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Dem Modernen nicht abgeneigt, doch den Traditionen verhaftet: So ist Burgund! Entsprechend lässt sich die Region auch erschließen: In den Weinen und Speisen erahnst du den Nachhall feudaler Bankette, lauschst dem windschiefen Fachwerk die Geschichten ihrer Bewohner ab oder gleitest im modern ausgestatteten Hausboot durch idyllische Landschaften.
Mehr als nur Burgunderbrot
Burgund ist eine Farbe: Rot. Du begegnest ihr, wenn du in dunkle Keller steigst, um den Weingläsern auf den Grund zu schauen. Nimm dir Zeit für ein Gespräch mit dem Winzer. Danach wird es dich nicht mehr wundern, dass vom boeuf bourguignon bis zum coq au vin nahezu alle handfesten Genüsse der Bourgogne, also Burgunds, mit dem Saft der tiefroten Trauben durchtränkt sind. Als komplementären Farbkontrast präsentiert die Region das satte Grün ihrer sanft gewellten Hügel mit blauem Himmel und Sommersonne. Nicht nur wegen der zentralen geografischen Lage nennt sich Burgund „das Herz Frankreichs“. Gemeint ist la douce France, ein sanftes, großzügiges Frankreich, eins der ländlichen Wonnen. Nur auf Meereswellen musst du in Burgund verzichten, nicht aber aufs Wasser. Ob Saône, Loire, Yonne oder Seine – Flüsse mit klangvollen Namen ziehen ihre Schleifen durchs Land. Von Kanufahren bis Rafting ist hier alles drin. Seglern und Windsurfern eröffnen die Seen des Morvan ein blaues Paradies.
Lebendige kleine Städte, verschlafene Dörfchen
Frankreich ist seit 1790 in Departements eingeteilt, vier sind es in Burgund: Côte-d’Or, Yonne, Nièvre und Saôneet- Loire. In einem Land der Traditionen haben sich freilich auch die Territorialund Flurbezeichnungen früherer Zeit bewahrt: Auxois, Bazois, Beaunois, Brionnais und manch andere. Diese erschließen dir ein Stück burgundischer Seele, die an Vertrautem festhält. Für Aufruhr sorgte 2016 die Fusion zur Großregion Bourgogne-Franche-Comté. Eine territoriale Neuordnung, die das Geschichtsbewusstsein der regionalen Zentren noch verstärkt. Ob pulsierend und mit breitem Kulturangebot punktend wie die Hauptstadt der neuen Großregion Dijon, dem Wein verschrieben wie Beaune, von südlicher Lebensart gepackt wie Mâcon oder seiner römisch-romanischen Vergangenheit verhaftet wie Autun. Daneben gibt es jene Städte und Dörfer, denen die Zeit einfach so davonraste, die wie Semur-en-Auxois im Dornröschenschlaf verweilen und darauf warten, dass ein neuer Impuls sie wachküsst.
Geschichte
52 v. Chr.
Die Gallier unter Vercingetorix werden bei Alésia von den Römern geschlagen
5.Jh.
Skandinavische Stämme von Bornholm (Burgunderholm) besiedeln die Region
534
Burgund fällt an die Franken
um 910
Benediktiner gründen das Kloster Cluny
1098
Gründung des Zisterzienserordens in Cîteaux
1364–1477
Die Grands Ducs bescheren ihrem Herzogtum Burgund eine goldene Ära
1493
Frieden von Senlis: Habsburg tritt Burgund an Frankreich ab
um 1880
Die Reblaus stürzt Burgunds Weinwirtschaft in die Krise
2015
Die climats genannten kleinflächigen Lagebezeichnungen an der Côte-d’Or werden Unesco-Welterbet
2016
Fusion der Regionen Burgund und Franche-Comté
2022/23
Mit neuen Einrichtungen wie der Cité Internationale de la Gastronomie (Dijon) und der Cité des Climats et Vins (Beaune, Mâcon und Chablis) behauptet sich Burgund als Gourmetregion des 21.Jhs.
