Kreta

Überblick

Entdecke Kreta!

Kreta ist eine Welt für sich. Griechenlands größte Insel ragt wie ein Hochgebirge mit fast 2500 m hohen Gipfeln aus dem Meer. Hier findet fast jeder, was er sucht: lange Sandstrände und einsame Buchten, nächtliches Highlife und die Stille wilder Schluchten ebenso wie viele Möglichkeiten zum Biken, Golfen, Surfen oder Tauchen. Und auch kulturell hat die Insel als Heimat der ersten europäischen Hochkultur viel zu bieten.

Etwa 600 000 Menschen leben auf der Insel, mehr als 150 000 von ihnen im Norden im Großraum der Hauptstadt Iráklio, deren Infrastruktur für solche Menschenmengen kaum ausreicht. Auch die anderen Inselstädte liegen fast alle an der Nordküste. Chaniá und Réthimno solltest du unbedingt besuchen; beide Orte besitzen malerische Häfen, venezianische Adelspaläste und alte Gassen, Moscheen mit schlanken Minaretten und einladende Einkaufssträßchen. Im Osten der Insel lockt Ágios Nikólaos aufgrund seiner herrlichen Lage an der Mirabéllo-Bucht und dem kleinen Binnensee direkt am Hafen, während das benachbarte Sitía durch seine bauliche Geschlossenheit und die Gelassenheit, die Landschaft und Menschen ausstrahlen, für sich einnimmt. An der Südküste, am Libyschen Meer, ist nur Platz für eine einzige Stadt, die schon recht afrikanisch wirkt: Ierápetra.

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Reisezeit Kreta

höchste Niederschlagswahrscheinlichkeit
Januar
mäßig
16°C
Februar
mäßig
16°C
März
mittel
17°C
Beginn der Blütezeit
April
gut
20°C
Mai
gut
24°C
Ideal für Aktiuvurlaub
Juni
sehr gut
28°C
Strandurlaub
Juli
gut
29°C
Strandurlaub
August
gut
29°C
Ideal für Aktiuvurlaub
September
sehr gut
27°C
Oktober
gut
24°C
November
mäßig
21°C
Dezember
mäßig
17°C
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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Samstag / 06.06.2020
Vormittags
15 °C
Nachmittags
20 °C
Abends
14 °C
Sonntag / 07.06.2020
Vormittags
19 °C
Nachmittags
23 °C
Abends
19 °C
Montag / 08.06.2020
Vormittags
23 °C
Nachmittags
25 °C
Abends
17 °C
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Anreise

1d 10h 6min
1d 10h 37min
3h 5min
Frankfurt am Main
Kreta
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Auftakt

Entdecken Sie Kreta!

Städte und Badeorte gehen mit der Zeit, in abgelegenen Bergdörfern läuft das Leben noch weitgehend in traditionellen Bahnen. So auch in einem kleinen, verschlafenen Dorf in den kretischen Bergen. Es ist noch früh im Jahr. Im schlichten kafenío an der Platía, dem Kaffeehaus am Dorfplatz, knistert Holz im Kanonenofen. Stühle mit geflochtenen Sitzflächen sind an drei Wänden aufgereiht, zur Mitte hin ausgerichtet. Hinterm Tresen an der vierten Wand brüht der Wirt unaufhörlich dunklen Kaffee in Messing- und Kupferkännchen, füllt ihn in kleine Mokkatassen und bringt ihn mit einem Glas Wasser den Gästen. Oberhalb des Tresens hängt ein riesiger Flachbildschirm made in Japan, auf dem ein wichtiges Fußballmatch läuft. Alle schauen hin, geben Kommentare ab. Dann der Halbzeitpfiff. Ein Gast schaltet den Fernseher aus. Zwei junge Männer, beide im Dress des kretischen Lokalmatadors OFI Iráklio, greifen zur lýra, dem urkretischen Saiteninstrument, spielen es virtuos, singen dazu. Kreta wird mit allen Sinnen greifbar. Nach einer Viertelstunde geht der Fernseher wieder an, die Musik verstummt. Eine amerikanische Fast-Food-Kette preist ihre Hamburger an, dann kicken die Spieler wieder gegen den Ball.

Auch auf Kreta ist die Zeit eben nicht stehen geblieben. Auf Bergkämmen drehen sich riesige Windkraftanlagen, entlang der gesamten Nordküste verkürzt eine breite Schnellstraße die Reisezeit. Durch die Gassen von Mália dröhnen Quads, wenige Kilometer von der Ägäisküste entfernt sind musikbeschallte Spaßbäder mit Riesenrutschen entstanden. Für Urlauber, die das wollen, wird in All-inclusive-Hotels und Clubanlagen perfekt gesorgt, die Luxushotels von Eloúnda bieten sogar Helikoptertransfer und Butlerservice in der Ferienvilla mit Privatpool an. In Iráklio macht sich ein EU-Institut Gedanken über die Datensicherheit in ganz Europa, an der Südküste würden chinesische Investoren liebend gern einen großen Containerumschlaghafen für die Verteilung ihrer Waren im Mittel- und Schwarzen Meer errichten. Auf der Lassíthi-Hochebene ernten albanische Wanderarbeiter biologisch angebaute Kartoffeln, und der pakistanische Schafhirte telefoniert dank Flatrate nach Herzenslust mit der Heimat. Kreta ist Teil der globalisierten Welt und will es auch sein.

Aber Kreta hat eben auch seine andere, interessantere und ureigene Seite. Schon bei der Fahrt vom Flughafen zum Ferienhotel fallen Ihnen vielleicht die Einschusslöcher in etlichen Verkehrsschildern auf. Sie dienen so manchem Kreter als Schießscheiben. Jeder Schuss ist auch Ausdruck des Unbehagens über zu viel staatliche Autorität. Schlagzeilen machte das kleine Bergdorf Zonianá, in dem die Einwohner gegen zu viel Polizeipräsenz im Rahmen einer Rauschgiftfahndung protestierten – der massive Anblick dieser Uniformierten gefährde die Moral der Kinder. Da klingt die lange Zeit der Fremdherrschaften nach: Bis zum Anschluss Kretas an Griechenland 1912 und während der deutschen Besatzungszeit 1941–44 galt jeder Widerstand gegen die staatliche Autorität als freiheitskämpferische Heldentat, die auch heute noch in allen Schulbüchern gepriesen wird. „Freiheit oder Tod“ ist bis heute das kretische Motto.

