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Indien Süd

Check-in

Südindien geht unter die Haut. Die Luft ist samtweich und voller Versprechungen. Wer sich darauf einlässt, wird auch von sich selbst viel erfahren. Eine Reise durch das Zauberland der Sinne ist wie ein Trip ins eigene Innere. Leicht lässt eine Tempelzeremonie das Gefühl für Raum und Zeit vergessen. Wenn die Fischer noch heute mit archaischen Katamaranen in die Arabische See stechen, vollzieht sich auch bei uns ein Zeitsprung. Bei ayurvedischen Ölmassagen gerät man scheinbar in den Zustand der Schwerelosigkeit, allerorts ersetzt ein trägerer Rhythmus Hektik und Stress. Und dann dieses Lächeln, das an den Augen nicht haltmacht. Das sich überträgt, bis man es schließlich selber nicht mehr ablegen kann.

Landet das Flugzeug in Chennai (Madras), in Panaji, in Bengaluru (Bangalore) oder Thiruvananthapuram (Trivandrum), werden die Ankömmlinge von der Fülle exotischer Impressionen fast erschlagen. Schwer liegt der Duft von Kokos über den Palmenhainen in Kerala, vermischt sich mit dem opiumsüßen Parfum weißer Frangipani-Blüten. Starke Nerven erfordert der dichte Stadtverkehr mit seinem ewigen Hupkonzert. Scheinbare Widersprüche sind für Einheimische eine Selbstverständlichkeit. Zwar sterben die Telefonläden allmählich aus. Dafür gibt es an jeder Ecke Internetcafés und fast jedes Hotel bietet kostenloses Wlan (WiFi). Und eine Lady im traditionellen Sari mit Handy am Ohr ist ein gewohnter Anblick in den Straßen. Wer mit dem Luxuszug Golden Chariot in Mysore einrollt, sieht sich mit den Ärmsten der Armen konfrontiert, die auf dem Bahnsteig kampieren. Nur wir als Touristen drehen uns betroffen nach ihnen um. Auf der anderen Seite ist die Anzahl dienstbarer Geister, die dem Gast jeden Wunsch von den Augen ablesen, für europäische Maßstäbe unfassbar. Südindien ist anstrengend, weil es auf ungewohnte Weise alle Sinne reizt. Die Erholung setzt erst dann ein, wenn man beginnt loszulassen und sich zu öffnen für einen Rausch, der für alle Zeiten nachwirkt.

Im Lauf der Jahrhunderte rissen sich die Eroberer aus dem alten Europa die besetzten Gebiete gegenseitig aus den Händen. Holländer, Portugiesen, Engländer … Kein Wunder, lieferten doch die fruchtbaren Bodenstriche genügend Früchte, Gewürze und Mineralien, um schwunghaften Handel damit zu betreiben. Alle großen Weltreligionen haben hier Fuß gefasst - Hinduismus, Buddhismus, Christentum, Islam, Parsismus und in geringem Umfang auch das Judentum. Dank üppiger Ernten und fischreicher Gewässer herrscht im Süden Indiens wesentlich weniger Armut als im kargeren Norden. Der Bildungsstand ist höher, Kerala kennt praktisch keine Analphabeten. Spannend ist der Mix der Kulturen. Während Jungmanager in Bangalore ihre Software entwickeln, hält rund 250 km entfernt in den Niligiri Mountains der Toda-Stamm noch an seinen seit Jahrtausenden überlieferten Traditionen fest. Wie ein Magnet ziehen Sadhus, Gurus und Yogis Sinnsuchende aus aller Welt an. In vielen Aschrams folgen die Pilger den Lehren und Visionen ihrer Meister. Auroville bei Pondicherry wurde 1968 von "Mutter" Mira Alfassa, Gefährtin des Philosophen Sri Aurobindo, gegründet. Heute beherbergt die spirituelle Modellkommune rund 2400 Menschen aus über 40 Nationen.

Waren es früher meist nur reine Strandurlauber oder Studienreisende, die nach Südindien kamen, so vermischen sich jetzt die Interessen. Kaum jemand, der zum Baden nach Goa oder Kerala reist, wird zurückfliegen, ohne zumindest einen Gang durch das historische Alt-Goa gemacht oder den prächtigen Padmanabha-Swamy-Tempel in Keralas Hauptstadt Trivandrum gesehen zu haben. Wer an der lebendigen Geschichte und Architektur heiliger Stätten und Paläste interessiert ist, wird überwältigt sein von den Meerestempeln Mamallapurams, von der sagenhaften Tempelanlage von Hampi, dem Märchenpalast der Maharajas von Mysore oder dem prächtigen Meenakshi-Heiligtum von Madurai.

