfahren Sie, wenn Sie vom Osten über die Cumbre nach Westen fahren. Sowie Sie den Straßentunnel passiert haben, herrscht strahlender Sonnenschein, während im Ostteil der Himmel womöglich wolkenverhangen ist.

In den niedrigen Küstenzonen herrscht subtropisches Klima. Bananen, Mangos, Ananas und Papayas gedeihen hier. Ab etwa 400 m Höhe wachsen Palmen, Wein, Aprikosen, Pfirsiche, Kartoffeln, Süßkartoffeln und Getreide. Ab 1200 m schließlich folgen Lorbeer- und Maronenbäume sowie die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis), die nur auf dem Kanarischen Archipel wächst. Sie bedeckt fast ein Drittel der Inseloberfläche und ist relativ feuerresistent, sodass sie nach den im Sommer häufig vorkommenden Bränden meist erneut ausschlägt. Über viele Jahrhunderte hatte sie einen hohen ökonomischen Wert, weil ihr eisenhartes Kernholz, tea genannt, als Bauholz genutzt wurde. In alten Inselkirchen sieht man noch Teaholzdecken, die nach Hunderten von Jahren fast wie neu wirken.

Auf dieser Insel der Kontraste mit ihren hohen Bergen, schroffen Graten, Lavafeldern, Pinien- und Lorbeerwäldern sowie Bananenplantagen, mit Temperaturen zum Schwitzen und zum Frieren leben rund 80000 Menschen, davon etwa 18000 in der Hauptstadt Santa Cruz de la Palma. Die Hafenstadt war jahrhundertelang der letzte Zwischenstopp für die vielen kanarischen und spanischen Emigranten, die in mehreren Wellen nach Venezuela und Kuba auswanderten. Abgesehen von dieser Transitfunktion war La Palma relativ isoliert vom Rest der Welt. Mitunter störten Piraten die Ruhe der Insulaner. Einige kleinere Kastelle in der Hauptstadt erinnern an diese Zeit.

Der Handel mit Zucker, Wein, Kartoffeln und Zwiebeln brachte zunächst nicht den entscheidenden kulturellen Austausch mit anderen Ländern. Erst der Anbau der Banane, im 19. Jh. von den Engländern begonnen, öffnete die Insel mehr und mehr für neue Ideen. Doch die Palmeros behielten lange ihre Identität, die mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten und dem Tourismus langsam aufgeweicht wird. Der frühe Tourismus begann etwa um 1960.

Die meisten Palmeros sind zurückhaltend, oft tímido, was schüchtern oder scheu bedeutet. Dies mag die Folge jahrhundertelanger Fremdbestimmung durch Großgrundbesitzer und Statthalter der fernen Regierung in Madrid sein (heute haben die Kanaren Autonomiestatus). Das zurückhaltende Wesen der Insulaner bedeutet jedoch nicht, dass sie unfreundlich im Umgang mit Touristen wären. Spricht man Einheimische, womöglich in ihrer eigenen Sprache, an, so erweisen sie sich meistens als freundlich und hilfsbereit, begierig, über ihre Heimat zu erzählen.

Auf La Palma werden Sie auf noch nicht vollends zerstörte Strukturen treffen. Dazu gehört auch die Ruhe, mit der Geschäfte abgewickelt und Auskünfte erteilt werden. Dank intensiver Förderung seitens der Behörden werden traditionelle Künste und Gebräuche gepflegt, die nicht zu bloßem Touristenspektakel verkommen sind. Die jahrhundertealten Traditionen der Seidenspinnerei, Weberei, Stickerei und Korbflechterei sind lebendig und werden hauptsächlich von Frauen betrieben. Die Männer drehen Zigarren, stampfen mit den Füßen den Most aus Trauben, töpfern und bearbeiten das Land. Alle gemeinsam pflegen ihre Folkloremusik, feiern zahlreiche Feste, besuchen Viehmärkte, veranstalten ausgelassene sonntägliche Picknicks mit der Familie, nehmen an feierlichen Prozessionen teil und zeigen ihren Stolz auf die kanarische Heimat. Zur kulturellen Eigenständigkeit gehören auch die jahrhundertealten Kirchen, die Bürgerhäuser in den größeren Orten, die Kolonialbauten in der Hauptstadt, die Landsitze und Weinbodegas, die sich in den Feldern ducken.

Doch aus Europa kommende Verordnungen haben inzwischen viele insulare Eigenarten geglättet. Die Nebenerwerbswinzer können ihren Wein nicht mehr in den Bars auf dem Land verkaufen, es sei denn, sie unterwerfen sich einer langen bürokratischen Genehmigungsprozedur, die von Weinanalysen bis hin zur Etikettierung reicht. Genauso geschieht es bei zahlreichen bäuerlichen Produzenten von Ziegenkäse. Diese palmerische Spezialität darf nicht mehr in der Küche der Bäuerin, sondern muss in einem separaten, gefliesten und mit fließendem Wasser versehenen Raum hergestellt und mit einem Etikett versehen werden - erhebliche Zusatzkosten für die Bauern.