Trotz manch martialischem Gehabe gehört Kreta zu den sichersten Urlaubszielen der Welt. Gastfreundschaft ist hier seit Jahrtausenden oberstes Gebot. Als Reisende erleben Sie dies – zumindest abseits der Touristenzentren – immer wieder. Rakí und Obst oder Süßspeise werden in fast allen Tavernen kostenlos zum Nachtisch serviert, Zimmervermieter laden ihre Gäste häufig zu einem Tässchen griechischen Kaffees ein. Und wer zufällig auf eine kretische Dorfhochzeit gerät, wird zum Bleiben und Mitfeiern aufgefordert.

Das Binnenland ist so vielfältig wie die Küsten. Vier Gebirgsmassive prägen Kreta: im Westen die Weißen Berge mit dem 2453 m hohen Páchnes, östlich davon das Ída-Gebirge mit dem 2456 m hohen Timíos Stávros, im mittleren Osten dann das 2148 m hohe Díkti-Gebirge und im äußersten Osten schließlich das 1476 m hohe Sitía-Gebirge. In und zwischen diesen Bergmassiven liegt eine Reihe von Hochebenen versteckt, die völlig vom Meer abgeriegelt sind. In einigen wie der Lassíthi- und der Chandrás-Hochebene wird das ganze Jahr über intensiv Landwirtschaft betrieben; zu anderen wie der Nída- oder der Thriptí-Hochebene ziehen die Bauern nur im Sommer hinauf.

Die vielen Seiten Kretas kennenzulernen ist auch in kürzerer Zeit möglich. Die Insel ist zwar groß, 260 km lang und bis zu 60 km breit, aber die verschiedenen Facetten liegen immer ganz nahe beieinander. Tagesausflüge von den Stränden und geschäftigen Badeorten an der Küste führen Sie in weltabgeschiedene Bergdörfer und in geschichtsträchtige Altstädte, zu den Ausgrabungen minoischer Landgüter und Heiligtümer. Mit dem Boot kommen Sie zu vorgelagerten Inseln, geführte Mountainbiketouren lassen Sie die Natur unmittelbar erleben. In den von Bergen umschlossenen Hochebenen zählen Sie mehr Schafe und Ziegen als Menschen. Sie können Gebirge und wilde Schluchten durchwandern, aber auch Golf spielen, Yoga betreiben oder meditieren. Und zum Baden gibt es Strände für jeden Geschmack: Zwischen den südseehaften Lagunen der Westküste mit ihrem blau-türkis schimmernden Wasser über feinstem weißen Sand bis hin zum Palmenstrand von Vái ganz im Osten finden Sie Sanddünen und bunte Kieselsteinstrände zwischen schroffen Steilküsten, Kinderparadiese, winzige Buchten und zahllose Wassersportmöglichkeiten aller Art. Alle Strände sind frei zugänglich, denn Kurtaxe und Privatstrände kennen die freiheitsliebenden Kreter nicht.

Unübertroffen ist Kreta auch als Ziel für Studienreisende. Vor allem die Zeugnisse aus minoischer Zeit, 3500 bis 4000 Jahre alt, sind weltweit einzigartig. Die ehemaligen Palaststädte Knossós, Festós, Mália, Káto Zákros und Agía Triáda erzählen von der ersten Hochkultur auf europäischem Boden. Kretas archäologische Museen zeigen, dass die Menschen jener prähistorischen Zeit schon mindestens ebenso viel Kunstsinn besaßen wie wir heute. Faszinierend ist die landschaftliche Einbettung vieler Ausgrabungsstätten auch aus klassisch-griechischer und römischer Zeit. Aus der 700 Jahre währenden byzantinischen Epoche stammen fast 1000 Kirchen und Kapellen, oft mit mittelalterlichen Fresken geschmückt.

Die Venezianer, die Kreta danach über 300 Jahre lang beherrschten, haben Städte und Landschaften wesentlich mitgeprägt. Venedig hat den Anbau von Olivenbäumen gefördert, deren Öl die Paläste der Serenissima erhellte, Burgen erbauen und die Städte mit mächtigen Mauern umgeben lassen, die heute noch stehen. Nach dem Fall Konstantinopels 1453 wurde Kreta für 200 Jahre zum Exil griechischer Aristokraten und Künstler. Der rege Austausch mit Italien führte Elemente der Renaissance in die kretische Kunst ein. Viele Bauwerke der Türken, die die Venezianer als fremde Herren über die Insel ablösten, verleihen besonders den Städten Chaniá, Réthimno und Ierápetra einen stark orientalischen Einschlag. So hat die Insel kulturell weit mehr zu bieten, als in einem einzigen Urlaub zu schaffen ist – ein guter Grund, immer wieder nach Kreta zu kommen.

Praktische Hinweise

Anreise

Per Linie ist Kreta das ganze Jahr über täglich mit Olympic Air/ Aegean Airlines (beidewww.aegeanair.com), und Astra Airlines (www.astraairlines.gr) über Athen oder Thessaloníki zu erreichen. Zwischen Ostern und Ende Oktober gibt es Charter- und Billigflüge von vielen Flughäfen in Deutschland und teils auch von der Schweiz und Österreich nach Iráklio und Chaniá, die aber manchmal teurer sind als Linienflüge. Von Frankfurt fliegt man etwa 3 Std. nach Iráklio, von Athen etwa 40 Minuten. An beiden Flughäfen stehen zahlreiche Taxis zur Weiterfahrt bereit. Vom Flughafen Iráklio verkehren preiswerte Linienbusse in dichten Abständen ins Stadtzentrum. Vom Flughafen Chaniá gibt es nur wenige Busverbindungen in die Innenstadt. Als dritter Flughafen wird Sitía in Ostkreta im Inlandsverkehr von Astra Airlines und Sky Express (www.skyexpress.gr) bedient. Dort stehen bei Ankünften Taxis bereit.