Von Pendlern & Radlern
Der Weg zum Reiseziel ist nicht weit; die Autobahn durchquert Burgund, und der schnelle TGV braucht eineinhalb Zugstunden von Paris nach Dijon. Der TGV Rhin- Rhône verbindet zudem Straßburg mit Dijon und Mâcon. Und nach Straßburg gelangen deutsche Reisende dank des TGV Est von mehreren deutschen Großstädten aus. Auch immer mehr Pendler aus dem Großraum Paris nutzen die guten Verkehrsverbindungen. Vor allem Burgunds Norden wird zum „Vorort“ der französischen Hauptstadt, mit entsprechend hohen Immobilienpreisen. Um die Naturschätze zu schützen, wurde viel in Rad- und Wanderwege investiert. Auf dem 872 km langen Wegenetz Le tour de Bourgogne à vélo erkundest du ganz Burgund mit dem Rad.
Zwischen moderner Landwirtschaft und Naturidyll
Längst hat sich der versonnene Landstrich der Neuzeit angepasst. Zwischen den Ackerparzellen sind die Hecken gerodet, um Platz zu machen für modernste, riesige Maschinen. Ungehindert schweift der Blick oft kilometerweit über reizlose Monokulturen. Und doch warten am Horizont landschaftliche Attraktionen: Seen und Wälder im Naturpark des Morvan, Weindörfer und Winzerfeste an der Côte-d’Or, Schluchten und Grotten im Macônnais oder eine weltabgewandte Flussidylle bei Avallon – alles ideale Ziele für ausgiebige Rad- und Wandertouren. Climber entdecken inmitten der Hügel, bei Auxerre oder Beaune, die reizvollsten Steilwände.
Burgund for Future
Hektische Großstädte? Fehlanzeige! Selbst Dijon zählt im Kern gerade einmal etwas mehr als 150 000 Einwohner. Autun, Beaune, Auxerre, Nevers oder Mâcon pendeln sich zwischen 10 000 und 40 000 Bewohnern ein. Was nicht bedeutet, dass Burgund zum Freiluftmuseum wird. In Dijon konkurrieren neue Restaurantkonzepte und stylische Bistrots mit den großen Traditionshäusern. Und das rege studentische Leben mischt die Beschaulichkeit der burgundischen Hauptstadt auf. Futuristische Museumsbauten wie das Musée de la Civilisation Celtique am Mont Beuvray oder der MuséoParc Alésia am Mont Auxois katapultieren die Region selbstbewusst ins 21.Jh. Beide Objekte spannen einen Bogen von der Antike bis in die Gegenwart. Die Zukunft aber wird grün. Ökologisches Denken hat längst die Oberhand. So konnte die Wasserqualität in den Flüssen enorm verbessert werden. Pestizide kommen im Weinberg in immer geringeren Mengen zur Anwendung. Bioprodukte sind auf den Märkten normal, Ökotourismus und Artenschutz Programm. Die Corona- Pandemie, die auch in Burgund viele Opfer forderte, hat diese Entwicklung eher noch beschleunigt. Die Sammeleintrittskarte Pass découverte Bourgogne-Franche- Comté (pass.bourgognefranchecomte.com) mit vergünstigtem Zugang zu den Sehenswürdigkeiten der Region kam 2020 genau im richtigen Moment heraus, um die Tourismusbranche zu unterstützen. Kurzum, auf der Basis reicher kultureller Schätze und unverbauter Landschaften schaut Burgund an der Seite der Franche- Comté positiv in die Zukunft.
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Burgund
Buch, 12. Auflage · 15.95 €Urlaub im Herzen Frankreichs: Mit dem MARCO POLO Reiseführer durch Burgund Alles nur burgunderrot? In den Weinkellern der Region mag das vielleicht stimmen, aber draußen in der Natur hat Burgund den ganzen Farbkasten zu bieten: Das satte Grün der Hügel kontrastiert mit dem Blau des Sommerhimmels. Dazwischen liegen bunte Städte und verschlafene Dörfchen, die nur darauf warten, von dir wachgeküsst zu werden.
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Nicht nur Rotwein-Liebhaber und Senf-Feinschmecker sind hier gut aufgehoben. Auch Kultur- und Naturgenüsse warten auf dich: Wandere im Eselgalopp durch die Wälder im Naturpark Morvan, besuche die romanischen Kirchen im Brionnais oder schippere mit dem Hausboot gemütlich den Canal du Nivernais hinunter. Zu viel Ruhe und Idyll? Kein Problem, beim Klettern und Raften ist Nervenkitzel garantiert.
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