Frankreich

Überblick

Entdecken Sie Frankreich!

Das Glück wohnt in Frankreich. Es gibt wohl kein anderes europäisches Land, dessen Natur und Kultur so vielfältige Möglichkeiten bieten, abwechslungsreiche und erholsame Ferien zu verbringen. Kaum ein Urlaubswunsch, der nicht erfüllbar wäre: Mittelmeerstrände mit mondänen Seebädern, Atlantikküsten mit kilometerlangen Sandstränden, steilen Felswänden und würziger Salinenluft. Gebirge mit einsamen Wanderwegen und weitläufigen Skigebieten, tiefe Schluchten, sanfte Hügelketten und liebliche Ebenen, versteckte Dörfer an gemächlich plätschernden Flüsschen, breite Ströme und rauschende Wildbäche.

Die Aufzählung ließe sich endlos fortsetzen: bläulich-violett schimmernde Lavendelfelder, römische Arenen und Aquädukte. Prächtige Königsschlösser, phantasievoll gepflegte Parkanlagen, etwa 200 Kathedralen, bedeutende Kunstschätze in Museen. Pulsierende Ballungsräume, quirlige Regionalstädte, beschauliche Provinzorte – und natürlich Paris, glanzvolle Metropole der Mode, der Kunst, der Gastronomie.

Keine Reise nach Frankreich gleicht der anderen, was lässt sich nicht alles unternehmen und entdecken! Städtetrip nach Paris, Bordeaux, Marseille, Toulouse, Lille oder Lyon? Skiurlaub im Schatten des Mont Blanc? Badeferien an der Côte d'Azur, auf der Île de Ré, in einem Seebad der Normandie? Wellenreiten bei Arcachon? Wandern in den Pyrenäen oder Cevennen? Reiten in der Camargue? Radtouren im Tal der Drôme? Abenteuerliches Rafting in der Ardèche? Hausbootfahren auf dem Canal de Bourgogne? Shoppen in Nizza? Malen in Le Havre wie die Impressionisten? Nach Lourdes pilgern? Studententrubel in Aix-en-Provence oder Montpellier mitmachen? Alles ist möglich.

Für welche Form Urlaub Sie sich auch entscheiden, überall in Frankreich begegnen Sie Menschen, die das Leben zu genießen verstehen und ihrem grauen Alltag mit einfachen Mitteln eine sinnliche Note abringen. Es ist diese Leichtigkeit des Seins, die den Franzosen den weltweit übereinstimmenden Ruf des Savoir-vivre verschafft hat. Der Begriff bezeichnet eigentlich eine Art Knigge, denn die Franzosen legen großen Wert auf gute Umgangsformen, Höflichkeit, passendes Outfit, Tischkultur, gepflegte Sprache und andere Benimm-Regeln. Im internationalen Image Frankreichs als attraktivem Reiseland wandelte sich jedoch die Bedeutung des Savoir-vivre: Gemeint ist die Kunst des Well-Being, im Sinn des sprichwörtlichen Lebens „wie Gott in Frankreich“, und zwar keinesfalls beschränkt auf Haute-Cuisine, schmackhafte Weine und brodelndes Nachtleben.

Frankreich ist nicht nur weltweit das beliebteste Touristenland, selbst die Einwohner zieht es selten in die Ferne: Fast 80 Prozent der Inländer verbringen Sommerferien und Kurzurlaube im eigenen Land. Das Gebiet Frankreichs umfasst 551 000 km2, darin leben 61 Mio. Menschen. Sandige und felsige Küsten säumen die Meere auf rund 3400 km, die alpine Gebirgskette erhebt sich bis zu 4808 m auf die Mont-Blanc-Spitze. Die Loire ist mit 1012 km der längste Fluss des Landes.

„Paris ist Frankreich“, sagte schon Goethe. Die Metropole an der Seine bildet den Mittelpunkt des zentralistisch organisierten Staats. Hier treffen sich alle Verkehrsadern, hier sitzen die meisten Konzerne und Unternehmen sowie die Verwaltung. Bedeutende Monumente und Sehenswürdigkeiten drängen sich auf engem Raum.

Auch im 21. Jh. bleibt Paris der Nabel des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Geschehens. Dennoch haben andere Großstädte aufgeholt. Marseille ist längst nicht mehr der gefährliche Immigrantenslum, sondern eine attraktive, sehenswerte Metropole. Lyon und Bordeaux punkten wirtschaftlich mit Hightech und Biochemie, kulturell mit Kunst und Architektur. Auch Toulouse, Nizza, Straßburg und Lille gehören zu den Aufsteigern en province, wie die Pariser abschätzig alles außerhalb ihres urbanen Umfelds nennen. Innenstädte wurden nach und nach restauriert, modernisiert und mit auffallenden Neubauten ausgestattet. Das öffentliche Verkehrsnetz wurde erheblich erweitert. Der Hochgeschwindigkeitszug TGV rast seit dem Jahreswechsel 2011/12 mit 320 km/h über die Schienen der Achse Rhein-Rhône durch Elsass, Franche Comté und Burgund. Die nächste Generation des TGV, die Süddeutschland mit Ostfrankreich und südlichem Midi verbinden soll, wird es gerade deutschen Touristen erlauben, noch rascher ans französische Ziel der Wahl zu gelangen. Die schnelleren Anbindungen erlauben es jungen Familien und karriereverwöhnten Paaren mittlerweile, der Megalopolis Paris oder anderen Ballungsräumen den Rücken zu kehren und aufs Land zu ziehen. Denn nicht nur die 86 Mio. Touristen, die jährlich Frankreich aufsuchen, schätzen den beschaulichen Lebensrhythmus ländlicher Provinz. Die Ruhe einer gewachsenen dörflichen Gemeinschaft in der Franche-Comté, die Gelassenheit eines provenzalischen Olivenbauern, das authentische Ambiente eines Trüffelmarktes im Périgord reizen auch Einheimische. Junge Leute übernehmen verwaiste Bauernhöfe oder renovieren alte Villen, um dort Gästehäuser zu eröffnen.