Zwischen Spannung und Entspannung haben die Götter ihre Wellnesstempel gesetzt. Fast jedes noch so kleine Hotel hat zumindest eine Massagebank oder ein paar Zaubertinkturen, um müde Füße und erschöpfte Geister zu beleben. Wirksamer auf lange Sicht sind Ayurveda-Kuren mit speziellen Diäten, die - hält man sich streng an die Vorschriften - wahre Wunder vollbringen. Eine wachsende Zahl von Aktivurlaubern und Ökotouristen findet in den großen Nationalparks auf der "Jagd" nach Elefanten und Leoparden bei Fotosafaris ihr Glück: in Wildreservaten wie Periyar in Kerala, Molem und Bhagvan Mahavir, das sich grenzübergreifend über Goa, Karnataka, Kerala und Tamil Nadu in den Western Ghats erstreckt, in Bandipur, Nagarhole und Kabini in Karnataka. Trekkingtouren erschließen die verwunschene Welt der Dschungel und Regenwälder. Einzigartig ist auch das dichte Netz aus fast 2000 km Wasserstraßen, Seen und Lagunen in Kerala. Über tausend Hausboote warten in Alappuzha auf Touristen, um sie durch die einstigen Hauptverkehrsadern zu steuern.

Und alle Besucher erliegen der großen Versuchung namens Shopping. Fast jeder Urlauber fliegt mit der doppelten Ladung an Gepäck zurück. Tee frisch aus der Fabrik, Gewürze von bunten Märkten, dekorative Götterstatuen aus Messing oder Sandelholz, Seidenblusen, exotisch bedruckte Baumwollstoffe, Paschmina-Schals, echter Gold- und Silberschmuck und glitzernder Talmi. Die Baumwoll- und Seidenstoffe aus Chennai (Madras) und dem nicht weit entfernten Kanchipuram gehören zu den schönsten und qualitativ besten Stoffen in ganz Indien. Chennai ist auch das Zentrum der Lederindustrie. Da die meisten Produkte in westliche Länder exportiert werden, ist in den Geschäften auch die neueste Mode zu finden, zu Preisen, die weit unter denen im Ausland liegen. Als Einkaufsparadies ist Indien einfach nicht zu toppen!

Wie und wo auch immer man seine eigenen Schwerpunkte setzen mag - facettenreich sind Goa und Karnataka, Kerala und Tamil Nadu auf jeden Fall, und das rund ums Jahr. Zwar gilt etwa in Goa als Hauptsaison der Beginn der Trockenzeit im Oktober, die bis Mai/Juni dauert. Doch wer den Kinohit "Monsoon Wedding" gesehen hat, weiß, wie romantisch ein warmer Tropenregen sein kann. Viele Strandhotels bieten spezielle Monsunpauschalen an. Ohnehin schüttet es fast nie den ganzen Tag, heftige Güsse wechseln sich mit Sonnenstunden ab. Wer Südindien mal fast ohne ausländische Touristen erleben, mehr von den Einheimischen erfahren will, wer die morbide, leicht melancholische Stimmung spüren möchte, sollte während des Monsuns kommen. Aber das ist Indien für Fortgeschrittene!