Direkte Fährverbindungen mit Italien gibt es nicht. Man muss zunächst nach Patras auf dem Peloponnes übersetzen und dann von Piräus aus nach Kreta. Täglich Fähren von Piräus nach Chaniá, Iráklio und Réthimno (6–12 Std.), mehrmals wöchentlich nach Ágios Nikólaos und Sitía.

Auskunft

Website des griechischen Kultusministeriums mit Beschreibungen, Fotos und Angaben zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen aller Ausgrabungen und zahlreicher Museen: www.culture.gr.

Griechische Zentrale für Fremdenverkehr

DeutschlandHolzgraben 3260311Frankfurt/M. 069 2578270www.visitgreece.com.de

ÖsterreichOpernring81010 Wien01 5125317grect@vienna.at

Auto

Für die Einreise mit dem eigenen Wagen ist die grüne Versicherungskarte zwar nicht erforderlich, aber durchaus empfehlenswert. Der nationale Führerschein wird in Griechenland akzeptiert. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt in Ortschaften 50 km/h, auf Landstraßen 90 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5.

Viele Kreter sind notorische Kurvenschneider. Deswegen immer ganz rechts halten. Und gewöhnen Sie sich wie diese an, vor engen, unübersichtlichen Kurven zu hupen! Insbesondere im Herbst verwandeln sich viele Straßen während der ersten Regenfälle nach einem langen Sommer in Rutschbahnen, höchste Vorsicht ist angebracht.

Pannenhilfe leistet der Automobilclub ELPA, landesweit unter 10400 zu erreichen.

Banken

Die Banken auf Kreta sind von montags bis donnerstags von 8 bis 14 Uhr und freitags von 8 bis 13.30 Uhr geöffnet. An zahlreichen Bargeldautomaten können Sie mit Ihrer Kredit- oder EC-/ Maestro-Karte Bargeld abheben.

Bus

Fast jedes Dorf auf Kreta ist per Linienbus zu erreichen. Da in den Zentren Parkplätze knapp sind, empfehlen sich als Alternative zum PKW die preiswerten Busse. Die meisten (blau) fahren nur innerhalb des eigenen Regierungsbezirks; Fernbusse (meist grün) verkehren zwischen Iráklio und Ágios Nikólaos, Chaniá, Ierápetra, Sitía und Réthimno. In den Städten kauft man die Karten im Voraus am Busbahnhof; steigt man unterwegs zu, werden sie beim Fahrer im Bus gelöst. Tickets für Stadtbusse müssen im Voraus an Kiosken, Hotelrezeptionen oder in Läden gekauft werden.

Stets aktuelle Busfahrpläne für Westkreta finden Sie unter www.e-ktel.com, für Ostkreta unter www.ktelherlas.gr.

Camping

Wildes Zelten ist auf Kreta verboten, an einsamen Stränden aber durchaus üblich. Es gibt insgesamt 16 Campingplätze auf der Insel, die zwischen April und Oktober geöffnet sind.

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Konsulate

Odós Dikeosínis7Iráklio2810226288

Odós Digéni Akríta1Chaniá2821068876www.griechenland.diplo.de

Österreichisches Konsulat

Odós Mafsólou201Iráklio2810331497 www.bmeia.gv.at

Schweizer Botschaft

Odós Iassiou2Athen2107230364www.eda.admin.ch/athens

Einreise

Es genügt ein gültiger Personalausweis. Kinder bis zu 12 Jahren benötigen einen Kinderreisepass.

Eintritt

Freien Eintritt zu allen archäologischen Stätten und staatlichen Museen haben Kinder und Jugendliche, außerdem Studenten aus EU-Staaten mit entsprechendem Ausweis. Senioren ab 65 Jahren aus EU-Staaten erhalten eine Ermäßigung von etwa 30 Prozent auf die Tickets.

Erdbeben

Leichtere Erdbeben kommen immer wieder vor und sind kein Grund zur Panik. Im Falle von Erderschütterungen sollten Sie unter einem Türsturz, einem Tisch oder Bett Zuflucht suchen. Ist das Beben vorbei, sollten Sie sich ins Freie begeben, dafür aber auf keinen Fall den Fahrstuhl benutzen. Von Mauern und Blumentöpfen, die herabstürzen könnten, ist Abstand zu halten. Danach orientieren Sie sich am besten am Verhalten der Einheimischen.

FKK

Offiziell ist das Nacktbaden zwar verboten, an vielen abgelegenen Stränden wird es aber praktiziert. Der einzige offizielle FKK-Strand Kretas liegt westlich von Chóra Sfakíon beim einzigen FKK-Hotel Griechenlands, dem Hotel Vritomártis. Oben ohne wird überall akzeptiert.

Gesundheit

Die ärztliche Versorgung ist überall auf Kreta gewährleistet, der technische Standard aber häufig niedrig. Bei ernsthaften Erkrankungen empfiehlt sich die Heimreise, deren Kosten eine Versicherung decken sollte. Zwischen Deutschland und Griechenland besteht ein Sozialversicherungsabkommen. So kann man sich unter Vorlage seiner Europäischen Versicherungskarte von Vertragsärzten der griechischen Krankenkasse IKA kostenlos behandeln lassen. Die Ärzte tun das aber nur widerwillig; man zahlt besser bar.

Apotheken gibt es in allen größeren Orten.

Jugendherbergen

Es gibt auf Kreta zwar einige einfache Unterkünfte, die sich „Youth Hostel“ nennen, aber keine ist Mitglied im Internationalen Jugendherbergsverband. Es handelt sich um Privatunternehmen. Empfehlenswert ist nur das sogenannte Youth Hostel in Plakiás.

Klima & Reisezeit

Kreta ist kein ausgesprochenes Winterurlaubsziel. Zwischen November und März kann es regnen und kühl sein. Für Ferien sind vor allem die Monate von April bis Oktober geeignet. Im Meer baden kann man am besten zwischen Mai und November. Der Mai ist die schönste Reisezeit, da die Insel dann am grünsten ist und viele Blumen blühen. Von Juni bis September fällt so gut wie kein Regen, die Temperaturen können auf über 40 Grad steigen; die Durchschnittstemperaturen betragen im Juli und August tagsüber knapp 30 Grad, nachts gut 20 Grad. Mit starken Winden muss man auf Kreta immer rechnen; sie können selbst im Hochsommer die Schifffahrt für Stunden lahmlegen.