Südfrankreich mit seinem warmen Klima und landschaftlichen Gegensätzen gehört zu den reizvollsten Gegenden des Landes: im Osten die Alpen, im Südosten das azurblaue Mittelmeer, im Südwesten die Pyrenäen und die windumtoste Atlantikküste, die dank ihrer Wellenbrecher an langen Stränden ein internationaler Hotspot für Surfer ist. In der Gegend von Bordeaux, im Burgund, Elsass und in der Champagne ziehen sich die Weinstöcke in strengen Linien die Hügel entlang bis zum Horizont, ein Panorama, angesichts dessen einem das Herz aufgeht, vor allem im Herbst, wenn sich die Weinblätter rötlich färben. Immer grün dagegen sind im Nordwesten die Weideflächen der Bretagne und der Normandie sowie die nördlichen Ebenen der Picardie, des französischen Flanderns und im Artois, wo der Himmel sich weit über das Flachland zieht.

Im Sommer finden allerorten regionale Volksfeste statt, fêtes votives. Am nationalen Tag der Fête de la Musique zu Ehren des Sommeranfangs am 21. Juni singt und tanzt das ganze Land. Am grünen Tisch des Pariser Kulturministeriums wurde die Tradition eines nationalen Gartentags unter dem Motto Rendez-vous aux jardins geboren: Die ersten Junitage verbringt man daher vorzugsweise in Parks, Landschafts-, Blumen- und Nutzgärten. Ein anderes wichtiges Datum ist der dritte Donnerstag im November, wenn der Fassanstich des jungen Rotweins Beaujolais Primeur stattfindet. Frankreichs erfolgreichster Exportschlager sorgt dafür, dass die Winzer 25 Mio. Flaschen des frisch gekelterten Beaujolais in alle Welt verkaufen.

Egal, wie oft Sie Frankreich besuchen, Sie werden garantiert immer Neues entdecken in diesem reichen europäischen Land.

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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Samstag / 28.03.2020
Vormittags
-
Nachmittags
-
Abends
5 °C
Montag / 30.03.2020
Vormittags
1 °C
Nachmittags
7 °C
Abends
5 °C
Dienstag / 31.03.2020
Vormittags
-2 °C
Nachmittags
11 °C
Abends
6 °C
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Anreise

5h 59min
4h 6min
1h 15min
Frankfurt am Main
Frankreich
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Praktische Hinweise

Anreise

Aus Deutschland führen die Autobahnen A 1 (Aachen-Liège-Paris) und A 4 (Saarbrücken-Metz-Reims-Paris) nach Frankreich. In den Süden führen die Autobahnen A 10/20 und die A 6, die Route du Soleil. Auf Autobahnen gilt eine Maut (Péage) auch für PKWs. Die knapp 686 km lange Strecke Mulhouse-Montpellier kostet zum Beispiel rund 52 Euro. Die gute Nachricht: Es gibt mehr mautfreie Autobahnabschnitte, als man vermutet (péage kalkulieren unter www.autoroutes.fr). Die meisten liegen in Randzonen, außerdem alle Autobahnen in den dicht befahrenen Ballungsräumen. Größte mautfreie Inlandstrecken auf dem Weg nach Süden sind die A 75 Clermont-Ferrand nach Montpellier (332 km) und Béziers (343 km), bis auf die kostenpflichtige Überquerung des Viadukts von Millau, und die A 20 auf der Strecke Vierzon (südlich von Orléans) bis Brive-la-Gaillarde (273 km).

Die meisten großen Städte sind an das Bahnnetz angeschlossen, das von Paris sternförmig das Land überzieht. Von Paris dauert eine Reise mit dem TGV bis Marseille drei Stunden. Buchungen innerhalb Frankreichs können über die Website www.voyages-sncf.com vorgenommen werden. Eine Fahrt von Frankfurt nach Paris dauert 3 Std. 50 Min. (www.tgv-europe.de). TGV-Tickets bekommt man nur mit Sitzreservierung, bis alle Plätze verkauft sind.

Die Hauptstadt Paris besitzt zwei große Flughäfen: Orly, 11 km im Süden, und Charles-de-Gaulle (CDG), auch Roissy genannt, 23 km im Norden der Stadt. Roissy ist der zweitgrößte Flughafen Europas mit drei Terminals. Von beiden Pariser Flughäfen fahren Busse (Roissybus, Orlybus) und eine S-Bahn, die RER (Linie B 3 für CDG und B 4 für Orly), in die Innenstadt. Weitere Regionalflughäfen sind Bordeaux, Lille, Lyon, Marseille, Montpellier, Mulhouse, Nantes, Nizza, Straßburg und Toulouse.

Auskunft
Atout France – Französische Zentrale für Tourismus

Das offizielle Fremdenverkehrsamt Frankreichs im Ausland (de.rendezvousenfrance.com). In Deutschland10012860001info.de@rendezvousenfrance.com. In Österreich01 5032892info.at@rendezvousenfrance.com. In der Schweiz0442174600info.ch@atout-france.fr. Vor Ort erhält man in den lokalen Fremdenverkehrsämtern gute Informationen.

Auto

In Frankreich werden strenge Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Die Radarstellen sind fest entlang der Autobahn installiert, seltener sieht man mobile Einsatzkräfte. In Ortschaften gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, auf Landstraßen 90 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h und auf Autobahnen 130 km/h (bei Regen 110 km/h). Bei Autopannen sollte man seinen deutschen Pannenservice anrufen, der in der Regel französische Vertragspartner hat. Bei Unfällen ist die Polizei zu informieren, via Autobahnrufsäulen oder mit Rufnummer 17. Die Ambulanz ist unter der Rufnummer 15, die Feuerwehr unter 18 zu erreichen.