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Das ausgedehnte, fast rechteckige Tempelgelände liegt im Zentrum der alten Stadt östlich vom Bahnhof. Die neun steilen, treppenförmigen Türme überraschen mit einem Figuren- und Farbenrausch dicht…
Der prächtige indosarazenische Palast der Wodeyar-Herrscher wurde vom Briten Henry Irwin 1912 vollendet. Es handelt sich um einen Neubau anstelle des abgebrannten alten Palastes.
Das riesige (etwa 30 mal 12 m) Relief ist in zwei mächtige Felsen gemeißelt. Der Spalt zwischen ihnen wurde ins Bild einbezogen: Er stellt den Ganges dar, der vom Himmel auf das dürstende Indien…
Am Ufer des breiten Mandovi-Flusses leuchten weiße Barockkirchen in grünem Parkgelände: Hier war einst die Hauptstadt der portugiesischen Tropen. Geblieben sind auf weiten Rasenflächen Kirchen und…
In St. Michael’s Vaddo in Süd-Anjuna hatten Hippies in den 1970er-Jahren einen Flohmarkt gegründet. Heute zählt er zu Goas Hauptattraktionen - mit Ständen voller Kunsthandwerk aus Tibet, Nepal…
Hier, nördlich von Palolem, haben sich etliche Luxusresorts angesiedelt. So auch am palmenbestandenen Endlosstrand, der sich von Majorda bis Varca zieht.
Hier, nördlich von Palolem, haben sich etliche Luxusresorts angesiedelt. So auch am palmenbestandenen Endlosstrand, der sich von Majorda bis Varca zieht.
Hier, nördlich von Palolem, haben sich etliche Luxusresorts angesiedelt. So auch am palmenbestandenen Endlosstrand, der sich von Majorda bis Varca zieht.
Hier, nördlich von Palolem, haben sich etliche Luxusresorts angesiedelt. So auch am palmenbestandenen Endlosstrand, der sich von Majorda bis Varca zieht.
Es ist wohl einer der ungewöhnlichsten Orte in Indien überhaupt. Hampi war einst die Hauptstadt des Vijayanagar-Imperiums, eines Königreichs, das sich über ganz Südindien bis nach Sri Lanka…
Die meisten Traveller besuchen den Pilgerort nicht wegen der Tempel, sondern wegen des legendären Om Beach. Die geschwungene Küstenlinie erinnert an das heilige Zeichen Om der Hindus und Buddhisten.
125 km östlich von Mangalore liegt dieser wichtige Pilgerort der Jains. In Shravanabelagola wurde die größte monolithische Statue von Lord Gomateswara, einer Gottheit der Jains, erbaut. Die 17 m…
80 km südlich von Mysore liegt der Nagarhole National Park, das ehemalige Jagdgebiet der Maharajas von Mysore. Affen turnen in den Bäumen, dazu bietet der Park Lebensraum für über 200 Elefanten,…
Die Backwaters, das dicht geflochtene Netz aus Kanälen, Seen, Lagunen und 44 Flüssen, machen Alappuzha mit seinen endlosen Palmenhainen zum Ausgangspunkt phantastischer Natureindrücke. Viele Zugvö…
Es sind vor allem die Ruinen der untergegangenen Königsstadt Vijayanagara, die den entlegenen Ort so magisch machen. Fast surreal wirkt die Landschaft, die sich unter dem Matanga Hill ausbreitet: ein…

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Praktische Hinweise

Anreise

Flugzeug

Flüge nach Südindien dauern nonstop zwischen 8,5 und 10 Stunden, z. B. mit der Lufthansa ab Frankfurt nach Bangalore und Chennai. Mit Stopp in Dubai auch mit Emirates, und zwar ab Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, München nach Bangalore, Chennai, Kochi, Kozhikode und Thiruvanthapuram. Außerdem mit Zwischenstopps: Air India, Ethihad, Gulf Air, Kuwait Airways, Oman Air, Qatar Airways und SriLankan Airlines.

Ausgehen

In vielen Diskotheken sind nur Paare zugelassen. Als Single sollten Sie sich also besser vorher erkundigen. Tanzbars in Luxushotels sind oft nur für Hotelgäste zugänglich. Jeder Bundesstaat hat für Diskos, Nachtclubs und Alkoholausschank andere Sperrstunden bzw. -tage, die häufig geändert werden. Die coolsten und stylishsten Diskos und Nightclubs gibt es in der Pub City Bangalore. Dafür finden in Goa romantische Strandpartys im Norden und silent partys mit Kopfhörern am Strand von Palolem statt.

Auskunft

Indisches Fremdenverkehrsamt

Baseler Str. 48 | 60329 Frankfurt | Tel. 069 2429490 | www.incredibleindia.org

Banken & Geldwechsel

Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-14, Sa 10-12 Uhr. An bestimmten Geldautomaten - häufig selbst in kleinen Orten - können Sie auch mit Kreditkarten (keine EC-Card!) Rupien ziehen. Für den Geldtausch empfehlen sich die günstigeren Wechselstuben. In der Regel geben sogar die Bankschalter am Flughafen einen günstigeren Wechselkurs als Hotels, die immer eine Provision berechnen. Tipp: Wechseln Sie bei der Ankunft am Flughafen erst mal eine kleine Summe, und suchen Sie später in Ruhe nach einer Wechselstube vor Ort. Viele große Geschäfte und fast alle Hotels akzeptieren die gängigen Kreditkarten.

