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Rajasthan

Check-in

Nirgends leuchten die Farben Indiens intensiver, sind die Märkte bunter, gibt es so viele phantastische Paläste wie in Rajasthan. Ein Land, das zum Träumen einlädt: Neben Stadtjuwelen wie Jaipur, Udaipur und Jodhpur locken rund 20 Nationalparks und Wildlife Sanctuarys - von den Sanddünen der Wüste Thar bis zu den Dschungeln im Osten. Prunk und Bescheidenheit, Wüstenstädte und Metropolen, glutheiße Tage und sternenkalte Nächte werden Sie in diesem Staat, der fast exakt so groß ist wie Deutschland, gleichermaßen erleben. In Rajasthan treffen Sie noch auf das „alte“ Indien, ein Land wie aus Tausendundeiner Nacht.

Lassen Sie sich vom Blick aus den Fenstern im „Palast der Winde“ beflügeln! Tauchen Sie ein in das steingeschnitzte Gassengewirr des goldenen Jaisalmer! Beobachten Sie in der Wüste Gazellen vom Rücken eines Kamels aus, sehen Sie Adler und Eisvögel über Seen kreisen. Die Fürsten, die Rajasthan, übersetzt „Land der Könige“, seinen Namen gaben, hinterließen im Wüstenstaat ihre Spuren: trutzige Burgen, monumentale Paläste - und bei den Rajasthanis großen Stolz auf ihre Vergangenheit, die sie mit viel Traditionsbewusstsein lebendig halten.

Mögen in den Satellitenstädten um Delhi die Bürotürme aus dem Boden schießen, Mumbai wegen seiner spektakulären Filme und spekulativen Firmenübernahmen in aller Munde sein, und Bangalore mit immer neuen Software-Entwicklungen glänzen - Rajasthan bleibt ein Land wie aus Tausendundeiner Nacht. Die Männer tragen die prächtigsten Turbane, die man in ganz Indien finden kann. An Armen und Fußgelenken der Frauen glänzt Silberschmuck, und in die purpurnen oder tiefblauen Kleiderstoffe sind winzige Spiegel eingenäht. Die Wüste beginnt zu funkeln und zu leuchten, wenn in der sandgelben Einsamkeit um die Dörfer der Wüste Thar eine Gruppe Frauen und Mädchen auftaucht, auf den Köpfen Feuerholz oder Wasserkrüge balancierend.

Wenn Sie im Wüstendreieck zwischen Jodhpur, Bikaner und Jaisalmer im Nordwesten unterwegs sind, können Sie gut und gerne zwei, drei Stunden fahren, ohne an einen einzigen größeren Ort zu kommen. Die Wüste Thar umfasst etwa acht Prozent der indischen Gesamtfläche. Im Bundesstaat Rajasthan ist fast die Hälfte des Landes Wüstengebiet. Nur an wenigen Orten allerdings findet man Sanddünen, die an Bilder aus der Sahara erinnern. Dornige Sträucher, die sich vor der Hitze ducken, und vereinzelte Bäume setzen grüne Farbakzente in die staubige, steinige Weite.

Plötzlich scheinen im Sonnenglanz Mauern über der Landschaft zu schweben - keine Fata Morgana, sondern eine farbenbesprenkelte Stadt im Ring ihrer steinernen Wälle, über der ein mächtiges Fort thront. Die Bastionen erzählen von leidenschaftlichen Kriegen, phantastischen Siegen und insbesondere von heldenhaften Niederlagen. Wenn in klaren Nächten an großen Feuern mit Schwertern zur Musik von Trommeln, Flöten und Saiteninstrumenten getanzt wird, singen die Menschen oft noch Lieder, die von den Dramen der Kämpfer und Liebespaare erzählen.

Die Helden der Lieder waren meist Rajputen. Diese Volksgruppe ist stark durch den Hindu-Glauben geprägt und stellte die Fürsten des Landes. Rajputen leiteten ihre Herkunft direkt von kosmischen Kräften her - die einen von der Sonne, die anderen vom Mond, die dritten vom Feuer. Die Krieger bauten eine unüberschaubare Zahl von Wüstenburgen, die oft jahrhundertelang, manche über ein Jahrtausend im Besitz der gleichen Familie blieben. Mitglieder der stärksten Rajputenclans avancierten zu Maharajas, wörtlich: zu Großkönigen. Die längste Traditionslinie kann die Dynastie der Sisodias von Udaipur mit ihrer 76 Generationen währenden Herrschaft in Anspruch nehmen.