Erkenntnisse eines nachhaltigen und schonenden Tourismus haben sich auf der Insel kaum niedergeschlagen. Noch immer wird in jedem Supermarkt auch der kleinste Einkauf in Plastiktüten verpackt, und in vielen Hotels gibt es keine Hinweise für den Gast, mit Wasser oder Wäsche sparsam umzugehen. "Groß" scheint stattdessen angesagt zu sein. Das 2011 eröffnete Flughafengebäude oder die Planung eines imposanten Strandes mitten in der Hauptstadt werfen nicht nur bei kritischen Palmeros Fragen über deren Notwendigkeit auf. Allerdings wurden beim Bau des Flughafens durchaus Umweltaspekte berücksichtigt: So liefern zwei Windgeneratoren 60 Prozent der benötigten Energie und fast 600 m2 Fotovoltaic-Panel Strom und Heißwasser für den Flughafen. Die Außenwände sind mit Hitzeabsorbierendem Vulkangestein verkleidet, und eine spezielle Konstruktion gewährt eine energiearme Belüftung des Gebäudes. Interessant ist, dass das Flughafenpersonal von der Verwaltung in Umweltfragen geschult wurde. Insofern hat der Flughafen von La Palma, trotz seiner vergleichsweise gigantischen Ausmaße, Vorbildcharakter.

Mag auch der Flugplatz dem Ankommenden Insel-Massentourismus suggerieren, die Insel La Palma ist immer noch ein Wander- und Naturparadies, wo Besucher sich auf abgelegenen Wegen erholen und mitunter Überraschendes entdecken können.

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Wetter & Klima

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Anreise

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Praktische Hinweise

Anreise
Flugzeug

La Palma wird von Deutschland und anderen europäischen Ländern in etwa fünf Stunden direkt angeflogen. Die großen Reiseveranstalter bieten Pauschalarrangements zwischen 500 und 1500 Euro pro Woche an. Der einfache Hin- und Rückflug (Charter) kostet je nach Saison zwischen 400 und 550 Euro für 14 Tage ohne Unterkunft. Last-Minute-Flüge gibt es für unter 300 Euro hin und zurück für zwei Wochen ohne Unterkunft.

Ferry

Vom spanischen Festland (Cádiz) fährt in der Regel einmal wöchentlich eine Fähre über Gran Canaria und Teneriffa nach La Palma, von Teneriffa einmal am Tag. Büro der Trasmediterránea in Cádiz: Estación Marítima | Muelle Alfonso XIII | Tel. 956223038 | www.trasmediterranea.es

Auskunft
Spanische Fremdenverkehrsämter

10707 Berlin | Kurfürstendamm, 63 | Tel. 030 8826096, 1010 Wien | Walfischgasse, 8 | Tel. 01 5129580; 8008 Zürich | Seefeldstrasse, 19 | Tel. 01 2527930; Offizielle Website des spanischen Fremdenverkehrsamts: www.spain.info

Auto

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt in Orten 50 km/h, sonst 90 km/h. Neben einer Anschnallpflicht gilt eine Promillegrenze von 0,3 bei Führerscheinbesitz unter zwei Jahren, sonst 0,5. In allen größeren Orten gibt es Tankstellen. Keine Selbstbedienung! Volltanken heißt lleno. Wer mit dem Wagen liegen bleibt, darf sich nur von Unternehmen abschleppen lassen, die dafür eine Lizenz haben. Sie heißen grua (Tel. 922463742). Im Auto müssen stets zwei Warndreiecke mitgeführt werden, damit liegen gebliebene Fahrzeuge an unübersichtlichen Stellen in beide Richtungen gesichert werden können, sowie eine Warnweste, die Sie bei Pannen tragen müssen. Die Polizei ahndet Verkehrsübertretungen sehr streng und mit hohen Bußgeldern (bis zu 600 Euro bei Alkoholmissbrauch). Auf jeden Fall sollte man beim Parken daran denken. Wenn die Bordsteine blau markiert sind, ist nur ein kurzer Halt zum Ein- und Aussteigen erlaubt, rote Bordsteine signalisieren absolutes Halteverbot.

Banken & Geld

In allen größeren Orten gibt es Banken, Postsparkassen nur in Santa Cruz und Los Llanos. Die gängigen Kreditkarten werden akzeptiert. Die Banken sind Mo-Fr von 8.30 bis 14 Uhr geöffnet, manche im Winter auch samstags bis 13 Uhr. Geldautomaten gibt es auch am Flughafen.

Busse

Ein Autobus heißt auf La Palma guagua. Alle größeren Orte sind mit ihm von der Hauptstadt bzw. von Los Llanos aus erreichbar, manchmal sogar im Stundentakt, während die entfernt im Norden liegenden Orte nur einmal täglich angefahren werden. In Santa Cruz fahren die Busse von der Plaza de la Constitución ab (bei der Post), in Los Llanos vom Busbahnhof.

Diplomatische Vertretungen

Deutsches Honorarkonsulat: Avenida Marítima, 66 | Santa Cruz de la Palma | Tel. 922420689 | consulado-aleman@palmasol.e.telefonica.net; Österreichisches Honorarkonsulat: Calle Castillo, 9 | Las Palmas de Gran Canaria | Tel. 928337642; Schweizer Konsulat: Calle Domingo Rivero, 2/Esquina Juan XXIII | Las Palmas de Gran Canaria | Tel. 928293450 | vertretung@las.rep.admin.ch

Gesundheit

Grundsätzlich genießen alle Bürger aus den Staaten der Europäischen Union Krankenversicherungsschutz in Spanien und somit auch auf den Kanarischen Inseln und La Palma. Sie müssen den Betrag für die Behandlung bar vorstrecken. Es ist ratsam, dass Sie sich bei der eigenen Krankenversicherung erkundigen. Eine ärztliche Konsultation kostet um die 50 Euro. Es gibt einige deutsche Ärzte auf der Insel. Ärztenotdienste sind in den Apotheken angeschlagen, wo es alle gängigen Arzneimittel nach europäischem Standard - meist preiswerter als zu Hause - gibt.