Diplomatische Vertretungen

Indische Botschaft

Tiergartenstr. 17 | 10785 Berlin | Tel. 030 257950 | www.indischebotschaft.de

Deutsches Generalkonsulat

Bengaluru | Bengaluru Delta Prestige Cash Pharmacy Bldg., 2. und 3. Etage, St. Mark's Rd. & Residency Rd. Junction | Tel. 080 45300100 (14-16 Uhr), Bereitschaftsdienst Tel. 0963 2542972 | www.bangalore.diplo.de

Deutsches Generalkonsulat

Chennai | Boat Club Rd. 9 | Tel. 044 24301600 | www.chennai.diplo.de

Deutsches Honorarkonsulat

Panaji | Cosme Matias Menezes, Rua de Ourem | Tel. 0832 2235526 / goa@hk-diplo.de

Honorarkonsulat Österreich

Chennai | c/o Kothari Bldgs., 115 Mahatma Gandhi Salai | Tel. 044 28334501

Honorarkonsulat Österreich

Goa | Vasco da Gama | Salgaocar House, 3. Etage, Dr. F. Louis Gomes Rd. | Tel. 0832 2513816

Schweizer Generalkonsulat

Bengaluru | Park View, No. 17, Curve Rd. | Tasker Town | Tel. 080 22868866.Zuständig für Andhra Pradesh, Karnataka, Kerala, Tamil Nadu, Puducherry, die Andamanen und Nicobar

Schweizer Generalkonsulat

Chennai | I-6 Dr. V.S.I. Estate, Rajiv Gandhi Salai, Thiruyanmiyur | Tel. 044 42074838

Einreise

Touristenvisa werden mit einer Gültigkeitsdauer von sechs Monaten ausgestellt, mehrmalige Einreise ist möglich (multiple entry visa). Visa stellt die Indische Botschaft in Berlin aus. Oder die Visastellen in Frankfurt (Friedrich-Ebert-Anlage 3 | Tel. 069 7422200) und Hamburg (Mundsburger Damm 6 | Tel. 040 2880560). In München stellt das Indische Generalkonsulat (Widenmayerstr. 15 | Tel. 089 2102390 | www.cgimunich.de) Visa aus. Im Internet können Deutsche jetzt auch einen sogenannten ETA-Antrag stellen, der rund 48 Euro kostet. Die Einreisegenehmigung gilt 30 Tage. Dafür muss das Visum frühestens 30 Tage und spätestens 4 Tage vor Reisebeginn unter indianvisaonline.gov.in/visa/tvoa.html beantragt werden.

Gesundheit

Für die Einreise aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind keine Schutzimpfungen erforderlich. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, lässt sich gegen Typhus und Hepatitis impfen. Eine Malariaprophylaxe ist auf jeden Fall ratsam. Präzise Auskunft: Reisemedizinisches Zentrum Hamburg, (www.gesundes-reisen.de | Hotline Tel. 0900 1234999 (*). Schließen Sie unbedingt eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholversicherung ab. Im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls vor Ort entweder den Hotel-Vertragsarzt rufen lassen oder direkt in eine der Privatkliniken fahren, die einen besseren Hygiene- und medizinischen Standard bieten als die öffentlichen Krankenhäuser. Weil sämtliche Kosten gleich an Ort und Stelle beglichen werden müssen, sollten Sie genügend Geld bei sich haben.

Inlandsreiseverkehr

Südindien ist verkehrstechnisch bis in den letzten Winkel erschlossen. Das engmaschige Verkehrsnetz aus Bahnen, Bussen und Flugzeugen funktioniert gut und ist preiswert. Für lange Strecken eignen sich außer Flugzeugen die Züge am besten, da sie die Strecke schneller zurücklegen als Busse, deren Zeitplan wegen des starken Verkehrs oft nicht einzuhalten ist. Doch vor allem bei Kurzstrecken lohnt sich wegen des unschlagbaren Preises ein Bus. Senioren erhalten hohe Ermäßigung in Bus und Zug. Bustickets können jetzt auch online unter www.redbus.in gekauft werden.

Bahn

Nützlich ist die Broschüre "Trains at a Glance", die an Bahnhofskiosken zu bekommen ist. Auf www.indianrail.gov.in und www.iretc.com stehen Fahrpläne, Preise und freie Plätze in Schlafwagen. Es gibt verschiedene Schalter für die 1., 2. und 3. Zugklasse, häufig auch einen für Touristen sowie für Frauen (Ladies Ticket Office). Vor der Platzreservierung erst einmal das Ticket kaufen! Es ist fast unmöglich, telefonisch zu reservieren. Doch selbst wenn angeblich alles ausgebucht ist, sind gegen Aufpreis meist noch sogenannte VIP-Tickets erhältlich. Bei Nachtzügen mit Mehrbettabteilen oder Schlafwagen ist eine Reservierung notwendig. Ein Indrail Pass lohnt sich nur, weil man sich damit nicht in die Warteschlangen am Fahrkartenschalter einreihen muss. Sonst sind Einzeltickets etwas günstiger.

