Schottland

Überblick

Willkommen in Schottland

Schottland ist Kult! Nessie und Whisky, Dudelsack, Burgen und Mythen locken in das wildromantische Nordland: Die Windschutzscheibe wird zum Panoramafenster für Bergkuppen, Moorseen und Steilküsten. Das atlantische Wetter sorgt hier für ständige Lichtwechsel, und die Dramatik der Highlands erlebst du am besten zu Fuß.

Die Highlands sind eine grünsamtige Region, zwischen deren Bergen (Bens) fischreiche Seen (Lochs) blinken wie Spiegel. Hier haben Forellenangler ihr Revier, in den Flüssen gehen die Schotten auf Lachse. Wer mit dem Auto unterwegs ist, bestaunt phantastische Panoramen. Links der Straße ziehen Nebelfetzen über das Torfmoor, rechts leuchtet das rötliche Fell eines Highlandbullen in der pinkfarbenen Heide. Lichtfinger tasten suchend vom Himmel herab, beleuchten für einen Moment eine einsame Kieferngruppe inmitten eines Sees, streicheln dann die aufstrebenden Flanken eines gezackten Gipfels, über dem Adler und Raben ihre Kreise ziehen. Nie ist das Meer weiter als eine Autostunde entfernt. Also nichts wie los in Schottlands einzigartige Natur!

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Reisezeit Schottland

Januar
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Februar
mäßig
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März
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April
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11°C
Mai
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14°C
Juni
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Juli
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August
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September
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Oktober
mittel
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November
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Dezember
mäßig
7°C
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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Samstag / 31.10.2020
Vormittags
10 °C
Nachmittags
10 °C
Abends
7 °C
Sonntag / 01.11.2020
Vormittags
8 °C
Nachmittags
8 °C
Abends
6 °C
Montag / 02.11.2020
Vormittags
7 °C
Nachmittags
7 °C
Abends
5 °C
Mehr Wetterinfos

Anreise

13h 30min
12h 30min
2h
Frankfurt am Main
Schottland
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Landschaftliche Dramatik pur

Die Windschutzscheibe deines Autos wird zum Panoramafenster für Berge, Moorseen und Steilküsten. Die Dramatik der Highlands kannst du auch schrittweise bei kleinen Fußmärschen aufsaugen. Sogar in den Städten hausen Dramen: Edinburghs mittelalterliche Skyline, Glasgows humorig gewürzter postindustrieller Charme und Dundees postmoderne Kulturexplosion.

Mit oder ohne England?

Schotten sind herzlicher und impulsiver als die angelsächsischen Engländer. Dennoch ist man seit gut 300 Jahren politisch als Briten zusammengerückt. Tony Blairs devolution – Dezentralisierung – verdanken die gut 5 Mio. Schotten wieder ein eigenes Parlament und eigene Befugnisse. In Edinburgh regiert die Scottish National Party (SNP), deren Unabhängigkeitsreferendum 2014 scheiterte. Den Brexit will Schottland aber nicht. Also doch in die Unabhängigkeit? Nordseeöl und ein gutes Bildungswesen stimmen optimistisch. Pragmatismus kommt jedoch noch vor einem Nationalbewusstsein, das sich eher gegen die Arroganz Westminsters wendet als gegen die britische Idee. Besucher kommen wegen der rauen Natur, in der etliche Mythen blühen – Erzählungen, die den Lowlands entsprangen. In die sanften Hügel bei Dryburgh und Jedburgh schmiegen sich romantische Abteiruinen. Unter gotischen Bögen hallen Grenzkriege mit England greifbar wider. Am intensivsten erlebst du das liebliche Land am River Tweed auf einer Radtour – wobei du auch gleich dem Erfinder des Schottland-Tourismus auf die Spur kommst: Der Romancier Sir Walter Scott machte die Highlands zur Weltmarke. Es gäbe keine Hollywood-Highlander ohne den Lowlander Scott. Nur Nessie, Dudelsack, Whisky und Sean Connery sind nicht auf Scott zurückzuführen.

Edinburgh gegen Glasgow

Zwischen Lowlands und Highlands bildet die Gegend um Glasgow und Edinburgh einen urbanen Riegel. Unterschiedlicher können zwei Städte nicht sein. Edinburgh inszeniert sich mit zwei Altstädten großartig. Auf der Royal Mile und in der georgianischen New Town erreicht das Flanierbarometer südländische Hochs. Schotten feiern hemdsärmelig den Büroschluss in Straßencafés, Touristen stecken ihre Nasen in Gassen, in denen mittelalterlicher Spuk wieder auf die Bühne kommt. Ganz anders Glasgow. Statt einer Fassade wie aus einem Guss konkurrieren Klassizismus, Neogotik und Jugendstilansichten. Und schottisches Lebensgefühl ist nirgends authentischer. Auch wenn der Dialekt schwer verständlich ist, wirst du von Streetlife, Musikclubs, Kunstszene und Glasgows Gastfreundschaft hingerissen sein.