Internetcafés & Wlan

Santa Cruz: Copy.Com | Calle Cabrera Pinto, 15 (gegenüber der Markthalle) | pro Stunde 2 Euro | Mo-Fr 9-13.30 und 17-20, Sa 9.30-13.30 Uhr; Los Llanos de Aridane: Internet haencore | Avenida Enrique Mederos/Calle Ramon Pol | pro Std. 2 Euro | Mo-Fr 9.30-22.30 Uhr; Puerto Tazacorte: Calle del Puerto, 2 | pro Stunde 2 Euro | Mo-Sa 10-20 Uhr;

Das netzlose Internet hat auch la Palma erreicht. In Spanien heißt WLAN WiFi (Wireless Ethernet Compability Alliance). Eine Liste der WiFi-Stationen erhalten Sie beim Touristenbüro in Santa Cruz.

Klima & Reisezeit

Nichts ist wechselhafter auf La Palma als das Wetter. Innerhalb weniger Stunden kann sich der Himmel zuziehen oder aufreißen; auf den Bergen scheint die Sonne, und am Meer sieht man vor lauter Wolken kein Blau mehr - oder umgekehrt. Ab Oktober kann es anfangen zu regnen, beständig zunächst nur, wie aus Kübeln von November bis Januar. In diesen Monaten sinkt auch die Temperatur, zumindest örtlich. In der Höhenlage von Mazo können es dann nachts zehn Grad sein, während tagsüber in Santa Cruz das Thermometer auf 25 Grad ansteigt.

Mietwagen

Wer die Insel wirklich sehen will, braucht ein Auto, da der Busverkehr nicht immer dann läuft, wenn man es will. Sie müssen mindestens 21 Jahre alt sein, brauchen einen gültigen Führerschein, Reisepass oder Personalausweis und oft eine Kreditkarte. Es gibt viele Autovermietungen, vor allem in Santa Cruz und Los Llanos. Aus Versicherungsgründen empfiehlt es sich nicht, Autos von Privatpersonen zu mieten.

Polizei

Notruf Tel. 112. Für Touristen ist wegen einer eventuellen Diebstahlanzeige die Guardia Civil wichtigste Anlaufstelle. Es gibt sie in jedem größeren Ort.

Post

Briefmarken heißen sellos und kosten für Brief oder Postkarte (20 g) in ein EU-Land 0,70 Euro, nach Übersee 0,85 Euro.

Radio

Auf der Deutschen Welle empfangen Sie ab 17 Uhr stündlich Nachrichten (31- und 49-m-Band der Kurzwelle).

Strom

220 Volt. Es empfiehlt sich, für Geräte mit Schukosteckern Adapter für verschiedener Steckdosensystememitzunehmen.

Taxi

Es ist schwer, am Abend nach 20 Uhr ein Taxi auf der Straße herbeizuwinken. Bei der abendlichen Fährankunft stehen im Hafen Taxis zur Verfügung, Sie können aber auch im Voraus reservieren (Los Llanos Tel. 922403540, Santa Cruz Tel. 922416070).

Telefon & Handy

In Spanien nennt man ein Handy móvil. Wegen der bergigen Geografie gibt es Gegenden mit schlechtem Empfang. Mit einer spanischen Prepaidkarte entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Prepaidkarten wie die von Global-Sim (www.globalsim.net) oder Globilo (www.globilo.de) sind zwar teurer, ersparen aber ebenfalls alle Roaminggebühren. Und: Sie bekommen schon zu Hause Ihre neue Nummer. Immer günstig sind SMS. Hohe Kosten verursacht die Mailbox: noch im Heimatland abschalten!

Vorwahlen: Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Spanien 0034.

Trinkgeld

Es hängt von jedem selbst ab, ob er Trinkgeld gibt. Es ist jedoch üblich, an der Bar ein paar Münzen liegen zu lassen, sofern der Service in Ordnung war.

Zeitungen

Mit einem Tag Verspätung kann man auf La Palma internationale Presseerzeugnisse kaufen. Das größte Angebot gibt es auf dem Flughafen. Darüber hinaus wird auf den Kanarischen Inseln der "Wochenspiegel", eine alle 14 Tage in deutscher Sprache erscheinende Zeitung, vertrieben. Er enthält viele Informationen über die Insel und dazu einen umfangreichen Anzeigenteil. Außerdem gibt es auf La Palma einige deutschsprachige Periodika, die kostenlos verteilt werden bzw. in vielen Hotels, manchen Läden und an anderen Stellen ausliegen, z. B. das zweimonatlich erscheinende Vierfarb-Magazin "Disfruta La Palma" mit Tipps zu Restaurants, Veranstaltungen und einer Hintergrundstory zur Insel (www.disfrutalapalma.com).