Bus

Das ganze Land ist mit einem gut ausgearbeiteten Busnetz durchzogen. Die meisten Strecken werden von den staatlichen, oft heißen und vollen Bussen abgedeckt. Klimatisierte Busse wie Volvo-Busse sind teurer, aber auf Langstrecken auch wesentlich angenehmer. Die verschiedenen Kategorien werden in ordinary (harte Sitze, keine Klimaanlage), deluxe oder luxury eingeteilt. Die Busse sollten zumindest Ventilatoren haben. Tickets gibt es an den Schaltern der Busbahnhöfe, bei manchen Privatbussen auch im Fahrzeug selbst.

Flugzeug

Der innerindische Markt ist in Bewegung. Die staatliche Indian Airlines ist in die Air India übergegangen. Ständig kommen neue Privatlinien dazu, andere werden wieder eingestellt. Derzeit sind es rund zehn Fluggesellschaften, z. B. Air India, GoAir, Indigo, Spicejet, Jet Airways.

Internetcafés & Wlan

In jedem Ort Indiens gibt es mindestens ein Internetcafé. Allerdings sind die Verbindungen manchmal quälend langsam. Die meisten Hotels bieten inzwischen WLAN-Hotspots. In Städten oder Badeorten wird auch in Cafés und Restaurants gesurft.

Klima & Reisezeit

Im Allgemeinen herrscht in Südindien abgesehen vom Hochland heißes und tropisches Klima. Die Zeit von November bis März ist die kühlste, daher für Mitteleuropäer die beste zum Reisen. Morgens und abends ist es dann angenehm lau, die Tage sind trocken und sonnig. Im südwestlichen Indien fällt der Monsunregen zwischen Ende April und Juli, im südöstlichen zwischen Oktober und Dezember.

Mietwagen mit Fahrer

Es ist natürlich viel bequemer und zudem sicherer, sich von einem Fahrer von einem Ort zum anderen chauffieren zu lassen, als die Rundreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzutreten. Von einem Mietwagen ohne Chauffeur ist wegen des irren Verkehrs und seiner ungeschriebenen Gesetze dringend abzuraten, zumal der Unterschied im Preis äußerst gering ist. Achten Sie unbedingt darauf, dass der Fahrer gut englisch spricht. Dann kann er Ihnen auch einiges am Wegesrand erklären. Fast jedes Reisebüro in Südindien vermittelt chauffeured cars. Sie können für eine Rundreise samt Unterkunft auch direkt von Deutschland aus gebucht werden. Z. B. bei India Invites in Goa (Tel. 0091 832 2715781 | www.indiainvites.com) oder Inter Car in Kerala (Tel. 0091 471 2330417 | www.ariestravel.net).

Netzspannung

Die übliche Netzspannung beträgt 220 Volt Wechselstrom mit 50 Hz. In Indien gibt es verschiedene Steckdosenarten, bringen Sie unterschiedliche Adapter mit. Sie sind aber auch vor Ort erhältlich.

Post

Geben Sie Briefe und Postkarten lieber in Hotels oder Postämtern ab, statt sie in den Briefkasten zu werfen. Markieren Sie auch Postkarten mit "Airmail". Eine Postkarte von Indien nach Deutschland kostet 12 Rps., ein Brief 20 Rps., beide mit Luftpost. Postämter sind geöffnet Mo-Fr 10-18, Sa 10-12 Uhr.

Sicherheit

Wenn man einige Spielregeln beherrscht, ist Indien selbst für allein reisende Frauen ein sicheres Reiseland. Die Autorin ist selbst seit vielen Jahren häufig auch allein in Indien unterwegs. Natürlich sollte man keine aufreizende Kleidung tragen. Außerdem ist von Spaziergängen nach Einbruch der Dunkelheit abzuraten. Das Auswärtige Amt informiert Reisende ausführlich auf der Website www.auswaertiges-amt.de und über das Infotelefon Tel. 030 50002000 über die Sicherheit im Zielland.

Spezialveranstalter Indien

In Deutschland

Comtour | Tel. 03054 95470 | www.comtour.de (erster Veranstalter für Kerala in Deutschland, Erfinder der Hausboot-Touren); Enchanting India | Tel. 089 28978840 | www.enchanting-india.de; Mercury Travels | Frankfurt Tel. 069 512620 | Hamburg Tel. 040 22756337 | www.mercurytravels.co.in; Gebeco | Tel. 0431 54460 | www.gebeco.de; Tour Vital | Tel. 0221 22289503 | www.tourvital.de. Studiosus hat mit der Studiosus Foundation e.V. in Karnataka 1500 Bauernfamilien beim Bau von Biogasanlagen finanziell unterstützt (Tel. 089 500600 | www.studiosus.com).