Das Licht der Highlands

Nördlich der Städte beginnen bald die Highlands: eine grünsamtige Region, zwischen deren Bergen (bens) fischreiche Seen (lochs) wie Spiegel blinken. Hier ziehen Nebelfetzen über Torfmoore, dort leuchtet das rötliche Fell eines Highlandbullen in der Heide. Lichtfinger tasten vom Himmel herab, beleuchten eine einsame Kieferngruppe inmitten eines Sees, huschen über die Flanken gezackter Gipfel oder die Mauern geheimnisvoller Burgen. An der rauen Westküste, zwischen Oban und Mallaig, verfärbt sich der Himmel über den Hebriden-Inseln abends pink. Im Osten, über den pittoresken Häfen der Halbinsel Fife, klärt sich der typische Morgennebel (haar) oft zu einem mediterranen Licht. In dieser Landschaft solltest du auch als Anfänger mal den Volkssport Golf ausprobieren, besonders weil die Plätze in den Dünen zwischen St Andrews und Aberdeen traumschön sind.

Von Hirschen und Menschen, Inseln und Wikinger-Erbe

Jenseits des geologischen Grabens Great Glen wirkt das Land fast wie menschenleere Wildnis. Doch die rollenden lila Heideflächen sind keine Urnatur. Wälder prägten einst die Highlands. Im 19. Jh. wurden die Reste gerodet von Großgrundbesitzern, die die ansässigen Kleinbauern (crofters) vertrieben, um im großen Stil Schafzucht zu betreiben und zu jagen. Das Rotwild, das die neuen Herren dafür einführten, bestimmt den Schottland-Look, etwa im Cairngorm-Nationalpark. Ohne natürliche Feinde pflanzen sich die Hirsche rasant fort. Von den ursprünglichen Kieferwäldern existiert nur noch ein Prozent. Wer noch weiter gen Norden reist, begegnet mit Orkney und Shetland fast eigenständigen grünen Inselreichen, deren Steinzeitfunde und geografische Namen an 5000 Jahre Besiedlung und das Wikinger-Erbe erinnern. Ein Tagestörn im Westen zwischen den Inneren Hebrideninseln verschafft dir einen wilden Ritt durch die brodelnden Gezeiten der Westküste. Oder du springst auf die Fähre zu den Äußeren Hebriden. Auf Lewis fasziniert der entrückteste Steinkreis Britanniens, auf Harris entzücken einsame weiße Strände. Die Reise zu den Inseln ist Schottland für Fortgeschrittene, auf denen allein die süchtig machende Ausstrahlung der schottischen Lichtspiele fast jedes andere Reiseziel in den Schatten stellt.

Gut zu wissen

Anreise

Es gibt zahlreiche Nonstop-Verbindungen nach Glasgow und Edinburgh, u. a. ab Frankfurt, Köln/Bonn, Düsseldorf, Weeze oder Berlin. Du musst mit 2–3 Stunden Flugzeit rechnen. Fliegst du aus der Schweiz oder Österreich an, musst du meist zwischenlanden, etwa in Amsterdam.

Zwischen Amsterdam und Newcastle in Nordostengland verkehren täglich Autofähren, wenn du dein eigenes Auto mitnehmen möchtest. Du musst für die Übernachtung auf jeden Fall eine Kabine buchen: dfdsseaways.de

Von Newcastle bist du schnell in den schottischen Borders. Von den Flughäfen flutschst du mit Bus, Tram und Zug jeweils flott in die City (ab 5 Euro).

Auskunft vor Ort
VisitScotland

Die Tourismusbüros in den Orten heißen iCentre und haben örtlich unterschiedliche Öffnungszeiten. Bei der Routenplanung vorab kann dir die Info in Edinburgh helfen: Edinburgh iCentre | 249 High Street | Edinburgh EH1 1JY | Tel. 0131 4 73 38 68 (*) | visitscotland.com

Auto

Fahren macht hier Spaß. Wenn man mal vom gewöhnungsbedürftigen Linksverkehr absieht, weshalb einige den Mietwagen mit Rechtssteuerung angenehmer finden. Ein Auto kannst du am Flughafen leihen, oder etwa auf den Inseln bei Arnold Clark (ab £ 25). In Städten und geschlossenen Ortschaften gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 oder 40 Meilen (48 bzw. 65 km/h), auf Landstraßen sind 60 Meilen (96 km/h) und auf Autobahnen 70 Meilen pro Stunde (110 km/h) erlaubt. Tankstellen können auf den Inseln und in den Highlands sonntags geschlossen haben. Auf vielen Inselstraßen und in abgelegenen Ecken triffst du auf single track roads mit nur einer Fahrspur für beide Richtungen. Alle paar hundert Meter gibt’s Ausweichbuchten. Lichtzeichen eines entgegenkommenden Wagens bedeuten, dass er dir die Vorfahrt lässt!

Diplomatische Vertretungen
Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland

(16 Eglinton Crescent | Edinburgh EH12 5DG | Tel. 0131 3 37 23 23 | edinburgh.diplo.de)

Österreichisches Konsulat

(15 Old Fishmarket Close | Edinburgh, EH1 1RW | Tel. 0131 6 18 28 19)

Schweizer Generalkonsulat

(11/2 Regent Terrace | Edinburgh EH7 5BN | Tel. 0131 5 58 94 02)

Geld & Kreditkarten

Mit EC-Karte bekommst du an Bankautomaten (ATM) sowie in Supermärkten auch in kleinen Orten Bargeld zum günstigsten Kurs – eingeblendete Festkurse sind unrentabel! Man rückt vom Bargeld ab: Du zahlst sogar in vielen kleinen Shops mit deiner EC-Karte, auch kontaktlos. So kommst du übrigens auch an frisches Bargeld.

