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Mosel

Check-in

Wer an die Mosel fährt, bekommt unweigerlich das Gefühl, in eine völlig andere Zeit und in ein ganz anderes Land versetzt zu sein: Heile Welt am Mittelmeer - so wirken viele der typischen kleinen Orte des Mosellands. Ihre sehr engen, gewundenen und manchmal steilen Gassen sind eher etwas für mediterrane Vespa-Fahrkünste als für deutsche Familienkutschen. In den meist heißen Sommern wachsen in Gärten und Innenhöfen südliche Gewächse wie Oleander, Feigen, Palmen oder Olivenbäumchen. Und natürlich erheben sich Weinberge, wohin man schaut - mal fast senkrecht aufragende terrassierte Hänge, die sich auf die Häuser zu stürzen scheinen, mal etwas sanfter gewellte Lagen.

Wirklich gerade ist hier nichts, nicht die menschengemachten Mauern und erst recht nicht die von der Natur selbst gebaute Architektur: Nach eher gemächlichen Anfängen in Frankreich wird aus der Moselle in Deutschland auf weiteren 394 Kilometern bis zur Mündung in Koblenz ein regelrechter Kurvenstar namens Mosel, der sich in unzähligen Windungen tief ins Schiefergebirge geschnitten hat. Wer sich auf die Höhen am Ufer traut, mag oft glauben, zu tief ins Glas geschaut zu haben, wenn er den Fluss im Tal gleich mehrfach sieht. Doch die vielen Fünf- oder Vier-Seen-Blicke müssen gar nicht den Promille geschuldet sein, sie sind auch stocknüchtern ein optischer Genuss.

Der grassierenden Genuss-Sucht kann im Moselland kein Einheimischer und kein Gast entgehen. Asketen dürften sich hier fehl am Platz fühlen, und Abnehmen ist selbst im Aktivurlaub in der Regel illusorisch. Die Zahl der Weingüter geht in die Fünftausende, die der urgemütlichen Straußwirtschaften und gutbürgerlichen Restaurants ist fast unüberschaubar. Der Einfluss der nahen französischen Kultur hat darüber hinaus etliche Gourmet- und Sterneköche auf den Plan gerufen, das Moselland glänzt mit einem regelrechten Sternenhagel für michelingläubige Feinschmecker. Die schwören auf den aromenreichen und eleganten Moselriesling, der von renommierten Weinexperten wie Stuart Pigott zu den weltbesten Weißweinen gezählt wird. Längst wird er überwiegend trocken oder feinherb ausgebaut; das liebliche Massenprodukt von einst ist auch an der Mosel aus der Mode gekommen. Die älteste Rebsorte und deutlich knorriger ist Elbling, der nur auf den Muschelkalkböden der Obermosel gedeiht. Rotweine wie Merlot, Spätburgunder und Dornfelder sind auf dem Vormarsch - eine Folge des Klimawandels, der im Moseltal zu noch wärmeren Sommern führt, als es dem sowieso milden Klima der Landschaft entspricht.

Schuld an alldem sind die Römer - sie fühlten sich bis ins 4. Jh. hinein an der Mosel wie zu Hause, pflanzten Rebstöcke, bauten bis heute erhaltene Kelteranlagen, Tempel, Thermen, Villen und erkoren von Trier aus das Christentum zur Staatsreligion. Augusta Treverorum, wie Deutschlands älteste Stadt vor 2000 Jahren hieß, avancierte zur Hauptstadt des römischen Westreichs. Die keltischen Ureinwohner vom Stamm der Treverer ließen sich, sofern wohlhabend, nur zu gern von dem zum Luxus neigenden Lebensstil der Invasoren anstecken und übernahmen ihn. Das antike Erbe ist das Leitmotiv der ganzen Landschaft - überall sind römische Spuren sichtbar und erlebbar, vom im Wald versteckten Gräberfeld bis hin zum prominentesten Wahrzeichen Triers, der Porta Nigra. Nirgendwo sonst nördlich der Alpen gibt es so viele römische Bauten; sie zählen zum Unesco-Weltkulturerbe. Eine mehr als 100 Stationen umfassende "Straße der Römer" erschließt die antiken Schätze, die manchmal mit Events und Führungen zu neuem Leben erweckt werden oder aber friedlich im Abseits weiterschlummern.