In Indien

Auch für Touren, Flüge und Unterkünfte in ganz Südindien: India Invites | Margao, Goa | Tel. 0091 832 2715781 | www.indiainvites.com; Aries Travel & Holidays | Thiruvananthapuram, Kerala | Tel. 0091 471 2331165 | www.ariestravel.net

Taxi

Obwohl fast alle Taxen einen Taxameter haben, sollten Sie vorher einen Festpreis aushandeln. Bei Ankunft in Flughäfen und Bahnhöfen am besten ein Prepaid-Taxi nehmen. Damit ist der Preis inklusive Gepäck von vornherein klar. Die preiswertere Alternative auf kürzeren Strecken ist die Motorrikscha, auch Three Wheeler oder tuk-tuk genannt. Auch hier gilt: trotz gelegentlich vorhandenem Taxameter den Fahrpreis lieber vorher aushandeln.

Telefon & Handy

Langsam sterben die ISD-Telefonläden aus, von denen man bisher selbst in den kleinsten Dörfern noch ins Ausland telefonieren konnte. Dafür gibt es weiterhin viele Internetshops und so gut wie jedes Hotel hat Wlan. Die Vorwahl von Indien nach Deutschland lautet 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041. Aus dem Ausland erreicht man Indien mit der 0091. In allen Fällen darf die Null der Ortsvorwahl danach nicht mitgewählt werden. Internationale Gespräche sind viel günstiger als bei uns. Wer mit dem Handy telefoniert, sollte sich eine indische Prepaid-Karte kaufen. Damit kann man sowohl innerhalb Indiens als auch nach Hause preisgünstiger telefonieren als über den eigenen Anbieter. Wichtig: Kopie vom Pass und zwei Passfotos mitbringen.

Notruf: Polizei Tel. 100, Feuerwehr Tel. 101, Ambulanz: Tel. 102 u. 108 in Tamil Nadu

Trinkgeld

Es ist üblich, Kellnern, Portiers, Fremdenführern und Fahrern Trinkgeld zu geben. In guten Hotels wird entsprechend mehr erwartet. In Rechnungen sind Trinkgelder nicht inbegriffen. Haben Sie immer genug Kleingeld dabei, überall wird die Hand aufgehalten.

Währung

Die Währung in Indien ist die Indische Rupie (offizielle Abkürzung INR, inoffiziell Rp.). Eine Rupie entspricht 100 Paise. Münzen gibt es in Nennbeträgen von 10, 25 und 50 Paise sowie 1, 2 und 5 Rupien. Banknoten gibt es in den Nennbeträgen 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100, 500 und 1000 Rupien.

Zahnbehandlungen

Zum Zahnarzt nach Indien? So abwegig ist der Gedanke nicht. Die Praxen sind modern, die meisten Zahnärzte haben ihre Ausbildung in England oder den USA erhalten und führen professionelle Wurzelbehandlungen durch, setzen Implantate ein, überkronen und bleechen. Der Vorteil: Es ist zwischen der Hälfte bis zu zwei Dritteln günstiger als bei uns, es gibt keine Wartezeiten, und einige Resorts wie das Poovar Island Resort (Tel. 0471 2573649 | www.poovarislandresort.com) in Kerala arbeiten mit Zahnpraxen zusammen. Das heißt, nach dem Pflichtteil folgt die Kür, sozusagen als Belohnung in Form von Ayurveda oder Wellness. Die meisten Zahnärzte für Touristen befinden sich in Goa, gefolgt von Kerala.

Zeitunterschied

Im Winter liegt Indien 4,5 Std. vor der mitteleuropäischen Zeit, während der Sommerzeit in Europa sind es 3,5 Std.

Zoll

Devisen ab 5000 US$ sind bei der Einreise zu deklarieren. Auch hochwertige Gegenstände (z. B. Videokameras) müssen angemeldet werden. Die Ein- und Ausfuhr der indischen Währung ist verboten. Über 17-Jährige dürfen bei der Rückreise z. B. 200 Zigaretten oder 250 g Tabak nach Deutschland bzw. Österreich einführen sowie 1 l Spirituosen und 2 l Wein. Weiterhin erlaubt sind Geschenke und Souvenirs bis zu einem Wert von 430 Euro. Für die Schweiz gelten geringere Mengen.

Events, Feste & mehr

Gesetzliche Feiertage

1. Jan.

Neujahr

26. Jan.

Tag der Republik

1. Mai

Labour Day (Tag der Arbeit)

15. Aug.

Unabhängigkeitstag

2. Okt.

Gandhis Geburtstag

25. Dez.

Weihnachten

Religiöse Festtage

6. Januar

Das Fest der Heiligen Drei Könige wird in Goa gefeiert - hauptsächlich in Cansaulim, Chandor und Reis Magos.