Dass vieles im Land heute für den westlichen Touristen „typisch indisch“ erscheint, ist auch ein Ergebnis der Wehrhaftigkeit der Rajputen gegenüber Eindringlingen von außen - und der Fähigkeit, sich bei Niederlagen zumindest ihre kulturelle Eigenständigkeit zu bewahren. Die muslimischen Mogulkaiser unterwarfen im 16. Jh. die untereinander heillos zerstrittenen Fürsten, bis die britischen Kolonialherren in Rajasthan zwei Jahrhunderte später nach und nach die Fürstentümer von sich abhängig machten. Die Maharajas wussten sich mit den Fremden zu arrangieren: Unter den Moguln sicherten sie sich ihre Throne durch politische Ehen und Militärbündnisse, und von der britischen Ostindienkompanie ließen sie sich ihren luxuriösen Lebensstil bezahlen. Die Briten benutzten die Fürsten im Gegenzug als politische Marionetten, ihr Volk betrachteten sie als Menschen dritter Klasse ohne Recht auf Bildung.

Erst die indische Unabhängigkeitsbewegung, gewaltlos angeführt von Mahatma Gandhi, löste die alte politische Elite ab. Als der letzte britische Vizekönig 1948 seinen Abschied nahm, war Indien bereits auf dem Weg zur bevölkerungsreichsten Demokratie der Erde - und auch Rajasthans Fürsten verzichteten auf ihre uralten Herrschaftsrechte. Einige der alten Residenzen der Rajputen sind heute Luxushotels, viele ihrer ehemaligen Jagdgründe zählen heute zu den schönsten Nationalparks.

Ob Sie als Vogelliebhaber kommen, Indiens Tiger und Leoparden sehen oder in einem Himmelbett für Könige übernachten wollen - Sie haben die Auswahl. Denn auch das gehört zu Rajasthan: grüne Oasen, bewaldete Hügel und Vogelschwärme über jahrhundertealten Stauseen. Östlich der bis zu 1700 m hohen Aravalli-Gebirgskette weichen die trockenen Landschaften der Thar Weizenfeldern und Wasserlandschaften.

In den Dörfern wächst der Wohlstand langsam. Doch wenn der Monsunregen ausbleibt, sind auch die Ernten vernichtet, das Vieh verdurstet, und den Menschen droht der Absturz in die Armut. Diese Abhängigkeit vom Monsunregen wurde gemildert, seit Wasser aus dem Punjab durch den Indira-Gandhi-Kanal nach Rajasthan strömt und zudem große Grundwasservorräte entdeckt wurden. Der Lebensstandard ist angehoben worden: Auch in den Dörfern gibt es jetzt Schulen, ärztliche Versorgung und an vielen Orten sogar staatlich geförderte Internetkioske.

Das indische Wirtschaftswunder hat noch viel stärker die Städte verändert. Blechlawinen wälzen sich durch das Gassengewirr, und trotzdem haben sich Städte wie Udaipur, Pushkar am heiligen Brahma-See, Bundi und Dungarpur mit ihren Palästen ihren Zauber bewahrt. Wer Jaisalmer mit seinen Steinschnitzfassaden noch nicht erlebt hat, sollte sich allein wegen dieser märchenhaften Szenerie zu einer Reise nach Rajasthan aufmachen.