Einreise

Für das Vereinigte Königreich reicht ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Bei Redaktionsschluss waren die Auswirkungen von Großbritanniens EU-Austritt auf die Einreisebestimmungen noch unbekannt. Aktuelle Informationen: auswaertiges-amt.de.

Gesundheit

In den Krankenhäusern des National Health Service (NHS) und bei Arztbesuchen wird die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC (European Health Insurance Card), die du von deiner Krankenkasse bekommst, akzeptiert. In Städten gibt’s NHS-Praxen (Walk in Centre). Noch kommst du um eine Bezahlung deiner Konsultation herum. Der Brexit könnte das ändern.

Klima & Reisezeit

Die schottischen Sommer sind normalerweise mit Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad ganz angenehm. Frische 5 bis 10 Grad herrschen im Frühling und im Herbst. Die schottischen Winter sind kühl und feucht, Minusgrade eher selten. Eine Ausnahme bilden allerdings die Highlands, in denen verlässlicher Schneefall auf über 700 m zu erwarten ist – wer will, kann in den Grampians Skifahren. Wärmende zusätzliche Lagen und vor allem regenfeste Kleidung solltest du auch bei kurzen Wanderungen immer dabei haben. Die prächtigen Strände eignen sich bei Wassertemperaturen von nicht über 15 Grad nur zum Laufen, weniger zum Schwimmen. Von Mai bis September ist die schönste Reisezeit, der Winter ist eher für Spezialisten.

Masse & Gewichte

Offiziell misst man in Großbritannien – wie auch bei uns – im metrischen und im dezimalen System. Aber die sogenannten imperial standards werden nach wie vor im Alltag benutzt:

1 Inch = 2,54 cm

1 Foot = 30,48 cm

1 Yard = 91,44 cm

1 Meile = 1,609 km

1 Ounce = 28,35 g

1 Pound = 453,59 g

1 Pint = 0,5683 l

1 Gallon = 4,5459 l

Notruf

Feuerwehr, Krankenwagen: Tel. 999, Polizei: Tel. 101

Öffnungszeiten

Die meisten Läden haben Mo bis Sa von 9 bis 17.30 Uhr geöffnet. Größere Städte bieten oft einen langen Donnerstag an und verkaufen manchmal auch sonntags. Pubs haben meist täglich bis 23 Uhr geöffnet. In größeren Läden auf dem Land gibt’s auch eine Postecke für Briefmarken.

Preise & Banknoten

Währungseinheit in Großbritannien ist das Pfund Sterling (£), unterteilt in 100 Pence (p). Die Schotten haben eine eigene Währung, das Schottische Pfund, das dem englischen 1:1 entspricht (s. S. 23). Im Umlauf sind Scheine zu 50, 20, 10 und 5 Pfund sowie nur in Schottland eine 1-Pfund-Note.

Strom
Adapter Typ G

Du brauchst einen drei-poligen Adapter, meist Typ G. Eine kleine Mehrfachleiste ist sinnvoll.

Telefon

Vorwahl für Großbritannien: 0044; nach Deutschland: 0049; nach Österreich: 0043; in die Schweiz: 0041. Auskunft national: Tel. 11 85 00; international: Tel. 11 85 05.

Trinkgeld

Trinkgeld ist in der Regel in der Rechnung eingeschlossen. Das Hotelpersonal und die Zimmermädchen freuen sich über eine kleine Anerkennung in Höhe von £ 1–2. Im Lokal ist ebenfalls in der Regel ein Trinkgeld included. Wenn du mit dem Service zufrieden warst, solltest du die Rechnung um 10 Prozent aufrunden. Gleiches gilt beim Taxi.

Unterkunft

Wenige Urlaubsländer bieten eine so breite Palette an Unterkünften wie Schottland, vom Schlosshotel bis zum countryhome. Wer zum Beispiel ein Schlossapartment oder ein altes, historisches Haus mieten möchte, wendet sich an den National Trust (Tel. 0131 4 58 03 05 | nts.org.uk). Ausgesuchte B&Bs findet man unter scot landsbest-bandbs.co.uk. Bei allgemeinen Unterkünften und Hotels ist die Seite visitscotland.com empfehlenswert.

Informationen zu Ferien auf dem Bauernhof in den verschiedenen Regionen Schottlands erhält du unter farm stay.co.uk.

Veranstaltungshinweise

In der landesweit erscheinenden Tageszeitung „The Scotsman“ (scotsman.com) findest du die Zeiten und Preise für zahlreiche Veranstaltungen aller Art. Im Internet wirst du auf der Webseite des Veranstaltungsführers „The List“ (list.co.uk) fündig.