Ein paar Jahrhunderte später animierte die topografisch spektakuläre Mischung aus unzähligen steilen Felsspornen und Moselmäandern andere Menschen zu reger Bautätigkeit: Über der Mosel und ihren Nebenflüssen ragen mehr als 100 mittelalterliche Burgen auf, mal als pittoreske Ruine, mal als vollendete und bis heute belebte Pracht wie die Burg Thurant bei Alken, die Reichsburg in Cochem oder die Burg Eltz bei Münstermaifeld. Die Kaiser Karl der Große (747-814) und Lothar I. (795-855) waren eifrige Burgenbauer. Der größte Bauboom jedoch geht auf Kurfürst und Erzbischof Balduin von Luxemburg zurück, der den expandierenden Trierer Kurstaat im 14. Jh.mithilfe von Burganlagen bis über den Rhein hinaus sicherte. Auch spätere Herrscher hinterließen Spuren. So gehörte das Moselland von 1815 bis 1945 zur Rheinprovinz der Preußen. Die Preußen errichteten in Traben-Trarbach und anderen Orten eine Fülle von Jugendstilbauten und in Münstermaifelds Stadtkern klassizistische Herrenhäuser. Auch das überdimensionale Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I., das über das Deutsche Eck in Koblenz wacht, stammt aus dieser Zeit.

Das Moselland mit seinem mäandernden Fluss und den steilen Felsklippen hat viele inspiriert. Manche erlagen dem Charme der regionalen Erzeugnisse komplett, so wie Kurt Tucholsky, der auf einer Bahnfahrt niederschrieb: "Wir soffen uns langsam den Fluss hinab ..." Berühmte Einheimische schrieben anderes: Der Philosoph, Theologe und Kardinal Nikolaus von Kues, der Gesellschaftstheoretiker und Vordenker der Arbeiterbewegung Karl Marx oder auch August Horch, der Gründer von Audi, stammten von der Mosel und waren von dieser Landschaft geprägt. Der christliche Existenzialismus des Schriftstellers Stefan Andres ebenso wie die katholische Soziallehre des Nationalökonomen Oswald von Nell-Breuning wurden von der Mentalität der Moselaner inspiriert: Da das Moselland zwischen deutscher und französischer Kultur langen Phasen kriegerischer Auseinandersetzungen ausgeliefert war, spielt Solidarität für die hier lebenden Menschen eine große Rolle. Ganz praktisch geübt wird sie, wenn die Mosel mal wieder über die Ufer tritt und den Wohnzimmern und Läden der Anrainer einen Besuch abstattet: Dann wird das Räumen des Mobiliars vor und nach den Fluten zur Gemeinschaftsaktion - gern auch als feuchtfröhlicher Event mit Sekt und Wein.

Das moderne Moselland versteht sich als europäische Kernregion und lebt diesen Anspruch auch. Im Dreiländereck Deutschland-Luxemburg-Frankreich liegt der Winzerort Schengen am Flussufer. Er gab der EU-weiten Freizügigkeit den Namen. Hier an der Obermosel, wo sich das Flusstal mit sanften Hügeln weit öffnet, ist Grenzüberschreitung kein negativer Begriff, sondern selbstverständlicher Alltag. Der moselfränkische Dialekt, der als Lëtzebuergesch im Großherzogtum eine von drei Staatssprachen ist, verbindet die Menschen. Allein 30000 Pendler aus der Region Trier fahren täglich zum Arbeiten nach Luxemburg. Die Kriegsgegner von einst sind längst miteinander befreundet - das "Ländchen", wie Luxemburg genannt wird, ist nicht nur geografisch viel näher als Berlin. Im Moselland haben die Menschen vergessen können, was Grenzkontrollen sind. Das tägliche Hin und Her zwischen Staaten und Nationen ist normal für die Menschen, ganz gleich, welchen Pass sie haben. Man fährt zum Konzert mal eben kurz in die architektonisch spektakuläre Philharmonie der luxemburgischen Hauptstadt und wohnt einen Steinwurf entfernt im Grün eines Weindorfs im Saargau. Nachdem die Landschaft und ihre Bewohner im 19. und 20. Jahrhundert durch Kriege voneinander getrennt wurden, sind sie nun wieder zusammengewachsen. Nirgendwo ist die Idee von Europa lebendiger und konkreter als im Moselland. Gegen das ortsansässige Gefühl, im Herzen von etwas sehr Gutem zu wohnen, können selbst Währungsturbulenzen und Geldkrisen nichts ausrichten. 2000 Jahre Kultur- und Genusslandschaft sprechen ihre eigene Sprache.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

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Praktische Hinweise

Anreise

Auto

Von Norden, Osten und Süden kommen Sie über die Autobahnen A61 und dann über die A1 /A48 ins Moselland. Aus Süden kommende Autofahrer sollten bei Rheinböllen von der A61 abfahren. Von dort aus geht es über die B50 weiter. Von Norden Kommende nehmen die Abfahrt Mendig und gelangen über die B262 auf die A1, die bis Trier parallel zum Moseltal verläuft. Von Westen aus nehmen Sie die A60 und wechseln am Autobahndreieck Wittlich auf die A1.