Mietfahrzeuge

Autos vom Kleinwagen bis zum Jeep, Motorräder und Mopeds können Sie in allen, Fahrräder und Mountainbikes in vielen Urlaubsorten mieten. Sie müssen dafür seit einem Jahr im Besitz eines entsprechenden Führerscheins und mindestens 21 Jahre alt sein. Ein Kleinwagen kostet inklusive aller gefahrenen Kilometer, Vollkasko und Steuern ab ca. 30 Euro pro Tag.

Notruf

Unter der Notrufnummer112 können Sie im Notfall alles erreichen: Polizei, Feuerwehr, Erste Hilfe, Krankenwagen. Die Nummer ist landesweit gebührenfrei, hier wird zudem Englisch gesprochen, oft auch Deutsch.

Organisierte Touren

In allen Urlaubsorten und Hotels wird eine Vielzahl organisierter Ausflüge per Bus und Boot angeboten. Bustouren finden in der Regel in Begleitung einheimischer, staatlich lizenzierter Fremdenführer statt. Oft stehen auch Schluchtenwanderungen und Bootsausflüge mit Bustransfer vom Hotel zum Hafen und zurück auf dem Programm.

Post

Postämter gibt es in allen Städten und größeren Dörfern; die Öffnungszeiten sind: Mo–Fr 7–15 Uhr, in Touristikzentren manchmal auch nachmittags sowie am Samstagmorgen.

Sprache

Die Griechen sind stolz auf ihre Schrift, die von keinem anderen Volk der Welt geschrieben wird. Für Aufschriften wird inzwischen häufig zusätzlich die lateinische Schrift verwendet. Trotzdem ist es hilfreich, die griechischen Buchstaben zu kennen. Es gibt allerdings keine einheitliche Umschrift. So kann es durchaus vorkommen, dass derselbe Ortsname im Ort und seiner Umgebung in vier verschiedenen Versionen auftaucht.

Die Akzente fehlen in diesem Reiseführer manchmal bei Adressen, Hotel- und Restaurantnamen. Die nämlich kennt ohnehin kaum ein Einheimischer. Kreter benennen Hotels und Tavernen nach dem Namen der Eigentümer und nennen bei Adressen eher markante Punkte als Straßennamen. Die Namen von Hotels und Tavernen sind nicht so umschrieben, wie man sie ausspricht, sondern so, wie man sie auch auf Hinweisschildern findet.

Strom

Auf Kreta ist 220 Volt Wechselstrom wie bei uns üblich; meist passen die bei uns üblichen Stecker.

Taxi

Taxis sind überall reichlich vorhanden und nicht teuer. Auf dem Land heißen sie agoraion (sprich: agoréon) und besitzen kein Taxameter – der Fahrpreis wird hier nach den gefahrenen Kilometern berechnet.

Telefon & Handy

Sämtliche Telefonnummern außer die Notrufnummern sind zehnstellig. Ortsnetzkennzahlen gibt es in Griechenland nicht mehr. Handynummern erkennt man daran, dass sie mit einer Sechs beginnen.

Telefonsäulen mit Kartentelefonen stehen zahlreich in allen Städten, Dörfern und an Landstraßen. Sie werden fast ausnahmslos von der Telefongesellschaft OTE/COSMOTE betrieben, die in allen Städten Büros unterhält. Telefonkarten bekommen Sie aber auch an Kiosken und in Supermärkten.

Handys werden in Griechenland sehr viel genutzt; die Flächenabdeckung der Netze ist gut. Um eine griechische SIM-Karte zu kaufen, durch die Sie eine eigene griechische Telefonnummer erhalten, müssen Sie Ihren Personalausweis vorlegen. Die Karten sind meistens bereits ab etwa 5 Euro erhältlich und bleiben nach der letzten Nutzung ein Jahr lang gültig. Mobilfunkanbieter sind außer COSMOTE u. a. auch Vodafone und WIND.

Vorwahlen: Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041 (danach wählen Sie jeweils die Ortsnetzkennzahl ohne die erste Null). Die Vorwahl für Griechenland ist 0030 (danach die vollständige zehnstellige Rufnummer wählen).

Toiletten

Außerhalb der Hotels bieten Toiletten immer wieder Überraschungen. Manchmal sind sie piekfein und mit modernen italienischen Sanitäreinrichtungen bestückt, dann wieder nur im Notfall zu gebrauchen. Achtung: Grundsätzlich dürfen Sie auch in guten Hotels das benutzte Toilettenpapier nicht ins Becken werfen, sondern müssen es in einem bereitstehenden Eimer (oder Papierkorb) entsorgen. Begründet wird diese Bitte meist mit zu engen Rohren oder mit Verstopfungsgefahr für die Sickergruben.

Trinkgeld

Trinkgelder werden nur in sehr touristischen Lokalen erwartet. Griechen geben im Allgemeinen lieber manchmal viel als immer wenig; Beträge unter 50 Cent werden als beleidigend empfunden. Man lässt das Trinkgeld grundsätzlich beim Aufstehen auf dem Tisch liegen, kündigt es also nicht schon im Voraus wie bei uns üblich an.

Trinkwasser

Wasser aus dem Hahn kann überall außerhalb Iráklios getrunken werden, ist aber gechlort. Mineralwasser ohne Kohlensäure (metallikó neró) ist auch in Restaurants und Cafés zu Preisen erhältlich, die kaum über denen im Supermarkt liegen.

Zeit

Auf Kreta gilt ganzjährig die osteuropäische Zeit, die unserer mitteleuropäischeZeit das ganze Jahr über eine Stunde voraus ist. Ist es auf Kreta 12 Uhr, zeigen die Uhren in den deutschsprachigen Ländern also erst 11 an.

Zeitungen

Deutschsprachige Zeitungen und Zeitschriften bekommen Sie auf der Insel in allen Urlaubszentren und Städten am Erscheinungstag. Jeweils mittwochs erscheint die sehr informative deutschsprachige „Griechenland-Zeitung“ (www.griechenland.net).