Vergünstigungen

Öffentliche Museen besuchst du umsonst; allerdings kannst du spenden. Der Explorer Pass von Historic Scotland macht die Preise von Must-Sees wie Burgen usw. erträglicher; er lohnt sich aber erst bei starkem kulturellem Interesse. Bei mancher Attraktion (es gibt 360) umgehst du mit dem Pass die Warteschlangen Infos und Internetkauf: historicenvironment.scot

Wlan & Internet

In Hotels und vielen B&Bs gibt es meist kostenloses Wi-Fi, wie WLAN in englischsprachigen Ländern heißt. Dazu bieten ausgesuchte Cafés und Bars den drahtlosen Zugang an. Seltener müssen Nutzungseinheiten stunden- oder tageweise zugekauft werden.

Zeit
– 1 Stunde Zeitverschiebung

In Großbritannien gilt die GMT, die Greenwich Mean Time. Das bedeutet: Von der mitteleuropäischen Zeit wird ganzjährig eine Stunde abgerechnet.

Zeitungen

Schotten lieben ihre eigenen Zeitungen. In Edinburgh liest man „The Scotsman“, in Glasgow „The Glasgow Herald“, aber natürlich auch englische Blätter. Deutsche sind meist erst mit einem Tag Verspätung zu haben.

Zoll

Bei Redaktionsschluss waren die Auswirkungen von Großbritanniens EUAustritt auf die Zollbestimmungen noch unbekannt. Aus zollrechtlicher Sicht ändert sich aber während der Übergangsfrist bis Dezember 2020 nichts: Der Warenverkehr für den Eigenbedarf aus der und in die EU ist zollfrei. Aktuelle Informationen: zoll.de. Schweizer können zollfrei bis zu folgenden Obergrenzen einkaufen: 200 Zigaretten oder 250 g Tabak, 1 l Spirituosen oder 2 l Wein, 50 g Parfum oder 125 g Eau de Toilette. Wer jünger ist als 17 Jahre, darf weder Tabak noch Alkohol ein- oder ausführen. zoll.de

Öffentliche Verkehrsmittel

Die schottischen Bahnstrecken bieten eine tolle Reisealternative. Den Spirit of Scotland Travel Pass für 4 oder 8 Reisetage innnerhalb 7 oder 14 Tagen (£ 149 für 14 Tage) kannst du online unter scot rail.co.uk buchen. Auch etliche Fähren und Überlandbusse sind damit abgedeckt. Fahrpläne und Strecken finden sich unter scotrail.com. Zwar sind die Züge nicht luxuriös, dafür aber die Ausblicke in die Natur.

Die Busgesellschaften National Express und Scottish Citylink haben ein dichtes Streckennetz. Wer häufiger Bus fährt, sollte sich nach Sondertickets erkundigen (citylink.co.uk). Den häufigen Fährverkehr mit roll-on-rolloff- Schiffen zu den Inseln erledigt meist Caledonian MacBrayne (calmac.co.uk). Auch hier gibt’s preisgünstige Mehrfachtickets. In den Sommermonaten solltest du reservieren. North Link Ferries (northlinkferries.co.uk) verbindet das Festland mit Orkney und Shetland auf den Strecken Scrabster– Stromness und Aberdeen–Kirkwall– Lerwick.

Baden

Trotz der vielen atemberaubend schönen und meist menschenleeren Strände ist Schottland wie erwähnt kein Badeziel, die Wassertemperatur übersteigt nur selten 15 Grad. Strandwanderer kommen allerdings auf den traumhaften Sandstreifen voll auf ihre Kosten. Wer kein Warmduscher ist, der findet im Sommer 60 ausgewiesene Badestrände. Google die mal bei der Tageszeitung „The Scotsman“.

Radfahren

Wer in den beiden großen Städten radeln will – etwa zwischen Edinburghs New Town, Leith und dem Holyrood Park am Arthur’s Seat, in Glasgow besonders entlang des Clyde-Ufers – kann Citybikes leihen: edinburgh cyclehire.com; nextbike.co.uk. Am einfachsten mietest du mit jeweiliger App und Kreditkarte. Wer sein eigenes Rad mitbringen möchte, ob Faltrad für die Stadtreise oder Reiserad, kann dies mit dem Zug: Eurostar bis London, dann mit der LNER bis Edinburgh (eurostar.com; lner.co.uk).

Camping

Schottland hat mehr als 500 Campingplätze. Wer mit dem Wohnmobil durchs Land zieht, kommt abends am besten in einem holiday park unter. Dort gibt es auch stationäre Caravans zur Miete. Ein Qualitätssiegel für Campingplätze, die höchste Ansprüche erfüllen, ist das Schild mit der Distel, das die Thistle Commendation vergibt. Wild campen ist in Schottland nicht verboten, man muss aber den Grundeigentümer um Erlaubnis fragen. Bitte nicht rummüllen!

Was kostet wie viel?

Whisky

ab 45 Euro für eine Flasche

Kaffee

ab 2,50 Euro für eine Tasse

Taxi

12 Euro für die Kurzstrecke (3 km)

Fish & Chips

ab 9 Euro im Imbiss

Benzin

1,30 Euro für einen Liter Normal

Suppe

ab 5,50 Euro für einen Teller im Pub

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

New Year's Day (Neujahrstag)

2. Januar

Bank Holiday (Banken und Institutionen geschlossen)

März/April

Good Friday (Karfreitag)

erster und letzer Montag im Mai

Bank Holiday

erster oder letzter Montag im August

Bank Holiday

25./26. Dezember

Christmas Day, Boxing Day (Weihnachten).