Bahn

Koblenz ist an das Fernverkehrsnetz der Bahn angeschlossen. Um nach Trier oder zu Orten wie Cochem, Bullay oder Wittlich zu kommen, müssen Sie hier umsteigen. Da die DB eine Abkoppelung der Region Trier vom Fernverkehrsnetz plant, werden die zudem langsameren Züge mittelfristig seltener fahren. Eine Bahnfahrt über die Eifelstrecke von Köln nach Trier ist landschaftlich reizvoll, aber verlangt viel Geduld, da der Zug an vielen Stationen hält.

Flugzeug

Der nächstgelegene Flughafen mit innerdeutschen Verbindungen ist Köln/Bonn. Von dort aus geht es ins Moselland per Bahn entweder am Rhein entlang bis Koblenz oder quer durch die Eifel bis Trier. Der andere nah gelegene Flughafen ist Luxembourg-Findel. Von hier gibt es Bahnverbindungen nach Trier. Die Flughäfen Saarbrücken und Köln-Bonn sind mit durchschnittlich rund 100 km beide recht weit von Destinationen im Moselland entfernt, per Bahn aber erreichbar.

Auskunft

Mosellandtouristik GmbH

Kordelweg 1 | 54470 Bernkastel-Kues | Tel. 06531 97330 | www.mosellandtouristik.de

Bei Bedarf werden Sie dort telefonisch beraten oder die Mitarbeiter leiten Sie weiter an die Touristinformationen vor Ort.

Darüber hinaus geben verschiedene Internetportale Auskunft: Auf www.die-mosel.de finden Sie aktuelle Informationen zum Wetter im Moselland, Karten, Veranstaltungskalender, Tipps für Freizeitaktivitäten, ein Gastgeberverzeichnis und eine kleine Weinkunde. Mit dieser Website vergleichbar ist www.mosel24.de. Hier können Sie sich auch Bilder der Region anschauen. Das Portal www.mosel.de liefert zudem Restaurantkritiken und Rezepte. Ortsbeschreibungen, Gastgeberlisten und thematisch gegliederte Tourenvorschläge finden Sie unter www.mosel-reisefuehrer.de. Weinliebhaber werden bei www.weinland-mosel.de auf Straußwirtschaften, Weingüter und Events aufmerksam.

Fähren

Es gibt acht Fährverbindungen über die Mosel. Bei Klotten, Beilstein, Briedel, Pünderich und Oberbillig gelangen Sie auch mit dem Auto ans andere Ufer. In Bullay, Cochem und Enkirch dürfen Sie höchstens ihr Rad mitnehmen. Außer der Verbindung Oberbillig-Wasserbillig verkehren die Fähren allerdings nur in der Haupt- und in der Nebensaison. Bei Hochwasser fährt keins der Schiffe. Die Fähre Enkirch-Kövenig z. B. kostet 1 Euro, Fahrrad ebenfalls 1 Euro, Kinder bis 10 Jahre in Begleitung setzen umsonst über.

Handy

Wegen der besonderen Topografie des Mosellands mit steil eingeschnittenen Fluss- und Bachtälern müssen Sie gerade außerhalb der größeren Städte stets damit rechnen, in ein ausgedehntes Funkloch zu geraten.

Klima & Reisezeit

Im Moseltal ist es für mitteleuropäische Verhältnisse überdurchschnittlich warm. Die beste Reisezeit ist von Ostern bis Anfang November, wenn die Traubenlese abgeschlossen ist. Im Hochsommer staut sich die Hitze im Tal und beschert Ihnen tropische Nächte. Ein kleiner Ausflug auf die Eifel- und Hunsrückhöhen schenkt Ihnen dann Abkühlung, denn dort kann es bis zu 10 Grad kühler sein. Nicht selten wird die Sommerhitze von Gewittern unterbrochen, die heftig werden und Hagel mit sich bringen können. Daher sollten Sie Regenkleidung nicht vergessen. Im Herbst und Winter ist das Tal berüchtigt für dicke Nebelschwaden, die sich mitunter den ganzen Tag nicht auflösen.