Banken

Die Banken haben in Frankreich in der Regel werktags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. In kleineren Orten können sie über Mittag geschlossen sein. Die einfachste Bargeldbeschaffung erfolgt über die zahlreichen Automaten, die Kredit- und EC-Karten akzeptieren. Dabei fallen gewöhnlich Gebühren in Höhe von 1 Prozent des Auszahlungsbetrags an, jedoch mindestens 3 Euro. Kreditkarten werden in Frankreich fast überall akzeptiert, jedoch kann man in privaten Gästehäusern, sogenannten Chambres d'Hôtes, oft nur bar zahlen.

Camping

11 000 Campingplätze gibt es in Frankreich. Sie sind ähnlich wie die Hotels in vier Sternekategorien eingeteilt. Eine Reservierung in den Ferienmonaten ist empfehlenswert (www.campingfrance.com).

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

Avenue Franklin D. Roosevelt13–15750080153834500www.paris.diplo.de

Österreichische Botschaft

Rue Fabert6750070140633063www.amb-autriche.fr

Schweizer Botschaft

rue de Grenelle1427500701 49556700www.eda.admin.ch/paris

Fluggesellschaften

Neben den beiden großen Fluggesellschaften Airfrance und Lufthansa bieten inzwischen auch viele Billigflieger Direktflüge nach Frankreich an. Hier eine Auswahl:

Germanwings: Von zahlreichen deutschen Städten nach Nizza und Marseille (www.germanwings.com)

Tuifly: von Hannover und Stuttgart nach Paris (www.tuifly.com)

Airberlin: von zahlreichen deutschen und österreichischen Städten, z. B. Wien, Berlin und Nürnberg nach Paris und Nizza (www.airberlin.com)

Gesundheit

Bei der Krankenkasse kann vor der Reise kostenlos eine europäische Krankenversicherungskarte beantragt werden. Jedoch werden über die Karte ausschließlich Notfälle zu 100 Prozent versichert. Meist müssen Sie trotzdem direkt nach der Behandlung die Arztgebühren bezahlen und sie anschließend bei Ihrer Krankenversicherung einreichen, die später dann nach den entsprechenden Sätzen die Behandlung abrechnet und die jeweiligen Beträge an Sie zurückerstattet.

Internet

Im Internet findet man zahlreiche Informationen über Frankreich. Hier ein paar der besten und wichtigsten Adressen. Allgemeine Infos über das Land gibt die Website der französischen Botschaft in Berlin: www.botschaft-frankreich.de. Infos über die deutsch-französische Zusammenarbeit mit aktuellen Kulturterminen finden Sie unter www.france-allemagne.fr. Infos und Wissenswertes über Reisen vermitteln die Websites www.frankreich-experte.de und www.frankreichkontakte.de sowie www.frankreich-trip.com. Details der französischen Geschichte vermittelt www.histoire-pour-tous.fr. Praktische Tipps hält www.parisnetguide.com parat. Aktuelle Wetterinformationen erhält man unter www.wetteronline.de und www.meteo.fr. Eine Liste der französischen Touristenbüros finden Sie bei www.tourisme.fr. Fast 70 Prozent der französischen Kommunen sind mit eigenen Websites online präsent, oft mit zwei: einer Bürger-Website (Stichwort mairie) und einer touristischen.

Internetcafés & Wlan

In den meisten Hotels kommt man über kostenloses WIFI (französisch für WLAN) ins Netz. In größeren französischen Städten sind Webcafés unter gemeinsamem Label zu finden, manche sind rund um die Uhr geöffnet wie Milk Club7-mal in Paris, 1-mal in Lyonwww.milkclub.com oder XS Arena ParisRue de la Harpewww.xsarena.com mit 100 PC-Plätzen. Adressen von Internetcafés im ganzen Land veröffentlicht www.cybercafe.fr.

Klima & Reisezeit

Frankreich erfreut sich an einem gemäßigten Wetter. Als Wettergrenze wird die Loire angesehen. Während an der Atlantikküste im Westen eher ein mildes Klima herrscht, nähert sich gen Osten das Wetter dem Kontinentalklima an. Der Norden ist relativ feucht, der Süden besticht durch lange Sonnenperioden. Beste Reisezeit ist im späten Frühjahr und Sommer. Bereits ab Mitte September setzen in ganz Frankreich erste Herbstschauer ein, die in manchen Jahren bis Mitte November anhalten. In den Wintersportgebieten Vogesen, Jura, Zentralmassiv, Pyrenäen und Alpen ermöglichen gute Schneeverhältnisse in hohen Lagen Skifahren bis in die Monate März und April.

Mietwagen

Alle gängigen Autovermieter sind in Frankreich vertreten. Sehr günstige Preise innerhalb des Landes bietet der Internetservice www.autoescape.com an, der selbst keine Autos vermietet, sondern mit den großen Anbietern Sonderkonditionen aushandelt. Achten Sie auch auf lokale Anbieter, deren Preise manchmal die Konkurrenz ausstechen.

Notruf

Seit 2004 gilt in allen europäischen Ländern die gleiche Notrufnummer112. Sie funktioniert vom Festnetz wie vom Handy aus. Die alten Nummern blieben in Frankreich erhalten.

Öffentliche Verkehrsmittel

Das öffentliche Verkehrsnetz ist in Frankreich sehr gut ausgebaut: Neben den TGVs für die Langstrecken versorgen Thalys und Regionalzüge (Transilien) das Land. Selbst in kleineren Orten gibt es in der Regel ein gut ausgebautes Busnetz. In vielen größeren Städten wie Straßburg, Montpellier oder Bordeaux gibt es Trambahnen, die Großstädte Paris, Lyon und Marseille haben Metros.