Entdecken Sie Rajasthan! Wegen der weiten Horizonte und der bunten Basare, wegen der Tempel und Tigerreviere oder wegen der Menschen, die Sie so freundlich aufnehmen, wie es in Rajasthan Tradition ist.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

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Praktische Hinweise

Anreise

Flugzeug

Direktflüge von Deutschland landen in Mumbai (Bombay) oder New Delhi nach einer Flugzeit von etwa 7,5 Stunden. Günstige Angebote liegen zwischen 700 und 900 Euro in der Hochsaison im Winter, egal ob für Direktflüge oder Linienflüge, die einen Zwischenstopp am Arabischen Golf einlegen. Vergessen Sie nicht die Bestätigung Ihres Tickets 72 Stunden vor dem Rückflug! Wegen längerer Sicherheitskontrollen wird das Einchecken am Flughafen drei Stunden vor der Abflugzeit erwartet. Falls Sie in Rajasthan weiterfliegen: Jaipur, Jodhpur, Udaipur und Kota sind durch Linienflüge mit Delhi und meist auch mit Mumbai verbunden. Es gibt außer den Indian Airlines empfehlenswerte private Linien - wie Jet Airways und Kingfisher Airlines (www.flykingfisher.com). Frühbucher fliegen oft sehr preisgünstig.

Auskunft

Indisches Fremdenverkehrsamt/India Tourism

Baseler Str. 46 | 60329 Frankfurt | Tel. 069/2429490 | Fax 24294977 | www.india-tourism.com

Bahn

Verbindungen und Fahrzeiten erfahren Sie aus der Broschüre „Trains at a Glance“ (an Zeitungskiosken am Bahnhof). Auf dem Bahnhof müssen Sie sich durchfragen, denn es gibt verschiedene Schalter für die 1., 2. und 3. Zugklasse, oft auch einen Extraschalter für Touristen, manchmal einen speziell für Frauen (Ladies Ticket Office). Frauen brauchen sich oft nicht in der Schlange anzustellen, sondern sie gehen einfach nach vorne. Platzreservierungen bekommen Sie im speziellen Reservation Office, nachdem Sie Ihre Fahrkarte gekauft haben. Wenn angeblich alles ausgebucht ist, gibt es durchaus noch die Chance, über die Vipquote oder die Touristenquote einen Platz zu bekommen. Reservieren ist für viele Zugklassen und Fernzüge Pflicht. Der Indrail Pass erleichtert die Reservierungen, bietet aber preislich meist keinen Vorteil. Er ist in US-Dollar zu bezahlen und auch in Europa erhältlich (Reisebüros).

Banken und Kreditkarten

Da die Rupie weder ein- noch ausgeführt werden darf, sind Devisen unerlässlich. US-Dollar und Euro werden bevorzugt. Beträge im Wert von mehr als 10000 US-Dollar müssen bei der Einreise deklariert werden (wegen Rücktausch). Nehmen Sie genug Geld oder Kreditkarten (Visa, Mastercard, American Express) mit, Geldüberweisungen aus dem Ausland sind umständlich, teuer und dauern sehr lange.

Geldwechseln dauert in großen Hotels nicht so lange wie in Banken, doch achten Sie auf den Kurs, und erkundigen Sie sich, ob eine Provision abgezogen wird. Akzeptieren Sie keine angerissenen Scheine, und vergewissern Sie sich vor der Reise, dass Ihre Euro- oder Dollarscheine keine eingerissenen Kanten haben - die Annahme wird sonst verweigert. Nur wenige Banken wechseln Geld per Kreditkarte. Geldautomaten werden langsam üblich. Sie akzeptieren teilweise noch keine europäischen Karten.

Busse

Sie sind rasende, laute Landstraßenmonster - aber als Fahrgast bekommen Sie das volle indische Leben für wenig Geld. Einen bus stand gibt es in jeder größeren Ansiedlung. Tickets beim Busbahnhof oder Fahrer.

Diplomatische Vertretungen

Indische Botschaft in Deutschland

Tiergartenstr. 17 | D-10785 Berlin | Tel. 030/257950 | Fax 25795102 | www.indianembassy.de

Indische Botschaft in Österreich

Kärntnerring 2 | A-1010 Wien | Tel. 01/50586660 | Fax 5059219

Indische Botschaft in der Schweiz

Kirchfeldstr. 28 | CH-3005 Bern-6 | Tel. 031/3511110 | Fax 3511557

Deutsche Botschaft in Indien

No. 6/50 G Shantipath | Chanakyapuri | New Delhi 110021 | Tel. 011/44199199 | Fax 26873117

Österreichische Botschaft in Indien

Chanderguptr Marg | Chanakyapuri | New Delhi 110021 | Tel. 011/26889037 | Fax 26886929