Ende Februar/Anfang März

Shivaratri oder Mahashivaratri: Die Nacht Shivas ist für Hindus die heiligste Nacht und wird im Tempel verbracht.

März

Farbenprächtig wird das indische Holi-Fest in Goa begangen, wo es Shigmo-Festival heißt. Tempelfeste, Paraden, Prozessionen

August

Janmashtami: Krishnas Geburtstag, Mitternachtsfeste in den Hindu-Tempeln

September/Oktober

Dussehra: Das bekannteste Fest Indiens wird an verschiedenen Orten unterschiedlich begangen. Gefeiert wird der Sieg der Götter Rama und Durga über die Dämonen. Im Süden nennt es sich Navaratri. In Tamil Nadu und Karnataka dauern die Festivitäten neun Nächte, in Mysore zehn Tage. Dann finden im beleuchteten Palast Musikfestivals statt. Am zehnten Tag führt eine eindrucksvolle Prozession mit Elefanten zum Palast des Maharajas.

November/Dezember

Divali - das Lichterfest: Überall werden zu Ehren der Glücksgöttin Lakshmi Feuerwerke entzündet und kleine Öllämpchen aufgestellt. Denn sie kehrt nur bei jenen Menschen ein, die ihr den Weg mit Lichtern weisen.

Festivals

Januar

Beim Float Festival in Madurai tragen festlich beleuchtete Barken geschmückte Tempelgottheiten auf den Mariamman-Teppakolam-See.

Pongal heißt das Erntedankfest, das während der religiösen Feierlichkeiten Makar Sankranti begangen wird. Kühe werden mit Ballons und Blumengirlanden geschmückt, ihre Hörner bunt bemalt, bevor sie mit Musik durch die Straßen getrieben werden.

Februar

Abwechselnd in Panaji und Margao findet das 3- bis 5-tägige Food & Cultural Festival mit Kochwettbewerben, Ständen mit typischem Essen und viel Folklore statt.

Februar/März

Das uralte Natyanjali Dance Festival wurde vor 25 Jahren im Nataraja-Tempel in Chidambaram wiederbelebt. Berühmte Tänzer aus ganz Indien kommen zu dem 5-tägigen Fest, das inzwischen auch in vielen anderen Tempeln in Tamil Nadu begangen wird.

Überall in Goa wird der Karneval Mardi Gras gefeiert. Am ersten Tag, Fat Saturday, führt "King Momo" eine Parade wetteifernder Teams in farbenprächtigen Kostümen durch die Straßen.

April/Mai

Während des 8-tägigen Pooram-Fests (Sommer-Erntedankfest) in Thrissur in Kerala wetteifern verschiedene Tempel um die schönste Parade prächtig geschmückter Elefanten. Außerdem gibt es Kathakali-Vorführungen und Feuerwerke.

August/September

Im Rahmen von Onam, dem Erntedankfest, werden in Kerala Schlangenbootrennen ausgetragen. Jedes Boot ist mit 25 Sängern und bis zu 125 Ruderern bemannt. Bekannteste Regatta ist die Nehru Trophy auf dem Punnamada-See in Alappuzha, immer am 2. Sonntag im August.

Mitte Dezember-Mitte Januar

Zum Chennai Music and Dance Festival spielen an Plätzen, Tempelanlagen und Heritage Bungalows Künstler aus allen Ecken Indiens klassische Musik und führen traditionelle Tänze auf - mit über 2000 Teilnehmern in über 300 Konzerten.

Bloss nicht

Unterströmungen unterschätzen

Egal ob Sie Wassersport betreiben oder einfach nur im Meer baden wollen: Erkundigen Sie sich vorher unbedingt, ob und wo es gefährliche Unterströmungen gibt. Am besten, Sie halten sich beim Schwimmen an die als Badezonen ausgewiesenen Strandabschnitte und meiden unbekannte Gewässer.

Aggressive Töne anschlagen

Mit absolutem Unverständnis reagiert man in Indien, wenn Ausländer aus Ungeduld oder Wut ihre Stimme erheben und andere laut beschimpfen. Das gilt als Zeichen der Unbeherrschtheit und Unkultiviertheit. Sagen Sie ruhig klar und deutlich, was Ihnen nicht passt, ohne dabei aber aggressiv zu sein.