Veranstaltungen
Januar

Burns Supper (Pubs landesweit), Dichter-Geburtstag (25. Januar)

Up Helly Aa (Lerwick, Shetland), uphellyaa.org: Wikinger und Feuerfest

Februar

Celtic Connections (Glasgow), celticconnections.com: keltische Musik

Mai

Shetland Folkfestival (Lerwick), shetlandfolkfestival.com

Orkney Folk Festival (Kirkwall, Stromness), orkneyfolkfestival.com

Edinburgh-Marathon, edinburghmarathon.com

Islay Festival (Islay), islayfestival.com

Juni

St Magnus Festival (Orkney), stmagnusfestival.com: Musik und Literatur

Crail Food Festival, crailfoodfest.co.uk

West End Festival, westendfestival.co.uk: Glasgows größtes Fest

Juni–August

Common Ridings (Borders), returntotheridings.co.uk: Reiterfest und Jahrmärkte in elf Orten

Juli

Hebridian Celtic Music Festival (Stornoway, Lewis), hebceltfest.com

Mendelssohn on Mull, soundwavesscio.org.uk: Kammermusik

August

Edinburgh lnt. Festival, eif.co.uk

The Fringe (Edinburgh), edfringe.com

Military Tattoo (Edinburgh), edintattoo.co.uk

The Merchant City Festival (Glasgow)

September

Highland Games (Braemar), braemargathering.org

Oktober

International Storytelling Festival (Edinburgh), tracscotland.org

Im Trend

Mehr als nur Kilts
Schottische Schneider können auch anders

Regionale Designer tragen ihren eigenen Stil in die Fashionwelt. Holly Fultonswww.hollyfulton.comkubistische Muster und die Werke anderer Talente kauft man im Independent Store GodivaWest Port9Edinburgh . Joyce PatonEast Terrace8South Queensferryschneidert auf den Leib und kreiert fantastische Klamotten. Was angesagt ist, sieht man auf der jährlichen schottischen Modemesse, der Scottish Fashion Awardswww.scottishfashionawards.com , die hoffentlich von London wieder nach Schottland umzieht.

Zum Kugeln
Schleudergang

Beim Sphereing rollen Sie in einem riesigen, luftgefüllten Ballon Hügel hinab. Den Spaß bieten von April bis Oktober Nae LimitsBallinluigwww.naelimits.co.uk und Great Away DaysBachilton HouseMethvenwww.greatawaydays.co.ukin Perthshire. House of MulbenKeithMoraywww.houseofmulben.comschickt Sie im Mountain Ball den Hang hinab.

Funky Schottland
Tanz den Céilidh

Der Traditionstanz bekommt durch moderne Einflüsse Aufwind, hält mit traditionellen Instrumenten Einzug in Nachtclubs und wird mit Bass und Beats aufgepeppt, z. B. samstags im The Skipinnish Ceilidh HouseGeorge Street34-38Obanwww.skipinnishceilidhhouse.com. www.hudyerwheesht.co.ukverleihen der gälischen Musik einen funky Einschlag. Das Event der Szene: der jährliche Bandwettbewerb auf der Isle of Bute www.scottishdance.net/music/WorldCeilidhBandComp.html.

Go Bulli go
Zurück in die Zukunft

Anderswo sind sie fast verschwunden, in Schottland feiern sie ein Revival: die Volkswagen-Bullis. Viele alte VW-Busse sind aufwendig restauriert worden und bevölkern die schottischen Campingplätze. Die Schotten lieben den T2, gründen Fanclubs und geben sich Tipps, um ihr Gefährt möglichst lange am Leben zu halten. Bei Escape CampersEyvoll CottageStepends Roadwww.escapecampers.co.ukkann man die Klassiker mieten, ebenso bei Scotland by CamperRhannan Road9www.scotlandbycamper.com . Damit sich die Fahrer beim Inselhopping nicht von ihrem Bus trennen müssen, setzen sie auf das Hopscotch Ticket. Damit kann man einen Monat kostengünstig von Insel zu Insel reisen www.calmac.co.uk.

Green-Gym
Fitness in der Natur

Die Schotten wollen nicht nur ihre Landschaften schützen, sondern auch sich selbst in Form bringen. Möglich machen das, die im ganzen Land aus dem Boden sprießen. Da wird dann nicht im Fitnessstudio geackert und geschwitzt, sondern unter freiem Himmel geharkt und gejätet, der ein oder andere Stein versetzt oder ein Baumstamm zur Hantelbank umfunktioniert – so stählt man die Figur und das gute Gewissen. Green Gyms gibt es an vielen Orten in der ganzen Region, wie in Aberdeen Foucausiewww.tcv.org.uk/greengym und westlich von Glasgow Blackstoun Road100Ferguslie Sports Centresowie malerisch in den Highlands bei Inverness Millbank Road30.

Bloss nicht!

Falsch campen

Sooo tolle Aussicht! Lass uns mal hier übernachten, Schatz. Bei so viel Gegend stört man doch nicht. Sich mit seinem Camper irgendwo hinzustellen, könnte den Verkehr behindern, etwa an schmalen Straßen. Deshalb solltest du bitte Verbotsschildern Folge leisten – schon allein der Aussicht wegen.