Schweizer Botschaft in Indien

Nyaya Marg | Chanakyapuri | New Delhi 110021 | Tel. 011/26878372 | Fax 26873093

Ein- und Ausreise

Ein Touristenvisum ist unerlässlich. Es gilt sechs Monate (oder fünf Jahre) und kann bei der Botschaft oder dem nach Wohnort zuständigen Konsulat beantragt werden. Konsulate gibt es in München (Tel. 089/2102390), Frankfurt/Main (Tel. 069/1530050) und Hamburg (Tel. 040/338036). Dem Antrag müssen der mindestens noch ein Jahr gültige Reisepass, zwei Passfotos sowie das Visaformular (kann bei www.igcsvisa.de heruntergeladen werden) beigefügt sein.

Eintrittspreise

Besucher aus dem Ausland zahlen in bedeutenden Museen und archäologischen Stätten Preise, die dem internationalen Standard annähernd entsprechen. Für Inder wäre der Eintritt meist unerschwinglich - für sie gelten daher ermäßigte Tarife. Die Eintrittspreise liegen in der Regel zwischen 3 und 6 Euro, in Ausnahmefällen auch deutlich mehr.

Gesundheit

Impfungen sind nicht obligatorisch, werden aber empfohlen gegen Hepatitis B, Typhus, asiatische Hirnhautentzündung (Japan-Enzephalitis), nach entsprechender Epidemiewarnung auch gegen Cholera. Gegen Polio und Tetanus sollten Sie ohnehin immer geimpft sein. Wahrend der heiß-feuchten Monsunzeit ist dringend Malariaprophylaxe anzuraten. Dann reichen Moskitonetz und Einreibemittel (repellent) - in Indien hat sich die Marke Odomos bewährt - nicht mehr.

Gegen Sonnenstich ist stets eine Kopfbedeckung zu tragen, bei Wüstenausflügen sollten Sie unbedingt die Haut an Nacken, Beinen und Armen bedecken. Zur Reiseapotheke: Nehmen Sie Mittel zur Desinfektion kleiner Wunden, gegen Insektenstiche, Sonnenbrand, einfache Erkältungen und Magen-Darm-Störungen mit. In abgelegenen Gegenden ist eine steril verpackte Einwegspritze manchmal nützlich. Adressen von Ärzten, auch von Englisch sprechenden, vermitteln die besseren Hotels, selbst wenn Sie dort nicht wohnen. Falls Sie in eine Privatklinik gehen wollen, sollten Sie eine Reisekrankenversicherung abschließen. Besonders in den ersten Reisetagen ist Vorsicht beim Essen und Trinken geboten. Sie sollten nur in guten, sauberen Restaurants essen, und zwar eher wenig. Nehmen Sie Salziges gegen den Mineralverlust zu sich! Dazu viel trinken (z.B. Mineralwasser aus originalverschlossenen Flaschen, auch zum Zähneputzen!) und Alkohol meiden. Nach einigen Tagen Eingewöhnung ist auch geschältes rohes Gemüse und Obst verträglich.

Hotels & Unterkünfte

Die großen Hotelketten haben in letzter Zeit an vielen Orten komfortable Mittelklassehotels eröffnet. Es gibt auch immer mehr kleine, familiäre Stadthotels. Bei ihnen und bei Billighotels sollten Sie allerdings nur nach Augenschein buchen. Empfehlenswert sind in den großen Städten die Privatquartiere für paying guests, die Einblicke ins indische Alltagsleben geben (Vermittlung in den Tourist Offices). Bei den hochpreisigen Hotels wird eine Luxussteuer von 20 bis 25 Prozent fällig.