Zoll

Die EU-internen Bestimmungen über die allgemeine Zollfreiheit beziehen sich nicht auf die Kanarischen Inseln, sie gelten weiterhin als Drittland. Zollfrei zurück ins Heimatland mitbringen dürfen Sie deshalb u. a. nur: 200 Zigaretten, 50 Zigarren oder 250 g Tabak; 1 l Spirituosen über 22 Prozent, 2 l mit weniger als 22 Prozent Alkohol; 50 g Parfum; 500 g Kaffee oder 100 g Tee.

Was kostet wie viel?

Kaffee

1 Euro für eine Tasse Espresso

Tapa

ab etwa 3, 50 Euro je nach Art

Wein

1 Euro für ein Glas

palmerische

ab 30 Euro

Zigarren

für 25 Stück

Taxi

15 Euro Santa Cruz-Flughafen

Mietwagen

ab 25 Euro pro Tag für einen Kleinwagen

Low Budg€t

Taxikosten nach Los Brecitos zum Eingang des Parks kann vermeiden, wer bereit, ist 8 km Piste dorthin zu wandern.

Events, Feste & mehr

Gesetzliche Feiertage
Offizielle Feiertage

Die gesetzlichen Feiertage werden in der Öffentlichkeit unterschiedlich intensiv begangen. Größere Veranstaltungen finden etwa am Día de Canarias und am Día de la Hispanidad statt.

1. Jan.

Año Nuevo (Neujahr)

6. Jan.

Los Reyes (Heilige Drei Könige)

19. März

San José

März/April

Karfreitag

1. Mai

Día del trabajo (Tag der Arbeit)

30. Mai

Día de Canarias (Tag der Kanarischen Inseln)

25. Juli

Santiago (Schutzheiliger)

15. Aug.

Asunción (Mariä Himmelfahrt)

12. Okt.

Día de la Hispanidad (Entdeckung Amerikas)

1. Nov.

Todos los Santos (Allerheiligen)

6. Dez.

Día de la Constitucíon (Tag der Verfassung)

8. Dez.

Inmaculada Concepción (Mariä Empfängnis)

Lokale Feste
Februar

Mandelblütenfest in Puntagorda: Musik, Tanz und viel Wein. Prozession zu Ehren des Schutzheiligen Mauro Abad

Karneval in Santa Cruz und Los Llanos: zahlreiche Umzüge, Tanz in den Straßen, Musikbands. Am Aschermittwoch wird in Santa Cruz in trauriger Prozession eine riesige Sardine zu Grabe getragen.

Mai

Fest des Heiligen Kreuzes am 3. Mai in Las Breñas zur Erinnerung des christlichen Schutzes bei der

Eroberung der Insel. Die überall am Weg stehenden Kreuze werden prächtig geschmückt und später prämiert.

Fronleichnamsfeier in Mazo: Straßen und Plätze werden mit Teppichen aus Blumen und bunten Pflanzen geschmückt.

Juni

Viehmarkt in San Antonio del Monte bei Garafía, 12./13. Juni: Viehschau, Viehprämierung, Tanz

Juni bis August

Seit 1680 findet alle fünf Jahre das größte Inselspektakel statt, die Bajada de la Virgen zur Erinnerung an die Schutzheilige, die in einer Dürreperiode der Insel rechtzeitig Regen schickte und auch sonst allerlei Wunder tat. Umzüge, Tänze, Prozession, Zwergentanz, Singspiele, Konzerte, Volkstanz in Trachten und kulturelles sowie sportliches Beiprogramm. Der nächste Termin ist 2020.

Juli

Nuestra Señora del Carmen in Tazacorte, 16. Juli. Fest zu Ehren der Schutzpatronin der Fischer. Große Prozession geschmückter Boote, Tanz und Umzüge

August

Weinlesefest in Fuencaliente mit Tanz, viel Wein und Umzügen; Ende August

Virgen del Pino in El Paso, letzte Woche im August. Die Schutzheilige wird in feierlicher Prozession von ihrer Kirche in den Ort getragen.

September

Anfang des Monats findet in Tijarafe das Teufelsfest statt. Erscheinung einer als Teufel verkleideten Person, die sich mit krachenden Feuerwerkskörpern in die Menge begibt. Tanz und Umzüge

Fest des Erzengels Michael in Tazacorte, Ende September. Zur Erinnerung an die Eroberung der Insel, die am Tag des heiligen Miguel stattfand. Umzüge, Tanz und das Spektakel der caballos fufos, bei dem eine Männergruppe mit Pferden aus Papier tanzt.

November

Sankt-Martins-Fest: In vielen Bodegas wird am 11. November der neue Wein angestochen. An diesem Tag geht es in den Bodegas der Weinbauern hoch her. Nicht nur, dass sich die ganze Familie zu einem ausgelassenen Mal mit gerösteten Maronen zusammenfindet, mit Spannung wird geprüft, ob der neue Wein hält, was sich der Bauer von ihm versprochen hat.

Im Trend

Schönmacher
Wellness

Die Inselflora ist die Inspiration für so manche Beautybehandlung. Aloe vera versorgt durstige Haut, Vulkanerde macht sie zart, Meersalz und Algen sorgen für straffe Kurven. Bei Rosy Martín (Calle La Salud, 3, Los Llanos de Aridane, www.rosymartin.com) bringen Massagen mit ätherischen Ölen Tiefenentspannung. Auf die Kräfte der Natur vertrauen auch die Beautyprofis von Auszeit La Palma (Fuencaliente, Tel. 922444669, www.auszeit-la-palma.de). Wer natürliche Schönmacher mit nach Hause nehmen will, shoppt bei Aloe Vera Canarias (Calle Doctor Miguel Rosa, 37, Santa Cruz).