Post

Briefe (bis 20 g) und Postkarten in Länder der Europäischen Union und in die Schweiz kosten 0,75 Euro.

Strom

Die Netzspannung beträgt 230 Volt. Bei Flach- und Eurosteckern braucht man keinen Adapter, bei alten Schukosteckern schon.

Telefon & Handy

Öffentliche Telefonzellen funktionieren mit einer Telefonkarte, die in Tabakläden, bei der Post, am Kiosk und an Tankstellen erhältlich ist. Für Auslandsgespräche aus Frankreich nach Deutschland wählt man die Länderkennzahl 0049, für Österreich die 0043 und für die Schweiz 0041 vor und dann die Ortsvorwahl ohne die erste 0. Für Gespräche nach Frankreich wählt man die Länderkennzahl 0033 vor, dann die Rufnummer ohne die einleitende 0. Innerhalb Frankreichs muss die komplette zehnstellige Nummer gewählt werden.

Es gibt in Frankreich drei große Mobilfunkanbieter (Orange, SFR, Bouygues), die Roamingabkommen mit deutschen Anbietern haben. Roaming bleibt teuer, trotz gesetzlicher Vorschriften und europäischer Abkommen diverser Telefongesellschaften. Mit einer Prepaidkarte kommt man billiger weg, weil die Gebühren für weitergeleitete eingehende Anrufe entfallen. Die Mobilbox sollte man selten abhören. Wenn Sie das deutsche Handy eines Urlaubsbegleiters anwählen, müssen Sie trotzdem die deutsche Vorwahl eingeben. Smartphone-Nutzer sollten ihren automatischen Datenabgleich ausstellen, andernfalls können im Hintergrund hohe Internetgebühren entstehen, ohne dass man es mitbekommt.

Trinkgeld

Das Trinkgeld ist in Frankreich in der Rechnung enthalten. Man lässt jedoch beim Verlassen eines Restaurants oder einer Bar meist einige Münzen auf dem Tisch liegen. War der Service besonders gut, kann man zusätzlich zwischen 5 und 10 Prozent Trinkgeld geben. Selbst in sehr guten Restaurants und bei Kreditkartenzahlung lässt man das Trinkgeld auf dem Tisch liegen. Im Hotel erwartet das Zimmermädchen ein Trinkgeld, in teureren Häusern auch der Portier.

Unterkunft

In Frankreich gibt es rund 20 000 Hotels, die in vier Kategorien eingeteilt sind. Die Preise beziehen sich in der Regel auf das Zimmer, nicht die Anzahl der Gäste. Die Erwartungen beim Frühstück sollte man runterschrauben: Ein Hotelfrühstück besteht meist nur aus einem Croissant, Orangensaft und Heißgetränk. Das französische Äquivalent der englischen Bed & Breakfasts sind die Chambres d'Hôtes, die teilweise recht luxuriös ausgestattet sind und dementsprechend teuer sein können. Da es sich bei diesen Gästehäusern um Privatunterkünfte handelt, gibt es keine Sterneklassifizierung. Günstige Hotels finden Sie unter der Kennzeichnung Logis de France (www.logis-de-france.fr) und günstige einfache Privatunterkünfte unter dem Label Gites de France (www.gites-de-france.fr). Während der französischen Ferienmonate Juli und August empfiehlt sich eine Reservierung. Insbesondere Mitte August sind gerade im Süden der Republik kaum noch Zimmer frei.

Zoll

Innerhalb der Europäischen Union gibt es für Privatpersonen keine Zollgrenzen mehr. Waren für den persönlichen Gebrauch genießen hohe Freigrenzen (zum Beispiel 800 Zigaretten, 10 l Spiritouosen und 90 l Wein können zollfrei ein- und ausgeführt werden). Beschränkungen bestehen hinsichtlich Pflanzen und Tieren sowie deren Verarbeitungsprodukten. Für Schweizer Staatsbürger gelten niedrigere Freigrenzen: 200 Zigaretten und 4 l Wein.

Was kostet wie viel?

Fahrrad

etwa 20 Euro für 24 Std.

Kaffee

ab 2 Euro für einen petit noir

Eis

2–4 Euro für eine Kugel

Wein

ab 4 Euro für ein Glas im Bistro

Benzin

1,60 Euro für 1 l Super

PKW-Maut

etwa 16 Euro für 100 km auf der Autobahn

Events, Feste & mehr

Gesetzliche Feiertage
1. Januar

Neujahr

März/April

Ostermontag

8. Mai

Ende des Zweiten Weltkriegs

Mai/Juni

Christi Himmelfahrt; Pfingstmontag

14. Juli

Nationalfeiertag

15. August

Mariä Himmelfahrt

1. November

Allerheiligen

11. November

Ende des Ersten Weltkriegs

25. Dezember

Weihnachten

Feste & Veranstaltungen
Januar

Festival International de la Bande Dessinée d'Angoulême: vier Tage Comic-Orgie (www.bdangouleme.com)

Februar

Karneval wird in Frankreich nur in Nizza und in vielen Orten des Nord-Pas-de-Calais gefeiert, Hochburgen: Dunkerque, Douai, Bailleul.

März

Die Feria in Arles eröffnet zu Ostern die Stierkampfsaison.

April

Zum Gruseln: In Beaune findet das Internationale Krimi-Filmfest statt.

Mai

Lebendiges Mittelalter bei den Jeanne-d’Arc-Festen in Orléans (1. Maiwoche) und Rouen (Monatsende).

Pilgerfahrt der gitans in Saintes-Maries-de-la-Mer vom 24. bis 26. Mai

Fête de Corridas in Nîmes

Filmfestspiele in Cannes

Juni

French Open: Tennisturnier im Stadion Roland Garros in Paris.