Zoll

Als EU-Bürger dürfen Sie innerhalb der Union Waren zum persönlichen Gebrauch nach Belieben ein- und ausführen, Zigaretten aber höchstens 800
Stück, außerdem 90 l Wein sowie 10 l Spirituosen.

Für Schweizer gelten bei der Heimreise geringere Obergrenzen: So dürfen Sie z. B. maximal 2 l Wein und 1 l Spirituosen sowie 200 Zigaretten und 50 g Parfüm einführen.

Was kostet wie viel?

Bootstour

22 bis 38 Euro ganztags, ohne Transfer

Kaffee

1,20 bis 2,80 Euro für einen Mokka

Gyros

2 bis 2,50 Euro für Gyros in Fladenbrot

Wein

2 bis 5 Euro für ein Glas

Benzin

1,75 Euro für einen Liter Super

Liegestuhl

5 bis 8 Euro pro Tag für zwei samt Sonnenschirm

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

6. Januar

Epiphanias

25. März

Nationalfeiertag

19. Februar 2018

Rosenmontag

6. April 2018

Karfreitag

8./9. April 2018

Ostern

1. Mai

Tag der Arbeit

27./28. Mai 2018

Pfingsten

15. August

Mariä Entschlafung

28. Oktober

Nationalfeiertag

25./26. Dezember

Weihnachten

Feste & Veranstaltungen
Faschingssonntag

Großer Karnevalsumzug durch die Hauptstraßen von Réthimno mit Tausenden Kostümierten, vielen Themenwagen und lauter Sambamusik mit griechischen Texten

25. März

Nationalfeiertag. Bei den Paraden tragen Schulkinder oft Trachten

Karfreitag

Prozessionen in allen Städten und Dörfern (gegen 21 Uhr)

Ostersamstag

Ostermesse ab 23 Uhr, zu der fast alle Kreter gehen. Kurz nach Mitternacht Feuerwerk

Sonntag nach Ostern

Gottesdienst in der Höhle von Mílatos, anschließend kostenlose Bewirtung der Gäste und Folklore auf dem Dorfplatz am Meer

21. Mai

Kirchweihfest mit Musik und Tanz in Gra Ligiá bei Ierápetra

Juli–September

Renaissancefestival in Réthimno: Das programmatisch anspruchsvollste Festival ganz Kretas bietet Vorträge, Theater und Konzerte, die fast ausschließlich einen Bezug zur Blütezeit der Stadt während der Renaissance aufweisen. Der bevorzugte Veranstaltungsort des Festivals ist das moderne Amphitheater in der Fortézza von Réthimno (Anfang Juli–Mitte Sept.). www.rethymnon.gr

Kulturfestival in Iráklio mit zahlreichen Veranstaltungen an verschiedenen Orten der Stadt. www.heraklion-city.gr

August

Gemeindefestival in Anógia mit viel beachteten Wettbewerben für lýra, traditionellen Gesang und kretischen Tanz (Anfang August)

Kirchweihfeste mit viel Musik und Tanz sowie Volksfest auf dem Dorfplatz in fast allen kretischen Ortschaften (14./15. Aug.)

Kartoffelfest in Tzermiádo auf der Lassíthi-Hochebene mit Musik, Tanz, Jahrmarkt und kostenloser Kartoffelverkostung (am Wochenende nach dem 15. Aug.)

Kulturfestival in Krítsa bei Ágios Nikólaos mit Theater, Tanz und Folkloreabenden (15.–30. Aug.)

Ágios Títos: Prozession mit Schädelreliquie des hl. Titus durch Iráklio (25. Aug.)

Oktober

Kirchweihfest im Kloster Guvernétu bei Chaniá mit einer Prozession vom Kloster zur Höhle, in der ein Festgottesdienst stattfindet (7. Okt.)

Im Trend

Alt trifft Neu
Kunsthandwerk

Die Form mag extravagant sein, die Technik hat Tradition. Die Künstler Kretas entdecken alte Techniken wieder. Wie Manólis Patramánis, der sich dem Mosaik und der Keramik verschrieben hat. Oder Mário Chalkiadáki und Natássa Papadogamvráki von Tarrha GlassAnogeaRéthimnowww.tarrhaglass.com, deren moderne Glaskunst auch in Museen ausgestellt wird. Eine größere Auswahl von Werken lokaler Künstler gibt es bei Karoupis ArtAlexi Minoti7Koutouloufariwww.kouroupis.gr.

Fleischlos glücklich
Vegetarische Kost

Der Vegetarismustrend macht auch vor Kreta nicht halt. Am besten schmeckt's in der Vegera TavernaZaróswww.vegerazaros.gr. Dort bereitet Inhaberin Vivi traditionelle Gerichte wie gefüllte Paprika zu. Allerdings in der fleischlosen Variante. Köstlich! Das Lokal To Trito MatiPaleochóra ist eine feste Größe in der alternativen Vegi-Szene – dank frischer, einfacher und doch so leckerer Speisen.

Berg-Spielplatz
Klettern

Die schroffen Felsen der Insel sind ein Eldorado für Sportkletterer. Creatan AdventuresOdós Evans10Irákliowww.cretanadventures.gr organisiert Kletterausflüge und stellt die Ausrüstung zur Verfügung. Wer Hilfe bei der Wahl der richtigen Route sucht oder den Kontakt zu einem Guide, wendet sich an den Kletterverband KretasDimokratias12Réthimnowww.eosrethymnou.gr. Wer mit Herzblut dabei ist, steigt in der Pension KofinasKapetaniana28Asimiwww.korifi.de im kleinen Bergbauerndorf Kapetaniana ab. Von dort genießen Kletterer einen spektakulären Blick.