Landpartie
Casas Rurales

Aus alten Landhäusern wie der Juana Quinta (Camino La Alameda, 17, Mazo), der Hacienda La Centenaria (Calle El Pilar, 14, El Paso) oder der Casa Los Abuelos B (Calle Arécida, 16, Tijarafe) werden nach und nach Pensionen. Sie liegen fernab des Trubels, in Obstgärten, wo Avocados, Mandeln und Orangen gedeihen. Im Inneren bestechen die Unterkünfte mit typisch kanarischem Mobiliar und Antiquitäten.

Sightpaddling
Per Kajak

Entdecken Sie La Palma vom Meer aus. Buceo Sub Aguatours (www.aguatours.info) veranstaltet kleine Touren entlang der Steilküste an der Ostseite der Insel. Mutige dringen in Höhlen vor, Sonnenliebhaber gehen an einsamen Stränden vor Anker. Kajakwandern auf der Westküste organisiert Partner4LaPalma (Calle General Yagüe, 13, Los Llanos de Aridane, www.partner4lapalma.com). Je nach Kondition und Wünschen der Teilnehmer wird eine individuelle Tour zusammengestellt.

Abgelichtet
Fotosafari zu Land und zu Wasser

Lavafelder und Natursteinhäuschen, bunte Märkte und Kitesurfer: Die Insel bietet haufenweise lohnenswerte Fotomotive. Damit auch jeder Schnappschuss gelingt, werden immer mehr Fotokurse auf dem Eiland angeboten. Der Fotoverband @fotolapalma (www.afotolapalma.com) stellt regelmäßig Treffen zu Digitalfotografie in der Casa Panchito (Calle Atlántida, 1, Breña Alta) auf die Beine. Ihre Unterwasserfotos bleiben blass? Das Dive Center Buceo Sub La Palma (Los Cancajos, www.4dive.org) bietet Unterwasserfotoseminare in deutscher Sprache an. Im Anschluss können Sie Ihre Fotos im Hueco Espacio de Arte (Calle Anselmo Perez de Brito, 39, Santa Cruz) mit denen von Profis vergleichen. Die Galerie stellt immer wieder auch eindrucksvolle Unterwasseraufnahmen aus. Wenn es noch an der Fotohardware mangelt, sind Sie bei Foto Helenica (Plaza España, 2, Los Llanos de Aridane) richtig.

Abschlag
Paddeltennis

Für Padél brauchen Sie nicht etwa ein Ruder. Für den Sport brauchen Sie einen Schläger! Der typisch spanische Sport wird auf La Palma immer beliebter. Bewaffnet mit dem soliden Schläger und tennisballähnlichen Bällen geht es aufs Spielfeld. Im Parador de La Palma (Ctra. de el Zumacal, s/n, Breña Baja) gibt es einen Pádel-Court, ebenso wie auf dem Gelände des Club de Tenis La Palma (Calle Caldereta, s/n, Breña Alta). Wer geübte Spieler bei dem rasanten Spiel sehen will, informiert sich unter www.canariaspadel.com oder www.federacioncanariadepadel.com über Termine und Wettbewerbe.

Bloss nicht

Bestehlen lassen

Eigentlich sind die Touristen auf La Palma bisher von den typischen kleinen und großen Schummeleien, Betrügereien und Übervorteilungen, wie man sie aus vielen anderen Regionen kennt, verschont geblieben. Es gibt hier keine aufsässigen Straßenhändler, keine Nepptouren, keine sogenannten Gratisveranstaltungen.

Jedoch sind in den letzten Jahren zunehmend Diebstähle aus abgestellten Mietautos und offen stehenden Apartments gemeldet worden. Deshalb sollten Sie auf keinen Fall irgendetwas von Wert in Ihrem Mietwagen lassen. Gerade die Parkplätze bei den bekannten Aussichtspunkten sind besonders häufig Schauplätze von Autoaufbrüchen.

Im Restaurant rauchen

Prohibido Fumar - Rauchen Verboten, so heißt es seit Januar 2011 in Spanien. Das bisherige Anti-Raucher Gesetz wurde noch verschärft. Jetzt darf man weder in Restaurants, Bars, Kneipen oder Diskotheken, noch in öffentlichen Gebäuden wie z.B. auf Flughäfen rauchen. Selbst Raucherzonen sind weder am Arbeitsplatz noch in Gaststätten erlaubt. Es drohen hohe Strafen von 30 - 600.000 (!) Euro für jene, die sich nicht an das Verbot halten..

Steine mitnehmen

Grundsätzlich dürfen den Lavafeldern keine Steine entnommen werden. Besonders auf den Zopflavafeldern des San Juan ist für viele die Versuchung groß, ein Stück Zopf als Reiseandenken nach Hause mitzunehmen. Aber Vorsicht: Mitunter gibt es diesbezüglich Kontrollen bei der Ausreise.