Öffentliche Verkehrsmittel

In Trier und Koblenz fahren ausschließlich Busse, die Busverbindungen sind aber großstadtgemäß gut. Deutlich seltener fahren die Busse im ländlichen Bereich, etwa von den Orten an der Mosel in die Eifel und den Hunsrück. Sogenannte Regio-Radler verbinden jedoch bequem die Orte an den großen Radwegen wie dem Maare-Mosel-Radweg zwischen Daun und Bernkastel-Kues: Es sind Busse, die mit einem Anhänger ausgestattet sind, auf dem Fahrräder mitgenommen werden können. Regionale Fahrpläne und Tickets gibt es beim Verkehrsverbund Rhein-Mosel VRM (www.vrminfo.de), bei der MB Moselbahn Verkehrsbetriebsgesellschaft mbH (www.moselbahn.de), beim Verkehrsverbund Region Trier VRT (www.vrt-info.de) und beim Rheinland-Pfalz-Takt (www.der-takt.de).

Einen Schiffslinienverkehr bieten die Personenschifffahrt Gebr. Kolb (Tel. 02673 1515 | www.kolb-mosel.de) zwischen Treis-Karden und Trier sowie die Mosel-Schiffs-Touristik Hans Michels (Tel. 06531 6897 u. 8222 | www.mosel-personenschifffahrt.de) zwischen Traben-Trarbach und Trittenheim an. Tägliche Schiffstouren zwischen Koblenz und Cochem veranstaltet die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt AG (Agentur Koblenz, Tel. 0261 31030 | Agentur Cochem, Tel. 02671 980023 | www.k-d.com).

Preise

Das Image des Mosellands als besonders preiswertes Reiseziel, verglichen mit anderen deutschen Regionen, gehört der Vergangenheit an. Dumpingpreise gibt es nicht mehr - zugleich ist die Qualität fast überall deutlich gestiegen. Vor allem in Orten, die nicht zu den touristischen Highlights zählen, werden vereinzelt aber immer noch Zimmer mit Frühstück für unter 40 Euro pro Person und Nacht angeboten. Das Preisniveau von Eintrittsgeldern und Verpflegung ist westdeutscher Durchschnitt. Wenn Sie Urlaub in der Region Trier machen und mit dem Auto unterwegs sind, profitiert Ihr Budget von der Nähe Luxemburgs: Dort kostet ein Liter Diesel oder Benzin rund 20 Cent weniger als in Deutschland.

Rheinland-Pfalz-Card

Für Rheinland-Pfalz und das Saarland gibt es eine besondere Rabattkarte, die etwa in der Region Mosel-Saar für vier Jugendherbergen und 16 Attraktionen gilt. Sie gewährt entweder freien Eintritt oder die Nutzung zu vergünstigten Preisen. Es gibt die Rheinland-Pfalz-Card für 24 Stunden, als 3-Tages- oder 6-Tages-Karte. Erwachsene zahlen für sie einmalig 14 Euro, 41,50 Euro oder 66 Euro, ADAC-Mitglieder erhalten auf die Karte weitere zehn Prozent Ermäßigung. Die Kinderkarte kostet 10, 31 oder 44 Euro. Es empfiehlt sich die Onlinebestellung unter www.freizeitcard.info - dort sind auch die Vor-Ort-Verkaufsstellen aufgelistet.

Sicherheit

In vielen Dörfern ist es noch üblich, Haus- und Hoftüren nicht zu verschließen. Die soziale Kontrolle funktioniert - die Nachbarn passen auf. Vor Handtaschenräubern oder Autoaufbrüchen brauchen Sie hier keine Angst zu haben. Anders sieht es in Koblenz, Trier und teils auch in den Touristenzentren wie Cochem oder Bernkastel-Kues aus. Hier sollten Sie auf Ihre Wertsachen gut achtgeben. Besondere Aufmerksamkeit ist nachts im Palastgarten in Trier und auf dem Zentralplatz in Koblenz gefragt.

Unterkunft

An der Mosel gibt es die verschiedensten Unterkünfte - vom Fünfsternehotel, in dem sich Prominente die Klinke in die Hand geben, bis zum Hostel mit Mehrbettzimmer. Darüber hinaus gibt es viele Campingplätze. Fast jeder Ort an der Mittelmosel hat ufernahe Camping- und Stellplätze. Die Mosellandtouristik hat auf ihrem Portal (www.mosellandtouristik.de) eine Such- und Buchungsfunktion eingerichtet, geordnet nach Zimmern und Ferienwohnungen sowie - mithilfe einer interaktiven Karte - auch geografisch. Die Campingplätze mit ihrer jeweiligen Ausstattung sind ebenfalls auf dem Portal aufgeführt. Fast jeder Ort bietet zudem ausgewiesene Stellplätze für Wohnmobile.