Füße zeigen

Da die meisten Europäer den Schneidersitz nur unvollkommen beherrschen, strecken Sie nach einer Weile lieber die Beine aus und zeigen dann mit den Fußsohlen auf einen anderen Menschen. Das gilt in Indien jedoch als äußerst unhöflich.

Unpassende Kleidung

FKK ist offiziell verboten, trotzdem legen noch viele Touristinnen ihr Oberteil an Strand und Pool ab. Über neugierige Gaffer müssen sie sich dann nicht wundern. Frauen, die mit Spaghettiträger-Shirt oder kurzen Shorts einen Tempel besuchen, werden entweder nicht zugelassen oder bekommen ein Tuch geliehen, damit sie damit Schultern und/oder Beine bedecken können. Auch Urlauberinnen über 20 Jahren, die Miniröcke tragen, rufen größtes Befremden hervor. Das gilt ebenso für Männer, die ohne Oberhemd in Hotels und Restaurants gehen. Tipp für Frauen: Mit dem salwar kameez - langer Bluse über enger Hose - sind Sie immer passend, luftig und originell angezogen.

Die linke Hand benutzen

Sie gilt als unrein. Also benutzen Sie nur die Finger der rechten Hand, wenn Sie so essen wollen wie die Inder, nämlich ohne Besteck. Die linke ruht auf dem Schoß. Auch Geschenke sollten nicht mit der linken Hand überreicht werden.

Mit Schuhen heilige Stätten betreten

Nicht nur Tempel, Pagoden und Moscheen dürfen nicht mit Schuhen betreten werden, sondern auch Museen und Privathäuser. Die Aufbewahrung der Schuhe an bestimmten Schaltern kostet meist ein paar Rupien. Wer nicht barfuß laufen möchte, darf Socken tragen.

Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit

In Indien ist man prüde. Zwar gehen junge Paare inzwischen in der Öffentlichkeit schon Hand in Hand, Küsse, gar heftiges Geknutsche, sind aber absolut tabu. Es verletzt das Schamgefühl. Auch Urlauber sollten sich daran halten.

Bücher & Filme

Der Gott der kleinen Dinge

Arundhati Roy erzählt die Geschichte einer Familie in Kerala, die an einer verbotenen Liebe zerbricht. Zugleich zeichnet die Autorin das bodenständige Leben des ländlichen Indiens in all seinen Facetten. Großartig!

Kleine Geschichten aus den Bergen

Höchst amüsant geschriebener Klassiker des in Bombay geborenen Rudyard Kipling, der einen vergnüglichen Einblick in das mondäne, oft dekadente Leben der britischen Sahibs und Memsahibs in den hill stations vermittelt.

Best exotic Marigold Hotel

Der Film von 2012 mit Star-Besetzung (Judi Dench, Maggie Smith) beamt den Zuschauer mitten in Indiens pralles Leben. Sieben englische Pensionäre zieht es aus unterschiedlichen Gründen in ein Hotel, das das Nirwana schlechthin verspricht. Die Realität ist weit davon entfernt und wird vom jungen Manager (Dev Patel aus Slumdog Millionär) typisch indisch erklärt: "Der Prospekt ist meine Vision der Zukunft". Regisseur John Madden webt mit einer kräftigen Prise britischen Humors ein feines Netz zwischenmenschlicher Beziehungen in einer mehr oder weniger fremden Welt.

Slumdog Millionär

Nicht jedem Inder gefällt der mit acht Oskars ausgezeichnete Film des Briten Danny Boyle, der 2009 in die deutschsprachigen Kinos kam. Schließlich zeichnet er anhand des Jungen Jamal Malik, der an der indischen Ausgabe von "Wer wird Millionär?" teilnimmt, sehr einseitig das Indien der Armut, des Schmutzes, der Ohnmacht gegen die Obrigkeit.

Monsoon Wedding

Der opulente Film (2001) von Mira Nair zeigt anhand einer Hochzeit die Konflikte zwischen den nach Amerika ausgewanderten Indern und der älteren Generation in der Heimat auf. Gleichzeitig setzt sie den Sinnesrausch der Inder während des Monsuns farbenfroh und mit den für Bollywood so typischen Elementen wie Musik und Tanz in Szene.

Ship of Theseus

Unter Cineasten sorgt der philosophische Langfilm (Anand Ghandi 2012) für Furore: Eine blinde Fotografin verlässt sich auf ihre Intuition, ein tierliebender Mönch könnte nur mit Medikamenten, die an Tieren getestet wurden, gerettet werden, ein Börsenmakler fürchtet, seine neue Niere könnte illegal entnommen worden sein.

24-30 °C
4 h/Tag
28 °C

Fakten

Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum notwendig
Ortszeit 09:32 Uhr

Anreise

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