Internet

www.india-tourism.com offizielle Website Indiens mit zahlreichen Links zu Bundesstaaten wie Rajasthan

www.rajasthantourism.gov.in offizielle Tourismus-Website zu Rajasthan mit vielen Infos von Wildlife bis Sicherheit, von Topografie bis Architektur, von Safaris bis zu Heritage-Hotels - und mit dem Festkalender bis ins Jahr 2016

www.rajasthan.gov.in Regierungswebsite über Bodenschätze, Politik- und Wirtschaftsstrukturen Rajasthans

www.rajforest.nic.in über Wald- und Baumarten, Walderhaltung und mehr

www.rajasthandiary.com und www.traveltorajasthan.com seriöse Tourangebote

www.adventurecamels.com Safaris auch in abgelegene Wüstenregionen

www.comtour.com deutscher Indienspezialist für Gruppen- und Individualreisen

www.umaidsafaris.com Wüstentouren und Dorfbesuche

www.heritagehotels.com www.heritagehotelsofindia.com Hotelbuchungen für ganz Indien

www.hotels-in-rajasthan.com Hotelbuchungen in Rajasthan, deutschsprachige Website

Internetcafés & Wlan

Internetcafés gibt es in den meisten städtischen Orten, oft in Nebengassen. Fragen Sie nach, denn sie wechseln häufig die Adresse. Sie sind preiswert, doch oft leistungsschwach: Stromausfälle, langsame Rechner, unbequeme Einrichtung. Große Hotels oder Reiseagenturen bieten komfortables Surfen, allerdings zu stolzen Preisen. WLAN gibt es nur vereinzelt. In den größeren Hotels ist die Nutzung sehr teuer (ca. 5 Euro für 30 Min.). In den Internetcafés wird WLAN selten angeboten und ist dann oft sehr unzuverlässig.

Kleidung

Sie sollten leichte Kleidung aus Baumwolle für heiße Tage und warme Wollkleidung (wie bei uns im Spätherbst) für Dezember bis Februar mitnehmen. Auch für Nächte in der Wüste und in höheren Lagen sind warme Sachen empfehlenswert.

Klima & Reisezeit

Hochsaison für westliche Touristen ist die Zeit von Ende Oktober bis März. Dabei kann es in Rajasthan von Dezember bis Anfang Februar nachts richtig kalt werden, nahe 0 Grad. Ab Mitte Februar wird es tagsüber plötzlich heiß, schon im März sucht man tiefen Schatten. Glühend heiß bis zu 49 Grad wird es von April an. Der Monsunregen kommt dann heiß ersehnt gegen Ende Juni. Wenn er ausgiebig ist, hält sich bis in den Oktober hinein feucht-heißes Wetter. Am hoch gelegenen Ort Mount Abu ist es immer deutlich kühler als im übrigen Rajasthan.

Mietwagen

Der indische Verkehr überfordert in der Regel europäische Autofahrer: Darum werden Mietwagen auch nur mit Chauffeur angeboten. Verlässliche indische Agenturen bieten gute Leistung zu sehr günstigen Preisen, auf dem Land ab 15 Euro, in Großstädten ab 50 Euro pro Tag und 200 km, alles inklusive. Lassen Sie sich vor Ort eine gute Agentur empfehlen, und vergewissern Sie sich, dass der Fahrer etwas Englisch spricht. Empfehlenswerter Rajasthan-Spezialist in New Delhi: Metropole Tourist Service | Mietwagen und Tourenplanung | 244 Defence Colony Flyover Market | Tel. 011/24310313 und 24312212 | Fax 24311819 | www.metrovista.co.in

Öffnungszeiten

Tempel, Museen und Geschäfte werden zwischen 8 und 10 Uhr geöffnet. Die Mittagspause beginnt zwischen 12 und 13 Uhr und dauert oft bis ca. 17 Uhr. Museen öffnen manchmal schon um 13 oder 14 Uhr wieder. Tempel schließen meist bei Sonnenuntergang, viele Läden erst gegen 20 Uhr. Viele Restaurants sind von morgens bis in die Nacht geöffnet.

Post

Öffnungszeiten der Postämter: Mo bis Fr 10-17, Sa 10-13 Uhr

Taxi

Neben dem Pkw-Taxi ist in Indiens Städten die billigere dreirädrige Autorikscha (threewheeler, pro km etwa 6 Cent) unentbehrlich. Handeln Sie den Preis vor dem Einsteigen aus, falls kein Taxameter läuft. Und setzen Sie Versuchen, Ihnen unglaublich preiswerte Einkaufsgelegenheiten zu zeigen, entschiedenen Widerstand entgegen.