Zeitungen

In Koblenz und den umgebenden Landkreisen erscheint die Rhein-Zeitung (www.rheinzeitung.de), in Trier und den Landkreisen drum herum der Trierische Volksfreund (www.volksfreund.de). Im südlichsten Zipfel des deutschen Mosellands, der zum Saarland gehört, gibt es die Saarbrücker Zeitung (www.saarbruecker-zeitung.de). In Luxemburg haben Sie die Wahl zwischen dem Luxemburger Wort (www.wort.lu) als auflagenstärkster Tageszeitung, dem Tageblatt (www.tageblatt.lu) und dem Journal (www.journal.lu).

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Jan.

Neujahr

März/April

Karfreitag, Ostersonntag, Ostermontag

1. Mai

Maifeiertag

Mai/Juni

Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag, Pfingstmontag, Fronleichnam

3. Okt.

Tag der Deutschen Einheit

1. Nov.

Allerheiligen

25./26. Dez.

Weihnachten

Karneval

An Weiberdonnerstag, Rosenmontag und Veilchendienstag haben die meisten Geschäfte zumindest halbtags geschlossen.

Feste & Veranstaltungen

April

Beim Ostermarkt in Traben-Trarbach gibt es Konzerte, gutes Essen und Jugendstilführungen.

Ende April wird in Zell das Schwarze-Katz-Festival gefeiert mit dem Tanz der "Kätzchen" (einer Kindertanzgruppe) am Brunnen und Feten in den Weinbergen.

April/Mai

Mosel-Wein-Kultur-Zeit - Festival mit Kultur und Kulinarik entlang der gesamten Mosel (www.moselweinkulturzeit.de)

Mai

Anfang Mai wird in Schweich das Fest der Römischen Weinstraße gefeiert. Mitte Mai findet in Briedern die Servatiuskirmes statt, mit Glockengedengel und einer Prozession zum Servatiusbrunnen.

Juni

Anfang Juni: International Guitar Festival & Academy, renommiertes Klassikfestival für Gitarrenmusik in Koblenz

Erster Sonntag nach Pfingsten: Happy Mosel, Raderlebnistag über 180 km zwischen Schweich und Winningen

Auftakt des bis Dezember dauernden Mosel-Musikfestivals mit Open-Air-Klassikkonzerten zwischen Schengen und Kobern-Gondorf (www.moselmusikfestival.de)

Ende Juni Mittelalter-Spektakel am Moselufer in Bernkastel-Kues

Juli

Anfang Juli wird in Koblenz das Altstadtfest gefeiert.

Im Trierer Ortsteil Zurlauben wird direkt an der Moselpromenade das Moselfest mit Kirmes und Feuerwerk begangen.

Mitte Juli Weinschifffest in Neumagen-Dhron

Ende Juli Weltkulturfestival Horizonte auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz

August

Anfang August Drachenbootrennen, sportliches Großereignis auf dem Wasser in Briedel

Ebenfalls Anfang des Monats in Cochem: Burgfest auf der Reichsburg mit Gauklern und Mittelaltermarkt

Mitte August: Die Mosel-Ballonfiesta ist der zweitgrößte deutsche Ballonfahrer-Wettbewerb.

Bei der Säubrennerkirmes in Wittlich gibt es riesige Mengen Spanferkel.

Bei der Großveranstaltung Rhein in Flammen tauchen Feuerwerkskörper den Rhein in ein leuchtendes Farbenmeer.

September

Anfang September: Das Weinfest der Mittelmosel ist das größte Weinfest der Region mit Kunsthandwerkermarkt und Feuerwerk.

Anfang September: Trier spielt, familienfreundliches Stadtest

Ende September Lange Nacht der Museen in Koblenz

Das einwöchige Römerspektakel Brot und Spiele findet in den antiken Trierer Stätten statt.