Das eigene Meer
Privatpools

Achtung! Wer sich einmal an diesen Luxus gewöhnt, kommt möglicherweise nie mehr davon los! Auf Kreta geht der Trend zum Privatpool. Im St Nicolas Bay Resort Hotel & VillasÁgios Nikólaoswww.stnicolasbay.gr genießen die Gäste ihre Privatsphäre in Suiten mit großem Meerwasserswimmingpool und einer geräumigen Gartenterrasse. Champagner und kretische Delikatessen warten bereits als Willkommensgruß auf die Besucher. Die Villen im Mythos Palace Resort and SpaKavros ApokoronouGeorgióupoliwww.mythos-palace.gr haben nicht nur einen privaten Swimmingpool, sondern einen geradezu atemberaubenden Ausblick aufs offene Meer. Warum soll man da überhaupt noch die Unterkunft verlassen? Auch im Iti Aquis Blue Sea Resort & SpaIrinis StalidaIrákliowww.lti.de müssen die Suitebewohner sich keine Sorgen um reservierte Liegestühle machen. Die Juniorsuiten kommen nämlich mit einem rund 32 m2 großen Privatpool daher.

Grau und gutmütig
Eselreiten

Die Esel im Tierasyl Walk with Donkeyswww.walkwithdonkeys.com kann man nicht nur adoptieren, sondern man kann mit ihnen auch Ausflüge unternehmen. Wie wäre es mit einem Gourmet Picnic Walk oder gar einem ganzen Campingurlaub? Geführte und individuelle Eselstouren organisiert Alianthos Crete Horse RidingDamnoniPlakiáswww.cretehorseriding.com. Bei einem Urlaub in der traditionellen Hotelanlage EnágronAxósRéthimnowww.enagron.gr sollten Sie die hauseigenen Esel satteln und die umliegende Landschaft erkunden.

Bloss nicht

Brände entfachen

Die Waldbrandgefahr ist groß. Raucher sollten ihre Kippen auf keinen Fall achtlos fortwerfen.

Falsch parken

Parken im Parkverbot ist teuer: 80 Euro kostet der Spaß. Auch andere Verkehrssünden werden mit drastischen Bußgeldern geahndet.

Fisch blindlings bestellen

Frischer Fisch ist teuer und wird stets nach Gewicht verkauft. Sie sollten sich den Kilopreis nennen lassen. Und bleiben Sie beim Auswiegen dabei, um unangenehme Überraschungen auf der Rechnung zu vermeiden.

In Kirchen zu spärlich bekleidet sein

Am Strand und in den Badeorten haben sich die Kreter an viel nackte Haut gewöhnt. In den Bergdörfern aber macht man sich durch allzu knappe Bekleidung lächerlich. In Kirchen und Klöstern müssen auf jeden Fall Knie und Schultern immer bedeckt sein.

Steine sammeln

Am Strand und im Gebirge hat niemand etwas dagegen, wenn Sie Steine sammeln. Wer jedoch von Menschenhand bearbeitete Steine oder Keramikscherben aus archäologischen Stätten mitnimmt, macht sich strafbar.

Aufs Couvert verzichten

Auf allen Restaurantrechnungen taucht ein für viele unverständlicher Posten auf: pro Person 0,25–2 Euro fürs Couvert. Theoretisch sind dafür die Kosten für Besteck, Brot und Servietten abgegolten. In der Praxis aber ist es einfach ein allgemeiner Grundpreis: Auch wer auf Besteck und Brot verzichten wollte, müsste den Preis fürs Couvert zahlen.

Drauflos fotografieren

Viele Kreter lassen sich gern fotografieren, hassen aber Urlauber, die sich wie Großwildjäger aufführen. Bevor Sie auf den Auslöser drücken, sollten Sie daher mit einem Lächeln das Einverständnis des oder der Auserkorenen einholen.

Frische Kalamares erwarten

Viele Urlauber essen gern Kalamares. Die sind durchaus schmackhaft, stammen aber selten aus griechischen Gewässern, sondern meist aus Indien. In ehrlichen Restaurants und Tavernen ist Tiefkühlware als solche ausgewiesen – zumindest im griechischen Teil der Speisekarte. Da stehen dann die Buchstaben „kat.“ hinter dem Gericht.

Den Asphalt verlassen

Wer mit dem Mietwagen den Asphalt verlässt, fährt ohne Versicherungsschutz und muss Schäden selbst bezahlen. Das gilt oft sogar für Jeeps! Reifenschäden sind ebenfalls meist unversichert, selbst wenn Sie auf dem Asphalt bleiben.

Stichworte

Alternative Energien

Kreta wird nicht nur von der Sonne verwöhnt, sondern auch vom Wind. Dass man diesen zur Energiegewinnung nutzen kann, bewiesen schon früher die zahlreichen, mit Segeltuch bespannten Windräder auf der Lassíthi-Hochebene. Heute drehen sich zur Stromgewinnung vermehrt große Windkrafträder auf der Insel, während Solarenergie von Privatleuten und Hoteliers fast ausschließlich zur Warmwasseraufbereitung genutzt wird. Mit von Privatunternehmen eingespeister Windenergie ergänzt die Elektrizitätsgesellschaft DEI die Kapazitäten ihrer Inselkraftwerke, die noch mit Masut, einem besonders billigen und schadstoffreichen Erdölderivats, betrieben werden.

Byzanz

Byzantinischem begegnen Sie auf Kreta auf Schritt und Tritt – ob in byzantinischen Kirchen oder Burgruinen. Häufig treffen Sie auch auf den byzantinischen Doppeladler, Symbol der weiter bestehenden Kirche und des untergegangenen Reichs.

Byzanz wurde 1453 von den Türken erobert und in Istanbul umbenannt. Griechen hatten die Stadt als Byzantion um 660 v. Chr. gegründet, Kaiser Konstantin verlegte 330 die Hauptstadt des Römischen Reichs dorthin. Als Kaiser Theodosius 395 das Imperium teilte, wurde die Stadt, nun Konstantinopel genannt, Zentrum des Oströmischen Reichs.

Während Rom und das Weströmische Reich im 5. Jh. untergingen, konnten die oströmischen Kaiser ihr Reich halten und ausbauen. Unter Kaiser Justinian I. (527–565) reichte es bis nach Italien, Nordafrika und weit nach Kleinasien hinein.

Im Byzantinischen Reich war das orthodoxe Christentum Staatsreligion und Griechisch Staatssprache. Als Venezianer und europäische Kreuzritter 1204 die Stadt Byzanz plünderten, das Byzantinische Reich seiner Macht beraubten und Kreta eroberten, begann für die Kreter eine fast 700 Jahre währende Fremdherrschaft. Ihre eigene Identität konnten sie nur wahren, weil sie sich weiterhin als Byzantiner verstanden.

