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Ein Downhillbiker in den Vogesen, viel zu schnell. Ein TGV auf gerader Strecke, 320 km in der Stunde. Mann und Frau auf einem Hausboot, Schritttempo. Samstagmittag in Mulhouse, Colmar, Straßburg: kreuz und quer Gewusel auf der Grand’Rue. Das Elsass ist ein Land mit vielen Geschwindigkeiten. Sprachen früher ländlicher Charme, Weinstraße und „Leben wie Gott in Frankreich“ für Ferien im Elsass, so gibt es heute ein paar Argumente mehr.
Natürlicher Reichtum
Auf nur 8280 km2 finden sich nicht nur die bekannten Trümpfe Straßburger Münster und Isenheimer Altar, Elsässer Küche und Weinkeller, sondern auch die zwei großen Naturschutzgebiete der Ballons des Vosges und der Vosges du Nord sowie das grenzüberschreitende Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord und vielfältige Biotope wie die Rheinauen im Grand Ried, wo es sogar noch einen Flussschiffer gibt. Mit seinen Alleen ist das flache Land ideal für Fahrradtouren, genauso wie der hügelige Sundgau im Süden und das „Krumme“ Elsass Alsace Bossue im Nordwesten, zwei verträumte Landschaften, die eine Reise wert sind.
Freizeitparadies Vogesen
Für Pedalisten um einiges kniffliger sind da schon die Vogesen mit ihren Burgen, Gipfeln, Schluchten. Wanderer, Skifahrer, Schneeschuhläufer, Kletterer, Drachenflieger, Pilzsammler und Motorradfahrer finden hier ihr Terrain, sogar mit alpinem Charakter. Trotz Skizirkus rund ums Hohneck ist die Bergwelt immer noch authentisch, auch weil die Bergler nach wie vor Kühe hüten, Käse machen und ihre fermes auberges, ihre Bergbauernhöfe mit rustikalen Spezialitäten, in Schuss halten.
Geschichte
58 v. Chr.
Die Römer erobern Gallien
5.Jh.
Völkerwanderung, Alemannen siedeln sich an
962
Das Elsass wird Teil des Hl. Römischen Reichs Deutscher Nation; Burgenbau der Staufer
1648–1681
Mit Ludwig XIV. übernimmt Frankreich die Herrschaft
1870/71
Nach dem Preußisch-Französischen Krieg gehört das Elsass-zum Deutschen Reich
1919
Das Elsass wird erneut französisch, 300 000 Menschen müssen das Land verlassen
1940–1944
Nazideutschland besetzt das Elsass, 32 000 Opfer
1949/1952
Straßburg wird Sitz des Europarats und des Europäischen Parlaments
2016
Neugliederung der französischen Regionen, das Elsass wird Teil der Region Grand Est
2021
Fusion der beiden elsässischen Departements Haut-Rhin und Bas-Rhin zur „Collectivité Européene d’Alsace“ (CEA)
2024
Das Europäische Parlament konstituiert sich mit 720 Abgeordneten zu seiner zehnten Legislaturperiode
Ein bisschen "le Kitsch" gehört dazu
Wesentlich anmutiger und sonniger ist es in der Vorbergzone. Hier wächst der berühmte elsässische Riesling und hier wird deftig oder fein aufgetischt. Jedes Weindorf ist ein Geschenk fürs Auge. Stadtmauern und Türme, Erker und Fachwerk mit Geranien sind der Stoff, aus dem die Elsassträume gewebt sind, wie sie Tomi Ungerer zeichnerisch in seinem „Großen Liederbuch“ verewigt hat. Die 170 km lange Route des Vins d’Alsace gehört zum Pflichtprogramm. Es gibt aber auch eine Käsestraße, eine Straße des frittierten Karpfens und auch eine Schokoladenstraße im Norden. Hier sind die Dörfer etwas weniger putzig – der Wein fehlt –, aber dafür gibt es hier viele Höfe, die nicht nur Kühe auf der Weide haben, sondern auch Pferde auf der Koppel und Ferien für die ganze Familie anbieten.