Aus der Rolle fallen

Viele Palmeros sind entsetzt über das Erscheinungsbild mancher Touristen. Halb nackt ein Lokal betreten, nackt baden, womöglich inmitten der einheimischen Familien, oder ohne Hemd in den Ortschaften herumlaufen, all das sollten Sie mit Rücksicht auf die palmerische Lebensweise unterlassen.

Zum guten Verhalten den Palmeros gegenüber gehört auch, dass Sie auf keinen Fall versuchen sollten, einen Wunsch durch ein paar Geldscheine zu realisieren. Und: Die palmerischen Märkte und Läden sind keine orientalischen Basare, grundsätzlich gilt der geforderte Preis für eine Ware.

Verkehrsregeln missachten

Im Tunnel ohne Licht fahren? Den Wagen im Parkverbot abstellen? Geschwindigkeit überschreiten? Gar unter Alkoholeinfluss fahren? Das kann auf La Palma teure Folgen haben. Bis zu 600 Euro kann ein Verkehrsvergehen kosten. Es wird scharf und häufig kontrolliert, auch nachts, wenn so manch einer aus der Bodega kommt. Nichtspanische Papiere oder die Tatsache, dass Sie einen Mietwagen fahren, bietet keinesfalls Immunität.

Stichworte

Architektur

Die kanarische Architektur hat auch La Palma ihren Stempel aufgedrückt. Macht man eine grobe Unterscheidung nach städtischer und ländlicher Bauweise, so ist erstere mehr vom iberischen Festland bestimmt, von Andalusien, Portugal und Galicien. Besonders in Santa Cruz sind wohlproportionierte, kühle Innenhöfe in diesem traditionellen Stil erbaut worden: mit Holzgalerien und typischerweise sehr hohen Fenstern mit metallenen Balkongittern.

Die ländliche Bauweise wurde vom Klima und den vorhandenen Materialien traditionell beeinflusst. Das Ergebnis waren die typischen kanarischen Häuser, denen man auf La Palma immer noch auf Schritt und Tritt begegnet. Sie haben mächtige Steinwände, kleine Fenster, niedrige Türen, Dachziegel nach arabischer Art und im Innern die hölzernen Walmdecken.

Bananen

Zu Beginn des 19. Jhs., als eine Krise den Anbau von Zuckerrohr in den Hintergrund drängte, begann eine englische Gesellschaft mit dem Anbau der krummen Frucht. Weite Gebiete an den Küsten der Insel wurden terrassiert, über Rohre wurde Wasser herangeführt. Nach und nach entstand eine Monokultur, die für viele Jahrzehnte rentabel war. Bis heute werden auf etwa 30 km2 rund 150000 t Bananen im Wert von fast 1 Mio. Euro produziert. Die Kosten sind allerdings hoch, weil auf den oft engen Terrassen keine Maschinen eingesetzt werden können. Aktuell befindet sich der Markt in einer Krise, und nur Subventionen verhindern das Schlimmste.

Fauna

Auf La Palma gibt es keine großen Wirbeltiere - sieht man einmal von den für die Jagd eingeführten Mufflons und den Kaninchen ab. Über die Felsen huschen Reptilien wie verschiedene Eidechsen- und Salamanderarten. Schlangen gibt es nicht. Die araña mamona, eine versteckt lebende Spinnenart, ist das einzige giftige Tier auf der Insel. Ihr Biss ist schmerzhaft, jedoch für den Menschen harmlos. In den Bergen fliegen kleine Tauben umher, und die graja lebt hier. Das ist ein dohlenähnlicher Vogel mit roten Füßen und gleichfalls rotem Schnabel, der nur auf La Palma vorkommt.

Flora

In relativ enger Nachbarschaft wachsen auf der Insel subtropische und alpine Pflanzen. Etwa 1800 verschiedene Arten gibt es auf den Kanaren, seit der Conquista sind 600 aus allen Erdteilen eingeführt worden. La Palma allein hat 40 endemische Arten. Urig ist der Drachenbaum, ein Liliengewächs mit einer Höhe bis zu 20 m und einem Alter bis zu 3000 Jahren.

Die Palmenarten sind Legion, und Laien fällt es schwer, einzelne zu unterscheiden. In den Trockenzonen und auf den Lavafeldern entwickelt sich im Frühjahr ein Blütenmeer, und zwischen den Kiefern der mittleren Zone wachsen Farne und Pilze. Es gibt zahlreiche Sukkulenten. Viele Kakteen tragen saftige Früchte, andere blühen still vor sich hin. Maulbeer- und Feigenbäume ächzen im Sommer unter der Last ihrer Früchte. Im November werden die Maronen geerntet. Hinzu kommen verschiedene Früchte wie Papayas, Zitrusfrüchte, Mangos, Aprikosen, Pfirsiche, Bananen, Avocados, Ananas, Guaven, peramelones, Passionsfrüchte, Kaffee …

Folklore & Musik

Die Volksmusik ist stark vom spanischen Mutterland beeinflusst, vermischt mit Zugaben aus Kuba und Venezuela. Neben Gitarre, Trommel, Flöte und Akkordeon spielt auch ein rein kanarisches Instrument eine Rolle, das timple. Das ist eine kleine, vier- oder fünfsaitige Gitarre mit bauchigem Klangkörper.