Telefon & Handy

Telefonieren können Sie am preisgünstigsten von den zahlreichen privaten Telefonläden aus (POC-STD-ISD), die es auch in Dörfern gibt. Vorwahl von Indien nach Deutschland: 0049, nach Österreich 0043, Schweiz 0041. Vorwahl nach Indien: 0091. Achtung: Indische Telefonnummern ändern sich ständig. In Europa übliche Handys funktionieren im Prinzip, das Telefonieren ist aber sehr teuer.

Trinkgeld

Viele Angestellte sind auf den tip angewiesen. 50 Cent bis 1 Euro Trinkgeld sind angemessen.

Zeit

Im Winter müssen Sie in Indien 4,5 Stunden, im Sommer 3,5 Stunden dazurechnen.

Zoll

Bei der Einreise sind alle persönlichen Gegenstände zollfrei sowie Waren bis zum Wert von 250 Euro, 200 Zigaretten oder 250 g Tabak, 2 l Spirituosen über 22 Prozent. Ausreise: keine Ausfuhr von Gegenständen, die über 100 Jahre alt sind. Nach Deutschland dürfen Sie 500 g Kaffee, 50 g Parfüm, 200 Zigaretten, 2 l Wein oder 1 l Hochprozentiges und andere Waren im Wert von 175 Euro einführen.

Feste und Events

Feste und Veranstaltungen

Januar

Camel Festival in Bikaner: Kamelrennen, Kameldressuren und Akrobatik der Kamelreiter.

Januar/Februar

Nagaur Fair in Nagaur: einer der ganz großen Vieh- und Kamelmärkte, mit Volkstanz und -musik, nicht so überlaufen wie Pushkar.

Baneshwara Fair: sehr ursprüngliches Tempelfest mit Jahrmarkt, Gesang und Tanz am Flussufer.

Desert Festival Jaisalmer: Das dreitägige Wüstenfest ist ein einziger Farbenwirbel. Mit Kamelpolo, Marionetten, Schwerttänzen und Akrobaten.

März/April

Elefantenfestival Jaipur: prächtig geschmückte Elefanten, auch Kamele und Pferde. Mit Umzügen und Elefantenpolo.

Holi: Das Fest der Farben wird überall in Nordindien gefeiert. Man bespritzt Passanten mit Farben.

Gangaur Festival in Jaipur: Fest zu Ehren der Göttin Parvati (Gauri), das in einer farbenfrohen Prozession der Frauen gipfelt.

Mewar Festival in Udaipur: Frühlingsfest besonders der Frauen, am Gangaur-Ghat des Sees Pichola. Gesänge, Tänze, Prozessionen und Feuerwerk.

Mai

Summer Festival in Mount Abu: Konzerte und Tänze.

Juli/August

Teej Fair & Festival in Jaipur: Zu Ehren der Götter Shiva und Parvati wird mit Tänzen und Prozessionen die Monsunzeit gefeiert.

September/Oktober

Dussehra Mela in Kota (auch an vielen anderen Orten): großer Markt mit Musik, Umzügen und Theater, gefeiert wird der Sieg des Gottes Rama über den Dämonenkönig.

Oktober/November

Marwar Festival in Jodhpur: Folklorevorführungen mit traditionellen Balladen bei Vollmond.

Pushkar Fair in Pushkar: Beim größten Kamel- und Viehmarkt Rajasthans pilgern Gläubige auch zum Brahma-Tempel am heiligen Pushkar-See.

Chandrabagha Fair in Jhalawar: Auch im äußersten Südosten Rajasthans wird traditionell ein Viehmarkt (mela) veranstaltet, Pilger baden im heiligen Fluss Chambal.

Diwali: Beim winterlichen Lichterfest feiert man in ganz Nordindien Ramas Heimkehr mit seiner geretteten Frau Sita. Öllämpchen vor der kleinsten Hütte, Lichterketten, Feuerwerk.

Bloß nicht

Tischmanieren nicht kennen

Viele Inder essen auch im Restaurant ohne Besteck. Sie sollten das eher nicht versuchen, denn es gehört viel Geschick dazu, die soßigen Gerichte mit Reis und Fladenstücken in den Mund zu bringen. Falls doch, dann nur mit der rechten Hand, die linke gilt als unrein!

Alles fotografieren

Privatpersonen wollen um Einverständnis gebeten werden. Bei Leichenverbrennungen und im Allerheiligsten der Tempel ist Fotografieren absolut tabu.