Aufs Bier warten

In den Pubs ist Bestellung, Mitnehmen und Zahlen am Tresen angesagt. Wer am Tisch aufs Bier wartet, bleibt auf dem Trockenen sitzen.

Unpassende Wanderklamotten

Ganz viele Leute sind beim Bergwandern richtig gekleidet. Dennoch müssen Polizei und Freiwillige immer mal wieder Leichtsinnige aus vermeidbaren Situationen retten. Also bitte nie ohne wasserdichte Jacke oder mit Flip-Flops in die so leicht bezwingbar scheinende Bergwelt laufen. Das Wetter kann jeden Moment völlig umschlagen.

Mückenschutz vergessen

Im Mai und Juni ist die Hochzeit der Mücken. Die summenden Plagegeister tummeln sich dann in Gewässernähe und an den Küsten zu Abertausenden. Ohne Schutz können Zelt- und Wandertouren zu einem Desaster werden. Mückenschutz gibt es in allen Apotheken.

Die Schotten als Engländer bezeichnen

Das ist nicht nur unhöflich, sondern auch falsch. Die Schotten sind kulturell sehr eigenständig und konstituierten 1999 ihr eigenes Parlament. Wegen der als arrogant empfundenen Behandlung aus London ist jeder Schotte knurrig, wirft man ihn in einen Topf mit den Engländern. Als Briten fühlen sie sich allerdings noch wohl.

Schottland verstehen

Familienbande

Der Begriff Clan (Gälisch: clann) lässt sich mit dem deutschen Wort „Stamm“ einigermaßen korrekt übersetzen und meint eine nahe zusammenlebende Großfamilie. Mac ist das Wort für Sohn aus dem schottischen Gälisch. Diese an alte Familienbande erinnenden Begriffe sind alles andere als veraltet und aus der Mode gekommen. Im Gegenteil: Jährlich pilgern Abertausende Amerikaner oder Südpazifikbewohner nach Schottland, um dort in den Archiven in ihrer Familienhistorie zu lesen.

Ahnenforscher müssen allerdings weit zurückblättern, um fündig zu werden: Das Clanwesen in Schottland wurde 1745 durch Parlamentsbeschluss verboten. Damit fiel der Vorhang über ein mittelalterliches Gefüge, das grob die vier Himmelsrichtungen des „Schottischseins“ einzuteilen half. Hauptstämme waren die Völker der Pikten aus dem Norden, Normannen aus England, Scots aus Irland und Britannier aus Wales. Wer Clanchef war, hatte das Sagen über das Land und das Leben seiner Leute. Dass die Clans sich keinesfalls grün waren, davon zeugen zahlreiche Moritaten, etwa das Massaker von Glen Coe (s. S. 85). Überlebt haben die Clans dennoch, wenigstens dem Namen nach: Es gibt allein um die 5 Mio. MacDonalds (auch: Macdonald, McDonald) weltweit. Womit dieser Clan der global bekannteste ist.

Sackpfeifensound

Klar, dass ein derart schrill quäkendes Instrument wie der Dudelsack mit seinen neun ganzen Tönen eine Kriegswaffe ist. Die Römer marschierten damit, die Engländer hatten ihn schon vor den Schotten, und heute quält sogar die jordanische Armee den musikalischen Balg. Eine Zäsur in der Geschichte der Sackpfeife bildet die grau- same Schlacht von Culloden (s. S. 87): 100 schottische piper wurden damals hingerichtet. England verbot die Sackpfeife als Kriegsgerät. Doch die Schotten hatten den längeren Atem – was auch mit ihrer Cleverness in Sachen Mythosvermarktung zu tun hat.

Adieu EU?

Die Schotten müssen sich vorkommen wie im falschen Film. Zunächst mochte 2014 eine knappe Mehrheit doch nicht in die Scheidung von Großbritannien einwilligen, dann wollten sie 2016 ganz bestimmt nicht von Europa getrennt werden. 62 Prozent votierten gegen den Brexit, man bleibt aber ans britische Ergebnis gebunden. Es ist also verhext, was das schottische Beziehungsgefühl angeht. Ein neues Referendum gegen die Ehe mit London riskieren, auch, um irgendwie mit der EU verbandelt zu bleiben? Umfragen zufolge könnte das auch in die Hose (respektive den Kilt) gehen. Was an wirtschaftlichen Bedenken älterer Schotten liegt, aber auch an der vernünftigen Abneigung, ständig über die Gesellschaft spaltende Grundsatzfragen abzustimmen. Sofort nach Bekanntgabe der Entscheidung der britischen Regierung Ende 2019 für den EU-Austritt, kündigte die resolute Schotten-Führerin Nicola Sturgeon ein neues Referendum an – Ausgang ungewiss. Schottland braucht EU-Gelder und auch EU-Migranten, um seine inzwischen einigermaßen selbstregulierte Wirtschaft in Schwung zu halten. Es bleibt spannend – geköpft wird aber sicher niemand, wie damals bei den Queens Elizabeth I. und Mary Stuart.