Heutzutage ist nicht alles Folkloremusik, was so klingt. Die Musik unterliegt ständig Einflüssen und Entwicklungen, die ihrem eigentlichen Charakter nicht immer gut tun. Viele Bands haben sich der ursprünglichen Folklore angenommen und sie für den Geschmack der neuen Zeit bearbeitet. Damit ist immerhin zu ihrem Überleben beigetragen worden.

Guanchen

Ein Guanche war ursprünglich "ein Mensch von Teneriffa"; guan bedeutet abstammend, chinech bedeutet Teneriffa. Heute werden die Urbewohner aller Kanarischen Inseln Guanchen genannt. Man vermutet ihren Ursprung in Nordafrika. Die endgültige Eroberung der Kanaren durch die Spanier im Jahr 1496 bedeutete das Ende der Guanchenkultur. Die Conquistadoren gingen hier mit gleicher Grausamkeit vor wie in ihren amerikanischen Kolonien. Der letzte palmerische Guanchenkönig war Tanausú. Er trat in einen tödlichen Hungerstreik, als man ihn nach Spanien bringen wollte.

Die Guanchen waren ein überwiegend in Höhlen lebendes Volk. Sie ernährten sich von Ziegen und Schafen und von gofio, einem gerösteten Getreidemehl, das noch heute unter der Landbevölkerung zur täglichen Ernährung gehört. Viele Sitten und Gebräuche haben Guanchenwurzeln, und auch die lucha canaria, der kanarische Ringkampf, stammt aus der Guanchenzeit.

Indianos

Bis in die Mitte des 20. Jhs. emigrierten zahlreiche Kanarios nach Amerika. Bevorzugte Länder waren Venezuela und Kuba. Über 3 Mio. Nachkommen kanarischer Einwanderer sollen heute in Amerika leben. Einige kamen zurück. Die es zu Geld gebracht hatten, kreuzten plötzlich mit amerikanischen Autos auf und imponierten ihren Landsleuten mit dem gemachten Vermögen. Man nannte sie Los Indianos. Sie prägten eine ganze Kultur, bauten sich großartige Häuser, die an die zeitweilige Heimat in der Karibik erinnerten, wie sie beispielsweise in Los Llanos noch zu sehen sind. Im palmerischen Karneval ist ihnen am Rosenmontag ein ganzer Tag und eine Nacht gewidmet: der Tag der Indianos. In dieser Nacht kleidet man sich komplett in Weiß, trägt Strohhüte und ausgestopfte Papageien auf der Schulter und raucht Zigarren, wie man es aus Kuba kennt.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft war schon immer und ist noch heute die Basis der palmerischen Wirtschaft. Die steilen Berge, schlechte Böden und starke Winde sind die naturbedingten Schwierigkeiten dieses Wirtschaftszweigs. Das Auf und Ab der Weltmärkte und politische Veränderungen haben in der Vergangenheit zusätzlich die palmerische Landwirtschaft beeinflusst. Ein Beispiel ist der Niedergang des Zuckerrohranbaus wegen der rentableren Produktion in anderen Ländern.

Lucha Canaria

Wenn in den Bars die Männer einem sportlichen Ereignis auf dem Fernsehschirm folgen, dann kann es nur Fußball oder der heimische Ringkampf sein. Er wird auf allen Inseln gepflegt, und es gibt so etwas wie eine Oberliga. Es ist eine typisch kanarische Sportart, die in einer Mannschaftsstärke von zwölf Kämpfern ausgetragen wird. Es ringen immer zwei miteinander, und zwar in einem Kreis von 9-10 m Durchmesser. Verloren hat derjenige, dessen Oberkörper zuerst den Boden berührt.

Strände

Es gibt vier offizielle, also bewachte Strände: einen bei Los Cancajos - auch für Kleinkinder geeignet -, den Strand von Tazacorte, den Hafenstrand von Santa Cruz (mit kostenlosen Süßwasserduschen) und den Strand von Puerto Naos. Aber auch anderswo können Sie baden: Südlich von Puerto Naos liegt Charco Verde, und wer unbedingt FKK braucht, kann das in Las Monjas haben. Ein sehr lebendiger, auch für Surfer geeigneter Strand ist Playa Nueva bei Puerto Naos. Ansonsten gibt es einige versteckt liegende Buchten, die oft schwer zugänglich sind. Bequem erreichbar sind die Badebuchten beim Leuchtturm von Fuencaliente südlich vom Flughafen und Playa Nogales nördlich der Hauptstadt bei Puntallana. Eine schöne, am Wochenende jedoch oft überfüllte Schwimmgelegenheit sind die Naturschwimmbecken Charco Azul bei San Andrés und weiter nördlich die Naturschwimmbecken La Fajana bei Barlovento. Vorsicht ist geboten, der Atlantik ist nicht die stille Ostsee und kann tückisch sein. Eine rote Flagge am Strand bedeutet: nicht baden; gelb heißt: bedenklich; grün signalisiert: unbedenklich.

Tabak

Das Wort des Schriftstellers Guillermo Cabrera Infante hat in Zigarrenraucherkreisen Gewicht - nicht nur, weil er als Kubaner eine natürliche Nähe zu den gerollten Tabakblättern und als Kenner dem Thema das Buch "Rauchzeichen" gewidmet hat, sondern weil er als Exilant in London frei von aller patriotischen Verblendung ist. So liest man bei ihm: "Auf den Kanarischen Inseln kann man eine Zigarre rauchen, die das Gegenteil einer Condal ist: billiger und manchmal besser. Es ist die Zigarre von Breña Alta."