Am Utah Beach gedenken Veteranen und Pazifisten am 6. Juni der Landung der Amerikaner an der französischen Küste.

Zur Fête de la Musique spielen am 21. Juni in ganz Frankreich Bands kostenlos.

In Le Mans fahren Sportwagen und Motorräder das bekannte 24-Stunden-Langstreckenrennenwww.lemans.org.

Beginn des Montpellier-Danse-Festivalswww.montpellierdanse.com

Juli

Colmar: In der ersten Julihälfte Konzerte im Rahmen des Festival International de Musique Classique

In Biarritz findet das internationale Surf-Festival3. Juliwoche statt.

Ein immer gut besuchter Klassiker: das Theaterfestival in Avignon

August

Paris Plage: Sonnen, Baden und Feiern auf dem künstlich aufgeschütteten Strand an der Promenade am rechten Ufer der Seine

Bei der Fête de Bayonne geht es ebenso farbenfroh wie trinkfreudig zu.

September

Bei den Journées Européenes du Patrimoine öffnen sich sonst verschlossene Denkmäler für das Publikum ( www.journeesdupatrimoine.culture.fr)

Auch der Norden hat sein Filmfest mit Stars aus Hollywood: Festival du Film AméricainDeauville

BiennaleLyon: im Jahreswechsel zeigt die Biennale Kunst oder Ballett. www.biennale-de-lyon.org

Oktober

Auch in Paris gibt es einen Weinberg: Die Lese findet im Rahmen der Fêtes des Vendanges am Montmartre statt.

Bei der Nuit Blanche, der langen Nacht der Museen, wird in ganz Frankreich in den Kulturtempeln gefeiert.

November

Le Beaujolais primeur est arrivé! Am 3. Donnerstag um Mitternacht ist offiziell Fassanstich des jungen Rotweins.

Dezember

Am 8. Dezember zelebriert Lyon die Fête des Lumières. Sie geht auf ein religiöses Ereignis von über 150 Jahren zurück. Mehr als 3 Mio. Besucher zieht das vier Tage dauernde Lichtfest jedes Jahr an.

Im Trend

Fisch mal anders
Füße vor

Hoffentlich sind Sie nicht kitzelig! Bei der Fischpediküre knabbern Dutzende kleine Fische Hautschüppchen von ihren Füßen. In Asien ist diese sanfte Art der Pediküre bereits der Renner. Jetzt setzen auch die Französinnen darauf. In Paris geht es zu Rufa FishRue des Fossés Saint Jacques3www.rufafishspa.com Auch bei Michel-ÉricRue Madeleine-Michelis39Neuilly-sur-Seinewarten die Tiere in großen Becken auf Kunden. Und nahe Lille übernehmen sie im Zen Fish SpaRue du Capitaine L'Heureux41Sainghin-en-Weppeswww.zen-fish-spa.frdie Arbeit.

Welcome back
Chanson

Zaza Fournier überzeugt mit rauchiger Stimme und Akkordeon die junge Generation vom Chanson www.myspace.com/zazafournierClaire Denamur würzt die Musik mit einer extra Prise Folk und Jazz www.clairedenamur.com. Wer die neue Riege der Songwriterinnen live sehen will, geht in Brest ins La CarèneRue Jean-Marie Le Bris30www.lacarene.froder ins Pariser La Boule NoireBoulevard Rochechouart120www.laboule-noire.fr.

Rasant
Skijöring

Frankreichs Wintersportler zieht es nicht auf die Gipfel. Sie lassen sich lieber ziehen – von Pferden, Schlittenhunden oder einem Schneemobil. Skijöring ist Trend in den Skigebieten und immer mehr Rennen werden organisiert. Beispielsweise in Les Sybelleswww.les-sybelles.comund Serre Chevalierwww.serre-chevalier.com. Populär ist auch Les Arcswww.lesarcs.comdenn hier finden die französischen Meisterschaften in dieser Sportart statt www.skijoering.com.

Traumhafte Schlafstätten
Wie man sich bettet

Frankreichs Hotels haben mehr zu bieten als nur Bett und Bad. Auch die Schlafgelegenheit darf ein wenig ausgefallen sein. Im Park des Château d'Uzerkönnen Sie in einem wunderschön hergerichteten Waggon übernachten: Le ChâteauUzerwww.chateau-uzer.com. Die Parkanlage reicht Ihnen zum glücklich sein noch nicht? Dann schlagen Sie Ihr Lager doch im Baumhaushotel in Signy l'Abbayeauf. Das Le Chêne PercheDomaine de la Véneriewww.lecheneperche.comliegt in den Wipfeln der namensgebenden Eichen und wilden Kirschbäume. Am Boden geblieben ist das La ParareCalade du Pastre67Châteauneuf-Villevieillewww.laparare.com Das Gemäuer aus dem 18. Jh. wirkt von außen provencalisch-rustikal, drinnen geht es herrlich modern zu.

Zubeißen erlaubt
Healthy Fast Food

Hier können Sie ohne schlechtes Gewissen zubeißen. Bei Bert'sz. B. Les HallesPlace de la Rotonde7www.berts.com sind die Verpackungen ökologisch abbaubar, das Interieur ist superchic und das Fast Food wurde nach aktuellen Ernährungsempfehlungen entwickelt. Vorbildlich! In Frankreich ist die Bio-Cafékette Cozna Verawww.coznavera.eumit ihren rustikalen Filialen noch ein Newcomer. Der setzt aber auch etablierte Unternehmen wie ganz schön unter Druck. Mit dem Erfolg, dass auch das Imbiss-Urgestein eine „Salat-Filiale“ in Paris eröffnet hat. McCafé & Salade LivePlace de la Défense4www.mccafelive.comunterscheidet sich nicht nur optisch von anderen Filialen – hier gibt es Grünzeug statt Fritten.