Schottenschläue

Der 1881 geborene Bakteriologe Alexander Fleming entdeckte nach langen Forschungsjahren durch einen Zufall das Penicillin und erhielt 1945 dafür den Nobelpreis. Erfinder brachte Schottland reichlich hervor: Charles Mackintosh (1766–1843) entwickelte die wasserfeste Kleidung, weshalb immer noch ein Regenmantel nach ihm benannt wird. John Dunlop (1840– 1921) erfand den luftgefüllten Reifen; die Dampfmaschine stammt von James Watt (1736–1819). Alexander Graham Bell (1847–1922) gilt als Vater des Telefons. Dass ein kleines Land so stark vom Genius gesegnet wurde, hat Gründe. So setzte sich der religiöse Reformator John Knox schon ab 1546 für eine allgemeine Schulpflicht ein. Der hohe akademische Standard hat sich bis in die Gegenwart erhalten – ob bei der Entwicklung von Mikroelektronik im Silicon Glen bei Edinburgh oder bei den wissenschaftlichen Erfolgen, Erbgut zu manipulieren (man erinnere sich an das Klonschaf Dolly aus Roslin).

Abgedreht

Insbesondere die Highlands waren und sind immer wieder Filmkulisse. „Highlander“ mit Christopher Lambert spielt teilweise im Eilean Donan Castle (Feb., März, Nov., Dez. tgl. 10–16, April– Okt. bis 18 Uhr | Dornie am Kyle of Lochalsh | £ 10 | eileandonancastle.com). Glen Nevis und Glen Coe waren Drehorte, an denen Mel Gibson als „Braveheart“ die Engländer verdrosch, später wohnte James Bond in „Skyfall“ im Glen Coe. Harry Potter fuhr mit dem Hogwarts Express über das Viadukt Glenfinnan auf der Bahnstrecke Fort William–Mallaig. Doune Castle bei Stirling taucht in „Game of Thrones“ auf, hier und in Edinburgh spielt auch die TV-Serie „Outlander“. 2017 brachte Danny Boyle die Fortsetzung von „Trainspotting“ (1996) heraus – „T2 Trainspotting“ wurde zum Großteil in Edinburgh gedreht. Beide Filme sind Romanadaptionen von Irvine Welsh.

Fußballreligion

In Glasgow ist Fußball fast Ersatzreligion und geht auf die irische Frage zurück: Zwischen dem von katholischen Einwanderern gegründeten Verein Celtic und den protestantisch dominierten, eine irische Union anstrebenden Rangers wechselte die Meisterschaft oft hin und her. Beim Schlendern durch den armen Glasgower Osten solltest du dir ein Bier in einem der grün gepinselten Celtic- Pubs gönnen. Wahrscheinlich wird gerade das Video von 1967 gezeigt. Damals gewann Celtic Glasgow gegen Inter Mailand das Spiel um den Europapokal. Die Rangers wurden wegen immenser Schulden 2012 mehrere Ligen runtergestuft, jetzt sind sie wieder auf Augenhöhe.

Grüne Welle

Es scheint, als hätte der Griff der Scottish National Party nach der Macht ökologisches Denken in Schottland eingeläutet. Die Strom-Ampel zeigt seitdem fast euphorisch Grün. So steht der derzeit größte europäische Windpark 15 km vor Glasgow, auch in Offshore-Energie und Wellenkraftparks bei Orkney wird investiert. In zehn bis 15 Jahren soll sämtlicher Strom aus erneuerbarer Energie stammen und das letzte Atomkraftwerk dichtmachen. Als Reisender merkst du von dieser grünen Welle noch nicht so viel. In vielen Hotels gibt es statt Doppelverglasung die alten Schiebefenster, und das fettreiche scottish breakfast ist auch denkbar weit entfernt von ökologisch-gesunder Ernährung. Doch auch der Tourismus wird grün, immer öfter hängt am Eingang von Unterkünften, Sehenswürdigkeiten, Lokalen und öffentlichen Gebäuden ein grünes Schild mit dem Wortlaut „Green Tourism“ (green-tourism.com).

Baumstammwurf

Wenn der König neue Leibwächter suchte oder die Clanchefs sich trafen, dann veranstaltete man ein sportliches Event für starke Männer. Etwa 100 solche Highland Games gibt es bis heute in ganz Schottland, mit über 40 Disziplinen. In Braemar finden Anfang September die berühmtesten Spiele statt, unter der Schirmherrschaft der Queen. Tossing the caber heißt es dann, wenn Muskelmänner im Wickelrock einen Baumstamm werfen und ihn mehrmals zum Überschlag bringen. Throwing the hammer ist eine Art Hammerschleudern über eine Latte, putting the stone ähnelt dem Kugelstoßen. Leichtfüßiger ist der Highland Fling, ein Fußspitzen- Tanz. Natürlich werden auch die besten Dudelsackspieler geehrt.

Kelten-Sprech

Slàinte („Gesundheit“), sagen Schotten für „Prost“. Das Wort stammt aus dem Gälischen – jenem alten keltischen Idiom, das im Westen Schottlands überdauert hat. Vor allem die Äußeren Hebriden und die nördliche Westküste sind Sprachnester, in denen Gälisch noch gesprochen wird. Auf den westlichen Inseln sind die Straßenschilder zweisprachig, es gibt gälischsprachige Radio- und Fernsehsendungen sowie Schulunterricht. Etwa 1,7 Prozent der Schotten versteht oder spricht gaelic, das als offizielle Sprache anerkannt ist. Für Besucher wichtig: glen (enges Tal), ben (Berg), loch (See), kyle (Meerenge), close (Gasse).