Fauna

Das einzige wild lebende, größere Säugetier ist die kretische Wildziege, im Volksmund kri-kri, von der Wissenschaft Capra aegagrus cretica genannt. Sie kommt noch in schwer zugänglichen Teilen der Weißen Berge und auf den vorgelagerten Inselchen Día, Ágii Pántes und Ágii Theodóri vor. Am ehesten sieht man kri-kri in den Stadtparks von Chaniá und Réthimno. An den Sandstränden Kretas legt die Meeresschildkröte Caretta caretta im Hochsommer ihre Eier ab; ihre Gelege sind durch den Tourismus stark gefährdet. Deutlich zu hören – wenn auch selten zu sehen – sind im Sommer die Zikaden, die in den Bäumen ohne Unterlass ihren Gesang veranstalten.

Flora

Zwischen April und Juni zeigt Kretas Boden, was er alles hervorbringen kann, wenn es denn Wasser gibt. Da blühen Obst- und Mandelbäume, Granatapfel und Ginster, Oleander und Kastanien. Dann sind Wiesen und Weiden mit Klatschmohn, Asphodelen, Anemonen, Narzissen, Zyklamen und wilden Tulpen bedeckt, die Berghänge überzogen von duftenden Kräutern wie Thymian und Oregano; dazwischen leuchten weiße, rosa und violette Zistrosen.

Im Sommer hängen die Trauben schwer an den Weinstöcken, die neben den 15 Mio. Olivenbäumen die wichtigsten Kulturpflanzen auf der Insel sind. Dazu kommen in den Küstenebenen noch Zitrusfrüchte, Bananen und Avocados. Auch wird Flachs, Getreide und Gemüse angebaut.

In höheren Regionen gedeihen Kiefern, Ahorn und Steineichen, nahe der Küste auch Zypressen, Platanen und Eukalyptus, der vor allem als Alleebaum gepflanzt wird. In den Gärten wachsen Mispeln und Obst jeder Art, an den Stränden stehen Tamarisken und manchmal sogar wie in Vái oder Préveli Kretische Palmen, die den Dattelpalmen ähneln, jedoch keine reifen Früchte hervorbringen.

Gewächshäuser

Natürlich war es ein Holländer, der den Kretern Anfang der 1960er-Jahre beibrachte, Tomaten und Frühgemüse in Gewächshäusern anzubauen, die dank der kretischen Sonne nicht beheizt, sondern nur bewässert werden müssen. Sie sind nicht mit Glas, sondern mit Plastikplanen abgedeckt. Wenn sie nicht mehr brauchbar sind, lässt man den Wind die Plastikplanen zerreißen und verwehen: Müllbeseitigung auf griechische Art. Ganze Landstriche haben sich in eine Plastikwüste verwandelt, die im Sonnenschein wie ein großer See gleißt.

Ikonen

Darstellungen von Heiligen und biblischen Ereignissen auf Tafelbildern nennt man in der orthodoxen Kirche Ikonen. Man findet sie in allen Gotteshäusern, aber auch in vielen Privatwohnungen, am Armaturenbrett von Linienbussen, im Ruderhaus von Fischerbooten und auf der Brücke großer Fähren.

Ikonen sind „Tore zum Himmel“. Sie bringen den Heiligen ins Haus. Deswegen genießen sie auch große Verehrung, werden geküsst, mit Edelmetall, kostbaren Vorhängen, Edelsteinen, Ringen und Uhren geschmückt. Der Ikonenmaler muss sich wie der Schöpfer von Wandmalereien in den Kirchen streng nach uralten Regeln richten. Er hat wenig Freiheiten, seine Phantasie und künstlerische Kreativität sind nicht gefragt.

Lýra & Laoúto

Kretische Musik ist auf allen kretischen Radiosendern, in Tavernen und auf Festen gegenwärtig und hat in allen Altersgruppen viele Anhänger. Die typischen Instrumente der kretischen Folklore sind die dreisaitige, birnenförmige lýra und die laoúto, ein fünfsaitiges, langhalsiges Zupfinstrument. Reine Instrumentalstücke werden mit ihnen aber kaum gespielt. Meist zelebrieren die lýra-Spieler zur Musik eine Art monotonen Sprechgesang, fünfzehn- und fünfsilbrige Reimpaare, mantinádes und rizítika genannt. Es gibt Klassiker, häufig aber werden diese Texte auch für die spezielle Situation und für die gerade Anwesenden improvisiert.

Minos & Minotauros

Wie die Kreter des zweiten vorchristlichen Jahrtausends ihren Herrscher nannten, wissen wir nicht. In der griechischen Mythologie des ersten Jahrtausends v. Chr. wird er jedenfalls Minos genannt. Minos ist danach auch der Name des Begründers des Minoischen Reichs. Die Griechen sahen in ihm einen Sohn ihres mächtigen Göttervaters Zeus und der phönizischen Königstochter Europa, die Zeus in Gestalt eines Stiers nach Kreta entführt hatte.

Im Palast des Minos in Knossós gab es ein Labyrinth, gebaut von Dädalos – bekannt auch als erster Flieger der Menschheit. In diesem Labyrinth wurde ein Ungeheuer mit Stierkopf und Menschenleib gehalten. Jedes Jahr mussten ihm sieben athenische Mädchen und Jünglinge geopfert werden. Das Ungeheuer war ein Kind von Minos' Frau, Pasiphae, die es mit einem Stier gezeugt hatte, den ihr Gatte den Göttern zu opfern sich geweigert hatte. Das Grauen hatte ein Ende, als es dem athenischen Königssohn Theseus gelang, den Minotauros zu töten und mithilfe des Ariadnefadens wieder aus dem Labyrinth herauszufinden.

Palmensterben

In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts führten viele Hoteliers, die ihre Pools und Hotelgärten verschönern wollten, ausgewachsene Palmen aus Nordafrika ein – und damit auch den Palmrüssler, einen roten Käfer, ein wenig unserem Marienkäfer ähnlich. Er kann Palmen auf 20 km Entfernung riechen, gräbt Gänge in den Stamm und legt Eier darin ab. Die Palmwedel werden gelb, müssen abgeschnitten werden. Inzwischen wird der Käfer überall auf Kreta bekämpft – ob die Maßnahmen Erfolg zeigen werden, steht noch in den Sternen.