Der kanarische Tabak stammt ursprünglich von Kuba. Ende des 19. Jhs. ließen sich zurückkehrende Immigranten mit ihrem auf Kuba erworbenen Wissen auf La Palma nieder und kultivierten mit kubanischen Tabaksamen eigenen Tabak. In ihren Werkstätten, den Chinchales, drehten sie Zigarren aus dem Tabak, der besonders in der Gegend um Breña Alta wuchs und dort auch heute noch angebaut wird. Palmerische Zigarren schafften es bis in europäische Königshäuser, und erst mit den Gesundheitskampagnen gegen das Rauchen gingen Tabakanbau und Zigarrenproduktion zurück. Nichtsdestotrotz, auf La Palma haben, besonders ältere Männer, nicht von ihrer geliebten puro, wie eine Zigarre auf der Insel heißt, abgelassen.

Heute gibt es noch etwa ein Dutzend Familien, die vom Zigarrendrehen leben und eher den lokalen Markt beschicken. Einige größere Firmen stellen Zigarren unter Markennamen her und sind auch im internationalen Geschäft tätig.

Wissenswertes zum Thema, etwa wie Tabak angebaut wird und wie Zigarren gedreht werden gibt es im Zigarrenmuseum von Las Breñas und bei örtlichen Tabakdrehern. Und: Einzelne Zigarren kann man in fast jeder Bar kaufen, rauchen muss man draußen.

Tourismus

Seit 1990 ist bei den palmerischen Behörden eine verstärkte Hinwendung zum Tourismus festzustellen. Man hat erkannt, dass er für die palmerische Wirtschaft eine immer wichtigere Rolle spielt, auch angesichts der Probleme im landwirtschaftlichen Sektor (Bananenkrise). Die Antwort darauf schien einerseits in einer verbesserten Infrastruktur, andererseits in der Besinnung auf traditionelle Werte zu liegen. Ein reger Bauboom setzte ein, nicht immer zur Freude aller Einheimischen. Straßen wurden erweitert, Tunnel sollen sie verkehrssicherer machen, eine Umgehungsstraße oberhalb von Santa Cruz führt den Verkehr an der Hauptstadt vorbei. In Santa Cruz wurde die Calle O'Daly neu gepflastert, die Plaza España mit italienischen Platten belegt. In Tazacorte wurde der Hafen erweitert, der einen Teil des Verkehrs vom Hafen Santa Cruz abziehen wird. Eine zweite Tunnelröhre durch die Cumbre schafft eine raschere Verbindung zwischen Ost- und Westteil der Insel. Zudem erinnerte man sich palmerischer Traditionen, um den Tourismus attraktiver zu machen, zum Beispiel mit Museen wie dem Seidenmuseum in El Paso oder dem Weinmuseum in Las Manchas. Mühlen und Herrenhäuser werden renoviert, alte Kirchen erstrahlen in neuem Glanz. Jedes noch so geringe Andenken an alte Zeiten wird beschildert, den Touristen zuliebe dreisprachig. Wanderwege werden gepflegt und so ausgewiesen, wie es die europäische Norm verlangt. Volksfeste werden organisiert, es wird mehr Geld für kulturelle Veranstaltungen ausgegeben.

Wein

Schon im 16. Jh. wurde am englischen Hof Wein von den Kanaren, besonders der Malvasía von La Palma, getrunken. Politische Widrigkeiten jedoch verschlossen die Märkte für den kanarischen Wein, Krankheiten dezimierten die Rebfläche, und durch die Emigration nach Amerika lag das Land brach.

Heute bauen die Palmeros auf kleinen Flächen Wein an. Die Weinbauern stellen ihn in erster Linie für sich selbst her, es sei denn, sie sind einer der wenigen Kooperativen auf der Insel angeschlossen. Die Weine - weiße und rote - sind leicht und trocken. Was die kleinen Nebenerwerbswinzer übrig haben, verkaufen sie an Bars, Läden oder Privatleute.Der Bedarf an heimischem Wein, dem vino del país, ist kaum zu decken. Hinzu kommt, dass Festlandswein weitaus billiger ist als der La-Palma-Wein, sodass viele Bars Letzteren nicht führen.

Bücher & Filme

Der König von Taoro

Historienroman von Horst Uden über die Unterwerfung der kanarischen Ureinwohner, der Guanchen, im 15. Jh. auf den Kanarischen Inseln und auf La Palma

Die kanarischen Inseln. Natur und Kulturlandschaften

Joachim Hüppe, Richard Pott, Wolfredo Wildpret de la Torre schildern umfassend die Entstehung des Archipels, dessen Ökosysteme und Landschaften

Das La Palma Komplott

Science-Fiction-Roman von Reinhold Lutzmann. Internationale Terroristen wollen mithilfe der geologischen Struktur der Insel (Vulkanismus) eine riesige, alles verschlingende Tsunamiwelle erzeugen

Voyages, Voyages La Palma

Hier sprechen Inselbewohner! Breit angelegtes, gutes Inselporträt über Land und Leute mit fundiertem Hintergrund. ZDF, arte und TV Phoenix, September 2008

Fakten

Strom
220 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
07:29 Uhr
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