Drei Städte, drei Charakter
Nur 190 km misst das Elsass von Nord nach Süd und keine 50 km vom Rhein bis zur Kammlinie der Vogesen. 1,9 Mio. Menschen leben hier, die meisten davon in den drei großen Städten. Diese haben alle ihren ganz eigenen Charakter, sind großbürgerlich (Colmar), industriell (Mulhouse) oder multikulturell-europäisch (Straßburg) geprägt. Touristisch ist das kleine Ländchen eine Großmacht: 24 Mio. Übernachtungen werden pro Jahr gezählt – kein Wunder bei der Menge all der schönen Orte.
Konservativ und modern
Dass die Zahl der wunderbar erhaltenen Dörfer und Städtchen so groß ist, hat Gründe. Zum einen liegt es an der Mentalität: Die Elsässer sind konservativ, sie bewahren gerne, gerade auch, weil sie oft genug den Verlust ihrer Heimat erleben mussten. Das Dorf, das Essen, der alemannische Dialekt und die Feste stehen hoch im Kurs. Die Heimatverbundenheit äußert sich auch im gemeinsamen Anpacken für ein Dorfmuseum. Auch der französische Zentralismus mag mit ein Grund sein. Frankreichs Osten musste lange auf sein Wirtschaftswunder warten – zum Glück: Aus Kleingeld werden eben keine großen Bausünden.
Kulturell ist einiges los
Auch in den Städten gibt es die Liebe zur Tradition. Das ehemalige Gerberviertel Petite Venise ist das Kleinod Colmars. Ursprünglich wollte man das „Kleine Venedig“ abreißen, doch die Colmarer wehrten sich erfolgreich. Aber bei aller Traditionsverbundenheit sind die Städte(r) auch unruhig – wie überall. Kulturell ist einiges los: Musik-, Film-, Tanz- oder Theaterfestivals stehen auf der Agenda, Markthallen werden gebaut und sogar beim Essen wird Neues ausprobiert, wie die Foodtruck-Festivals zeigen. Es muss nicht immer Flammkuchen sein! Schon immer war das Elsass ein Grenzland. Nach den Kelten und Römern kamen die Alemannen, später pflückten sich die Franzosen den schönen Apfel, dann die Preußen, wieder die Franzosen, die Nazis, bis nach dem Zweiten Weltkrieg die Sache entschieden war und die Zeit endlich reif für Versöhnung. Heute ist die Geschichte nicht vergessen, aber großteils vergeben. Die Wechsel haben der Region gutgetan, vom mittelalterlichen Fachwerk über französische und wilhelminische Paläste bis zu Glas- und Betonbauten ist alles zu finden. Auch kulinarisch geht bekanntlich Großes. Spielt es also eine Rolle, wie französisch das Elsass ist oder wie deutsch l’Alsace? Neugierige, Gourmets, Sportbegeisterte, Naturfreunde und Frankophile (und viele andere auch) genießen gerade diese Durchdringung zweier Kulturen mitsamt ihren Widersprüchen!
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Über die Region:
Die Vogesen bieten eine abwechslungsreiche Landschaft mit Bergen, Wäldern und Seen. Der Lac de Gérardmer und die Route des Crêtes sind besonders bekannt. Wanderwege und historische Stätten wie die Burg Haut-Koenigsbourg laden zum Erkunden ein. Das Elsass beeindruckt mit Weinbergen und charmanten Dörfern. Straßburg mit dem Münster und die Weinstraße sind beliebte Ziele. Colmar und Riquewihr bieten historische Architektur und kulinarische Erlebnisse. Der Schwarzwald ist bekannt für seine dichten Wälder und Berge. Die Triberger Wasserfälle und der Titisee sind bedeutende Sehenswürdigkeiten. Wanderwege und Aussichtspunkte wie der Feldberg bieten Naturerlebnisse.

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