Oktober

Anfang Oktober Römisches Kelterfest, mit römischem Festumzug und Uferpromenade als "via vinorum" in Piesport

Vorletztes Wochenende im Oktober Wein- und Kellerfest mit Wein und Kunstausstellungen in Perl

November/Dezember

Weihnachtsmarkt in Bernkastel-Kues zwischen den Fachwerkhäusern der Stadt

Bloss nicht

In der Mosel baden

Trotz ihres meist gemächlichen Fließtempos und ihres recht sauberen Wassers ist die Mosel zum Baden zu gefährlich. Strömungen - vor allem bedingt durch den Schiffsverkehr - können auch geübte Schwimmer unter die Wasseroberfläche ziehen.

Ohne festes Schuhwerk wandern

In Flipflops durch die Weinberge? Vergessen Sie's! Das tut nicht nur Ihren Füßen weh, sondern ist in den steilen Weinbergen lebensgefährlich. Feste Wanderschuhe sind unverzichtbar bei einer Weinbergswanderung. Zudem sollten Sie sich vorab über die Tour informieren, denn manche Klettersteige erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Mit großen Autos ins Weindorf

Mit dem Geländewagen sitzen Sie fest, wenn Sie die Breitenangaben der Weinortsgassen nicht genau beachten. Mit größeren Autos parken Sie am besten auf den angegebenen Plätzen am Ortsrand der mittelalterlichen Städtchen.

Moselaner verwechseln

Nur weil fast das ganze deutsche Moselland in Rheinland-Pfalz liegt, sind seine Bewohner noch lange keine Rheinländer oder Pfälzer. Ihre Mentalität ist eine ganz andere - zwar auch gemütlich, aber zurückhaltender. Eine nachbarschaftliche Hassliebe pflegen die Einheimischen mit den benachbarten Saarländern: Die werden "Muffländer" genannt. Angeblich, weil sie muffelig seien, doch der Spitzname geht auf den "Militärischen Urlaubs-Fahrschein" (MUF) Ende der 1950er-Jahre zurück, den die in Rheinland-Pfalz und anderswo stationierten saarländischen Wehrdienstleistenden benötigten.

Sightseeing im Schleichtempo

Den ausgeprägten Hass aller Einheimischen ziehen Sie sich zu, wenn Sie die uferflankierenden Straßen zu einer Spazierfahrt nutzen und sie im Schleichtempo entlangfahren. Oft gibt es hier nämlich kilometerlang keine Überholmöglichkeit. Das Nachsehen haben in so einem Fall alle, die es eilig haben. Eine der häufigsten Unfallursachen an der Mosel ist zu langsames Fahren von Urlaubern, die dadurch andere zu riskanten Überholmanövern aus Verzweiflung nötigen.

Von Schönwetter ausgehen

Zwar besticht das Moselland durch warmes und sonniges Wetter, aber es ist und bleibt eine mitteleuropäische Landschaft. Wenn Sie Ihre Reise zur herbstlichen Weinlese oder gar im Winter planen, sollten Sie auch mit Nieselwetter und Hochnebel rechnen. Nehmen Sie entsprechend warme und wetterfeste Kleidung mit und machen Sie einen Plan B für Aktivitäten, die bei Regen Spaß machen.

Bücher & Filme

Akte Mosel

Mit diesem Trier-Krimi startete Mischa Martini 1999 seine Romanreihe mit fiktiven Leichen und Kommissaren

Blütenpracht

Die Bundesgartenschau inspirierte Heinz-Peter Baecker 2010 zu diesem Krimi

Die Moselreise - Roman eines Kindes

Hanns-Josef Ortheil skizzierte 2010 eine sein ganzes Leben prägende Wanderung

Gärten der Region - Grüne Entdeckungen zwischen Mosel & Saar und Sauer & Kyll

Barbara Mikuda-Hüttel und Anita Burgard veröffentlichten 2004 diesen Prachtband über die Gartenidyllen im Moselland

Mosel, du schroffe Schöne

Reisebuch (2005) für Weinliebhaber und Gourmets von Monika Keuthen

Moselfahrt aus Liebeskummer

Unter der Regie von Kurt Hoffmann 1953 verfilmtes Rührstück nach der gleichnamigen Novelle von Rudolf C. Binding aus dem Jahr 1939

Die Mosel - Burgen, Schlösser, Adelssitze und Befestigungen von Trier bis Koblenz

Bildband für Ritterromantiker von Michael Losse aus dem Jahr 2007

Rheinreise von Mainz bis Cöln

Karl Baedeker stammt aus Koblenz und ebnete mit diesem Buch 1835 als Erster bürgerlichen Reisenden den Weg

3-8 °C
2 h/Tag

Fakten

Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 21:51 Uhr

Anreise

2h 19min
3h 31min
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