Bloss nicht

Dieben eine Chance geben

Gerade in Großstädten sind Touristen oft eine leichte Beute von Dieben. In der Metro deshalb immer den Rucksack nach vorn schnallen und die Handtasche gut festhalten. Kameras, Handys und Portemonnaies nicht während der Fahrt auspacken. An Sightseeing-Brennpunkten wie z. B. Sacré Cœur ist besondere Vorsicht geboten. Hier tummeln sich Taschendiebe aus aller Herren Länder.

Eine private Einladung ausdehnen

Wenn man das Glück hat, von Franzosen zum Essen gebeten zu werden, gelten andere Höflichkeitsregeln als zu Hause. Verlässt einer der Gäste die Tafel, verabschieden sich alle anderen sofort, mag es auch ungemütlich wirken. Und Wein trinkt man nur zum Essen, keinesfalls lässt man sich anschließend zu einem Abschiedstrunk auf dem Sofa der Gastgeber nieder, der Abend endet mit dem letzten Gang, café oder digestif.

Leichtsinnig sein

Die französische Atlantikküste ist wegen des starken Wellengangs ein Surferparadies. Schwimmer jedoch sollten aufpassen, denn starke Strömungen sind schon manchem zum Verhängnis geworden. Vorsicht auch an der normannischen und bretonischen Küste: Hier kommt es häufig zu schnellen Wetterwechseln. Jedes Jahr ertrinken Menschen an der Atlantikküste.

Vor verschlossenen Türen stehen

In Frankreich gehen manche Uhren anders: Banken und Behörden machen erst um 9 Uhr, Geschäfte oft erst um 10 Uhr auf. Die Mittagspause ist heilig: Außer in Paris schließen Läden und Offices de Tourisme à midi, meist von 12 bis 14 Uhr.

Im Juli/August mit dem Auto gen Süden

Im Juli gehört Frankreich den Sportlern der Tour de France – die Folge: Staus in den französischen Etappenregionen. Frankreich ist ein zentralistisch organisiertes Land, alle Schulen schließen im Sommer gleichzeitig zwei Monate, und Paris leert sich. Zwischen Mitte Juli und Mitte August ist das höchste Verkehrsaufkommen, an den Stausamstagen gilt deshalb ein Fahrverbot für Kinderbustransporte. Hier ist die Staugefahr am größten: A 36, A 39, A 7, A 9, A 8, A 6 und im Lyoner Stadttunnel La Fourvière.

Verkehrsregeln missachten

Im Land der liberté herrscht im Straßenverkehr keine fraternité mit Fahrern ausländischer Wagen. Im Kreisverkehr gilt rechts vor links, jedenfalls oft … Der Klügere gibt nach! Die Zahl der Verkehrstoten ist wieder angestiegen, umso strenger werden Regelbrüche geahndet. In Parkverbotszonen sind Abschleppwagen schnell zur Stelle, Radarkontrollen sind häufig.

Stichworte

Architektur

Macht und Architektur gehen in Frankreich Hand in Hand. Es gehört zum guten Ton eines Regenten, sich in Bauwerken zu verewigen. Angefangen hat damit bereits Kaiser Augustus (43 v. Chr.–14 n. Chr.). In Nîmes und an anderen Orten im Süden Frankreichs ließ der Herrscher des römischen Reichs Tempel, Thermen und Arenen errichten. Später machten es ihm die kirchlichen Regenten nach. Ihnen verdankt das Land eine große Anzahl an romanischen Kirchen, allen voran Cluny und die Basilika Saint-Sernin in Toulouse, und später Meisterwerke der Gotik, wie Saint-Denis, Reims und Chartres. Innerhalb von 500 Jahren wurden 141 gotische Kathedralen in Frankreich errichtet.

Der gotische Stil mit seinen Spitzbögen hielt sich bis ins 16. Jh. hinein, um dann von einem regelrechten Bauboom im Stil der Renaissance abgelöst zu werden. Die Schlösser an der Loire wie Azay-le-Rideau oder Chambord, später Fontainebleau, überboten sich gegenseitig an Pracht und Ausstattung. Doch es ging noch monumentaler: Im Klassizismus schuf Ludwig XIV. mit Versailles ein Bauwerk, dass alle anderen Schlösser in den Schatten stellte.

Im 18. Jh. entstanden vor allem Stadthäuser, unter der napoleonischen Herrschaft ziemlich verschnörkelte Empire- und später Rokokobauten. Mit der Dritten Republik übernahmen vom Volk gewählte Präsidenten das architektonische Zepter. Präsident Georges Pompidou initiierte das nach ihm benannte Kunstzentrum, und François Mitterrand war in seiner Bauwut kaum noch zu bremsen. Er ließ die besten Architekten der Welt nach Paris einfliegen: Der Chinese Ieho Ming Pei errichtete die Pyramide im Louvre, der Lateinamerikaner Carlos Ott die neue Oper, der Däne Johann Otto von Spreckelsen die Grande Arche de la Défense, um nur einige zu nennen. Mitterrands Nachfolger Jacques Chirac begnügte sich damit, das Musée du Quai Branly von Jean Nouvel zu vollenden. Nicolas Sarkozy seinerseits hat hochfliegende Pläne für eine Welthauptstadt Grand Paris.