Politik

Kreta wählt traditionell links, also sozialdemokratisch und kommunistisch. Im 300-sitzigen, mehrheitlich sozialdemokratischen Athener Parlament sitzen 16 kretische Abgeordnete. Zehn gehören der sozialdemokratischen PASOK an, fünf der konservativen Néa Dimokratía und einer der kommunistischen KKE.

Griechenland war bisher ein streng zentralistisch geführtes Land, in dem die einzelnen Regionen kaum Mitspracherechte und eigene Finanzmittel besaßen. Das soll sich im Zuge der Kallikrátis-Verwaltungsreform, die 2013 abgeschlossen sein soll, grundlegend ändern.

Rakí

Rakí ist das Nationalgetränk der Kreter. Der klare Tresterschnaps, aus bereits ausgepressten Weintrauben gewonnen, ist in allen kafenía und in manchen Hotels erhältlich; wer ihn kostet, versteht, warum die kretischen Männer ihm eine Kräfte und Kampfgeist stärkende Wirkung zusprechen.

Religion

Nahezu alle Kreter bekennen sich zum griechisch-orthodoxen Christentum. Überall auf der Insel begegnet man orthodoxen Priestern, die lange, dunkle Gewänder, einen üppigen Bart und eine Kopfbedeckung tragen, unter der nur ein mehr oder minder langer Zopf herausschaut. Die orthodoxen Geistlichen dürfen verheiratet sein und haben oft große Familien. Sie werden vom Staat bezahlt.

Die orthodoxen Christen erkennen den Papst nicht als Oberhaupt der Christenheit an. Sie fühlen sich den Aposteln und den frühen Christen eng verbunden, weil sich ihre Glaubensgrundsätze seit dem 8. Jh. nicht mehr verändert haben. Zur offiziellen Kirchenspaltung, dem Schisma, kam es 1054.

Tanz

Der traditionelle kretische Tanz wird auch von der Jugend noch intensiv gepflegt. Man sieht ihn nicht nur bei Folkloreshows, sondern er wird auch bei Taufen und Hochzeiten, bei Dorffesten und sogar in Diskotheken gezeigt. Ein reiner Männertanz ist dabei der pentozális, auch Frauen nehmen am chaniótiko teil. Beide Tänze sind Reigentänze mit oft artistischen Solo-Einlagen. Ein typischer Paartanz ist hingegen die soústa.

Umweltschutz

Dank finanzieller Hilfe der Europäischen Union und engagierter junger Menschen geht es auf Kreta mit dem Umweltschutz langsam voran. Städte bauen biologische Kläranlagen; Hotelketten wie die besonders rührigen Grecotels haben erkannt, dass Umweltfreundlichkeit auch werbewirksam ist. Trotzdem ist das Umweltbewusstsein in der kretischen Bevölkerung noch gering, wie die zahlreichen wilden Müllkippen und ein immer noch ungehemmter Plastikkonsum bezeugen.

Universitäten

Die 1973 gegründete Universität von Kreta verteilt sich auf die Standorte Iráklio und Réthimno. Sie zählt etwa 25 000 Studenten und 700 Lehrkräfte. Die Wahl der Universitäten steht griechischen Abiturienten nicht frei. Je nach Notendurchschnitt werden ihnen bestimme Universitäten zugewiesen. Nur die besten kommen nach Athen oder Thessaloníki, die übrigen werden in der Provinz verteilt. So studieren auf Kreta viele junge Leute aus allen Teilen des Lands.

Venizélos

Elefthérios Venizélos, 1864 in Chaniá geboren, war der bedeutendste Politiker Kretas. Er hatte maßgeblich Anteil am Abzug der Türken von der Insel 1898 und am Kampf für den Anschluss Kretas an das freie Griechenland. 1909 wurde er zum Premierminister gewählt und trug in diesem Amt wesentlich zum Aufbau eines modernen Griechenlands bei. Auf Kreta sind in fast allen Städten und Dörfern große Plätze und breite Straßen nach ihm benannt. Elefthérios Venizélos starb 1936, sein Grab in der Nähe von Chaniá ist eine nationale Gedenkstätte.

Bücher & Filme

Alexis Sorbas

Der Kreta-Klassiker schlechthin – als Buch wie als Film. Níkos Kazantzákis' Roman wurde 1964 mit Anthony Quinn, Alan Bates und Irene Pappas in den Hauptrollen von Michael Cacoyannis verfilmt.

Freiheit oder Tod

Im Iráklio des 19. Jhs. spielt ein weiterer Roman Kazantzákis', der als deutsche Ausgabe nur auf Kreta erhältlich ist.

Chronik einer Stadt

Auch nur auf Kreta bekommen Sie dieses Buch von Pantélis Prevelákis. Er beschreibt darin, vermischt mit Kindheitserinnerungen, den langsamen Verfall seiner Heimatstadt Réthimno im ersten Drittel des 20. Jhs.

In Agía Galíni wartet der Tod

Etwas leichter liest sich z. B. der dritte Kreta-Krimi von Klaus Eckhardt um den Privatdetektiv Jak Anatolis, der die dunklen Seiten der Insel auslotet (www.kreta-klaus.de).

Tage auf Kreta

In diesem Buch gehen Aquarelle von Hans-Jürgen Gaudeck und einfühlsame Texte von Klaus Bötig eine harmonische Verbindung ein (2007).

Die Griechische Passion

Níkos Kazantzákis erzählt 1948 die Geschichte eines Dorfs, das für ein Passionsspiel übt und plötzlich mit einer von den Türken aus der Heimat vertriebenen Flüchtlingsgruppe konfrontiert wird.

Der Mann, der sterben muss

Der Roman „Die Griechische Passion“ war 1956 die Grundlage für einen Film, den Jules Dassin überwiegend in Krítsa drehte, mitgespielt haben Melina Mercouri und Gert Fröbe.

Fakten

Einwohner
537.807
Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
12:20 Uhr
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