Körperkontakt

Kein Kuss in der Öffentlichkeit, keine Umarmung, kein Arm-in-Arm-Gehen - Indien ist prüde. Daher auch kein Oben-ohne-Baden.

Kindern Geld geben

Besonders in Großstädten werden Kinder von Erwachsenen zum Geldbetteln ausgenutzt. Geben Sie statt Geld Essen, Stifte, Kugelschreiber oder Seife.

Sich abschleppen lassen

Wenn Schlepper Sie zu einer supergünstigen Adresse führen wollen, verweigern Sie! Denn Sie zahlen den Lohn des Werbers als Aufpreis. Auch Fremdenführer sind nicht immer qualifiziert. Prüfstein: Ist ihr Englisch verständlich? Und machen Sie das Honorar vorher aus.

Schuhe anbehalten

Beim Betreten religiöser Stätten sind Schuhe tabu, ein Reinheitsverstoß. In Privathäusern richten Sie sich nach dem Hausherrn.

Missverständlich auftreten

Touristinnen sollten nicht mit fremden Indern flirten. Männer sprechen nie fremde Frauen an - und umgekehrt.

Leichtgläubig sein

Die Polizei warnt davor, in Bahn oder Bus Essbares von Mitreisenden anzunehmen - Kriminelle könnten Sie unter Betäubungsmittel setzen und ausrauben. In Pushkar wird zuweilen special lassi angeboten, ein Getränk, das Halluzinationen hervorrufen kann. Drogendealern und -usern drohen, auch für Cannabisbesitz, lange Haftstrafen in harten indischen Gefängnissen.

Falscher Briefkasten

Post bitte nicht wahllos in jeden Briefkasten werfen - viele sind nur für die Nahregion bestimmt.

Daten leichtfertig preisgeben

Internetcafés und Onlinestationen in Hotels sind oft gar nicht oder unzureichend gegen Hackerangriffe und Datenklau geschützt. Vorsicht mit Passwort und privaten Daten, noch mehr Vorsicht beim Onlinebanking!

Bücher & Filme

Krishnas Schatten

Vom Rajasthan der Rajputenkriege im 16. Jh. erzählt Kiran Nagarkar leichtfüßig in seinem 2002 erschienenen 700-Seiten-Wälzer. Die junge Dichterin und Sängerin Mirabai ist mit dem Kronprinzen von Mewar verheiratet, aber ihr Liebhaber ist Gott Krishna.

Indien. Die Frauen der Wüste Thar

Das Dorfleben Rajasthans hat Hans Silvester in seinem prächigen Bildband eingefangen.

A History of Rajasthan

Auf mehr als 1200 Seiten breitet Rima Hooja die Geschichte der Rajputen-Fürstentümer aus. Zwar nur auf Englisch erschienen, aber aktuell recherchiert.

Stadt der wilden Hunde

Martin Mosebach, als Indienfahrer und Autor von Romanen über Indien bekannt, war in Bikaner am Rande der Thar-Wüste bei einer indischen Familie zu Gast. Seine 2008 erschienenen „Nachrichten aus dem alltäglichen Indien“ berichten über die kleinen, ruhigen Dinge des Lebens. Ein interessantes Gegenbild zum Indien des Turbo-Tempos und Megawachstums.

Jodhaa Akbar

Melodramatischer, opulenter Historienfilm von Ashutosh Gowariker (2007) über die Ehe des berühmtesten Mogulkaisers Akbar mit einer Hindufrau. Mit der Geschichtstreue nimmt es der Film allerdings nicht immer so genau.

Nanhe Jaisalmer

Im Mittelpunkt der Bollywoodkomödie von Regisseur Samir Kamik steht ein zehnjähriger Junge, der in Jaisalmer als Kamelführer für Touristen arbeitet. Eines Tages lernt er sein Idol, den Schauspieler Bobby Deol, kennen.

Fakten

Einwohner 68.548.437
Fläche 342.269 km²
Sprache Hindi
Strom 230 V, 50 Hz
Hauptstadt Jaipur
Reisepass / Visum notwendig
Ortszeit 09:24 Uhr

Anreise

10h 20min
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