Banlieue

Der Begriff, der wörtlich übersetzt „Ort des Banns“ bedeutet, bezeichnet die armen Vorstädte in Frankreich. Die Entstehung dieser quartiers sensibles setzte in den 1950er-Jahren ein, als Frankreich peu à peu seine nordafrikanischen Kolonien verlor und die vertriebenen Franzosen zurück ins Heimatland strömten. Zu ihnen gesellten sich dann später, in den 1970er-Jahren, viele Immigranten. Frankreich hat die höchste Gesamtzahl an Einwanderern in Europa – etwa 5 Mio. Menschen kamen seit 1948 ins Land. Um der heranströmenden Bevölkerung Herr zu werden, zogen die Großstadtverwaltungen im Umkreis massenweise Sozialwohnungen in Plattenbauweise hoch, was zu einer Gettoisierung der Vorstädte führte. Zu trauriger Berühmtheit gelangten die Banlieues, als es im Oktober 2005, bedingt durch den Tod zweier Jugendlicher, die vor der Polizei auf ein Starkstromgelände geflohen waren, zu Unruhen kam. Über Wochen hinweg brannten Autos in den Vorstädten; vor allem die jugendliche Bevölkerung lieferte sich einen erbitterten Kampf mit den Ordnungshütern. Die Ausschreitungen waren die schlimmsten seit den Studentenunruhen im Jahr 1968. An der prekären Lage der Banlieuebewohner, die allein wegen ihrer „schlechten“ Adresse oft keinen Job bekommen und damit keine Zukunftschancen haben, hat sich dadurch jedoch kaum etwas geändert.

Bevölkerung

Frankreich hat seine Bevölkerung in zwei Jahrhunderten verdoppelt. 64,6 Mio. zählt die Nation (einschließlich der Regionen in Übersee). Nach Deutschland hat Frankreich damit die zweithöchste Einwohnerzahl in der EU (13 Prozent). Die Lebenserwartung liegt bei 84,5 Jahren für Frauen und bei 77,8 Jahren für Männer (in Deutschland 82,5 und 77,3). Mit einer Geburtenrate von 2 Kindern pro Frau liegt das Land mit Irland und Großbritannien an der Spitze. 53 Prozent der Kinder werden nichtehelich geboren. Im Land der liberté entscheiden sich viele für eine eingetragene Lebenspartnerschaft, die im Gegensatz zu Deutschland seit 1999 auch für heterosexuelle Paare erlaubt ist. Der „zivile Solidaritätspakt“ PACS als dritter Weg zwischen Ehe und freier Liebe ist bei jungen Paaren so beliebt geworden, dass mittlerweile auf drei Hochzeiten zwei frisch „gepacste“ Paare kommen. PACS-Partner sind Eheleuten weitgehend gleichgestellt, sie können sogar Familienrabatte in Anspruch nehmen. Eine Trennung geht rasch: Die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten kommt der Auflösung eines Mietvertrags gleich.

Dom-rom & Frankofonie

Vier französische Überseegebiete aus ehemaliger Kolonialzeit genießen seit 1946 den Status von Départements: Guadeloupe, Französisch-Guayana, Martinique, La Réunion. 2011 feierte Frankreich mit der Komoreninsel Mayotte die Aufnahme des 101. Départements. Die Überseeregionen werden von den abkürzungsfreudigen Franzosen liebevoll und stolz DOM-ROM genannt: Départements et Régions Outre-Mer. Etwa 160 bis 200 Mio. Menschen in der Welt sprechen Französisch als Mutter- oder Alltagssprache, nur 44 Prozent davon leben in Europa, vor allem in Frankreich, Belgien, Luxemburg und der Schweiz, 46 Prozent in Afrika, vor allem in den Maghreb-Staaten, aber auch südlich der Sahara. In vielen internationalen Organisationen wie Uno, Unesco, Europarat ist Französisch eine der Arbeitssprachen, der Europäische Gerichtshof verhandelt ausschließlich en français. In Deutschland dagegen sinkt das Interesse: Nur noch 2 Prozent der Deutschen können fließend Französisch sprechen. 19 Prozent der Schüler erlernen die Sprache des westlichen Nachbarn, wobei der bilinguale Unterricht beliebter wird.

Korsika

Eine gewisse Sonderstellung nimmt auch die Insel Korsika (300 000 Ew.) ein. Die „Insel der Schönheit“, wie sie gern genannt wird, ist das viertgrößte Eiland im Mittelmeer. Sie verfügt über 1000 km Küste, schneeweiße Strände, raues Gebirge, pittoreske Orte und einen der schwierigsten Wanderwege des Landes, den berühmten GR 20. Die Bewohner sind stolz, fühlen sich nicht als Franzosen, sondern als Korsen. Unabhängigkeitsbestrebungen gab es immer, inzwischen ist es aber um die separatistische Bewegung FLNC recht ruhig geworden. Die Insel ist in zwei Departements verwaltungstechnisch aufgeteilt: Ajaccio, die Geburtsstadt Napoleons, ist Hauptstadt von Corse-du-Sud und Bastia, die Business-Zentrale der Insel, die Hauptstadt von Haute-Corse. Über die Insel informiert ausführlich der MARCO POLO Band „Korsika“.

Mode

Die Mode- und Textilindustrie hat in Frankreich immer eine große Rolle gespielt. Bayeux ist für seine Spitze, Lyon für seine Seide bekannt. Zentrum der Mode ist jedoch heute wie früher Paris. Hier erfand der Engländer Charles Frederick Worth 1857 die Haute Couture, aus der in den 1960er-Jahren die Prêt-à-Porter-Mode hervorging. Viele altehrwürdige Unternehmen wie Chanel, Dior oder Givenchy geben noch heute den Ton an. In den vergangenen Jahren schafften es auch in Vergessenheit geratene Firmen wie Lanvin, Balenciaga oder Nina Ricci durch junge Designer, an alte Erfolge anzuknüpfen.