Heldengeschichten

In der schottischen Literatur gibt es ein unangefochtenes Dreigestirn: Sir Walter Scott, Robert Louis Stevenson und Robert Burns. Burns (1759–96), der Poet der Kneipen und Amouren, ist der Nationaldichter. Zu seinen Ehren verdrücken viele Schotten am 25. Januar haggis, den mit Innereien gefüllten Schafsmagen, spülen mit Whisky nach und rezitieren Burns. Sir Walter Scott (1771–1832) lebt in Heldenfilmen und Opern weiter. Und Robert Louis Stevenson (1850–1894) errang u.a. mit seinem Roman „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ Weltruhm. Conan Doyle erfand Sherlock Holmes. Ian Rankins Kultkommissar Rebus wühlt sich seit 1987 durch den Verbrechenssumpf Edinburghs. Die Wahl- Schottin J. K. Rowling wurde mit ihren Harry-Potter-Romanen von der Sozialhilfeempfängerin zur Multimillionärin

Scotland-Sound

Schotten tragen nicht nur Röcke, sondern rocken auch klangvoll. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, aber der Name der Band Franz Ferdinand hat ja auch nichts mit deren Musik zu tun. Das Quartett aus Glasgow macht keine Habsburger Hofmusik, sondern Indie-Rock. Die typisch schottische Ouvertüre für die Gründung dieser Scotrockband waren angeblich eine Schlägerei unter Alkoholeinfluss sowie ein Studium an der Glasgow School of Art, wo etliche Schottenmusiker studierten. Da auch Belle & Sebastian, Travis, Delgado, Simple Minds oder Amy Macdonald aus dem Herzen des Landes stammen, muss man anerkennen, dass zwischen Glasgow und Edinburgh ziemlich häufig der richtige Ton getroffen wird. Der Sound klingt häufig melancholisch, aber auch das ist eine schottische Tonart. „Wir Schotten feiern gern unser Elend“, erklärt der Bassist der Band Biffy Clyro.

Unterm Rock

Tartan und kilt beschreiben den karierten „Schottenrock“, wobei tartan das Webmuster meint, das den Umhang einem Clan zuordnet. Drei mal sechs Meter machen einen Rock, der Familienclan bestimmt das Muster, die kühle Witterung verlangt die Kniestrümpfe, kleinere Reparaturen erledigt das Messerchen im Strumpf. Eine perfekte Aufmachung für die armen Bewohner der sumpfigen Highlands, die aber ihr Outfit nach der verlorenen Schlacht von Culloden 1746 aufgeben mussten. Gefängnis und sogar Verbannung waren die Folge von Missachtung des neuen englischen Kleidererlasses. 1782 wurde der Rock wieder zugelassen, doch bis dahin waren die alten Muster vergessen. Heute wird der Rock vor allem bei Hochzeiten getragen. Und wer einen Schotten nach dem Darunter fragt, dem schlägt der Kerl einfach ein Rad.

Schottenpfund

In Schottland kann zwar mit dem Britischen Pfund bezahlt werden, nicht aber umgekehrt mit dem scottish pound im Rest Großbritanniens. Das Schottenpfund kommt in unterschiedlicher Optik daher, weil jede Bank andere Bilderserien auf den Scheinen auflegt. Die Royal Bank of Scotland gibt auch Noten im Wert von 1 Pfund heraus. Auf dem Schottengeld kommen etwa der Dichter Robert Burns, die Firth of Forth Bridge, Whisky und Orkneys Steinzeitschätze zur Geltung.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher
Puppenspiel

Junge Frauen werden ermordet und immer finden sich kleine Särge bei ihnen (2001). Kult: Ian Rankins düstere Edinburgh-Krimis mit Inspektor Rebus!

Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Robert Louis Stevenson kritisierte in seiner Erzählung 1886 indirekt das viktorianische Konventionskorsett. Klassiker aller Doppelgänger-Geschichten.

Filme
Outlander

Gerade noch war Claire Randall Lazarettschwester im Zweiten Weltkrieg und – schwupps! – findet sie sich nach Betreten eines Steinkreises in den Highlands des 18. Jhs. wieder. US-TV-Serie nach den Büchern von Diana Gabaldon. Der Stoff, aus dem Highland-Träume sind!

T 2-Trainspotting

Danny Boyles zweiter Geniestreich um Renton, Begbie, Sick Boy und Spud, in Edinburgh gedreht, trifft 20 Jahre nach Teil 1 – diesmal nach Motiven von Irvine Welchs Buch „Porno“ – wieder voll schmerzhaft ins Schwarze. Nur, dass diesmal die Wehmut des Älterwerdens auf den jugendlichen Drogenrausch folgt (2017).

Fakten

Einwohner
5.160.818
Strom
230 V, 50 Hz
Regierungssystem
Parlamentarische Demokratie
Hauptstadt
Edinburgh
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
10:21 Uhr
Zeitverschiebung
-1 h (zu MEZ)
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