Regionen

Vor der Französischen Revolution von 1789 war Frankreich in 30 Provinzen gegliedert. Damals entstand eine neue Verwaltungsstruktur mit heute 96 Départements. Die Provinznamen der vorrevolutionären Monarchie überlebten teilweise in den Regionen – zum Beispiel Aquitanien, Auvergne, Bretagne, Burgund, Elsass oder Lothringen. Sie bieten Reisenden eine nützliche geografische Orientierung. Es gibt 22 Regionen einschließlich Korsika ohne die Überseegebiete.

Manche der beliebten Tourismusgebiete verstecken sich allerdings in Wortungetümen, so etwa die in einen Namen gepferchte Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur. Und ganz logisch ist die Aufteilung auch nicht immer zu entschlüsseln, wie es etwa am Beispiel des Périgord zu sehen ist: Der frühere Grafschaftsname bezeichnet heute eine Landschaft, keine Region.

Religion

Frankreich ist ein laizistischer Staat. Das bedeutet, dass Staat und Religionsgemeinschaften vollkommen voneinander getrennt sind. Auf den Laizismus wird großen Wert gelegt, Religion ist Privatsache. Deswegen gibt es auch keine staatlichen Erhebungen über Religionszugehörigkeiten und in staatlichen Schulen keinen Religionsunterricht. Die veröffentlichen Statistiken variieren stark, jedoch geht man davon aus, dass die Mehrheit, konkret 62 Prozent, katholischen Glaubens ist. Der Islam ist zweitstärkste Religion in Frankreich.

Sommerpause

Das Jahr in Frankreich ist inoffiziell in die Zeit vor und nach der Sommerpause eingeteilt. Mitte Juli bis Mitte August ruht in den meisten Büros die Arbeit, in den Großstädten sind viele Geschäfte geschlossen. Das „normale“ Leben hält erst in der ersten Septemberwoche wieder Einzug. Diese Zeit wird als la rentrée (die Rückkehr) bezeichnet. Das Wort orientiert sich an der Rückkehr der Schulklassen, wird inzwischen jedoch weiter gefasst. Denn parallel zur rentrée verschreibt sich das Land einer kulturellen Rundumerneuerung, die mit der Vorstellung neuer Filme, Bücher, Mode usw. einhergeht. In den Ferienorten an den Küsten findet diese Sommerpause nicht statt. Im Hinterland kann es jedoch passieren, dass man vor verschlossenen Restauranttüren steht.

Wein und AOC

Der Schlüssel zum Verstehen der französischen Weinkultur ist die AOC: Appellation d'Origine Contrôlée. Die französische Weinphilosophie unterscheidet sich von der deutschen, weil sie nicht nach Rebsorten (wie Riesling, Silvaner, Müller-Thurgau) als Qualitätskriterium ausgeht, sondern den terroir, also das Gebiet heraushebt. Das Siegel AOC steht für das Zusammenspiel von Boden, Klima und traditionelle Methoden des Weinanbaus, des speziellen savoir-faire, das den Winzern in einem AOC-Gebiet Herstellungstechniken, Höchstmengen und Sorten vorschreibt. Allein im Raum Bordeaux gibt es 37 AOCs. Rund die Hälfte der französischen Weinlese, über 350 Wein-, Cidre- und Rumsorten tragen das AOC-Siegel. Auch Champagner, Cognac und Calvados sind AOC-geprüft.

Das AOC-Prinzip gilt auch für 46 Käsesorten und andere Lebensmittel, zum Beispiel das Poulet de Bresse, ein hochwertiges Hühnchen. Der Roquefort, Schafskäse aus dem Zentralmassiv, erhielt als erster Käse 1925 das AOC-Gütesiegel. Weitere Informationen zur AOC und Hilfe bei der Weinwahl finden Sie unter www.inao.gouv.fr und www.guideduvin.com.

Wirtschaft

In Frankreich waren bis vor wenigen Jahren sehr viele Großbetriebe noch in staatlicher Hand. Man sprach deshalb auch von einer gelenkten Volkswirtschaft. Jedoch wurde, wie auch in Deutschland, zunehmend privatisiert und auch dereguliert. Frankreich ist die zweitgrößte Industrienation in Europa und die fünftgrößte Wirtschafts- und Atommacht der Welt, größter Flächenstaat der EU. Das Hexagon wird weltweit von den meisten Touristen besucht (86 Mio. im Jahr 2010) und ist der zweitgrößte Exporteur von landwirtschaftlichen Produkten in die USA. Wichtige Branchen sind Lebensmittel, Automobil, Baugewerbe und Energie. Zahlenmäßig geringer, aber bedeutend im Außenhandel ist die Mode-, Parfüm- und vor allem die Luxusartikelindustrie, bei der Frankreich als wichtigster Exporteur weltweit gilt.

Bücher & Filme

Bruno, Chef de Police

die Krimis von Martin Walker spielen im Périgord

Chenonceaux. Schloss der Frauen

poetische, unterhaltsame Geschichte über das Witwenschloss, geschrieben von Marguerite Yourcenar

Essen in Frankreich

einzigartiges, handliches Lexikon für Küche, Einkauf, Restaurantbesuch, von Ute Redeker-Sosnitzka

Das Schmuckstück (Potiche)

Filmkomödie (2010) von François Ozon mit Cathérine Deneuve und Gérard Dépardieu, eine bissige Boulevardposse, sehr vergnüglich

Ein Mann und eine Frau

Oscar-gekrönter Nouvelle-Vague-Klassiker (1966) über eine unverhoffte Liebe. Schauplatz ist Deauville. Von Claude Lelouch mit Anouk Aimée und Jean-Louis Trintignant

Fakten

Einwohner
67.118.648
Fläche
643.801 km²
Sprache
Französisch
Währung
Euro
Strom
230 V, 50 Hz
Regierungssystem
semipräsidiale Republik
Hauptstadt
Paris
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
23:35 Uhr
Zeitverschiebung
keine
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